Universit¨
at Karlsruhe (TH)
Institut f¨
ur Literaturwissenschaft
Hauptseminar Lyrik im 19. Jahrhundert I
(SS 2003)
Ludwig Uhland
Isolde Wallbaum
Germanistik (HF)/Mathematik (HF); LA 4. Semester
Inhaltsverzeichnis
1
¨
Uberblick
1
2
Kurzbiographie Uhlands
1
3
Hintergrund
2
3.1
Die beiden T¨
ubinger Kreise
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2
3.2
1805-1817 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3
3.3
1829-1834 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
5
4
Gedichtauswahl
5
4.1
"
Die Kapelle" . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
5
4.1.1
Hintergrund und Entstehung . . . . . . . . . . . . . . . .
5
4.1.2
Formale Aspekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
6
4.1.3
Interpretation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
6
4.2
"
Sch¨
afers Sonntagslied" . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
7
4.2.1
Hintergrund und Entstehung . . . . . . . . . . . . . . . .
7
4.2.2
Formale Aspekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
7
4.2.3
Interpretation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
8
4.2.4
Im Vergleich zu
"
Die Kapelle" . . . . . . . . . . . . . . .
9
4.3
"Des Knaben Berglied" . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
9
4.3.1
Entstehung und Form
. . . . . . . . . . . . . . . . . . .
9
4.3.2
¨
Uberblick und Interpretation . . . . . . . . . . . . . . . . 10
4.4
"
Glosse. 1. Der Rezensent" . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
4.5
"
Das alte, gute Recht" . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
4.6
"
W¨
urttemberg" . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
5
Zusammenfassung
17
1
1
¨
Uberblick
Diese Arbeit soll einen Gesamteindruck von dem schw¨
abischen Romantiker
Ludwig Uhland vermitteln. Hierzu stelle ich einige biographische Daten voran
sowie Begebenheiten, die Uhland und seine Arbeit beeinflusst haben. Mei-
nen Schwerpunkt lege ich (wie auch schon im Referat) auf die Interpretation
seiner romantischen Gedichte. Seine Art, romantische Gedichte zu schreiben
unterscheidet ihn n¨
amlich grundlegend von anderen Romantikern. Seiner Ent-
wicklung gem¨
aß werde ich auch ein antiromantisches Werk sowie zwei seiner
politischen Gedichte behandeln.
2
Kurzbiographie Uhlands
Friedrich Ludwig Uhland wurde am 26.04.1787 in T¨
ubingen geboren. Er hatte
sich schon w¨
ahrend seines Jurastudiums sehr f¨
ur altdeutsche Literatur und
Volkspoesie interessiert und traf sich regelm¨
aßig mit Gleichgesinnten, um die-
ses Interesse zu vertiefen. Seit 1805 ver¨
offentlichte er sogar eigene Gedichte in
verschiedenen Zeitschriften, wobei er bevorzugt nordisch-ritterliche Themen
verwendete
1
. Zwei Jahre nach der Beendigung seines Studienganges promo-
vierte Uhland erfolgreich und arbeitete sp¨
ater in Stuttgart als Rechtsanwalt.
Seine lyrische Arbeit entfernte sich ab da immer mehr vom Romantischen und
nahm eher auf die regionale politische Lage bezug. 1819 wurde er als Abgeord-
neter im w¨
urttembergischen Landtag aufgenommen bis er 1829 eine Professur
f¨
ur deutsche Sprache und Literatur an der T¨
ubinger Universit¨
at erhielt. Um
jedoch seinen politischen Interessen ungehindert nachkommen zu k¨
onnen, legte
er diese Professur drei Jahre sp¨
ater wieder ab. Uhland starb mit 75 Jahren am
13.11.1862 in T¨
ubingen
2
.
1
Kollektiv f¨
ur Literaturgeschichte im volkseigenen Verlag Volk und Wissen. Leiter: Prof.
Dr. Kurt B¨
ottcher (Hg.): Romantik. Erl¨
auterungen zur deutschen Literatur, 3. Auflage,
Berlin 1977, S. 389.
2
Ebd., S. 400.
2
3
Hintergrund
3.1
Die beiden T¨
ubinger Kreise
Der erste T¨
ubinger Kreis entstand 1804 und markiert den Beginn der T¨
ubin-
ger Romantik. Seine Mitglieder waren unter anderen Ludwig Uhland, Justinus
Kerner und Karl Mayer
3
, zwischen den dreien entstand eine tiefe Freundschaft.
Zu der Zeit trafen sich auch andere literarisch interessierte Jura- und Medi-
zinstudenten bei Kerner im Studentenwohnheim, um sich gegenseitig Gedich-
te vorzulesen (auch eigene)
4
. Sie behandelten Aufs¨
atze ¨
uber Poesie, Satiren,
Volksb¨
ucher und -lieder, mittelhochdeutsche Dichtung und Werke von Goethe,
Tieck, Schlegel, Novalis und anderen. Diese Studenten verband vor allem die
Vorliebe f¨
ur altdeutsche und altert¨
umliche Literatur, sie waren begeistert vom
Mittelalter und von der schlichten, bodenst¨
andigen Sch¨
onheit ihrer Heimat.
Besonderes Interesse fand bei ihnen
"
Des Knaben Wunderhorn" von Arnim
und Brentano
5
.
Spontan wurde eine eigene Zeitung
"
Sonntagsblatt f¨
ur gebildete St¨
ande" ge-
gr¨
undet, welche von Januar bis M¨
arz 1807 erschien und zum Mittelpunkt der
schw¨
abischen Romantik wurde
6
. Da die Studenten kein Geld f¨
ur den Druck zur
Verf¨
ugung hatten, wurde die Zeitschrift handschriftlich angefertigt. Sie erschi-
en einmal pro Woche, n¨
amlich sonntags und hatte einige Interessenten, unter
ihnen sogar die eigenen Professoren. In diesem
"
Sonntagsblatt" ver¨
offentlichte
Uhland seine ersten lyrischen Gedichte und Balladen, worin er eine zeitlich
unbestimmte feudale Vorzeit behandelt
7
. Im
"
Musenalmanach f¨
ur das Jahr
1807", welcher von Leo Freiherr von Seckendorf herausgegeben wurde, waren
28 Gedichte von Uhland und auch f¨
unf von Kerner abgedruckt
8
. Die geistes-
wissenschaftlich wichtigsten Dokumente, die von Uhland ver¨
offentlicht wurden,
sind sein Aufsatz
"
¨
Uber das Romantische" (1807) und sein
"
Bruchst¨
uck aus
dem Niebelungenliede mit Beziehungen auf´s Ganze"
9
.
3
Froeschle, Hartmut: Ludwig Uhland und die Romantik. K¨
oln/Wien 1973, S. 19.
4
Hartmann, Andrea: Klavierlieder nach Gedichten von Ludwig Uhland und Justinus Ker-
ner. Ein Beitrag zum musikalischen Biedermeier am Beispiel von f¨
unf schw¨
abischen Kom-
ponisten, Frankfurt a. M./Bern/New York/Paris 1991, S. 11.
5
Froeschle, Hartmut: Ludwig Uhland und die Romantik, S. 20.
6
Zeller, Bernhard: Kerner, Uhland, M¨
orike. Schw¨
abische Dichtung im 19. Jahrhundert.
Marbach am Neckar 1980, S. 16.
7
Kollektiv f¨
ur Literaturgeschichte im volkseigenen Verlag Volk und Wissen: Romantik,
S. 389-401.
8
Zeller, Bernhard: Kerner, Uhland, M¨
orike, S. 13.
9
Froeschle, Hartmut: Ludwig Uhland und die Romantik, S. 21.
3
1807 l¨
oste sich dieser erste T¨
ubinger Kreis auf, weil seine Mitglieder das Stu-
dium beendet hatten oder auf Abschlussexamen lernen mussten.
Der zweite T¨
ubinger Kreis entstand 1807 nach der Aufl¨
osung des ersten. Als
n¨
amlich Gustav Schwab dort anfing zu studieren, sammelte auch er einen Kreis
literarisch interessierter Studenten um sich, und stellte dann den Kontakt zu
Uhland und Kerner her. Gemeinsam ver¨
offentlichten sie den
"
Poetischen Al-
manach f¨
ur das Jahr 1812", welcher Ende 1811 in Karlsruhe herauskam. Darin
befand sich fast ausschließlich Lyrik. Im Juni 1813 gab es letztmals eine gemein-
same Ver¨
offentlichung, auf die besonders Uhland großen Wert legte, n¨
amlich
den
"
Deutschen Dichterwald"
10
.
F¨
ur Uhlands dichterische T¨
atigkeit gibt es zwei Hauptperioden, die in den
folgenden Unterkapiteln n¨
aher beschrieben werden.
3.2
1805-1817
Im Jahr 1805 k¨
ampft Uhland ernsthaft um seine Selbstst¨
andigkeit. Seitdem
ver¨
offentlichte er lyrische Gedichte in verschiedenen Zeitschriften, deren Stoffe
vorzugsweise nordisch-ritterlicher Herkunft sind. Er ¨
ubernahm vor allem alt-
deutsche und volkst¨
umliche Stoffe und verb¨
urgerlichte sie in seiner Dichtung
11
.
Es entstehen eigenst¨
andige lyrische Texte wie
"
Die Kapelle",
"
Sch¨
afers Sonn-
tagslied" und andere, in denen es Uhland erstmals gelingt, eine pr¨
agnante,
verdichtende K¨
urze herzustellen. Die charakteristischen Themen und Motive
in diesem Jahr sind Klage und Verg¨
anglichkeitswehmut, der Tod, Natur und
Landschaft, Dichtung und Dichter. Es vereinigen sich zum Beispiel in
"
Der
K¨
onig auf dem Turme" das Naturbild, religi¨
oser Aufblick, Altersklage und
Todessehnsucht miteinander. Zu vielen Gedichten liefert die Mittelalter- und
Ritterromantik den Hintergrund, wobei Sagenmotive und auch die Religion
behandelt werden. Hierbei schl¨
agt Uhland ab und zu didaktische T¨
one an.
Die formalen Kennzeichen der Gedichte von 1805 zeichnen sich durch Uhlands
Bem¨
uhung um einfache Wortwahl und Knappheit des Ausdrucks aus sowie
der schlichten Gestaltung der Vers- und Strophenform. Uhland verwendet ge-
legentlich volksliedhafte Technik, verfasst h¨
aufig Rollenlieder und l¨
asst den
Leser oft im Unklaren dar¨
uber, ob es sich beim Text um eine Ballade oder um
10
Hartmann, Andrea: Klavierlieder nach Gedichten von Ludwig Uhland und Justinus Ker-
ner, S. 11-13.
11
R¨
osch, Hoffmann: Grundlagen, Stile, Gestalten der deutschen Literatur. Eine geschicht-
liche Darstellung, Frankfurt am Main 1972, S. 200.
4
ein lyrisches Gedicht handelt
12
.
Im Mai 1810 trat Uhland seine Reise nach Paris an, besuchte dort fast t¨
aglich
die Biblioth`
eque Nationale, wo er seinen wissenschaftlichen Studien nachging
13
.
In den n¨
achsten Jahren wendet sich Uhland zun¨
achst der Form des Sonetts
zu, behandelt dann Liebesdichtung und Traummotive und besch¨
aftigt sich ab
1811 mit dem Problem des Dichters und des Dichterischen. Das Jahr 1811 war
das fruchtbarste Jahr, was Uhlands lyrische Arbeit anbelangt, es entstanden
n¨
amlich 52 Gedichte, welche sich ¨
uberwiegend durch Ungezwungenheit im Aus-
druck und Satzbau und einfache, ¨
uberzeugende Bildlichkeit auszeichnen. Sie
erwecken den Eindruck, formal vollkommen zu sein, denn hier harmonisieren
Gehalt und Form miteinander
14
.
Im Folgenden versiegte Uhlands Lyrik immer mehr, er schreibt in den n¨
achsten
Jahren nur noch ein paar vaterl¨
andische Gedichte sowie wenige dichterisch
unbedeutende Lieder. Bis 1815 ¨
uberwiegt bei Uhlands lyrischer Produktion
die Balladendichtung, ein Jahr sp¨
ater dominierte dann die politische Dichtung.
Nach einer v¨
olligen Unterbrechung in Uhlands lyrischer T¨
atigkeit zwischen den
Jahren 1817 und 1818 entstanden bis 1833 nur noch wenige lyrische Nachz¨
ugler,
wobei es sich vorwiegend um Gelegenheitsdichtung handelte
15
.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Uhland im Zeitraum 1805-1817 eine
Anschaulichkeit erreicht hat wie kaum ein anderer. Er hat die klare Anschau-
ung irdischer Dinge mit einem Gef¨
uhl der Ahnung des Unendlichen versehen
und er bevorzugt das Schlichte, Einfache und Allgemeine vor dem Ungew¨
ohn-
lichen und Fernliegenden. So hat Uhland Lieder erschaffen, in denen sich die
allgemeinen Gef¨
uhle des Volkes wiederspiegeln. Darin bevorzugt er als seine Ur-
landschaft das bewaltete Mittelgebirge, von einer Bergeskuppe blickend ¨
uber
H¨
ugel, T¨
aler und Ebenen, wobei sich das Geschehen oft nachts und morgens
abspielt. Wenn er in seinen Gedichten Tiere oder Pflanzen verwendet, dann
zieht er V¨
ogel (wie Lerche, Nachtigall, Amsel, Drossel, Dohle, Habicht oder
Hahn) anderen Tieren vor und bevorzugt bei Blumen Veilchen und Rosen und
bei B¨
aumen Linde, Tanne, Birke und Apfelbaum
16
.
Zu einigen Gedichten liefern die Mittelalter- und Ritterromantik den Hinter-
grund, in manchen lassen sich heitere oder auch schwerm¨
utige Z¨
uge erkennen.
12
Froeschle, Hartmut: Ludwig Uhland und die Romantik, S. 63.
13
Zeller, Bernhard: Kerner, Uhland, M¨
orike, S. 39.
14
Froeschle, Hartmut: Ludwig Uhland und die Romantik, S. 66f.
15
Ebd., S. 68ff.
16
Ebd., S. 71f.
5
3.3
1829-1834
Im Herbst 1829 sch¨
opfte Uhland neue Kraft und fing wieder an zu dichten.
Zu dieser Zeit sind seine Gedichte ¨
uberzeitlich und ¨
ubernational, außerdem
verwendet er mehr Symbole als fr¨
uher. So wird die Bildlichkeit seiner Gedichte
vieldeutiger und farbenreicher. Es geht ihm nicht mehr um die anschauliche
Darstellung von geschichtlichen Ereignissen und Personen oder um die objek-
tive Beschreibung der mittelalterlichen Welt, sondern eher um die subjektive
Gestaltung menschlicher Gef¨
uhle
17
. Seine individuellen Empfindungen wollte
er aber nicht vorbringen, da er der Meinung war, dass diese dem Volk abge-
wandt seien
18
.
4
Gedichtauswahl
4.1
"
Die Kapelle"
4.1.1
Hintergrund und Entstehung
Den Hintergrund dieses Gedichtes bildet der Wurmlinger Kapellenberg, wel-
cher am Ende des Ammerberges westlich von T¨
ubingen liegt und damals ein
beliebtes Motiv der schw¨
abischen Dichter war
19
. Wenn abends die Sonne un-
terging, so schien es, als ragte der Berg inselartig aus einem Meer heraus und
man konnte von der Kapelle aus in die Ferne sehen
20
und die Gedanken unter
dem Einfluss dieses ergreifenden Eindrucks schweifen lassen.
Entstanden ist
"
Die Kapelle" am 21.09.1805 in dem Jahr, in dem Uhland seine
Selbstst¨
andigkeit fand und ist somit eines seiner ersten pr¨
agnanten Gedichte,
in denen er sich im Gegensatz zu seinen Balladen erstmals inhaltlich wie formal
kurz fasste
21
.
17
Froeschle, Hartmut: Ludwig Uhland und die Romantik, S. 93-101.
18
Salzer, Anselm und Tunk, Eduard von: Geschichte der deutschen Literatur in drei
B¨
anden, Bd. 2: Von der Klassik bis zum Naturalismus, Z¨
urich 1972, S. 296.
19
Uhland, Ludwig: Gedichte, Dramen, Versepik und Prosa. Hg. von Hans-R¨
udiger Schwab,
T¨
ubingen 1996, S. 464.
20
Paulus, Eduard: Ludwig Uhland und seine Heimat T¨
ubingen. Eine Studie von Eduard
Paulus, Berlin 1869, S. 33.
21
Froeschle, Hartmut: Ludwig Uhland und die Romantik, S. 61.
6
4.1.2
Formale Aspekte
Dieses Volkslied besteht aus 3 Quartetten, damit ist die Strophenzahl knapp
und gut ¨
uberschaubar. Es wird hier ein vierhebiger Troch¨
aus mit reinem Kreuz-
reim verwendet, außerdem wechseln sich weibliche und m¨
annliche Kadenzen
ab. Durch nat¨
urliches Lesen des Gedichts l¨
asst sich erkennen, dass Rhythmus
und Metrum miteinander ¨
ubereinstimmen, was typisch f¨
ur Volkslieder ist. Die
Wahl des Troch¨
aus als fallendem Metrum unterstreicht hier die Todesthematik
wirkungsvoll.
4.1.3
Interpretation
Im ersten Quartett wird der Kontrast zwischen
"
oben" und
"
unten" durch die
Gegen¨
uberstellung der g¨
ottlichen Welt (V. 1:
"
Droben")
22
und der menschli-
chen (V. 3:
"
Drunten") verdeutlicht und anhand dessen die gegenw¨
artige Situa-
tion beschrieben. Die personifizierte Kapelle, welche beschaulich vom Berg her-
abblickt, soll wohl Gott symbolisieren so wie der Hirtenknabe all die Menschen
im Tal verk¨
orpert, welche ihrer geregelten T¨
atigkeit nachgehen. Die Kapelle
als Haus Gottes ist jedoch ein Werk des Menschen, der sie, um eine Ann¨
ahe-
rung an das Himmelreich und damit an Gott zu erwirken, auf einem erh¨
ohten
Standpunkt erbaute. Wie das Vieh und die Quelle des Lebens befindet sich der
gemeine Mensch unterhalb des Berges im Tal, wo das harmonische Leben im
Einklang mit der Natur seinen Lauf nimmt. Der Punkt am Ende der zweiten
Verszeile trennt nicht nur inhaltlich sondern auch formal diese beiden Welten
und das Enjambement nach
"
Quelle" best¨
arkt den Eindruck des best¨
andig
fortfließenden Lebens. Somit wird formal als auch inhaltlich der antithetische
Aufbau des Gedichtes schon in der ersten Strophe deutlich.
Die einerseits beruhigende (V. 2:
"
Schauet still") und andererseits lebhafte
Wortwahl (V. 3-4:
"
singt",
"
Quelle",
"
froh",
"
hell") vermittelt dem Leser ein
positives Bild der beschriebenen Umgebung, in der alles seine Ordnung hat.
Diese in den ersten vier Verszeilen erzeugte Harmonie wird durch das erste
Wort der zweiten Strophe (
"
Traurig") getr¨
ubt und sofort entsteht eine ge-
dr¨
uckte Stimmung. Anfangs war es auf dem Berg beruhigend still w¨
ahrend im
Tal fr¨
ohlich gesungen wurde und nun kehrt sich die Situation um, indem es
unten unangenehm ruhig wird und oben Gesang und Glocke erklingen, aller-
22
Versangaben zitiert nach: Ludwig Uhland: Die Kapelle. In: Gedichte der Romantik, hg.
von Wolfgang Fr¨
uhwald, Stuttgart 1984, S. 291.
7
dings nicht fr¨
ohlich, sondern
"
Schauerlich" (V. 6), damit kommt hier der To-
desgedanke ins Spiel. Das Semikolon nach Vers sechs trennt jetzt diese bei-
den Welten nicht mehr ganz so stark wie der Punkt nach dem zweiten Vers,
der Tod r¨
uckt somit n¨
aher an den Menschen heran, welcher diesem ¨
angstlich
entgegenblickt (V. 7 und 8:
"
Stille",
"
lauscht empor"). Diese Todesthematik
steigert sich noch im dritten Quartett, in dem die Funktion des
"
Droben" ex-
plizit benannt wird. Dort, in der N¨
ahe Gottes sollen n¨
amlich die toten K¨
orper
eines jeden begraben werden, um sich nie mehr des irdischen Lebens erfreuen
zu k¨
onnen. Es wird in dieser Strophe ¨
uberindividuell gesprochen (V. 9 und
12:
"
man"), denn der von Gott gesandte Tod hat die Macht ¨
uber jeden und
stellt eine unausweichliche Bedrohung f¨
ur den Einzelnen dar, was jedoch nicht
dramatisiert wird. Der Gesang im letzten Vers l¨
asst n¨
amlich trotz des melan-
cholischen Schlussgedankens des Dichters eine tr¨
ostende, religi¨
ose Perspektive
offen und so endet das Gedicht zwar nicht ganz so fr¨
ohlich, wie es angefangen
hat, aber dennoch harmonisch.
4.2
"
Sch¨
afers Sonntagslied"
4.2.1
Hintergrund und Entstehung
Genauso wie das Gedicht
"
Die Kapelle" ist
"
Sch¨
afers Sonntagslied" auch eines
jener Gedichte, die im Jahr 1805 entstanden sind
23
. Hier wird deutlich, dass
Uhland auch dieses Gedicht f¨
ur das Volk geschrieben hat, denn er w¨
ahlt eine
klare und f¨
ur die Allgemeinheit gut verst¨
andliche Sprache sowie ein Thema,
welches einen Großteil der Bev¨
olkerung anspricht, n¨
amlich den Glauben. Im
Besonderen wird hier das Verh¨
altnis Uhlands zur Natur und zum Unendlichen
verdeutlicht.
4.2.2
Formale Aspekte
Das Gedicht besteht aus drei Quartetten. Es ist durchgehend im Jambus ge-
schrieben, wobei jeweils der erste und der letzte Vers jeder Strophe drei Hebun-
gen aufweisen und die jeweils mittleren Verse vier Hebungen. Dazu passt auch
das Reimschema, Uhland verwendet hier n¨
amlich den umarmenden Reim. Au-
ßerdem hat er ausschließlich m¨
annliche Kadenzen gew¨
ahlt, was die Bestimmt-
heit und Entschlossenheit im Gedicht betont. Es handelt sich hier um ein
23
Paulus, Eduard: Ludwig Uhland und seine Heimat T¨
ubingen, S. 50.
8
Volkslied aufgrund der ¨
Uberschaubarkeit und der guten M¨
oglichkeit zur musi-
kalischen Umsetzung.
4.2.3
Interpretation
Die erste Strophe klingt sehr positiv, denn sie beginnt und endet mit einem
freudigen Ausruf. Der Wochentag
"
Sonntag" ist ein sch¨
oner Tag, denn an
diesem Tag kann jeder seinen eigenen Interessen nachgehen und muss nicht
arbeiten. Diesen Tag widmet Uhland wohl aus Dankbarkeit dem Herrn. Als
Tageszeit w¨
ahlt er den Morgen aus, an dem noch alles frisch ist und womit
der Tag beginnt. In der ersten Strophe wird die Situation des Sch¨
afers geschil-
dert, der entfernt vom menschlichen Treiben und somit ungest¨
ort die Natur
auf sich wirken lassen kann. Die Einsamkeit auf
"
weiter Flur" (V. 2)
24
und die
"
Stille nah und fern" (V. 4) wecken hier das positive Gef¨
uhl der romantischen
Unendlichkeit. Die
"
Morgenglocke" (V. 3), welche kurz zu h¨
oren ist stellt den
Bezug zu Gott und der Religion dar. Der Hirte erinnert sich somit, dass er die-
se Idylle nur durch Gott erleben darf und kehrt am Ende der ersten Strophe
in sich. Der Ausdruck
"
nah und fern" (V. 4) spiegelt hier die allgegenw¨
artige
und unfassbare Unendlichkeit wieder.
In der zweiten Strophe konzentriert sich Uhland auf die Gef¨
uhle des Hirten,
was man einerseits an der Syn¨
asthesie
"
s¨
ußen Graun" in Vers sechs und ande-
rerseits an der imagin¨
aren Vorstellung des Sch¨
afers in den folgenden zwei Zeilen
festmachen kann. Durch das
"
Anbetend knie ich hier" (V. 5) wird der Reli-
gionsbezug hergestellt, der Hirte besitzt die (Volks-)Tugend der Fr¨
ommigkeit.
Jedoch steht seine Individualit¨
at nicht im Vordergrund sondern die Gemein-
schaft, die durch die Religiosit¨
at vereint wird. Das wird dadurch deutlich, dass
sich der Hirte noch viele andere Menschen vorstellt (V. 7:
"
Als knieten viele
ungesehn"), die mit ihm dasselbe tun, n¨
amlich beten.
In der dritten Strophe scheint sich der Hirte gedanklich vom Irdischen zu tren-
nen um sich dem Unendlichen und somit Gott zu n¨
ahern, was seine Vision
vom sich ¨
offnenden Himmel best¨
atigt. Das Wort
"
So" im elften Vers wirkt
verst¨
arkend auf das Gef¨
uhl der Unendlichkeitssehnsucht hier im religi¨
osen Sinn.
Dass Gott sich zeigt k¨
onnte gerade an jenem Tag passieren, der dem Herrn ge-
widmet ist, einem Sonntag. Die Religionsgemeinschaft der Kirche wird durch
das sonnt¨
agliche Gebet vereint. Um das Gedicht mit einem positiven Klang
24
Versangaben zitiert nach: Ludwig Uhland: Sch¨
afers Sonntagslied. In: Gedichte der Ro-
mantik, S. 293
9
abzurunden w¨
ahlt Uhland die Worte
"
klar und feierlich" (V. 10). Die erste und
die letzte Zeile in diesem Gedicht k¨
onnen als Rahmen angesehen werden. Die
Natur ist Schauplatz und Ausgangsort von romantischer Sehnsucht nach der
Unendlichkeit und nach romantischer Religiosit¨
at. Das charakteristische Merk-
mal besteht im Erlebnis dieser Natur. Uhland verwendet hier das Gedanken-
und Empfindungsgut des einfachen Menschen, der das, was er erkennt klar for-
mulieren kann. Das einzig Wahre ist hier nicht die vom individuellen Dichter
produzierte poetische Welt sondern die Sch¨
opfungen des Volksgeistes. Uhland
definiert das Romantische als eine Ahnung vom Unendlichen. F¨
ur ihn ist zwar
das Christentum ein wichtiges romantisches Ph¨
anomen, nicht aber die Mutter
der Romantik. Zitat:
"
Die Romantik ist nicht bloß ein phantastischer Wahn
des Mittelalters; sie ist hohe, ewige Poesie, die im Bilde darstellt, was Worte
d¨
urftig oder nimmer aussprechen; [...]"
25
4.2.4
Im Vergleich zu
"
Die Kapelle"
Im formalen Aufbau sind sich
"
Sch¨
afers Sonntagslied" und
"
Die Kapelle" recht
¨
ahnlich, beide lassen sich den Volksliedern zuordnen. Inhaltlich unterscheiden
sie sich insofern, dass die antithetische Struktur in
"
Die Kapelle" so nicht in
"
Sch¨
afers Sonntagslied" gefunden werden kann. Die deutliche Antithese Leben-
Tod bzw. Mensch-Gott wird in
"
Sch¨
afers Sonntagslied" mehr vereint als ent-
gegengesetzt. Durch diese Vereinigung bringt Uhland hier das Motiv der Un-
endlichkeit ins Spiel, welches sich widerum im Gedicht
"
Die Kapelle" weniger
deutlich finden l¨
asst.
4.3
"Des Knaben Berglied"
4.3.1
Entstehung und Form
"
Des Knaben Berglied" entstand am 29.06.1806, also wie die zwei vorhergehen-
den Gedichte zur Zeit des ersten T¨
ubinger Kreises. Dieses Gedicht ist wiederum
Uhlands Volksliedern zuzuordnen. In den f¨
unf Quintetten wird ein vierhebiger
Jambus verwendet bis auf jeweils den letzten Vers jeder Strophe, der immer
gleich ist und nur drei Hebungen aufweist und so als Refrain gesehen werden
kann.
25
Ludwig Uhland: ¨
Uber das Romantische. In: Zeller, Bernhard: Kerner, Uhland, M¨
orike.
Schw¨
abische Dichtung im 19. Jahrhundert. Marbach am Neckar 1980, S. 19.
10
4.3.2
¨
Uberblick und Interpretation
In diesem Gedicht beschreibt Uhland eine hohe Lebens-Intensit¨
at durch das
Naturerlebnis auf einem Berg. Es beginnt in der ersten Strophe damit, dass zu
aller erst der
"
Berg" hervorgehoben wird durch die Inversion
"
Ich bin vom Berg
der Hirtenknab´"
26
(V. 1) anstatt
"
Ich bin der (Hirten-)Knab´ vom Berg(e)",
um es mit der letzten Zeile jeder Strophe zu vergleichen. In dieser ersten Stro-
phe ist der Blick von oben nach unten von Interesse, die Gef¨
uhle werden da-
durch intensiver erlebt, denn wer von oben blickt, genießt besondere Vorz¨
uge
(V. 3:
"
Die Sonne strahlt am ersten hier..."). Sogar die
"
Schl¨
osser", in denen
sich die gesellschaftliche Oberschicht aufh¨
alt, befinden sich unterhalb des von
der Natur geschaffenen Berges. Uhland f¨
ahrt mit dem traditionellen Bild des
Lebens fort, indem er anfangs der zweiten Strophe die Quelle (V. 6:
"
Stromes
Mutterhaus") nennt, n¨
amlich den Ursprung eines lebendig und schnell fließen-
den Fl¨
usschens, welches im Tal zum Strom wird und sich dann beruhigt. Der
Hirtenknabe steht noch am Anfang des Lebens und begeistert sich ¨
uber das
belebte Treiben der Natur.
In der ersten Zeile der dritten Strophe wird der Besitzanspruch an dem, was
das spr¨
uhende Leben verdeutlicht (dem Berg) explizit ausgedr¨
uckt (
"
mein Ei-
gentum"). Somit h¨
alt der Knabe am sch¨
onen, intensiven Dasein fest und hat
jetzt noch nicht die Absicht, davon abzulassen. Die bisher aufgebaute Natur-
Idylle wird durch eine aufkommende Gefahr, n¨
amlich durch die St¨
urme etwas
eingegrenzt doch sie wird von der fr¨
ohlichen Unbeschwertheit des Hirtenkna-
ben gebannt, denn sein Gesang ¨
ubert¨
ont das Brausen des Wetters (V. 14:
"
So
¨
uberschallt sie doch mein Lied"). Dennoch wird die Bedrohung gr¨
oßer, als
Donner und sogar Blitz auftauchen, welche sich aber unterhalb des Knaben
befinden (V. 16). Er steht
"
hoch im Blauen hier" (V. 17), was seine N¨
ahe zu
Gott darstellen soll aber auch gleichzeitig die N¨
ahe zum Tod andeuten k¨
onnte.
Obwohl sich der Hirtenknabe auf dem Berg sicher vor dem Unwetter f¨
uhlt,
sorgt er sich dennoch um geliebte Personen im Tal (V. 19), denen Blitz und
Donner durchaus Schaden zuf¨
ugen k¨
onnten. Er
"
kennt sie" (V. 18), die Gefahr,
die des
"
Vaters Haus" (V. 19) aber vielleicht auch das Vaterland bedroht.
In der letzten Strophe spitzt sich die Bedrohlichkeit durch das Feuer auf dem
Berg und die erschallende Sturmglocke zu, demnach muss der Knabe nach
unten ins Tal steigen, um der Gefahr zu entkommen. Indem er ins
"
Glied" (V.
26
Versangaben zitiert nach: Ludwig Uhland: Des Knaben Berglied. In: Gedichte der Ro-
mantik, S. 294.
11
23) tritt, ordnet er sich in die Gemeinschaft ein und erf¨
ullt hier seine Aufgabe
im Kampf (V. 24
"
schwing mein Schwert").
4.4
"
Glosse. 1. Der Rezensent"
In Uhlands 1815 entstandenem Gedicht
"
Glosse" ist im Gegensatz zu seinen
fr¨
uheren Werken die Anti-Romantik deutlich vertreten. Als erstes beachte man
die Wortwahl der ¨
Uberschrift
"
Glosse" und der Unter¨
uberschrift
"
1. Der Rezen-
sent". Im Allgemeinen bedeutet
"
Glosse" ein erkl¨
arungsbed¨
urftiger Ausdruck
oder eine sp¨
ottische Randbemerkung, beides passt hier. Denn Uhland greift
ein Quartett von Tieck aus
"
Liebe" (entstanden 1803) auf, um es in einem
sp¨
ottischen Ton zu erkl¨
aren. 1803 hat auch Tieck selbst diese vier Verszeilen
glossiert
27
. Uhland bezeichnet sich hier als
"
Rezensent", also als jemanden,
der ein literarisches Produkt kritisch behandelt oder als jemanden, der eine
Grundlage zur Richtigstellung eines Textes liefert.
Das Gedicht ist durchgehend im Troch¨
aus geschrieben und besteht aus vier
Strophen zu je zehn Versen und einem romantischen Quartett von Tieck, wel-
ches den Anfang der
"
Glosse" bildet. Uhland w¨
ahlt somit die typische Roman-
tik als Motto dieses Gedichts. Er behandelt jeden einzelnen Vers davon in den
folgenden vier Strophen und setzt ihn jeweils als letzte Zeile jeder Strophe ein.
Uhland widmet dieses Gedicht scheinbar seiner Geliebten, die ihn darum gebe-
ten hat, das Thema Romantik zu
"
glossieren"
28
(V. 2), was in der ersten Zeile
der ersten Strophe deutlich wird (
"
Sch¨
onste! Du hast mir befohlen"). Eigent-
lich sieht er keinen Sinn darin und findet, dass es vergeudete Zeit sei, dieses
Thema anzugehen. Weil er jedoch durch die Geliebte die Liebe erfahren darf,
traut er sich einiges zu, zum Beispiel:
"
selbst die Logik zu verh¨
ohnen" (V. 7).
Am Ende der ersten Strophe tut er Tiecks Vers
"
S¨
uße Liebe denkt in T¨
onen als
"
Unsinn" ab (V. 9). Um sich dem weichen Klang der Romantik zu bedienen,
benutzt Uhland in dieser Strophe ausschließlich weibliche Kadenzen.
Am Beginn der zweiten Strophe will Uhland deutlich machen, dass er sich
garantiert nicht unwissend dar¨
uber lustig macht. Es scheint ihm gar nicht
m¨
oglich zu sein, sich damit sinnvoll und mit einem guten Ergebnis auseinander
zu setzen, da es sich um ein unl¨
osbares (V. 15:
"
gordisches") Problem handelt.
Deshalb besch¨
aftigt er sich nur ungern damit, denn da ihm das Thema
"
Ro-
27
http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl
28
Versangaben zitiert nach: Ludwig Uhland: Glosse. In: Gedichte der Romantik, S. 297.
12
mantik" nicht zug¨
anglich ist, bleibt ihm somit auch Tiecks Gedicht fremd. Er
tut jedoch der Geliebten den Gefallen, obwohl er nicht weiß, wie er es anpacken
soll, denn was ihr Freude macht, ist auch f¨
ur ihn eine Freude (V. 16 und 17). In
den letzten zwei bis drei Versen dieser Strophe macht er nochmals deutlich, was
f¨
ur eine Qual er dabei empfindet, sich mit dem Thema Romantik auseinander
setzen zu m¨
ussen.
Die n¨
achste Strophe beginnt mit Befehlen, die darauf gerichtet sind, keine un-
verst¨
andlichen, fremdl¨
andischen und individuellen lyrischen Gedichte zu ver-
fassen, sondern formal korrekte, ¨
uberindividuelle Werke zu schaffen (V. 25:
"
sapph´schen Ode!"). Uhland verwendet hier extra viele Ausdr¨
ucke, die f¨
ur
den einfachen Menschen schwer verst¨
andlich sind, es ist also anzunehmen, dass
er sich hier an die Dichter der Romantik wendet oder speziell an Tieck. Die
Mittel, die in der romantischen Lyrik angewendet werden, wirken f¨
ur ihn un-
nat¨
urlich, ¨
uberheblich und geziert. In den letzten drei bis vier Versen macht
sich Uhland ¨
uber die romantische M¨
annlichkeit lustig (V. 27:
"
s¨
ußen Herrn"),
dann ¨
uber die ¨
ubertrieben verniedlichte Sprache, wobei er zunehmend Enjam-
bements verwendet.
Am Anfang der vierten Strophe widerspricht Uhland ganz deutlich dem dritten
Vers von Tieck, also dem direkt vorhergehenden im Gedicht. Denn er schreibt,
dass die Romantik eben nicht, wie Tieck meint, sich der Musik bedient, sondern
nur veraltetet (V. 33:
"
antiker") lyrischer Regelhaftigkeit. Es scheint alles mit
Gewalt (V. 36:
"
Hammerschlag und Dr¨
ohnen") erzwungen zu sein, der Inhalt
wird in eine Form gepresst, denn einen Reigen
"
stampft" man zum Beispiel
nicht (V. 34). Am Ende beschuldigt Uhland die Romantiker der L¨
uge. Denn
mit den Mitteln der Romantik kann man Dinge vom Schlechten zum Guten
drehen und somit die Wahrheit verleugnen (V. 39-40).
4.5
"
Das alte, gute Recht"
Dieses Gedicht besteht aus elf Strophen mit jeweils vier Versen und wurde im
Kreuzreim geschrieben. Vierhebiger und dreihebiger Jambus wechseln sich ab,
wobei Uhland hier ausschließlich m¨
annliche Kadenzen verwendet.
"
Das alte, gute Recht" handelt davon, wie notwendig allgemeing¨
ultige Regeln
zur Ordnung f¨
ur das Wohlergehen einer Gemeinschaft sind.
Die erste und letzte Strophe bilden den Rahmen des Gedichtes, sie bestehen
aus fast demselben Wortlaut und geben sinngem¨
aß dasselbe wieder. Anhand
13
des jeweils dritten Verses (
"
Da soll" und
"
Soll stets")
29
l¨
asst sich erkennen,
dass hierin ein einziger Wunschgedanke steckt, n¨
amlich dass jedem
"
W¨
urt-
temberger" in jeder Situation bewusst sein soll, was
"
Recht" f¨
ur ihn und sein
Land bedeutet. S¨
amtliche positiven Auswirkungen auf verschiedene Aspekte
des Lebens werden dann innerhalb dieses Rahmens beschrieben.
Zuerst entsteht eine Parallelit¨
at zwischen dem Wein und dem Recht dadurch,
dass beides alt und gut ist (V. 1 und 4). Wenn aus einem Wein ein guter Wein
werden soll, dann muss er ein paar Jahre reifen und mit dem Recht scheint es
genauso zu sein. Deshalb soll der
"
W¨
urttemberger" sich diesem Recht immer
bewusst sein und es in seinen Gedanken immer an erster Stelle stehen haben,
auch, wenn er schon angetrunken ist:
V. 3-4:
"
Da soll der erste Trinkspruch sein:
Das alte, gute Recht!"
Warum dieses Recht derart geachtet werden soll, verraten die folgenden Stro-
phen. In der zweiten wird zum Beispiel betont, dass es jeden Menschen besch¨
utzt,
egal ob er arm oder reich, m¨
achtig oder machtlos ist:
V. 5 und 8:
"
Das Recht, das unsres F¨
ursten Haus [...]
Der Armut H¨
utten sch¨
utzt."
So werden hier der F¨
urst und das Volk als Ungleiche gegen¨
ubergestellt und
trotzdem als Gleiche behandelt. Um sie zu sch¨
utzen und die Ordnung aufrecht
zu erhalten ist das Recht also notwendig. Es gibt der Gemeinschaft auch allge-
meing¨
ultige Regeln, n¨
amlich Gesetze, durch die ein harmonisches Zusammen-
leben gesichert werden soll. Niemand muss sich vor Gesetzesbrechern f¨
urchten,
da diese gerecht bestraft werden, denn keiner kann sich den vom Recht gegebe-
nen Gesetzen entziehen (V. 10:
"
Das keine Willk¨
ur bricht"). Die Wortwahl in
dieser Strophe ist sehr positiv (
"
gibt",
"
offene",
"
liebt",
"
giltig") und vermittelt
dem Leser ein angenehmes Gef¨
uhl von Sicherheit, Ordnung und Gerechtigkeit,
was durch das Enjambement von Vers elf nach Vers zw¨
olf noch unterst¨
utzt
wird.
Die vierte Strophe erl¨
autert, dass das Recht dem Volk m¨
oglichst wenig Steuern
nimmt, um damit das Land so effektiv wie m¨
oglich zu versorgen:
29
Versangaben zitiert nach: Ludwig Uhland: Das alte, gute Recht. In: Ludwig Uhland.
Gedichte, hg. von Peter von Matt, Stuttgart 1974, S. 53.
14
V. 13 und 16:
"
Das Recht, das m¨
aßig Steuern schreibt, [...]
Und kargt mit unsrem Schweiß."
Außerdem versucht es, seine Landsleute zu schonen und nicht zu ¨
uberfordern.
In dieser Strophe f¨
allt die Personifizierung des Rechts besonders auf, da es hier
aktiv handelt (es schreibt Steuern, es rechnet, es bleibt sitzen, es kargt).
In der n¨
achsten Strophe wird betont, dass auch die Kirche (V. 17:
"
heil´ges Kir-
chengut") als wichtiges Element der Gemeinschaft bewacht wird und Forschung
und Fortschritt mit aller Kraft angetrieben werden (V. 17-20). Dann wird die
Unabh¨
angigkeit der B¨
urger betont, sie bekommen n¨
amlich die M¨
oglichkeit, ihr
Eigentum und damit auch ihren F¨
ursten und ihr Land mit Waffengewalt zu
verteidigen und somit zu sch¨
utzen:
V. 21, 22 und 24:
"
Das Recht, das jedem freien Mann
Die Waffen gibt zur Hand, [...]
Den F¨
ursten und das Land."
In der siebten Strophe spricht Uhland nochmals die Willensfreiheit eines jeden
B¨
urgers an, welche durch das Recht gegeben ist. Damit wird betont, dass keiner
unterdr¨
uckt, gefangen gehalten oder zu irgendetwas gezwungen wird.
V. 25 und 26:
"
Das Recht, das jedem offen l¨
asst
Den Zug in alle Welt,"
Auch wenn es jedem frei steht, in fremde L¨
ander zu ziehen, so wird der Mensch
durch die Liebe zum Recht doch immer an seinen Ursprung erinnert (V. 27 und
28). Diese Liebe wird auch in der folgenden Strophe hervorgehoben und be-
gr¨
undet. Da das Recht sich schon sehr lange (V. 30:
"
Jahrhunderte") bew¨
ahrt
hat, kann es sogar mit Religion (V. 31:
"
wie sein Christentum") verglichen
werden.
Die neunte Strophe dieses Gedichtes ist diejenige, bei der mir die Interpretati-
on am schwersten fiel. Sie will dem Leser wohl sagen, dass der Mensch ohne das
Recht kaum noch etwas wert ist. Wenn n¨
amlich das Recht in einer
"
schlimmen
Zeit" (V. 33) verlorengeht, kann man sich sozusagen mit ihm begraben lassen.
Der Vers 34:
"
Lebendig uns begrub" ruft ein recht unangenehmes Gef¨
uhl beim
Leser im Zusammenhang mit dem verlorengegangenen Recht hervor. Lebendig
begraben zu werden weckt eine Vorstellung von enger Dunkelheit und Bewe-
gungslosigkeit, was bei den meisten Menschen Furcht verursacht. Somit bilden
15
diese beiden Verse den Tiefpunkt des Gedichtes, denn schon der dritte Vers
dieser Strophe strahlt wieder Optimismus aus. Zerst¨
oren ließ sich das Recht
n¨
amlich nicht und k¨
ampft sich mit neuer Kraft (V. 35:
"
neuer Regsamkeit") an
die Oberfl¨
ache. Realistisch gesehen wurde es zu diesem Zeitpunkt wohl wieder
neu eingef¨
uhrt.
Der Ausruf
"
Ja!" (V. 37) und die folgenden Verse dr¨
ucken große Begeisterung
aus, die durch die Vorstellung entsteht, dass dieses Recht Generationen ¨
uber-
lebt und auch den Nachfahren den rechten Weg weisen wird. Dieser Wunsch-
gedanke wird durch den Imperativ in V. 38 mit
"
Besteh", in V. 39 mit
"
sei"
und auch durch das Ausrufezeichen am Ende der Strophe verdeutlicht. Wenn
dieser dringende Wunsch in Erf¨
ullung ginge, m¨
usste man sich keine Sorgen
mehr ¨
uber die Zukunft machen und k¨
onnte beruhigt die eigene Sterblichkeit
hinnehmen. Eigentlich ist diese recht begeistert geschriebene Strophe die letzte
des Gedichtes, denn es folgt jetzt nur noch eine leicht abge¨
anderte Kopie der
ersten Strophe, welche einen Teil des oben beschriebenden Rahmens darstellt.
In dem Gedicht
"
Das alte, gute Recht" wird das Recht stark personifiziert und
greift aktiv in alle m¨
oglichen menschlichen Angelegenheiten ein. In der Realit¨
at
wird es aber erst durch den Menschen existent und ist von ihm abh¨
angig.
Hier scheint es fast so, als h¨
atte das Recht die ¨
Uberhand und erinnert somit
sehr an Gott. Deshalb ¨
außert sich in der ersten und letzten Strophe auch der
Wunschgedanke, dass dieses
"
alte, gute Recht" ¨
ahnlich wie
"
der liebe Gott" in
jedermanns Bewusstsein fest verankert sein soll, sogar noch im angetrunkenen
Zustand (V. 2:
"
zecht").
4.6
"
W¨
urttemberg"
Dieses Gedicht entstand am 01.09.1816 und besteht aus 10 Quartetten, wobei
¨
ahnlich wie bei
"
Das gute, alte Recht" die erste und letzte Strophe als Rahmen
angesehen werden k¨
onnen, weil nur hier jeweils gerfagt wird, was dem Land
W¨
urttemberg wohl fehlen k¨
onne. Das Gedicht ist mit dreihebigem Jambus im
Kreuzreim geschrieben und Uhland l¨
asst die Kadenzen durchgehend alternie-
ren, wobei er mit einer weiblichen beginnt. Damit gibt er
"
W¨
urttemberg" einen
fl¨
ussigen Charakter.
16
Die erste Strophe dr¨
uckt Besorgnis wegen einem Mangel des
"
Vaterlandes" (V.
2)
30
aus, der aber jetzt noch nicht n¨
aher bestimmt wird. Dies zeigt die Frage
in den ersten beiden Versen. Da dieses Vaterland reich und bekannt ist (V.
3 und 4), scheint es unvorstellbar, dass es etwas gibt, was dieses Land nicht
besitzt. Die Verallemeinerung
"
man" (V. 5 und 8) in der zweiten Strophe weist
darauf hin, dass hier nicht nur einer spricht, sondern viele. Das Vaterland gilt
allgemein als Heiligtum und wird wie ein Element der Religion behandelt,
denn es wird in Vers sechs mit dem Paradies verglichen und in Vers acht sogar
"
selig" gepriesen. Es scheint jedoch trotzdem unzufrieden zu sein, was die Frage
"
Was kannst du mehr erwarten, [...]" (V. 7) vermuten l¨
asst. Die Menschen
wissen druch Erfahrung und Erz¨
ahlungen (V. 9), dass sich W¨
urttemberg nicht
zerst¨
oren oder besch¨
adigen l¨
asst, materiell sowie auch ideell.
In den n¨
achsten sechs Strophen kommt zur Geltung, dass das Land sein Volk
mit allem versorgt, was es zum Leben braucht. Die Natur spendet Mensch und
Tier reichlich, fast unendlich (V. 14:
"
wie ein Meer" und V. 16:
"
von tausend
H¨
ugeln her") viele Fr¨
uchte und Getr¨
ank und auch an tierischer Nahrung fehlt
es nicht. In der sechsten Strophe werden Nutztiere angesprochen, wie Schafe
f¨
ur Kleidung (V. 21:
"
Wollenherde"), Pferde als Reittiere (V. 23) und Rinder,
die entweder Milch geben oder dem Bauern vor dem Pflug dienen k¨
onnen (V.
24). Das Land besitzt sogar Wertgegenst¨
ande, denen auch Menschen anderer
Regionen Achtung schenken, wie gutes Holz f¨
ur den Hausbau (V. 26) oder das
Edelmetall Gold, aus dem Schmuck und W¨
ahrung hergestellt werden k¨
onnen.
Die Frauen W¨
urttembergs besitzen alle damals wichtigen Tugenden und auch
die Fruchtbarkeit des Landes vergeht nie (Strophe 8). Den M¨
annern werden
sogar vier Zeilen gewidmet, auch sie sind mit beachtenswerden Eigenschaften
ausgestattet.
Die letzte Strophe fasst die wichtigsten Gaben W¨
urttembergs an sein Volk
zusammen, n¨
amlich Essen und Trinken (V. 37:
"
Korn" und
"
Wein"). Hier
wird die Frage der ersten Strophe nochmals aufgegriffen um sie dann im letzen
Vers zu beantworten.
¨
Ahnlich wie das Recht in
"
Das alte, gute Recht" wird das Vaterland W¨
urttem-
berg personifiziert. Das wird durch das st¨
andige Ansprechen des Landes deut-
lich. Es handelt aber nicht aktiv wie es bei
"
Das alte, gute Recht" geschieht.
Trotzdem gibt es seinem Volk großz¨
ugig und selbstlos all seinen Reichtum und
bekommt im Gegenzug leider nicht das, was es selbst nicht erzeugen kann,
30
Versangaben zitiert nach: Ludwig Uhland: W¨
urttemberg. In: Ludwig Uhland. Gedichte,
S. 54.
17
n¨
amlich das Recht. Somit klingt hier ein leichter Vorwurf mit: die Menschen
sind entweder undankbar oder bemerken es nicht einmal, dass ihr Vaterland
dem Recht bedarf. Im Gegensatz zu
"
Das alte, gute Recht" klingt
"
W¨
urttem-
berg" traurig. Das Fehlen des Einen macht alles andere freudlos (V. 39:
"
Was
fehlt dir? - All und Eines:"). Das lyrische Ich scheint als einziger eine enge
Beziehung zum Vaterland zu haben und hat den Sachverhalt auch als einziger
durchschaut.
5
Zusammenfassung
Die Benennung Uhlands als
"
Schw¨
abischen Romantiker" gilt eher f¨
ur seine
fr¨
uheren nichtpolitischen Werke
31
. Sp¨
ater herrscht seine nationale Gesinnung
vor und romantische Motive werden seltener verwendet.
Uhland dichtete, was er f¨
uhlte und das war auch das gleiche, was das Volk f¨
uhl-
te. So sind seine Gedichte ungek¨
unstelt, nat¨
urlich und von einfacher Form und
kn¨
upfen an die einfachsten, nat¨
urlichen menschlichen Verh¨
altnisse an
32
. Zitat:
"
Seine Lyrik kleidet romantische Motive in eine sorgf¨
altig und in feinem Stil-
und Klanggef¨
uhl dem Inhalt angepasste Form. Alles rein Pers¨
onliche tritt ganz
zur¨
uck hinter der innig-schlichten Aussage jedermann zug¨
anglicher und von je-
dermann geteilter Erfahrungen."
33
Auch das Volksliedhafte ist bei Uhland klar,
allgemeinverst¨
andlich und nicht wie in der Romantik ¨
ublich zwielichtig
34
. In
seinen Volksliedern sind immer wieder akustische Eindr¨
ucke wie Vogelgezwit-
scher, Hirtengesang und vor allem Glockent¨
one eingebaut. Damit macht er
seine Gedichte sehr musikalisch. Durch die einfache Form, regelm¨
aßige Takt-
gestaltung, nat¨
urlichen Rhythmus und beschr¨
ankte Strophenanzahl sind seine
Volkslieder gut zum Vertonen und Singen geeignet
35
. Der wichtigste Kompo-
nist von Uhlands Liedern war Conradin Kreutzer
36
.
31
Brieschke, Angelika, Jeggle, Utz, Rompel, Steffen, Rumpel, Frank, Vogt, Andreas:
Schwabenbilder. Zur Konstruktion eines Regionalcharakters, T¨
ubingen 1997, S. 126.
32
Salzer, Anselm und Tunk, Eduard von: Geschichte der deutschen Literatur in drei
B¨
anden, Bd. 2, S. 296.
33
Schreiber, Matthias und Fricke, Gerhard: Geschichte der deutschen Literatur, Paderborn
1974, S. 178.
34
Frenzel, Elisabeth und A., Herbert: Daten deutscher Dichtung. Chronologischer Abriss
der deutschen Literaturgeschichte, Bd. 1: Von den Anf¨
angen bis zur Romantik, M¨
unchen
1967, S. 279.
35
Froeschle, Hartmut: Ludwig Uhland und die Romantik, S. 72f.
36
Brieschke, Angelika, Jeggle, Utz, Rompel, Steffen, Rumpel, Frank, Vogt, Andreas:
Schwabenbilder, S. 131.
18
Quellenverzeichnis
Prim¨
arliteratur
Fr¨
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Matt, Peter von (Hg.): Ludwig Uhland. Gedichte, Stuttgart 1974.
Uhland, Ludwig: Gedichte, Dramen, Versepik und Prosa. Hg. von Hans-R¨
udiger
Schwab, T¨
ubingen 1996.
Uhland, Ludwig: ¨
Uber das Romantische. In: Zeller, Bernhard: Kerner, Uhland, M¨
ori-
ke. Schw¨
abische Dichtung im 19. Jahrhundert. Marbach am Neckar 1980, S. 19.
Sekund¨
arliteratur
Brieschke, Angelika, Jeggle, Utz, Rompel, Steffen, Rumpel, Frank, Vogt, Andreas:
Schwabenbilder. Zur Konstruktion eines Regionalcharakters, T¨
ubingen 1997.
Frenzel, Elisabeth und A., Herbert: Daten deutscher Dichtung. Chronologischer Ab-
riss der deutschen Literaturgeschichte, Bd. 1: Von den Anf¨
angen bis zur Romantik,
M¨
unchen 1967.
Froeschle, Hartmut: Ludwig Uhland und die Romantik. K¨
oln/Wien 1973.
Hartmann, Andrea: Klavierlieder nach Gedichten von Ludwig Uhland und Justinus
Kerner. Ein Beitrag zum musikalischen Biedermeier am Beispiel von f¨
unf schw¨
abi-
schen Komponisten, Frankfurt a. M./Bern/New York/Paris 1991.
Kollektiv f¨
ur Literaturgeschichte im volkseigenen Verlag Volk und Wissen. Leiter:
Prof. Dr. Kurt B¨
ottcher (Hg.): Romantik. Erl¨
auterungen zur deutschen Literatur,
3. Auflage, Berlin 1977.
Paulus, Eduard: Ludwig Uhland und seine Heimat T¨
ubingen. Eine Studie von Eduard
Paulus, Berlin 1869.
R¨
osch, Hoffmann: Grundlagen, Stile, Gestalten der deutschen Literatur. Eine ge-
schichtliche Darstellung, Frankfurt am Main 1972.
Salzer, Anselm und Tunk, Eduard von: Geschichte der deutschen Literatur in drei
B¨
anden, Bd. 2: Von der Klassik bis zum Naturalismus, Z¨
urich 1972.
Schreiber, Matthias und Fricke, Gerhard: Geschichte der deutschen Literatur, Pa-
derborn 1974.
Zeller, Bernhard: Kerner, Uhland, M¨
orike. Schw¨
abische Dichtung im 19. Jahrhun-
dert. Marbach am Neckar 1980.
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