1) Informationen über den Autor
Heinrich Böll wurde am 21. Dezember 1917 in Köln geboren und starb am 16. Juli 1985 in der Eifel. Nach seinem Abitur war er zunächst als Buchhändler tätig, bevor er anfing, Germanistik zu studieren. Seit 1947 veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Hör- und Fernsehspiele, Theaterstücke und war auch als Übersetzer aus dem Englischen tätig. 1972 erhielt er den Nobelpreis für Literatur und 1983 wurde er zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt Köln ernannt.
Andere berühmte Werke von Böll:
* Haus ohne Hüter * Gruppenbild mit Dame
2) Personendarstellung
TAFELBILD !!!
Katharina Blum => Hauptperson; alleinwohnende, treue Frau Ludwig Götten => polizeilich gesuchter Bundeswehrdeserteur Werner Tötges => Reporter von der ZEITUNG
3) Inhaltsangabe
Katharina Blum lernt auf einer Faschingsparty einen jungen Mann kennen und verliebt sich in ihn. Nach der Party nimmt sie den jungen Mann namens Ludwig Götten mit zu sich nach Hause. Obwohl er ihr gesteht, daß er von der Polizei als Bundesdeserteur gesucht wird, bleibt er über Nacht bei Katharina.
Am nächsten Morgen wird ihre Wohnung von der Polizei durchsucht. Katharina hatte ihm aber noch rechtzeitig zur Flucht verhelfen können
Dieses Ereignis wird vom führenden Boulevardblatt, die ZEITUNG, in seiner neuesten Auflage, so aufgebauscht und verdreht wiedergegeben, daß Katharina Blum ungewollt in den Mittelpunkt der Schlagzeilen gerückt wird. In den nächsten Auflagen der ZEITUNG wird regelrecht eine Hetzkampagne gegen Katharina Blum gestartet.
Götten wird gefaßt und beteuert der Polizei, daß Katharina Blum nichts mit der ganzen Sache zu tun habe. Katharina trifft sich am 4. Tag (Sonntag) mit dem Journalisten Werner Tötges, der für die Hetzkampagne verantwortlich ist, um ihm ein Interview zu geben. Bei diesem Treffen erschießt Katharina den Journalisten, da er für den Tod ihrer Mutter verantwortlich gewesen war (Interview!). Anschließend stellt sie sich der Polizei.
4. Interpretation
a) Aufbau
FOLIE !!!
Sonntag 24.2.74 => Geständnis von K.B. Tötges ermordet zu haben;
Rekonstruktion der vergangenen 4 Tagen:
Mittwoch 20.2.1974 => Bekanntschaft mit Götten auf Faschingsparty
Donnerstag 21.2.1974 => Wohnungsdurchsuchung, ZEITUNG wird aktiv mit Reportage Freitag 22.2.1974 => Anfang der Hetzkampagne der ZEITUNG Samstag 23.2.1974 => Götten wird gefaßt, Tod von Katharinas Mutter Sonntag 24.2.1974 => Interview mit Tötges und sein Mord,
b) Erzählsituation
Königserläuterungen auf Seite 59/6.1
Hauptsächlich ist eine auktoriale Erzählung bis auf ein paar kleine Ausnahmen (letztes Kapitel Zitat) vorzufinden. Böll mischt sich ständig in den Handlungsverlauf ein, kommentiert, reflektiert, ergänzt, berichtigt oder erklärt das erzählte Geschehen.
c) Sprache
• einfache Sprache
• z.T. vulgäre, umgangssprachliche Redewendungen (Interpretation S. 33)
•
Sprache der Zeitung: 1) Tötges :
2) Die Zeitung selber: Ausschnitt durch Klasse bearbeiten lassen
= sensationslustig, roh, gewalttätig, sehr übertrieben, verdreht Wahrheit, umgangssprachlich, verleumdet, lügt teilweise
• Sprache des Erzählers: sachlig, protokollierender Ton, ironisch („Man weiß ja nie, wem man wirklich mit so
Interpretation S. 28 satirisch einem Telefongespräch eine Freude macht.“
• Namenssymbole: Katharina = griech. die Reine
Götten = den sie nahezu wie einen Gott verehrt Tötges = der ihren gesellschaftlichen Tod verursacht hat
d) Kritk Bölls:
- an Gesellschaft
- BILD Zeitung
„Zehn Jahre später
Ein Nachwort von Heinrich Böll
Hartnäckig hält sich das Gerücht, diese Erzählung wäre ein Terroristenroman; Wer auch nur zehn Jahre zurückzudenken imstande ist, wird sich der Jahre erinnern, in denen eine ZEITUNG Verleumdungen und Verdächtigungen ausstreute, dieselbe ZEITUNG, die dutzendweise Menschen als Mörder bezeichnete, denen noch kein Mord nachgewiesen worden war. [...]
Da liegt Dynamit in der Gegend herum, und die ZEITUNG, diese zerstörerische verlogene Überschnautze, die sowohl der Polizei Informationen liefert wie von der Polizei solche bekommt, haut rein mit Schlagzeilen, Verdächtigungen und Gemeinheiten. [...]
Die Personen und Handlungen dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der BILD-Zeitung gezeigt haben, so ist dies weder beabsichtigt, noch zufällig, sondern unvermeidlich ! [...]
PS: Inzwischen ist die BILD-Zeitung ja fast schon das regierungsamtliche Blatt. Ministerielle Verlautbarungen zu wichtigen politischen Themen erscheinen am Sonntag oder Montag in einer der BILD-Varianten. Zufall ist das nicht !!
e) eigene Meinung
gut, interessant, wegen ZEITUNG, gut reinversetzen, Mitleid, Sympathie mit K.B.,
„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ oder: „Wie Gewalt entstehen
1) Informationen über den Autor
- Heinrich Böll, geboren 21.12.1917, gestorben 16.7.1985
- erhielt u.a. Nobelpreis in Literatur 1972
- ein paar berühmte Werke von Böll:
2) Personendarstellung
Katharina Blum => Hauptperson; alleinwohnende, treue Frau Ludwig Götten => polizeilich gesuchter Bundeswehrdeserteur Werner Tötges => Journalist von der ZEITUNG
3. Inhalt
Katharina Blum, eine junge Frau, wird durch Zufall in einen harmlosen Kriminalfall verwickelt, als sie einem Mann Unterschlupf gewährt, der von der Polizei gesucht wird. Dieser Sachverhalt wird gnadenlos von einer führenden Boulevardzeitung ausgeschlachtet und zur Sensation aufgebauscht, so daß Katharina Blum sich ihrer Ehre beraubt fühlt, und den für diese Story verantwortlichen Journalisten erschießt.
4. Interpretation
a) Aufbau
Sonntag 24.2.74 => Geständnis von K.B. Tötges ermordet zu haben;
Rekonstruktion der vergangenen 4 Tagen: Mittwoch 20.2.1974 => Bekanntschaft mit Götten auf Faschingsparty
Donnerstag 21.2.1974 => Wohnungsdurchsuchung, ZEITUNG wird aktiv mit Reportage Freitag 22.2.1974 => Anfang der Hetzkampagne der ZEITUNG Samstag 23.2.1974 => Götten wird gefaßt, Tod von Katharinas Mutter Sonntag 24.2.1974 => Interview mit Tötges und sein Mord,
b) Erzählsituation
Hauptsächlich ist eine auktoriale Erzählung bis auf ein paar kleine Ausnahmen (letztes Kapitel Zitat) vorzufinden. Böll mischt sich ständig in den Handlungsverlauf ein, kommentiert, reflektiert, ergänzt, berichtigt oder erklärt das erzählte Geschehen.
c) Sprache
• einfache Sprache
z.T. vulgäre, umgangssprachliche Redewendungen
• Sprache der Zeitung: sensationslustig, roh, gewalttätig, („Na Blümchen, was machen wir zwei denn jetzt ? verleumdet, verdreht Wahrheit, übertrieben Ich schlage vor, daß wir erst einmal bumsen.“)
•
Sprache des Erzählers: sachlig, protokollierender Ton, ironisch
• Namenssymbole: Katharina = Götten = Tötges = d) Kritk Bölls: - an Gesellschaft - BILD Zeitung
„Grundlagen und Gedanken zum Verständnig erzählender Literatur“
Zeitungsausschnitt
RÄUBERLIEBCHEN KATHARINA BLUM VERWEIGERT
Der seit eineinhalb Jahren gesuchte Bandit und Mörder Ludwig Götten hätte gestern verhaftet
werden können, hätte nicht seine Geliebte, die Hausangestellte Katharina Blum, seine Spuren
verwischt und seine Flucht gedeckt. Die Polizei vermutet, daß die Blum schon seit längerer Zeit in
die Verschwörung verwickelt ist.
Der Pfarrer von Gemmelsbroich hatte ausgesagt: „Der traue ich alles zu. Der Vater war ein
verkappter Kommunist und ihre Mutter, die ich aus Barmherzigkeit eine Zeitlang als Putzhilfe
beschäftigte, hat Meßwein gestohlen und in der Sakristei mit ihren Liebhabern Orgien gefeiert.“
Die Blum erhielt seit 2 Jahren regelmäßig Herrenbesuch. War ihre Wohnung ein
Konspirationszentrum, ein Bandentreff, ein Waffenumschlagsplatz ? Wie kam die erst 27 jährige
Hausangestellte an eine Eigentumswohnung im Werte von schätzungsweise 110 000 DM ? War sie
an der Beute aus den Bankrauben beteiligt ? Polizei ermittelt weiter. Staatsanwaltschaft arbeitet
auf Hochtouren. Morgen mehr. DIE ZEITUNG BLEIBT WIE IMMER AM BALL.
Arbeit zitieren:
Stefan Canstein, 1997, Referat über "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Heinrich Böll - oder: wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann, München, GRIN Verlag GmbH
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