Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 4
2. DIE DEUTSCHE BÖRSE AG 5
3. DIE ALTEN MARKTSEGMENTE DER DEUTSCHEN BÖRSE 6
3.1. Der Amtliche Markt 6
3.2. Der Geregelte Markt 7
3.3. Neuer Markt 7
3.4. Freiverkehr 8
4. PROBLEME / URSACHEN FÜR DIE REFORM 8
4.1. Der Absturz des Neuen Marktes 9
4.2. Vertrauensverlust der Anleger 11
4.3. Weitere externe Faktoren 11
5. DIE NEUEN LÖSUNGSANSÄTZE 12
5.1. Der Prime Standard 13
5.2. Der General Standard 14
5.3. Die neue Indexwelt 14
6. ANALYSE 15
6.1. Die Auswirkungen der Reform 16
6.2. Kritikpunkte 16
6.3. Alternative Lösungsansätze 18
7. LITERATURVERZEICHNIS 19
8. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 20
9. EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 21
-3-
1. Einleitung
Am 26. September 2002 kündigte die Deutsche Börse AG die Abschaffung des Börsensegments „Neuer Markt“ an. Gleichzeitig wurde eine komplett neue Segmentierung verkündet. Die drei bisherigen Segmente Amtlicher und Geregelter Mark, sowie der Neue Markt sollen durch zwei neue Segmente ersetzt werden: Den Prime Standard mit hohen Zulassungsvoraussetzungen und den General Standard mit den gesetzlichen Mindestanforderungen. Der Freiverkehr unterhalb dieser Segmente bleibt bestehen. Zugleich wird auch eine neue Indexfamilie an den Start gehen.
Die Börse verspricht sich durch diese Änderung eine Stärkung des Vertrauens der Investoren, weil dadurch eine höhere Transparenz im Börsenmarkt entsteht. Durch Skandale und Betrügereien von Firmen wie EM.TV oder Comroad bekam der Neue Markt einen so schlechten Ruf, dass viele institutionelle Anleger wie Banken, Versicherungen oder Fondsgesellschaften dort gar nicht mehr investiert haben. Der Blue Chip Index Nemax 50 fiel von 9665,81 Zähler am 10. März 2000 auf 325,45 Punkte am 24. September 2002. 1 Dies ist ein Verlust von über 96,6 Prozent innerhalb von zweieinhalb Jahren.
Im 2. Kapitel dieser Arbeit wird zuerst die Rolle der DBAG beschrieben. Dazu werden im folgendem Kapitel die bisherigen Börsensegmente mit ihren Zulassungsvoraussetzungen erklärt. Das 4. Kapitel widmet sich den Ursachen und Problemen die letztendlich die Deutsche Börse zum Handeln veranlasst haben. Kapitel 5 stellt die neuen Lösungsansätze einzeln vor. In Kapitel 6 werden die Auswirkungen der Reform beschrieben. Außerdem werden die Lösungsansätze bewertet und Alternativen vorgeschlagen.
1 Vgl. http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,druck-186368,00.html, am 22.10.02
-4-
2. Die Deutsche Börse AG
Die Deutsche Börse AG gibt es seit 1995. Sie ist aus der Frankfurter Börse AG hervorgegangen und wird seit dem 5. Februar 2001 selbst an der Börse gelistet. Sie besteht aus mehreren Tochterfirmen, darunter Clearstream International, die Deutsche Börse Systems AG und die Information Products Division. Sie betreibt außerdem das Xetra Handelssystem und zusammen mit der Schweizer Börse SWX den weltgrößten Terminmarkt Eurex. Ihre wichtigste Aufgabe ist allerdings die Trägerschaft der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB). Diese wurde bereits 1585 gegründet und ist inzwischen die viertgrößte Wertpapierbörse der Welt. 2
Die Börse hat eine zentrale Rolle in der Wirtschaft. Kapitalgeber und Kapitalnehmer werden zusammengeführt, und so wird für einen Interessenausgleich zwischen diesen Gruppen gesorgt. Ohne die Börse müssten beide direkt miteinander in Kontakt treten, was weit mehr Zeit und Kosten in Anspruch nehmen würde. Sie sorgt also für eine effiziente Vermittlung zwischen Angebot und Nachfrage.
Aktien und Anleihen werden an Kassamärkten (z.B. Xetra) gehandelt. So können Kapitalgeber von dem wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen profitieren. Sie können jederzeit Aktien kaufen, ohne dass es unmittelbare Auswirkungen auf die Unternehmen gibt. 3
Auf Terminmärkten wie der Eurex werden Derivate wie Optionen und Futures gehandelt. Sie sichern Risiken ab, die sich an den Kassamärkten ergeben. Ihr eigener Wert hängt vom Wert eines anderen Finanztitels ab. 4
2 Vgl. http://deutsche-boerse.com/INTERNET/EXCHANGE/service/1x1fwb.htm, am 20.10.2002
3 Vgl. ebenda, am 20.10.2002
4 Vgl. http://deutsche-boerse.com/INTERNET/EXCHANGE/service/1x1gwde.htm, am 26.11.2002
-5-
3. Die alten Marktsegmente der Deutschen Börse
Der Handel an der Börse ist bisher in vier Segmente gegliedert, welche sich hauptsächlich durch die Zahlungsvoraussetzungen voneinander unterscheiden. Jede börsennotierte Aktie ist einem der vier Marktsegmente zugeordnet: dem Amtlichen Markt, dem Geregeltem Markt, dem Neuem Markt oder dem Freiverkehr.
3.1. Der Amtliche Markt
Der Amtliche Markt ist das Segment mit dem höchsten Umsatz und mit den strengsten Zulassungsvoraussetzungen und Folgepflichten an den deutschen Kassamärkten. Diese Pflichten und Voraussetzungen der Teilnehmer sind gesetzlich geregelt, da der Amtliche Markt ein „organisierter Markt“ nach §2 Abs.5 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) ist. 5
Gemäß der Börsenzulassungsverordnung und dem Börsengesetz sind die wichtigsten Punkte: 6
• Das Unternehmen muss mindestens seit 3 Jahren bestehen
• Das Gesamtvolumen (Emissionskurswert) beläuft sich auf mindestens 1,25 Millionen Euro
• Der Gesamtnennwert der Aktien darf 250.000 Euro nicht unterschreiten
• Es muss mindestens ein Zwischenbericht der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres vorgelegt werden
• Wichtige Informationen über das Unternehmen müssen durch sogenannte Ad-hoc-Mitteilungen sofort veröffentlicht werden
• Die Streuung der Aktien beträgt mindestens 25 Prozent
Sogenannte Skontroführer stellen die Preise im Amtlichen Markt periodisch und fortlaufend fest. Diese werden dann im Kursblatt der Börse im Internet veröffentlicht. Unlimitierte Aufträge müssen zuerst ausgeführt werden. 7
5 Vgl. http://deutsche-boerse.com/INTERNET/EXCHANGE/inside/segment_amtlich.htm, am
20.10.2002
6 Vgl. ebenda, am 20.10.2002
7 Vgl. http://deutsche-
boerse.com/INTERNET/EXCHANGE/ex_glossar.nsf/WebBegriffeD/(B533B3F6A74801872E4A30D
7E28D39B6)?OpenDocument&ExpandSection=1, am 20.10.2002
-6-
Arbeit zitieren:
Andreas Wittler, 2002, Die neue Segmentierung der Deutschen Börse AG, München, GRIN Verlag GmbH
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