Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Anhangsverzeichnis VIII
0 Einleitung 1
1 Die deutschen Entwicklungshilfeorganisationen 4
1.1 Staatliche EZ-Organisationen 5
1.1.1 Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) 5
1.1.2 Durchführende staatliche Organisationen 7
1.2 NROs der deutschen Entwicklungszusammenarbeit 13
2 Theoretischer Bezugsrahmen 19
2.1 Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit als System von Organisationen 19
2.2 Horizontales Lernen durch Kommunikation 20
2.3 Kommunikation als Mittel des Informationsaustauschs zwischen
Organisationen 22
2.4 Theoretische Erklärungsmodelle für kommunikative Beziehungen 26
2.4.1 Kommunikationsbeziehungen als Ausdruck von Macht und Einfluss 26
2.4.2 Kommunikationsbeziehungen aufgrund von Zielübereinstimmung 27
2.4.3 Strukturelle Zwänge als Entscheidungslimiter für die Wahl des
Kommunikationspartners 28
2.5 Zentrale Fragestellung und hypothetische Annahmen 29
II
3 Methodisches Verfahren 33
3.1 Die Operationalisierung der zentralen Fragestellungen 33
3.1.1 Information bzw. Informationsaustausch 33
3.1.2 Relevanz der horizontalen Lernfunktion 34
3.1.3 Bereitstellung von Informationen via Internet 35
3.1.4 Weitergabe schriftlicher Informationen 35
3.1.5 Empfangen schriftlicher Information 36
3.1.6 Erhalt von Informationen via Internet 37
3.1.7 Institutionalisierungsgrad der Organisation bezüglich der Generierung und Verbreitung von Evaluationen 37
3.2 Die Stichprobe 38
3.3 Verlauf der Untersuchung 42
4 Ergebnisse der Untersuchung 46
4.1 Die Relevanz der horizontalen Lernfunktion 46
4.2 Das Informationsangebot der deutschen EZ-Organisationen im Internet 49
4.2.1 Die Angaben der Organisationen 49 4.2.2 Die Internetrecherche 51
4.2.3 Unterschied zwischen den Angaben der Organisationen und der Dokumentenanalyse 60
4.3 Der Versand schriftlicher Informationen - Welche Organisationen erhalten die größte Menge an schriftlichen Informationen von den anderen EZ-Organisationen 62
4.4 Das Sender-Empfänger-Netzwerk deutscher EZ-Organisationen 66 4.4.1 Die Netzwerkdichte 66
4.4.2 Zentralität von Akteuren 70 4.4.3 Prestige von Akteuren 72 4.4.4 Cutpoint-Positionen 74 4.4.5 Cliquen 75
4.4.6 Strukturelle Äquivalenz und Blockmodelle 75
4.4.7 Zentralisierung des Netzwerks 77
4.4.8 Die Struktur des Sender-Empfänger-Netzwerks 77
III
4.5 Das Empfänger-Sender-Netzwerk deutscher EZ-Organisationen 79 4.5.1 Die Netzwerkdichte 79
4.5.2 Zentralität von Akteuren 81
4.5.3 Das Prestige von Akteuren 83 4.5.4 Cutpoint-Positionen 85 4.5.5 Cliquen 85
4.5.6 Strukturelle Äquivalenz und Blockmodelle 86
4.5.7 Zentralisierung des Netzwerks 87
4.5.8 Die Struktur des Empfänger-Sender-Netzwerks 88
4.6 Bestätigtes Senden - Das Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen 89 4.6.1 Die Netzwerkdichte 89
4.6.2 Zentralität von Akteuren 92 4.6.3 Prestige von Akteuren 94 4.6.4 Cutpoint-Positionen 95 4.6.5 Cliquen 95
4.6.6 Strukturelle Äquivalenz und Blockmodelle 96
4.6.7 Zentralisierung des Netzwerks 97
4.6.8 Die Struktur des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen 98
4.7 Die Nutzung des Internets zur Informationsgewinnung - ein User-Server-Modell 99
4.8 Der Institutionalisierungsgrad der Organisationen bezüglich der Generierung und Verbreitung ihrer Informationen. 104
5 Diskussion und Ausblick 106
Literatur 116 Anhang 120
IV
Abkürzungsverzeichnis
AWO Arbeiterwohlfahrt BfdW Brot für die Welt BGR Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung CDG Carl Duisberg Gesellschaft e.V. DAC Development Assistance Commitee DCV Deutscher Caritasverband DED
DEG DeGEval Deutsche Gesellschaft für Evaluation e.V.
DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. DSE
DWHH
EED EEU EZ Entwicklungszusammenarbeit EZE Evangelische Zentralstelle für Entwicklungshilfe e.V. FES Friedrich-Ebert-Stiftung FNSt Friedrich-Naumann-Stiftung FZ Finanzielle Zusammenarbeit GKKE Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung GTZ Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH hbs
HSS HWWA K
i
Kirchliche Organisation i KAS Konrad-Adenauer-Stiftung KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau KZE Katholische Zentralstelle für Entwicklungshilfe e.V. m.i. medico international MNPQ Mess-, Normen-, Prüf- und Qualitätswesen MSF Ärzte ohne Grenzen N
i
NGO
SODI TZ Technische Zusammenarbeit VENRO Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. ZA Zentralstelle für Auslandskunde ZGB Zentralstelle für gewerbliche Berufsförderung V
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Elemente im Kommunikationsprozess 22
Abbildung 2: Das Verfahren der Stichprobenziehung 40
Abbildung 3: Bewertungen der Relevanz der verschiedenen Zielgruppen anhand des Mittelwertes für die verschiedenen Organisationsarten 47
Abbildung 4: Clusteranalyse zur Bereitschaft der Informationsverbreitung im Internet 51
Abbildung 5: Bereitstellung von Informationen im Internet insgesamt 53
Abbildung 6: Art der im Internet zur Verfügung gestellten Daten nach Organisationstyp (Mittelwerte) 54
Abbildung 7: Internetangebot ‚Jahresberichte‘ der verschiedene n Organisationen 55
Abbildung 8: Internetangebot ‚Projektberichte‘ der verschiedenen Organisationen 58
Abbildung 9: Internetangebot ‚Sonstige Studien zu entwicklungspolitischen Themen‘ der verschiedenen Organisationen 59
Abbildung 10: Bereitschaft, der Organisationen Informationen im Internet zur Verfügung zu stellen 61
Abbildung 11: Netzwerkzentraliserungsmaße des Sender-Empfänger-Netzwerks 77
Abbildung 12: Modell des Sender-Empfänger-Netzwerks 78
Abbildung 13: Netzwerkzentraliserungsmaße des Empfänger-Sender-Netzwerks 87
Abbildung 14: Netzwerkzentraliserungsmaße des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen 98
Abbildung 15: Modell des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen 99 Abbildung 16: Internetnutzung verschiedener Organisationstypen 103
VI
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Zuwendungen des Bundes an NROs von 1962 bis 1994 in Mio. DM 13
Tabelle 2: Stichprobe nach Organisationstyp (alphabetisch geordnet) 42
Tabelle 3: Rücklaufquote des Fragebogens 44
Tabelle 4: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsanteil im Internet bezüglich ihrer gesamten Informationsmenge 50
Tabelle 5: Kreuztabelle: Organisationsart und deren Angabe über das Senden von Informationen an andere EZ-Organisationen 62
Tabelle 6: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der größten Informationsmenge 64
Tabelle 7: Kommunikationsdichten ‚Sender - Empfänger‘ des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen 67
Tabelle 8: Kommunikationsdichten ‚Sender - Emp fänger‘ des Kommunikations-
Tabelle 9: Zentralitätsmaße der einzelnen Netzwerkakteure des Sender- Empfänger-Netzwerks 71
Tabelle 10: Kommunikationsdichten ‚Empfänger - Sender‘ des Kommunikations-
Tabelle 11: Kommunikationsdichten ‚Empfänger - Sender‘ des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen 80
Tabelle 12: Zentralitätsmaße der einzelnen Netzwerkakteure des Empfänger-Sender-Netzwerks 82
Tabelle 13: Kommunikationsdichten des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen (Katholische und evangelische EZ-Organisationen) 89
Tabelle 14: Kommunikationsdichten des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen 91
Tabelle 15: Zentralitätsmaße der einzelnen Netzwerkakteure des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen 93
Tabelle 16: Kommunikationsdichten des User-Server-Modells 100
Tabelle 17: Besuchte Internetseiten und Nutzung des Internetangebots der Organisationen 102
Tabelle 18: Kreuztabelle: Organisationen und deren Zuständigkeitsbereich für die
Anhangsverzeichnis
Anhang 1: Anschreiben und Fragebogen 121
Abbildung 1.1: Das Anschreiben 121
Abbildung 1.2: Der Fragebogen 122
Anhang 2: Berechnung von Unterschieden und Ähnlichkeiten zwischen den Organisationsarten in der Beurteilung der Relevanz der Zielgruppen 127 Tabelle 2.1: U-Test: Unterschied Staatliche Organisationen - Sonstige NROs 127
Abbildung 2.1: Clusteranalyse zur Identifikation von Organisationen mit ähnlichen
Anhang 3: Schaubilder und Tabellen über die Nutzung des Internets zur Informationsverbreitung 128 Tabelle 3.1: Kreuztabelle: Bereitstellung von Informationen im Internet durch die verschiedenen Organisationsarten 128
Abbildung 3.1: Angebot der Informationsart „Statistiken und Zahlen“ durch die verschiedenen Organisationen im Internet nach Benutzerfreundlichkeit 129 Abbildung. 3.2: Angebot der Informationsart „Länderevaluation im Bereich eines
Abbildung 3.3: Angebot der Informationsart „Länderevaluation (Zusammenfas-
Abbildung 3.4: Angebot der Informationsart „Hand- und Fachbücher“ im Internet
Tabelle 3.2: U-Test: Unterschied von staatlichen Organisationen zu politische
Tabelle 3.3: U-Test: Unterschied von staatlichen Organisationen zu sonstige
Tabelle 3.4: U-Test: Unterschied von staatlichen Organisationen zu sonstige
Tabelle 3.5: U-Test: Unterschied von staatlichen zu kirchlichen Organisationen
Tabelle 3.6: U-Test: Unterschied von politischen Stiftungen zu kirchlichen
Tabelle 3.7: U-Test: Unterschied von sonstigen NROs zu kirchlichen
Tabelle 3.8: Varianzanalyse zur Überprüfung des Einflusses der Variablen
Anhang 4: Tabellen über das Verhalten der Organisationen beim Senden von Informationen 134 Tabelle 4.1: Kreuztabelle: Angaben der Organisationen, wieviel % ihrer Gesamt-information sie weitergeben 134 Tabelle 4.2: U-Test: Unterschied politische Stiftungen - staatliche Organisationen
Tabelle 4.3: U-Test: Unterschied staatliche Organisationen - kirchliche Organisa-
Tabelle 4.4: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der zweitgrößten Informationsmenge 135 Tabelle 4.5: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der drittgrößten Informationsmenge 135 Tabelle 4.6: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der viertgrößten Informationsmenge 135 Tabelle 4.7: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der fünftgrößten Informationsmenge 136 Tabelle 4.8: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger
Anhang 5: Schaubilder und Tabellen über das Sender-Empfänger-Netzwerk der deutschen EZ-Organisationen 137
Abbildung 5.1 Komponenten des Sender- Empfänger-Netzwerks (Komponenten mit einem oder mehr Mitgliedern) 137 Tabelle 5.1: Prestigemaße des Sender-Empfänger-Netzwerks 137
Abbildung 5.2: Cutpoinpositionen im Sender-Empfänger-Netzwerk 139
Abbildung 5.3: 2-Clans des Sender-Empfänger-Netzwerks 140
Abbildung 5.4: k-Plexe des Sender-Empfänger-Netzwerks 141
Abbildung 5.5: k-Core des Sender-Empfänger-Netzwerks 142
Abbildung 5.6: Strukturell äquivalente Positionen des Sender-Empfänger-Netzwerks nach der CONCOR-Methode 143
Abbildung 5.7: Strukturell äquivalente Positionen des Sender-Empfänger-Netzwerks nach der Burt-Methode 144
Anhang 6: Schaubilder und Tabellen über das Empfänger-Sender-Netzwerk der deutschen EZ-Organisationen 145
Abbildung 6.1: Komponentenanalyse des Empfänger-Sender-Netzwerks (Komponenten mit einem oder mehr Mitgliedern) 145 Tabelle 6.1: Prestigemaße des Empfänger-Sender-Netzwerks 145
Abbildung 6.2: Cutpoinakteure im Empfänger-Sender-Netzwerk 147
Abbildung 6.3: k-Plexe des Empfänger-Sender-Netzwerks 148
Abbildung 6.4: k-core des Empfänger-Sender-Netzwerks 149
Abbildung 6.5: Strukturell äquivalente Positionen des Empfänger-Sender-Netzwerks nach der CONCOR-Methode 150
Abbildung 6.6: Strukturell äquivalente Positionen des Empfänger-Sender-Netzwerks nach der Burt- Methode 151
Anhang 7: Schaubilder und Tabellen über das Kommunikationsnetzwerk der deutschen EZ-Organisationen 152
Abbildung 7.1: Komponentenanalyse des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen (Komponenten mit einem oder mehr Mitgliedern) 152 Tabelle 7.1: Prestigemaße der einzelnen Netzwerkakteure des Kommunikations-netzwerks deutscher EZ-Organisationen 152
Abbildung 7.2: Cutpoinakteure im Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organi-
Abbildung 7.3: k-plexe des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen 155
Abbildung 7.4: k-cores des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen 156
Abbildung 7.5: Strukturell äquivalente Positionen des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen nach der CONCOR-Methode 157
Abbildung 7.6: Strukturell äquivalente Positionen des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen nach der Burt-Methode 158
Anhang 8: Schaubilder über die Nutzung des Internets zur
Informationsgewinnung durch die Organisationen 159
Abbildung 8.1: Einzelkomponentenanalyse des User-Server-Modells (Komponenten mit einem oder mehr Mitgliedern) 159
Abbildung 8.2: Cutpointakteure des User-Server-Modells 160
Anhang 9: Tabelle zum Institutionalisierungsgrad der Organisationen bezüglich der Generierung und Verbreitung ihrer Informationen 161 Tabelle 9.1: Kreuztabelle: Angaben der Organisationen über den Besitz einer
0 Einleitung
‚Wir leben in einem Informationszeitalter‘ - diese Aussage gehört wohl zu den wenigen unumstösslichen Tatsachen der heutigen Zeit. Es besteht sowohl ein riesiges Informationsangebot, als auch eine dazugehörige Nachfrage, z.B. um in der Wirtschaftswelt konkurrenzfähig zu bleiben. Dies gilt für Menschen - aber auch für Organisationen. Denn gerade Organisationen sind mithilfe von Informationen im Stande zu lernen und sich weiterzuentwickeln, um dadurch ihre Effizienz zu steigern. Daher sind Organisationen also ständig bemüht, den eigenen Informationsfluß zu optimieren um hinzu zu lernen, was nicht nur Organisationen aus dem Bereich der Wirtschaft auszeichnet, sondern auch Non-Profit-Organisationen. Demzufolge wurde auch im Bereich der Entwicklungs zusammenarbeit (EZ) erkannt, dass organisationales Lernen unumgänglich ist. Zu diesem Zweck werden heute gerade Eva luationen von der Mehrzahl der Entwicklungshilfe organisationen als Chance gesehen, Fehler zu entdecken, daraus zu lernen und sich entsprechend dadurch zu verbessern. Denn Evaluationen besitzen - auch im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit - neben Erkenntnis-, Kontroll-, Dialog,- und Legitimitätsfunktion vor allem auch eine Lernfunktion, welche natürlich eng mit der Dialogfunktion verbunden ist (vgl. STOCKMANN, 2000: 5ff). Kennzeichnend für eine Evaluation ist nämlich, dass sie „one of the feedback mechanisms capable of stimulating (...) learning“ ist (LEEUW u.a., 2000: 4). So hält auch die Deutsche Gesellschaft für Evaluation e.V. in ihren ‚Standards für Evaluation‘ fest, dass gerade „Lern- und Reflexionsprozesse Zwecksetzungen [sind,] die Evaluation v erfolgen soll.“ (DeGEval, 2002: 15) Ebenfalls eine im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vom Hamburger Weltwirtschaftsarchiv (HWWA) durchgeführte Studie zum Thema ‚Reform der Erfolgskontrolle in der deutschen Entwicklungs zusammenarbeit‘ verzeichnet, dass „Evaluation[en] als Quelle individuellen und institutionellen Lernens“ (BORRMANN u.a. 2001: 19) von den EZ-Organisationen verstanden werden. Weiterhin wird vermerkt, dass „durch die bereits realisierten und geplanten Verbesserungen der Erfolgskontrollsysteme [wozu Evaluationen gehören] (...) sich die Voraussetzungen für evaluierungsbasierte Lernprozesse verbessern“ dürften (BORRMANN u.a. 2001: 19). Dies gilt zumindest für interne Lernprozesse, was bedeutet: Organisationen wissen um die Bedeutung, welche Informationen aus Evaluationen für sie selbst haben. Zudem kennen sie die daraus resultierende Möglichkeit zu lernen, um ihre eigene Effizienz zu erhöhen. Darüber hinaus zeigt diese HWWA-Studie auch, dass der horizontale Austausch von Information, d.h. die Transferierung von Information zwischen den Organisationen und somit das horizontale Lernen - das ‚Voneinander Lernen‘ der Organisationen unter-einander durch horizontalen Austausch von Informationen - noch als defizitär betrachtet wird (vgl. BORRMANN u.a. 2001: 22f). Zwar konnte durch die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Evaluation e.V. (DeGEval) im Jahre 1997 ein Forum geschaffen werden, welches Wissenschaft und Praxis zusammenführt und somit eine Plattform für horizontales
1
Lernen bildet, dennoch fehlt es an der „Institutionalisierung und Intensität des horizontalen Austausches“ (BORRMANN u.a. 2001: 23). Es kann also festgestellt werden, dass in der deutschen EZ durchaus die Nachfrage nach größerem Informationsaustausch zum Zweck des horizontalen organisationalen Lernens besteht als bisher stattfindet. Das bedeutet aber ebenfalls, dass es bereits kommunikative Wege zwischen den EZ-Organisationen gibt, auf denen Informationen ausgetauscht werden. Es existiert also eine Art kommunikative Struktur oder ein Netzwerk kommunikativer Beziehungen zwischen den deutschen EZ-Organisationen, innerhalb dessen Informationen ausgetauscht werden. Dieser Informationsaustausch wird zur Zeit, wie bereits gesagt, als defizitär ‚empfunden‘. Jedoch ist es schwer, Verbesserungen an diesem Informationsaustausch vorzunehmen, ohne dessen genaue Problematik zu kennen, denn bisher gibt es keinerlei Informa tionen darüber, wie der Informationsaustausch zwischen den deutschen EZ-Organisatio nen an sich geregelt ist und wie das Netzwerk des Informationsaustauschs aussieht.
Die vorliegende Arbeit nimmt dieses Defizit zum Anlass, erstmals detailliert die Gestalt des Kommunikationsnetzwerkes der deutschen EZ-Organisationen deskriptiv zu erfassen, d.h. zu beschreiben, wie sich der horizontale Informationsaustausch zwischen den deutschen EZ-Organisationen gestaltet. Schließlich kann aus der ermittelten Kommunikationsstruktur die Möglichkeiten des horizontalen organisationalen Lernens der deutschen EZ-Organisationen herausgestellt werden.
Zur Gliederung der Arbeit:
In einem ersten Teil (Kapitel 1) wird der Untersuchungs gegenstand - die deutschen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit - beschrieben. In diesem Punkt werden insbesondere die vier Organisationsarten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit her-vorgehoben, welche auch später für die Stichprobe der Untersuchung relevant sind: Staatliche Organisationen, politische Stiftungen, kirchliche Organisationen und sonstige Nicht-regierungsorganisationen (NROs). Anschließend wird in einem zweiten Teil (Kapitel 2) das theoretische Konstrukt der Arbeit vorgestellt: Aus der Organisationssoziologie heraus wird ein Weg aufgezeigt, die Vielzahl der unterschiedlichen Organisationen als ein Gebilde zusammenzufassen, und jede einzelne Organisation als ein Element dieses Gesamtkomplexes darzustellen (Kapitel 2.1). Hierbei sind aber nicht die Elemente selbst, sondern ihre Beziehungen - oder genauer ihr horizontaler Informations austausch, ihre Kommunikation - untereinander von Interesse. Schließlich stellt diese Kommunikation die Grundlage für gegenseitiges organisationales Lernen dar und wird somit zum zentralen Thema dieser Arbeit. Im folgenden Abschnitt (Kapitel 2.2) wird der B egriff des horizontalen organisationalen Lernens näher erläutert. Dies erfolgt nur, wenn das Wissen der einzelnen Organisationen zwischen den Orga nisationen ausgetauscht wird, so dass sich jede Organisation das Wissen der anderen Organisation aneignen kann und dadurch im
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Stande ist, zu lernen. Hierfür wird anschließend (Kapitel 2.3) der Begriff der Kommunikation näher beleuchtet. Erstens wird die Funktionsweise von Kommunikation an sich aufgezeigt, damit der Prozess, welcher bei der Kommunikation abläuft, verständlich wird. Zweitens sind die Besonderheiten der Kommunikation von Organisationen untereinander von Interesse, um deren charakteristische Abläufe in Abgrenzung zum allgemeinen Kommunikationsprozess hervorzuheben. Drittens werden die verschiedenen erdenklichen Entwicklungsstufen der Kommunikation, in denen der Informationsaustausch zwischen den Organisationen stattfindet, vorgestellt, da diese Aufschluss über den möglichen Institutionalisierungsgrad von horizontalem Informationsaustausch geben. Nachfolgend (Kapitel 2.4) werden mit Macht und Einfluss, Zielübereinstimmung und strukturellen Zwängen im System Gründe für ein Zustandekommen von Kommunikation zwischen Organisationen geschildert. Abschließend (Kapitel 2.5) wird ausgehend von der Tatsache, dass es sich um einen noch unerforschten Forschungsbereich handelt, dem sich diese Arbeit widmet, zum einen aufgezeigt, nach welchen Kriterien das Kommunikationsnetzwerk der deutschen EZ-Organisationen deskriptiv erfasst werden soll. Die Methode, die dafür genutzt wird, ist die Netzwerkanalyse. Zum anderen werden zusätzlich hypothetische Annahmen über die Gestalt des Kommunikations netzwerks formuliert, welche aus den Theorien der Kommunikationsforschung abgeleitet werden. Im dritten Teil der Arbeit (Kapitel 3) werden die methodischen Probleme dieser Untersuchung umfassend erörtert und dazugehörige Lösungsansätze vorgestellt. Um das Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen vollständig beschreiben und die Hypothesen dieser Arbeit prüfen zu können, war es notwendig einen standardisierten Fragebogen mit teilweise offenen Antwortkategorien zu entwickeln, dessen Operationalisierung als erstes geschildert wird. Um den Fragebogen verschicken zu können, musste zunächst geklärt werden, welche Organisatione n der Entwicklungszusammenarbeit den Fragebogen erhalten. Da eine Vollerhebung sowie eine probabilistische Stichprobe für diese Arbeit nicht angemessen und nicht sinnvoll war, wurde in einem zweiten Schritt des Methodenteils ein mehrstufiges Auswahlverfahren entwickelt, dessen Ergebnis eine disproportional geschichtete Stichprobe mit 37 EZ-Organisationen darstellte, welche die Grundgesamtheit angemessen repräsentierten. Nach dem Verfahren der Stichprobenziehung wird schließlich noch der Verlauf der Unt ersuchung sowie der Rücklauf des Fragebogens geschildert.
Im empirischen Teil (Kapitel 4) erfolgt dann ausgehend von den Daten aus der eigenen Erhebung und einer Dokumentenanalyse eine detaillierte Beschreibung des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen, sowie eine Überprüfung sämtlicher dazu vorgestellter Hypothesen.
Kapitel 5 beinhaltet letzten Endes die Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse, sowie eine daraus resultierende Diskussion und Beurteilung der Resultate. Eine Erörterung
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der Ergebnisse für eine mögliche weiterführende Untersuchung bilden den Schluss der Arbeit.
1 Die deutschen Entwicklungshilfeorganisationen
Um einen Einblick in den Untersuchungsgegenstand deutsche Entwicklungshilfeorganisationen zu erhalten, werden diese nun im folgenden kurz skizziert. Dabei werden allerdings nicht alle Organisationstypen bzw. alle Organisationen innerhalb der verschiedenen Organisationstypen erläutert, sondern nur diejenigen, welche für die spätere Stichprobe (s. dazu Kapitel 3.2) rele vant sind. Weiterhin werden die Organisationen nicht detailliert beschrieben, da das Ziel der Arbeit nicht in der Beschreibung der Funktions weise der Organisationen, sondern in der Beschreibung der kommunikativen Beziehungen der Organisationen untereinander liegt. Die hier untersuchten deutschen Entwicklungs-hilfeorganisationen werden unterteilt in staatliche und nichtstaatliche Orga nisationen (NROs).
An der Spitze der staatlichen EZ-Organisationen steht das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das BMZ führt selbst jedoch keine Projekte durch - dafür gibt es im staatlichen EZ-Bereich Organisationen, die im Auftrag des BMZ eigens für die Durchführung dieser Projekte zuständig sind. Die wichtigsten durchführenden staatlichen EZ-Organisationen sowie das BMZ werden an dieser Stelle vorgestellt. Auch die nichtstaatlichen Organisationen lassen sich weiter unterteilen, und zwar in politische Stiftungen, kirchliche EZ-Organisationen und sonstige NROs. Auch diese drei Organisationstypen werden kurz erläutert, jedoch nicht die einzelnen Organisationen selbst.
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1.1 Staatliche EZ-Organisationen
1.1.1 Das Bunde sministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Die staatlichen Entwicklungshilfeorganisatio nen werden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) angeführt, welches zuständig ist für Planung und Umsetzung der Entwicklungspolitik der Bundesregierung. Seine Aufgaben konzentrieren sich auf folgende Bereiche:
• Mit gestaltung globaler Rahmenbedingungen,
• Entwicklung bilateraler und multilateraler Förderstrategien und Unterstützung von Entwicklungsprogrammen und -projekten der Partnerländer,
• Förderung der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit nichtstaatlicher Organisationen,
• Erfolgskontrolle und Kontrolle der Mittelverwendung (vgl. BMZ, 2002a). Das BMZ hat zwei Dienstsitze - der erste ist in Bonn, der zweite in Berlin. Etwa 90% der rund 570 MitarbeiterInnen sind in Bonn tätig. Seit April 2000 wird das Ministerium auf-grund einer Organisationsreform umgestaltet, die auch Stellenkürzungen beinhaltet. In Berlin existieren sechs Referate zur Unterstützung der Leitung des BMZ bei der Wahrnehmung politischer Aufgaben (Parlament, Kabinett, Presse, politische Bildung, sowie Arbeitsbereiche, die eine enge Zusammenarbeit mit anderen in Berlin a nsässigen Ministerien erfordern (vgl. BMZ, 2002a).
In Bonn gibt es vier Abteilungen mit dazugehörigen Referaten. In Abteilung 1 (mit elf Referaten) werden in erster Linie Aufgaben der allgemeinen Verwaltung sowie der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und der Statistik wahrgenommen. Der Abteilungsleitung unmittelbar zugeordnet ist die Gruppe ‚Qualitätsentwicklung und -management‘. Darüber hinaus ist diese Abteilung verantwortlich für die Verwaltung der Dienststelle Berlin einschließlich der am 2. Dienstsitz angesiedelten Fachaufgaben. Der Zuständigkeitsbereich von Abteilung 2 (15 Referate) liegt in der Entwicklungspolitik mit Ländern und Regionen. Entwicklungszusammenarbeit wird zunehmend funktional verstanden, daher ist hier auch die Kooperation mit Staaten Mittel-, Ost- und Südeuropas angesiedelt. Das Aufgabenspektrum reicht von länderbezogener Grundsatzarbeit, Politikdialog und Programmierung der bilateralen Zusammenarbeit über die Koordinierung und Integration aller entwicklungspolitischen Maßnahmen (‚Entwicklungspolitik aus einem Guss‘) bis hin zur Steuerung und Kontrolle der Projekte und Programme der bilateralen Finanziellen und Technischen Zusammenarbeit.
In Abteilung 3 (acht Referate) ist das Instrumentarium der bilateralen EZ zusammengefasst. Dies umfasst neben der Verantwortung für die Grundsätze der bilateralen Finanziellen und Technischen Zusammenarbeit und den übrigen staatlichen EZ-Maßnahmen (Aus- und Fortbildung, Entsendung von Entwicklungshe lfern etc.) auch die Unterstützung
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von nicht-staatlichen Trägern (Kirchen, politische Stiftungen, Nicht regierungsorganisationen), sowie die Nahrungsmittel-, Not- und Flüchtlingshilfe. Diese Abteilung ist ferner zuständig für die Koordinierung der EZ im Bereich von Friedenspolitik und Krisenprävention sowie für die Sicherstellung von Kohärenz mit der Außen-, Sicherheits- und Menschenrechtspolitik.
Abteilung 4 (14 Referate in sieben Arbeitsbereichen) ist zum einen zuständig für die multilaterale Zusammenarbeit, die Entwicklungspolitik der Europäischen Union und die Geberkoordinierung. Zum anderen obliegt es ihr, Grundsätze und Förderungskonzepte für wichtige sektorale und übersektorale Bereiche der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit zu erarbeiten (Demokratisierung und Gleichberechtigung; Wirtschaft und Finanzsysteme; Umwelt und nachhaltige Ressourcennutzung; Armutsbekämpfung und soziale Entwicklung). Außerdem wirkt sie mit bei der Gestaltung einer komplementären und kohärenten Nord/Süd-Politik sowie bei Fragen der globalen Strukturpolitik (vgl. BMZ, 2002a).
Das BMZ führt die konkreten Projekte und Programme der Entwicklungszusammenarbeit nicht selbst durch. Dies geschieht stets im Auftrag des BMZ durch eigens tändige Organisationen. Die wichtigsten - aus Sicht des BMZ - sind hierbei:
• Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW),
• Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH (GTZ),
• Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR),
• Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB),
• Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG),
• Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung (DSE),
• Carl-Duisberg-Gesellschaft (CDG),
• Deutscher Entwicklungsdienst (DED) (vgl. BMZ, 2002a).
Diese Organisationen arbeiten entweder in den Bereichen Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) oder Technische Zusammenarbeit (TZ). Die FZ dient dazu, den Entwicklungsländern Finanzierungsmittel mit günstigen Bedingungen zur Verfügung zu stellen, um ihre wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen zu fördern. Sie ist dem Volumen nach das bedeutendste Instrument der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit der BRD (vgl. NOHLEN, 1998: 263). Die TZ will den Entwicklungsländern technische, wir tschaftliche und organisatorische Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln und die Voraussetzungen ihrer Anwendungen verbessern (vgl. NOHLEN, 1998: 727).
Für die durchführenden Organisationen erfolgt an dieser Stelle wie bereits erwähnt lediglich eine Kurzcharakteristik.
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1.1.2 Durchführende staatliche Organisationen
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gehört zum Bereich der Finanziellen Zusammenarbeit. Seit Anfang der 60er Jahre finanziert die KfW im Auftrag der Regierung der Bundesrepublik Deutschland Investitionen der Entwicklungsländer mit vergünstigten Krediten und Zuschüssen, berät ihre Partner bei Fragen der Projektdurchführung und unterstützt wirtschaftspolitische Reformen (vgl. KfW, 2001). Ihre Investitionen finden sich vor allem im Ausbau der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur, im Agrarsektor, in der gewerblichen Wirtschaft und im Umwelt- und Ressourcenschutz. Darüber hinaus fördert sie projektbezogene Beratungsleistungen und unterstützt gesamtwirtschaftliche und sektorale Strukturreforme n (vgl. KfW, 2001; vgl. auch KfW, 2002). Bei ihrer Arbeit orientiert sich die KfW an den Förderkonzepten des BMZ bzw. am Hauptziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die „wirtschaftliche und soziale Lage der Menschen in den Entwicklungsländern zu v erbessern und sie bei der Ent faltung ihrer schöpferischen Fähigkeiten zu unterstützen. Nicht zuletzt aus diesem Grund achtet die KfW [dabei]auf eine möglichst hohe Breitenwirkung der Vorhaben“ (KfW, 2001; vgl. auch KfW, 2002). Die FZ-Finanzierungszusagen machen etwa ein Drittel der gesamten deutschen Entwicklungshilfe aus (vgl. KfW, 2001). Zur Zeit arbeitet die KfW mit über 100 Ländern in rund 1.700 Entwicklungsvorhaben zusammen. Mehr als 2.600 Projekte wurden bereits abgeschlossen.
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)
Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH wurde 1975 gegründet. Ihr Hauptauftraggeber, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), hat ihr in einem Generalvertrag die Durchführung der Technischen Zusammenarbeit übertragen. Gleichzeitig leistet die GTZ Beiträge zu Entwicklungs- und Reformprozessen auch für andere Bundesressorts, für Regierungen anderer Länder, für internationale Organisationen und Institutionen, z.B. EU, UN, Weltbank. Die GTZ ist ein weltweit tätiges Dienstleistungsunternehmen für Entwicklungszusammenarbeit. Sie arbeitet als privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen des Bundes für das entwicklungspolitische Ziel, die Lebensbedingungen der Menschen in den Ländern des Südens und Ostens nachhaltig zu verbessern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Dabei nimmt die GTZ ihre Aufgaben gemeinnützig wahr, d.h. Überschüsse werden ausschließlich wieder für eigene Projekte der Ent wicklungszusammenarbeit verwendet. Die Eschborner Zentrale der GTZ bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen der politischen Steuerung des BMZ und der Durchführung der Projekte in den Partnerländern. Strategisch wichtige Funktionen erfüllen die Länderbereiche in der länderbezogenen Zusammenarbeit mit dem BMZ sowie der Bereich Planung und Entwicklung in der fachlichen und sektorbezogenen Beratung und Steuerung (vgl. GTZ, 2002).
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Technische Zusammenarbeit (TZ) soll das Leistungsvermögen von Menschen und Organisationen erhöhen. Sie trägt dazu bei, die politischen und institutionellen Bedingungen für nachhaltige Entwicklung in den Partnerländern zu verbessern. Mit der TZ werden hierfür Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Außerdem werden gemeinsam mit den Partnern Voraus setzungen für deren Anwendung geschaffen und optimiert. TZ zielt darauf ab, die Eigeninitiative der Menschen in den Partnerlä ndern zu stärken, damit sie ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft verbessern können. Die Bandbreite der vielen Arbeitsfelder, in denen die GTZ berät, reicht von Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung über Gesundheit und Grundbildung bis zum Umwelt- und Ressourcenschutz und zur länd lichen Regionalentwicklung. In den letzten Jahren hat die Re gierungs beratung einen immer größeren Stellenwert erlangt. Dort, wo akute Not das Überleben gefährdet, führt die GTZ auch Nothilfe- und Flüchtlingsprogramme durch. Sie konzipiert aber auch solche kurzfr istigen Hilfsmaßnahmen so, dass die Kraft der Menschen zur Selbsthilfe gestärkt wird (vgl. GTZ, 2002).
Zu den Dienstleistungen der GTZ gehören:
- die Beratung von Organisationen in den Partnerländern bei der Planung, Durchführung und Bewertung ihrer Projekte und Programme,
- die Auswahl von Fachkräften, ihre Vorbereitung sowie ihre fachliche und personelle Betreuung während ihres Einsatzes,
- die Planung und Durchführung projektbezogener Aus- und Fortbildung,
- die technische Planung und der Einkauf von Sachausrüstungen für die Projekte sowie
- die Vergabe und die Abwicklung nichtrückzahlbarer Finanzierungsbeiträge aus Mitteln der Technischen Zusammenarbeit (vgl. GTZ, 2002).
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) wurde 1958 gegründet und vom BMZ zur Planung und Durchführung von Projekten und Programmen der TZ im Sektor Geologie und Bergbau direkt beauftragt. Schwerpunkte sind die Bereiche Wasser, Boden, Umwelt, mineralische Rohstoffe, Energierohstoffe, Bergbau/Altlasten sowie Georisiken. Zielsetzung ist dabei die Befriedigung von Grundbedürfnissen, die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, der Schutz der natürlichen Umwelt, Ressourcenmanagement und Katastrophenschutz sowie eine sektorbezogene Raum- und Regionalplanung. Zuständig dafür sind fünf verschiedene Referate (vgl. BGR 2002). Seit ihrer Gründung hat die BGR bis Ende 1998 in 74 Ländern insgesamt etwa 300 Entwicklungshilfeprojekte im Auftrag des BMZ durchgeführt. Das BMZ beauftragte die BGR in den letzten 10 Jahren mit der Durchführung von Vorhaben mit einem durchschnittlichen Finanzvolumen (Nettobewilligungen = Projektkosten) von ca. 9 Mio. Euro bzw. 18 Mio. DM jährlich. Derzeit führt die BGR mehr als 40 TZ-Projekte durch, an
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denen über 30 Partnerländer beteiligt sind. Dabei sind in nur 25% der Projekte Langzeitfachkräfte mit Einsatzzeiten von mehr als 12 Monaten tätig (vgl. BGR 2002).
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
Die Physikalisch- Technische Bundesanstalt (PTB) ist im Bereich der Technischen Zusammenarbeit tätig. Auftraggeber der PTB sind dabei das BMZ mit im Jahr 2001 35 Projekten, aber auch die Europäische Union, die Weltbank und andere Organisationen. Bei den Projekten geht es darum, den Entwicklungs- und Schwellenländern beim Aufbau eines funk tionsfähigen MNPQ-Systems zu helfen mit dem Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern und den Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz zu stärken, um damit Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklungen zu schaffen (vgl. PTB 2002a). Die Abkürzung MNPQ steht für Messen, Normen, Prüfen und Qualitätsmanagement, die vier Säulen des Messwesens. Diese vier Säulen sind laut PTB das solide Fundament, auf dem ein Industriestaat - metrologisch betrachtet - ruht. Die meisten Projektpartner der PTB sind Staaten, die sich b ereits auf dem Weg in die Industrialisierung befinden. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt hat in über 20 Ländern auf der ganzen Welt Projekte. Eine große Rolle spielen dabei China und die Staaten des ehemaligen Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). Um die mittel- und osteuropäischen Staaten beim Aufbau einer funktionierenden Marktwirtschaft zu unterstützen, hilft die PTB beim Aufbau und der Reorganisation metrologischer Infrastrukturen (vgl. PTB 2002b).
Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG)
Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) existiert seit fast 40 Jahren und arbeitet für das BMZ im Bereich der Finanziellen Zusammenarbeit. Sie hat sich spezialisiert auf langfristige Finanzierungen privater unternehmerischer Initiative in Entwicklungs- und Reformländern, um zu deren nachhaltigem Wachstum beizutragen (vgl. DEG 2002b). Sie beteiligt sich ausschließlich an Projekten, die entwicklungspolitisch sinnvoll, umweltverträglich und sozialen Grund sätzen verpflichtet sind (vgl. DEG 2001). Deshalb investiert sie in rentable, ökologisch und sozial tragfähige Projekte in allen Wirtschaftssektoren: von der Agrarwirtschaft über Dienstleistungen bis hin zur verarbeitenden Industrie und Infrastruktur (vgl. DEG, 2002b). In diesem Rahmen will sie das wirtschaftliche Wachstum und die Lebensbedingungen der Menschen in den Partnerländern verbessern. Dies erreicht die DEG, indem sie aussichtsreiche unternehmerische Initiativen unterstützt. Ihre Philosophie ist dabei, dass nur erfolgreiche und nachhaltig lebensfähige, das heisst rentable private Unternehmen wirtschaftliches Wachstum gene rieren können. Diese schaffen Arbeit und Einkommen, tragen durch die Produktion wettbewerbsfähiger Produkte zur Verbesserung der Devisenbilanz ihrer Länder bei und erhöhen durch die Verarbeitung lokal verfügbarer Ressourcen die Wertschöpfung im Lande. Direkt erfüllt die DEG diesen Auftrag, indem sie leistungsfähige private Investi-
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tionen begleitet - indirekt, indem sie die Leistungs fähigkeit der jeweiligen Kapitalmärkte weiterentwickelt und so besonders kleinere und mittlere lokale Unterne hmen unterstützt. Um die entwicklungspolitische Effizienz zu erhöhen, mobilisiert sie außerdem weitere Partner für Projekte und zusätzliches Kapital für Investitionen. So trägt sie auch - laut eigener Aus sage - mit geringem Kapitaleinsatz zu maximalen Wachstumseffekten bei (vgl. DEG, 2002a).
Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung (DSE)
Seit ihrer Gründung im Jahr 1959 leistet die Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung (DSE) ihren Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Grund linien der Entwicklungspolitik der Bundesregierung. Träger sind sowohl Bund als auch Länder, was in ihrer dezentralen Struktur zum Ausdruck kommt. Sitz der Stiftung ist Bonn. Weitere Standorte sind Berlin, Bad Honnef, Feldafing, Magdeburg, Mannheim und Zschortau. Zuwendungsgeber ist das BMZ. Einige der DSE-Programme werden jedoch von anderer Seite finanziert (z.B. von anderen Bundesressorts, Bundesländern, der Europäischen Union) (vgl. DSE, 2002).
Die DSE ist eine Institution des entwicklungspolitischen Dialogs und der Aus- und Fortbildung für Fach- und Führungskräfte sowohl aus Entwicklungs- als auch aus Transformatio ns ländern. Darüber hinaus bereiten sich in der DSE Fachkräfte der deutschen technischen und kulturellen Zusammenarbeit sowie deren Familien auf ihren Aufenthalt in einem Entwicklungsland vor. Daneben unterhält sie die größte Dokumentations- und Informationsstelle zu Fragen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Konferenzen, Tagungen, Seminare und Trainingskurse unterstützen Vorhaben, die der wirtschaftlichen, sozialen und ökologisch verträglichen Entwicklung dienen. Sie tragen zu einem wirkungsvollen, nachhaltigen und breitenwirksamen Entwicklungprozess bei. Insgesamt arbeitet die DSE in den Bereichen ‚Erziehung, Wissenschaft und D okumentation‘, ‚Wirtschafts- und Sozialentwicklung‘, ‚öffentliche Verwaltung‘, ‚gewerbliche Berufsförderung‘, ‚Ernährung und Landwirtschaft‘, ‚Gesundheit‘ sowie ‚Jour nalismus‘(vgl. DSE, 2002).
Seit 1960 hat die DSE über 170.000 Entscheidungsträger und Fach- und Führungs kräfte aus mehr als 150 Ländern fortgebildet. Gegenwärtig erreicht die DSE jährlich etwa 9.000 Teilnehmer/innen durch Dialog und Training (vgl. DSE 2002).
Carl-Duisberg-Gesellschaft (CDG)
Im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gestaltet die Carl Duisberg Gesellschaft praxisorientierte internationale Weiterbildungsprogramme für N achwuchsführungskräfte und Multiplikatoren aus Afrika, Asien und Lateinamerika sowie Dialogprogramme mit Entscheidungsträgern aus allen Teilen der Welt. Ihr wichtigster Auftraggeber ist BMZ. Zudem kooperiert sie mit den Bundesländern, der Europäische n Union, der
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Weltbank und verschiedenen UN-Organisationen. Die deutsche Wirtschaft leistet wichtige, überwiegend unentgeltliche Beiträge durch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen, Dozenten und Informationen. Die CDG sieht soziale Verantwortung und internationale Dialogfähigkeit als wesent liche Qualifikationsmerkmale moderner Führungskräfte in einer Weltgesellschaft an, die immer tiefgreifender durch Globalisierung geprägt ist. Deshalb trägt sie mit über 200 entwicklungspolitischen Programmen unter dem Motto ‚Training für eine nachhaltige Entwicklung‘ zur Qualifizierung von Führungs- und Nachwuchsführungskräfte aus Entwicklungsländern dazu bei, sich aktiv an der Gestaltung einer zukunftsfähigen Welt zu beteiligen. Damit unterstützt sie ökonomisch-ökologisch nachhaltige Entwicklungs prozesse mit dem Ziel, die internationale Leistungsfähigkeit der Ent wicklungsländer zu steigern und die Lebensbedingungen breiter Bevölkerungsgruppen zu verbessern (vgl. CDG, 2002b).
Das umfangreiche Trainingsangebot ermöglicht eine Qualifizierung in den Themenfeldern
• Umwelt- und Ressourcenschutz,
• Infrastruktur und Kommunikation,
• Produktion und Technologie,
• Gewerbeförderung und Internationales Marketing,
• Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialstatistik (vgl. CDG, 2002a).
In Kooperation mit dem BMZ konnte die CDG im Jahr 2000 7.647 Teilnehmer in ihren Fortbildungsangeboten zählen, rund 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieses Ergebnis konnte sie trotz eines Rückgangs der Haushaltsmittel durch kürzere Programme und vor allem durch die Verlagerung vieler Programme ins Ausland erreichen. Diese Teilnehmerzahl verteilt sich auf 1.165 Fortbildungsgäste an Langzeitprogrammen in Deutschland, 321 an Fortbildungsprogrammen vor Ort in Entwicklungsländern selbst und 6.161 Teilnehmer an Seminaren, Konferenzen und Workshops in Deutschland und weltweit. Für diese Arbeit stand ein Gesamtbudget von 58,5 Mio. DM (47,9 Mio. DM Fördermittel, 6,9 Mio. DM Mietzuschüsse sowie Finanzierungs beiträge anderer Geldgeber in Höhe von 3,7 Mio. DM) zur Verfügung (vgl. CDG, 2002b).
2001 wurde eine „Grundsatzvereinbarung zwischen den Leitungen von BMZ, CDG und DSE über eine Fusion von CDG und DSE zum 01.01.2002“ (CDG, 2002b) beschlossen.
Deutscher Entwicklungsdienst (DED)
Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) ist der personelle Entwicklungsdienst der BRD. Seit seiner Gründung 1963 haben sich über 10.000 Entwicklungshelfer dafür eingesetzt, die Lebensumstände von Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu verbessern.
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Zur Zeit sind rund 1.000 Mitarbeiter in ca. 40 Ländern tätig. Die Aufgaben des DED sind vor allem:
• Bereitstellung berufserfahrener und sozial engagierter Fachkräfte für Entwicklungs länder.
• Unterstützung einheimischer Organisationen und Selbsthilfeinitiativen durch fachliche Beratung, Finanzierung kleinerer Programme und Förderung von einheimischen Fachkräften.
• Vermittlung deutscher Entwicklungshelfer in das Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen: United Nations Volunteers (UNV).
• Werben für ein besseres Verständnis der Situation der Menschen in Entwicklungsländern innerhalb der deutschen Öffentlichkeit (vgl. DED, 2002a). Der DED hat keine eigenen Projekte, sondern reagiert auf Anfragen der Partne rorganisationen in den Gastländern, wo - meist in deren Hauptstadt - ein Büro unterhalten wird, das von einem Beauftragten geleitet wird. Der Büroleiter vertritt die Organisation des DED gegenüber den einheimischen Partnern und steuert das Landesprogramm. Die jeweiligen Projekte sind nach Sektoren ge ordnet: technisch-handwerkliche Berufsausbildung, Land-und Forstwirtschaft sowie Ressourcensicherung, Gesundheit, allgemeine Bildung, Bau und Siedlungswesen, Gemeinwesenentwicklung sowie Kleingewerbe, Management und Verwaltung (vgl. DED, 2002a). Regionaler Schwerpunkt ist zur Zeit Afrika, sektoraler Schwerpunkt ist Land- und Forstwirtschaft und Ressourcensicherung. In den letzten Jahren hat der DED die Kooperation mit staatlichen Organisationen verringert. Trotzdem sind sie durch ihre Möglichkeiten, weitreichende entwicklungsfördernde Entscheidungen zu fällen immer noch ein sehr wichtiger Partner. Die Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Organisationen wurde laut DED systematisch ausgebaut. NROs bieten dem DED die gewünschte Nähe zu jenen benachteiligten Menschen, deren Chancen er verbessern will. Diese Zusammenarbeit wird, dem DED zufolge, erschwert durch unge festigte Organisationsstrukturen und mangelnde finanzielle und personelle Kapazitäten (vgl. DED, 2002b). Die wichtigsten Kooperationspartner des DED - staatliche wie auch nichtstaatliche Organisationen - sind:
• Brot für die Welt,
• Carl-Duisberg-Gesellschaft,
• Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ),
• Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW),
• Deutsche Stiftung für Internationale Entwicklung (DSE),
• Deutsche Welthungerhilfe,
• Misereor,
• Helvetas (vgl. DED, 2002b).
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1.2 NROs der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Zu den nichtstaatlichen Entwicklungshilfeorganisationen oder Nichtregierungsorganisationen (NROs) 1 gehören Kirchen, politische Stiftungen und sonstige private Träger von
Entwicklungshilfe (vgl. NOHLEN, 1998: 559), wobei den politischen Organisationen eine gewisse Sonderrolle zugeschrieben wird. Dies äußert sich darin, dass sich alle ‚wichtigen‘ NROs außer den politischen Stiftungen, also kirchliche und sonstige private Organisationen in dem Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) zusammengeschlossen haben. Dazu gehören rund 100 bundesweit tätige Organisationen, von denen einige Repräsentanten von NRO-Landesnetzwerken sind. Hierdurch sind also insgesamt etwa 2000 große, mittlere und kleinere NROs in VENRO vertreten (vgl. VENRO 2002). Bei ihrer Arbeit werden die nichtstaatlichen Organisationen mit finanziellen Mitteln des Bundesministeriums unterstützt, die sogenannten ‚Bilateralen öffentlichen Zuschüsse (Nettoauszahlungen) an Nichtregierungsorganisationen aus dem Einzelplan 23 (BMZ)‘. Darin sind die Zuschüsse für die Kirchen als Einzelposten aufgeführt und die Zuschüsse für andere Organisationen nach Sektoren aufgeteilt, wie z.B. Förderung gesellschaftspolitischer Bildung, Förderung der Sozialstruktur, Förderung von Ernährungssicherungsprogrammen (ESP)/Nahrungsmittelhilfe (NMH) und - ab 1996 -Not und Flüchtlingshilfe (NFH) (vgl. BMZ, 2002b). Eine Aufschlüsselung der Zuwendungen für die verschiedenen Organisationstypen existiert nur bis 1994 (vgl. Tab. 1), d.h.: 1994 betrug der Zuschuß für alle NROs aus dem gesamten Entwicklungshilfehaushalt des Bundes 10%, wobei die eigenen Leistungen der NROs die öffentlichen Zuschüsse um etwa das 2½fache übertrafen. Von dieser Summe brachten allein die kirchlichen Organisationen mehr als zwei Drittel auf (vgl. NOHLEN, 1998: 560).
Tabelle 1: Zuwendungen des Bundes an NROs von 1962 bis 1994 in Mio. DM
* Für 1999 lag nur der Betrag der Gesamtzuwendungen vor. ** Die Zahlen dieser Zeile weisen bis auf das Jahr ‚1999‘ Abweichungen zur Quelle der offiziellen BMZ-Homepage auf. Dort gibt das BMZ größere Summen an. Die Auswirkungen dieser Abweichung kann für die anderen Zeilen nicht ermittelt werden. Quelle: BMZ. In: NOHLEN, 1998: 559 und BMZ, 2002b
Die finanzielle Unterstützung durch das BMZ resultiert aus der Tatsache, dass die Bundesregierung die NROs als wesentliches Element der bundesdeutschen Entwicklungs-
1 International wird meist der Begriff NGOs (Non Governmental Organizations) benutzt.
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hilfepolitik ansieht. Gerade nichtstaatliche Träger sind dementsprechend geeignet, gesellschaftliche Zielgruppen in den Entwicklungsländern direkt anzusprechen und mit ihnen zusammenzuarbeiten, wobei sie den Selbsthilfewillen der Bevölkerung besser mobilisieren und mit gesellschaftlichen Gruppen, welche zu den Unterprivilegierten gehören, zusammenarbeiten können. Weiterhin geht die Bundesregierung wohl davon aus, dass sich diese Arbeit auf das politische Bewußtsein in der BRD zurückwirken k önne (vgl. NOHLEN, 1998: 560).
Auch das Development Assistance Commitee (DAC) gibt Kriterien für die Arbeit von NROs vor. Diese sind:
• Unabhängigkeit vom Staat,
• demokratische und transparente Organisationsstruktur,
• breite Basis in der Bevölkerung,
• offene Mitgliedschaft,
• verantwortliches und leistungsfähiges Management,
• klare und konkrete Ziele,
• Bereitschaft zur Zusammenarbeit und zur Mitwirkung an Reformen. Dabei wird das strategische Ziel für die Arbeit der NROs in der Überwindung der strukturellen Ursachen der Armut gesehen (vgl. NOHLEN, 1998: 560).
Grob unterteilen lassen sich NROs in politische Stiftungen, kirchliche Organisationen und sonstige Stiftungen privater Träger bzw. sonstige NROs. Für Letztere wird hier auf eine detaillierte Beschreib ung aufgrund der Diversität der einzelnen Organisationen verzichtet.
Politische Stiftungen
Die politischen Stiftungen nehmen innerhalb der durchführenden Organisationen der deutschen Entwicklungshilfe eine Sonderstellung ein, die sich aus ihrer Organisationsstruktur und ihrem gesellschaftspolitischen Grundauftrag ergibt (vgl. BORRMANN u.a., 1999: 236). Sie sind strukturell wie personell mit den ent sprechenden, im Bundestag vertretenen politischen Parteien verbunden. Diese sind:
• Friedrich-Ebert-Stiftung (FES),
• Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS),
• Friedrich Naumann Stiftung (FNS),
• Hanns-Seidel-Stiftung (HSS),
• Heinrich-Böll-Stiftung (HBS),
• bis 1995 Stiftungsverband Regenbogen (SVR) (vgl. NOHLEN, 1998: 636). Daneben prägen ihre gesellschaftspolitischen Aktivitäten im In- wie auch im Ausland, sowie ihre Rolle als Plattform für die politische Diskussion, ihre Tätigkeiten auch dort, wo sie im Auftrag des BMZ als Träger von Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit aktiv werden (vgl. BORRMANN u.a., 1999: 236). Obwohl sie von staatlicher Seite
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beträchtliche Unterstützung erhalten, zählen sie dennoch zu den nichtstaatlichen Organisationen. Sie erha lten dabei Zuwendungen für
„Vorhaben der Gesellschafts- und Strukturpolitik, die im Einklang stehen mit den entwicklungspolitischen Grundlinien der Bundesregierung und darauf ausgerichtet sind, im Rahmen der durch die Menschenrechtserklärung der VN festgelegten Ziele in den Partnerländern einen nachhaltigen Beitrag zu leisten zur Festigung demokratischer Strukturen, zur Förderung einer eigenständigen, ökologisch nachhaltigen und sozial gerechten wirtschaftlichen Entwicklung und zur Intensivierung der regionalen und internationalen Verständigung und friedlichen Zusammenarbeit“ (BMZ, 1998. In: BORRMANN u.a., 1999: 236). Es wird also bei den Zuwendungen unterschieden in Maßnahmen der Sozialstrukturpolitik und Maßnahmen der Gesellschaftspolitik.
Bei den Maßnahmen zur Verbesserung der Sozialstruktur in Entwicklungslä ndern handelt es sich dabei größtenteils um TZ-Vorhaben, wie sie z.B. auch von der GTZ durchge führt werden. Diese sind:
• Verbesserung der politischen, rechtlichen und administrativen Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung breiter Bevölkerungsschichten,
• Unterstützung von Selbsthilfeaktivitäten, vor allem benachteiligter Bevölkerungsgruppen,
• Unterstützung von Maßnahmen der Gemeindeentwicklung,
• Aufbau von Einrichtungen zur wirtschaftlichen und sozialen Sicherung von Randgruppen,
• Schaffung von Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, einschließlich beruflicher Bildung,
• Förderung von Handwerk und Kleinindustrie im formellen und informellen Bereich,
• Bereitstellung von Finanzierungsinstrumenten für benachteiligte Bevölkerungsgruppen (vgl. BORRMANN u.a., 1999: 237).
Im Gegensatz dazu decken die Maßnahmen der Gesellschaftspolitik ein breites Spektrum von Bildungs-, Beratungs- und sonstigen Unterstützungsprogrammen auf der Makro- und Mesoebene der politischen und sozialen Entwicklung und auf der Basis einer freiheitlichen Demokratie und sozialen Gerechtigkeit ab. Diese Programme werden dabei in der Regel von den politischen Stiftungen selbst und den von ihnen in einigen Entwicklungsländern ins L eben gerufenen Forschungseinrichtungen und Begegnungsstätten durchgeführt und unterscheiden sich damit von den projektgebundenen Maßnahmen der Sozialstrukturhilfe (vgl. BORRMANN u.a., 1999: 237).
Insgesamt gesehen arbeiten die politischen Stiftungen eng mit gesellschaftlichen und politischen Gruppen, wie z.B. politische Parteien, Gewerkschaften, Genossenschaften, Selbst-hilfeorganisationen, Jugend- und Frauenverbände etc. in den Entwicklungsländern zusammen. Die Stiftungen selbst betonen grundlegende Übereinstimmungen in den politischen Zielsetzungen, wobei sie nicht miteinander konkurrieren, aber auch nicht in gemeinsamen Projekten kooperieren. Ihr informeller Erfahrungsaustausch beschränkt sich eher auf das BMZ und ihre Auslandsmitarbeiter an den verschiedenen Einsatzorten. Die
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Arbeit der politischen Stiftungen wird durch Wahlen und Regierungswechsel nicht beeinträchtigt, da sie in den Konsens bereich der Parteien in der BRD fällt. Politische Stiftungen haben bisweilen einen größeren Handlungsspielraum als staatliche Organisationen, da sie in eigener Verantwortung auch mit gesellschaftlichen Gruppen der Entwicklungsländer zusammenarbeiten können, die nicht Teil der bestehenden Herrschaftsstruktur sind. Dennoch bedürfen ihre Projekte der Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt, so dass letztlich doch von einem Primat der Außenpolitik gegenüber der Entwicklungshilfepolitik der Stiftungen ge sprochen werden kann (vgl. NOHLEN, 1998: 636f.).
Kirchliche Organisationen
Ziele und Grundsätze der kirchlichen Organisationen im Allgemeinen zu formulieren ist sehr schwierig, da es in der BRD zwei grob zu unterteilende Glaubensrichtungen gibt, nachdem sich auch die kirchlichen Entwicklungshilfeorganisationen einteilen lassen - in evange lische und katholische Organisationen. Wichtig in diesem Zusammenhang sind die zentralen Stellen der Entwicklungshilfe der jeweiligen Kirchen, nämlich die evangelische Zentralstelle für Entwicklungshilfe e. V. (EZE) und die katholische Zentralstelle für Entwicklungshilfe e. V. (KZE). Die EZE und KZE wurden beide 1962 als Folge der Vereinbarung der entwicklungspolitischen Z usammenarbeit zwischen der Römisch-Katholischen Kirche, der Evangelischen Kirche sowie der Bundesregierung als ‚eingetragene Vereine‘ (e. V.) ge gründet (vgl., BORRMANN u.a. 1999: 289). Beide Zentralstellen arbeiten eng zusammen, mit dem Ziel, „die Not der Menschen in den Entwicklungsländern zu lindern und an der Schaffung gerechter sozialer Ordnungen mitzuwirken“ (BMZ u.a., 1997: 4. In: BORRMANN u.a., 1999: 290). Ebenso arbeiten beide mit dem BMZ zusammen, wofür man sich auf drei Grundsätze geeinigt hat:
1. Die Zentralstellen treffen die Auswahl der zu fördernden Projekte und sind in ihrer Programmgestaltung unabhängig.
2. Mit der Gewährung der Bundesmittel sind keine politischen Auflagen verbunden.
3. Projekte mit missionarischem Charakter scheiden aus der Förderung aus (vgl. NOHLEN, 1998: 426).
Darüber hinaus existieren dennoch Richtlinien, die dem BMZ zwei Kontrollmöglichkeiten über die kirchlichen Entwicklungshilfe einräumen: erstens prüft es, ob die von den Zentralstellen geplanten Vorhaben den gemeinsamen vereinbarten entwicklungspolitischen Zielsetzungen entsprechen; zweitens, ob gegen die Projekte außenpolitische Bedenken bestehen. Das BMZ hat zudem noch das Recht, Evaluierungen der geförderten Projekte durchzuführen. Die Genehmigung von Projektanträge n ist seit 1991 jedoch vereinfacht worden, was aus dem wachsenden Vertrauen in die kirchlichen Organisationen resultiert (vgl. NOHLEN, 1998: 426). Demnach treffen die Zentralstellen die Aus wahl der Projekte überwiegend allein. Das bedeutet, dass bei über 70% aller staatlich geförderten Vorhaben
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dies im Rahmen sogenannter Globalbewilligungen erfolgt, d.h. es werden Kompetenzen eingeräumt, selber über einzelne Vorhaben zu entscheiden. Übersteigt die Fördersumme des BMZ die 5 Mio. DM-Grenze, oder sind die Projekte entwicklungspolitisch besonders bedeutsam oder schwierig, sind Einzelbewilligungen vorgesehen (vgl. BORRMANN u.a., 1999: 290).
Evangelische Entwicklungshilfe
Die evangelische Entwicklungszusammenarbeit begann mit der Gründung der Welthungerhilfe 1959, die zunächst nur eine einmalige Aktion darstellen sollte, aber sich aufgrund des großen Erfolges dauerhaft etablierte. 1960 kam der Personaldienst Dienste in Übersee (DÜ) sowie 1962 die EZE als Organisation der Entwicklungsarbeit hinzu. Zunächst war das vorrangige Ziel das Beschaffen möglichst großer Geldsummen, um möglichst viele Projekte unterstützen zu können, welche das Leid in der Welt lindern sollten. Erst 1973 wurde von der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) die Denk schrift ‚Der Entwicklungsdienst der Kirche - ein Beitrag für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt' herausgegeben, welche das erste umfassende, noch heute gültige und 1986 von der EKD-Synode bestätigte Grund lagendokument der EKD zur Entwicklungsarbeit darstellt. Ent wicklungsarbeit ist demnach Folge und zugleich Realisierung des Glaubens. Der Entwicklungsdienst ist also eine ent scheidende Bewährungsprobe für den Glauben. Er ist ebenfalls Teil des Gesamtauftrages, den die Kirche in der Nachfolge Jesu Christi vom Neuen Testament ableitet. Aber auch ökume nische Solidarität ist ein wesentliches Merkmal des kirchlichen Ent wicklungsdienstes. Die Nord-Süd Beziehungen werden als internationale Frage verstanden. Der Ent wicklungsdienst der evangelischen Kirche ist ein-gebunden in die entwicklungspolitische Diskussion der weltweiten Ökumene, wo folgende Themen besonders wichtig sind:
• Diakonia (Liebesdienst),
• Ökumenische Solidarität im Kampf für Frieden und Gerechtigkeit für die Armen (vgl. NOHLEN, 1998: 424).
Demgegenüber größeres Gewicht haben die politischen Motive der Entwicklungsarbeit: es ist das Konzept der gerechten, partizipatorischen Gesellschaft und die ‚Bewahrung der Schöpfung‘. Im Zuge des Demokratisierungsprozesses in Entwicklungsländern neu hinzugekommen sind aber auch Wahrung der Menschenrechte und Stärkung der Zivilgesellschaft, sowie - beeinflusst von der UN - die Förderung der Stellung der Frauen in der Gesellschaft. Gleichermaßen ist die Überzeugung gewachsen, die strukturellen Rahmenbedingungen auf nationaler wie internationaler Ebene zu verändern, statt nur Armut mithilfe der Projektförderung zu beseitigen. Ein letzter, noch zu nennender wesentlicher Bestandteil der Entwicklungsarbeit evange lischer Kirchen ist der Dialog mit den Partnerorganisationen und die R espektierung ihrer Autonomie, wozu auch die Bemühungen gehören, Entsche idungskompetenzen auf die Partner im Sinne des Abbaus
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der Dominanz des Geldgebers (transfer of power) zu verlangen. Daher sehen sich die kirchlichen Institutionen als Anwalt der Armen gegenüber multilateralen Institutionen wie z.B. EU und Weltbank (vgl. NOHLEN, 1998: 424f.).
Katholische Entwicklungshilfe
Die katholische Entwicklungshilfe begann 1958, als die bereits bestehenden Einzelinitiativen zur B ekämpfung des weltweiten Hungers in einer umfassenden, bischöflich geleiteten, ‚ Aktion der deutschen Katholiken gegen Hunger und Krankheit in der Welt‘ unter dem Namen ‚Misereor‘ zusammengeführt wurden. In den folgenden Jahren wurden die Arbeitsge meinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH), der Katholische Akademische Auslandsdienst (KAAD), sowie die katholische Zentralstelle für Entwicklungshilfe e.V. (KZE) gegründet. Die Entwicklungsarbeit der katholischen Kirche basiert auf der katholischen Soziallehre. So wird die soziale Frage als eine weltweite Frage gesehen, die sich auf die strukturellen Ursachen der Verarmung konzentriert, worin sich Entwicklung als Humanisierung begreift und nicht nur als Wachstum (vgl. NOHLEN, 1998: 425). Im Bereich der Fachdiskussion der kirchlichen Entwicklungsorganisationen bilden sich drei Handlungsbereiche heraus:
1. Die ‚Direkte Hilfe‘: Vor allem der Einfluss lateinamerikanischer Theologien mit ihrer Option für die Armen kommt hier zum Ausdruck. Die solidarische Sorge soll aber keine Fürsorge sondern eine Unterstützung sein, für sich selbst sorgen zu können. Daraus ergibt sich eine dreigliedrige Struktur der Entwicklungsarbeit: Hilfswerke in den Industrieländern; (kirchliche und nichtkirchliche) Partnerorganisationen in den Ent wicklungsländern sowie deren Zielgruppen.
2. Strukturveränderungsarbeit: Hauptsächlich sollen hier die Ursachen der Verarmung beseitigt werden. Dafür bedarf es organisatorischer Selbsthilfe, aber auch politischer Einflussnahme - im eigenen Land, in den Entwicklungsländern sowie bei internationalen Organisationen.
3. Inlandsarbeit: Wichtige Schwerpunkte sind dabei Information über die Situation in den Ent wicklungsländern und entwicklungspolitische Themen zu bieten, solidarisches Handeln motivieren und inspirieren, die Interessen der Armen der Entwicklungsländer anwaltschaftlich vertreten, ökologisch-politische Veränderungen im eigenen Land zugunsten dieser Armen in den Entwicklungslä ndern diskutieren, etc. (vgl. NOHLEN, 1998: 425f.).
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2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit als System von Organisationen
„Organisationen sind hochkomplexe soziale Gebilde. Es ist unmöglich, alle ihre Eigenschaften und alle Beziehungen zwischen ihren Elementen in einer Theorie zu erfassen“ (KIESER, 1993: 1). Trotz Aussagen dieser Art sind in der Fachliteratur durchaus allgemein gültige Merkmale von Organisationen zu finden. Organisationen zeichnen sich demnach dadurch aus, dass in ihnen eine „Mehrzahl von Menschen zu einem spezifischen Zweck bewußt zusammenwirken“ (BERNSDORF, 1975: 588). Sie weisen des weiteren ge plante als auch ungeplante Prozesse und Strukturmerkmale auf (vgl. BERNSDORF, 1975: 588). Diese sehr einfache - manche würden auch „ungenaue Definition“ sagen - ist für die vorliegende Arbeit durchaus zweckmäßig, da nicht die einzelnen Organisationen an sich untersucht werden sollen, sondern ihre soziale Beziehung untereinander (vgl. WEBER, 1972: 13). Es kommt hier also nicht darauf an zu bestimmen, welche Entscheidungsstruktur z.B. in Organisation X zu f inden ist, sondern ob und wie Organisation X mit Organisation Y interagiert.
Dazu werden in der Arbeit alle Organisationen insgesamt, in Anlehnung an HILL u.a. (1989), als eine Art ‚Supersystem‘ angesehen, innerhalb dessen jede einzelne Organisation ein Element darstellt (HILL u.a., 1989: 21). Im Unterschied zu HILL u.a., welche den Begriff ‚Supersystem‘ auf eine einzelne Organisation anwenden, in der z.B. Individuen die Elemente darstellen, aus denen sich das ‚Supersystem‘ zusammensetzt, wird hier der Begriff verwandt, um das Objekt der Untersuchung, d.h. alle deutschen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, zu erfassen. „Unter einem System kann ganz allgemein eine (...) Gesamtheit von Elementen mit Beziehungen zwischen diesen Elementen verstanden werden“ (HILL u.a., 1989: 21). Das bedeutet für diese Untersuchung, dass die einzelnen Organisationen also die Elemente im Gesamtsystem aller Organisationen darstellen. Darüber hinaus werden auch nicht die einzelnen Elemente genauer untersucht, sondern die Interaktion, die zwischen ihnen besteht. Somit ist die Verwendung des Begriffs ‚Supersystem‘ für alle deutschen EZ-Organisationen durchaus hilfreich. Auch HILL u.a. sind der Ansicht, dass die Beziehungen zwischen den Elementen im Fokus der Betrachtung stehen und nicht die Elemente selbst, denn das Ganze kann nicht erfasst werden, indem einfach die Kenntnisse über die einzelnen Elemente aufsummiert werden (vgl. HILL u.a., 1989: 21). Auch in der Gestaltpsychologie stellten VON EHRENFELS und WERTHEIMER fest, dass das komplexe Ganze Eigenschaften besitzt, die allein aus der Kenntnis der Elemente heraus nicht zu erwarten sind (vgl. RECHTIEN, 1984: 89 und METZGER, 1986: 102). Oder anders ausgedrückt: ‚Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile‘.
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Das Supersys tem ‚deutsche EZ-Organisationen‘ stellt also eine soziale Struktur dar, welche hier unter dem Gesichtspunkt des Kommunikationsaspektes untersucht wird. Es gibt nicht die eine soziale Struktur - es lassen sich vielmehr nur bestimmte Aspekte der sozialen Struktur erfassen, was in diesem Fall der Kommunikationsaspekt ist (vgl. MELBECK, 1987: 12). LUHMANN (1988) sieht Kommunikation sogar als die grundlegende Bedingung für soziale Systeme. „Der elementare, Soziales als besondere Realität konstituierende Prozeß ist ein Kommunikationsprozeß“ (LUHMANN, 1988: 193). Zu beachten ist hier allerdings, dass nicht ihre kommunikativen Beziehungen, sondern ihre Eigenschaft als EZ-Organisation diese Organisationen zu Elementen des ‚Supersystems‘ werden lässt. Insgesamt wird hier also ein ausschließlich systemzentrierter Ansatz benutzt, in dem die Organisationen als eigenständige Ak teure mit eigenen Interessen und kommunikativen Beziehungen untereinander aufgefasst werden (vgl. MELBECK, 1987: 12). Dabei stehen diese kommunikativen Beziehungen im Fokus des Untersuchungsinteresses.
Wichtige Systemeigenschaften für das Supersystem ‚deutsche EZ-Organisationen‘ sind Offenheit, Komplexität und Dynamik (vgl. HILL u.a., 1989: 22f.). Offenheit bedeutet, dass ein organisiertes System, auch von äußeren Gegebenheiten beeinflusst werden kann - hier z.B.: die deutschen Entwicklungshilfeorganisationen werden durch die Weltbank beeinflusst. Komplexität ist der Reichtum an Be ziehungen innerhalb des Systems sowie zwischen dem System und seiner Umwelt, was sich vor allem in der Intensität der Kommunikationsbeziehungen ausdrückt. „Dynamik bezieht sich auf die Änderung des Systemzustands in der Zeitdimension“ (HILL u.a., 1989: 23), d.h. Systeme können sich im Laufe der Zeit durchaus auch verändern - sie sind keine starren Gebilde.
2.2 Horizontales Lernen durch Kommunikation
Bevor Kommunikation und der damit verbundene Prozess genauer erörtert wird, wird an dieser Stelle zunächst dem Ergebnis der Kommunikation zwischen den Organisationendem horizontalen Lernen - nachgegangen. Für diesen Zweck genügt es vorerst, wenn Kommunikation als Informationsaustausch zwischen einem Sender und einem Empfänger definiert wird.
Es besteht die grundlegende Annahme, dass Organisationen gerade durch den bewussten Austausch von Informationen - dies beinhaltet sowohl die Weitergabe von eigenem, wie auch die Annahme von anderem Wissen - lernen können. Ausgehend von der Definition von DUNCAN und WEISS (1979), ist organisationales Lernen die „Erweiterung und Veränderung (growth and change) der organisationellen Wissensbasis“ (DUNCAN und WEISS, 1979: 87). Die organisationelle Wissensbasis ist in diesem Fall das Wissen aller Einzelorganisationen des ‚Supersystems‘ der deutschen Entwicklungshilfeorganisationen.
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Ein Merkmal dieser Wissensbasis ist, dass sie über Kommunikation zugänglich sein muss. Mit anderen Worten: Es gibt eine Wissensbasis der deutschen Entwicklungshilfe-organisationen, die nur erweitert und verändert werden kann, wenn Z ugriff auf diese Wissens basis durch Kommunikation zwischen den einzelnen Organisationen besteht. Organisationen können also nur durch Austausch von Informationen auf kommunikativem Wege voneinander lernen. Dieses ‚voneinander Lernen‘ der Organisationen wird auch als horizontales organisationales Lernen bezeichnet. Die Unterscheidung von organisationalem Lernen und horizontalem organisationalen Lernen ist wichtig, da es in den meisten Theorien des Organisationslernens nur um den Informationsaustausch innerhalb einer Organisation g eht. Die Untersuchungsobjekte beim organisationalen Lernen sind nämlich meist wirtschaftliche Organisationen, die einen Wettbewerbsnachteil hätten, würden sie all ihr Wissen an andere Organisationen weitergeben. Sicherlich gibt es auch dort Kooperationen, aber dabei sind Informationen meist Waren, mit denen die Organisationen handeln. Weiterhin versprechen sich diese Organisationen durch den Handel mit Informationen Wettbewerbsvorteile. Da es sich hier aber um Non-Profit-Organisationen handelt, die Informationen nicht aus wirtschaftlichen Gründen zurückhalten müssen, gibt es nur wenige Gründe für das Zurückhalten von Informationen, wie beispielsweise den Partnerschutz.
GEIßLER (1994) drückt das Organisationslernen wie folgt aus: Ein „noch unverbundenes Einzelwissen muss ausgetauscht und bearbeitet werden. [...]. Mit Bezug auf eine Gruppe können wir ihn [den Lernprozeß] als interpersonelle Kommunikation im Sinne eines Austausches von Wissen und Argumenten und ihrer gemeinsamen Bedeutung ausweisen und ihn in diesem Sinne als Gruppenlernen bezeichnen“ (GEIßLER, 1994: 221). Auch wenn es verschiedene Interessen zwischen den einzelnen Organisationen gibt, wird die Funktionsfähigkeit aller Organisationen als Ganzes dadurch bewahrt, dass sie sich durch die Weitergabe organisationsrelevanten Wissens, den ständig verändernden Bedingungen, die z.B. aus der Offe nheit des Systems resultieren, lernend anpasst. (vgl. GEIßLER, 1994: 221). Der tatsächliche Lernerfolg kann in dieser Arbeit allerdings nicht gemessen werden. Da Organisationen aber durch den Austausch von Informationen voneinander lernen können, liegt es nahe, anzunehmen, in einem gut ausgebauten Kommunikationsnetzwerk ist die potentielle Lernmöglichkeit größer, als in einem Netzwerk, in dem nur wenig Kommunikation stattfindet. Sind die kommunikativen Beziehungen also stark vernetzt und gut ausgeprägt, ist auch der Informationsaustausch sehr hoch. Infolgedessen ist die Möglichkeit des Voneinander- Lernens und somit der Verbesserung bzw. der Bewahrung der Funktionsfähigkeit der deutschen Entwicklungshilfe potentiell gegeben - so die Annahme. Demzufolge wird in dieser Arbeit aufgezeigt, ob und wie eine Grundlage für gege nseitiges organisationales Lernen - ein horizontales Lernen der Organisationen - besteht, nämlich ob ein gut ausgebautes Kommunikationsnetzwerk der deutschen EZ-Organisationen existiert. Somit wird das Aussehen des Netzwerks zur zentralen Fragestellung, um daraus
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die potentielle Lernmöglichkeit im Netzwerk deutscher EZ-Organisationen ableiten zu können. Ziel ist es also, die Grundlage des horizontalen organisationalen Lernens - das Kommunikationsnetzwerk der deutschen EZ-Organisationen - zu untersuchen.
2.3 Kommunikation als Mittel des Informationsaustauschs zwischen Organisationen
Der Begriff der Kommunikation
Bevor die Frage, wie Kommunikation zwischen Organisationen funktioniert, beantwortet werden kann, muss zunächst der Begriff der Kommunikation geklärt werden. Kommunikation wird meist definiert als Prozess des Austausches von Informationen zwischen einem Sender und einem oder mehreren Empfängern (vgl. TERLUTTER, 1999: 180). Oder anders ausgedrückt: „Wer sagt was, wie, zu wem?“ (FISHBEIN und AJZEN, 1975: 451f.. In: NEWMAN und andere, 1987: 199). Auch für LASWELL (1948) gestaltet sich der Sachve rhalt der Kommunikation ähnlich. Ihmzufolge sollte ein Kommunikationsprozess folgende Frage beantworten. „ (1) Wer (2) sagt was (3) über welchen Kanal (4) zu wem (5) mit welcher Auswirkung?“ (vgl. LASWELL, 1948: 37-51. In: TERLUTTER, 1999: 183).
Abbildung 1: Elemente im Kommunikationsprozess
Quelle: TERLUTTER, 1999: 183
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Es gibt demnach zwei Hauptbeteiligte in jedem Kommunikationsprozess: den Sender und den Empfänger. Träger der Kommunikation sind Botschaft und Medien. Die Teilfunktionen des Kommunikationsprozesses beinhalten Codierung der Botschaft durch den Sender und Decodierung durch den Empfänger. Des Weiteren beinhaltet der Kommunikationsprozess noch Störsignale, Rückmeldungen - ein sogenanntes Feedback -und die Wirkung der Kommunikation 2 (vgl. Abb. 1). Neben der Informationsübermittlung
besitzt Kommunikation auch den Nebeneffekt der Entisolierung (vgl. McCALL und COUSINS, 1990: 3), und zwar dadurch, dass eine Reaktion erwartet wird, und so der Sender zum Empfänger wird.
LUHMANN (1988) wehrt sich allerdings gegen einen Kommunikationsbegriff, in dem Kommunikation eine Metapher für Übertragung darstellt (vgl. LUHMANN, 1988: 193). Für ihn würde Übertragung bedeuten, dass man etwas weggibt, etwas verliert. Da dies aber nicht geschieht, sieht er Kommunikation nicht bloß als Übertragung an. Für ihn ist sie vielmehr ein selektives Geschehen, und zwar ausgehend vom Sinnbegriff (vgl. LUHMANN, 1988: 194).
„Die Selektion, die in der Kommunikation aktualisiert wird, konstituiert ihren eigenen Horizont; sie konstituiert das, was sie wählt, schon als Selektion, nämlich als Information. Das, was sie mitteilt, wird nicht nur ausgewählt, es ist selbst schon Auswahl und wird deshalb mitgeteilt. Kommunikation muß deshalb nicht als zweistelliger, sondern als dreistelliger Selektionsprozeß gesehen werden“ (LUHMANN, 1988: 194),
in dem es nicht nur um Absenden und Empfangen mit selektiver Aufmerksamkeit geht, sondern auch um die Selektivität der Information. Man muss ein Verhalten wählen, absichtlich oder unabsichtlich, dass die Information mitteilt. Weiterhin muss Information vom Mitteilungsverhalten unterschieden werden, und zum Dritten gibt es noch eine Erfolgserwartung, bzw. das Verstehen (vgl. LUHMANN, 1988: 194ff.). Die Zusammenfa ssung von Information, Mitteilung und Verstehen muss gewährleistet sein, damit Kommunikation funktioniert, und zwar in einem Akt der Aufmerksamkeit. „Begreift man Kommunikation als Synthese dreier Selektionen, als Einheit aus Information, Mitteilung und Verstehen, so ist Kommunikation realisiert, wenn und soweit das Verstehen zustande kommt“ (LUHMANN, 1988: 203). Dies setzt auch bei LUHMANN Codierung voraus. „Die Codierung muß als operative Vereinheitlichung von Information und Mitteilung durch Alter [ Empfänger] und Ego [Sender] gleichsinnig gehandhabt werden“ (LUHMANN, 1988: 197). 3 Der wichtigste Unterschied des LUHMANNschen Kommuni-
kationsbegriff zu den meisten anderen liegt darin, dass er den Teil, der übertragen wirdnämlich die Information - als ebenso bedeutsam ansieht, wie die Teile im Kommunikationsprozess, die die Information mitteilen und empfangen. Daher wird gerade dieser Kommunikationsbegriff in den Lerntheorien, die den Austausch von Informationen als
2 Auf eine Erläuterung von Codierung bzw. Decodierung, Störsignalen während des Kommunikationsprozesses sowie von möglichen Wirkungen soll im Folgenden nicht weiter eingegangen werden, da es für diese Arbeit nicht als relevant erscheint.
3 Auch eine nähere Erläuterung der Codierung bei LUHMANN stellt sich für die vorliegende Arbeit als nicht relevant dar und wird daher nicht weiter ausgeführt.
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Grundvoraussetzung für ein Voneinander-Lernen annehmen, besonders entscheidend. So kann nur voneinander gelernt werden, wenn die Information von den an der Kommunikation Beteiligten als zum Lernen relevant angesehen, und damit für den Kommunikationsprozess selektiert wird. Aus irrelevanten Informationen kann auch bei verstärktem Informationsaustausch nicht gelernt werden, d.h. nicht nur der Informationsaustausch an sich, sondern auch die Qualität der Information und die Erkenntnis, das eine bestimmte Information für andere relevant ist und daher selektiert wird, ist für den Lernerfolg von Bedeutung.
Kommunikationsbeziehungen zwischen Organisationen
Bei der Kommunikation müssen Sender und Empfänger nicht unbedingt natürliche Personen sein. Sie können, wie in dieser Untersuchung, auch Organisationen darstellen. Da die Kommunikation zwischen Organisationen jedoch gewissen Besonderheiten im Gegensatz zur Kommunikation zwischen Individuen unterliegt, werden diese im Folgenden thematisiert.
Zum gezielten Informationsaustausch mit anderen Organisationen wird eine Kommunikationsstelle innerhalb jeder Organisation benötigt, die speziell im Bereich des Austauschs von Informationen mit anderen Organisationen arbeitet. „Ausgerüstet mit Akteuren, die auf Interaktionen mit anderen Organisationen spezialisiert sind, können sie [die Organisationen] weitumfassende Informationsnetzwerke aufbauen“ (vgl. LAUMANN und KNOKE, 1987: 208. in: KÖNIG, 1992: 100). Diese Informationsnetzwerke dienen in erster Linie zum Sammeln von Information und zur Koordinatio n von Handlungen. Dabei werden im Idealfall mehr Daten ge sammelt als überhaupt effektiv verarbeitet werden können (vgl. KÖNIG, 1992: 99). Die Koordina tion von Handlungen setzt eine gezielte Kommunikation voraus (vgl. GRANOVETTER, 1985: 481-510. in: KÖNIG, 1992: 100). Es werden also sehr viele Daten gesammelt - mehr als überhaupt benötigt. Mit Hilfe dafür zuständiger Personen wird dann kommuniziert, um Handlungen zu koordinieren. Dies geschieht schließlich in einem dafür vorgesehenen Informationsnetzwerk. Darin existieren zwischen den Organisationen nicht ausschließlich direkte Beziehungen. Manche Organisationen kommunizieren mit anderen nur durch sogenannte Mittler - also indirekt -, um ihre Ziele zu erreichen (vgl. McCALL und COUSÌNS, 1990: 179). So sind die Organisationen zum einen durch direkte, zum anderen durch indirekte Kommunikationsbeziehungen miteinander verknüpft, wobei diese Organisationen, je nach Stellung, einen mehr oder weniger von anderen Organisationen abhängigen Charakter aufweisen (vgl. McCALL und COUSÌNS, 1990: 179) (s. auch Kapitel 2.4.1). Ebenso gibt es Organisationen, die, obwohl sie Teil eines Informationsnetzwerks sind, weder direkt noch indirekt mit anderen Organisationen kommunizieren. Sie sind unverbundene Bestandteile des Netzwerks (vgl. JANSEN, 1999: 88f.). Dies resultiert aus der Tatsache, dass alle
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Organisationen, selbst wenn sie nicht miteinander kommunizieren, Teil eines Systems sind (s. dazu auch Kapitel 2.1).
Da der Informationsaustausch zwischen Organisationen durch gewisse interne Abteilungen geregelt ist, wird das am häufigsten genutzte Mittel zum Informationstransport wohl der Austausch von Schriftstücken sein. Medien dafür können sein: Brief, Fax und e-mail. Wege der persönlichen Kommunikation zwischen Mitarbeitern dieser Abteilungen bestehen in der Nutzung des Telefons oder dem persönlichen Austausch auf Meetings wie Kongressen, Seminaren, Arbeitsgruppen etc..
Entwicklungsstufen der Kommunikation zwischen Organisationen
Ein weiteres Prinzip, welches für Kommunikation zwischen Organisationen im Allgemeinen Gültigkeit besitzt, ist, dass die kommunikativen Beziehungen der Organisationen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. McCALL und COUSINS unterscheiden fünf Stufen der Kommunikation zwischen Organisationen. Diese sind hierarchisch aufgebaut und Organisationen können zwischen den verschiedenen Kommunikationsstufen wechseln (vgl. McCALL und COUSINS, 1990: 186ff.) 4 . Basis der Unterteilung ist der Grad der
Institutionalisierung des Kommunikatons apparates, sowie die zeitliche Dauer der bestehenden kommunikativen Beziehung.
1. Die ‚Pre-relationship‘ Stufe: Sie ist gekennzeichnet durch das Bemühen, Kontakt mit anderen Organisationen herzustellen. Es herrscht noch soziale, kulturelle, technologische und geographische Distanz zwischen den Organisationen.
2. Die ‚frühe Stufe‘: Hier werden erste Kommunikationswege aufgebaut, wobei die Unerfahrenheit und die Unsicherheit im Umgang mit den anderen Organisationen sehr hoch ist. Die Distanzen zwischen den einzelnen Organisationen sind daher auch noch sehr groß. Es wird hierbei zwischen tatsächlichen und wahrgenommenen Verpflichtungen unterschieden. Die tatsächlichen Verpflichtungen, sowie die wahrgenommenen gegenüber den anderen Organisatio nen sind in dieser Stufe noch ge ring. Für Bearbeitungen, die der Entwicklung von Kommunikation dienen, werden keine Kosten gescheut.
3. Die ‚entwickelte Stufe‘: Die Kommunikationswege sind z.B. durch ausgebaute Netze, Verträge o.ä. bereits verankert. Die Erfahrung im Umgang miteinander verfestigt sich zusehens, wohingegen Uns icherheit und Distanz allmählich nachlassen. Die tatsächlichen Verpflichtungen gegenüber den anderen Organisationen steigen; die wahrgenommenen werden informell bearbeitet. Weitere Merkmale dieser Stufe sind aufkommende formale und informelle Bearbeitung sowie Kosteneinsparung.
4 McCALL und COUSINS beschreiben eigentlich wirtschaftliche Betriebe, wie so oft in der Organisationslehre. Werden jedoch die ökonomischen Eigenschaften der beschriebenen Organisationen vernachlässigt und eine eher allgemeine Betrachtungsweise benutzt, stellt sich die hier vorliegende Klassifizierung heraus.
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4. Die ‚Langzeitstufe‘: Nach mehreren Kooperationen sind Kommunikationswege etabliert. Es besteht schon große Erfahrung der Organisationen im Umgang miteinander. Uns icherheiten sind durch bereits bestehende, aber noch minimale Institutionalisierung reduziert. Die Distanz ist bereits sehr gering. Die tatsächlichen Verpflichtungen an den anderen sind jetzt maximal, wobei die wahrgenommenen Verpflichtungen sich mehr und mehr verringern. Daneben sind extensive Bearbeitungen der Fälle und höhere Kosteneinsparung durch immer stärker aufkommende Institutionalisierung weitere Kennzeichen dieser Stufe.
5. Die ‚finale Stufe‘: Auf dieser Stufe bestehen lang etablierte Beziehungen zwischen den Organisationen sowie extensive Institutionalisierung.
2.4 Theoretische Erklärungsmodelle für kommunikative Beziehungen
Bisher wurden die allgemeinen Merkmale kommunikativer Beziehungen zwischen Organisationen innerhalb eines Netzwerks dargestellt. Im Folgenden werden nun mögliche Gründe für das Zustandekommen von Kommunikation zwischen Organisationen erläutert werden. Diese sind: Macht und Einfluss, gemeinsame Interessen der Organisationen sowie strukturelle Zwänge im System deutscher EZ-Organisationen.
2.4.1 Kommunikationsbeziehungen als Ausdruck von Macht und Einfluss
Im interindividuellen, verhaltenstheoretischen Ansatz von HOMANS zu Autorität und Einfluss innerhalb von Gruppen, haben manche Personen mehr Einfluss als andere (vgl. HALLER, 1999: 172ff.). Wird dieses Modell auf das ‚Supersystem‘ deutscher EZ-Organisationen übertragen, so sind innerhalb dieses Systems einige Organisationen zu finden, die mehr Einfluss als die anderen besitzen. Die Fähigkeit andere zu beeinflussen, wird dann Autorität genannt. Die Beeinflussung an sich beruht auf der Fähigkeit weniger Gruppenmitglieder, mehrere andere belohnen oder bestrafen zu können (vgl. HALLER, 1999: 174). Diese Definition von Autorität (vgl. HALLER, 1999: 173) steht nicht im Widerspruch zu Max WEBERS Definition von Macht, in der es heisst: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ (WEBER, 1972: 28) Macht ergibt sich also durch den Einfluss, und Einfluss ergibt sich aus der Fähigkeit zu belohnen. Be lohnungen können laut HALLER materieller Natur sein, auf Anerkennung beruhen, sowie in einem Nichtausführen von Bestrafung, welche potentiell möglich wäre, bestehen (vgl. HALLER, 1999: 173f.). Belohnungen können aber auch die Weitergabe von Information und Wissen sein. Die Einflusschancen eines Akteurs liegen also, wie auch bei WEBER, auf den Ressourcen des Akteurs, wobei diese Ressourcen durchaus auch
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Informationen sein können (vgl. COLEMAN, 1991: 41). Durch den WEBERschen Ansatz „innerhalb einer sozialen Be ziehung“ wird die Veränderbarkeit, die Dynamik von Machtbeziehungen mit eingeschlossen (vgl. MELBECK, 1987: 8f. in: KÖNIG, 1992: 119). Machtbeziehungen zwischen den Organisationen beruhen also auf Ressourcen und sind veränderbar. Die Veränderbarkeit ist eine Chance, wenn die Machtverhältnisse zu Ungunsten des Funktionierens des ‚Supersystems‘ liegen.
Sobald nun einige wenige Organisationen die Fähigkeit besitzen, andere zu beeinflussen und alle Organisationen über Kommunikation miteinander vernetzt sind, äußert sich ihr Einfluss darin, dass die anderen Akteure kommunikativen Kontakt zu diesen einflussreichen Akteuren suchen. Dadurch weisen in einem Kommunikationsnetzwerk die beeinflussenden Akteure eine höhere Vernetzung als andere auf. Aus der höheren Dichte der Kommunikation leitet sich schließlich eine sowohl zentrale als auch prestigereiche Position der Kommunikanten im Netzwerk ab. Diese Position gibt nun ihrerseits wieder Aufschluss darüber, wieviel Kontrolle bzw. Einfluss eine einzelne Organisation besitzt. Das bedeutet, dass Macht und Einfluss einer Organisation aus deren Position innerhalb eines Kommunikationsnetzwerks ermittelt werden kann, da diese Position ein Abbild der tatsächlichen Machtverhältnisse darstellt (vgl. JANSEN, 1999: 123ff. u. 155ff.). Organisationen, die sich dagegen dem Kommunikationsnetzwerk entziehen, werden dann kaum von anderen Organisationen beeinflusst, können aber auch keinen Einfluss auf andere ausüben.
2.4.2 Kommunikationsbeziehungen aufgrund von Zielübereinstimmung
Macht und Einfluss müssen nicht der einzige Grund für Kommunikationsbeziehungen sein. Ein weiterer, sehr wichtiger Grund für Kommunikation zwischen Organisationen ist die Zielübereinstimmung (vgl. McCALL und COUSINS, 1990: 101), bzw. die Übereinstimmung von Einstellungen zu einem Objekt. FISHBEIN und AJZEN beschreiben Einstellung (attitude) folgendermaßen 5 : Einstellung ist „a [...] predisposition to respond in a
consistently favorable or unfavorable manner with respect to a given object“ (FISHBEIN und AJZEN, 1975: 6) 6 . Das bedeutet, dass Einstellungen immer gegenüber einem be-
stimmten Objekt bestehen, die entweder positiv oder negativ sind. Dabei kann das Objekt, auf das sich die Einstellung bezieht, vielerlei Gesichter haben - es kann eine Person sein,
5 Ihre eigentliche Definition lautet: Einstellung ist „ a learned predisposition to respond in a consistently favorable or unfavorable manner with respect to a given object“ (FISHBEIN und AJZEN, 1975: 6). Diese Definition ist hier aber nicht zweckmäßig, da andernfalls noch auf den Aspekt des Erlernens der Einstellung eingegangen werden müsste. Wie sich die Einstellungen gebildet haben, ist hier aber nicht Fokus der Untersuchung, sondern es geht um die Beschreibung des Kommunikationsnetzwerks. Daher ist die Bildung der Einstellung hier nicht relevant.
6 In der Definition von FISHBEIN und AJZEN geht es um individuelle Einstellungen, die sich aber durchaus auch auf Einstellungen von Organisationen übertragen lässt. Denn auch Organisationen besitzen ebenso wie Gruppen oder Individuen vorgegebene Ziele und Einstellungen zu gewissen Themen, die sie beispielsweise in ihre Satzung mit aufnehmen, und nach denen sie handeln..
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ein Thema, eine politische Wertvorstellung etc.. Manche Organisationen verfolgen nun die gleichen Ziele, haben gleiche Einstellungen zu einem Thema wie andere Organisationen. Aus diesem Grund tauschen sie verstärkt Informationen untereinander aus - es kommt zu einem einstellungskongruenten Verhalten (vgl. STROEBE u.a., 1996: 621). Verfolgen verschiedene Orga nisationen nicht die gleichen Ziele und besitzen daher unterschiedliche Einstellungen, wird ihr Informations austausch dementsprechend geringer sein. Die Zielübereinstimmung ist also ein weiterer Grund dafür, warum im Informationsnetzwerk Verbindungen zwischen Organisationen bestehen bzw. nicht bestehen. Der WEBERsche Begriff des sozialen Handelns liefert eine Begründung dafür. „Soziales Handeln aber soll ein solches Handeln heißen, welches seinem von dem oder den Handelnden gemeinten Sinn nach auf das Verhalten a n d e r e r bezogen wird und daran in seinem Ablauf orientiert ist.“ (WEBER, 1972: 1) Kommunikation ist soziales Handeln, und daher auch auf das Verhalten anderer - also auf die gleichen Ziele - abgestimmt. Organisationen kommunizieren also eher mit gleich gesinnten anderen Organisationen. Somit entsteht durch das gemeinsame soziale Handeln - hier die Kommunikation - eine soziale Beziehung (vgl. WEBER, 1972: 13) zwischen den Organisationen. Diese sozialen Beziehungen drücken sich dann unter anderem im Kommunikationsnetzwerk aus, d.h. Organisationen mit gleichen Einstellungen werden stärker untereinander vernetzt sein, als Organisationen mit konträren Einstellungen.
2.4.3 Strukturelle Zwänge als Entscheidungslimiter für die Wahl des Kommunikationspartners
Die beiden oben angegebenen Gründe für Kommunikation - Macht und Einfluss, sowie Zielübereinstimmung - können letzten Endes im Kommunikationssystem deutscher Ent-wicklungshilfeorganisationen zu strukturellen Zwängen führen (vgl. GIDDENS, 1988: 364f). Das bedeutet, dass durch Macht wie auch durch Zielübereinstimmung Zwänge ausgelöst werden können, die die Menge der möglichen Handlungsalternativen für einen Akteur auf eine Option oder einen Optionstyp beschränken (vgl. GIDDENS, 1988: 365). Demnach erachtet ein Akteur es nicht als wertvoll, irgend etwas anderes zu tun, als sich zu unterwerfen. „Die dabei getroffene Wahl ist eine negative, insofern man die Folgen der Nicht-Unterwerfung zu vermeiden sucht“ (GIDDENS, 1988: 265). In dem Kommunikationsmodell, dass hier aufgezeigt werden soll, bedeutet dies, dass nicht nur durch Einfluss und Macht Kommunikation mit den Einflussreichen und Mächtigen gesucht wird, sondern, dass die Entscheidung dafür in strukturellen Zwängen des Systems liegt. Das gleiche gilt für die Zielübereinstimmung. Durch diese beiden Möglichkeiten - entweder im einzelnen oder in Wechselwirkung miteinander - werden die Optionen einer Orga nisation für die Wahl des Kommunik ationspartners stark eingeschränkt. Man entscheidet sich für den einen Kommunikationspartner nun aufgrund von Machtge fügen und/oder einer gleichen Einstellung, aber nicht aus anderen Gründen. Denn andere Gründe für die Wahl eines
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Kommunikationspartners besitzen im System der deutschen EZ-Organisationen nicht die gleichen notwendigen argumentativen Stärken für eine Entscheidung aufgrund dieser Beweggründe und damit auch nicht die gleichen Möglichkeiten zur Ausübung eines strukturellen Zwangs wie die hier beschriebenen. Dabei darf der struk turelle Zwang nicht mit dem ‚nicht anders handeln können‘ verwechselt werden. Letzteres markiert die konzeptuelle Handlungsgrenze (vgl. GIDDENS, 1988: 365). Hier soll jedoch betont werden, dass, obwohl eine Organisation bestimmt mit allen anderen Organisationen kommunizieren könnte, im Grunde nur eine oder wenige Optionen für eine Organisation in der Wahl ihrer Kommunikationspartner vorliegen. Dies wird bestimmt durch die im System deutscher Entwicklungshilfeorganisationen vorliegenden strukturellen Zwänge.
2.5 Zentrale Fragestellung und hypothetische Annahmen
Da bisher keine vergleichbare oder ähnliche Studie existiert, die das Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen als Grundlage des horizontalen Lernens zum Ge-genstand hat, besitzt die vorliegende Arbeit einen eher explorativen Charakter. Dies bedeutet, dass die zentrale Frage „ Wie gestaltet sich das Kommunikationsnetzwerk der deutschen EZ-Organisationen?“ zum größten Teil deskriptiv zu beantworten ist. Trotzdem können in Anlehnung an die Theorien aus der Kommunikationsforschung wissenschaftliche Hypothesen formuliert werden. Sowohl für die Beschreibung des Kommunikationsnetzwerks als auch für die Überprüfung der Hypothesen wurde ein standardisierter Fragebogen mit teilweise offenen Antwortkategorien entwickelt, mit dessen Hilfe diese Leistung, wie in Kapitel 3. 1 dargestellt, erbracht wird.
In einem ersten Schritt wird die Kommunikationsstruktur des Supersystems ‚deutsche EZ-Organisationen‘ in allen Details beschrieben. Über den Informationsaustausch werden dabei die kommunikativen Beziehungen der einzelnen Akteure dargestellt. Dabei können die Organisationen auf direktem Wege, über Kommunikationsmittler oder überhaupt nicht miteinander kommunizieren. Die kommunikativen Wege auf denen die Information ausgetauscht wird, können sowohl einseitig - asymmetrisch - oder beidseitig - symmetrisch - sein. Oder anders ausgedrückt: Manche kommunikative Beziehungen bestehen dadurch, dass einige Organisationen ausschließlich an andere Organisationen Informationen senden, ohne selbst von diesen Informationen zu bekommen. Ebenso der umgekehrte Fall ist denkbar. Organisationen empfangen ständig von anderen Organisationen Informationen ohne je selbst Informationen an diese zu verschicken. Durch ihr kommunikatives Verhalten können sich die Organisationen z.B. zu verschiedenen Gruppen anordnen, innerhalb derer die Kommunikationshäufigkeit besonders hoch ist. Aus ihrer Aktivität des Informationsaustauschs können innerhalb des Kommunikationsnetzwerks aber unter anderem auch Machtstrukturen aufgedeckt werden. Die Methode, welcher sich
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dafür bedient wird, ist die Netzwerkanalyse. Damit ist es möglich, die kommunikativen Strukturen des Supersystems ‚deutsche EZ-Organisationen‘ vollständig zu veranschaulichen. Aber nicht nur der ausschließlich bewusste Austausch von Information soll in dieser Phase beschrieben werden. Informationen werden in der heutigen Zeit auch der breiten Öffentlichkeit angeboten, ohne dass der Informationsanbieter Einfluss darauf hat, welche Organisationen seine Informationen nutzen. Dies ist im Internet der Fall. Dort stellen EZ-Organisationen Informationen zur Verfügung ohne zu wissen, wer ihre Informationen erhält. Doch da diesem Thema im Fragebogen und in einer Dokumentenanalyse nachgegangen wurde, ist es hier nun möglich zu beschreiben, ob die deutschen EZ-Organisationen Informationen im Interne t verbreiten und ob andere EZ-Organisationen dieses Angebot nutzen. Denn dieses beschriebene Verhalten über die Nutzung des Internets zur Verbreitung und Erhalt von Informationen durch die deutschen EZ-Organisationen stellt ebenso ein kommunikatives Verhalten dar, und ist somit in dieser Arbeit von Bedeutung. Ebenso wichtig ist es aber auch zu beschreiben, für welche Zielgruppen, neben den anderen deutschen EZ-Organisationen, die Informationen der EZ-Organisationen noch relevant sind. Es soll aber nicht nur beschrieben werden, ob die zur Verfügung stehenden Informationen auch für andere Zielgruppen von Bedeutung sind, sondern ob diese Informationen - aus der Sicht der informationsanbietenden Organisation
- für die anderen Zielgruppen eventuell sogar relevanter sind als für die anderen deutschen EZ-Organisationen. Aus der Beschreibung dieser Einschätzung lässt sich schließlich die Bedeutung des horizontalen Lernens für die EZ-Organisationen ableiten. Denn unter der Annahme, dass horizontales Lernen zwischen Organisationen auf deren Informationsaustausch beruht, können die Organisationen dennoch nur aus für sie relevanter Information lernen (vgl. dazu auch Kapitel 2.2 und 2.3). Sind die vorhandenen Informationen nun für andere EZ-Organisationen im Vergleich zu anderen Zielgruppen sehr relevant, verdeutlicht dies eine Bedeutungszumessung des horizontalen Lernens aus Sicht der informationsanbietenden Organisation. Weiterhin beinhaltet der deskriptive Teil eine Beschreibung des Institutionalisierungsgrads bezüglich Generierung und Verbreitung von Evalua tionen der EZ-Organisationen, d.h. es soll erstens beschrieben werden, ob die deutschen EZ-Organisationen Evaluationsabteilungen oder eigenes Evaluationspersonal besitzen, die für die Organisationen Evaluationen generieren. Zweitens wird erläutert, obfalls vorhanden - diese Evaluationsabteilungen bzw. dieses Evaluationspersonal auch für die Verbreitung ihrer generierten Information verantwortlich sind, und wenn nicht, in wessen Aufgabenbereich dies ansonsten fällt.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich hier um eine explorative Untersuchung, d.h. um einen noch neuen, unerforschten Untersuchungsbereich, in dem es möglich ist, „neue Hypothesen zu entwickeln oder theoretische bzw. begriffliche Voraussetzungen zu schaffen, um erste Hypothesen formulieren zu können.“ (BORTZ u.a. 1995: 50). Neben dem deskriptiven Teil über das Aussehen des Kommunikationsnetzwerks stehen zu Be ginn
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einer solchen Studie - wie auch in der vorliegenden Arbeit - meistens unspezifischen Hypothesen, d.h. Hypothesen, die noch keine genaue Angabe über die Größe des hypothesengemäßen Zusammenhangs, Unterschieds oder der Veränderung zulassen, mit denen aber dennoch Behauptungen über den Zusammenhang zwischen zwei oder mehreren Merkmalen, den Unterschied innerhalb einer oder mehrerer Populationen in Bezug auf bestimmte Merkmale, unterschiedliche Wirkungen durch zwei oder mehrere Treatments oder die Veränderung eines oder mehrerer Merkmale innerhalb einer Population aufgestellt werden können (vgl. BORTZ u.a. 1995: 51). Die Hypothesen oder Forschungsannahmen leiten sich aus dem theoretischen Teil dieser Arbeit ab. Sie beschreiben keine Kausalbeziehungen, sind aber die zugrunde liegenden Forschungsfragen dieser Untersuchung, auf welche die Operationalisierung des Fragebogens aufbaut. Sie lauten wie folgt:
1. Unter der Annahme, dass Machtverhältnisse bzw. Einflussbereiche in einem System die Gestalt des Kommunikationsnetzwerk bestimmen, kann folgendes festgehalten werden: Je mächtiger oder einflussreicher eine Organisation innerhalb eines Systems ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass andere Organisationen kommunikativen Kontakt zu dieser Organisation suchen bzw. dass die mächtige oder einflussreiche Organisation kommunikativen Kontakt zu ihnen hat. Es wird erwartet, dass im System deutscher EZ-Organisationen vor allem zwei Organisationen bestimmte Macht- bzw. Einflusspositionen besitzen - das BMZ und VENRO. Das BMZ als das übergeordnete Ministerium der staatlichen EZ mit vertraglichen Beziehungen zu ausführenden Organisationen und als Geber von finanziellen Mitteln ist wohl die einflussreichste Organisation im staatlichen deutschen EZ-Bereich. VENRO - so wird hier angenommen - erhält seinen Einfluss im nichtstaatlichen EZ-Bereich vor allem durch seine Stellung als Dachverband aller NROs. Es wird demnach die Hypothese (H) aufgestellt, dass BMZ und VENRO mächtige und einflussreiche Akteure im Supersystem deutsche ‚EZ-Organisationen‘ sind.
2. Es besteht die Annahme, dass die gleiche Einstellung zu einem Objekt eine Bedingung für die Kommunikation zwischen mindestens zwei Organisationen ist, d.h. wenn zwischen zwei oder mehreren Organisationen eine gleiche Einstellung zu einem Objekt besteht, ist die Wahrscheinlichkeit der Kommunikation zwischen ihnen groß. Andererseits bedeutet dies auch, dass wenn unterschiedliche Einstellungen zum Gegenstand ‚Deutsche Entwicklungszusammenarbeit‘ auftreten, eine Gruppenbildung innerhalb des Systems der Organisationen der deutschen EZ zu erwarten ist.
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Es wird hier eine unterschiedliche Einstellung zwischen staatlichen und nichtstaatlichen EZ-Organisationen erwartet. Grundlage hierfür ist die Tatsache, dass alle staatlichen Organisationen die vom BMZ vorgegebenen Grundsätze für die deutsche Entwicklungshilfe erfüllen müssen und die nichtstaatlichen Organisationen diesem Reglement nicht so streng unterworfen sind und deshalb auch andere, selbst gesteckte Ziele verwirklichen können.
3. Wenn zwischen zwei oder mehreren Organisationen keine gleiche Einstellung zu einem Objekt besteht, ist die Wahrscheinlichkeit der Kommunikation zwischen ihnen gering. Aufgrund der Tatsache, dass politische Stiftungen nicht in gemeinsamen Projekten kooperieren und der Vielschichtigkeit ihrer politischen Grundeinstellungen wird hier für die politischen Stiftungen keine Kleingruppenbildung erwartet. Weiterhin wird anstatt einer größeren kommunikativen Nähe zu den NROs, zu denen sie eigentlich gezählt werden, ein stärkerer Kontakt zu den staatlichen Organisationen für wahrscheinlich gehalten, da sie oft im Auftrag des BMZ als Träger von Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit aktiv werden (vgl. BORRMANN u.a., 1999: 236). Ferner werden sie von staatlicher Seite auch beträchtlich unterstützt, um „Vorhaben der Gesellschafts- und Struktur politik, die im Einklang stehen mit den ent wicklungspolitischen Grundlinien der Bundesregierung (...)“, zu erfüllen. (BMZ, 1998. In: BORRMANN u.a., 1999: 236).
4. Bei den kirchlichen Entwicklungshilfeorganisationen sind gleiche Einstellungen zu erwarten, was darauf schließen lässt, dass es zu keiner Gruppenbildung katholische vs. evangelische EZ-Organisationen kommt, sondern dass beide Organisationsarten stark miteinander kommunizieren. Grundlage hierfür ist die Tatsache, dass beide Zentralstellen der kirchlichen Entwicklungshilfe - katholische, wie auch evangelische
- eng im Hinblick auf ein gemeinsames Ziel zusammenarbeiten, nämlich „die Not der Menschen in den Entwicklungsländern zu lindern und an der Schaffung gerechter
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sozialer Ordnungen mitzuwirken“ (BMZ u.a., 1997: 4. In: BORRMANN u.a., 1999: 290).
3 Methodisches Verfahren
Nachdem nun geklärt wurde, welchen Nutzen der kommunikative Austausch von Information zwischen den deutschen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit für diese Organisationen selbst hat, welche Hauptgründe für die Wahl des Kommunikationspartners bestehen und wie die einzelnen und gesamten Kommunikationsbeziehungen des Netzwerks theoretisch aussehen können, wird im Folgenden nun die Untersuchungsplanung beschrieben - im Hinblick darauf, dass es sich hierbei um eine explorative und deskriptive Forschungsarbeit handelt. Dies beinhaltet die Beschreibung der Operationalisierung des Fragebogens, der untersuchten Stichprobe sowie des Untersuchungsverlaufs.
3.1 Die Operationalisierung der zentralen Fragestellungen
Um den zu beschreibenden Teil der explorativen Studie erfassen und die angenommen Hypothesen über die mögliche Gestalt des Kommunikationsnetzwerks prüfe n zu können, wurde ein standardisierter Fragebogen mit teilweise offenen Antwortkategorien entwickelt (vgl. Abb.1.2 in Anhang 1). Hierfür wurden folgende Begriffe für die Untersuchung operationalisiert.
3.1.1 Information bzw. Informationsaustausch
Neben der hier untersuchten formellen Ebene werden Informationen sowohl auf informeller als auch auf persönlicher Ebene z.B. auf Tagungen, Workshops und Seminaren ausgetauscht. Letzteres führt aber eher zu persönlichem als zu organisationalem Lernen. Daher liegt das Interesse dieser Untersuchung auf der formellen Ebene des Informationsaustauschs zwischen den EZ-Organisationen. Um den Begriff der Information in einem standardisierten Fragebogen verwenden zu können, wurde bei der Operationalisierung berücksichtigt, wie Information weitergegeben werden kann, d.h. mit welchem Medium sie übertragen wird. Die schriftliche Form von Information ist dabei die sinnvollste Lösung, da
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schriftliche Informationen zählbar und greifbar und damit auch eine überprüfbare Größe sind. Da es viele Arten der schriftlichen Information von Werbebroschüren bishin zu Evaluationen gibt, wurde eine Art der Information ausgewählt, welche eine potentiell höhere Lernmöglichkeit als andere Informationen gewährleistet. Diese Informa tionen sind
- so die Annahme - ‚Evaluationen, Studien, Untersuchungen, etc.‘ (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1), also schriftliche Berichte mit inhaltlich stichhaltigen Fakten, da a priori vorausgesetzt wird, dass ausgehend von diesen Berichtsarten, die Möglichkeit des Lerne ns für die Organisationen höher ist, als von anderen schriftlichen Informationen, die ausgetauscht werden können. Die Ergänzung ‚etc.‘ wurde absichtlich in den Ausdruck ‚Evaluationen, Studien, Untersuchungen, etc.‘ eingefügt, um Organisationen, die an der Untersuchung teilnehmen, aber keine dieser Berichtsarten generieren bzw. besitzen, die Möglichkeit zur Beantwortung der Frage lässt. Dennoch ist die Richtung der Qualität der Information durch den Terminus ‚Evaluationen, Studien, Untersuchungen‘ vorgegeben.
3.1.2 Relevanz der horizontalen Lernfunktion
Die erste Frage im Fragebogen dient dazu, herauszufinden, für welche Zielgruppen die organisationseigenen Informationen („Evaluationen, Studien, Untersuchungen, etc.“; s. auch Kapitel 3.1.1) von Bedeutung sind. Dazu wurde die Frage B2 aus einem DAC-Fragebogen als Vorbild genommen und modifiziert (vgl. DAC, 2001: 96). Neben den vorgegebenen Kategorien aus dem DAC-Fragebogen wurde die Kategorie „Deutsche EZ-Organisationen“ als weitere Zielgruppe hinzugefügt. Die Zielgruppe ‚policy makers and senior management‘ (vgl. DAC, 2001: 96) wird weiterhin aufgespalten in zwei verschiedene Zielgruppen: „Leitung ihrer Organisation“ und „Politische Institutionen/Entscheidungsträger in Deutschland“ (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1). Die Zielgruppen, die im DAC-Fragebogen noch relativ ungeordnet vorliegen, wurden weiterhin geordnet, und zwar von innerorganisatorischen Zielgruppen bis hin zu „Medien und allgemeine Öffent lichkeit“ (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1). Diese verschiedenen Zielgruppen, für die die Informationen der Organisationen relevant sein können, repräsentieren dabei das Interesse der Organisationen, in interne bzw. externe Lernprozesse zu investieren. Oder anders formuliert: Ist eine Information für eine eher externe Zielgruppe relevant, bedeutet dies ein Interesse am Austausch von Information mit externen Stellen und somit ein Interesse am horizontalen Lernen. Dagegen wird eine eigene Information, die hauptsächlich für eine organisationsinterne Stelle von Bedeutung ist, auch überwiegend intern verbreitet, woraus ein interner Lernprozess resultiert. Sind die Informationen nun z.B. für andere EZ-Organisationen relevant, bedeutet dies ein Interesse an externem, horizontalem Lernen der Organisation. Statt den Begriff ‚important‘ aus dem DAC-Fragebogen beizubehalten, wurde hier ‚relevant‘ als Bewertungseinheit für die Zielgruppen verwendet (vgl. DAC, 2001: 96 und Abb. 1.2 in Anhang 1). Die Antwortkategorien bezüglich der Wichtigkeit der
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Zielgruppen reichen von ‚sehr grosse Re levanz‘ bis zu ‚ keine Relevanz‘ (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1). Es liegt also eine Antwortskala von 0 bis 3 vor.
3.1.3 Bereitstellung von Informationen via Internet
Um herauszufinden, ob die befragte Organisation Informationen im Internet anbietet und wenn ja, wie groß dieser Anteil im Vergleich zur insgesamt vorhandenen Informationsmenge der Organisation ist, wurde Frage zwei des Fragebogens entwickelt. Damit der Anteil der Information im Vergleich zur Gesamtmenge angeben werden kann, wurde eine offene Antwortkategorie vorgegeben. Falls die befragte Organisation keine Information im Internet anbot, bestand noch die Möglichkeit anzugeben, ob sie sich zur Zeit noch in der Vorbereitungsphase befände, Informationen im Internet bereitzustellen, oder ob sie es ehe r nicht plane - aus welchen Gründen auch immer - ihre Informationen via Internet einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1). Zusätzlich zu Frage zwei des Fragebogens wurde eine Internetrecherche durchgeführt, welche dazu dient, die Angaben der Organisationen, ob sie Informationen im Internet anbieten noch einem Cross Check zu unterziehen. Die Internetrecherche bewertete das Vorhandensein verschiedener Informationsarten und die Darstellung dieser Informationen 7 .
Die Frage nach Zugriffen auf die Internetinformationen der Organisationshomepage wäre sicher auch eine interessante Frage gewesen, doch wäre die Beantwortung einer solchen Frage nur von einer technischen Abteilung innerhalb der Organisation zu leisten, die den Rest der Fragen nicht hätte beantworten können. Somit würde eine solche Frage nicht mit dem restlichen Themenkontext des Fragebogens harmonieren, woraus folgt, dass die verschiedenen Fragen nicht von einem zuständigen Ansprechpartner innerhalb der Organisation hätten beantwortet werden können, was eine praktische Restriktion für den Rücklauf bedeutet hätte. Außerdem hätte die Zugriffshäufigkeit keine Auskunft über den Zugriff der EZ-Organisationen auf die Homepage bieten können. Damit wird die Frage nicht nur aus praktischen Gründen für diese Arbeit irrelevant.
3.1.4 Weitergabe schriftlicher Informationen
Die dritte Frage überprüft, ob die befragte Organisation Informationen in schriftlicher Form an andere EZ-Organisationen weitergibt. Wird die Frage bejaht, wird, wie in Frage zwei, nach einer Einschätzung über den Anteil der weiterge gebenen Informationen in Bezug zur Gesamtmenge an Information gebeten. Weiterhin wird nach den sechs Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit gefragt, die wohl insgesamt die meisten Infor-
7 Diese beiden Variablen ‚Existenz einer Informationsart‘ und ‚Darstellung einer Informationsart‘ besitzen verschiedene Ausprägungen, die aber erst im Ergebnisteil genannt werden, um die Ergebnisse besser erklären zu können.
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mationen der befragten Organisation erhalten. Die beiden Unterfragen zum Anteil der Information an der Gesamtmenge, wie auch die Frage nach den sechs Organisationen, die die meiste Information erhalten, sind Schätzfragen mit offenen Kategorien (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1). In dieser Frage soll also insgesamt eine Einschätzung über die Menge abgegebener Information in Relation zur Gesamtmenge abgegeben werden. Die subjektive Wahrnehmung, welche der Organisationen die wohl größte Menge an Informatio n erhalten, soll am Ende mit den Organisationen korrelieren, denen auch am Häufigsten Informationen zugesandt werden.
In der folgenden Frage wird nach der Häufigkeit der Weitergabe schriftlicher Informationen an andere EZ-Organisationen gefragt. Anhand der Antworten, welchen Organisationen Informationen weitergegeben werden, soll das Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen hinsichtlich des Sendens von Information beleuchtet werden. Hierfür werden zunächst die Organisationen der Stichprobe sowie drei offene Antwortkategorien für die Organisationen, die nicht durch die Stichprobe abgedeckt werden, als mögliche Antworten vorgegeben. Die befragte Person ist nun angehalten, anzugeben, ob die eigene Organisation den anderen Organisationen aus der Stichprobe bzw. den selbst eingetragenen ‚sehr oft‘, ‚oft‘, ‚selten‘ oder ‚nie‘ Informationen zusendet. Falls die befragte Person nicht über die Informa tion verfügt, ob an eine Organisation aus der Stichprobe ‚Evaluationen, Studien, Untersuchungen, etc.‘ gesandt wurde, sollte sie die Antwortkategorie ‚weiss nicht‘ verwenden (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1). Die Abstufungen in der Häufigkeit der zugesandten Information fließt in die Netzwerkanalyse mit ein. Frage vier kann nur beantwortet werden, sollte die Einga ngsfrage nach der generellen Bereitschaft, Informationen zu senden in Frage drei mit ‚ja‘ beantwortet sein (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1).
3.1.5 Empfangen schriftlicher Information
Das Empfangen bzw. das ‚bestätigte Senden‘ schriftlicher Information wird durch Frage fünf abgedeckt. Zunächst wird erfragt, ob die Organisation von anderen EZ-Organisationen Informationen erhält. Wenn diese Frage mit ‚ja‘ beantwortet wurde, wird anschließend danach gefragt, von welchen Organisationen der Stichprobe (zusätzlich zu drei offenen Kategorien) die eigene Organisation mit welcher Häufigkeit (‚sehr oft‘, ‚oft‘, ‚selten‘ oder ‚nie‘) Informa tionen erhält. Sollte die befragte Person nicht über die Information verfügen, ob an eine Organisation aus der Stichprobe ‚Evaluationen, Studien, Untersuchungen, etc.‘ gesandt werden, so müsste sie auch hier die Antwortkategorie ‚weiss nicht‘ verwenden. Die Frage ist also im Grunde vergleichbar mit Frage vier, nur dass nicht das ‚Senden an‘ sondern das ‚Empfangen von‘ den Organisationen der Stichprobe überprüft wird (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1).
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3.1.6 Erhalt von Informationen via Internet
Die Frage sechs des Fragebogens ist dem Aufbau nach der Frage fünf ähnlich, behandelt aber nicht das Empfangen schriftlicher Information von anderen EZ-Organisationen, sondern überprüft, ob EZ-Organisationen das Internet nutzen, um Informationen von Homepages anderer EZ-Organisationen zu beziehen (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1). Insgesamt dient diese Frage zur Ergänzung der Beschreibung des Kommunikationsne tzwerks. Dadurch kann z.B. überprüft werden, ob die Internetnutzungsbereitschaft vom Organisationstyp abhängig ist, welche Organisationen besonders oft das Internet als Datenquelle nutzen, etc.. Ferner können mit den Ergebnissen die Resultate aus den Angaben der Organisationen aus Frage zwei mittels Cross Check überprüft werden.
3.1.7 Institutionalisierungsgrad der Organisation bezüglich der Generierung und Verbreitung von Evaluationen
Die letzte Frage des Fragebogens besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil befragt die Organisation, ob sie eine Evaluationsabteilung bzw. für Evaluationen zuständiges Personal besitzen. Kann die befragte Organisation bei einer der beiden Antwortkategorien die Frage bejahen, gibt dies Auskunft über den Institutionalisierungsgrad für die Generierung von Evaluationen. Evaluationen bieten die Möglichkeit, Lernprozesse welcher Art auch immer in Gang zu setzen und bringen Organisationen dazu, etwas zu lernen (vgl. LEEUW u.a., 2000: 4). Da gerade Evaluationen solche Lernprozesse auslösen, und Lernprozesse vom Informationsgehalt abhängig sind, wird angenommen, dass Evaluationen den größten Informationsgehalt besitzen. Ist für die Generierung dieser Informationsart noch eine innerorganisatorische Institution - im Idealfall eine Evaluationsabteilung - in letzter Instanz zuständig, erhöht man den Informationsgehalt durch die Kontrolle des Evaluationsprozesses. In der Organisation vorhandene Evaluationsabteilungen und für Evaluationen zuständiges Personal sind für die Sicherung der Qualität der Evaluationen besser geeignet, als Evaluationen durch externes oder sogar fachunkundiges Personal, da so die Evaluationen vom Entscheidungsträger besser koordiniert und die daraus gewonnenen Daten auch dort auf direktem Wege zusammenlaufen können. Und ohne Zweifel sind Evaluationsabteilungen besser organisiert als für Evaluationen zuständiges Personal und somit für die Erstellung von Evaluationen besser befähigt.
Der zweite Teil der Frage beschäftigt sich dann wieder mit der Verbreitung von Information. Besitzt die befragte Organisation eine Evaluationsabteilung/fachkundiges Personal, wird hier nun gefragt, ob diese/s auch für die Verbreitung von Evaluationsberichten zuständig ist. Sollte dies der Fall sein, besitzt die Organisation einen hohen Institutionalisierungsgrad bezüglich der Generierung und Verbreitung von Information, dadurch, dass beides von einem Ort innerhalb der Organisation aus gesteuert wird. Eine Abstufung wird durch eine weitere offene Antwortkategorie vorgenommen: die Verbreitung
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von Evaluationsberichten kann auch mit anderen Abteilungen geteilt werden. Kreuzt die befragte Person diese Antwortkategorie an, wurde sie angehalten anzugeben, mit welcher Abteilung diese Aufgabe geteilt wird. Weitere Abstufungen im Institutio nalisierungsgrad bezüglich der Generierung und Verbreitung von Information gibt es dann, wenn die Organisation eine Evaluationsabteilung bzw. fachkundiges Personal für die Generierung von Evalua tionsberichten besitzt, diese aber auch durch andere verantwortliche Abteilungen weitergegeben werden (offene Antwortkategorie zum Aus füllen) oder wenn für die Verbreitung überhaupt keine Struktur innerhalb der Organisation vorliegt (vorgegebene Antwortkategorie). Die Organisationen wurden also mit Frage sieben nach ihrem Status der Institutionalisierung im Bezug auf die Generierung und Verbreitung ihrer Information gefragt. (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1).
3.2 Die Stichprobe
Bei der Vielzahl der Entwicklungshilfeorganisationen - allein das Institutionenverzeichnis der DSE beinhaltet schon ca. 300 Organisationen (vgl. DSE, 2000) - war die Berücksichtigung aller EZ-Organisationen im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Daher war es notwendig aus der Grundgesamtheit eine für die Überprüfung der Fragestellung hinreichend große Stichprobe zu definieren. Laut BORTZ u.a. ist es zwar für eine explorative Studie „weitgehend unerheblich, wie die Untersuchungsteilnehmer aus der interessierenden Population ausgewählt werden“ (BORTZ u.a., 1995: 70), dennoch soll hier aber eine Stichprobe festgelegt werden, die „ein verkleinertes Abbild der Grundgesamtheit (...) hinsichtlich der Repräsentativität der für die Hypothesenprüfung relevanten Variablen“ (FRIEDRICHS, 1990: 125) darstellt. Die Grundgesamtheit (N) besteht aus staatlichen Organisationen und NROs, wobei die genaue Anzahl nur sehr schwer zu erfassen ist. Die DSE zählt, wie gesagt, ca. 300 deutsche Organisationen (vgl. DSE, 2000), VENRO dagegen nennt - nur bezüglich der NROs - eine Zahl von fast 2000 (vgl. VENRO 2002). Eine reine per Z ufallsauswahl gezogene Stichprobe ist auszuschließen, da die Möglichkeit bestände, vermutete zentrale Spieler im Kommunikationsnetzwerk dadurch zu verlieren. Eine mehrstufige Auswahl - eine Kombination aus bewusster Auswahl und Zufallsstichprobe - erscheint bei den verschiedenen Merkmalsausprägungen der Grundgesamtheit als die wohl sinnvollste Lösung (vgl. Abb. 2). Da die Grundgesamtheit aus relativ homogenen Subpopulationen (Schichten) besteht, wurde in einem ersten Schritt festgelegt, aus welchen Subpopulationen eine einfache Stichprobe gezogen wurde. Dies waren staatliche, kirchliche - katholische wie evangelische -, sonstige nichtstaatliche EZ-Organisationen und politische Stiftungen. Es liegt also eine geschichtete (stratifizierte) Stichprobe vor (vgl. BORTZ, 2000: 26).
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Die ‚Schicht‘ der sonstigen NROs gestaltet sich insgesamt sehr heterogen, da einige der Organisationen in ihrer entwicklungspolitischen Zusammenarbeit eine doch sehr spezielle Arbeit leisten. Um nun die Schicht der NROs homogener zu gestalten bzw. um für die Stichprobe aus dieser Schicht repräsentative Organisationen festlegen zu können, wurden in einem zweiten Schritt folgende Organisationsarten bewusst aus der Stichprobe ausgeschlossen:
• Organisationen, die sich ausschließlich der Pflege wirtschaftlicher Beziehungen deutscher Unternehmen in bestimmten Regionen der Welt widmen, wie z.B. der Australien-Neuseeland Verein e.V.,
• Forschungsinstitute, die sich alleine der Informationssammlung und Dokumentation von entwicklungspolitischen Schr iften und Forschungsarbeiten über bestimmte Regionen der Welt widmen, wie beispielsweise die deutsche Gesellschaft für Osteuropa-kunde,
• Institute und Fachrichtungen deutscher Universitäten für Forschung und Lehre im Bereich EZ,
• Organisationen, die sich ausschließlich der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Deutschland verschrieben haben,
• Jugendorganisationen im Bereich EZ und
• Umweltorganisationen im Bereich EZ.
Die verbleibenden NROs zeichnen sich durch ihren praktischen Einsatz mittels EZ-Projekten aus. 8
Im dritten Schritt wurde dann festgelegt, wie groß die Stichprobe, die aus den jeweiligen Schichten gezogen wurde, sein sollte. Dies ergab sich teilweise aus dem nächsten Schrittder bewussten Auswahl von Organisationen aus den verschiedenen ‚Schichten‘ in die Stichprobe. So wurden aus der ‚Schicht‘ der staatlichen EZ-Organisationen neben dem BMZ die wichtigsten Vertreter der staatlichen Entwicklungshilfe in Anlehnung an BORRMANN (2001), aber auch aus Sicht des BMZ (s. dazu auch Kapitel 1.1.1), nä mlich GTZ, KfW, BGR, PTB, CDG, DED, DEG und DSE, bewusst ausgewählt. Dies ergibt eine Stichprobengröße aus der ‚Schicht‘ der staatlichen Organisationen von n=9. Aus der Subpopulation der politischen Stiftungen wurden alle Organisationen - KAS, FES, FNS, HSS, HBS - bewusst berücksichtigt, da politische Stiftungen nicht so zahlreich sind und eine Stichprobenziehung daher einen Repräsentativitätsverlust zur Folge haben könnte. Die Stichprobengröße aus der Subpopulation der politischen Stiftungen beträgt also n=5. Die Anzahl der ausgewählten Organisationen aus der ‚Schicht‘ der kirchlichen Organisationen wurde doppelt so hoch angesetzt wie die Anzahl der politischen Stiftungen, da entsprechend der Anzahl der politischen Stiftungen in der Stichprobe je fünf katholische
8 Es wird a priori angenommen, dass gerade Organisationen aus der Praxis sehr viele Erfahrungen sammeln, und diese Erfahrungen an andere weitergeben können. Die Möglichkeit von diesen Organisationen zu lernen, ist also höher, ebenso wie das Bestreben dieser Organisationen selbst etwas zu lernen, um ihre praktische Arbeit zu verbessern.
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und evangelische Organisationen in die Stichprobe einbezogen werden sollten. Entsprechend der Anzahl der kirchlichen Organisationen wurden aus der Subpopulation der sonstigen NROs zehn Organisationen, sowie zusätzlich VENRO als bewusste Auswahl berücksichtigt. Die Stichprobengröße aus der ‚Schicht‘ der sonstigen NROs beträgt also n=11.
Abbildung 2: Das Verfahren der Stichprobenziehung
Quelle: eigene Darstellung
Der vierte Schritt der Stichprobenziehung umfasste, wie bereits erwähnt, eine bewusste Auswahl von Organisationen aus den verschiedenen ‚Schichten‘ in die Stichprobe. Neben den neun staatlichen Organisationen und den fünf politischen Stiftungen wurde zudem -
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wie bereits erwähnt - auch VENRO aus der ‚Schicht‘ der sonstigen NROs bewusst ausgewählt. Aus der Subpopulation der kirchlichen Organisationen sollten eigentlich je fünf katholische und evangelische Organisationen per Zufallsauswahl gezogen werden. Da die Anzahl der evangelischen Organisationen durch einen e rst kürzlich vollzogenen Zusammenschluss mehrerer Organisationen mit dem EED und der Absage einer evangelischen EZ-Organisation jedoch sehr gering war, konnten nur noch Brot für die Welt, DWHH 9 und EED als evange lische EZ-Organisationen einbezogen werden, die demzufolge als bewusst berücksichtigte Organisationen für die Stichprobe vorgesehen wurden. Der Anspruch von fünf evangelischen EZ-Organisationen konnte somit nicht realisiert werden. Dafür wurden die ökumenische Organisation EIRENE sowie die GKKE als gemeinsames Organ der katholischen und evangelischen EZ bewusst in die Stichprobe aufgenommen.
Der Rest der kirchlichen EZ-Organisationen wurde von katholischen Organisationen gedeckt, die im fünften Schritt zufällig per Losverfahren ausgewählt wurden. Diese waren Adveniat, DCV, Kolpingwerk, Malteser Hilfsdienst und Misereor. Ebenfalls im fünften Schritt wurden die zehn sonstigen NROs - neben VENRO - zufällig per Losverfahren in die Stichprobe gewählt. Das Ergebnis war Action Medeor, Andheri-Hilfe, AWO, MSF, Care Deutschland, DESWOS, Help, Karl Kübel Stiftung, medico international und SODI. Die Entscheidung für ein Losverfahren zur Stichprobenziehung aus diesen ‚Schichten‘ ist in der großen Anzahl der Organisationen sowie in ihrer relativ gleich großen Bedeutung innerhalb des EZ-Bereichs begründet.
Nach diesem fünfstufigen Auswahlverfahren existiert nun eine disproportional geschichtete Stichprobe (vgl. FRIEDRICHS, 1990: 140) mit insgesamt 35 Ent-wicklungshilfeorganisationen, von denen 20 bewusst und 15 per Zufallsauswahl bestimmt wurden.
Während der Rücklaufphase des Fragebogens wurden noch zwei staatliche EZ-Organisationen, ZGB und ZA - Unterorganisationen der DSE - für die Stichprobe nachnominiert, da die DSE aufgrund ihrer Dezentralität und Vielzahl von Unterorganisationen sich nicht in der Lage sah, den Fragebogen zu beantworten. Diese beiden Organisationen wurden dann also stellvertretend für die DSE befragt 10 .
9 Die DWHH wurde trotz anderer eigener Vermutung aufgrund einer Auskunft einer relevanten Stelle den evangelischen Organisationen zugeordnet. Wenn diese Organisation sich trotzdem eher ihrem Selbstverständnis nach den sonstigen NROs zuordnet, ändert dies nichts Wesentliches an den Hauptergebnissen dieser Arbeit- Die einzige Einschränkung läge lediglich darin, dass dann H4 nicht mehr zu überprüfen wäre.
10 Der Fragebogen wurde nicht mehr geändert, da die Rücklaufphase des Fragebogens schon fast abgeschlossen war. Die Antworten für die DSE wurden für ihre zwei Unterorganistionen analog übernommen, bzw. wurden die Antworten von ZA und ZGB als Antwort der DSE umkodiert, da die Unterorganistionen stellvertretend für die DSE befragt wurden. Die Antworten wurden also angepasst, damit man für die DSE doch noch Informationen bezüglich ihrer Stellung im Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ -Organisationen erhielt.
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Letzten Endes umfasst die Stichprobe also 37 EZ-Organisationen, wobei 22 bewusst und 15 per Zufallsauswahl gezogen worden waren (s. dazu auch Tab. 2). 11
Tabelle 2: Stichprobe nach Organisationstyp (alphabetisch geordnet)
Quelle: eigene Darstellung
3.3 Verlauf der Untersuchung
Der Zeitraum der Datenerhebung begann am 28. Januar 2002 und endete am 19. Juni 2002.
Während dieser Zeit wurden in den Organisationen der Stichprobe telefonisch Ansprech-
partner zur Beantwortung des Fragebogens ausfindig gemacht, welche anschließend über
den Zweck der Untersuchung und den Inhalt des Fragebogens aufgeklärt wurden. Des
weiteren erfolgte eine ständige telefonische ‚Betreuung‘ der Organisationen, deren Frage-
bogen sich noch nicht im Rücklauf befa nd, um eventuelle Probleme beseitigen und Fragen
bezüglich des Fragebogens und der Untersuchung beantworten zu können. Dadurch sollte
11 Der Fragebogen (vgl. Abbildung 1.2 in Anhang 1), beinhaltet als Antwortkategorie noch die Organisation KZE. Die KZE war also ursprünglich für die Stichprobe vorgesehen. Diese Trennung von MISEREOR und KZE wurde aus BORRMANN u.a. 1999 und 2001 abgeleitet. Während des Untersuchungsverlaufs verdeutlichte die Organisation MISEREOR in einem Telefongespräch vom 21.02.02, dass sie diese Trennung als sehr ‚unglücklich' betrachtet. Da der Fragebogen zu diesem Zeitpunkt aber schon im Umlauf war, konnte er diesbezüglich nicht mehr geändert werden. Die Informationen bezüglich KZE wurden umkodiert, die Organisation selbst fällt aber somit aus der eigentlichen Stichprobe heraus und ist deshalb hier nicht mehr erfasst. Auch bei der GKKE wurden die zwei konfessionell getrennte Geschäftsstellen im Fragebogen aufgeführt. Dies wurde in einem Begleitschreiben ebenfalls bemängelt. Deshalb erscheint die GKKE hier in der Stichprobenbeschreibung auch nur einmal aufgeführt.
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die Rücklaufquote erhöht werden. Probleme, die beim Untersuchungsverlauf auftraten sowie der tatsächliche Rücklauf sollen im folgenden dargestellt werden. Befragung von Organisationen
Organisationen können nicht direkt befragt werden. Um Organisationen befragen zu können, muss eine Person, die im Namen der Organisation den Fragebogen beantwortet, ermittelt werden. Dies darf natürlich nicht irgendeine Person innerhalb der Organisation sein, sondern es muss jemand sein, dessen Position innerhalb der Organisation es ihm erlaubt, die Fragen des Fragebogens mit dem größtmöglichen Wissen stellvertretend für die Organisation beantwo rten zu können. Denn nur die Beantwortung durch eine kompetente Person bezüglich der Fragen des Fragebogens kann die externe Validität der Ergebnisse garantieren. Somit war es vor dem Verschicken der Fragebögen zunächst einmal wichtig, den richtigen Ansprechpartner für diese Untersuchung zu finden. Die kompetentesten Personen für die Beantwortung des Fragebogens sind im Idealfall Personen aus Evaluationsabteilungen bzw. falls eine derartige Abteilung nicht existiert die für Evaluationen verantwortliche Person. Diese Personen wurden teils mit Aktenanalyse und anschließenden telefonischen Erkundigungen oder nur durch telefo nische Nachforschung ermittelt. Zweifellos besitzt aber nicht jede Organisation eine Evaluationsabteilung und auch nicht jede Evaluatio nsabteilung sah sich automatisch in der Lage, den Fragebogen beantworten zu können. So wurde oft der Geschäftsführer oder die Presseabteilung der Organisation als erstes angesprochen, Personen innerhalb der Organisation zu benennen, die aus deren Sicht als kompetent für diese Aufgabe zu sein schienen. Manchmal fühlten sich auch die Geschäftsführer selbst berufen, den Fragebogen auszufüllen, da siezumindest in kleineren Organisationen - den größten Überblick über die Aktivitäten der Organisation besitzen. Alle Telefongesprächspartner sowie die Personen, die letztenendes den Fragebogen erhielten, wurden vorab telefonisch darüber informiert, welchen Zweck die Untersuchung verfolgt und welche Anforderungen der Fragebogen an das Wissen der befragten Person richtet. Erst nachdem diese Anforderungen mit den Zielpersonen geklärt waren, sie die Kenntnis der ihnen zugetragenen Aufgaben besaßen und sich zur Befragung bereit erklärten, wurde ihnen der Fragebogen postalisch zugesandt. Zur letzten Absicherung, dass der Fragebogen bzw. einzelne zentrale Fragen daraus nur von der kompetentesten Person bezüglich der Beantwortung des Fragebogens bearbeitet wird, wurde im Anschreiben noch einmal Ziel und Zweck der Untersuchung genannt, sowie folgende Bitte formuliert: „Wenn Sie bzw. Ihre Abteilung zur Beantwortung des Fragebogens (oder einzelner Fragen) eventuell der falsche Adressat sein sollten, bitten wir Sie, den Fragebogen (bzw. die entsprechenden Fragen) an die dafür zuständige Person bzw. Abteilung weiterzuleiten.“ (vgl. Abb. 1.1 in Anhang 1) Diese Möglichkeit wurde auch bei einigen Organisationen genutzt, woraus sich schließen lässt, dass - zumindest aus Sicht der jeweiligen Organisation - der/die richtige AnsprechpartnerIn zur Beantwortung
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der Fragen gefunden wurde. Ob dies bedeutet, dass der Ansprechpartner kompetent genug war, um valide Ergebnisse für die Untersuchung zu erhalten wird in Kapitel 6 diskutiert.
Der Anspruch an die Rücklaufphase des Fragebogens
Die vorhandene Stichprobe der Untersuchung birgt das Problem, dass aus jeder einzelnen ‚Schicht‘ nicht sehr viele Organisationen in die Stichprobe aufgenommen wurden. Weiterhin beinhaltet die Stichprobe sehr viele bewusst ausgewählte Organisationen, deren Angaben für die Prüfung der Hypothesen wichtig sind. Infolgedessen ist die Untersuchung darauf angewiesen, dass vor allem die bewusst definierten Organisationen der Stichprobe den Fragebogen beantworten, und dass aus jeder ‚Schicht‘ mindestens 50% der Fragebögen quantitativ verwertbare Daten beinhalten. Denn wenn z.B. aus der Subpopulation der politischen Stiftungen nur eine oder zwei Organisationen geant wortet hätten, können daraus kaum Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit gezogen werden. Daher wurden die AnsprechpartnerInnen persönlich telefonisch auf den Fragebogen vorbereitet. Es wurden zudem Fristen für das Ausfüllen des Fragebogens von ca. 2-3 Wochen nach Erhalt gesetzt. Nach Ablauf der Frist ohne Rücklauf des Fragebogens wurde der/die AnsprechpartnerIn wiederholt telefonisch kontaktiert. Dabei wurden z.B. inhaltliche Probleme des Fragebogens besprochen und gelöst. Von Fall zu Fall lag auch nur ein Verlust des Fragebogens vor, so dass ein neuer nachgesandt werden konnte, usw.. Diese telefonische ‚Betreuung‘ erfolgte so lange, bis der Rücklauf der Fragebögen den Zielvorgaben entsprach.
Der Rücklauf
Tabelle 3: Rücklaufquote des Fragebogens
Quelle: eigene Berechnung
Aufgrund der ständigen telefonischen ‚Betreuung‘ der AnsprechpartnerInne n in den Organisationen und einer langen Laufzeit der Untersuchung von fast fünf Monaten konnte schließlich eine Rücklaufquote von insgesamt 81% erreicht werden. Darunter befinden
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sich - bis auf eine Ausnahme - auch alle bewusst definierten Stichprobenmitglieder. Die schlechteste Rücklaufquote liegt bei der ‚Schicht‘ der sonstigen NROs mit 55% (vgl. Tab. 3). Die quantitative Verwertbarkeit der Fragebögen für die Untersuchung liegt insgesamt bei 70% von allen befragten Organisationen. Die geringste quantitative Verwertbarkeit der Fragebögen innerhalb einer Subpopulation ist ebenfalls bei den sonstigen NROs zu finden (vgl. Tab. 3).
Kritische Anmerkungen der Organisationen zur Untersuchung während des Rücklaufs Der erste Kritikpunkt richtet sich an die Auswahl der sonstigen NROs für die Stichprobe. Dabei bemängelte VENRO, dass die ausgewählten sonstigen NROs der Stichprobe nicht repräsentativ gewählt wurden. Es gäbe andere Organisationen, welche ‚wichtiger‘ und ‚größer‘ seien, als die hier vorhandenen. Der Vorwurf, dass hier viele ‚unwichtige‘ Organisationen befragt wurden, muss allerdings zurückgewiesen werden, da nicht die entwicklungspolitische Arbeit der Organisationen an sich und eine sich daraus ableitende Bedeutung der Organisation im Fokus des Interesses steht. Zudem bestehen neben der unterschiedlichen Größe doch strukturelle Ähnlichkeiten zwischen den Organisationen. Aufgrund der kleinen - bezüglich Personalbestand und Budget - sonstigen NROs in der Stichprobe kam es also nicht zum Problem der Repräsentativität der Stichprobe für die Grundgesamtheit, sondern zu einem schlechteren Rücklauf bei der ‚Schicht‘ der sonstigen NROs gegenüber den anderen ‚Schichten‘ der Stichprobe, was vor allem aus der Personalsituation der Organisationen resultiert. So wiesen gerade Vertreter der sonstigen NROs bei Telefongesprächen darauf hin, dass sie personell sehr knapp besetzt seien und deshalb keine Ressourcen für die Beantwortung der Fragen freistellen könnten. Der Rücklauf der sonstigen NROs ist zwar schlechter als der aus den anderen ‚Schichten‘, dennoch ist er mit 50% nicht so bedenklich, als dass die Validität der Ergebnisse gefährdet wäre. Ein weiterer Kritikpunkt, der von einigen Organisationen angeführt wurde, ist der des evaluationsbasierten Lernens. So lehnt eine kirchliche Organisation evaluationsbasiertes Lernen als primäre Form organisationalen Lernens ab. Andere Aussagen, wie die einer sonstigen NRO „als Hilfeorganisation investieren wir in Projekte, nicht in Papier“, geben ebenfalls Aufschluss über e inen geringen Stellenwert evaluationsbasierten Lernens. Andere Organisationen wiederum weisen auf geplante Neuerungen in diesem Bereich hin, was auf ein Interesse an Institutionalisierung des horizontalen Austauschs, selbst wenn er noch nicht vorhanden is t, schließen lässt.
Außerdem stieß die Beschränkung des Informationsaustauschs auf ausschließlich schriftliche Dokumente bei einigen Organisationen auf Unmut und Kritik. Die Vernachlässigung der informellen Ebene wie auch der persönlichen Kontakte wurde vor allem von zwei staatlichen und einer sonstigen NRO bemängelt 12 . Bei einer anderen sonstigen NRO lag
12 Auch eine kirchliche Organisation bemängelt die Auslassung von Informationsgewinnung auf der informellen Ebene, jedoch im Zusammenhang mit einer Kritik an der organisationalen Lerntheorie basierend auf Evaluationen. Diese Organisation scheint laut Aussage des Telefongesprächspartners eher individuelle
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der Fall vor, dass diese Organisation keine Evaluationen anfertigt, daher auch keine weitergibt und auch keine besonderen Informationen von anderen Organisationen erhält. Diese Organisation lernt - laut deren Angaben - zur Zeit nur in persönlichem Austausch von Informationen auf z.B. Konferenzen und sah daher keinen Sinn darin, den Fragebogen zu beantworten. Dieser Gesichtspunkt wird zwar für die Informations gewinnung auch als wichtig erachtet, dennoch sollte man sich bewusst machen, dass auf der persönlichen Ebene in erster Linie auch nur persönlich und nicht organisational gelernt werden kann.
4 Ergebnisse der Untersuchung
Für die Auswertung werden die EZ-Organisationen der Stichprobe anonymisiert behandelt, um einen gewissen Datenschutz, der zwar nicht versprochen wurde (vgl. Abb. 1.1 in Anhang 1.), aber aus ethischen Gründen für sinnvoll erachtet wird, zu gewährleisten. Unter der durchaus berechtigten Annahme, dass Hypothese H1 zutrifft, ist eine Anonymisierung für die Organisationen BMZ und VENRO allerdings nicht möglich, da sonst bei der Datenauswertung Rückschlüsse auf die Organisation zu ihrer Identifizierung möglich wären. Umgekehrt wäre bei einer korrekten Anonymisierung die Überprüfung von H1 nicht möglich; da H1 von zentraler Bedeutung ist, muss also auf die Anonymisierung von BMZ und VENRO verzichtet werden. In der Auswertung werden die verbleibenden staatlichen Organisationen mit S2 bis S11, die politischen Stiftungen mit P1 bis P5, die kirchlichen EZ-Organisationen mit K1 bis K10 und die sonstigen NROs mit N2 bis N11 betitelt. Organisationen, die in den offenen Antwortkategorien der Fragebögen genannt wurden, also außerhalb der Stichprobe liegen, wurden numeriert von 39 bis 68. Bei der Auswertung der Daten werden sowohl die quantitativen Daten aus den Fragebögen, aber auch qualitative Daten aus den Anmerkungen auf den Fragebögen, sowie aus den Telefongesprächsprotokollen benutzt. 26 Fragebögen - also fast 70% der Stichprobe - sind quantitativ verwertbar (vgl. Tab. 3).
4.1 Die Relevanz der horizontalen Lernfunktion
Die Zielgruppen, für die die EZ-Organisationen eine Bewertung hinsichtlich der Relevanz für ihre Informationen abgeben sollten, lauten:
„pädagogische Lernansätze“ zu verfolgen, die in der „Tradition von Rousseau und Pestalozzi“ stehen. Das bedeutet im Klartext, dass vorwiegend Seminare bzw. die dabei stattfindenden persönlichen Kontakte, aber kaum Evaluationen oder sogar deren Austausch als Basis für organisationales Lernen angesehen werdeneine doch nicht sehr zeitgemäße Sichtweise. (Aus einem Telefongesprächprotokoll vom 12.04.02). Außerdem ist es sehr problema tisch die Ebene des organisationalen Lernens mit dem des individuellen Lernens von z.B. Rousseau zu vergleichen.
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Z 1: für Projektplanung und -management zuständiges Personal der Organisation Z 2: Leitung der Organisation Z 3: Partnerländer und Partnerorganisationen Z 4: Politische Institutionen/ Entscheidungsträger in Deutschland Z 5: andere Deutsche EZ-Organisationen
Z 6: Medien und allgemeine Öffentlichkeit (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1).
Abbildung 3: Bewertungen der Relevanz der verschiedenen Zielgruppen anhand des
Die Bewertungen sind eigentlich punktuelle Werte. Zur Verdeutlichung, dass die Zielgruppen von Z1 bis Z6
aber immer schlechter „beurteilt“ werden, wurden die Werte mit einer Linie verbunden. Quelle: eigene Berechnung
Zu sehen ist in Abb. 3 eine allgemeine Tendenz vo n einer als relevanter empfundenen Zielgruppe ‚für Projektplanung und -management zuständiges Personal der Organisation‘ bis hin zu einer als eher nicht relevant empfundenen Zielgruppe ‚Medien und allgemeine Öffentlichkeit‘, und zwar bei allen Organisationsarten der deutschen EZ. Im Verlauf der Wertelinien für die staatlichen Organisationen, politischen Stiftungen, kirchlichen Organisationen und sonstigen NROs ergeben sich nur zwei Ausnahmen, die die Tendenz nach unten aber nicht beeinträchtigen. Für die sonstigen NROs ist die Zielgruppe der ‚Partner-
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länder und Partnerorganisationen‘ wichtiger als die erste und zweite Zielgruppe und bei den staatlichen EZ-Organisationen wird die Zielgruppe der ‚Deutschen EZ-Organisationen' im Schnitt als relevanter eingestuft als die Zielgruppe ‚Politische Institutionen/ Entscheidungsträger in Deutschland‘. Trotz dieser abweichenden Werte geht die Tendenz, wie ge sagt, von sehr relevant bei Z1 bis zu kaum relevant bei Z 6. Die deutschen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit beurteilen die inneror-ganisatorische Zielgruppe ‚für Projektplanung und -management zuständiges Personal der Organisation‘ hinsichtlich der aus ihren Evaluationen, Studien, Untersuchungen, etc. gewonnenen Ergebnisse als bedeutungsvoller als die Medien und die allgemeine Öffentlichkeit oder die anderen deutschen EZ-Organisationen. Es kann also festgehalten werden, dass die Informationen für die eigene Organisation aus der Sicht der Organisationen wichtiger sind als Transparenz nach Außen. Infolgedessen ist ein verstärkter inner-organisatorischer und ein schwacher horizontaler Informationsaustausch zwischen den Organisationen zu erwarten - internes Lernen wird also dem externen vorgezogen (s. dazu auch Kapitel 3.1.2).
U-Tests zeigen, dass sich die Organisationstypen hinsicht lich der Art und Weise, wie sie die Relevanz der Zielgruppen bewerten, statistisch nicht signifikant unterscheiden. Hebt man jedoch das Standardsignifikanzniveau von fünf auf zehn Prozent an, dann unterscheiden sich staatliche Organisationen zu den NROs hinsichtlich der Bewertung der Wichtigkeit von ‚für Projektplanung und -management zuständiges Personal der Organisation‘ und zwar dahingehend, dass die staatlichen Orga nisationen diese Zielgruppe als relevanter einschätzen als die sonstigen NROs (vgl. Tab. 2.1 in Anhang 2). Ansonsten gibt es keine weiteren Unterschiede zu vermerken. Der Tenor, dass sich die Organisationstypen hinsichtlich der Art und Weise, wie sie die Bedeutung der Zielgruppen für ihre Information bewerten, nicht unterscheiden, wird auch durch eine Clusteranalyse gestützt. Es finden sich zwar einzelne Organisationen zu Clustern zusammen, diese gehören aber immer zu anderen Organisationsarten (vgl. Abb. 2.1 in Anhang 2).
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4.2 Das Informationsangebot der deutschen EZ-Organisationen im Internet
Dieser Teil unterscheidet sich von den anderen Bereichen der Auswertung des Fragebogens dahingehend, dass die Auswertung der Angaben der Organisationen für die Nutzung des Internets zur Verbreitung von Information, eine r Auswertung des Angebots an Informationen, die im Internet zu finden sind, gegenübergestellt wird. Der erste Teil bezieht sich also auf die Angaben der Organisationen im Fragebogen und der zweite Teil auf eine Do kumentenanalyse der Internetseiten der befragten Organisationen. In einem dritten Teil werden die Ergebnisse gegenübergestellt.
4.2.1 Die Angaben der Organisationen
26 Organisationen aus der Stichprobe haben diese Frage beantwortet, d.h. bei einer Nichtteilnahme von sieben Organisationen haben insgesamt vier Organisationen die Frage nicht beantwortet. Letztere vier sind diejenigen, deren Fragebogen keine quantitativ verwertbaren Ergebnisse liefert. Von den 26 Organisationen nutzen etwas mehr als ein Fünftel das Internet zur Verbreitung ihrer Informationen und fast 80 Prozent nutzen es nicht. Genauer betrachtet teilt sich diese Zahl auf in 23%, die nicht vorhaben das Internet zur Informationsverbreitung zu nutzen und 54%, die noch in der Planung sind, ihre Informationen per Internet anzubieten (vgl. Tab. 3.1 in Anhang 3). Bei den staatlichen EZ-Organisationen nutzen laut Angabe nur zwei Organisationen die Möglichkeit ihre Informationen über das Internet zu verbreiten - das sind fast acht Prozent aller Organisationen und 22 Prozent aller staatlichen Organisationen. Gut ein Drittel der staatlichen Organisationen und ca. ein Zehntel aller Organisationen nutzen das Internet zur Informationsverbreitung nicht und haben es auch nicht vor zu tun. Die restlichen 45% der staatlichen bzw. 15% aller Organisationen sind noch in der Planung, ihre Informationen internetgerecht anzubieten (vgl. Tab. 3.1 in Anhang 3).
Von den politischen Stiftungen haben alle diese Frage beantwortet. Keine der politischen Stiftungen gibt an, Informationen im Internet bereitzustellen. Ein Fünftel davon, bzw. vier Prozent aller Organisationen wollen ihre Informationen überhaupt nicht im Internet anbieten. Vier Fünftel der politischen Stiftungen oder 15% aller Organisationen sind noch in der Planungsphase für ein Informationsangebot im Internet. (vgl. Tab. 3.1 in Anhang 3). Zwei der sechs kirchlichen Organisationen, die diese Frage beantwortet haben, stellen ihre Informationen im Internet zur Verfügung - das sind ein Drittel aller kirchlichen und sieben Prozent aller Organisationen. Die Hälfte der kirchlichen Organisationen - das sind gut zehn Prozent aller Organisationen - ist zur Zeit noch in der Planung ein Informationsangebot im Internet aufzubauen. Nur eine Organisation gibt an, dass es keine Überlegungen gäbe, im Internet ihre Informationen bereitzustellen (vgl. Tab. 3.1 in Anhang 3).
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Bei den sonstigen NROs sind die Ergebnisse mit denen der kirchlichen EZ-Organisationen identisch (vgl. Tab. 3.1 in Anhang 3).
Tabelle 4: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsanteil im Internet
Quelle: eigene Berechnung.
Von den insgesamt sechs Organisationen der Entwicklungshilfe, die angaben, ihre Informationen im Internet bereitzustellen, machten davon vier eine Aussage über die Menge der Informationen im Internet im Verhältnis zur Gesamtmenge der Informationen der Organisation. Das sind das BMZ mit einer Angabe von 100% ihrer Informationen, die kirchlichen Organisationen K2 und K7 mit einem Wert von 40 bzw. zehn Prozent aller Informationen und eine nichtstaatliche Organisation N9 mit einer Angabe von einem Fünftel ihrer Informationen, die sie im Internet bereitstelle (vgl. Tab. 4).
Weiterhin zeigt eine Clusteranalyse (vgl. Abb. 4), dass die Bereitschaft, Informationen im Internet bereitzustellen, nicht vom Organisationstyp abhängig ist, da sich die Gruppenmitglieder aus Organisationen der staatlichen, kirchlichen, sonstigen Nichtregierungsorganisationen und politischen Stiftungen zusammensetzen. Es existieren vier Gruppen, die sich aufgrund der unterschiedlichen Bereitschaft zur Be reitstellung von Informationen im Internet bilden. Die erste Gruppe besteht aus den Orga nisationen BMZ, K2, K7 und N9, die sich dadurch auszeichnen, dass sie Informationen im Internet anbieten und sogar noch eine Aussage darüber treffen, wie groß diese Menge im Verhältnis zur Gesamtmenge ist. Die zweite Gruppe beinhaltet nur zwei Organisationen - S2 und N4 -, die zwar Informationen im Internet bereitstellen, aber keine Aussage über die Relation dieser Menge zur Gesamtmenge an Information der Organisation treffen. K1, N2, P2, S8, S7 und S5 bilden die dritte Gruppe, und zwar dadurch, dass sie die jenigen sind, die überhaupt nicht vorhaben ihre Informationen im Internet zur Verfügung zu stellen. In der letzten Gruppe finden sich diejenigen Organisationen, welche noch in der Planungsphase für ein Informationsangebot via Internet sind. Dazu gehören die Organisationen N3, N5, VENRO 13 , K9, K8, K3, P5, P4, P3, P1, S9, S6, S4 und S3.
13 VENRO führt selbst keine Projekte durch und hat somit auch keine Möglichkeit eigene Evaluationen, Studien etc. herzustellen. Dennoch ist diese Organisation bereit über ein Informationsangebot ihrer sonstigen Informationen im Internet nachzudenken.
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Ein Zusammenhang zwischen der Art der Organisation und der Darbietung von Informationen im Internet ist hier also nicht anzunehmen und wird auch durch einen Test auf Korrelation nicht bestätigt. Ein festgestellter mittlerer Zusammenhangswert von 0,4 kommt laut Signifikanztest zu 80% nur zufällig zustande und ist daher zu verwerfen.
Abbildung 4: Clusteranalyse zur Bereitschaft der Informationsverbreitung im Internet
C A S E 0 5 10 15 20 25
Label Num +---------+---------+---------+---------+---------+
BMZ
VENRO
Quelle: eigene Berechnung
4.2.2 Die Internetrecherche
An dieser Stelle soll nun die Auswertung über das tatsächliche Informationsangebot der Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit auf ihren Internetseiten dargestellt werden 14 . Es sollen nur Informationen aus dem EZ-Bereich gewertet werden. Dazu wurden
zehn Kategorien für die Variable ‚Informationsart‘ und neun Kategorien für die Variable
14 Stand: 12.07.2002
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‚Darbietung der Information‘ gebildet. Die neun Informationsarten, die die Organisationen auf ihren Internetseiten anbieten können, sind:
1. Jahresbericht,
2. Statistiken und Zahlen,
3. Länderevaluationen als Vollversion,
4. Länderteilevaluationen,
5. Länderevaluationen als Zusammenfassung speziell im Bereich eines Sektors,
6. Länderevaluationen als Zusammenfassung,
7. Projektberichte,
8. Sonstige Studien zu entwicklungspolitischen Themen,
9. Hand- und Fachbücher zu entwicklungspolitischen Themen.
Gleiche Informationsarten wurden von unterschiedlichen Organisationen unterschiedlich betitelt. Wenn sie sich aber inhaltlich ähnelten oder gleich waren, wurden sie trotzdem in eine Kategorie eingeordnet. Kriterien sind dafür klassische Definitionen in Übereinstimmung mit einem mehrheitlichen Begriffsgebrauch durch die Organisationen der Stichprobe. Eine Ausnahme bilden die Länderteilevaluationen. Dieser Begriff wurde auf nur einer Internetseite gefunden und die Informationsart wurde inhaltlich auch von keiner anderen Organisation angeboten.
Die Art der Darbietung besteht aus den folgenden Möglichkeiten; die in Klammer angegebene Zahl entspricht der Zahl der Bewertungsskala (ein hoher Wert entspricht einer hohen Benutzerfreundlichkeit):
1. Download-Möglichkeit im pdf-Format (10),
2. Download-Möglichkeit als Word- oder rtf-Datei (9),
3. Druckversion des Dokuments (8),
4. HTML-Datei (7),
5. HTML-Datei, aber inhaltlich schlecht 15 (6),
6. Download-Möglichkeit im pdf-Format, die nicht von der Organisationsseite stammt, sondern von einem anderen Server, auf den aber per Link verwiesen wird (5),
7. HTML-Datei, die nicht von der Organisationsseite stammt, sondern von einem anderen Server, auf den aber per Link verwiesen wird (4),
8. Möglichkeit, die Information Online zu bestellen (3),
9. Möglichkeit, die Information Online zu bestellen in Planung (2)
10. Informationsart nicht vorhanden (0) 16 .
Es wird also gezeigt, für welche Informationsarten, welche Zugriffsmöglichkeit zu der betreffenden Information besteht, bzw. welche Organisationen welche Informationsarten mit
15 Diese Bewertung wurde dann vergeben, wenn die angepriesene Information hauptsächlich aus ein paar unspezifischen Bildern und der Textinhalt kaum inhaltlichen Bezug zum Thema hatte. Die Informationen sollten schon einige wenige Fakten aufweisen, um dieser Bewertung zu entgehen.
16 Aus Visualisierungsgründen in den Diagrammen wurde hier der Wert „0“ und nicht „1“ gewählt, da sonst der Eindruck entstünde, dass auf irgendeine Art und Weise Informationen im Internet angeboten werden.
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welcher Zugriffsmöglichkeit zu der betreffenden Information anbieten. Dabei sind die Ka-tegorien eins bis sechs als eher benutzerfreundlich und die Kategorien sieben bis 9 als nicht sehr benutzerfreundlich einzuschätzen. Die Kategorie fünf (inhaltlich schlechte HTML-Dokumente), ist die einzige Kategorie bei den Darbietungsarten, die sich konkret auf den Inhalt bezieht. Sie schien aber notwendig, da einige Organisationen unter Zuhilfenahme von z.B. ‚schönen Bildchen‘ wirkliche Informationen und Fakten vernachlässigten. Den Inhalt der angebotenen Dokumente im Internet tiefergehend zu untersuchen z.B. durch eine inhaltliche Bewertung aller Dokumente ist für diese Untersuchung, bei der es um das Kommunikationsnetzwerk der deutschen EZ-Organisationen geht, zu aufwendig und daher unangebracht. Es soll hier keine Inhaltsanalyse erfolgen, sondern nur eine Überprüfung der Angaben der Organisationen aus den Fragebögen. Dafür wurden von jeder angebotenen Informationsart auf den Internetseiten mindestens ein Stück exemplarisch quer gelesen. Es ging hier eher um ein benutzerfreundliches Dateiformat, mit dem man schnell und gut zu der Information gelangt.
Insgesamt betrachtet (s. Abb. 5) fällt sofort auf, dass nur drei von 37 Organisationen überhaupt keine Information im Internet anbieten - ein doch deutlicher Gegensatz zu den Angaben der Organisationen. Mögliche Erklärungen folgen in Kapitel 4.2.3.
Abbildung 5: Bereitstellung von Informationen im Internet insgesamt
Quelle: eigene Berechnung
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Betrachtet man das Informationsangebot im Internet hinsichtlich den verschiedenen Organisationstypen und Organisationsarten, zeigt sich, dass die staatlichen Organisationen bei der Bereitstellung jeder Informationsart mindestens einmal vertreten sind (vgl. Abb. 6). Die politischen Stiftungen bieten alle keine Informationen der Art ‚Statistiken und Zahlen‘, ‚Länderevaluationen als Vollversion‘, ‚Länderteilevaluationen‘, ‚ Hand- und Fachbücher zu entwicklungspolitischen Themen‘ im Internet an. Die kirchlichen Organisationen sind in fast jeder Sparte der verschiedenen Informationen vertreten, außer bei ‚Länderevalua tionen als Vollversion‘, ‚Länderteilevaluationen‘ und ‚Hand- und Fachbücher zu entwicklungspolitischen Themen‘ im Internet. Die sonstigen NROs bieten keine ‚Länderevaluationen als Vollversion‘ und ‚Länderteilevaluationen‘ an (vgl. Abb. 6). Die häufigsten Informationsarten, die im Internet auf den Seiten der EZ-Organisationen gefunden wurden, sind ‚Jahresbericht‘, ‚Länderevaluationen als Zusammenfassung speziell im Bereich eines Sektors‘, ‚Projektberichte‘ und ‚sonstige Studien zu entwicklungspolitischen Themen‘ (vgl. Abb. 6). An dieser Stelle soll nun aber das Angebot der verschiedenen Informationsarten durch die EZ-Organisationen und die Darbietungs form genauer beleuchtet werden.
Abbildung 6 Arten, der im Internet zur Verfügung gestellten Daten nach Organisa-
⇒ Ländervollevaluation Eval/Land/Voll
⇒ Länderteilevaluation Eval/Land/Teil
⇒ Länderevaluation als Zusammenfassung im Sektorbereich Eval/Land/Zfss/Sektor ⇒ Länderevaluation als Zusammenfassung Eval/Land/Zsfs/Land Quelle: eigene Berechnung
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Jahresberichte
18 von 37 Organisationen der Stichprobe bieten Jahresberichte auf ihren Internetseiten an. Vo n den staatlichen EZ-Organisationen bieten sieben von elf Organisationen - das BMZ, S2, S3, S4, S5, S7 und S11 - diese Berichtsart im Internet an und zwar alle im pdf-Format. Die politischen Stiftungen P2 und P3 bieten diese Informationsart einmal im pdf-Format (P3) und einmal durch die Möglichkeit diese Online zu bestellen (P2) an. Kirchliche Organisationen sind beim Angebot von Jahresberichten mit sechs von elf Organisationen vertreten, und zwar durch K4, K5 und K7, die den Bericht im pdf-Format anbie ten, durch K9, die den Jahresbericht als Druckversion anbietet, weiterhin durch K8, die den Jahresbericht im HTML-Format zur Verfügung stellt und schließlich durch K6, welche die Möglichkeit bietet, ihren Jahresbericht Online zu bestellen. Drei sonstige NROs von elf bieten Jahresberichte im Internet an: N2 im pdf-Format, N5 im HTML-Format und N8 durch die Möglichkeit, den Bericht zu bestellen (vgl. Abb. 7).
Abbildung 7: Internetangebot ‚Jahresberichte‘ der verschiedenen Organisationen
Quelle: eigene Berechnung
Statistiken und Zahlen
Zehn Organisationen der Stichprobe stellen lediglich die Information ‚Statistiken und Zahlen‘ zur Verfügung. Das sind 27 Prozent. Statistiken und Zahlen werden angeboten durch die staatlichen Organisatione n BMZ, S2, S4, S5, S7 und S11, von den kirchlichen Organisationen K8 und K9, sowie durch die sonstigen NROs N4 und N6. Sechs von elf
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staatlichen, zwei von zehn kirchlichen und zwei von elf sonstigen NROs stellen diese In-formationen ins Netz. Von den politischen Stiftungen gibt es diese Information im Internet nicht. Alle die Organisationen, die diese Informationsart anbieten, stellen ihre Statistiken und Zahlen im HTML-Format zur Verfügung, außer dem BMZ, welches seine Statistiken auch im pdf-Format anbietet (vgl. Abb. 3.1 in Anhang 3).
Länderevaluationen als Vollversion
‚Länderevaluationen als Vollversion‘ bieten nur drei Organisationen an. Das sind S2, S3 als pdf-Datei und K8 als Möglichkeit, diese zu bestellen.
Länderteilevaluationen
‚Länderteileva luationen‘ werden ausschließlich auf der Internetseite des BMZ zur Verfügung gestellt, und zwar als Druckversion.
Länderevaluationen als Zusammenfassung speziell im Bereich eines Sektors Diese Informationsart ist schwer gegen die Informationsart ‚Projektberichte‘ abzugrenzen. Beide Informationsarten entsprechen in ihrer Darstellung im Internet eigentlich kaum dem klassischen Bild von Evaluationen oder Projektberichten. Manche Organisationen bezeichneten auf ihrer Homepage diese Informationsart auch nicht unbedingt mit diesem Namen. Trotzdem wurden manche Formen der Information unter dieser Informationsart eingeordnet, wenn sie denen entsprachen, die von anderen Organisationen als Länderevaluation bezeichnetet wurden. Das Unterscheidungsmerkmal zu den Projektberichten wurde dann darin gefunden, dass in den Länderevaluationen zum Bereich eines Sektors - z.B. Wasser-versorgung - versucht wurde, ein Bild über die Gesamtsituation dieses Sektors in diesem Land zu zeichnen. In den Projektberichten ging es dann meistens spezieller nur um ein bestimmtes Projekt ohne viel Hintergrunddarstellung.
Diese Informationsart wird von mindestens einer Organisation aus den vier Organisationsarten und insgesamt von 12 von 37 Organisationen angeboten. Bei den staatlichen Organisationen sind dies das BMZ, S2, S3, S7 und S8, also fünf von elf - weniger als die Hälfte. Die beiden letzen Organisationen bieten die Länderevaluationen als HTML-Dokument an. S2 und S3 stellen ihre Dokumente im pdf-Format ins Netz und das BMZ bietet Druckversionen von ihren Länderevaluationen an. Bei den politischen Stiftungen gibt es diese In-formationsart als pdf-Datei bei P1 und als HTML-Dokument bei P5. Das sind zwei von fünf politischen Stiftungen. Als einzige kirchliche Organisation bietet K8 ihre Länderevaluation auch als HTML-Dokument an. Ansonsten stellt keine kirchliche Organisation diese Informationsart zur Verfügung. Bei den sonstigen NROs wird die Informationsart ‚Länderevaluationen als Zusammenfassung speziell im Bereich eines Sektors‘ vo n vier Organisationen, nämlich von N7, N8, N9 und N10 auf deren Internetseiten zur Verfügung ge-
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stellt, und zwar als HTML-Dokument, wobei bei der Organisation N7 der inhaltliche Informationswert nicht sehr hoch ist.
Insgesamt wird diese Informationsart mindestens von allen anbietenden Organisationen im HTML-Format angeboten, was doch relativ benutzerfreundlich ist (vgl. Abb. 3.2 in Anhang 3).
Länderevaluationen als Zusammenfassung
Nur 19% der Organisationen veröffentlichen auf ihren Internetseiten Länderevaluationen als Zusammenfassung. Drei staatliche Organisationen (BMZ, S2 und S3) bieten die Möglichkeit, Länderevaluationen als Zusammenfassung aus dem Internet zu beziehen. S2 und S3 stellen Länderevaluationen im pdf-Format und das BMZ als Druckversion ins Netz. Ansonsten stellen eine von fünf politischen Stiftungen, eine von zehn kirchlichen und eine von elf der sonstigen NROs diese Berichte ins Netz. Die politische Stiftung P5, die kirchliche Organisation K6, sowie die zu den sonstigen NROs gehörenden N2 und N10 bieten also Länderevaluationen als Zusammenfassung auf ihren Internetseiten an, und zwar im HTML-Format, außer die Organisation N2 die ihre Länderevaluation im pdf-Format zur Verfügung stellt (vgl. Abb. 3.3 in Anhang 3). Damit ist auch bei dieser Informationsart von jedem Organisationstyp mindestens eine Organisation vertreten (vgl. auch Abb. 6). Mit dem HTML-Format als schlechtestes Datenformat wird diese Informationsart insgesamt gesehen auch sehr benutzerfreundlich angeboten.
Projektberichte
Die staatlichen Organisationen S2, S3, S4, S6, S7 und S8 bieten Projektberichte an. S3 ist dabei die einzige Organisation, die diese Berichte als pdf-Datei anbietet. Alle anderen staatlichen Organisationen zeigen ihre Projektberichte im HTML-Format, wobei die Internetseiten der Organisationen S4 und S6 die inhaltlich schlechtere Qualität besitzen. Von den politischen Stiftungen bieten die Organisationen P3 und P4 Projektberichte im HTML-Format im Internet an. Auch nur als HTML-Dokument bieten die kirchlichen Organisationen K5, K6, K7 und K8 ihre Projektberichte an, wobei bei K5 die inhaltliche Qualität schlechter ist als bei den anderen kirchlichen Organisationen. N2 und N3 stellen von den sonstigen NROs ihre Projektberichte im pdf-Format zur Verfügung, N4 bietet die Möglichkeit Projektbericht als Word- oder rtf-Datei herunterzuladen und bei den Organisationen N5, N7, N9, N10 und N11 sind die Projektberichte im HTML-Format zu finden, wobei bei Organisation N7 die Projektberichte inhaltlich etwas schlechter vorstellt (vgl. Abb. 8).
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Abbildung 8: Internetangebot ‚Projektberichte‘ der verschiedenen Organisationen
Quelle: eigene Berechnung
Sonstige Studien zu entwicklungspolitischen Themen
Sonstige Studien zu entwicklungspolitischen The men werden von 21 Organisationen angeboten - das sind 57% aller Organisationen. Davon können bei acht Organisationen diese Informationen Online bestellt werden, bei fünf Organisationen kann man diese Berichte im HTML-Format lesen und bei den restlichen acht Organisationen kann man dies Information als pdf-Datei abrufen.
Fünf staatliche Organisationen - BMZ, S2, S7, S8 und S11 - bieten sonstige Studien im Internet an. BMZ, S2 und S11 bieten ihre diesbezüglichen Informationen im pdf-Format an. S8 nutzt dazu das HTML-Format und die Organisation S7 bietet immerhin die Möglichkeit, solche Studien Online zu bestellen. P1 und P5 stellen sonstige Studien als pdf-Datei ins Netz - also zwei von fünf politischen Stiftungen. Insgesamt 50% aller kirchlichen Organisationen bieten diese Informationsart an. K3 und K9 stellen ihre Studien im pdf-Format zur Verfügung. K6 offeriert ihre sonstigen Studien im HTML-Format und K5 und K10 geben den Besuchern ihrer Homepage die Möglichkeit, diese Berichte Online zu bestellen. Be i VENRO, N3, N4, N5 und N10 können deren sonstigen Studien ebenfalls auf deren Internetseite bestellt werden. N6, N7 und N11 stellen diese Berichte im HTML-Format ins Internet und auf der Homepage von N2 können sonstige Studien im pdf-Format bezogen werden. Das sind insgesamt neun von elf sonstigen NROs, die sonstige Studien zu entwicklungs politischen Themen im Internet anbieten (vgl. Abb. 9).
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Abbildung 9: Internetangebot ‚Sonstige Studien zu entwicklungs politischen Themen' der
Quelle: eigene Berechnung
Hand- und Fachbücher zu entwicklungspolitischen Themen
Hand und Fachbücher werden von neun EZ-Organisationen via Internet angeboten - das sind 24%. Darunter sind fünf staatliche Organisationen, zwei kirchliche Organisationen und zwei sonstige NROs. Politische Stiftungen bieten diese Informationsart nicht an. Insgesamt werden Hand- und Fachbücher zweimal zum Bestellen, dreimal im HTML-Format und viermal als pdf-Datei angeboten.
BMZ, S 2 und S 3 nutzen für die Bereitstellung dieser Informationsart das pdf-Format, S 6 das HTML-Format und S 9 die Möglichkeit diese Information Online zu bestellen. K 4 und K 6 berichten im HTML-Format. Die Organisation N 4 stellt ihre Hand- und Fachbücher als pdf-Datei ins Netz und bei N 10 können diese Berichte via Internet bestellt werden. (vgl. Abb. 3.4 in Anhang 3).
Unterschiede zwischen den Organisationen
Die staatlichen Organisationen unterscheiden sich zu den politischen Stiftungen statistisch signifikant hinsichtlich ihrem Angebot der Informationsart ‚Statistiken und Zahlen‘ (vgl. Tab. 3.2 in Anhang 3) mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von 4,6%. Dementsprechend präsentieren die staatlichen Organisationen die Rubrik ‚Statistiken und Zahlen‘ öfter im
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Internet und in einem besseren Datenformat als die politischen Stiftungen. Zu den sonstigen NROs unterscheiden sich die staatlichen Organisationen im Angebot der Informationsarten ‚Jahresbericht‘ und ‚Statistiken und Zahlen‘. Beide Informationsarten werden von den staatlichen Organisationen (mit einer 97 prozentigen Wahrscheinlichkeit beim Angebot der Informationsart ‚Jahresbericht‘ und mit 95% Wahrscheinlichkeit bei ‚Statistiken und Zahlen‘) öfter und besser im Internet angeboten (vgl. Tab. 3.3 und Tab. 3.4 in Anhang 3). Der Unterschied zwischen staatlichen und kirchlichen Organisationen liegt im Angebot der Informationsart ‚Länderevaluationen speziell im Bereich eines Sektors als Zusammenfassung‘. Mit einer Signifikanz von zwei Prozent Fehlerwahrscheinlichkeit stellen die kirchlichen Organisationen mehr davon und in besserem Darbietungsformat im Internet zur Verfügung (vgl. Tab. 3.5 in Anhang 3). Die politischen Stiftungen bieten die Informationsart ‚Länderevaluationen speziell im Bereich eines Sektors als Zusammenfassung‘ mit einer Wahrscheinlichkeit von 96% besser an, als die kirchlichen Organisationen (vgl. Tab. 3.6 in Anhang 3). Beim Angebot dieser Informationsart sind auch die sonstigen NROs statistisch signifikant besser als die kirchlichen Organisationen, und zwar ebenfalls mit einer Wahrscheinlichkeit von 96% (vgl. Tab. 3.7 in Anhang 3). Eine Varianzanalyse zeigt, dass die Zugehörigkeit einer Organisation zu einer der verschiedenen Organisationsarten keinen unmittelbaren Einfluss auf ihr Informationsangebot im Internet hat (vgl. Tab. 3.8 in Anhang 3).
4.2.3 Unterschied zwischen den Angaben der Organisationen und der Dokumentenanalyse
Von 26 Organisationen der Stichprobe ist der Fragebogen hinsichtlich der Frage nach der Bereitschaft Informationen ins Internet zu stellen, so beantwortet worden, dass er quantitativ auswertbar ist. Davon geben - wird Abb. 10 betrachtet - nur sechs Organisationen an, Informationen im Internet zur Verfügung zu stellen. Das sind 23%. Wird nun Abb. 5 damit verglichen, fällt sofort auf, dass laut Internetrecherche dagegen nur drei Organisationen, keine Informationen anbieten. Danach bieten also 92% der Organisationen der Stichprobe irgendeine Information zum EZ-Bereich in irgendeinem Format im Internet an. Die Diskrepanz zwischen Antwortverhalten und tatsächlich gefundenen Daten wird noch größer, wird der Fokus auf die Organisation K2 gerichtet. Diese gibt an, auf ihrer Internetseite Informationen anzubieten und sagt sogar, dass die Informationen im Internet 40% ihrer Gesamtinformation darstellen. Auf der Homepage dieser Organisation konnte aber überhaupt keine Information zum EZ-Bereich in irgendeinem Datenformat gefunden werden. Im Falle des Widerspruchs zwischen Antwortverhalten und tatsächlich gefundenen Internetinformationen sticht auch Organisation S3 heraus. Diese Organisation gehört mit ihrem Internetangebot an Informationen zur EZ eigentlich zu den ‚Vorbildern‘ im Kommunikations netzwerk. Als Anmerkung auf dem Fragebogen wird sogar die Operationalisierung des Informationsaustauschs - der Austausch schriftlicher Dokumente
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- hinsichtlich „zunehmender Publizität [von Informationen] im Internet“ kritisiert. Merkwürdig scheint aufgrund dieser Aussage die Tatsache, dass dann sowohl eine Bereitstellung von Informa tionen durch die eigene Organisation im Internet, als auch eine Nutzung des Internets zur Informationsgewinnung verneint wurde. 17
Abbildung. 10: Bereitschaft der Organisationen, Informationen im Internet zur Verfügung
0 = Organisation, hat nicht vor, Informationen im Internet anzubieten
1 = Organisation ist noch in Planung, Informationen im Internet anzubieten
2 und 3 = Organisation stellt Informationen ins Internet
missing value = 0,25; missing value durch nicht beantwortete Frage oder nicht beantworteten Fragebogen Quelle: eigene Berechnung
Für den Kontrast zwischen diesen beiden Phänomenen kann es eigentlich nur folgende Erklärungen geben:
1. In der Dokumentenanalyse wurden die Internetseiten hinsichtlich des Bestands an In-formatio n nicht so kritisch beurteilt, wie durch die Personen, die den Fragebogen be-antwortet haben.
2. Die befragte Person kennt die Internetseite ihrer Organisation nicht genau genug, um eine richtige Antwort zu geben.
17 Die befragte Person von S3 beantwortete die Frage nach Internetnutzung zur Informationsverbreitung ihrer Organisation mit ‚nein‘. Die Dokumentenanalyse und die Aussagen der anderen Organisationen, dass sie von der Internetseite von S3 Informationen beziehen (s. dazu Kapitel 4.8), widerlegen diese Antwort und bilden eine Tatsache!
61
3. Es herrscht eine unterschiedliche Auffassung über die Interpretation der Frage „Stellt Ihre Organisation Evaluationen, Studien, Untersuchungen etc. im Internet zur Verfügung?“ 18 , bzw. über die darin vorkommenden Begrifflichkeiten.
Insgesamt stellt dieser Kontrast sowohl die Validität der Ergebnisse b ezüglich der Internetnutzung zur Verbreitung von Informationen, als auch die interne Validität des Fragebogens insgesamt in Frage. Eine Antwort darauf kann nach der Präsentation der Ergebnisse zur Internetnutzung der Organisationen zum Informationserhalt g egeben werden, die die hier vorliegenden Ergebnisse noch einmal aufgreift (vgl. Kapitel 4.7).
4.3 Der Versand schriftlicher Informationen - Welche Organisationen erhalten die größte Menge an schriftlichen Informationen von den anderen EZ-Organisationen
85% der Organisationen, deren Fragebögen quantitativ auswertbar sind, geben an, Informationen an andere EZ-Organisationen in Form von schriftlichen Exemplaren weiterzugeben.
Tabelle 5: Kreuztabelle: Organisationsart und deren Angabe über das Senden von
Quelle: eigene Berechnung
Acht von neun staatlichen Organisationen, alle politischen Stiftungen, 83% der kirchlichen Organisationen und zwei Drittel der sonstigen NROs verschicken schriftliche Dokumente
18 Dass z.B. auch Zusammenfassungen damit gemeint sein könnten, wurde in der Einleitung der Frage erwähnt (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1).
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an andere Organisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die vier Organisationen, die keine Evaluationen, Untersuchungen, Studien, etc. an andere EZ-Organisationen weitergeben, sind S9, K1, N2 und N3.
Von den acht staatlichen Organisationen, die sagen, sie geben schriftliche Informationen an andere EZ-Organisationen weiter, machen drei Viertel der Organisationen eine Angabe darüber wieviel Prozent ihrer Gesamtinformation diese Informationsmenge entspricht. Beim BMZ entspricht die Menge der versendeten Information der Menge der insgesamt zur Verfügung stehenden Information. S3 und S8 versenden 20%, S4 versendet 30%, S7 zehn von Hundert und S5 lediglich fünf Prozent der Gesamtinformationen. Drei von fünf politischen Stiftungen geben den prozentualen Anteil der Gesamtinformation, den sie an andere EZ-Organisationen verschicken, an. Die weitergegebene Information von P1 entspricht der Menge aller Evaluationen, Studien, Untersuchungen etc.. P2 schickt anderen Organisationen 80% und P4 40% seiner zur Verfügung stehenden Information.
Von den kirchlichen Organisationen nennen 80% der Organisationen, die ihre Informationen an andere EZ-Organisationen weitergeben, wieviel diese Menge im Verhältnis zur Gesamtmenge an Information ist. Bei K3 entspricht diese Menge drei Viertel aller Informationen, bei K7 sind es die Hälfte, bei K8 35% und bei K2 lediglich zehn Prozent. Gerade noch zwei von vier NROs, welche anderen EZ-Organisationen ihre Informationen weitergeben, erwähnen, wieviel Prozent die se Informationsmenge in Relation zur insgesamt zur Verfügung stehenden Menge ist. Bei VENRO entspricht die Menge versendeter Informationen der Menge aller Informationen, und bei N4 ist es die Hälfte aller Informationen (vgl. Tab. 4.1 in Anhang 4).
Erhöht man die Irrtumswahrscheinlichkeit auf 10%, so geben die politischen Stiftungen statistisch signifikant insgesamt mehr Prozent ihrer Gesamtinformationen weiter als die staatlichen Organisationen (vgl. Tab. 4.2 in Anhang 4).
Im Folgenden werden nun die Orga nisationen vorgestellt, die von den befragten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit die meisten Informationen erhalten. An erster Stelle stehen dort die Organisationen BMZ, S2, S7, K6, K7 und K9, also keine politischen Stiftungen und keine sonstigen NROs. Von den staatlichen Organisationen nennen dabei zwei Organisationen (S4, S6) an erster Stelle das BMZ als die Organisation, der sie die meiste Information zusenden. Weiter sagen BMZ, S3, S5 und S7, dass die Organisation S2 die meisten ihrer Informationen erhält. Die staatlichen Organisationen bleiben also unter sich, bei der Frage, an wen sie die meisten ihrer Information weitergeben. Von den politischen Stiftungen nennen drei Organisationen (P1, P2 und P5) das BMZ als die Organisation, die von ihnen die meisten ‚Evaluationen, Studien, Untersuchungen etc.‘ erhalten. Andere Organisationen außer dem BMZ werden dabei von den politischen Stiftungen nicht genannt. Fünf kirchliche Organisationen geben an, welchen Organisationen sie die meiste Information zukommen lassen. K 2 nennt dafür K6, K3 und
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K7 nennen K9, K9 sagt, dass K7 die meiste ihrer Informationen erhält und nur K8 nennt S7 als staatliche Organisation, welcher sie die meisten ihrer Informationen gibt. Die kirchlichen Organisationen bleiben also auch weitestgehend unter sich, betrachtet man, wem sie die meisten Informationen zur Verfügung stellen. Die sonstigen NROs machen keine Angaben diesbezüglich (vgl. Tab. 6). Bei der Aussage, welche Organisationen die größte Menge an Informationen erha lten, unterscheiden sich die staatlichen und kirchlichen Organisationen signifikant in ihrem Antwortverhalten und zwar mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von 3,5% (vgl. Tab. 4.3 in Anhang 4). Zehn Organisationen machen eine Aussage, welchen Organisationen sie die zweitgrößte Menge an Informationen geben. Diese teilen sich jeweils zur Hälfte auf in staatliche und kirchliche Organisationen. Politische Stiftungen und sonstige NROs geben dazu keine Stellungnahme ab. BMZ und S4 nennen S3 als die Organisation, die von ihnen die zweitmeiste Menge an Informationen erhält. Bei S5 ist dies S6 und S6 wiederum nennt S2 als den zweitgrößten Empfänger ihrer Informationen. Als einzige staatliche Organisation nennt S7 die kirchliche Organisation K8, wenn es um die Frage geht, wer an zweiter Stelle bei der Verteilung von Informationen steht. Von den fünf kirchlichen Organisationen, die diese Frage beantworteten, sind es K7 und K9, welche K5 als die Organisation nennen, die von ihnen die zweitgrößte Informationsmenge zur Verfügung gestellt bekommt. In diesem Kontext nennt K3 K7 und K2 VENRO. K8 ist dabei die einzige Organisation, die eine Organisation erwähnt, die nicht in der Stichprobe vorkommt, nämlich Organisation 51 (vgl. Tab. 4.4 in Anhang 4).
Tabelle 6: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich
Quelle: eigene Berechnung
Eine Aussage darüber, welche die Organisation ist, welche die drittgrößte Menge an Evaluationen, Studien, Untersuchungen etc. erhält, machen wiederum zehn Organisationen -
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fünf staatliche und fünf kirchliche Organisationen. S6 und S7 benennen S3 als die Organisation die von ihnen die drittgrößte Informationsmenge erhält. S5 gibt dem BMZ, S4 S2 und das BMZ S4 die drittgrößte Menge aller Informationen, die sie versendet. Die staatlichen Organisationen bleiben also unter sich bei der Frage, wem sie die drittmeiste Menge an Information zur Verfügung stellen. An dritter Stelle bei der Verteilung von Information nennt K7 die andere kirchliche Organisation K6. K8 gibt dem BMZ die drittgrößte Informationsmenge. K2, K3 und K9 benennen in diesem Kontext Organisationen, die nicht aus der Stichprobe stammen. Organisation 40 erhält von K2, 61 von K9 und 65 von K3 die drittgrößte Informationsmenge (vgl. Tab. 4.5 in Anhang 4). Die vierte Stelle, wenn es um die mengenmäßige Verteilung von Information geht, benennen noch sieben Organisationen - drei staatliche und vier kirchliche Organisationen. An der vierten Position stehen beim BMZ S11, bei S6 S5 und S7 eine kirchliche Organisation, nämlich K7. K7 wird auch von K8 an vierter Stelle angeführt, wenn es um die Verteilung ihrer Informationsmenge geht. Des weiteren nennt K2 das BMZ als Organisation aus der Stichprobe. Als Organisationen, die nicht aus der Stichprobe stammen, werden an vierter Position bei der Verteilung von ‚Evaluationen, Studien, Untersuchungen, etc.‘ die Organisation 39 von K3 und 62 von K9 genannt. Eine Gruppenbildung ist hier nicht zu erkennen (vgl. Tab. 4.6 in Anhang 4).
Welche Organisationen die fünftgrößte Menge an Informationen erhalten, konnten noch sechs Organisationen beantworten. Organisation 67 wird vom BMZ an dieser Stelle genannt. S6 sagt, dass S10 und S7 sagt, dass das BMZ die fünfte Stelle bei der Verteilung ihrer Information einnehmen. Die staatlichen Organisationen nennen also an fünfter Position auch nur staatliche Organisationen, wobei 67 eine Organisation außerhalb der Stichprobenmenge ist. Die kirchliche Organisation K3 vergibt die fünfte Stelle an K5. K8 und K9 nennen mit 53 und 63 an fünfter Position zwei nicht-deutsche Organisationen, die ebenfalls wie 67 nicht in der Stichprobe vorkommen (vgl. Tab. 4.7 in Anhang 4). Nur noch vier Organisationen nennen die Organisationen, welche bei ihnen an sechster Stelle bei der Verteilung ihrer Information stehen. Die genannten Organisationen kommen nicht in der Stichprobe vor. S7 nennt in diesem Kontext 68. 54, 64 und 66 werden von K8, K9 und K3 an sechster Stelle aufgeführt, wenn es um die Verteilung ihrer Information geht (vgl. Tab. 4.8 in Anhang 4).
Am insgesamt häufigsten werden die staatlichen Organisationen BMZ (neunmal), S2 (sechsmal) und S3 (viermal) von allen Organisationen bei der Verteilung ihrer Informationsmenge genannt. Dreimal werden insgesamt die kirchlichen Organisationen K5 und K7 aufgeführt. K6 erhält noch zwei Nennungen und alle anderen Organisationen erhalten insgesamt eine Nennung. Das BMZ erhält also von den anderen EZ-Organisationen die meisten Evaluationen, Studien, Untersuchungen, etc.. Dies könnte ein Indikator dafür sein, dass das BMZ einen prestigereichen Akteur im Netzwerk verkörpert, denn das Prestige eines Akteurs ergibt sich aus der Zahl der Kontakte anderer Akteure zu ihm (vgl. JANSEN,
65
1999: 136). Da das BMZ hier die meisten Kontakte aufweisen kann, ist dieser Rückschluss möglich, wird aber noch in Kapitel 4.6.3 erörtert.
4.4 Das Sender-Empfänger-Netzwerk deutscher EZ-Organisationen
Den zentralen Bestandteil der Auswertung wird - wie bereits erwähnt - die Gestalt des Kommunikations netzwerks deutscher EZ-Organisationen darstellen, welche mithilfe der Netzwerkanalyse im Folgenden vorgenommen wird. Dies beinhaltet die deskriptive Darstellung von drei verschiedenen Einzel-Kommunikationsnetzwerken: ein Sender-Empfänger-Netzwerk (Kapitel 4.4), ein Empfänger-Sender-Netzwerk (Kapitel 4.5) und schließlich ein Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen, bei dem ein ‚Bestätigtes Senden‘ untersucht wird (Kapitel 4.6). Beim Sender-Empfänger-Netzwerk wird ausschließlich das Senden von Informationen an andere EZ-Organisationen beschrieben. Das Empfänger-Sender-Netzwerk wird nur mithilfe der Aussage, von welchen Organisationen Informationen empfangen werden, skizziert. Für das abschließend zu betrachtende Kommunikations netzwerk deutscher EZ-Organisationen wird schließlich das oben genannte ‚Bestätigte Senden‘ untersucht, d.h. es wird nicht nur die Aussage, dass eine Organisation an die andere Organisation Informationen gesendet hat, sondern auch die Aussage der anderen Organisation, dass etwas empfangen wurde, mit bewertet. Um das Kommunikationsnetzwerk und seine Ak teure zu beschreiben, werden alle notwendigen netzwerkanalytischen Maßzahlen herangezogen. Diese sind Kommunikationsdichte bzw. Netzwerkdichte, Zentralität, Prestige, Cutpoint positionen, Netzwerkkomponentenanalyse, Macht von Akteuren sowie verschiedene Cliquen- und Blockmodellanalysen zur Identifikation von Gruppen im Netzwerk.
Die nun folgenden Darstellungen beziehen sich auf das Sender-Empfänger-Netzwerk.
4.4.1 Die Netzwerkdichte
19 gibt Aufschluss darüber, wie viele von den möglichen Wahlen Die Netzwerkdichte
innerhalb eines Netzwerks tatsächlich realisiert wurden. 20 Die Netzwerkdichte zeigt also
19 Hier und im nächsten Kapitel werden zunächst zwei asymmetrische Matrizen verwendet, nämlich eine Sender - Empfänger - Matrix (Matrix A) und eine Empfänger - Sender - Matrix (Matrix B). Beide werden in Kapitel 4.6 zusammengefasst betrachtet. Ein bestätigtes Senden, sowie ein einseitiges Senden und Empfangen kann dann festgestellt werden Dazu wird Matrix B transponiert über Matrix A gelegt. Die zusammengefasste Matrix enthält also alle Werte von Matrix A und B. Deshalb, und weil bei Soziomatrizen die Zeilenanzahl der Spaltenanzahl entsprechen muss (x ij = x ji ), haben alle drei Matrizen (Matrix A, Matrix B und deren Zusammenfassung) die gleiche Spalten- und Zeilenanzahl. Dadurch werden die Kommunikationsdichten zwischen den befragten Organisationen und denen außerhalb der Stichprobe geringer als sie vielleicht wirklich sind, denn nicht alle bei Matrix A genannten Organisationen aus den offenen Kategorien würden in Matrix B vorkommen und umgekehrt. Insgesamt umfassen alle drei Matrizen jeweils 68 Akteure.
66
an, ob die Kommunikationshäufigkeit zwischen den Akteuren in einem Netzwerk hoch oder niedrig ist. Somit dient sie der Überprüfung der Hypothesen H2, H3 und H4: Liegen gleiche Einstellungen bei Organisationen vor, wird die Kommunikation zwischen ihnen hoch sein, und somit besteht zwischen den Organisationen mit gleicher Einstellung eine hohe Kommunikationsdichte und zwischen Organisationen mit ungleicher Einstellung eine niedrige Kommunikationsdichte. Dabei ist zu beachten, dass bei grossen Netzwerken wie dem hier vorliegenden, die Dichte geringer i st als bei kleinen Netzwerken, da es beispielsweise in einem grossen Netzwerk für einen Akteur kaum möglich ist, die Zeit zur Kommunikation mit allen anderen Akteuren zu finden - in einem kleinen Netzwerk ist dies eher möglich (vgl. JANSEN, 1999: 89).
Tabelle 7: Kommunikationsdichten „Sender - Empfänger“ des Kommunikations-
Beider Dichteberechnung bei gleichen Organisationstypen wurden die Angaben zur eigenen Organisationdie Diagonale in der Matrix - nicht berücksichtigt. * Die Netzwerkdichte in dieser Zeile muss immer Null sein, da diese Organisationen nicht befragt wurden und daher keine Angaben bezüglich ihres Verhaltens als Informationsempfänger vorliegen Gesamtdichte: ∆ Gesamt = 0,0844
∆
= 0,1505 (Vernachlässigung der Organisationen außerhalb der Stichprobe als Sender)
Quelle: eigene Berechnung
20 Die größte anzunehmende Dichte (∆) ist im Normalfall ∆ = 1. Da hier aber die Wahlen noch nach Häufigkeit gewichtet wurden, wobei der häufigste Kontakt den Wert „3“ erhielt, beträgt die höchste anzunehmende Dichte 3*∆ = 3.
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Im Folgenden wurden die Kommunikationsdichten zwischen und innerhalb den einzelnen Organisationstypen ermittelt, um vergleic hen zu können, bei welchen Organisationstypen die Kommunikationsdichte bezüglich des Sendens von Informationen hoch bzw. niedrig ist 21 .
Die Gesamtdichte von ∆ Gesamt = 0,0844 zwar sehr gering, lässt aber den Rückschluss auf
ein weak-tie-Netzwerk zu. Weak-ties sind in der Lage, im Netzwerk große Entfernungen zu überbrücken. Weiterhin vermitteln sie verschiedenartige und oft auch neue Informationen und sind daher für alle Mobilitäts-, Modernisierungs-, Innovations- und Diffusionsprozesse im Netzwerk von Be deutung. Des Weiteren können sie Ausschließungsprozesse von verschiedenen stark integrierten Gruppen im Netzwerk aufhalten oder verhindern (vgl. JANSEN, 1999: 101). Dagegen dauert es in weak-tie-Netzwerken oft länger bis sich Neuigkeiten, wie etwa eine Inno vation, von den zentralen Akteuren bis in die Ränder des Netzwerks verbreiten (vgl. JANSEN, 1999: 88). Tab. 7 zeigt, dass die staatlichen Organisationen öfter an andere staatliche Organisationen Informationen senden als an alle anderen Organisationstypen. Die Kommunikationsdichte ist doppelt so hoch wie die zwischen staatlichen Organisationen und politischen Stiftungen und viermal so hoch wie zwischen staatlichen und kirchlichen Organisationen. Staatliche Organisationen senden sogar 22mal öfter Informationen an andere staatliche Organisationen als an sonstige NROs.
Bei den politischen Stiftungen wurde in Hypothese 3 erwartet, dass sie sich untereinander nicht so viele Informationen senden, wie sie das z.B. an staatliche Organisationen tun. Diese Annahme wird hier widerlegt. Die Kommunikationsdichte zwischen den politischen Stiftungen ist mit 1,05 deutlich höher als zu den staatlichen Organisationen mit 0,76. Dennoch ist in Tab. 7 zu erkennen, dass die Dichte der Kommunikation zwischen politischen Stiftungen und staatlichen Organisationen höher ist als zu den sonstigen NROs, was auch im Vorfeld angenommen wurde. Die politischen Stiftungen scheinen also doch gleiche Einstellungen zu besitzen, sonst wäre ihr gegenseitiger Informationsaustausch nicht so hoch.
Die kirchlichen Organisationen unterscheiden sich in ihren Kommunikationsdichten wie in H4 angenommen nicht bzw. nur kaum nach katholischen und evangelischen Organisationen (s. Tab. 8). Katholische Organisationen senden z.B. häufiger an evangelische Organisationen als zu anderen katholischen Organisationen. Evangelische Organisationen versenden untereinander aber öfter Informationen als katholische Organisationen. Dennoch ist die Kommunikationsdichte mit 0,9444 sehr hoch - z.B. höher als die staatlichen Organisationen untereinander. Es kann also nicht behauptet werden, dass sich die kirchlichen Organisationen untereinander bezüglich der Wahl ihres Kommunikationspartners
21 Die Kommunikationsdichten werden mit ∆ mn = Dichte zwischen Organisationsarten m und n bezeichnet. S steht für staatliche, P für politische, K für kirchliche und N für Nichtregierungs-organisationen
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unterscheiden. Sie teilen dementsprechend doch gleiche Einstellungen. Deshalb werden die kirchlichen Organisationen insgesamt als eine Organisationsart betrachtet (s. Tab. 7). Die kirchlichen Organisationen besitzen untereinander mit 0,4667 eine zwei- bis dreimal höhere Kommunikationsdichte als zu anderen Organisationstypen.
Tabelle 8: Kommunikationsdichten „Sender - Empfänger“ des Kommunikations-
Quelle:eigene Berechnung
Aus Tab. 7 lässt sich erkennen, dass die sonstigen NROs zu dem einzigen Organisationstyp gehören, wo die Kommunikationsdichte untereinander geringer ist als bei den anderen Orga nisationstypen. Am häufigsten versenden die sonstigen NROs Informationen an kirchliche Organisationen (∆ NK = 0,1455) und an staatliche Organisationen (∆ NS = 0,1074). Untereinander beträgt die Kommunikationsdichte nur 0,0636. Die Kommunikationsdichte zwischen den sonstigen NROs zu sich selbst und den kirchlichen Organisationen ist mit ∆ NN +∆ NK = 0,0996 fast so hoch wie zu den staatlichen Organisationen. An dieser Stelle ist nun nicht zu erkennen, dass sich die sonstigen NROs sehr von den staatlichen Organisationen - was die Wahl des Kommunikationspartners betrifft - entfernen. Die Nähe zu den kirchlichen und den staatlichen Organisationen ist deutlich höher als untereinander. Die Annahme H2, dass sich die staatlichen und die sonstigen NROs aufgrund der Wahl ihrer Kommunikationspartner in zwei Gruppen aufteilen, wäre nur aufgrund dieser Tatsache Stelle schwer zu bestätigen. Andererseits kann die niedrige Dichte z.B. auch durch den Ausfall vieler sonstigen NROs beim Fragebogenrücklauf herrühren. 22 Weiterhin kann, wenn die Gruppe der Nichtregierungsorganisationen an dieser Stelle etwas weiter gefasst wird und die Kommunikation der sonstigen NROs zu den kirchlichen Organisationen mit betrachtet wird, die Kommunikation zwischen den NROs als doch intensiver als zu den staatlichen Organisationen gewertet werden. Da die staat-
22 ‚KeineAngaben‘ müssen ebenfalls wie eine nicht existente Verbindung beim Rechnen mit Soziomatrizen mit 0 codiert werden. Dadurch kann die Netzwerkdichte bei den Angaben der sonstigen NROs sinken.
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lichen Organisationen untereinander ebenfalls eine höhere Kommunikationsdichte besitzen als zu den sonstigen NROs, ist die Annahme wohl eher zu bestätigen als zu verwerfen. Die größten Kommunikationsdichten zu Organisationen außerhalb der Stichprobe besitzen die kirchlichen Organisationen und die sonstigen NROs mit jeweils ca. 0,05. Politische Stiftungen versenden gar keine Informationen an Organisationen außerhalb der Stichprobe. Das bedeutet, dass hauptsächlich die NROs an andere Organisationen Informationen versenden. Die Streuweite ist bei den sonstigen NROs und den kirchlichen Orga nisationen
- was den Organisationstyp betrifft - sehr weit. Die Kommunikationsdichten zu den einzelnen Organisationstypen sind zwar insgesamt nicht sehr hoch, dafür ist aber die Streuweite relativ konstant. Die staatlichen Organisationen und politischen Stiftungen beschränken ihre Kommunikation dagegen eher auf die Organisationen die in der Stichprobe vorkommen, und dabei bevorzugen sie vor allem den Informationsaustausch mit Organisationen des gleichen Organisationstypus.
4.4.2 Zentralität von Akteuren
Bestimmte Werte, die für die Zentralitäts- und Prestigemessung von Ak teuren verantwortlich sind, sind bei den mächtigen und einflussreichen Organisationen höher als bei anderen. Umgekehrt bedeutet dies: Je höher die Zentralitäts- und Prestigewerte sind, die sich bei einer Organisation zeigen, desto mächtiger ist sie und desto mehr Einfluss hat sie (vgl. JANSEN 1999: 155 und vgl. SCHENK, 1984: 75). Um also die Hypothese H1 zu überprüfen, sind die Zentralitätswerte und die im folgenden Kapitel dargestellten Prestigewerte von Bedeutung.
Die Zentralität ist zunächst ein Maß für die Position von einzelnen Akteuren in einem Netzwerk. Zur Bestimmung der Zentralität von Akteuren in einem Netzwerk gibt es drei Maße, die unterschiedlich interpretiert werden - nähebasierte, Betweenness-basierte und Outdegree-basierte Zentralität. Dadurch soll hier das Augenmerk nur auf einige wenige herausragende Akteure gerichtet werden und nicht auf die Zentralitätswerte aller Akteure. Die nähebasierte Zentralität der Sender-Empfänger-Matrix kann hier vernachlässigt werden, da es Akteure gibt, die nicht erreichbar sind - es gibt unverbundene Akteure. Somit ist auch das Sender-Empfänger-Netzwerk in seiner Gesamtheit unverbunden. Das bedeutet wiederum, dass dieses Netzwerk in verschiedene Komponenten zerfällt - um genau zu sein
17. Darin lassen sich 16 unverbundene Einzelakteure (N3, 43, 44, 45, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67und 68) feststellen, die keine kommunikative Verbindung zum Rest des Netzwerks (Komponente 17) aufweisen können (vgl. Abb. 5.1 in Anhang 5). Aufgrund der unverbundenen Einzelakteure, ist eine nähebasierte Zentralität nicht mehr möglich (vgl. JANSEN, 1999: 127).
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Tabelle 9: Zentralitätsmaße der einzelnen Netzwerkakteure des Sender- Empfänger-
Weitere Zentralitätsmaße sind Betweenness und Outdegree. Da die Betweenness etwas über die Möglichkeiten der Kommunikationskontrolle des Akteurs aussagen, wurden die Akteure in Tab. 9 nach dem höchsten absoluten Betweenness-Wert und dann absteigend angeordnet. Die Outdegreemaße stehen daneben. Für beide Werte wurden jeweils noch standardisierte Werte angegeben (nBetweenness sowie NrmOutDeg). Die Betweenness besagt, dass ein Akteur „zwischen“ zwei anderen steht, wenn er diese über die kür zeste Pfaddistanz miteinander verbindet. Aus dieser Position leitet sich eine Kontrollposition ab, welche es ihm ermöglicht, die Kommunikation zwischen den beiden Endpunkten
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aufrechtzuerhalten oder aber deren Kommunikationsfluss zu unterbrechen (vgl. König, 1992: 110). Je höher der Wert, desto höher diese Kontrollmöglichkeit. Die Outdegrees oder abgegebenen Wahlen erfassen die Anzahl der direkten Verbindungen des Akteurs zu anderen Punkten im Netzwerk. Es gilt somit als Maß für die Kommunikationsaktivität des Akteurs (vgl. JANSEN, 1999: 131).
Aus Tab. 9 lässt sich erkennen, dass das BMZ der Akteur ist, der mit Abstand die höchsten Zentralitätsmaße besitzt. Das BMZ steht im Mittelpunkt des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen - wird die Sender-Empfänger-Matrix betrachtet. Es kontrolliert sowohl die Kommunikation zwischen den anderen Organisationen (Betweenness), hat aber auch selbst die höchste Kommunikationsaktivität (Outdegree). Weitere zentrale Positionen im Sender-Empfänger-Netzwerk nehmen die Organisationen K9, VENRO und K8 ein, jedoch mit weitem Ab stand hinter dem BMZ. K9 hat von diesen Organisationen in seiner Kommunikation noch die größte Aktivität mit od K9 = 44 (Outdegreewert von K9) und besitzt davon auch die größte Kontrollmöglichkeit mit einem Wert von b jk (n K9 ) = 200.021 (Betweennesswert von K9). Obwohl VENRO nicht so viele direkte Be ziehungen wie K8 besitzt, scheint dieser Akteur im Sender-Empfänger-Netzwerk besser eingebettet zu sein, denn er hat mehr Kontrollmöglichkeiten als K8. Auch andere Organisationen wie S7, P4, K3, P2 oder N4 haben höhere Outdegree-Werte als VENRO. Dennoch besitzen diese nicht annähernd die gleichen Kontrollmöglichkeiten wie VENRO. Was dagegen nicht zu erwarten war, ist die Tatsache, dass zwei kirchliche Organisationen (K9 und K8) zwei sehr zentrale Akteure im Sender-Empfänger-Netzwerk darstellen. Von den politischen Stiftungen nimmt P5 mit einem Betweennessmaß von b jk (n P5 ) = 35 den fünften Platz in der Zentralitätsreihenfolge ein, vor S7. Auch hier besitzt der zentralere Akteur P5 eine geringere Kommunikationsaktivität als Organisation S7. Organisation P4 soll hier noch genannt werden, welche die drittgrößte Anzahl an direkten Beziehungen in diesem Netzwerk besitzt, was die Zentralität betrifft, aber nur den siebthöchsten Wert besitzt. Auch N4 hat mit einem Outdegree von od N4 = 22 noch eine mittlere Kommunikationsaktivität, kommt aber durch seine geringen Einfluss auf die Kommunikation zwischen den anderen Akteuren in der Zentralität nur auf den 17. Rang.
Werden also die Zentralitätsmaße aus Tab. 9 betrachtet, bestätigt sich die Annahme H1, dass BMZ und VENRO mächtige Akteure im Sender-Empfänger-Netzwerk sind. Hinzu kommen noch K9 und K8 als sehr zentrale und damit eventuell mächtige Akteure im System.
Weitere Indikatoren für die Machtposition eines Akteurs sind die Prestigemaße.
4.4.3 Prestige von Akteuren
Mit Prestigekonzepten wird erfasst „inwiefern sie [die Akteure] knappe Wertschätzung, Autorität und Achtung im Netzwerk genießen“ (JANSEN, 1999: 136). Prestigemaße sind
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also auch Indikatoren für Machtpositionen. Wie bei den Zentralitätsmaßen gibt es auch bei den Prestige maßen verschiedene Größen. Das ist zum einen das Indegree-basierte Prestige und zum anderen das Rangprestige. Das Indegree-basierte Prestige ist das einfachste, aber auch das stärkste Prestigemaß, da es die unmittelbaren Beziehungen des Akteurs misst bzw. genauer, wie oft er von anderen Organisationen kontaktiert wird. Ist sein Prestige niedrig, ist auch die Zahl seiner Wahlen niedrig. Tab. 5.1 in Anhang 5 ist demnach in erster Linie nach dem Indegreemaß geordnet (s. Tab. 5.1 in Anhang 5, Spalte InDegree). Als weiteres Maß gilt das Rangprestige, welches sich durch den Eigenvektor ausdrückt. Für die korrekte Berechnung des Eigenvektors wurde die Sender-Empfänger-Matrix zunächst symmetrisiert 23 (s. Tab. 5.1 in Anhang 5, Spalte Eigvec). Zusätzlich wurde aber auch ‚inkorrekt', mit der asymmetrischen, die Häufigkeit der Beziehung bewertenden Matrix, der Eigenvektor ermittelt, um ihn mit dem eigentlichen Eigenvektor vergleichen zu können (s. Tab. 5.1 in Anhang 5, Spalte Easym). Neben diesen Maßzahlen sind auch noch jeweils die standardisierten Werte in der Tabelle neben den absoluten Maßen zu finden (NrmInDeg, nEigvec, nEasym). Das Rangprestige berücksichtigt neben direkten auch indirekte Wähler, sowohl die Qualität - den Rang - des Wählers selbst. Es ist also ein eher qualitatives Maß.
Aus Tab. 5.1 in Anhang 5 lässt sich gut erkennen, dass das BMZ bei allen Prestigemaßen mit Abstand die höchs ten Werte besitzt. Sowohl sein Indegree (49) als auch der Eigen-vektor (0.518) sind fast doppelt so hoch wie der jeweilige zweithöchste Wert. Damit besitzt das BMZ im Sender-Empfänger-Netzwerk nicht nur die höchste Zentralität, sondern auch das höchste Prestige aller Akteure. Die Annahme aus H1.1, dass das BMZ im Netzwerk deutscher EZ-Organisationen ein mächtiger Akteur ist, bestätigt sich an dieser Stelle, da Zentralität wie auch Prestige Indikatoren für eine Machtposition im Kommunikationsnetzwerk sind (vgl. JANSEN, 1999: 155). Ebenfalls hohe Indegreewerte besitzen S2, S3 und VENRO (vgl. Tab. 5.1 in Anhang 5). Die Prestigerangordnung auf den Plätzen zwei bis vier spiegelt also nicht die Rangordnung der Zentralität wieder. Wo K8 und K9 noch hohe Zentralität besaßen, beläuft sich ihre Prestigerangordnung im Sender-Empfänger-Netzwerk auf die Plätze 12 und 13, wobei K9 aber noch den viert höchsten Eigenvektor und den zweitgrößten asymmetrischen Eigenvektor besitzt. K9 wird also nicht sehr oft kontaktiert. Wenn dies aber geschieht, dann von Akteuren, die selbst ein hohes Prestige besitzen. Da K8 und K9 nur hohe Zentralitätswerte, aber geringe Prestigewerte besitzen (vgl. Tab. 9 und Tab. 5.1 in Anhang 5), kann nicht davon ausgegangen werden, dass ihre Machtposition vergleichbar mit dem des BMZ wäre. Anders bei VENRO. Diese Organisation besitzt die drittgrößte Zentralität und das vierthöchste Prestige aller Akteure (vgl. Tab. 9 und Tab. 5.1 in Anhang 5). Der niedrige Eigenvektorwert von 0.098 deutet jedoch darauf hin, dass die Akteure, die VENRO wählen, selbst kein hohes Prestige
23 Die Wahlen in der Zeile müssen mit denen der Spalte identisch sein. Identische Wahlen erhalten eine 1, alle anderen eine 0. Dabei ging die Asymmetrie und die Wertung der Häufigkeit des Kontakts verloren.
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innerhalb des Netzwerks haben. Da gerade die sonstigen NROs in der Prestigewertung in den unteren Rängen zu finden sind (vgl. Tab. 5.1 in Anhang 5), könnte angenommen werden, dass VENRO gerade von diesen Akteuren besonders häufig als Kommunikationspartner gewählt wird. Aufgrund seiner Zentralität würde VENRO also vor allem im Mittelpunkt der sonstigen NROs stehen. Wegen seiner Zentralität und seines Prestiges kann also festgehalten werden, dass diese Indikatoren darauf hinweisen, dass VENRO der Akteur mit der zweithöchsten Machtfülle im Sender-Empfänger-Netzwerk ist. Das bedeutet, dass sich auch die Annahme H1.2 - zumindest für das Sender-Empfänger-Netzwerk - bestätigt.
Angesichts der Eigenvektorwerte, erkennt man, dass gerade die politischen Stiftungen, außer P1, sehr hohe Werte erreichen. Dies kann durch die hohe Kommunikationsdichte innerhalb der politischen Stiftungen erklärt werden. Da der Eigenvektorwert auch vom Prestige des Wählenden mit beeinflusst wird, heben die politischen Stiftungen ihr Rangprestige gegenseitig an. Dagegen sind die politischen Stiftungen aufgrund des Indegree-basierten Prestiges eher im mittleren Bereich zu finden (vgl. Tab. 5.1 in Anhang 5).
Zu erwähnen ist noch, dass mit K7 und K5 an fünfter und sechster Stelle auch noch zwei kirchliche Organisationen mit an der Spitze des Rangprestiges stehen. Da beide jedoch sehr geringe Eigenvektorwerte haben, werden diese Akteure wohl hauptsächlich von Akteuren mit niedrigem Rangprestige gewählt (vgl. Tab. 5.1 in Anhang 5).
4.4.4 Cutpoint -Positionen
S8, K8, K9 und VENRO besitzen im Sender-Empfänger-Netzwerk Cutpointpositionen (vgl. Abb. 5.2 in Anhang 5). Cutpointakteure sind die letzte Verbindung zu einzelnen Akteuren, die ohne diesen Brückenakteur zu einer einzelnen Netzwerkkomponente werden würden. Sie entziehen sich daher der starken Vernetzung mit nur einer Clique im Netzwerk. Sie bilden also Schnittpunkte im Netzwerk und stellen die letzte Verbindung von mindestens einer Komponente zum restlichen Netzwerk dar. Durch diese Position können sie z.B. Informationen aus voneinander getrennten Kontexten zusammenfügen und somit zu einem innovativen Motor im Netzwerk werden. VENRO bildet hier den Brückenkopf zu den Organisationen 42, 46, 47, 48, 49, 50. Ohne K9 wären K4, N11, 55 und 56 nicht zu erreichen. K8 ist die letzte Verbindung zu den Organisationen 53 und 54 und S8 verbindet noch die Organisation 41 (vgl. Abb. 5.2 in Anhang 5). Andererseits können sie aus ihrer Position aber auch für sich selbst Profite herausschlagen, indem sie verschiedene Gruppen gegeneinander ausspielen, um ihre Vorstellungen von einer Sache durchzusetzen 24 (vgl.
JANSEN, 1999: 100).
24 Welche Charakterzüge von den Cutpointakteuren hier vertreten sind, können allerdings nur die Organisationen selbst wissen.
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4.4.5 Cliquen
Bei der Cliquenanalyse werden innerhalb des Netzwerks verschiedene kohäsive Subgruppen ausfindig gemacht. Dafür gibt es verschiedene Ansätze. Die soziometrische n -Clique bzw. der n-Clan, den k-Plex und den k-Core. Die k-Plex-Methode liefert 876 verschiedene 2-Plexe im Sender-Empfänger-Netzwerk mit überlappenden Mitgliedern (vgl. Abb. 5.4 in Anhang 5). Dies ist eindeutig eine viel zu hohe Anzahl von möglichen Subgruppen, um weiter darauf einzugehen. Die n-Clan Methode liefert zehn 2-Clans, also zehn Subgruppen, die einen bestimmten Grad an Verbundenheit besitzen. Hier liegt zwischen den einzelnen Akteuren der Subgruppe eine maximal erlaubte Pfaddistanz von zwei. Das Problem ist jedoch, dass diese Methode viele Cliquen identifiziert, in denen teilweise gleiche Akteure vorkommen (vgl. Abb. 5.3 in Anhang 5). Die k-Core Methode liefert nicht notwendigerweise kohäsive Subgruppen, kann aber dichte Regionen im Netzwerk ausfindig machen. Die dichteste Region im Netzwerk beinhaltet die Akteure BMZ, S2, S3, S7, S8, S10, S11, P1, P2, P3, P4, P5, K3, K5, K7, K8, K9 und N4. Diese Organisationen können in ihrem Teilgraphen mindestens zehn andere Akteure auf direktem Wege erreichen. Nimmt man noch die Organisationen S9 und VENRO (vgl. Abb. 5.5 in Anhang 5) in den Teilgraphen auf, so beträgt die Anzahl der Akteure die vo n den Teilgraphenmitgliedern erreicht werden können immer noch sieben andere Organisationen. Es verwundert jedoch nicht, dass in dieser Gruppe von Organisationen, die zueinander eine hohe Kommunikations dichte besitzen, die politischen Stiftungen und viele staatliche Organisationen zu finden sind, denn diese Organisationsarten tauschen jeweils unter-einander schon viele Informa tionen aus (vgl. Kapitel 4.4.1). Insgesamt gesehen liefert die Cliquenanalyse keine eindeutigen Werte, um Subgruppen innerhalb des Sender-Empfänger-Netzwerk ausfindig zu machen. Die k-Core Methode zeigt nur, zwischen welchen Organisation besonders viel direkte Verbindungen bestehen. Eine Außenabgrenzung der Organisationen im Teilgraphen zu anderen Akteuren bietet sie jedoch nicht.
4.4.6 Strukturelle Äquivalenz und Blockmodelle
Auch die Blockmodellanalyse bietet die Möglichkeit Subgruppen innerhalb des Netzwerks ausfindig zu machen. Dabei wird nach strukturell ähnlichen Positionen der Akteure in ihren Netzwerk- und Sozialstrukturen gesucht und alle strukturell ähnlichen Akteure zu einem Block bzw. zu strukturell äquivalenten Positionen gehörig zussammengefasst. Dabei gehen vor allem im Gegensatz zur Cliquenanalyse alle Außenbeziehungen der Akteure mit in die Berechnung ein (vgl. JANSEN, 1999: 203 und SCHENK, 1984: 83f; 93). Für die Identifikation von Akteuren mit strukturell äquivalenten Positionen bieten sich zwei Verfahren an. Das CONCOR-Verfahren vergleicht die Ähnlichkeit von zwei Akteuren mithilfe von Korrelationsmaßen, das Burt-Verfahren mithilfe von euklidischen
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Distanzen. Das Burt-Verfahren hat den Nachteil gegenüber dem CONCOR-Verfahren, das Restpersonen übrig bleiben können, die keiner Gruppe zugeordnet werden können. Beide Verfahren sollen hier ergänzend angewandt werden (vgl. JANSEN, 1999: 217f). Beide Verfahren führen zuerst die Organisationen zu Blöcken zusammen, die aufgrund der Komponentenanalyse alle eine einzelne Komponente des Sender-Empfänger-Netzwerks darstellen, und zwar: N3, 43, 44, 45, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67 und 68. Die Akteure 42, 46, 47, 48, 49, 50 werden ebenfalls von beiden Verfahren als Subgruppe identifiziert. Deren gemeinsame Position ergibt sich daraus, dass sie als einzige von VENRO gewählt werden, die eine zentrale Position im Netzwerk besitzt. Übereinstimmungen in den Bildungen von Subgruppen sind noch bei den Organisationen N11, K4, 52, 55 und 56 zu finden. Im Burt-Verfahren werden diese fünf Akteure aufgrund ihrer strukturellen Ähnlichkeit im Netzwerk zu einer Gruppe zusammengefasst. Im CONCOR-Verfahren kommen zu diesen noch die Akteure 39, N2 und N10 zur Gruppe hinzu (Gruppe 6, vgl. Abb. 5.6 in Anhang 5). Worauf die Ähnlichkeit hier beruht, ist aber schwer zu sagen. Ein gemeinsames Merkmal, dass alle diese Organisationen teilen, ist, dass sie alle nur sehr selten als Kommunikationspartner gewählt werden, aber alle auf jeden Fall von K9 - ebenfalls wie VENRO ein sehr zentraler Akteur - Informationen zugesandt bekommen. In der weiteren Subgruppenunterteilung unterscheiden sich die Ergebnisse beider Verfahren (vgl. Abb. 5.6 und Abb. 5.7 in Anhang 5).
Mithilfe des CONCOR-Verfahrens werden weitere sieben Gruppen identifiziert. Die erste Gruppe besteht aus den Organisationen BMZ, S2, S11, S8, S7, P5 und 41 (vgl. Abb. 5.6 in Anhang 5). Erstaunlich ist dabei die Zuordnung von Organisation 41, die eigentlich außerhalb der Stichprobe liegt, aber trotzdem eine strukturell ähnliche Position im Netzwerk aufweist, wie das BMZ und andere staatliche Organisationen, von der aus S8 sogar eine Cutpointposition einnimmt. Nach dem Burt-Verfahren ist Organisation 41 ein Restakteur, der erst in späteren Rechenschritten N9 und K1 zugeordnet wird. Auch die anderen Organisationen dieser Gruppe sind laut Burt-Methode Restakteure, die erst sehr spät während des Verfahrens mit anderen Akteuren zusammengeführt werden (vgl. Abb. 5.7 in Anhang 5). Am schwersten davon ist das BMZ zuzuordnen. Seine Position ist im Netzwerk wohl so einzigartig, dass es erst als allerletzte Organisation mit den anderen Akteuren zu einer Gruppe zusammengeführt werden könnte. Insgesamt divergieren die Aufteilung der restlichen Akteure in beiden Verfahren so stark, dass weitere konkrete Aussagen über äquiva lente Rollenpositionen im Sender-Empfänger-Netzwerk kaum möglich sind. Die Akteure aus den mithilfe der CONCOR-Berechnung identifizierten sieben Gruppen (vgl. Abb. 5.6 in Anhang 5) wären insgesamt laut Burt-Verfahren also mehr oder weniger schwer zuzuordnende Restakteure (vgl. Abb. 5.7 in Anhang 5).
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4.4.7 Zentralisierung des Netzwerks
Die Zentralisierungsmaße des Netzwerks beruhen auf den Zentralitätsmaßen des zentralsten Akteurs. Sie beschreiben unterschiedliche Eigenschaften des Gesamtnetzwerks. Der relativ geringe Wert der Betweenness-basierten Zentralisierung von ca. 23% (vgl. Abb. 11), lässt darauf schließen, dass im Sender-Empfänger-Netzwerk die Kommunikation zwar von einem sehr zentralen Akteur wie dem BMZ weitgehend kontrolliert wird, jedoch wird Information nicht von ihm monopolisiert. Er lässt andere Akteure in starkem Maße an seinen Informationen teilhaben.
Die Degree-basierte Zentralisierung erfasst, in wie weit der zentrale Akteur an den direkten Beziehungen der anderen Akteure beteiligt ist. Ein Wert von 1 bzw. 100% würde somit eine Sternform des Netzwerks mit dem zentralen Akteur in der Mitte bedeuten, eine 0 eine Kreisstruktur (vgl. JANSEN, 1999: 132) 25 . Da der Wert dazwischen liegt, scheint das Netzwerkgebilde keine einfache Struktur zu besitzen. Dennoch ist das BMZ laut der Degree-basierten Zentralisierung mit ca. 67% an allen direkten Beziehungen der anderen Akteure beteiligt. Es kann dies so interpretiert werden, als dass die anderen Akteure das BMZ als einen sehr zentralen Akteur im Netzwerk wahrnehmen, denn immerhin bestimmt er 67% ihrer direkten Beziehungen (vgl. Abb. 11).
Abbildung 11: Netzwerkzentraliserungsmaße des Sender-Empfänger-Netzwerks
4.4.8 Die Struktur des Sender-Empfänger-Netzwerks
Fasst man die bisherigen Ergebnisse kurz zusammen, ergeben sich folgende Befunde: Zwischen den staatlichen und den politischen Stiftungen herrschen hohe Kommunikationsdichten. Ansonsten liegt ein weak-tie-Netzwerk vor, in dem es viele einseitige Beziehungen gibt. Darin sind BMZ und VENRO die mächtigen Akteure. Gerade staatliche Organisationen sind prestigereiche Akteure in diesem Netzwerk. Zu den zentralen Akteuren im Netzwerk gehören zwei kirchliche Organisationen. Die Degree-basierten Zentralisierungs werte besagen, dass das Aussehen des Netzwerks zwischen einer Stern-und einer Kreisstruktur liegt, mit Tendenz zu einer Sternstruktur. Des weiteren gibt es 16 unverbundene Einzelakteure, d.h. die Erreichbarkeit aller Akteure im Netzwerk ist nicht
25 Da gewertete Beziehungen nach ihrer Häufigkeit vorliegen, kann der Maximalwert über 100% liegen. Betrachtet man aber das tatsächliche Aussehen, welches sich durch Berechnungen mithilfe spezieller Software ergibt, sind die hier vorliegenden Werte doch so zu interpretieren, wie im Regelfall. Dies gilt auch für Kapitel 4.5.7 und 4.6.7.
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gege ben. Deshalb gehen auch manche Pfaddistanzen bis ins unendliche. Es gibt vier Cutpointakteure, die den letzten Kontakt zu 13 weiteren Akteuren sicherstellen.
Abbildung 12: Modell des Sender-Empfänger-Netzwerks
Vereinfachtes, zweidimensionales Modell des Sender-Empfänger-Netzwerks. Hier wurde nur die Form des Netzwerks, sowie die möglichen Beziehungsarten der einzelnen Akteure zum Zentrum des Netzwerks dargestellt. Im Modell musste auf die konkrete Nennung der einzelnen Organisationen zugunsten der Übersichtlichkeit verzichtet werden. Die Akteure außerhalb des Zentrums sind mit A bis O gekennzeichnet. Quelle: eigene Berechnung
Aus diesen Fakten zusammengenommen kann abgeleitet werden, dass das Netzwerk eine Halbkugelform besitzt: In der Mitte des Kreises sind die zentralen und angesehenen, sowie auch die Cutpointakteure angeordnet. Des weiteren sind dort die Akteure zu finden, die eine große Kommunikationsdichte zueinander besitzen. Von diesem sehr überfüllten Zentrum gehen dann sternförmig, aber nur in Richtung der Halbkugelhemisphäre die Verbindungen zu den schlechter zu erreichenden Akteuren hin. Diese sind also in der Hemisphäre der Halb kugel angeordnet und sind nur noch selten untereinander verbunden, d.h. die Kommunikation zwischen ihnen läuft weitestgehend über mindestens einen Akteur
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des Zentrums. Dadurch besteht eine gewisse Abhängigkeit von den Akteuren im Zentrum (vgl. Abb. 12).
4.5 Das Empfänger-Sender-Netzwerk deutscher EZ-Organisationen
4.5.1 Die Netzwerkdichte
Wie in Tab. 10 zu erkennen ist, sind die Kommunikationsdichten zwischen den kirchlichen Organisationstypen im Empfänger-Sender-Netzwerk relativ kongruent zu denen aus dem Sender- Empfänger-Netzwerk (vgl. Tab. 8). Hier sind die Kommunikationsdichten insgesamt nur etwas geringer. Aber auch hier erhalten die evangelischen Organisationen von anderen evangelischen Organisationen öfter Informationen als von den katholischen. Die katholischen Organisationen sagen dagegen, dass sie öfter Informationen von den evangelischen als von katholischen Organisationen bekommen. Die kirchlichen Organisationen unterscheiden sich in ihren Kommunikationsdichten wie in H4 angenommen nicht bzw. nur kaum nach katholischen und evangelischen Organisationen. Denn dafür müssten auch die katholischen Organisationen mehr Informationen von anderen katholischen als von evangelischen Organisationen erhalten. Die Behauptung, dass sich evangelische und katholische Organisationen hinsichtlich der Wahl ihres Kommunikationspartners unterscheiden, ist also nicht möglich. Deshalb betrachtet man die kirchlichen Organisationen als Ganzes (s. Tab. 11).
Tabelle 10: Kommunikationsdichten „Empfänger - Sender“ des Kommunikations-
Quelle:eigene Berechnung
Die Gesamtdichte ist mit ∆ Gesamt = 0,1011 größer als beim Sender-Empfänger-Netzwerk.
Trotzdem bestätigt sich die Annahme, dass das Kommunikationsnetzwerk der deutschen EZ-Organisationen ein weak-tie-Netzwerk ist (s. dazu Kapitel 4.4.1). Informationen ge-
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langen erst nach einer gewissen Zeit von den zentralen Akteuren in die Randlagen des Netzwerks, werden dafür aber sicher transportiert. Verschiedenartige und neue Informationen sind in solchen schwach verbundenen Netzwerken oft erkennbar (vgl. JANSEN, 1999: 88; 101).
Tabelle 11: Kommunikationsdichten „Empfänger - Sender“ des Kommunikations-
Beider Dichteberechnung bei gleichen Organisationstypen wurden die Angaben zur eigenen Organisationdie Diagonale in der Matrix - nicht berücksichtigt. * Die Netzwerkdichte in dieser Zeile muss immer Null sein, da diese Organisationen nicht befragt wurden und daher keine Angaben bezüglich ihres Verhaltens als Informationsempfänger vorliegen Gesamtdichte: ∆ Gesamt = 0,1011
∆
= 0,1803 (Vernachlässigung der Organisationen außerhalb der Stichprobe als
Quelle: eigene Berechnung
Auch beim Empfänger-Sender-Netzwerk liegen die Kommunikationsdichten zwischen den gleichen Organisationstypen höher als zwischen verschiedenen Organisationstypen. Die einzige Ausnahme bilden, wie auch beim Sender-Empfänger-Netzwerk, die sonstigen NROs. Sie erhalten sowohl von den staatlichen Organisationen (∆ NS = 0,4050), als auch von den kirchlichen Organisationen (∆ NK = 0,3636) häufiger Informationen als von den anderen sonstigen NROs (∆ NN = 0,2636). Die kommunikative Nähe zu den kirchlichen und den staatlichen Organisationen ist größer als zwischen den sonstigen NROs untereinander. Die niedrige Dichte kann aber auch durch den Ausfall vieler sonstiger NROs beim Fragebogenrücklauf entstanden sein. Trotzdem ist die Annahme H2, dass sich die staatlichen
80
und die sonstigen NROs aufgrund der Wahl ihrer Kommunikationspartner in zwei Gruppen aufteilen, an dieser Stelle wohl eher zu verwerfen. Auch die Annahme H3, dass die politischen Stiftungen aufgrund unterschiedlicher Einstellungen untereinander eine geringere Kommunikationsdichte aufweisen, als zu den staatlichen Organisationen, muss verworfen werden. Diese ist mit ∆ PP = 0,8 zu den anderen politischen Stiftungen deutlich höher als mit ∆ PS = 0,5636 zu den staatlichen Organisa-
tionen. Was sich jedoch bestätigt, ist, dass sie öfter Informationen von staatlichen Organisationen als von Nic htregierungsorganisationen wie kirchliche Organisationen und sonstige NROs bekommen (vgl. Tab. 11).
Die staatlichen Organisationen erhalten von den anderen staatlichen Organisationen sehr oft Informationen (∆ SS = 0,7727) - doppelt so oft wie von den politischen Stiftungen (∆ SP = 0,3818), fünfmal so oft wie von kirchlichen Organisationen (∆ SK = 0,1455) und mehr als 60mal so oft wie von den sonstigen NROs (∆ SN = 0,0121). Die staatlichen Organisationen bleiben also, was die Wahl ihres Kommunikationspartners angeht, erst mal unter ihresgleichen, bevor mit anderen Organisationen Informationen ausgetauscht werden. Gerade bei den Nichtregierungsorganisationen wie den kirchlichen Organisationen und den sonstigen NROs sind diese Unterschiede in der Wahl des Kommunikationspartners nicht so deutlich ausgeprägt (vgl. Tab. 11).
Von den Organisationen außerhalb der Stichprobe erhalten die kirchlichen Organisationen am häufigsten von allen anderen Organisationstypen Informationen. An zweiter Stelle stehen dabei die sonstigen NROs. Die beiden Organisationstypen der NROs bekommen also öfter von den Organisationen außerhalb der Stichprobe Informationen als staatliche Organisationen und politische Stiftungen (vgl. Tab. 11).
Die staatlichen Organisationen und politischen Stiftungen beschränken ihre Kommunikation also eher auf die Organisationen die in der Stichprobe vorkommen, und dabei bevorzugen sie vor allem den Informationsaustausch mit Organisationen des gleichen Organisationstypus. Die kirchlichen Organisationen und sonstigen NROs haben dagegen insgesamt zu allen anderen Organisationstypen nur mittlere bis niedrige Kommunikationsdichten, sie streuen ihre Information aber weiter durch mehr oder weniger konstante Beziehungsdichten (vgl. Tab. 11).
4.5.2 Zentralität von Akteuren
Die nähebasierte Zentralität der Empfänger-Sender-Matrix kann hier ebenfalls, wie auch im Sender-Empfänger-Netzwerk, vernachlässigt werden, da es auch hier unverbundene Akteure gibt. Kommen unverbunden Akteure vor, ist eine nähebasierte Zentralität nicht mehr möglich (vgl. JANSEN, 1999: 127). Somit ist auch das Empfänger-Sender-Netzwerk in seiner Gesamtheit unverbunden. Das bedeutet wiederum, dass dieses Netzwerk in 22 verschiedene Komponenten zerfällt - 21 unverbundene Einzelakteure (40, 41, 47, 48, 49,
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50, 51, 53, 54, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67und 68) und der Rest des Netzwerks (vgl. Abb. 6.1 in Anhang 6). Die unverbundenen Akteure kommen hier ausnahmslos aus dem Bereich der Akteure außerhalb der Stichprobe. N 3 ist diesmal nicht unverbunden, sondern gehört zu den verbundenen Akteuren des Netzwerks. Tabelle 12: Zentralitätsmaße der einzelnen Netzwerkakteure des Empfänger-Sender-
Ebenso wie im Sender-Empfänger-Netzwerk nehmen im Empfänger-Sender-Netzwerk das BMZ, K9 und VENRO die drei zentralsten Positionen im Netzwerk ein. Alle drei sind am stärksten in das Kommunikationsnetzwerk eingebunden und besitzen so die höchste Kommunikationskontrolle. Daneben sind sie auch die Akteure mit der höchsten Kommunikationsaktivität. VENRO hat dabei die größte Anzahl direkter Verbindungen (od VENRO = 53) - diese Organisation erhält auf direktem Wege die meiste Information - dennoch sind das BMZ und K 9 besser in das Kommunikationsnetzwerk eingebettet und können somit die Kommunikation im Empfänger-Sender-Netzwerk besser kontrollieren als VENRO. Der zentralste Akteur dabei ist, mit weitem Abstand, das BMZ mit einem Betweennessmaß von 437.473. Dieser Einbindungswert liegt ca. doppelt so hoch wie der von K9 (b jk (n K9 ) = 182.140) und fast viermal so hoch wie das Betweennessmaß von VENRO (b jk (n VENRO ) = 119.151) (vgl. Tab. 12).
Mit einem Betweennessmaß von ca. 32 positioniert sich P3 von allen politischen Stiftungen am zentralsten und nimmt insgesamt im Empfänger-Sender-Kommunikationsnetzwerk die vierte Position ein. K8 - im Sender-Empfänger-Netzwerk noch auf Position vier - ist hier erst an 17. Stelle zu finden (vgl. Tab. 12). Diese Organisation ist hier also eher als peripher zu betrachten, was aber auch bedeutet, dass sich die Angaben aus dem Sender- Emp fänger-Netzwerk in diesem Fall nicht zu bestätigen scheinen (vgl. Tab. 9). Die zentralste sonstige NRO neben VENRO ist hier N4 mit einem elften Platz, was die Zentralität bezüglich der Kommunikationskontrolle betrifft. Auch im Sender-Empfänger-Netzwerk war N4 die zentralste sonstige NRO neben VENRO (vgl. Tab. 9). Eine große Kommunikationsaktivität besitzen im Empfänger-Sender-Netzwerk noch die Organisationen K2, K3, N4 und P2 (vgl. Tab. 12). Dennoch können sie aus dieser Tatsache keine wirklich zentrale Position im Netzwerk ableiten. Denn aufgrund ihrer kommunikativen Einbettung belegen diese Akteure eher mittlere Ränge.
Da Zentralität ein Indikator für Macht in Netzwerken ist, kann für das Empfänger-Sender-Netzwerk die Annahme H1, dass BMZ und VENRO mächtige Akteure im Empfänger-Sender-Netzwerk sind, bestätigt werden. Was nicht erwartet wurde, was sich hier aber auch feststellen lässt, ist, dass K9 aufgrund seiner zentralen Position in beiden bis jetzt vorgestellten Netzwerken auch einen Macht faktor im Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen darstellt.
4.5.3 Das Prestige von Akteuren
Ebenso wie im Sender-Empfänger-Netzwerk verteilen sich die ersten vier Positionen der Prestigewerte auf die Organisationen BMZ, S2, S3 und VENRO.
Das größte Prestige aufgrund der Indegrees als auch des Eigenvektors besitzt hier ebenfalls das BMZ (vgl. Tab. 6.1 in Anhang 6). Die Annahme H1.1 bestätigt sich also, dass das BMZ ein mächtiger Akteur im Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen
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darstellt, da die beiden Indikatoren für Macht - Zentralität und Prestige - bei dieser Organisation am höchsten sind. Die Annahme H1.2, dass VENRO ein mächtiger Akteur ist, bestätigt sich ebenfalls zusehens. Zwar haben S2 und S3 höhere Prestigewerte als VENRO, dafür besitzt dieser Akteur in beiden Indikatoren für Macht insgesamt die höchsten Werte. Beispielsweise haben auch die sehr zentralen Akteure K9 und K8 nur mittlere Prestigewerte und stehen damit auf der Prestigerangliste auf Platz dreizehn bzw. Platz acht (vgl. Tab. 6.1 in Anhang 6).
Die ersten sieben Plätze der Prestigereihenfolge belegen außer VENRO nur staatliche Organisationen mit relativ hohen Indegreewerten von mindestens id i = 20. Viele Organisationen geben also an, dass sie gerade von diesen Organisationen oft Informationen bekommen.
Aufgrund der Indegreewerte ist die prestigereichste politische Stiftung - Platz neun in der Rangskala - P1 mit einem Wert von id P1 = 17. Aufgrund der Tatsache, dass viele Organisationen sagen, dass sie eher selten Informationen von politischen Stiftungen bekommen, liegen diese insgesamt im Prestigebereich auf den mittleren bis hinteren Plätzen (vgl. Tab. 6.1 in Anhang 6). Werden jedoch die Eigenvektorwerte der Akteure betrachtet, so ist zu erkennen, dass P3 und P2 das zweit- bzw. vierthöchste Prestige besitzen (vgl. Tab. 6.1 in Anhang 6). Diese Organisationen werden also von anderen prestigereichen Akteuren im Netzwerk als besonders prestigereich beurteilt. Dies ist wahrscheinlich auf eine Wahl durch staatliche Organisationen, als auch durch andere politische Stiftungen zurückzuführen, die beide ebenfalls relativ hohe Eigenvektorwerte besitzen und somit die Eigenvektorwerte von P3 und P2 erhöhen. Jedoch besitzen im Gegensatz zum Sender-Empfänger-Netzwerk nicht mehr alle politischen Stiftungen hohe Einschätzungen anderer Akteure. P4 besitzt hier einen Eigenvektorwert von Null (vgl. Tab. 6.1 in Anhang 6). Die sonstigen NROs besitzen insgesamt im Netzwerk kein hohes Prestige. Neben VENRO belegt N2 erst den 18. Platz in der Prestigereihenfolge bezüglich der Häufigkeit der Weitergabe von Informationen (vgl. Tab. 6.1 in Anhang 6). Diese Organisation besitzt neben VENRO zusätzlich den höchsten Eigenvektorwert von 0.032, was im Vergleich zu den anderen Akteuren natürlich sehr niedrig ist, d.h. diese und auch die nachfolgenden sonstigen NROs in der Prestigerangskala werden von den anderen Organisationen im Netzwerk als nicht besonders einflussreich empfunden.
Die kirchlichen Stiftungen nehmen, was das Ansehen betrifft, auch eher mittlere bis untere Positionen im Netzwerk ein (vgl. Tab. 6.1 in Anhang 6). Zusammenfassend betrachtet sind die angesehensten Akteure bei den staatlichen Organisationen zu finden. Das BMZ ist dabei mit Abstand der einflussreichste Akteur. BMZ und VENRO sind beide aufgrund ihrer zentralen und einflussreichen Positionen im Netzwerk mächtige Akteure - Hypothese 1 bestätigt sich also für das Empfänger-Sender-Netzwerk.
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4.5.4 Cutpoint -Positionen
Im Empfänger-Sender-Netzwerk stellen BMZ, K1, K9 und N3 Cutpoinakteure dar. N3 ist dabei die letzte Verbindung zu Akteur 46. Ohne K1 wäre Organisation 42 eine Einzelkomponente des Netzwerks. K9 ist der Brückenkopf zu den Akteuren 52, 55 und 56 und ohne das BMZ wären die Organisationen 43, 44 und 45 nicht zu erreichen (vgl. Abb. 6.2 in Anhang 6). BMZ, K1, K9 und N3 bilden also Schnittpunkte zwischen dem eigentlichen Netzwerk und den oben genannten Akteuren, die ohne diese Schnittpunkte nicht zu erreichen wären. Dadurch können sie Informationen aus eigentlich voneinander getrennten Kontexten zusammenfügen, d.h. durch diese Punkte im Netzwerk verlaufen unterschiedliche Informationen aller Art. Somit können in diesen Punkten auch die unterschiedlichsten Innovationen zusammenfließen.
Vergleicht man diese Cutpointakteure mit denen des Sender-Empfänger-Netzwerks (vgl. Abb. 5.2 in Anhang 5), fällt auf, dass außer K9 hier andere Cutpointakteure vorliegen als dort. Wer nun im gesamten Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen die Cutpointakteure darstellt, wird erst in Kapitel 4.6.4 festzustellen sein.
4.5.5 Cliquen
Im Empfänger-Sender-Netzwerk gibt es 1249 2 -Plexe mit sich überschneidenden Gruppenmitgliedern. BMZ und VENRO sind beispielsweise in 542 dieser 2 -Plexe anzutreffen (vgl. Abb. 6.3 in Anhang 6). Die Anzahl dieser Subgruppen und die nicht eindeutige Differenzierbarkeit der Gruppenmitglieder macht die Analyse mithilfe der k-Plex-Methode nicht sinnvoll. Die n-Clan-Methode liefert 8 2-Clans. Bei diesen kohäsiven Subgruppen liegt die maximale Pfaddistanz bei zwei. Diese Methode liefert aber ebenfalls, wie die k-Plex-Methode, nur Subgruppen, die aus überlappenden Gruppenmitgliedern bestehen, und somit kaum aussagekräftig sind (s. dazu auch Kapitel 4.4.5). Eine besonders dichte Region im Netzwerk konnte durch die k-Core-Methode ausfindig gemacht werden. Ihr gehören die Organisationen BMZ, S2, S3, S7, S8, S11, P1, P2, P3, P5, K2, K3, K8, K9 und VENRO an (vgl. Abb. 6.4 in Anhang 6). Diese Organisationen bilden nicht notwendigerweise eine Subgruppe im Empfänger-Sender-Netzwerk, können aber in ihrem Teilgraphen mindestens elf andere Akteure auf direktem Wege erreichen. In dieser dichten Region sind vor allem die zentralen und angesehenen Akteure des Netzwerks, sowie die politischen Stiftungen (außer P4), welche sowieso zueinander e ine besonders hohe Kommunikations dichte besitzen, vertreten. Im Sender-Empfänger-Netzwerk gehörten zu der besonders dichten Region noch S10, P4, K5, K7, N4. Dagegen fehlten dort K2 und VENRO.
Auch beim Empfänger-Sender-Netzwerk liefert die Cliquenanalyse keine eindeutigen Werte, um Subgruppen innerhalb des Netzwerks ausfindig zu machen. Die k -Core Methode zeigt nur, zwischen welchen Organisation besonders viele direkte Verbindungen
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bestehen. Eine Außenabgrenzung der Organisationen im Teilgraphen zu anderen Akteuren bietet sie jedoch nicht.
4.5.6 Strukturelle Äquivalenz und Blockmodelle
Mithilfe der Blockmodellanalyse - CONCOR- und Burt-Verfahren - können Sub gruppen aufgrund äquivalenter struktureller Positionen im Netzwerk ausfindig gemacht werden. Die erste Gruppe, die mithilfe des CONCOR-Verfahrens identifiziert wird, ist die mit den Akteuren 40, 41, 47, 48, 49, 50, 51, 53, 54, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67 und 68 (vgl. Abb. 6.5 in Anhang 6). Diese Subgruppe existiert aufgrund der Ähnlichkeit der Akteure, eine Einzelkomponente im Netzwerk darzustellen (vgl. Abb. 6.1 in Anhang 6). Das Burt-Verfahren bestätigt die Existenz dieser Subgruppe (vgl. Abb. 6.6 in Anhang 6). Zu der nächsten Gruppe, die mithilfe des CONCOR-Verfahrens ausfindig gemacht werden kann, gehören die Akteure, von denen die sehr zentrale Organisation K9 sagt, sie würde von diesen Akteuren Informationen erhalten. Das sind K7, N11, 39, 52, 55, und 56. Das bedeutet nicht, dass diese Organisationen sonst keinem Informationen zukommen lassen und K9 somit einen Cutpoint für alle sechs Organisationen darstellt. Dennoch werden sie aufgrund ihrer Gemeinsamkeit gerade dieser zentralen Organisation Informationen zukommen zu lassen, vom CONCOR-Verfahren als Subgruppe zusammengefasst (vgl. Abb. 6.5 in Anhang 6). Aufgrund der euklidischen Distanzen zueinander wird eine solche Gruppe ebenfalls identifiziert, mit der Ausnahme, dass die Akteure K7 und 39 anderen Sub gruppen angehören (vgl. Abb. 6.6 in Anhang 6).
N6, N7, N8, 43, 44 und 45 sind Akteure, von denen das BMZ behauptet, Informationen zu bekommen. Natürlich sind das nicht die einzigen Organisationen, von denen das BMZ Informationen erhält, doch diese Akteure werden von sonst keinen bzw. sehr wenigen anderen Organisationen als Informationslieferant genannt. Darin liegt also ihre strukturelle Ähnlichkeit (vgl. Abb. 6.5 in Anhang 6). Das Burt-Verfahren bestätigt ebenfalls diese kohäsive Subgruppe, wobei N8 und N7 erst auf einer späteren Stufe zuge ordnet werden (vgl. Abb. 6.6 in Anhang 6) - wahrscheinlich deswegen, weil sie die Ak teure innerhalb der Subgruppe sind, die noch am häufigsten Informationen an andere Organisationen außer an das BMZ liefern.
Das CONCOR-Verfahren führt auch die Akteure P4, P5, K1, K4, K5, K6, K8, K10, N2 und N10 zu Subgruppen zusammen. Worauf diese Ähnlichkeit beruhen soll, ist allerdings schwer zu sagen (vgl. Abb. 6.5 in Anhang 6, Gruppe 6). Das Burt-Verfahren ordnet diese Akteure nur relativ schwer anderen Akteuren zu, wobei meistens aber nur Gruppen von zwei bis drei Akteuren entstehen. Auch die restlichen Akteure des Empfänger-Sender-Netzwerks sind mithilfe des Burt-Verfahrens nur sehr schwer irgendwelchen anderen Akteuren zuzuordnen, was bedeutet, dass die restlichen Akteure kaum strukturell ähnliche Positionen im Netzwerk inne haben. Dabei sind die mächtigsten Akteure des Empfänger-
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Sender-Netzwerks - BMZ und VENRO - die Akteure, denen andere Organisation auf-grund ihrer Position im Netzwerk so gut wie nicht ähneln (vgl. Abb. 6.6 in Anhang 6). Trotzdem gehen auch diese Ergebnisse der Verfahren an diesem Punkt auseinander. Laut CONCOR-Verfahren gehören BMZ und VENRO verschiedenen Subgruppen an (vgl. Abb. 6.5 in Anhang 6, Gruppe 1 und Gruppe 4). Die Ergebnisse in beiden Verfahren divergieren also ab einem bestimmten Punkt zu stark, um weitere Aussagen über das Vorhandensein von Subgruppen im Empfänger-Sender-Netzwerk machen zu können. Das CONCOR-Verfahren bietet nämlich neben den oben genannten noch weitere fünf Gruppen an, deren Akteure sich laut Burt-Verfahren nur gering in ihren strukturellen Positionen ähneln (vgl. Abb. 6.5 und Abb. 6.6 in Anhang 6).
Festzuhalten ist die sichere Existenz der ‚Einzelkomponentengruppe‘, der ‚K9-Gruppe‘ und der ‚BMZ-Gruppe‘ als kohäsive Subgruppen mit strukturell ähnlichen Positionen im Empfänger-Sender-Netzwerk. Wichtig ist auch, dass es ebenfalls wie im Sender-Empfänger-Netzwerk eine ‚Einzelkomponentengruppe‘ und eine ‚K9-Gruppe‘ gibt, wenn auch nicht immer mit den gleichen Akteuren (vgl. auch Kapitel 4.4.6).
4.5.7 Zentralisierung des Netzwerks
Die Betweenness-basierte Zentralisierung des Empfänger-Sender-Netzwerks ist mit 20 % minimal niedriger als die des Sender-Empfänger-Netzwerks (vgl. Abb. 11). Das bedeutet, dass die Kommunikation von einem sehr zentralen Akteur wie dem BMZ weitgehend kontrolliert wird, welches seine Informationen allerdings nicht als zu schützendes Monopol ansieht. Das BMZ lässt andere Akteure daher laut der niedrigen Betweenness-Zentralisierung in starkem Maße an seinen Informationen teilhaben.
Abbildung 13: Netzwerkzentraliserungsmaße des Empfänger-Sender-Netzwerks
Die Outdegree-basierte Zentralisierung ist hier mit ca. 71% leicht höher als im Sender-Empfänger-Netzwerk, wohingegen die Indegree-basierte Zentralisierung hier fast um zehn Prozentpunkte niedriger sind. Das heisst, dass das BMZ durchschnittlich an 65% aller direkten Beziehungen der anderen Akteure beteiligt ist. Dabei nehmen die anderen Akteure das BMZ als einen sehr zentralen Akteur im Netzwerk wahr, denn immerhin werden 65% ihrer direkten Beziehungen von ihm bestimmt (vgl. Abb. 13). Dennoch scheint das Netzwerkgebilde wie beim Sender-Empfänger-Netzwerk keine einfache Struktur zu
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besitzen. Das Aussehen liegt zwischen einer Stern- und einer Kreisstruktur mit Tendenz zur Kreisstruktur.
4.5.8 Die Struktur des Empfänger-Sender-Netzwerks
Auch das Empfänger-Sender-Netzwerk ist sich, ebenso wie das Sender-Empfänger-Netzwerk, halbkugelförmig vorzustellen (vgl. Abb. 12). Die Unterschiede liegen darin, dass sowohl eine höhere Anzahl unverbundener Akteure vorliegt als auch verschiedene Cutpoinakteure zu finden sind. Aber auch hier herrschen zwischen den staatlichen und den politischen Stiftungen hohe Kommunikationsdichten, wohingegen das Gesamtnetzwerk eher ein weak-tie-Netzwerk ist, in dem sich viele einseitige Beziehungen ermitteln lassen. Darin sind BMZ und VENRO die mächtigsten Akteure. Es sind gerade die staatlichen Organisationen, die die prestigereichsten Akteure im Netzwerk darstellen. Neben den mächtigsten Organisationen gehören jedoch auch zwei kirchliche Organisationen und eine politische Stiftung zu den zentralen Akteuren dieses Netzwerks. Die Degree-basierten Zentralisierungswerte besagen, dass das Aussehen des Netzwerks zwischen einer Stern-und einer Kreisstruktur liegt, jedoch mit Tendenz zur Kreisstruktur. Durch die 21 unverbundenen Einzelakteure ist die Erreichbarkeit aller Ak teure im Netzwerk nicht gegeben. Deshalb gehen auch einige Pfaddistanzen bis ins Unend liche. Es gibt vier Cutpointakteure, die den letzten Kontakt zu acht weiteren Akteuren ga rantieren, was weniger ist als im Sender-Empfänger-Netzwerk.
Sowohl die zentralsten und angesehensten Akteure, als auch die Cutpointakteure und auch die Akteure mit der größten Kommunikationsdichte zueinander, sind im Zentrum des Halbkugelbodens zu finden. In der Hemisphäre sind dann die schlechter zu erreichenden Akteure angeordnet, die, außer den unverbundenen Akteuren, mit dem sehr überfüllten Zentrum verbunden sind. Von diesem sehr überfüllten Zentrum gehen also sternförmig, aber nur in Richtung der Halbkugelhemisphäre die Verbindungen zu den schlechter zu erreichenden Akteuren hin. Jedoch existiert der Kontakt unter diesen Akteuren in der Hemisphäre nur noch selten und läuft weitestgehend über mindestens einen Akteur des Zentrums. Das Gesamtnetzwerk ist also von den sehr aktiven Akteuren im Zentrum mehr oder weniger abhängig.
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4.6 Bestätigtes Senden - Das Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen
Um ein bestätigtes Senden untersuchen zu können wurde eine Kommunikationsmultiplexmatrix aus der Sender-Empfänger-Matrix und der transponierten Empfänger-Sender-Matrix hergestellt 26 .
4.6.1 Die Netzwerkdichte
Die evangelischen Organisationen besitzen mit ∆ evev = 1 eine höhere Kommunikations-
dichte untereinander als zu den katholischen Organisationen (∆ evkath = 0,6667). Bei den katholischen Organisationen liegt der umgekehrte Fall vor. Dort ist die Dichte der kommunikativen Beziehungen zu den evangelischen Organisationen höher als zu Organisationen des gleichen Typs (vgl. Tab. 13). Um einen deutlichen Unterschied zwischen katholischen und evangelischen Organisationen aufgrund ihrer Einstellungen feststellen zu können, müssten die katholischen Organisationen untereinander auch eine höhere Kommunikationsdichte besitzen als zu den evangelischen Organisationen. Es ist also schwer zu entscheiden, ob die Annahme H4, dass sich die kirchlichen Organisationen auf-grund ihrer Einstellung nicht unterscheiden, bestätigt werden kann. Sie ist zumindest nicht einfach zu verwerfen. Deshalb werden die kirchlichen Organisationen wie auch in den vorherigen Netzwerkmodellen für die weitere Untersuchung zusammengefasst betrachtet.
Tabelle 13: Kommunikationsdichten des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-
Quelle:eigene Berechnung
26 Diese Matrix ist ebenso wie die Sender-Empfänger-Matrix und die Empfänger-Sender-Matrix asymmetrisch. D.h. es wird untersucht, ob die Aussage, dass Information gesendet wurde durch die Aussagen der anderen Akteure, dass Information empfangen wurde, bestätigt wird. Für manche Rechenoperationen musste diese Multiplexmatrix noch symmetrisiert werden. Die Häufigkeit der Kommunikation konnte bei der Multiplexmatrix aufgrund von Operationalisierungsproblemen nicht mehr berücksichtigt werden. Hingegen wird ein bestätigtes Senden mit einem Wert von „2“ gewichtet. Ein einseitiges Senden bzw. Empfangen erhält den Wert „1“. Alle anderen Verhältnisse sind mit „0“ codiert. Das bedeutet, dass die maximale Dichte bei ∆*2 = 2 liegt.
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Mit einer Gesamtnetzwerkdichte von ∆ Gesamt = 0.1248 kann insgesamt von einem weak-tie-Netzwerk gesprochen werden, wodurch Informationen auch über große Entfernungen ohne Probleme geliefert werden können. Weiterhin steht ein solch schwach verbundenes Netzwerk dafür, verschiedenartige und oft auch neue Informationen innerhalb des Netzwerks besser zu verbreiten, um dadurch Modernisierungs-, Innovations- und Diffusions prozesse im Netzwerk auszulösen. Ein Schwachpunkt dagegen ist, dass es in weak-tie-Netzwerken oft länger dauert, bis sich die Neuigkeiten, wie etwa eine Innovation, von den zentralen Akteuren bis i n die Ränder des Netzwerks verbreiten (vgl. JANSEN, 1999: 88). Da eine sehr geringe Gesamtnetzwerkdichte vorliegt, wird der Diffusionsprozess von Informationen innerhalb des Netzwerks vermutlich sehr lange Dauern. Genaue Zeitangaben können hier jedoch nicht gemacht werden.
Wenn die Organisationen außerhalb der Stichprobe für die Berechnung der Gesamtnetzwerkdichte vernachlässigt werden, steigt die Kommunikationsdichte fast um das vierfache auf ∆ Gesamt2 = 0.3904. Zwischen den untersuchten Organisationen im Speziellen
herrscht also eine höhere Kommunikationsdichte als innerhalb des Gesamtnetzwerks. Entweder resultiert dies aus der Tatsache, dass die Organisationen außerhalb der Stichprobe keine Aussage über ihre Kommunikationsverbindungen treffen konnten oder die Stichprobe repräsentiert einen besonders dichten Pool des Informationsaustauschs und innovativer Ideen.
Wie im Sender-Empfänger-Netzwerk und im Empfänger-Sender-Netzwerk sind beim ‚bestätigten Senden‘ die Netzwerkdichten zwischen Organisationen des gleichen Typs größer als zu anderen Organisationen - außer bei den sonstigen NROs. Diese haben den häufigsten Informationsaustausch mit den kirchlichen Organisationen ( ∆ NK = 0.2636).
Untereinander besitzen sie nur die zweitgrößte kommunikative Vernetzung. Dies könnte auf die geringe Teilnahme der sonstigen NROs zurückgeführt werden. Es ist jedoch zu erkennen, dass die Präferenzen bei der Ausbildung kommunikativer Strukturen stärker bei den Nichtregierungsorganisationen liegen, als z.B. bei den staatlichen Organisationen mit einer Dichte von ∆ NS = 0.1240 (vgl. Tab. 14). Aufgrund der ebenfalls höheren Kommuni-
kationsdichte zwischen den staatlichen Organisationen untereinander als zwischen staatlichen Organisationen und sonstigen NROs ist die Annahme H2, dass sich die staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen in der Wahl ihres Kommunikations partners wegen unterschiedlicher Einstellungen unterscheiden, zu bestätigen. Weiterhin ist in Tab. 14 zu erkennen, dass die Kommunikationsdichte zwischen den staatlichen Organisationen mehr als dreimal so hoch ist, als die zwischen staatlichen Organisationen und sonstigen NROs. Die höchste Kommunikations dichte zwischen Organisationen des gleichen Typs besitzen jedoch die politischen Stiftungen (vgl. Tab. 14). Die Annahme H3, dass die politischen Stiftungen zu den staatlichen Organisationen eine höhere Kommunikationsdichte als untereinander besitzen, muss also insgesamt widerlegt werden, obwohl ein Teil der Annahme, der eine höhere Kommunikationsdichte zu den staatlichen Organisationen als zu
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den sonstigen NROs prognostizierte, durchaus zutrifft. Die politischen Stiftungen zählen sich aufgrund ihrer Einstellungen also nicht so stark mit den sonstigen NROs verbunden.
Tabelle 14: Kommunikationsdichten des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-
Beider Dichteberechnung bei gleichen Organisationstypen wurden die Angaben zur eigenen Organisationdie Diagonale in der Matrix - nicht berücksichtigt. Gesamtdichte: ∆ Gesamt = 0.1248
Quelle: eigene Berechnung
Zu den Organisationen außerhalb der Stichprobe besitzen die kirchlichen Organisationen und die sonstigen NROs die höchsten Kommunikationsdichten (vgl. Tab. 14). Insgesamt sind bei diesen beiden Organisationstypen die Unterschiede in den Kommunikationsdichten zu den jeweils anderen Organisationstypen nicht so hoch wie bei den politischen Stiftungen und staatlichen Organisationen. Bei diesen beiden Organisationstypen konzentriert sich der Informationsaustausch also stärker auf Organisationen des gleichen Typs, bevor andere Organisationen Informationen erhalten. Dagegen ist bei den kirchlichen Organisationen und den sonstigen NROs die Informationsverteilung insgesamt nicht so häufig, dafür jedoch regelmäßiger verteilt - sogar an die Organisationen außerhalb der Stichprobe (vgl. Tab. 14).
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4.6.2 Zentralität von Akteuren
Auch bei der Untersuchung von bestätigtem Senden im Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen wurden einige unverbundene Akteure im Netzwerk ausfindig gemacht, sodass eine nähebasierte Zentralitätsberechnung nicht möglich ist. Das Netzwerk ist also insgesamt unverbunden und zerfällt in 16 Komponenten. Diese bestehen aus 15 unverbundenen Einzelakteuren - 43, 44, 45, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67 und 68 - die keine kommunikative Verbindung zum Rest des Netzwerks (Komponente 16) aufweisen können (vgl. Abb. 7.1 in Anhang 7). Der Betweenness-Wert als Maß für die Kommunikationskontrolle soll also auch hier das erste Ordnungskriterium für die Zentralität der Einzelakteure bilden.
La ut Tab. 15 ist K9 mit einem Betweenness-Wert von b jk (n K9 ) = 495.501 der Akteur im Netzwerk, welcher die höchste Kommunikationskontrolle besitzt und somit auch die zentralste Organisation im Netzwerk darstellt. Das BMZ ist zwar mit od BMZ = 48 der Akteur mit der größten Kommunikationsaktivität, dennoch ist sein Betweenness-Wert geringer als der von K9. K9 ist somit stärker im Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen eingebettet als das BMZ. Den zweiten, dritten und vierten Platz in der Zentralitätsreihenfolge stellen laut ihres Betweennessmaßes BMZ, VENRO und K8 dar. Im Gegensatz zum Sender- Empfänger-Netzwerk und zum Empfänger-Sender-Netzwerk haben also das BMZ und K9 lediglich die Plätze im Kommunikationsnetzwerk bezüglich ihres Einflusses auf die Kommunikationskontrolle getauscht. BMZ und VENRO sind also sehr stark in das Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen eingebunden. In Bezug auf die Zentralität sind die kirchlichen Organisationen auf den oberen Plätzen sehr stark vertreten. Fünf der ersten zehn Plätze belegen K9, K8, K3, K2 und K1. Die staatlichen Organisationen nehmen davon nur drei Plätze ein. Erstaunlich ist, dass neben VENRO mit N4 noch eine weitere sonstige NRO eine sehr zentrale Rolle im Netzwerk spielt. Die sonstigen NROs sind ansonsten eher auf den unteren Rängen, bezüglich ihrer Zentralität im Netzwerk, anzutreffen. Die politischen Stiftungen sind nur mittelmäßig stark im Kommunikationsnetzwerk eingebunden (vgl. Tab. 15).
Wird jedoch die Kommunikationsaktivität im Netzwerk betrachtet, so nehmen die staatlichen Organisationen mit einem durchschnittlichen Outdegree von 18,41 und politischen Stiftungen mit einem durchschnittlichen Outdegree von 21,8 doch eine andere Stellung ein. Sie sind die Organisationen, die im Schnit t am häufigsten Informationen - im Vergleich zu kirchlichen Organisationen und sonstigen NROs mit durchschnittlichen Outdegrees von 15,2 bzw. 7,1 - an andere Organisationen versenden. Würde die Zentralität von Ak teuren im Netzwerk nach ihrem Outdegree geordnet werden, so würden K1 und K2 eher unbedeutende Positionen im Netzwerk einnehmen, und VENRO und N4 wären auf mittleren Rängen anzutreffen (vgl. Tab. 15). Dennoch besitzen z.B. die politischen Stiftungen nicht die gleichen Möglichkeiten wie beispielsweise VENRO, die Kommunikation zwischen manchen Netzwerkakteuren zu kontrollieren.
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Die vier zentralsten Akteure aufgrund ihrer Einbettung in das Kommunikationsnetzwerk sind also K9, BMZ, VENRO und K8. Von BMZ und VENRO wurde dies vermutet. Nicht erwartet wurde dies von K8 und dass K9 der zentralste Akteur im System überhaupt ist. Haben diese Organisationen jetzt auch noch hohe Prestigewerte im Netzwerk, so würde sich eine Machtkonzentration auf diese Akteure bestätigen.
4.6.3 Prestige von Akteuren
Das BMZ besitzt im Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen mit einem Indegree von id BMZ = 47 und einem Eigenvektor von 0,442 die höchsten Prestigewerte. Somit ist das BMZ der Akteur im Netzwerk, der am häufigsten von anderen Organisationen Informationen erhält, er ist aber auch gerade von den anderen angesehen Ak teuren im Netzwerk als Akteur mit großem Einfluss bekannt. Somit bestätigt sich die Annahme H1.1, das BMZ sei ein mächtiger Akteur im Netzwerk. Sein großes Ansehen innerhalb des Netzwerks, der zweite Rang in der Zentralitätsreihenfolge, aber mit der größten Kommunikationsaktivität - dies sind die Indikatoren für mächtige Netzwerkakteure und treffen beim BMZ zu (vgl. Tab. 7.1 in Anhang 7).
Auch die Annahme H1.2 lässt sich verifizieren. VENRO ist mit einem Indegree von id VENRO = 36 (vgl. Tab. 7.1 in Anhang 7) der Akteur mit dem zweithöchsten Prestige, er ist aber auch sehr gut ins Netzwerk eingebunden und nimmt somit den dritten Platz in der Zentralitätsreihenfolge ein.
Überraschenderweise nimmt aber auch K9 eine mächtige Position im Netzwerk ein. Mit einem Indegreewert von id K 9 = 34 ist sie die drittangesehenste Organisation im Netzwerk. Daneben ist sie am stärksten von allen anderen Organisationen ins Netzwerk eingebunden und stellt somit die zentralste Organisation im Netzwerk dar (vgl. Tab. 7.1 in Anhang 7). Das BMZ ist von diesen drei Organisationen aber der mächtigste Akteur im Netzwerk. Er ist am zweitstärksten ins Netzwerk eingebettet, besitzt die höchste Kommunikationsaktivität und auch das höchste Prestige von allen anderen Organisationen. K9 und VENRO sind in etwa gleichwertig, wenn es um die Frage geht, welcher der mächtigere Akteur im Netzwerk ist.
Hatten S2 und S3 im Sender-Empfänger-Netzwerk und im Empfänger-Sender-Netzwerk noch hohe Prestigewerte, so sind diese im Vergleich zum gesamten Kommunikationsnetzwerk doch sehr niedrig. In der Prestigereihenfolge nehmen diesen beiden Akteure nun die Plätze 12 und 15 ein (vgl. Tab. 7.1 in Anhang 7). Dafür sind nun die politischen Stiftungen P2 und P3 und die kirchlichen Organisationen K2 und K3 sehr angesehene Akteure im Netzwerk. Außer VENRO und N4 gelten keine sonstigen NROs im Netzwerk als besonders prestigereich. Sie nehmen zumeist untere Ränge ein (vgl. Tab. 7.1 in Anhang 7). Die staatlichen Organisationen sind neben dem BMZ eher im Mittelfeld zu finden.
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Aufgrund ihres Eigenvektors wären die staatlichen Organisationen und politischen Stiftungen viel weiter oben in der Prestigerangskala vertreten. Diese Organisationen werden also, vor allem von anderen angesehenen Organisationen, als prestigereich betrachtet. Die hohen Eigenvektorwerte könnten aber auch durch die hohe Kommunikationsdichte, die jeweils innerhalb der staatlichen Organisationen und politischen Stiftungen herrscht, her-vorgerufen werden. So können diese Organisationen sich gegenseitig hohe Eigenvektorwerte geben, ohne dass sie im gesamten Netzwerk als angesehen gelten müssen. Daher sollte doch eher darauf geachtet werden, wie oft Organisationen von anderen Organisationen als Empfänger ihrer Informationen in Betracht gezogen werden. Die Indegreewerte sind also die ausschlaggebenden Werte für das Prestige eines Akteurs.
4.6.4 Cutpoint -Positionen
Die Position eines Cutpointakteurs im Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen begleiten die Akteure S8, K8, K9 und VENRO und sind somit identisch mit denen des Sender-Empfänger-Netzwerks (vgl. Abb. 5.2 in Anhang 5 und Abb. 7.2 in Anhang 7). S8 unterhält dabei die einzige Verbindung im Netzwerk zu Organisation 41. K8 hält die Verbindung zu 53 und 54 aufrecht und K9 verbindet 55 und 56 mit dem Rest des Netzwerks. VENRO ist der größte der Cutpointakteure und stellt den kommunikativen Brückenkopf zu 47, 48, 49 und 50 dar (vgl. Abb. 7.2 in Anhang 7). Ohne diese Cutpointakteure würden die oben ge nannten Akteure zu unerreichbaren Einzelkomponenten im Netzwerk werden. Diese vier Organisationen stellen sich also gegen einen Zerfall des Netzwerks und gegen eine Isolierung von einerseits vielen einzelnen Ak teuren und andererseits der Hauptkomponente des Netzwerks, sodass diese nicht von der Außenwelt kommunikativ abgetrennt wird. Diese Position begleitet immer auch ein Zusammenfließen verschiedener Informationen und Meinungen. Durch ihre Position können die Cutpointakteure nun entweder zum Schmelztiegel oder aber zum Moderator verschiedener Meinungen, Einflüsse und Informationen werden (vgl. JANSEN, 1999: 92 und 100).
4.6.5 Cliquen
Im Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen gibt es 1258 verschiedene 2-Plexe mit sich teilweise überlappenden Gruppenmitgliedern. In ca. 480 dieser 2-Plexe sind die Akteure BMZ und/oder VENRO vertreten. In 340 ist die Organisation K9 zu finden (vgl. Abb. 7.3 in Anhang 7). Dies sind die zentralen und angesehenen Akteure im Netzwerk. Jedoch ist durch die hohe Anzahl der verschiedenen Subgruppen und die nicht vor-handene Möglichkeit, Ak teure eindeutig nur einer Gruppe zuzuordnen, diese Methode für weitere Untersuchungen nicht sinnvoll.
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Die n-Clan-Methode liefert elf 2-Clans. Bei diesen kohäsiven Subgruppen liegt die maximale Pfaddistanz bei zwei. Diese Methode liefert aber ebenfalls wie die k-Plex-Methode nur sich überlappende Subgruppen, die aus t eilweise gleichen Gruppenmit gliedern bestehen - sie ist also auch kaum aussagekräftig (s. dazu auch Kapitel 4.4.5). Eine Region im Netzwerk mit besonders dichter Kommunikation bilden die Organisationen BMZ, S2, S3, S7, S8, S9, S10, S11, P1, P2, P3, P4, P5, K2, K3, K7, K8, K9, VENRO und N4. Mithilfe der k-Core-Methode konnte festgestellt werden, dass diese Organisationen in ihrem Teilgraphen mindesten 13 andere Akteure auf direktem Wege erreichen können. Würden S4 und K5 zu dieser Subgruppe hinzugenommen werden, könnten diese jeweils zwölf andere Akteure auf direktem Weg erreichen (vgl. Abb. 7.4 in Anhang 7). Es verwundert jedoch nicht, diese Akteure in diesem Teilgraphen ausfindig zu machen, da schließlich schon vorher festgestellt werden konnte, dass die staatlichen Organisationen wie auch die politischen Stiftungen untereinander sehr hohe Kommunikationsdichten besitzen; zudem verwundert auch das Auftreten der zentralen und angesehenen Akteure in einer solchen Gruppe nicht. Was sich allerdings daraus erkennen lässt, ist, welche von den staatlichen Organisationen im Vergleich zu den oben genannten eher ‚kommunikationsfaul‘ sind. Die Cliquenanalyse konnte ebenso wie im Sender-Empfänger-Netzwerk und im Empfänger-Sender-Netzwerk keine eindeutig zu identifizierenden kohäsiven Sub gruppen ausfindig machen, welche sich auch nach außen abgrenzen lassen würden. Die k-Core-Methode zeigt nur, zwischen welchen Organisationen besonders viel direkte Verbindungen bestehen. Eine Außenabgrenzung der Organisationen im Teilgraphen zu anderen Akteuren bietet sie jedoch nicht.
4.6.6 Strukturelle Äquivalenz und Blockmodelle
Die Blockmodellanalyse - CONCOR- und Burt-Verfahren - liefert Subgruppen, die sich aus Akteuren mit äquivalenten strukturellen Positionen im Netzwerk zusammensetzen. Die Akteure 43, 44, 45, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67 und 68 sind sich laut CONCOR-Verfahren in ihren strukturellen Netzwerkpositionen ähnlich (vgl. Abb. 7.5 in Anhang 7). Die Existenz dieser Subgruppe wird auch mithilfe des Burt-Verfahrens bestätigt (vgl. Abb. 7.6 in Anhang 7). Die Ähnlichkeit zwischen diesen Akteuren beruht auf der Tatsache, dass sie alle Einzelkomponenten im Netzwerk darstellen. Die nächste Subgruppe laut CONCOR- und Burt-Methode besteht aus den Akteuren 42, 46, 47, 48, 49 und 50, wobei die Akteure 42 und 46 laut Burt-Verfahren erst auf der nächsten Zuordnungsstufe dieser Gruppe angehören (vgl. Abb. 7.5 und Abb. 7.6 in Anhang 7). Die Ähnlichkeit von 47, 48, 49 und 50 besteht in der Tatsache, dass sie diejenigen Akteure sind, die nur noch über den Cutpoint VENRO Zugang zum Netzwerk besitzen. 42 und 46 besitzen ebenfalls nur Kontakt mit diesem Akteur.
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Als weitere kohäsive Subgruppe werden aufgrund struktureller Ähnlichkeit die Ak teure 40, 51, 53 und 54 zusammengefasst (vgl. Abb. 7.5 und Abb. 7.6 in Anhang 7). Dies sind alles Organisationen die hauptsächlich mit K8 kommunikativen Kontakt haben. 53 und 54 sind sogar von K8 als Cutpoint abhängig, um den Anschluss ans Netzwerk nicht zu verlieren. Laut CONCOR-Verfa hren ordnen sich die Akteure K4, N6, N11, 52, 55 und 56 ebenfalls in einer Subgruppe an (vgl. Abb. 7.5 in Anhang 7). Laut Burt-Methode würden sich K4 und vor allem N6 erst sehr spät in einem Ähnlichkeitsvergleich der Hauptakteure dieser Gruppe (N11, 52, 55 und 56) zuordnen lassen (vgl. Abb. 7.6 in Anhang 7). Alle diese Akteure begleiten in der Netzwerkstruktur eine ähnliche Position, bei deren Ausübung sie fast ausschließlich mit K9 kommunikativen Kontakt haben. 55 und 56 benötigen K9 sogar als Brückenkopf zum restlichen Netzwerk.
Ab diesem Punkt divergieren die Ergebnisse beider Verfahren zu stark, um gültige Aussagen über das Vorhandensein weiterer Subgruppen zu machen. Das CONCOR-Verfahren bildet noch eine Gruppe bestehend aus den Akteuren BMZ, S2, S3, S7, S8, S9, S10, S11, P1, P2, P3, P4, P5, K8 und N8. Auf einem niedrigeren Level des Trennungsverfahrens gehören dieser Gruppe noch die Organisationen K2, K3, K5, K9, VENRO und N7 an (vgl. Abb. 7.5 in Anhang 7). Diese Gruppe ähnelt sehr stark der Gruppe, die mithilfe der k-Core-Methode als Region besonders dichter Kommunikation ausfindig ge macht wurde. Die Burt-Methode kann diese Akteure nur schwer anderen zuordnen und daraus kohäsive Sub gruppen formen. Die am schwersten zuzuordnenden Akteure sind dabei BMZ, VENRO und danach K8 und K9 (vgl. Abb. 7.6 in Anhang 7). Dies sind die zentralen Akteure in diesem Netzwerk und daher von ihrer jeweiligen strukturellen Position so verschieden, dass sie kaum anderen Akteuren ähneln - jedenfalls nach Burt-Verfahren. In diesem Netzwerk existieren also aufgrund ähnlicher struktureller Positionen vier kohäsive Subgruppen, die sich auch nach außen abgrenzen lassen: die Einzelkomponenten-, die K8-, die K9- und die VENRO-Gruppe.
4.6.7 Zentralisierung des Netzwerks
Die Ze ntralitätsmaße des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen ähneln denen des Sender-Empfänger-Netzwerks (vgl. Abb. 11 und 13). Der geringe Betweenness-Wert von 22% besagt, dass der zentrale Akteur K9 trotz seiner hohen Kommunikationskontrolle im Netzwerk keinen Monopolanspruch an die Information, die er weitergeben kann, ausübt. Jedem Akteur, der seine Informationen erhalten möchte, wird diese Information zugänglich gemacht. Die beiden Degree-Werte bedeuten, dass K9 zu 60% an den direkten Beziehungen der anderen Akteure beteiligt ist (vgl. Abb. 14). Die anderen Akteure nehmen diese Organisation also als zentralen Akteur wahr. Die Höhe der Degree-Werte ist auch ein Indikator für die Form des Netzwerks. Sie liegt aufgrund des Degree-
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basierten Zentralisationswertes von 60% wahrscheinlich zwischen Kreis und Sternform mit Tendenz zur Sternform, ist aber insgesamt nicht auf eine einfache Struktur zu reduzieren.
Abbildung 14: Netzwerkzentraliserungsmaße des Kommunikationsnetzwerks deutscher
4.6.8 Die Struktur des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen
Die Form des Kommunikationsnetzwerks kann grob als Kegel kategorisiert werden. In der Spitze des Kegels sind die zentralen und angesehenen Akteure angesiedelt. Daneben sind auf diesem engen Raum auch die Organisationen zu finden, die Cutpointakteure darstellen und die alle eine besonders hohe Kommunikationsdichte aufweisen, wie z.B. die politischen Stiftungen oder die staatlichen Organisationen, die durch die k-Core Methode als Akteure mit besonders hoher Kommunikationsdichte ermittelt wurden. Der Boden des Kegels ist aber nicht flach, sondern abgerundet. In dieser Hemisphäre sind nun die unverbundenen Akteure, die Akteure die einen Cutpoint zum Restnetzwerk benötigen sowie die Akteure mit niedriger Kommunikationsdichte zu finden. Bei den Ak teuren in der Hemisphäre ist lediglich noch zwischen N3 und 46 eine asymmetrische Be ziehung vorhanden. Alle anderen Akteure sind entweder unverbunden - mehr als in den beiden anderen Netzwerken - oder benötigen die Akteure in der Kegelspitze, um miteinander kommunizieren zu können. Das bedeutet, dass die Kommunikation zwischen ihnen über mindestens einen Akteur der Kegelspitze laufen muss. Dabei ist der Kommunikationsweg von der Hemisphäre zur Kegelspitze deutlich länger als beispielsweise im Sender-Empfänger-Netzwerk von der Hemisphäre der Halbkugel in das Kommunikationszentrum. Die Kegelspitze stellt also das Kommunikationszentrum dar. Die anderen Akteure sind in gewisser Weise von diesem Zentrum abhängig.
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Abbildung 15: Modell des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen
Vereinfachtes, zweidimensionales Modell des Sender-Empfänger-Netzwerks. Hier wurde nur die Form des Netzwerks, sowie die möglichen Beziehungsarten der einzelnen Akteure zum Zentrum des Netzwerks dargestellt. Im Modell musste auf die konkrete Nennung der einzelnen Organisationen zugunsten der Übersichtlichkeit verzichtet werden. Die Akteure außerhalb des Zentrums sind mit A bis O gekennzeichnet. Quelle: eigene Berechnung
4.7 Die Nutzung des Internets zur Informationsgewinnung - ein User-Server-Modell
Werden die Kommunikationsdichten in Tab. 16 betrachtet, so lässt sich eindeutig erkennen, dass die Internetnutzung mit einer Gesamtdichte von ∆ Gesamt = 0,0276 doch sehr
gering ist. Dabei heben sich vor allem die politischen Stiftungen hervor, welche das Internetangebot der anderen Organisationen - außer das von wenigen staatlichen Organisationen - überhaupt nicht nutzen. Auch bei den anderen Organisationstypen ist die Internetnutzung insgesamt nicht besonders stark ausgeprägt. Das deutet darauf hin, dass die Vernetzung sehr schwach ist. Aus Abb.8.1 und Abb. 8.2 in Anhang 8 wird ersichtlich, dass 26 unverbundene Einzelakteure existieren und dass weitere 19 Akteure nur über Cutpointakteure zu erreichen sind. Das s ind schon fast zwei Drittel des gesamten Netzwerks, welches nicht oder nur ungenügend verbunden ist. Closeness- und
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Betweennessberechnungen bestätigen die insgesamt schwache Nutzung des Internetangebots.
Tabelle 16: Kommunikationsdichten des User-Server-Modells
Bei der Dichteberechnung bei gleichen Organisationstypen wurden die Angaben zur eigenen Organisationdie Diagonale in der Matrix - nicht berücksichtigt. * Die Netzwerkdichte in dieser Zeile muss immer Null sein, da diese Organisationen nicht befragt wurden und daher keine Angaben bezüglich ihres Verhaltens als Informationsempfänger vorliegen Gesamtdichte: ∆ Gesamt = 0,0276
∆ = 0.0492 (Vernachlässigung der Organisationen außerhalb der Stichprobe als Nutzer)
Quelle: eigene Berechnung
Deshalb ist es sinnvoller bei den einzelnen Organisationen anzusetzen. Mithilfe der Degreemaße kann man herausgefunden werden, wie oft welche Organisation das Internet zur Informations gewinnung nutzt (Outdegree) und wie oft von welchen Internetseiten der Organisationen Informationen bezogen werden (Indegree). Die einzelnen Werte sind in Tab. 17 zu finden. Die Organisationen sind dabei nach der Besuchshäufigkeit ihrer Internetseiten (Indegree) geordnet.
In Tab. 17 ist gut zu erkennen, was bereits durch die Internetrecherche ermittelt wurde. Offensichtlich bieten wirklich mehr Organisationen Informationen im Internet an, als sie selbst angeben. Von 37 Organisationen wird hier behauptet, dass von ihren Internetseiten mindestens einmal Informationen bezogen wurden. Somit besteht auch die Möglichkeit, von diesen Internetseiten Informationen zu erhalten. Aber nur sechs von 26 Organisationen behaupteten, das Internet zur V erbreitung ihrer Informationen zu nutzen (s. dazu auch
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Kapitel 4.2.1). Die eigene Internetrecherche mit dem Ergebnis, dass 34 von 37 Organisationen irgendeine Art von Information im Internet anbie ten, wird durch die Aussage über die Internetnutzung der Organisationen zur Informationsgewinnung, bestätigt. Durch diesen Cross Check der Ergebnisse konnte also die Validität ermittelt werden. Offensichtlich erfüllt Frage zwei des Fragebogens (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1) das Validitätskriterium nicht, denn die Angaben der Organisationen bezüglich der Internetnutzung zur Informationsverbreitung stehen sowohl konträr zur Dokumentenanalyse, als auch konträr zur Einschätzung durch die anderen Organisationen bezüglich ihres Internetangebots aus Frage sechs des Fragebogens (vgl. dazu Kapitel 4.2.2, Tab. 17 sowie Abb. 1.2. in Anhang 1). Da die Fragen drei, vier und fünf des Fragebogens, ebenso wie die Frage sechs, direkte Fragen zum kommunikativen Austausch von Dokumenten im Netzwerk darstellen - sich also vom Inhalt her ähnlich sind (vgl. Abb. 1.2 in Anhang 1) -, und die Frage sechs so beantwortet wurde, dass daraus valide Ergebnisse abgeleitet werden können, kann also schon davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse aus den Antworten der Fragen drei bis fünf ebenso gültig sind. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Ungültigkeit der Ergebnisse aus Frage zwei einen Einzelfall in dieser Untersuchung darstellt, ist die Tatsache, dass die Ergebnisse aus den Fragen eins und sieben mit den Ergebnissen aus der HWWA-Studie übereinstimmen, wobei sowohl in der vorliegenden Untersuchung, als auch in der HWWA-Studie der DAC-Fragebogen zugrunde lag. Die Untersuchungskonzepte haben also hier und in der HWWA-Studie die gleichen Vorlagen zu bestimmten Themengebieten (s. dazu auch Kapitel 3.1.2 und 3.1.7) und kommen zu ähnlichen Ergebnissen (s. dazu Kapitel 4.1 und 4.8). Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass der hier verwendete Fragebogen - bis auf Frage zwei - das Validitätskriterium erfüllte. Dadurch, dass Cross Checks benutzt wurden, ist die Ungültigkeit der Ergebnisse aus Frage zwei nicht von Bedeutung. Daraus folgt, dass die vorliegenden Ergebnisse der Untersuchung externe Validität besitzen.
Von der BMZ-Internetseite werden laut dem Indegreewert von id BMZ = 25 am häufigsten Informationen bezogen (vgl. Tab. 17). Diese Aussage deckt sich auch damit, dass auf der BMZ-Home page die meisten Informationen gefunden wurden. Das BMZ sagt sogar, dass 100% seiner Informationen im Internet angeboten werden (s. dazu auch Kapitel 4.2.1). Auf den zweiten und dritten Platz der Häufigkeit der besuchten Internetseiten befinden sich S2 und S3 (vgl. Tab. 17). Davon behauptet S3 allerdings, die Organisation sei noch in Planung, Informationen im Internet bereitzustellen. Eine Diskrepanz zwischen der gegebenen Antwort und der Internetrecherche aufgrund einer Messung zu verschiedenen Zeitpunkten kann jedoch ausgeschlossen werden, da die Internetrecherche auch schon einmal zur Zeit der Befragung durchgeführt wurde und für S3 die gleichen Ergebnisse wie jetzt vorlagen. Bei den anderen Organisationen ist der Besuch deren Internetseiten jedoch
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dürftig. Insgesamt gesehen, wird das tatsächliche Informationsangebot von den meisten Organisationen so gut wie nicht genutzt.
Tabelle 17: Besuchte Internetseiten und Nutzung des Internetangebots der
Da gewichtete Bewertungen über die Häufigkeit der Internetnutzung vorliegen, entsprechen die Werte der
Häufigkeit der Internetnutzung und nicht der Anzahl der Organisationen, die diese Wahl vergeben bzw. erhalten. Quelle: eigene Berechnung
Eine Ausnahme stellt die Organisation K9 dar. Mit einem Outdegreewert von od K 9 = 40 ist sie die Organisation im Kommunikationsnetzwerk, die das Internetangebot der anderen Organisationen am häufigsten nutzt. Am zweithäufigsten nutzt das Internetinformationsangebot N9 und an dritter Stelle steht S6 (vgl. Tab. 17). Dies sind alles Organisationen, deren Internetseite überhaupt nicht besucht wird. Somit werden deren Internet-informationen überhaupt nicht genutzt. Bei K9 und S6 ist das laut eigener Angabe auch noch nicht möglich, was allerdings der eigenen R echerche widerspricht. Auf deren
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Homepages ist es durchaus möglich, Informationen zu verschiedenen Themen zu erhalten (s. dazu auch Kapitel 4.2.2).
Abbildung 16: Internetnutzung verschiedener Organisationstypen
Quelle: eigene Berechnung
Abb. 16 zeigt einen Überblick - über die Organisationstypen verteilt - wie viel Organisationen angaben, Informationen der anderen Organisationen von deren Internetseite zu beziehen. Bei den staatlichen Organisationen und den politischen Stiftungen nutzen ca. 60% bzw. ca. 80% der Organisationen das Internetangebot. Bei den kirchlichen Organisationen und sonstigen NROs ist dagegen kein positives Ergebnis zu finden, vor allem aber, weil dort oft keine Angaben zur Internetnutzung vorlagen (vgl. Abb. 16). Obwohl insgesamt mehr Organisationen sagten, sie würden sich Informationen von den Internetseiten der anderen Organisationen nehmen, als dies nicht zu tun, bleibt die Kommunikationsdichte doch sehr gering. Denn oft greifen die Organisationen nur auf die Internetinformationen von ein, zwei ‚ausgewählten‘ Organisationen zu.
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4.8 Der Institutionalisierungsgrad der Organisationen bezüglich der Generierung und Verbreitung ihrer Informationen.
Von 26 bisher quantitativ auswertbaren Fragebögen beantworteten 25 Orga nisationen die Fragen nach dem Institutionalisierungsgrad bezüglich der Generierung und Verbreitung ihrer Information.
Sechs Organisationen besitzen keine Evaluationsabteilung bzw. kein -personal; dies sind die Organisationen S5, K1, K3, N3, N5 und N9. 36% der Organisationen besitzen eigenes Evaluationspersonal - die Organisationen S4, S9, P2, P3, K2, K7, K9, VENRO und N4. Von 25 Organisationen der Stichprobe besitzen BMZ, S2, S3, S6, S7, S8, P1, P4, P5 und N2 eine eigene Evaluationsabteilung. Das sind 40% (vgl. Tab. 9.1 in Anhang 9). Von den 25 Organisationen, die die Frage über das Vorhandensein von eigenem Evaluationspersonal bzw. einer eigenen Evaluationsabteilung beantworteten, waren noch 23 Organisationen bereit, Auskunft über die Frage nach dem Zuständigkeitsbereich der Informationsverbreitung zu erteilen. K7 und N4, zwei Organisationen, die eigenes Evaluations personal besitzen, beantworteten diese Frage also nicht.
Von den Organisationen, die eigenes Evaluationspersonal besitzen, liegt nur bei drei Organisationen, nämlich P2, K2 und VENRO, die Zuständigkeit für die Verbreitung von In-formationen aus Evaluationen auch bei diesem Evaluationspersonal. Bei S4 und K9 teilt das eigene Evaluationspersonal die Zuständigkeit der Informationsverbreitung mit anderen Abteilungen. S9 und P3 sagen, dass es bei der Informationsverbreitung keine festgelegte Struktur innerhalb der Organisationen gibt (vgl. Tab. 18).
Von den Organisationen, die eine eigene Evaluationsabteilung besitzen, sind bei S3, S7, P5 und N2 diese Evaluationsabteilungen auch für die Informationsverbreitung zuständig. In den Organisationen BMZ, S6, S8 und P1 teilen sich die Evaluationsabteilungen die Verant-wortlichkeit der Informationsverbreitung mit anderen Abteilungen. S2 und P4 geben an, dass der Informationsaustausch mit anderen Organisationen nicht durch eine festgelegte Struktur geregelt ist (vgl. Tab. 18).
Bei den Organisationen, deren Evaluationsabteilung bzw. -personal die Informationsverbreitung mit anderen Abteilungen teilt, sind diese anderen Abteilungen meist zuständige andere Arbeitseinheiten oder Abteilungen wie z.B. die Kontinentreferate. Damit besitzen S3, S7, P5 und N2 den höchsten Institutionalisierungsgrad der Informations generierung und -verbreitung. Diese Organisationen besitzen eine eigene Evaluationsabteilung, die ihre Projekte evaluiert und damit Informationen erzeugt, die schließlich durch diese Abteilung auch verbreitet werden. Informationserzeugung und Vernetzung mit anderen Organisationen zum Informationsaustausch sind in einer Stelle der Organisation institutionalisiert, was die Koordinierung einfacher macht. P2, K2 und VENRO besitzen den zweit höchsten Institutionalisierungsgrad, da sie keine Evaluationsabteilung, sondern ‚nur‘ eigenes Evaluationspersonal besitze n. Dafür ist dieses Personal aber auch gleichzeitig für den Informationsaustausch mit anderen Organisationen zuständig.
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Tabelle 18: Kreuztabelle: Organisationen und deren Zuständigkeitsbereich für die
Quelle: eigene Berechnung
Insgesamt gesehen kommt ein Zusammenhang zwischen dem Organisationstyp der Organisationen und dem Vorhandensein einer eigenen Evaluationsabteilung bzw. von eigenem Evaluationspersonal mit einem Signifikanzwert von 0.394 nur zufällig zustande. Zufällig sind auch gefundene Zusammenhangswerte zwischen der Art der Organisation und der Tatsache, wer in der Organisation für den Versand von Informationen zuständig ist, und zwar mit einem Signifikanzwert von 0.376.
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5 Diskussion und Ausblick
In der vorliegenden Untersuchung wurde davon ausgegangen, dass von den Kommunikationsstrukturen des Systems ‚Deutsche EZ-Organisationen‘ auf die potentiellen horizontalen Lernmöglichkeiten der Organisationen geschlossen werden kann. Dazu sollen zuerst die Ergebnisse der Untersuchung noch einmal zusammengefasst und dabei erörtert werden, bevor eine weiterführende Schlussfolgerung gezogen wird.
Diskussion der Ergebnisse
Zunächst werden die herausragenden Akteuren des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen vorgestellt. Wie in Hypothese H1 angenommen stellen BMZ und VENRO mächtige Akteure im Kommunikationsnetzwerk dar. Dies folgt für beide Organisationen aus deren besonders hohen Zentralitäts- und Prestigewerten: Sie sind beide sehr stark in das Kommunikationsne tzwerk eingebunden und besitzen daher eine hohe Kommunikations kontrolle und empfangen weiterhin von den anderen Organisationen am häufigsten Informationen. Der Prestigewert des BMZ - also die Aussage, dass das BMZ von den anderen Organisationen am häufigsten Informationen erhält - korreliert mit der Aus führung, dass das BMZ auch die größte Menge an Informationen bekommt. Was vor der Untersuchung nicht vermutet wurde, sich aber aus dem Kommunikationsverhalten im Netzwerk bestätigt, ist, dass eine kirchliche Organisation (K9) neben BMZ und VENRO ein mächtiger Akteur im Netzwerk und somit auch im System ‚deutsche EZ-Organisationen‘ darstellt. Diese kirchliche NRO ist mit Abstand auch der zentralste Akteur im gesamten Kommunikationsnetzwerk, d.h. er ist am stärksten von allen Organisationen im Netzwerk kommunikativ eingebunden, womit er die höchste Kommunikationskontrolle im Netzwerk erlangt. Weiterhin besitzt er neben seiner hohen Kommunikationskontrolle auch die zweithöchste Kommunikationsaktivität im Netzwerk, was ihn ebenfalls in seiner Zentralität bestärkt. Doch stellt sich hier die Frage: Warum wurde diese Organisation aus theoretischer Sicht nicht als gleichwertig mächtig im Vergleich zu BMZ und VENRO erachtet, um sie in den Hypothesen zu berücksichtigen? Oder anders ausgedrückt: Warum wurde K9 nicht als wichtig in den realen Machtverhältnissen des Systems ‚deutscher EZ-Organisationen‘ betrachtet? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, muss der Begriff der Macht in Netzwerken sowie die Tatsache, dass das vorliegende Netzwerk wohl, neben BMZ und VENRO, noch einen dritten mächtigen Akteur benötigt, erörtert werden. Der Begriff der Macht ist innerhalb eines Kommunikationsnetzwerks nicht unbedingt negativ behaftet. Die Macht, die die Akteure in einem Netzwerk besitzen, ergibt sich schließlich daraus, dass viele andere Akteure zu ihnen kommunikativen Kontakt suchen, dass sie selbst eine hohe Kommunikationsaktivität besitzen und dadurch als Kommunikationsmittler zwischen anderen Akteuren eine Rolle spielen. Damit werden diese Organisationen zu Kommunikationsmotoren im Kommunikationsnetzwerk. Der Zentralitätsindex der mächtigen Akteure im Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen zeigt
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ebenfalls, dass sie keine Akteure sind, die ihre Informationen mono polisieren, d.h. den anderen vorenthalten. Die Tatsache, dass von allen Organisationstypen, außer den politischen Stiftungen, jeweils eine Organisation in diesem Netzwerk eine Machtposition inne hat, lässt allerdings zwei Schlussfolgerungen zu. Zunächst einmal wurde festgestellt, dass sich diese drei Organisationen - BMZ, VENRO sowie die kirchliche Organisation (K9) - aufgrund ihrer strukturellen Positionen kaum ähneln. Es könnte daher vermutet werden, dass jede Organisationsart einen solchen Kommunikationsmotor braucht, da sie alle in ihrem Verhalten zu unterschiedlich sind, um einen mächtigen Akteur einer anderen Organisationsart als Kommunikationsmittler im Netzwerk ‚benutzen‘ zu können. Diese These ist jedoch schwer zu bestätigen. Einerseits kommunizieren die staatlichen wie auch die kirchlichen Organisationen untereinander jeweils stärker als mit anderen Organisationsarten. Diese weisen also untereinander eine höhere Kommunikationsdichte auf, unterscheiden sich somit von den anderen Organisationen in ihrem Kommunikationsverhalten und grenzen sich so voneinander ab. Andererseits gehören viele dieser Organisationen laut k-Core-Methode, welche die Region der dichtesten Kommunikation im Netzwerk ermittelt, dennoch zu einem Akteurkreis, in dem die Akteure zueinander besonders viele Kontakte aufweisen. Sie verfolgen deswegen zwar nicht zwingend die gleichen Einstellungen, sie sind aber auch nicht so verschieden, da sie miteinander kommunizieren und sich nicht kommunikativ meiden. Auch bei den sonstigen NROs ist diese These schwer zu bestätigen. Von ihnen gehören die meisten Organisationen nicht zu dem Akteurkreis mit besonders hoher Kommunikationsdichte, sie unterscheiden sich also dahingehend von den anderen Organisationsarten. Da ihre Netzwerkdichte untereinander aber nicht höher ist, als zu anderen Organisationsarten, deutet dies doch darauf hin, dass sie sich in ihrem Kommunikationsverhalten nicht von anderen Organisationsarten abgrenzen wollen. Infolge dieser Widersprüchlichkeit ist die These, dass jede Organisationsart einen eigenen mächtigen Akteur aufgrund unterschiedlichem Verhalten und einer daraus resultierenden Tatsache, dass die mächtigen Akteure anderer Organisationsarten nicht als Kommunikationsmittler ‚benutzt‘ werden können, zu verwerfen. Sollte diese These trotz der widersprüchlichen Ergebnisse bestätigt werden, so wäre allerdings noch die Frage offen, warum die politischen Stiftungen mit der höchsten Kommunikationsdichte untereinander von allen Orga nisationsarten keinen mächtigen Akteur in ihren Reihen brauchen. Die wohl plausibelste These aber wäre die, dass gerade die Organisationsarten mit einer sehr großen Anzahl von Akteuren, wie die staatlichen und kirchlichen Organisationen, sowie die sonstigen NROs auf jeweils einen zentralen und mächtigen Akteur angewiesen sind, der die Kommunikation antreiben, steuern und leiten kann - innerhalb der Organisations art und zwischen den anderen Organisationsarten. Diese These wird zumindest dadurch gestützt, dass die Gruppe der politischen Stiftungen, die nur aus fünf Organisationen bestehen, keinen solchen mächtigen Akteur im Netzwerk und in ihren Reihen aufweisen können und wahr scheinlich auch nicht benötigen. Diese These scheint aber auch deshalb
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plausibel, da bei einer Vielzahl von fast 300 EZ-Organisationen insgesamt in Deutschland (vgl. DSE 2000) nur schwer ein Kommunikationsnetzwerk mit nur einem mächtigen Akteur etabliert werden könnte, der alleine den kommunikativen Kontakt auch zwischen den anderen Organisationen mitbeeinflussen könnte - vor allem im positiven Sinne. Deshalb scheint eine Verteilung dieser Aufgabe auf mehrere Organisationen aus diesem pragmatischen Grund sinnvoll.
Was sich sowohl im Sender- Empfänger-Netzwerk als auch im Empfänger-Sender-Netzwerk nur andeutete, sich aber im Gesamtkommunikationsnetzwerk, welches das ‚bestätigte Senden‘ untersuchte, bestätigte, ist, dass die Annahme H2 verifiziert werden kann. Staatliche Organisationen und sonstige NROs bilden aufgrund ihres kommunikativen Verhaltens, was auf unterschiedlichen Einstellungen beruht, zwei Gruppen im Netzwerk. Das bedeutet: Staatliche Organisationen kommunizieren verstärkt mit anderen staatlichen Organisationen - sie besitzen zueinander eine hohe Kommunikationsdichte - und sonstige NROs mit anderen Organisationen aus dem nichtstaatlichen Bereich. Zwar besteht die größte Kommunikationsdichte der sonstigen NROs zu den kirchlichen Organisationen, dennoch ist die Kommunikationsdichte unter den sonstigen NROs größer als zu den staatlichen Organisatione n. Außerdem zeigt die große Kommunikationsdichte zu den kirchlichen Organisationen, die auch im nichtstaatlichen Bereich angesiedelt sind, dass die kommunikative Nähe der sonstigen NROs eher zu anderen NROs besteht. Eine Erklärung für die schlechtere Kommunikationsdichte innerhalb der sonstigen NROs ist in der niedrigeren Teilnahme der sonstigen NROs an der Untersuchung begründet. So mussten diesen nicht teilnehmenden Organisationen aus Gründen der Rechenbarkeit von Matrizen ein kommunikativer Wert von Null zugeordnet werden, was die Kommunikationsdichte absinken lässt. Eine noch eindeutigere Bestätigung dieses Ergebnisses könnte also nur eine Folgestudie, bei der deutlich mehr als 50% der Stichprobe der sonstigen NROs an der Untersuchung teilnehmen, erbringen.
Die dritte hypothetische Annahme H3 muss in ihrer Gesamtheit verworfen werden, denn trotz der großen kommunikativen Nähe der politischen Stiftungen zu den staatlichen Organisationen, bilden die politischen Stiftungen durch ihre hohe Kommunikationsdichte innerhalb der Organisationsart, eine einheitliche Gruppe, was vorher nicht erwartet wurde. Die Tatsache, dass politische Stiftungen nicht in gemeinsamen Projekten kooperieren und vielschichtige politische Grundeinstellungen besitzen, führt laut den Ergebnissen der Analyse also nicht automatisch zu verschiedenen grundlegenden Einstellungen im EZ-Bereich. Die theoretischen Vorüberlegungen zu diesem Teil der Hypothese waren also falsch und sind somit falsifiziert. Der Teil der Hypothese, welcher die kommunikative Nähe der politischen Stiftungen zu den staatlichen und nicht zu den nichtstaatlichen Organisationen prognostizierte, konnte jedoch verifiziert werden. Der Grund für die hohe Kommunikationsdichte zu den staatlichen Organisationen besteht in der Tatsache, dass die staatlichen Organisationen mit dem BMZ einen mächtigen Akteur im Netzwerk besitzen,
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welcher die politischen Organisationen beträchtlich unterstützt und sie für EZ-Maßnahmen beauftragt (vgl. BORRMANN u.a., 1999: 236). Aufgrund dieser Unterstützung des BMZ suchen die politischen Stiftungen also eher die kommunikative Nähe zum mächtigen Akteur BMZ als z.B. zu VENRO. Dadurch erhöht sich die Kommunikationsdichte zu den staatlichem Organisationen. Sicherlich wäre eine Folgestudie, die diese Nähe der politischen Stiftungen zu den staatlichen Organisationen genauer erörtert von wissenschaftlichem Reiz. Genauere Erklärungen als die hier vorliegende könnten für dieses Phänomen gefunden werden. Außerdem könnten die kommunikativen Beziehungen der politischen Stiftungen untereinander genauer analysiert werden. Weiterführende Hypothesen für eine nachfolgende Studie könnten folgende sein: Erstens besitzen politische Stiftungen trotz der Tatsache, dass sie nicht in gemeinsamen Projekten kooperieren und viels chichtige politische Grund einstellungen einnehmen, doch gleiche Einstellungen zum EZ-Bereich, wodurch eine Gruppenbildung innerhalb der Organisationsart aufgrund einer hohen Kommunikationsdichte entsteht. Zweitens haben die politischen Stiftungen zu den staatlichen Organisationen eine höhere kommunikative Affinität als zu den nichtstaatlichen Organisationen - obwohl sie eher zu letzteren gezählt werden - aufgrund der Unterstützung und der Auftragssituation seitens der staatlichen Organisationen. Hypothese H4, dass sich katholische und evangelische Organisationen aufgrund ihrer Einstellung nicht unterscheiden und dies sich dementsprechend in ihrem kommunikativen Verhalten äußert - es kommt zu keiner Gruppenbildung evangelische und katholische Organisatione n - kann aufgrund der Ergebnisse bestätigt werden. Zum einen kommunizieren die katholischen stärker mit den evangelischen EZ-Organisationen als unter-einander. Zum anderen gibt es Indizien aus der Literatur, wobei beide Zentralstellenevangelische wie katholische - eng zusammenarbeiten und gemeinsame Ziele verfolgen (vgl. BORRMANN u.a., 1999: 290). Ein Gegenargument zur Bestätigung der Hypothese wäre die höhere Kommunikationsdichte der evangelischen Organisationen untereinander gegenüber der zu den katholischen Organisationen, was auf eine Gruppenbildung hindeuten könnte. Diese Kommunikationsdichte ist zwar höher, aber eigentlich auch kein Grund zur Falsifizierung, wenn ihr Zustandekommen näher betrachtet wird: Bei nur drei evangelischen Organisationen in der Stichprobe ist die Wahrscheinlichkeit einer hohen Kommunikations dichte untereinander sehr groß. Die hier vorliegende Kommunikationsdichte zwischen den evangelischen EZ-Organisationen ist aber nicht so deutlich größer wie ihre Kommunikationsdichte zu den katholischen Organisationen, als dass der Umstand von nur drei evangelischen Organisationen in der Stichprobe vernachlässigt werden könnte. Bis zu einer Folgestudie, die sich diesem Thema der Gruppenbildung von katholischen und evangelischen EZ-Organisationen widmet, in der mehr kirchliche Organisationen beider Konfessionen insgesamt befragt werden, und an der auch ausreichend viele Organisationen für extern valide Ergebnisse teilnehmen, soll die Hypothese H4 also als bestätigt gelten.
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Weitere wichtige Ergebnisse zur Struktur des Kommunikationsnetzwerks:
Im gesamten Kommunikationsnetzwerk sind die einzelnen Akteure nur schwach durch kommunikativen Austausch von Information verbunden, d.h. es liegt ein sogenanntes weak-tie-Netzwerk vor. Dies bedeutet, dass sich z.B. Neuerungen in diesem System nur sehr langsam verbreiten, dafür aber doch stabil transportiert werden (vgl. JANSEN, 1999: 100f). Wird die Kommunikationsdichte aber differenzierter bezüglich der verschiedenen Organisationsarten betrachtet, ist ein weak-tie-Netzwerk nur noch bei den Beziehungen von kirchlichen und sonstigen Nichtregierungsorga nisationen gegeben. Diese haben insgesamt sehr geringe, dafür aber gleichmäßige Beziehungen zu Organisationen anderen Typs. Bei den politischen Stiftungen und staatlichen Organisationen ist dies umgekehrt. Deren Kommunikations dichten sind jeweils untereinander höher - und das mit deutlichem Abstand - als zu den Organisationen anderer Organisationsart. Untereinander sind diese Organisationen also stark verbunden - hier liegt ein sogenanntes strong-tie-Netzwerk vor. Die Kommunikationsdichten dieser Organisationen sind, wie gesagt, nur untereinander stark ausgeprägt; zu Organisationen anderen Typs werden die kommunikativen Beziehungen schwächer. Nun könnte behauptet werden, dass es gut wäre, dass wenigstens zwischen einigen wenigen Organisationen, auch wenn sie dem gleichen Typ angehören, starke Vernetzungen vorliegen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Die strong ties, die gerade in nur wenigen Regionen des Netzwerks vorkommen, verleiten die Akteure oft zu einer Cliquenbildung mit einer internen sozialen Schließung. Das bedeutet, dass Akteure mit abweichenden und neuen Meinungen sehr schnell ausgeschlossen werden, was dann letztenendes mit einem Informationsdefizit bezahlt wird, da oft nur dieselben Neuigkeiten ausgetauscht und keine Innovationen mehr erzeugt werden (vgl. JANSEN, 1999: 100f). Dieser Verlauf, wie in der Theorie beschrieben, kann hier im vorliegenden Netzwerk jedoch nicht aufgezeigt werden. Zum einen stellt ein staatlicher Akteur (S8) ein Brückenkopf innerhalb der kommunikativen Strukturen und somit ein Informations mittler aus verschiedenen Regionen des Netzwerks - ein sogenannter Cutpointakteur - dar. Er verbindet durch seine Rolle als Cutpointakteur mehrere Regionen im Netzwerk, wobei ohne ihn diese Regionen nicht mehr miteinander kommunizieren würden. Zum anderen beinhaltet der Akteurkreis mit der höchsten Dichte neben politischen Stiftungen und staatlichen Organisationen auch kirchliche Organisationen, sowie VENRO als sonstige NRO, welche als mächtige Organisation einen kommunikativen, informations verbreitenden Akteur und als Cut pointakteur einen informationskatalysierenden Akteur darstellt. Aus der Cliquenanalyse ergeben sich ebenfalls keine eindeutig nach Außen abge grenzten Gruppen. Nur mithilfe der Blockmodellanalyse wurden Orga nisationen identifiziert, die sich durch ihre strukturelle Position ähnlich sind und sich somit von den anderen Organisationen unterscheiden, also Gruppen bilden. Diese bestehen aber nicht ausschließlich aus staatlichen Organisationen oder politischen Stiftungen. Zusammenfassend besteht
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also die Gefahr einer Isolierung und einem damit verbundenen Rückschritt hinsichtlich des organisationalen Le rnens, wenn es den staatlichen Organisationen und den politischen Stiftungen nicht gelingt, ihre Informationen besser zu streuen. Diese Gefahr ist aber zur Zeit nicht akut und darf auch nicht heraufbeschworen werden, da ein großer Teil des strong-tie-Netzwerks z.B. auch durch vertragliche Verpflichtungen zum Informationsaustausch - was bei den staatlichen Organisationen oft der Fall ist - zustande kommt. Doch zurück zum Sachverhalt, dass das Kommunikationsnetzwerk in seiner Gesamtheit ein weak-tie-Netzwerk darstellt. Die positiven Eigenschaften eines weak-tie-Netzwerks wurden bereits beschrieben. Doch entsteht dieses Ergebnis nicht nur durch eine relativ geringe Kommunikation zwischen den Akteuren, sondern auch durch die Tatsache, dass innerhalb des Netzwerks sehr viele unverbundene Akteure existieren, die keine kommunikativen Beziehungen zu den anderen Organisationen besitzen. Das insgesamt schwach verbundene Kommunikationsnetzwerk besteht also aus einer Region mit besonders hoher Kommunikationsdichte, welche sich fast nur auf zwei Organisationsarten beschränktstaatliche Organisationen und politische Stiftungen - zwei weiteren Organisations arten, welche ihre Informationen im Netzwerk sehr gleichmäßig streuen - kirchliche und sonstige NROs - sowie sehr vielen unverbundenen Akteuren. Andererseits ist diese Struktur des Netzwerks sowie seine Eigenschaft schwach verbunden zu sein, für ein Netzwerk dieser Größenordnung - immerhin umfasst es insgesamt 68 Akteure - doch ‚üblich‘. Denn einen kommunikativen Kontakt zu pflegen bedarf sehr viel Arbeit, die nicht in alle möglichen Kontakte, sondern nur in wenige ausgesuchte investiert werden kann. Bei einer Größe von insgesamt 68 Akteuren kann also nicht jeder Akteur mit allen anderen kommunikativen Kontakt pfle gen - woraus ein weak-tie-Netzwerk resultiert.
Zur Kommunikationsstruktur des Netzwerks gehört auch die Internetnutzung der Organisationen. Fast alle Organisationen der Stichprobe bieten Informationen auf ihrer Homepage an, doch meist nur in geringen Mengen und nicht immer sehr benutzerfreundlich in der Handhabung. Die größte Menge an Informationen wird von drei staatlichen Organisationen (BMZ, S2 und S3) im Internet zur Verfügung gestellt. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Organisationen das Medium Internet nicht nur sehr häufig zur Informa tionsverbreitung, sondern auch zur Informationsgewinnung nutzen. Dem ist aber nicht so - die Organisationen, die das Internet am häufigsten zur Informations gewinnung nutzen, sind eine kirchliche Organisation (K9), eine NRO (N9) und eine andere staatliche Organisation (S4). Das Gros der Organisationen nutzt das sowieso schon ge ringe Angebot in minimalistischer Art und Weise. Würden insgesamt mehr und qualitativ bessere Informationen wie z.B. bei den beiden staatlichen Organisationen (BMZ und S2) von den anderen Organisationen der Stichprobe angeboten, und wären diese schnell und benutzerfreundlich zu handhaben, so könnte auch mit einem höheren Zugriff auf deren Internetseiten gerechnet werden.
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Weiterhin konnte festgestellt werden, dass im Kommunikationsnetzwerk die internen den externen Lernprozessen vorgezogen werden. Eine Trendwende, wie sie in der HWWA-Studie prognostiziert wird, ist aus dieser Arbeit heraus nicht zu erkennen (vgl. BORRMANN u.a., 2001: 11) 27 . Dies hat sich eindeutig aus der Bewertung der Relevanz verschiedener Zielgruppen für die eigene Information ergeben. Darin unterscheiden sich die Organisationsarten nicht in ihren Bewertungen. Für organisationsinterne Zielgruppen sind die Informationen r elevanter als für andere EZ-Organisationen oder ‚Medien und Allgemeine Öffentlichkeit‘. Ausnahmen kommen so gut wie nicht vor. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass das angefertigte Wissen (Evaluationen, Projektberichte, Studien etc.) schon bei der Erstellung nicht berücksichtigt, dass die Information auch für Außenstehende von Nutzen sein könnte. Somit wurde die Information wahrscheinlich so produziert, dass sie in erster Linie für organisationsinterne Stellen relevant und damit für z.B. andere EZ-Organisationen nicht relevant ist. Ist eine Information nicht relevant, wird sie nicht für die Kommunikation selektiert (vgl. LUHMANN, 1988: 194). Würden jedoch z.B. Evaluationen so geschrieben, dass sie auch den Informa tionsaustausch mit außenstehenden Organisationen berücksichtigten - der externe Lernprozess also schon implementiert wäre
- so wäre sowohl der horizontale Informationsaustausch an sich, als auch das Interesse daran sicher höher.
Die internen Lernprozesse werden von vermehrt aufkommenden ‚Evaluierungs einheiten‘ gestützt, was schon in der HWWA-Studie festgestellt werden konnte und sicherlich als positiv zu bewerten ist (vgl. BORRMANN u.a., 2001: 10). Je nach Definition von ‚Evaluierungseinheit‘ existieren hier 19 dieser Evaluierungseinheiten - neun O rganisationen besitzen eigenes Evaluationspersonal, zehn sogar eine eigene Evaluationsabteilung. Durch die Tatsache, dass von diesen 19 Evaluierungseinheiten aber nur sieben für die Verbreitung ihrer generierten Information - also für die externen Lernprozesse - selbst zuständig sind, kann abgeleitet werden, dass der Institutionalisierungsgrad bezüglich des horizontalen Austauschs von Evaluationen nicht besonders hoch ist. Da diese Koordinierung von Informationsherstellung und Verbreitung kaum im Netzwerk zu finden ist, kann geschlossen werden, dass dies auch für andere Informationsarten zutrifft. Bereits in der HWWA-Studie wurde der Institutiona lisierungsgrad des horizontalen Informationsaustauschs als defizitär empfunden (vgl. BORRMANN u.a., 2001: 23) und hat sich seit demher nicht verbessert. Ist der Informationsaustausch also kaum institutionalisiert, so ist auch das horizontale Lernen nicht institutionalisiert, denn zwischenorganisationales Lernen bedarf des Informations- und Wissensaustauschs - daher ist der Institutionalisierungsgrad
27 In der HWWA-Studie wurde wie auch hier der DAC-Fragebogen als Grundlage genommen, um aufzuzeigen, für welche Zielgruppen die Informationen der Organisationen relevant sind. Hier wurde von der Relevanz der Zielgruppe auf das Interesse der Organisation an externem bzw. internem Lernen geschlossen, in der HWWA-Studie wurde lediglich das Interesse an Öffentlichkeitsarbeit daraus abgeleitet. Wenn nun die Ergebnisse der HWWA-Studie mit diesen hier verglichen werden, so ergibt sich daraus, dass die zusammengehörenden Begriffspaare verstärkte Öffentlichkeitsarbeit - externe Lernprozesse und geringe Öffentlichkeitsarbeit - interne Lernprozesse sind (s. dazu auch Kapitel 3.1.2).
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des horizontalen Lernens vom Institutionalisierungsgrad des Kommunikationskanals, auf dem die Informationen ausgetauscht werden, abhängig. Da bereits die Kommunikationsstrukturen des Netzwerks erörtert wurden, kann hier festgestellt werden, dass diese Strukturen innerhalb des Netzwerks zwar vorhanden, insgesamt aber sehr wenig, und nur zwischen einigen wenigen Organisationen stärker institutionalisiert sind. Eine Einordnung des Netzwerks in eine Stufe der kommunikativen Beziehungen nach McCALL und COUSINS (1990) ergibt, dass sich einige wenige Organisationen schon in einer ‚entwickelten Stufe‘, in der Kommunikationswege durch ausgebaute Netze, Verträge o.ä. bereits verankert sind, befinden. Dagegen ist das Gros der Organisationen noch damit beschäftigt, Kontakte herzustellen oder daraus fest verankerte Kommunikationswege zu manifestieren. Dieser Hauptteil der Organisationen siedelt sich also in der ‚Pre-Relationship-Stufe‘ oder der ‚frühen Stufe‘ kommunikativer Beziehungen an. Wird nun auf den Stufen kommunikativer Beziehungen beruhend der Entwicklungsstand des horizontalen Lernens abgeleitet, kann festgestellt werden: Das horizontale Lernen innerhalb des Netzwerks ist kaum institutionalisiert und somit ebenfalls noch in einer frühen Phase seiner Entwicklung.
Ableitbare Handlungsalternativen
Aus dem bisher vorliegenden Resultat lassen sich konkrete Handlungsalternativen für die EZ-Organisationen ableiten, um ihre horizontalen Lernmöglichkeiten zu verbessern:
1. Die deutschen EZ-Organisationen sollten ihre Informationen so generieren, dass sie auch für andere EZ-Organisationen nutzbar sind und dadurch für diese relevant und als wissenswert empfunden werden. Dies ist die erste Voraussetzung für horizontales Lernen: Die Informationen müssen auch den anderen Organisationen auch als Lerngrund lage dienen können, nicht nur der eigenen.
2. Der Informationsaustausch zwischen den deutschen EZ-Organisationen muss stärker institutionalisiert werden. Dies kann innerhalb der Orga nisationen erfolgen, indem eine Abteilung in der Organisation gegründet wird, welche nicht nur den Zuständigkeitsbereich der Informationsgenerierung, sondern auch den der Informa tionsverbreitung inne hat - denn eine gezielte Informationsverbreitung wird erst dann möglich, wenn auch das nötige Know-how zum Informationsinhalt vorliegt. So kann ebenfalls bei gezielten Anfragen, das relevante Wissen den Ansprüchen gerecht weitergegeben werden. Dazu nicht im Widerspruch steht die Schaffung eines Netzwerks als eine eigenständige Institution innerhalb der EZ, welche ausschließlich das horizontale Lernen zum Ziel hat. Dabei könnte jede EZ-Organisation ihr Wissens material mit einfließen lassen, wodurch eine Art Bibliothek der Entwicklungszusammenarbeit angelegt würde, auf die jeder Zugriff haben könnte. Dadurch würde das Anliegen des ‚Voneinander Lernens‘ ins öffentliche Interesse gerückt, wodurch z.B. auch andere nützliche Inputs außer denen der EZ-Organisationen, Zufluss finden würden.
113
Außerdem wäre das horizontale Lernen nicht mehr ‚Nebenprodukt‘ der Kommunikation, sondern die erste zu erfüllende Prämisse, welche durch die Kommunikation in dieser Institution ‚Netzwerk‘ sicher gestellt wird. Somit könnte jede Organisation, die Informationen anzubieten hat oder Informationen sucht, sich an diese Institution wenden. Durch eine dieser Methoden oder durch beide in Kombination würde die Qualität des Informationsaustauschs ansteigen. Dies hätte zur Folge, dass auch die Intensität des Austauschs von Information zwischen den Organisationen zunehmen würde. Außerdem würden dadurch nicht mehr nur Informationen, sondern Wissen, welches anderen Organisationen zum Lernen dient, ausgetauscht.
3. Die Organisationen haben die potentiellen Möglichkeiten, die das Internet zum horizontalen Informationsaustausch bieten kann, nicht voll ausgenutzt. Das Informationsangebot auf den Internetseiten der EZ-Organisationen ist insgesamt sehr gering. Daneben könnte auch die Benutzerfreundlichkeit im Umgang mit den Informationen besser sein. Das bedeutet, dass das Informationsangebot an sich in größerer Menge zur Verfügung stehen sollte - selbstverständlich nur relevante Informationen zur EZ - und dass es in einem benutzerfreundlicherem Datenformat -vorzugsweise als pdf- Datei - angeboten werden sollte. Dieser Punkt ist wohl am ehesten umzusetzen, da er nur ein etwas größeres Engagement als bisher benötigtschließlich sind erste Anfänge schon gemacht.
Resultierendes Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, aus der Kommunikationsstruktur des Systems ‚deutscher EZ-Organisationen‘ die potentiellen horizontalen Lernmöglichkeiten der Organisationen ableiten zu können. Aus den oben diskutierten Ergebnissen kann nun folgendes resümiert werden: Das untersuchte Kommunikationsnetzwerk ist zur Zeit nicht mehr, aber auch nicht weniger als ein Netzwerk zum Informationsaustausch. Das bedeutet, dass horizontales Lernen durch die kommunikative Vernetzung zwar ermöglicht wird, aber von den einzelnen Netzwerkakteuren noch erhebliche Anstrengungen abverlangt, da gewisse Automatismen und Institutionalisierungen, welche das horizontale Lernen als selbstverständlich erscheinen lassen, noch nicht etabliert sind. Oder um es mit FAßLER (2001) zu sagen: Das Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen stellt zur Zeit eine Infrastruktur für den Informationsaustausch zwischen den EZ-Organisationen und somit auch eine Grund voraussetzung für organisationales Lernen dar. Von einer ‚Netzkultur‘, in der Informationen nicht nur Informationen repräsentieren, sondern schon als Wissen erkannt werden, in dem ein ‚Voneinander Lernen‘ stets im Bewußtsein und antreibendes Moment des Wissensaustauschs der Orga nisationen ist (vgl. FAßLER 2001: 68ff.), kann hier allerdings noch nicht gesprochen werden.
114
Schlussfolgerung für die Übertragbarkeit der Ergebnisse Diese Untersuchung stellt natürlich nur eine Momentaufnahme dar. Da sich Systeme ändern können, würde diese Arbeit eine weiterführende Untersuchung benötigen, um die Entwicklung des Systems ‚deutscher EZ-Organisationen‘ bezüglich des horizontalen Lernens weiter verfolgen zu können. Dabei wird vor allem in der Literatur einige Hoffnung in den Arbeitskreis ‚Evaluation von Entwicklungspolitik' der DeGEval gesetzt. So kommt die HWWA-Studie zu dem Schluss, dass mit der Gründung der DeGEval, wozu auch der Arbeitskreis ‚Evaluation von Entwicklungspolitik‘ gehört, das horizontale Lernen zwischen den deutschen EZ-Organisationen einen deutlichen Auftrieb erhalten hätte (vgl. BORRMANN u.a., 2001: 11). Diese These kann allein mit den hier vorliegenden Ergebnissen nicht bestätigt werden. Zwar ergeben sich schon deutliche Übereinstimmungen, wenn die Akteure, die innerhalb des Kommunikationsnetzwerks besonders oft miteinander kommunizieren, mit den Organisationen der Stichprobe verglichen werden, welche auch im Arbeitskreis der DeGEval vertreten sind (vgl. DeGEval 2002). Doch kann dieser Befund auch nur zufälliger Natur sein. Somit wäre nur durch eine weiterführende Studie, welche die Ergebnisse dieser explorativen Arbeit als Grund lage eines Vergleichs nimmt, klärbar, ob sich durch die im Arbeitskreis geknüpften Beziehungen Regionen dichterer Kommunikation im Netzwerk entwickeln. Erst dann könnte die These eruiert werden, ob der Arbeitskreis ‚Evaluation von Entwicklungspolitik‘ wirklich zur Verbesserung des horizontalen Lernens der deutschen EZ-Organisationen beiträgt. Für eine solche Folgestudie wurden mit dieser Arbeit also die Grundlagen geschaffen. Weiterhin wurde die Struktur des Netzwerks ausführlich beschrieben und daraus das horizontale Lernen der deutschen EZ-Organisationen abgeleitet. Ob und in welche Richtung sich das horizontale Lernen im System ‚deutsche EZ-Organisationen‘ verändert, kann ebenfalls nur durch eine weiterführende Untersuchung geklärt werden. Dabei wäre es unter anderem auch sinnvoll, nicht nur die gleiche Untersuchung noch einmal durchzuführen, sondern sie methodisch so zu verändern, dass z.B. die Hypothesen H2 und H4 der Untersuchung unter den oben diskutierten Prämissen noch genauer verifiziert werden können. Zudem könnte die Stichprobengröße erhöht, sowie die Operationalisierung des Begriffs des Informationsaustauschs weiter als hier gefasst werden, um die Struktur des Netzwerks noch detaillierter als in der vorliegenden Arbeit beschreiben zu können. Letztlich konnten aber mit dieser Arbeit die kommunikativen Beziehungen der deutschen EZ-Organisationen erörtert und davon ausgehend der Grad des horizontalen Lernens abgeleitet werden. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie lassen insgesamt den Schluss zu, dass die hier beschriebene Kommunikationsstruktur ihr Erklärungsziel - die Ermittlung des Standes des horizontalen Lernens der deutschen EZ-Organisationen - nahezu erreicht hat. Weiterführende Studien könnten somit das vorliegende Ergebnis nur noch detaillierter behandeln und/oder die Wirklichkeit des horizontalen Lernens der deutschen EZ-Organisationen neu feststellen.
115
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119
Anhang 2: Berechnung von Unterschieden und Ähnlichkeiten zwischen den Organisationsarten in der Beurteilung der Relevanz der Zielgruppen
Tabelle 2.1: U-Test: Unterschied Staatliche Organisationen - Sonstige NROs
RG = relevante Zielgruppe
Quelle: eigene Berechnung
Abbildung 2.1: Clusteranalyse zur Identifikation von Organisationen mit ähnlichen Beurteilungen hinsichtlich der Relevanz ihrer Informationen für die vorgegebenen Zielgruppen
C A S E 0 5 10 15 20 25
Label Num +---------+---------+---------+---------+---------+
òûòòòòòòòø
BMZ
Quelle: eigene Berechnung
127
Anhang 3: Schaubilder und Tabellen über die Nutzung des Internets zur Informationsverbreitung
Tabelle 3.1: Kreuztabelle: Bereitstellung von Informationen im Internet durch die
Quelle: eigene Berechnung
128
Abbildung 3.1: Angebot der Informationsart „Statistiken und Zahlen“ durch die verschiedenen
Quelle: eigene Berechnung
Abbildung. 3.2: Angebot der Informationsart „Länderevaluation im Bereich eines Sektors“ durch
Quelle: eigene Berechnung
129
Abbildung 3.3: Angebot der Informationsart „Länderevaluation (Zusammenfassung)“ durch die
Quelle: eigene Berechnung
Abbildung 3.4: Angebot der Informationsart „Hand- und Fachbücher“ im Internet durch die
Quelle: eigene Berechnung
130
Quelle: eigene Berechnung
Quelle: eigene Berechnung
Tabelle 3.4: U-Test: Unterschied von staatlichen Organisationen zu sonstige NROs hinsichtlich
des Internetangebots von „Statistiken und Zahlen“
Quelle: eigene Berechnung
131
Quelle: eigene Berechnung
Tabelle 3.6: U-Test: Unterschied von politischen Stiftungen zu kirchlichen Organisationen
Quelle: eigene Berechnung
Quelle: eigene Berechnung
132
Anhang 4: Tabellen über das Verhalten der Organisationen beim Senden von Informationen
Quelle: eigene Berechnung
Quelle: eigene Berechnung
Tabelle 4.3: U-Test: Unterschied staatliche Organisationen - kirchliche Organisationen
Quelle: eigene Berechnung
134
Tabelle 4.4: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der
Quelle: eigene Berechnung
Quelle: eigene Berechnung
Tabelle 4.6: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der
Quelle: eigene Berechnung
135
Tabelle 4.7: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der
Quelle: eigene Berechnung
Tabelle 4.8: Kreuztabelle: Organisationen und deren Informationsempfänger bezüglich der
Quelle: eigene Berechnung
136
Anhang 5: Schaubilder und Tabellen über das Sender-Empfänger-Netzwerk der deutschen EZ-Organisationen
Abbildung 5.1 Komponenten des Sender-Empfänger-Netzwerks (Komponenten mit einem oder
Quelle: eigene Berechnung
Tabelle 5.1: Prestigemaße des Sender-Empfänger-Netzwerks
Abbildung 5.2: Cutpoinpositionen im Sender-Empfänger-Netzwerk
Die Beziehung zwischen Akteur und Cutpointakteur kann durchaus auch gegenseitig sein. Die
asymmetrische Darstellung soll hier nur die Sonderstellung der Cutpointakteure verdeutlichen.
Quelle: eigene Berechnung
139
Abbildung 5.3: 2-Clans des Sender-Empfänger-Netzwerks
Es existieren zehn 2-clans mit folgenden Zusammensetzungen:
Quelle: eigene Berechnung
140
Abbildung 5.4: k-Plexe des Sender-Empfänger-Netzwerks
876 k-plexe gefunden
S1 = BMZ N1 = VENRO
Quelle: eigene Berechnung
141
Abbildung 5.5: k-Core des Sender-Empfänger-Netzwerks
S1 = BMZ
N1 = VENRO
Quelle: eigene Berechnung
142
Abbildung 5.6: Strukturell äquivalente Positionen des Sender-Empfänger-Netzwerks nach der
S1 = BMZ
N1 = VENRO
Quelle: eigene Berechnung
143
Abbildung 5.7: Strukturell äquivalente Positionen des Sender-Empfänger-Netzwerks nach der
S1 = BMZ
N1 = VENRO
Quelle: eigene Berechnung
144
Anhang 6: Schaubilder und Tabellen über das Empfänger-Sender-Netzwerk der deutschen EZ-Organisationen
Abbildung 6.1: Komponentenanalyse des Empfänger-Sender-Netzwerks (Komponenten mit einem
Quelle: eigene Berechnung
Tabelle 6.1: Prestigemaße des Empfänger-Sender-Netzwerks
Abbildung 6.2: Cutpoinakteure im Empfänger-Sender-Netzwerk
Die Beziehung zwischen Akteur und Cutpointakteur kann durchaus auch gegenseitig sein. Die
asymmetrische Darstellung soll hier nur die Sonderstellung der Cutpointakteure verdeutlichen.
Quelle: eigene Berechnung
147
Abbildung 6.3: k-Plexe des Empfänger-Sender-Netzwerks
1249 k-plexe gefunden
S1 = BMZ
N1 = VENRO Quelle: eigene Berechnung
148
Abbildung 6.4: k-core des Empfänger-Sender-Netzwerks
S1 = BMZ
N1 = VENRO
Quelle: eigene Berechnung
149
Abbildung 6.5: Strukturell äquivale nte Positionen des Empfänger-Sender-Netzwerks nach der
S1 = BMZ
N1 = VENRO
Quelle: eigene Berechnung
150
Abbildung 6.6: Strukturell äquivalente Positionen des Empfänger-Sender-Netzwerks nach der Burt-
S1= BMZ
N1 = VENRO
Quelle: eigene Berechnung
151
Anhang 7: Schaubilder und Tabellen über das Kommunikationsnetzwerk der deutschen EZ-Organisationen
Abbildung 7.1: Komponentenanalyse des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen
Quelle: eigene Berechnung
Tabelle 7.1: Prestigemaße der einzelnen Netzwerkakteure des Kommunikationsnetzwerks
Abbildung 7.2: Cutpoinakteure im Kommunikationsnetzwerk deutscher EZ-Organisationen
Die Beziehung zwischen Akteur und Cutpointakteur kann durchaus auch gegenseitig sein. Die
asymmetrische Darstellung soll hier nur die Sonderstellung der Cutpointakteure verdeutlichen.
Quelle: eigene Berechnung
154
Abbildung 7.3: k-plexe des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen
1258 k-plexe gefunden
S1 = BMZ
N1 = VENRO
Quelle: eigene Berechnung
155
Abbildung 7.4: k-cores des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-Organisationen
S1 = BMZ
N1 = VENRO
Quelle: eigene Berechnung
156
Abbildung 7.5: Strukturell äquivalente Positionen des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-
S1= BMZ
N1 = VENRO
Quelle: eigene Berechnung
157
Abbildung 7.6: Strukturell äquivalente Positionen des Kommunikationsnetzwerks deutscher EZ-
S1= BMZ
N1 = VENRO
Quelle: eigene Berechnung
158
Anhang 8: Schaubilder über die Nutzung des Internets zur
Informations gewinnung durch die Organisationen
Abbildung 8.1: Einzelkomponentenanalyse des User-Server-Modells (Komponenten mit einem
Quelle: eigene Berechnung
159
Abbildung 8.2: Cutpointakteure des User-Server-Modells
Die Beziehung zwischen Akteur und Cutpointakteur kann durchaus auch gegenseitig sein. Die
asymmetrische Darstellung soll hier nur die Sonderstellung der Cutpointakteure verdeutlichen.
Quelle: eigene Berechnung
160
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M.A. Jörg Rech, 2002, Das Kommunikationsnetzwerk der deutschen Entwicklungszusammenarbeit - eine Netzwerkanalyse der kommunikativen Beziehungen deutscher EZ-Organisationen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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