und stumm
- Aussehen: Wird von Familie als Plage angesehen, Gesellschaft hält ihn für unheilbaren Krüppel (vgl. S. 83 unten „ ‚Der bleibt ein Krüppel’, sagten alle Nachbarn.“)
- Grund für Spannungen in Familie (vgl. 12 „ ‚Man wird ihn ... gesund machen’, sagte Deborah. Mendel aber erwiderte: ‚Sei still, Deborah! Gesund machen kann ihn kein Doktor, wenn Gott nicht will.’“ ; 13 „Es war, als bezögen die gesunden Kinder Kraft von dem Siechen, und Deborah hasste ... ihre roten Wangen, ihre geraden Gliedmaßen.“)
- Musikalisches Talent seit Kindesbeinen (41: „Da ergriff Mendel einen Löffel, schlug damit gegen ein Teeglas, und sofort wandte Menuchim den Kopf, und ein kleines Lichtlein flammete in seinen ... Augen auf. Mendel... begann ein Liedchen zu singen... und Menuchim offenbarte eine deutliche Unruhe.“, 184 Erinnerungen an musikalische Dinge, ein Geiger, Orgelspiel und Gesang
berühmten Komponisten auf
- Symbol für Gottes Fluch (Krankheit, Quälerei, Ablehnung) und Gnade (wird geheilt, Karriere, findet Vater wieder)
- von Geburt an unter besonderem Stern: Deborahs schlechtes Omen (S. 27 Mirjam in Kirche : „Seit diesem Tage weiß Deborah, dass ein Unglück im Anzug ist. Ein Unglück trägt sie im Schoß.“), „Märtyrer“ (S. 28. „als hätte...Menuchim die ganze Anzahl menschlicher Qualen auf sich genommen, die sonst vielleicht eine gütige Natur sachte auf alle Mitglied verteilt hätte.“), Prophezeiung d. Rabbi (S. 17/18, Rabbi:„Menuchim... wird gesund werden... Der Schmerz wird ihn weise machen, die Hässlichkeit gütig, die Bitternis milde und die Krankheit stark.“), überlebt Mordversuch seiner Geschwister (S. 21: „Aber Menuchim lebte...Nichts geschah ihm...Eine große Furcht vor Gotttes kleinem Finger, der eben ... gewinkt hatte, ergriff die zwei Knaben und das Mädchen.“), seine wissenden Augen (S. 167: „Männer, zu denen Gott selbst gesprochen hat, haben diese Augen“)
dürren Händchen, die krummen Schenkel, den aufgedunsenen Bauch“, 40 „das breite blassgelbe Angesicht mit den vielen Runzeln auf der Stirn, den vielfach gefältelten Augenlidern und dem schlaffen Doppelkinn“
- als Erwachsener 167. „Breit und weiß war die Stirn unter der Schwärze der Haare... Die Augen waren groß und hell... Alt waren sie und jung zugleich.“ 172 „Augen hinter den randlosen Gläsern...des schmalen, blassen und jugendlichen Gesichts. Schmal, verschlossen und glatt waren die Lippen.“
Mendel. Und er durchforschte sein Gehirn nach irgendeiner Sünde.“) o Liebt ihn, versucht ihn zu verstehen und beschäftigt sich mit ihm, gibt jedoch auf (S. 40: „ließ in seinem irdenen Teller einen erheblichen Rest für Menuchim übrig...Er blieb gern allein mit seinem Sohn.“; S. 41: „Er bemühte sich zu erraten, was in diesem breiten Schädel vorgehen mochte.“; S. 41: Vorlesen der Bibel, Gesang)
o Sieht Sohn als „Gleichgesinnten“, da unveränderlich (S. 60: „Nur Menuchim blieb, was er gewesen war...: ein Krüppel. Und Mendel Singer selbst blieb... ein Lehrer.“)
o Trägt Teilschuld an Menuchims Leid verweigert ihm Behandlung wg. Religion (S. 12: „Soll er unter russischen Kindern aufwachsen? Kein heiliges Wort hören? ... Wir sind arm, aber Menuchims Seele verkauf’ ich nicht, nur weil seine Heilung umsonst sein kann.“)
o Beschließt, Menuchim in Russland zurückzulassen (S. 82: „Weißt du, Deborah, dass Menuchim zurückbleiben muss?“; S. 83: „Menuchim ist so krank, dass ihm nur ein Wunder helfen kann. Hilft ihm aber ein Wunder, so kann er uns folgen.“)
Liedes: „Dennoch erschien Mendel... verändert. Sie beobachteten manchmal, dass er ein Lied summte, und sie erhaschten ein sanftes Lächeln unter seinem weißen Bart.“), dann trifft er seinen Sohn wieder und ist überglücklich (S. 179: „Er geht, er eilt, er hastet, er hüpft zu Kossak...Mendel sinkt vor dem sitzenden Menuchim nieder, er sucht mit unruhigem Mund...die Hände seines Sohnes, seine Lippen küssen, wo sie hintreffen.“) o Wird erlöst von seinem Schmerz/seinem Kampf mit Gott durch Wiedervereinigung mit seinem Sohn (S. 188: „Gott segne sie.“)
christliche Kirche Verstoß gegen das 1. Gebot (S. 26/27; „Seit diesem Tag weiß Deborah, dass ein Unglück im Anzug ist.“)
o Sieht ihn als Unglück an (S. 22: „Von nun an war der Schoß Deborahs trocken und fruchtlos. Menuchim war die letzte, missratene Frucht ihres Leibes.“), leidet darunter (S. 83 „Nacht war in ihrem herzen, Kummer in jeder Freude gewesen, seit Menuchims Geburt. Alle Feste waren Qualen gewesen, und alle Feiertage Trauertage.“)
o liebt ihn überglücklich, als er spricht (S. 25: „Dieses Wort der Missgeburt war... warm wie die Liebe, gnädig wie der Himmel...süß wie eine süße Frucht.“),völlig fixiert auf ihn, vernachlässigt darüber andere Kinder (S. 25: „Sie vernachlässigte die älteren Kinder. Sie wandte sich von ihnen ab. Sie hatte nur einen Sohn, den einzigen Sohn: Menuchim.“)
o will ihn nicht zurücklassen (S. 95: „Sie fährt. Sie schreit auf....Der Wagen hält, sie springt aus ihm....Sie fällt vor Menuchim nieder.“) o denkt auch in Amerika an ihn (S. 111. „ ‚Mendel,’ sagte sie manchmal, ‚sollten wir nicht umkehren, nach Menuchim sehen?’“)
Abscheu im Herzen, näherte (Mirjam) sich ihrem lächerlichen Bruder.“) o eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit (S. 10: Deborah...holte den Säugling herunter...Ihre eigenen älteren drei Kinder umstanden sie, eifersüchtig und lüstern.“)
o müssen Hohn wegen ihm erdulden (S. 20: „Sie ertrugen den Hohn der Altersgenossen schwer, die hinter ihnen herliefen, wenn sie Menuchim spazieren führten.“)
o sehen ihn als Plage/Fluch (S. 20: „Sie schleppten Menuchim wie ein Unglück durch die Stadt.“)
o quälen ihn, versuchen sogar, ihn zu töten (S. 21: „Sie hielten ihn an den krummen Beinen und stießen seinen grauen breiten Kopf ein Dutzend Mal ins Wasser, in der freudigen und grausigen Erwartung einen Toten zu halten.“) o Sam: in Amerika gleichgültig gegenüber seinem Bruder (S. 111: „Wenn es möglich wäre, Menuchim hierherzubringen, hier würde er sofort gesund....Da man ihn aber nicht hierherbringen kann...wozu die Heldausgabe?“ und wechselt sofort zum geschäftlichen)
Vater.“)
o Vergibt seinem Vater (S. 180: „ ‚Steh auf, Vater!’ sagt (Menuchim), greift Mendel unter die Arme ... und setzt ihn auf den Schoß, wie ein Kind“ Rollentausch)
o Empfindet keinen Ekel/Abscheu vor altem Vater (S. 185: „Er...zog Mendel Singer die alten Stiefel aus. Er betrachtete die Sohlen, die zerrissen waren...die durchlöcherten Socken...Er entkleidete den Alten und legte ihn ins Bett.“) da er selbst Objekt von Abscheu war
warm und weich bei ihr, ich glaube, sie hatte eine sehr tiefe Stimme, und ihr Gesicht war sehr groß und rund, wie eine ganze Welt.“)
ich mich nicht“)
o Trägt ihnen die Quälereien nicht nach erinnert sich nicht daran u. will Mirjam in der Anstalt besuchen, suchte in Europa nach seinem Bruder (S. 174: „Ich habe überall angefragt und anfragen lassen.“)
(S. 177 „ ‚Ihre Frau ist tot?“ Mendel nickte... ‚(Mirjam) ist leider durch den Tod der Mutter und des Bruders Sam verwirrt worden und in der Anstalt.’ Der Fremde ließ... den Kopf sinken.“)
Arbeit zitieren:
Julia Helbig, 2003, Die Figur des Menuchim aus Joseph Roths "Hiob", München, GRIN Verlag GmbH
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