Heiratsmigrantinnen in Deutschland
Gliederung:
Einleitung
1. Wie kommen Heiratsmigrantinnen nach Deutschland
1a) Die Situation der Frauen
1b) Die Nachfrage der Männer
2. Die Situation der Heiratsmigrantinnen in Deutschland
3. Möglichkeiten der Frauen in Deutschland
3a) Das Haus Santisuk, ein Zufluchtsort für thailändische Frauen
3b) Frauenprojekte in ganz Deutschland
4. Forderungen für ein besseres Leben der Heiratsmigrantinnen in Deutschland
Schluss
Literatur
Einleitung
Sklaverei ist ein Problem, das nur in Entwicklungsländern existiert, dachte ich immer. Doch beim surfen im Internet merkte ich, dass Sklaverei in einem gewissen Maß sogar vor unserer Haustür geschieht. Diese Sklaven sind Frauen.
Ich spreche hier vom Frauenhandel, der weltweit, bereits seit den 70er Jahren, floriert. Dazu wird Frauen in Entwicklungsländern das Leben in Deutschland schmackhaft gemacht und sie werden mit falschen Versprechungen hierher gebracht. Hier werden sie ohne jedes Risiko, gedemütigt, ausgebeutet und ausgenutzt. Diese Frauen kamen zuerst nur aus Südostasien und Lateinamerika, doch seit der Öffnung der deutschen Grenze kommen auch immer mehr Frauen aus Osteuropa dazu.
Der Frauenhandel wird in drei Bereiche aufgeteilt, den Handel in die Prostitution, den Handel in illegale und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und den Heiratshandel. In meiner Hausarbeit werde ich mich mit den Frauen beschäftigen, die vom Heiratshandel betroffen sind.
Dazu werde ich zunächst darauf eingehen, wie diese Frauen nach Deutschland kommen. Dann werde ich die Situation der Frauen hier in Deutschland etwas genauer erläutern und welche Möglichkeiten die Frauen hier haben, Hilfe zu bekommen. Schließlich werde ich noch auf politische Forderungen eingehen, die von vielen Frauengruppen gefordert werden, um das Leben der Heiratsmigrantinnen in Deutschland zu verbessern.
1. Wie kommen die Heiratsmigrantinnen nach Deutschland?
Zunächst werde ich darauf eingehen, wie die betroffenen Frauen aus ihren Herkunftsländern nach Deutschland kommen. Dazu will ich zunächst auf die Situation der Frauen in ih- ren Heimatländern eingehen.
1a) Die Situation der Frauen
In den Herkunftsländern der Frauen herrschen sehr schlechte wirtschaftliche Verhältnisse. Die Frauen haben keine Aussicht auf Arbeit und keine Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie leben oft unter dem Existenzminimum.
In dieser ausweglosen Situation sind die Frauen sehr anfällig für die Versprechen von Vermittlern und Menschenhändlern. Diese wecken bei den Frauen die Hoffnung auf ein besseres Leben in Deutschland. Außerdem hoffen die Frauen auf eine glückliche Partnerschaft mit einem deutschen Mann.
Dieses wird ihnen schmackhaft gemacht. Doch da für sie kaum Möglichkeiten einer legalen Beschäftigung bestehen, lassen sich die Frauen, in der Hoffnung ihrer Familie finanziell helfen zu können, auf die dubiosen Geschäfte der Menschenhändler ein. Sie stimmen mehr oder weniger freiwillig einer Heirat mit einem deutschen Mann zu, den sie nicht kennen. Dabei ist es für die Frauen fast unmöglich, einen Mann abzulehnen. Die Frauen müssen zusätzlich noch Vermittlungskosten tragen.
Wenn sie in Deutschland sind haben die Frauen nur ein Touristenvisum, das sie zu einem dreimonatigen Aufenthalt berechtigt. Wenn sie bis dahin nicht geheiratet haben, müssen sie auf eigene Kosten in ihr Heimatland zurückfliegen.
1b) Die Nachfrage der Männer
Grundlage für den Heiratshandel ist die Nachfrage der deutschen Männer. Heiratsvermittler oder Partnerschaftsagenturen, die sich auf ausländische Frauen spezialisiert haben, bieten die Frauen in Katalogen oder im Internet an. Dabei werben sie mit sexistischen und rassistischen Klischees, die in der Bevölkerung bestehen. So werden Frauen aus Thailand oder von den Philippinen als rassig, bildschön, sanft, treu, fleißig und bescheiden angepriesen. Russische Frauen dagegen betiteln sie mit anspruchslos und nicht konsumverdorben. Außerdem wird angepriesen, dass sie oft schon deutsch sprechen und nicht auf den ersten Blick als Ausländerin auffallen. Das Individuum der Frau wird dabei nicht beachtet.
Auch wird den Männern ein „Umtauschrecht“ garantiert. Sie haben die Möglichkeit zum „Ratenkauf“ und eine „Geld zurück Garantie“.
Arbeit zitieren:
Martina Meyer, 2002, Heiratsmigrantinnen in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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