1. Autor - Erzähler - Erzählsituation
• Autor: Name steht nur auf dem Titel des Romans oder der Kurzgeschichte; denkt sich Erzähler aus
• Erzähler: fiktive Figur des Textes, die Geschichte präsentiert; Vermittler; begrenzt und ordnet das dargebotenen Geschehen è Grundlage des epischen Textes!!!
Ø
2. Geschehen - Geschichte - Fabel
• Geschehen: Ereigniskette, die vor dem Zugriff des Erzählers liegt
• Geschichte: sinnhafter Verlaufszusammenhang
• Fabel: Gerüst der Geschichte; grobe Übersicht über Verlauf der Geschichte von Ausgangspunkt bis Ende 3. Raum - Zeitgestaltung
• Raum: wird entsprechend Geschehen und Geschichte im Erzählkontext mit Sinn aufgeladen; Korrespondenz zum Charakter des jeweiligen Handlungsmomentes und zur Innenwelt der Person à Bsp.: „Seelenlandschaft“
• Zeitgestaltung:
I.
erzählte Zeit:
Zeitraum, in dem sich erzähltes Geschehen abspielt
• Chronologie der Zeitgestaltung:
4. Darbietungsformen
• Erzählbericht: Handlungsablauf wird berichtet; Erzähler referiert das (fiktiv) Miterlebte im Zusammenhang à gerafft
• durch Einfügen von Beschreibungen und Reflexionen à Erzählzeit gedehnt zur erzählten Zeit
• Figurenrede: Erzähler lässt dargestellte Peron selbst zu Wort kommen
• szenische Darstellung: Figuren geben Anregungen, Eindrücke, Gedanken und Assoziationen durch Wechselrede direkt wieder à zeitdeckend
• Technik des Bewusstseinsstromes: Erzähler gibt Gedanken, … seiner Figur so wieder wie sie der Figur durch den Kopf gehen à unkommentiert und scheinbar ungeordnet
• wenn Ich Erzähler à Innerer Monolog
• wenn Er Erzähler à erlebte Rede
• Technik der multiperspektivischen Montage: unvermitteltes Herumspringen in personalem Erzählen zwischen den Figuren und ihren Sichtweisen
Strukturelemente lyrischer Texte (Auszug aus P. Wapnewski: „Gedichte sind genaue Form“)
1. Vers
- Zeilen brechen an einer vom Dichter gesetzten Stelle ab → Akzentuierung, Pausen, Überlagerung der normalen Satzstruktur durch Versstruktur
- optische/ klangliche Mittel:
→ Zeilenstil: Satz- & Versende stimmen überein; Vers schließt mit Pause → Enjambement: Satz überspringt Versende und setzt sich im folgenden Vers fort; keine Pause am Versende
→ Hakenstil: Folge von Zeilensprüngen à Verse erscheinen durch übergreifende Satzbögen verhakt
2. Klang, Rhythmus
- lautliche Ebene à wesentlich am Sinnaufbau beteiligt
- Bsp.: Endreim, Binnenreim, Alliteration, Onomatopoesie (lautmalerische Häufung von Vokalen oder Konsonanten zur Nachahmung von Naturlauten bzw. zum Hervorrufen bestimmter Stimmungen)
- metrisch-rhythmische Gestaltung
→ Versmaße & Rhythmisierung (fließend, wogend, hüpfend, tänzelnd, schreitend, drängend, gestaut, zerhackt) → beeinflussen das Verständnis 3. Kadenz
- wenn betonte Silbe am Versende à männlich (einsilbig)
- wenn unbetonte Silbe am Versende à weiblich (zweisilbig)
- wenn Wechsel zwischen männlich und weiblich à alternierend 4. Versmaß
- Jambus (unbetont - betont à steigend)
- Trochäus (betont - unbetont à fallend)
- Anapäst (unbetont - unbetont - betont)
- Daktylus (betont - unbetont - unbetont)
5. Reim
- Gleichklang von Silben am Versanfang, innerhalb oder am Versende
- Endreim: genauer Gleichklang der Versenden vom letzten betonten Vokal → Paarreim: aa bb → Kreuzreim: ab ab → Umarmender Reim: ab ba → Schweifreim: aa bc cb → Dreifacher Reim: abc abc → Haufenreim: aaa…
- Assonanz: unreiner Reim, bei dem nur Vokale nicht aber Konsonanten übereinstimmen (sagen - Rabe)
- Binnenreim: zwei oder mehrere Wörter in ein und demselben Vers reimen sich
- Schlagreim (Alliteration): zwei unmittelbar aufeinander folgende Wörter reimen sich
6. lyrisches Ich (Subjekt oder Sprecher)
- Vermittler des lyrischen Textes (direkt oder indirekt)
7. Thema
- gedanklich abstrakter Bereich, dem sich der Text zuordnen lässt
8. Motive
- immer wiederkehrendes Element des Textes
- entfaltet das Thema
- lässt sich dem Thema zuordnen
9. Gedichtart
- Erlebnis- oder Stimmungslyrik: gestaltet vor allem reale oder traumhafte persönliche Erlebnisse, besonders zu den Themen Natur und Liebe
- Gedanken- oder Ideenlyrik: vorwiegend betrachtende (reflektierende) Lyrik, die religiöse, philosophische und geschichtlich-politische Themen hat; es gibt verschiedene Mischformen 10. Strophe
- gliedern sich in mehrere Verse, die inhaltlich relativ zusammengefasst sind à Gedichtabschnitt
11. Vers
- Zeile eines Gedichtes
Strukturelemente dramatischer Texte
• Drama = griech. „Handlung“
• Wesen: Drama liegt Handlung zu Grunde, die auf einer Bühne präsentiert wird → Bühnenstück (Unterschied zu Epik & Lyrik)
→ Partitur für Schauspieler (mit Regieanweisungen/ Geräuschen/ Bühnenbildern)
• nicht für Leser, sondern für Zuschauer
• Drama wird vorgeführt (mittels Mimik, Gestik, Bewegung à nonverbal Sprache à verbal)
• Figuren kommen über das Sprechen miteinander in Kontakt (Figurenrede) → dadurch erfährt der Zuschauer weitgehend den Handlungsinhalt
• Beziehung:
→ Neue Dimension (wesentliches dramatisches Element)
• Sprechakte: Figuren äußern sich durch Sprache
• Verhältnis der Längen der Sprechakte à Wichtung der Rolle
• Grundmuster: dramatischer Konflikt = Grundelement der Handlun g
• Konflikt = Aufeinandertreffen von mindestens zwei verschiedenen Positionen (Konfliktpole)
→ wird durch Handlungsträger ausgetragen
→ Erkennen von Verhältnissen der Figuren zueinander entsprechend ihren Verhältnissen zu den jeweiligen Konfliktpolen (Bsp: arm - Bettler; reich - Adliger) → aus dem Konflikt ergibt sich die Figurenkonstellation
• wenn mindestens ein Konfliktpol weg à Konfliktlösung
• Konflikt wird in Handlungszeit und an Handlungsort ausgetragen à dadurch begrenzt (nach Aristoteles: Einheit der Zeit, de s Ortes und der Handlung d.h. Handlung spielt nur an einem Ort an einem Tag (24h))
• Konflikt ist Thema untergeordnet
Arbeit zitieren:
Cindy Henke, 2006, Strukturelemente epischer, lyrischer und dramatischer Texte, München, GRIN Verlag GmbH
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