Message von Patriotismus zu verbreiten. (vgl. BBC. 2001) Auch die enge Zusammenarbeit von Militär und Produzenten diverser "Anti-"Kriegsfilme ist kein Geheimnis. Wenn für den Film militärisches Personal, Material oder Know-how erfordert wird, steht die Army stets zu Diensten. Dafür bekommt der Produzent und Regisseur sogar den Service, die Drehbücher von Militärs nach Authentizität durchforstet zu bekommen. Sollte irrtümlicherweise eine Szene, ein Satz oder ähnliches nicht in Einklang mit der Glorifizierung der US-Streitkräfte stehen, wird von den Korrekteren gerne selbst geändert. Ist der Regisseur nicht einverstanden, heißt es: Wegtreten! Der Film "Black Hawk Down" hat sein Ziel erreicht. Die Heroisierung der amerikanischen 'Missionare der Demokratie'. Nach solchen Heldenepos steigt turnusgemäß die Anzahl neuer Rekrutierungen. Mission complete. Das der Kampf vor Ort verloren wurde ist da eher nebensächlich. Doch daran müsste man ja in Amerika mittlerweile gewöhnt sein.
Doch solche Film-Sagas nützen nicht nur dem eigenen Volk. Auch der Feind weiß sich mit solchem Material zu helfen. "Die Führung von Uday Husseins Fedayin-Miliz ließ Kopien des Films an ihre Männer verteilen. Als Vorbild und Motivation für den Kampf gegen die anrückenden Amerikaner." (Fischer. 2004. S. 268) Dass es nicht viel gebracht hat, zeigte die schwache Gegenwehr dieser Elitetruppe. Aber immerhin, die reguläre Armee ist bei der "Mutter aller Schlachten", Teil II, erst gar nicht angetreten. Das die Terroristen der Al-lahu akbar Ausschnitte in ihren 'best of jihad' Promofilm eingebaut haben, ist wohl ebenfalls nicht im Sinne des Erfinders. Dafür spricht es aber für "die endgültige Synthese aus Fiktion und Wirklichkeit." (Fischer. 2004. S. 269)
Wenn wir an die realen Kriege der heutigen Zeit denken, so können respektive konnten alle Interessierten daran teilnehmen. Ist das nicht super? Freiwillige vor! Doch damit ist natürlich keine aktive Teilnahme an den Kampfhandlungen gemeint. Das wäre ja viel zu gefährlich. Nein, dazu muß man kein Soldat sein, eher ein Couch-Patato. Manche möchten sich dadurch informieren, andere wollen sich unterhalten. Doch warum wird uns die Möglichkeit geboten, live am Kriegsschauplatz dabei zu sein? Ist dies nötig, um über den Fortschritt und die Entwicklung des Krieges Bescheid zu wissen? Wenn dem so ist, könnten die Bilder nicht inszeniert sein? Warum interveniert das Militär nicht bei der Ausstrahlung von Live-Shoots auf dem Schlachtfeld? Schließlich gibt es doch bei jeder Streitkraft Einheiten der psychologischen Kriegsführung, bei der Deutschen Bundeswehr z.B. das Zentrum für operative Information. Oder werden die Nachrichten und Bilder von der Front manipuliert, ohne dass man es auf den ersten Blick mitkriegt?
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Kriegsberichterstattung gibt es wohl seitdem es Kriege gibt, angeblich war "…Kaiser Maximilian I. (1493-1519) der erste, der nach der Erfindung des Buchdrucks die Massenmedien im Kontext der Kriegsberichterstattung zu instrumentalisieren versuchte. Durch einseitige Kriegsberichte sollte die Stimmung im Reich beeinflusst werden." (Kunczik, 2002) Doch es gab auch Beschwerden der Militärs über die journalistische Praxis. "In den napoleonischen Kriegen hat sich erstmals ein Militär über einen Journalisten beschwert. Duke Wellington teilte in einem Brief vom 21. Dezember 1809 aus Badajoz dem Kriegsminister Lord Liverpool mit, die Berichte des Times-Journalisten Henry Crabbe Robinson würden den Krieg so detailliert beschreiben, dass der Gegner exakte Informationen über die Zahl der Regimenter, deren Stellung, Bewaffnung und Kampfmoral bekommen würde."( Kunczik, 2002) Solche kriegsentscheidende Beiträge müssen natürlich im Interesse der kriegführenden Parteien gelenkt werden. Zum Rückzug der Amerikaner 1975 aus Saigon haben die damaligen Kriegsbilder wesentlich beigetragen. Nixon soll während des Vietnam-Krieges gesagt haben "Our worst enemy seems to be the press". (vgl. Kunczik, 2002) Auch die Bilder des toten GI´s, der ´93 in Mogadischu ans Auto gebunden durch die Straßen geschliffen wurde, haben die amerikanische Öffentlichkeit traumatisiert und den Verlauf des Konfliktes wesentlich beeinflusst. Die Amis sind mal wieder unverrichteter Dinge abgezogen. Da der Krieg genauso in der Heimat gefochten wird, indem die Öffentlichkeit geschlossen hinter den Entscheidungsträgern stehen muß, wird auch die öffentliche Kriegsmoral versucht zu steuern. Dies geschieht heutzutage mit Hilfe von PR-Firmen. So ist die Legitimation zum zweiten Golfkrieg zustande gekommen, weil 1990 in 700 Fernsehstationen gesendet wurde, wie eine Zeugin unter Tränen berichtete, wie irakische Soldaten kuwaitische Babys aus Inkubatoren gerissen und auf den Boden geworfen haben. Der entsprechende Film wurde ebenso dazu gezeigt. Später stellte sich heraus, dass die Zeugin Tochter des damaligen Kuwaitischen Botschafters in den USA war und es sich um eine Inszenierung der PR-Firma Hill &Knowlton handelte. Auch im Krieg gegen Serbien 1999 manipulierte die NATO Videos für die Öffentlichkeit. (vgl. Kunczik, 2002) Zur Begründung dieses Krieges wurden immer wieder Analogien zu KZ-Lagern und Genozid geliefert, wohlweißlich, dass dies übertrieben war. Außenminister Fischer verglich zur Rechtfertigung des deutschen Jugoslawien-Feldzuges Milosevic mit Hitler und Stalin. Damit wurde Missbrauch der Taten Nazideutschlands getrieben, um dies für den neuen Krieg zu instrumentalisieren. "In Großbritannien griff Tony Blair höchstpersönlich ein, als es darum ging, den BBC-Chefkorrespondenten aus Belgrad abzuziehen; Blair hielt ihn für zu 'serbenfreundlich'. (Claßen, 1999) Aber Tony Blair beschwert sich ja auch gerne über kritische Berichterstattung
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der BBC über seine Vasallen. (vgl. spiegel-online, 18.09.05) Der massive Informationskrieg der NATO ging so weit, dass im ersten Kriegsmonat das Gebäude des serbischen Rundfunks in Belgrad und 23 Rundfunktransmitter im Kriegsgebiet bombardiert wurden. Im Gegenzug dazu kreiste in den Bombardierungspausen ein spezielles Flugzeug, eine Lockheed Hercules C130 im Himmel und strahlte NATO Propagandaprogramme in serbischer Sprache und Botschaften in kyrillischer Schrift aus. Ebenso kam es zu Hacker-Eingriffen in das jugoslawische Luftabwehrsystem. (vgl. Claßen, 1999) Eine Reihe weiterer Aspekte dieses Kampfes um die Informationshoheit könnten hier genannt werden. Doch wo liegen die Anfänge der Übermittlung visueller Kriegseindrücke?
Der erste Weltkrieg war der erste Medienkrieg der Geschichte. Der erste Weltkrieg ist nach Meinung renommierter "…Historiker der erste umfassende Propagandakrieg der Weltgeschichte, was den Einsatz von Film und Fotografie betrifft." (Becker, 2004) Zum ersten Mal wurden die Bilder des Krieges von eigens eingerichteten Behörden vor der Weiterleitung an die Massenmedien geprüft. In Deutschland war nun seit Januar 1917 das Bild-und Filmamt (Bufa) für die Foto-und Filmpropaganda zuständig. In den anderen Staaten, die am Krieg beteiligt waren, wurden ebenfalls Äquivalente eingerichtet. Zu Ende des Krieges gab es kaum noch veröffentlichte Bilder von toten deutschen Soldaten. (vgl. Becker, 2004) Somit stellt die Medienpolitik von Bush junior kein Novum dar, wenn bei dem jüngsten Irak-Feldzug keine Veröffentlichung von Bildmaterial toter GI´s erwünscht ist. Die Verbreitung von Fotos mit den Särgen der gefallenen US-Soldaten ist verboten. Zeremonien und Berichterstattung über amerikanische Opfer ist auf allen US-Stützpunkten untersagt. Auch der Präsident vermeidet an Begräbnisfeierlichkeiten von gefallenen Soldaten präsent zu sein, schließlich könnte dies negative bildnerische Analogien herstellen. (vgl. Rötzer, 2004) Demnach können diese Bilder nur schwer an die Öffentlichkeit gebracht werden. Gott sei dank gibt es das Internet, das Medium der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch im ersten Weltkrieg war noch nicht an das WorldWideWeb zu denken. Damals waren die Kriegsreporter bereits in die Einheiten integriert und nutzten deren Fahrzeuge, Logistik und Material. Ohne die Erlaubnis und Unterstützung der eigenen Truppe ging nichts. (vgl. Becker. 2004) Dazu brauchte es damals keine Anglizismen wie 'embedded journalism'. Die ersten Kleinkameras erleichterten die Arbeit der Fotografen und revolutionierten die Foto-Front. Auch war die Fotomontage noch nicht weit verbreitet und verhalf zur Glaubwürdigkeit damaliger Kriegsbilder. Die Propagandabehörden wussten dies geschickt für sich zu nutzen, so waren auch die Bildunterschriften fantasievoll gestaltet.
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Die Professionalisierung der Inszenierung im Kriegsjournalismus hat sich zusammen mit der Technik weiterentwickelt. Für die Kriegsbilder werden in den zukünftigen Kriegen keine Kriegsreporter mehr benötigt, dies können schon längst Satelliten und Roboter übernehmen. Doch wer entscheidet darüber, was wahr ist und was falsch. Dies sollten Journalisten übernehmen, auch wenn ihnen das nie völlig gelingen wird.
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Literatur
BBC. 12.11.01. Bush meets Hollywood execs. bbc.uk. Stand 2005-08-22 http://news.bbc.co.uk/1/hi/entertainment/showbiz/1651173.stm Becker, Markus. 02.08.04. Fotografie im Ersten Weltkrieg. Propaganda aus der Hölle. Spiegel.de. Stand 2004-08-02.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,304511,0.html Claßen, Elvi. 30.10.99. Medienrealität im Kosovo-Krieg. Telepolis.de. Stand 2005-08-08. http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=6508&mode=print Fischer, Susanne; Reuter, Christoph. 2004. Café Bagdad. Der ungeheure Alltag im neuen Irak. München.
Kunczik, Michael. 2002. Öffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten. In: pr magazin. Nr. 10. Oktober 2002. S. 45-52
Pitzke, Marc. 27.07.2005. US-Serie über Irak. En Fernsehkrieg, der süchtig macht. Spiegel.de. Stand 2005-07-27
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,366909,00.html Rötzer, Florian. 25.02.02. In den Krieg mit Reality TV. Telepolis.de. Stand 2005-09-12 http://www.telepolis.de/r4/artikel/11/11929/1.html
Rötzer, Florian. 22.04.04. Kriegsbilder. Rückkehr im Sarg. Telepolis.de. Stand 2005-09-12 http://www.telepolis.de/r4/artikel/17/17263/1.html
Spiegel-online. 18.09.05. Kritik an BBC. Blair rügt "Katrina"-Berichterstattung. Stand 2005-09-18
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,375225,00.html
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Arbeit zitieren:
Markus Minning, 2005, Kriege im Spiegel der AV-Medien, München, GRIN Verlag GmbH
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