1 Allgemeines. 3
1.1 Definition: Was ist eigentlich „Geistige Behinderung“? 3
1.2 Ein Blick auf die Anthropologie 3
1.3 Heute 5
2 Bildung und Erziehung zur Selbstbestimmung 6
2.1 Grundsätzliches 6
3 Orte / Aufgaben einer auf Selbstbestimmung zielenden Pädagogik (Impulse - Gedanken) 7
3.1 Der Ursprung: Die Eltern 7
3.2 Die eigenen vier Wände: Wohnung 7
3.3 Broterwerb: Arbeit 8
3.4 Und danach: Freizeit/Erwachsenenbildung. 8
3.5 Öffentlicher Raum Bewegen in der Gesellschaft 8
4 Literatur: 9
5 Referat: Selbstbestimmung und Geistige Behinderung 10
5.1 Film 10
1 Allgemeines
1.1 Definition: Was ist eigentlich „Geistige Behinderung“?
„Personen, deren Lernverhalten wesentlich hinter der auf das Lebensalter bezogenen Erwartung zurückbleibt und durch ein dauerndes Vorherrschen des anschauend-vollziehenden Aufnehmens, Verarbeitens und Speicherns von Lerninhalten und eine Konzentration des Lernfeldes auf direkte Bedürfnisbefriedigung gekennzeichnet ist (...) bei einem Intelligenzquotienten von unter 55/60 ...“ (Bach in Hentsel, S.133)
Geistig behindert sind „(...) Personen bei denen infolge einer Schwäche ihrer geistigen Kräfte die Fähigkeit zur Eingliederung in die Gesellschaft in erheblichem Umfang beeinträchtigt ist.“ (§ 47 BSHG in Hentsel, S. 135)
Merk fasst die Dimensionen von Behinderung gemäß der WHO zusammen:
Inzwischen werden statt Disability - Activity (limitation) und statt Handicap -Participation (restriction) verwendet. Ferner wurde eine 4. Dimension ergänzt:
1.2 Ein Blick auf die Anthropologie
Menschliche Fähigkeiten:
Mensch ist ein:
In Bezug zu Geistiger Behinderung
Der australische Bioethiker Singer (in Mühl 1997, S.30): Menschsein, Personsein ist abhängig von Fähigkeiten; z.B. Kommunikation, Bewusstsein u.ä. Hieraus folgert er in seiner Abhandlung „Praktische Ethik“ (dt. 1984), da diese Fähigkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung nicht vorhanden sind, dass bei diesen (und deren Angehörigen) das Leiden die Lebenssituation überwiegt. Einem utlilitaristischen (das Glück vieler ist dem Glück des einzelnen vorzuziehen) Ansatz folgend, stellt er die These, dass die Tötung behinderten Lebens sowohl präals auch postnatal vorzuziehen sei.
Aber: An welchen Maßstäben macht er dieses Leiden fest. An der subjektiv empfundenen Norm!
Er scheint sich nicht mit dem subjektiv empfundenen Lebensgefühl von behinderten Menschen tiefer auseinandergesetzt zu haben.
Man muss sich der „Anthropologischen Differenz“ (z.B. Kamper in Bleidick 1999, S.132) bewusst sein; so ist „der Schwerstbehinderte nicht eine abwegige Missbildung der menschlichen Natur, sondern im Gegenteil eine exemplarische Erscheinungsform menschlichen Seins.“ (Schleich 1966, S.38; in Hensle 2002, S.330)
„Menschsein ist Zuwendungsbedürftigkeit, der ein gewisses Maß an Zuwendungsbereitschaft entsprechen muss.“ (Mühl 1997, S.30) Wobei den geistig behinderten Menschen (nur diesen?) eine „lebenslange Hilfsbedürftigkeit“ (Fornefeld 2000, S.75) auszeichnet.
2 Wandel im Umgang mit (geistig) behinderten Menschen in der „Westlichen Welt“
2.1 Bis zur 2. Hälfte des 20. Jhdt.
„Idioten und Imbezille sind nicht bildungs- und deshalb nicht einmal hilfsschulfähig“ (Villinger 1952)
Die Situation geistig Behinderter Menschen war geprägt durch
Sprache: Idiot, Schwachsinnige, Krüppel, Hilfsschule, Pfleger ....
2.2 Heute
3 Bildung und Erziehung zur Selbstbestimmung
3.1 Grundsätzliches
Bedeutsame Entwicklungen, trotzdem hinkt die Geistigbehindertenpädagogik der Allgemeinen Pädagogik hinterher; eben auch, was die Emanzipation anbelangt: Das Wort Emanzipation existiert nicht (Also in den 60er/70er Jahren kein Einzug in die GBP.
Seit den 1990er Jahren findet Selbstbestimmung auch verstärkt hier Zugang in Theorie und Praxis Vorausgegangen sind
Das neue Schlagwort ist Empowerment (Emanzipation von gesell. Randgruppen) Vorsicht: Selbstständigkeit ist hilfreich, aber nicht gleichzusetzen mit Selbstbestimmung
3.2 Probleme
vergleicht ihre Arbeit mit der von Dolmetschern
(Rohrmann, 1994, S. 22:) Hoher Anspruch an
Hauptaufgabe besteht in der Organisation von
4 Orte / Aufgaben einer auf Selbstbestimmung zielenden Pädagogik (Impulse - Gedanken)
4.1 Der Ursprung: Die Eltern
Der elterliche Erziehungsstiel prägt natürlich. Eltern sollten so weit wie möglich bzw. nötig einbezogen werden. Prinzipiell: Vorsicht vor dem Rückfall in alte Abhängigkeit
4.2 Schule
In der mir vorgefundenen Literatur nur selten thematisert; Erziehungs- und Bildungsziel sind hier vorherrschend Lebenspraktische Fähigkeiten. Bach (95, S.94) führt immerhin an 13. Stelle „Mündigkeit und Selbstvertrauen“ an; Thema ist hier vor allem noch das Thema Integration
Beispiel für Unterricht mit geistig behinderten Kindern, der auf selbstbestimmten Lernen basiert, wäre der von Montessorischulen:
4.3 Die eigenen vier Wände: Wohnung
Grundsätzlich: Wo will der/die betroffene Wohnen? Wahlfreiheit Alltag: Organisation und Gestaltung von ebendiesem,
„Junges Pflänzchen“ Sexualität:
4.4 Broterwerb: Arbeit
4.5 Und danach: Freizeit/Erwachsenenbildung
EWB: Die Institution um Selbstbestimmung bewusst zu thematisieren
4.6 Öffentlicher Raum Bewegen in der Gesellschaft
Kongresswesen (thematisch u. förmlich z. Th. Selbstbestimmung)
Internationale Vergleichsmöglichkeit (gerade auf Kongressen):
D: gute Einkommensmöglichkeit Aber keine selbstorganisierte übergreifende Lobby
USA/GB Gründung d. „People First“ (International - „Zuerst mal sind wir Menschen“ -Wir haben Namen)
GB: Commitee: Self-Advocacy: Abschaffung von “Little Steven” (Kind - traurigschwach - mitleiderregend --------- lebenslustig - selbstbestimmt) S: JedeR wird als „BürgerIn“ angesehen, nicht als Patient, Klient Entinstitutionalisierung: Gesetz schafft Heimunterbringung ab (1999) „Grunden“, auf Elterninitiative -> Menschen mit Behinderung im Vorstand NL: Selbstbestimmte Vergabe v. (Betreuungs-)Budgets; Mensch mit Behinderung als ArbeitgeberIn Eigenes Fernsehprogramm
Modell zur Förderung der Kommunikation => Stärkung d. Selbstbestimmung Trennung v. Alltagsbetreuer / Prozessbegleiter
„Onderling Sterk“ (Gem. sind wir stark): Mitsprache an polit. Entscheidungen - eigene Zeitung
5 Literatur:
Bach, H. (1995): Sonderpädagogik im Grundriss. Berlin: Marhold Bleidick, U. (1999): Behinderung als pädagogische Aufgabe Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe e.V.(2004): Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung. Hamburg: Selbstverlag Elmke, H.J.: Spiel und Theater. In Geistige Behinderung 98/3 S. 238ff Fornefeld, B.(2000): Einführung in die Geistigbehindertenpädagogik. München: Ernst Reinhardt
Hahn, Martin Th.: Selbstbestimmung im Leben, auch für Menschen mit geistiger Behinderung. In: Geistige Behinderung 1994/2. S. 81-94
Hensle, U. & Vernooij, M. (2002): Einführung in die Arbeit mit behinderten Menschen. Wiebelsheim: Quelle & Meyer
Kleine Schaars, W. & Petereit P.: Menschen mit geistiger Behinderung haben das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. . In: Geistige Behinderung 2004/3. S. 233-244 Knust-Potter: Self-Advocacy - oder: Wir sprechen für uns selbst. In: Selbstbestimmung - Kongressbeiträge. Marburg: Lebenshilfe. S.519-534 Merk, S. (2000): Professionelle Theaterarbeit mit Schauspielern mit geistiger Behinderung in Bezug auf das Theater Augenblick, Fachbereich Theater der Mainfränkischen Werkstätten. Unveröffentlichte Magisterarbeit Würzburg Mühl, H. (1997): Einführung in die Schulpädagogik bei geistiger Behinderung. Oldenburg Universitätsverlag
Müller-Hohngen, J.: Selbstbestimmung und Persönlichkeitsentwicklung. . In: Geistige Behinderung 1994/3. S. 171-18
Niehoff, U.: Wege zur Selbstbestimmung. In: Geistige Behinderung 1994/3. S. 186-201
Nouwens, P: Bericht aus den Niederlanden - Übergang von einer traditionellen Anstalt zur Community Care Einrichtung. In: Community Care (2001) Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung (Kongressdokumentation). Rohrmann, E.: Integration und Selbstbestimmung für Menschen, die wir geistig behindert nennen. In: Zeitschrift für Heilpädagogik 1994/1. S. 19-27 Speck, O. (1997): Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Erziehung. München: Reinhardt
www.eucrea.de Netzwerk für KünstlerInnen mit Behinderung
Arbeit zitieren:
Jörn Killinger, 2004, Selbstbestimmung und Geistige Behinderung, München, GRIN Verlag GmbH
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