Demenz
- Demenz = Sammelbegriff für den erworbenen Abbau intellektueller Funktionen oder Leistungen oder vereinfacht ausgedrückt: ein zunehmendes (und im wesentlichen unaufhaltsames) Hirnversagen [lat.: de = weg, ab, herab; mens = Denkvermögen, Verstand, Vernunft]
- Folgen: fortschreitendes Nachlassen von Denken, Gedächtnis, Orientierung, Erkennen, schließlich auch von Erlebnisfähigkeit, Interessenumfang, Gefühl (Gefühlslabilität), Kritikfähigkeit (Kritikschwäche) und schließlich eine Wesensänderung (z. B. Vergröberun g entsprechender Charaktereigenschaften). Im Endzustand drohen sogar einschneidende körperliche Behinderungen, z. B. Verlust der Kontrolle über Blasen- und Mastdarmfunktion, neurologische Ausfälle usw. - ca. 1,2 Millionen 1 Demenzkranke in Deutschland
ca. 2 / 3 aller Demenzerkrankungen = Alzheimer; ca. 20% vaskuläre Demenzen ? häufig Mischformen
- Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmenden Lebensalter ? 16% der über 65jährigen Männer und ca. 34,5% der über 65jährigen Frauen erkranken an einer Demenz ? Frauen erkranken häufiger an Alzheimer, Männer erkranken häufiger an vaskulären Demenzen
1 Stand: 2003 [Deutsches Grünes Kreuz e.V., S.3]
(Morbus) Alzheimer
- benannt nach Prof. Dr. med. Alois Alzheimer (* 14. Juni 1864 in Marktbreit; † 19. Dezember 1915 in Breslau) Wie entsteht die Alzheimer-Krankheit?
- Nervenzellen bestimmter Hirnregionen 2 gehen schleichend über Jahre hinweg verloren ? erste Anzeichen: „kognitive Störungen“ (Gedächtnisstörungen, leichte Sprachprobleme, problematische zeitliche Orientierung)
- Ablagerung von Eiweiß 3 außerhalb der Acetylcholin-produzierenden Nervenzellen; innerhalb der Nervenzellen Veränderungen, die Stofftransport behindern ? Acetylcholinproduzierende Nervenzellen sterben zunehmend ab ? Beeinträchtigung des geistigen Leistungsvermögens, später auch körperliche Folgen
- oftmals Verhaltensauffälligkeiten lange vor ersten geistigen Leistungsausfällen Verhaltensauffälligkeiten - Aggression und Wut
- Auslöser meist Angst ? Betroffener will vermeintliche Gefahr abwehren oder wird wütend, weil ihm zunehmende Unselbständigkeit bewusst wird (muss um Dinge bitten, die er früher selbständig erledigen konnte); häufig mit Stimmungsschwankungen verbunden - Halluzinationen und Wahnvorstellungen
• Sinnestäuschungen (= Halluzinationen): etwas sehen, hören oder riechen, was nicht da
ist
• Wahnvorstellungen: Patient glaubt bestohlen worden zu sein oder der Postbote
unterschlage ständig wichtige Briefe
• am häufigsten: Verkennungen = Patient ist überzeugt, dass Verwandte und Bekannte
Fremde sind, erkennen sich selbst nicht mehr im Spiegelbild, halten Situationen oder Personen aus dem Fernsehen für real ? Auslöser für Angst und Aggressionen - Wandern / Ruhelosigkeit / Unruhe / Schlafstörungen • typisches Phänomen bei Demenz-Kranken: Ruhelosigkeit und daraus
resultierendes Umherwandern • mögliche Gründe für das Wandern:
• auch Hände häufig in Bewegung, z.B.
• häufig Schlafstörungen oder gar umgekehrter Schlaf -Wach-Rhythmus durch zu viel
2 Erinnerung, Antrieb und Gefühle
3 Amyloid oder Plaque
Behandlungsformen von Demenz-Erkrankungen
- Demenz-Erkrankungen sind nicht heilbar! (Ausnahme z.B. durch Hirntumor, Schilddrüsenunterfunktion oder Vitamin-B12-Mangel hervorgerufene Demenzformen) - Symptome können behandelt und gelindert werden ? Hauptziel: dem Patienten „noch möglichst viele gute Tage verschaffen“ (Deutsches Grünes Kreuz e.V., S. 14) - medikamentöse Behandlung:
• Antidementiva = Acetylcholinesterase-Hemmer verlangsamen Abbau des
Botenstoffes im Gehirn ? erhalten vorhandene Leistungsfähigkeit des Gehirns • Neuroleptika zur Behandlung von Verhaltensstörungen • Antidepressiva
? manche Kombinationen einzelner Wirkstoffe können zubehandelnde Symptome verstärken! - nicht-medikamentöse Therapien: • psychosoziale Behandlungsansätze
Literatur
Alzheimer Forschung Initiative e.V. (Hrsg.): Diagnose Alzheimer. Ehrliche Antworten für Patienten. Düsseldorf, 3. überarbeitete Auflage, September 2002
Alzheimer Forschung Initiative e.V. (Hrsg.): Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen. Düsseldorf, 1. Auflage, 2005
Deutsche Seniorenliga e.V.: Alzheimer Erkrankung. Leitfaden für Angehörige. Bonn, 2004 Deutsches Grünes Kreuz e.V.: Verwirrt, verschroben, abgeschoben. Vom richtigen Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten und Hirnleistungsstörungen im Alter. Ein kleiner Ratgeber für Angehörige von Demenz-Patienten. Marburg, 4. Auflage, 2003 Zukunftsforum Demenz: Demenz - das schleichende Vergessen Zukunftsforum Demenz: Leben mit Demenzkranken
Internet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Alzheimer [Stand: 13.10.2005, 8:00] http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Alzheimer [Stand: 13.10.2005, 8:00] http://www.alzheimer-forschung.de/web/alzheimerkrankheit/faktenblatt_zahlenfakten.htm [Stand: 13.10.2005, 15:30]
http://www.alzheimerinfo.de/alzheimer/demenz-alzheimer [Stand: 13.10.2005, 8:00] http://www.deutsche-alzheimer.de/index.php?id=7 [Stand: 13.10.2005, 8:00]
http://www.evidence.de/Leitlinien/leitlinien-intern/Demenz_Start/Demenz-Tests.pdf [Stand: 27.11.2005, 16:00]
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/alzheimer.html [Stand: 13.10.2005, 8:00]
Arbeit zitieren:
Susanne Rehbein, 2005, Alzheimer - Demenz (Morbus Alzhiemr), München, GRIN Verlag GmbH
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Snoezelen - Sinnesanregung mit therapeutischer Wirkung
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Seminararbeit, 31 Seiten
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Referat / Aufsatz (Schule), 2 Seiten
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