Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Philosophische Fakultät II Institut für Medien, Kommunikation und Sport Dept. Medien- und Kommunikationswissenschaften HS: Online-Medien und ihre Randbedingungen WS 2006/07
Vorgelegt von: Markus Minning
Am: 01.03.2007 Fachsemester:07
Hauptfach/Nebenfach: Medien-und Kommunikationswissenschaften (HF), Psychologie (NF), Erziehungswissenschaft (NF)
1. Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung 2
3. Einführung in die Arbeit und das Aufgabenfeld der Psychologischen Operationen
(PSYOP) der Vereinigten Staaten von Amerika. 3
Ein Überblick aus der Doctrin for Joint Psychological Operations (JP 3-53. 2003) 3
3.1 Die PSYOP-Einheiten der US-Armee haben folgende Aufgaben: 4
3.2 Die Funktionen der Psychological Operations: 5
3.3 Der Auftrag der PSYOP- Kräfte in den einzelnen Einsatzphasen 7
4. PSYOP, Strategische Kommunikation und Public Diplomacy. 9
4.1 Das Broadcasting Board of Governors (BBG) 11
4.2 Das Büro für Globale Kommunikation im Weißen Haus 15
4.3 Strategische Kommunikation und die Medien, eine Symbiose? 17
5. Der Fall Iran. Anwendung der genannten Operationen auf die aktuelle politische Lage.
Der Atomkonflikt. 20
6. Schlussfolgerung 31
7. Literaturverzeichnis: 35
8. Abbildungsverzeichnis 39
Abb. 2: Taktische PSYOP der ISAF-Truppe in Afghanistan. Quelle: Homepage Radio Sada-e Azadi.
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2. Einleitung
Fast täglich werden wir in den Medien mit dem Atomkonflikt zwischen dem Westen und Iran konfrontiert. Die Berichterstattung über dieses Thema bestimmt einen beträchtlichen Teil der Nachrichtenberichterstattung. Andere Krisen und innerstaatliche Konflikte werden hingegen in den Medien weitaus geringer thematisiert. Die häufige Berichterstattung über den Atomstreit mit dem Iran hängt sicherlich damit zusammen, dass dieser Fall derzeit das vorherrschende Thema auf der politischen Agenda ist. Selbst wenn der Iran das Ziel hätte, Atomwaffen herzustellen, ist das Land noch einige Jahre von der Entwicklung einer ´einzigen´ Atombombe entfernt. (vgl. Von Randow. 2006) Auffällig ist jedoch, dass die Islamische Republik Iran parallel zu ihrem Atomprogramm die Entwicklung ihres Raketenprogramms vorantreibt. (vgl. Spiegel-online. 25.02.07 3 ) Eine Atomwaffe ohne Trägersystem ist nicht besonders effektiv. Es gab in der Vergangenheit zahlreiche Behauptungen, Iran wolle Atomwaffen entwickeln. (vgl. Spiegel-online. 04.01.06) Dafür gibt es aber bis heute noch keine gültigen Beweise. (vgl. Von Randow. 2006) Daneben kursieren viele Gerüchte über einen bevorstehenden Angriff auf den Iran durch die USA und/oder Israel. Bis dato ist es noch zu keinem Angriff gekommen. Doch wie entstehen solche Gerüchte und wie gelangen sie in die Medien? Sind die Nachrichtenmedien unabhängig, oder werden sie instrumentalisiert? Wenn ja, von wem und warum? In der folgenden Arbeit soll beschrieben und untersucht werden, wie Medien vom Militär für eigene Zwecke genutzt und benutzt werden. Es wird sich herausstellen, dass Medien und Kommunikation ein wesentlicher Bestandteil militärischer Operationen sind. Dabei wird konkret auf Psychologische Operationen (PSYOP) und deren Auftrag eingegangen. Eine Einführung in die Gesamtbedeutung der Medien, Kommunikation und Information für die Streitkräfte würde den Rahmen sprengen. Auch wenn diese Mittel für das Militär schon immer entscheidend gewesen sind, gehen die neuen Möglichkeiten des Medien-und Informationszeitalters auch an den Streitkräften nicht vorüber. Diese Arbeit beschränkt sich darum auf Psychologische Operationen und deren Randbedingungen. Als Vorlage dient hauptsächlich die Doctrine for Joint Psychological Operations (JP 3-53. 2003) des Verteidigungsministeriums der USA. Abschließend sollen die Erkenntnisse auf die Nachrichtenberichterstattung und Gerüchte eines Angriffsplans im Atomstreit zwischen dem Westen und Iran Anwendung finden.
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3. Einführung in die Arbeit und das Aufgabenfeld der Psychologischen Operationen (PSYOP) der Vereinigten Staaten von Amerika.
Ein Überblick aus der Doctrin for Joint Psychological Operations (JP 3-53. 2003)
PSYOP sind überall und schon immer in der Geschichte genutzt worden, um ausländische Gruppen und Führer zu beeinflussen. PSYOP-Maßnahmen werden nicht nur in Kriegszeiten, sondern auch in Friedenszeiten angewendet. Durch das Aufkommen der Massenmedien wurde die Möglichkeit zur Verbreitung von PSYOP-Botschaften enorm verbessert. Dies trägt auch zu vermehrten militärischen Erfolgen bei. Allein durch Kommunikation und der Übermittlung von Botschaften können Nationen ihre militärischen Erfolge maximieren. Dies geschieht allein durch kommunikative Mittel wie Versprechungen, Androhungen mit Vergeltungsmaßnahmen oder Gewaltanwendung, das Stellen von Auslieferungsbedingungen, Garantien für Straffreiheit von Deserteuren, Aufforderungen zur Sabotage, Unterstützung von Aufstandsbewegungen und anderen Botschaften. Dabei wird zumeist auf Gewaltanwendung verzichtet. Handlungen, wie das Zeigen der eigenen Stärke (Show of Force) oder vereinzelte Kämpfe, haben zwar psychologische Auswirkungen auf den Widersacher, zählen aber nicht zu den PSYOP. Eine Ausnahme wird aber gebildet, wenn ihre Hauptabsicht die Beeinflussung von Verhalten, Emotionen, Motivationen, Schlussfolgerungen, oder Entscheidungen des ausländischen Zielpublikums ist. (vgl. JP 3-53 2003) Die Beeinflussung der Emotionen, Motive und Urteilsfähigkeiten hat zum Ziel, das Verhalten von ausländischen Regierungen, Organisationen, Gruppen und Individuen in eine gewünschte Richtung zu lenken. Die Moral der Gegner soll gesenkt und deren Kampfkraft reduziert werden. Mit hauptsächlich gewaltfreien Mitteln kann PSYOP den Gegner von kriegerischen Handlungen abhalten und die eigene Truppe schützen. Durch Erzeugung von Uneinigkeit und Zersetzung innerhalb der feindlichen Truppen wird deren Kampfkraft gemindert. Außerdem erhöht sich dadurch die Chance auf eine Auslieferung feindlicher Kräfte. Psychologische Operationen werden außerdem genutzt, um fremde Wahrnehmungen auf das (U.S.-) Militär, die (amerikanische) Politik und Wirtschaftskraft zu lenken und zu verstärken. Sie sind geplante Operationen, in denen selektierte Informationen an ein fremdes Publikum übermittelt werden. (vgl. JP 3-53 2003) Dies geschieht mittels primärer, sekundärer und tertiärer Medien. Sekundäre Medien erfordern auf der Produktionsseite ein technisches Gerät, jedoch nicht aber auf der Empfängerseite. Als Beispiele sind hier Flugblätter, Plakate, Lautsprecherdurchsagen und Ähnliches zu nennen. Tertiäre Medien benötigen sowohl auf der
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Produktionsseite, als auch auf der Empfängerseite technische Geräte. Dies sind z.B. Radio, Fernsehen und Internet. Es ist ersichtlich, dass auch hier hauptsächlich das Mittel der Kommunikation zur militärischen Auftragserfüllung dient. (Kratzwald. Ohne Jahresangabe) PSYOP liefert nicht nur Informationen zum beabsichtigten Zielpublikum, sondern auch zu ausländischen Nachrichtenservices und deren Konsumenten. Sie werden im Allgemeinen in drei Kategorien eingeteilt: Strategische, Operative und Taktische Operationen. Strategische PSYOP sind internationale Informationstätigkeiten, die von Ministerien der (amerikanischen) Regierung in Friedens- und Konfliktzeiten ausgeführt werden, um fremde Haltungen, Wahrnehmungen und Handlungen im Sinne (amerikanischer) Ziele zu beeinflussen. Sie sind hauptsächlich von nicht-militärischem Charakter. Operative PSYOP sind militärische Operationen in einem definierten Operationsgebiet. Dabei sollen die Strategien und Pläne der Streitkräfteführung effektiver werden. Auch dies beschränkt sich nicht nur auf Kriegszeiten, sondern gilt gleichfalls für Friedenszeiten. Taktische PSYOP werden in einem bestimmten Gebiet ausgeführt und sind dem taktischen Befehlshaber im militärischen Operationsbereich zugeordnet. Sie dienen zur Unterstützung der taktischen Mission gegen feindliche Kräfte. (vgl. JP 3-53 2003)
3.1 Die PSYOP-Einheiten der US-Armee haben folgende Aufgaben:
„Beratung der Kommandeure während des Zielfindungsprozesses. Dies geschieht mit Berücksichtigung auf psychologische Aktivitäten, erforderliche Einschränkungen und Aktivierung von Aktionen, die durch die militärischen Kräfte ausgeführt werden. Beeinflussung der ausländischen Bevölkerung, indem Informationen an bestimmte Leitungen weitergegeben werden, um schließlich Einstellungen und Verhalten zu beeinflussen. Außerdem sollen die Einhaltung und der reibungslose Ablauf von Militäraktionen Verbündeter gewährleistet werden.
Versand öffentlicher Informationen an ausländische Bevölkerung, um humanitäre Maßnahmen zu unterstützen, Leiden zu lindern und öffentliche Ordnung zu erhalten oder wiederherzustellen.
Als unterstützende Stimme der Kommandantur fremder Bevölkerung die Intention der Kommandeure vermitteln.
Gegen feindliche Propaganda, Falschinformation und gegensätzliche Informationen wirken, um freundschaftliche Absichten und Handlungen korrekt darzustellen. Dabei soll anderen die Fähigkeit zur Polarisation der öffentlichen Meinung genommen werden, die sich auswirken auf den politischen Willen der Vereinigten Staaten und deren multinationalen Partner innerhalb eines Operationsgebietes.“ (JP 3-53. 2003. S. x.)
Bei den U.S. Amerikanischen Streitkräften sind PSYOP-Kräfte in alle militärischen Planungsphasen involviert. Die Doktrin für Streitkräftegemeinsame Psychologische Operationen betont die Notwendigkeit der Integration psychologischer Operationen in der
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frühen Planungsphase des Kommandeurs. Dies gewährleistet die Vollkommenheit der militärischen Kräfte und synchronisiert deren Handlungen. Die erfolgreiche Integration geplanter PSYOP-Aktivitäten (z.B. TV/ Radioübertragungen, Flugblätter und Lautsprecherübertragungen) mit diplomatischen, informellen, militärischen oder wirtschaftlichen Aktivitäten erlaubt den Kommandeuren die Formung der psychologischen Umgebung eines Operationsgebietes. Das PSYOP-Personal berät die Kommandantur bei jeglichem Truppeneinsatz über bestimmte Methoden und deren psychologische Wirkung. Dies soll den Vollzug militärischer Ziele erleichtern. Ihre Aufgaben sind breit gefächert und schließen sowohl die Beratung über psychologische Auswirkungen geplanter Operationen ein, als auch die Identifikation des Zielpublikums und dessen psychologische Schwächen. Sie sind laut Doctrine for Joint Psychological Operations die einzigen Posten, die vom Verteidigungsministerium autorisiert sind, ausländisches Zielpublikum direkt durch Nutzung von Radio, Printmedien und anderen Medien zu beeinflussen. Eine verlässliche Medienübertragung und die schnelle Möglichkeit zur Handlungsdurchführung sind für die Auftragserfüllung essentiell. PSYOP verlassen sich damit auf Kommunikation, um eine zweckmäßige Ausführung der Mission und deren Ziele sicherzustellen. Der PSYOP-Einsatz Nicht kriegerischer Operationen (MOOTW [military operations other than war]) schließt die Unterstützung von Militärschlägen, Razzien, Terrorismusbekämpfung, innerer Verteidigung im Ausland, Durchsetzung von Sanktionen 1 und maritimen Abfangoperationen, Friedensmissionen (z.B. Frieden erzwingende Operationen), nicht kämpferische Evakuierungsmaßnahmen oder flexible Abschreckungsmaßnahmen, mit ein.
3.2 Die Funktionen der Psychological Operations:
Im Folgenden werden ausgewählte Funktionen der PSYOP gemäß der Doctrine for Joint Psychological Operations (2003) der U.S.-Regierung dargestellt.
„d. Produktion von PSYOP-Medien.
PSYOP-Produktion ist die Umwandlung von Produkten in Medien, die kompatibel mit den Seh-, Hör-, und kulturellen Gewohnheiten des ausländischen Zielpublikums sind, um Informationen zu erhalten. Die Produktion ist nicht nur der technologische Transfer vom Script zum Medium, sondern das Studium der Anwendung und Verfeinerung von bestimmten Medientechniken. Außerdem werden Sprache,
1 So z.B. die Durchsetzung von Sanktionen, die dem Iran wegen seines Atomprogramms vom UN-Sicherheitsrat auferlegt wurden.
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journalistischer Stil, Theater, Kunst, Musik und Medienformate beobachtet. (JP 3-53 2003, S. IV-6) f. Verbreitung von PSYOP-Botschaften.
PSYOP-Verbreitung betrifft die Übermittlung von PSYOP-Informationsprodukten über ausgewählte Medien direkt zum ausländischen Zielpublikum. PSYOP-Botschaften können über organische Ressourcen der PSYOP-Kräfte verbreitet werden, aber auch von anderen Ministerien der Regierung, von vertraglich verpflichteten Medienquellen, von multinationalen Partnern, oder durch fliegende 2 und schwimmende Plattformen, die PSYOP unterstützen. (JP 3-53 2003. S. IV-7) g. Einsatz von taktischen PSYOP.
Taktische PSYOP-Kräfte mit einer Aufgabenerweiterung auf Entwicklungs- und/oder Verbreitungsposten sind fähig, in einem begrenzten Maße alle Funktionen der PSYOP dem (jeweiligen) Kommando bereitzustellen. Diese Kräfte betreiben face-to-face Kommunikation mit der ausländischen Bevölkerung. Taktische Kräfte dienen als ideales Werkzeug der Kommandantur, um Angelegenheiten des bewaffneten Widerstandes und lokale Störungen der Militäroperationen zu klären. Dies geschieht durch die Förderung von Dialogen und Kooperationen mit Nichtkombattanten. Sie sind außerdem trainiert, PSYOP- relevante Informationen zu sammeln, die für den unterstützten Kommandeur und PSYOP- Entwicklern nützlich sind. (JP 3-53 2003. S. IV-7)
h. Ausführung von EPW- (enemy prisoner of war), CI- (civilian internee) und DC- (dislocated civilian) Operationen.
In praktisch allen Krisensituationen werden militärische Kräfte eingesetzt. Das Management von Kriegsgefangenen, zivilen Gefangenen und verlagerten Zivilisten wird ein integraler Bestandteil militärischer Operationen werden. Die militärischen Kräfte, die diese Operationen durchführen, verstehen gewöhnlich darunter die Behandlung, und zu einem Großteil die Kontrolle, über das Leben von demoralisierten, verzweifelten, besorgten und misstrauischen Personen. Diese Emotionen können eine flüchtige Atmosphäre schaffen, die gefährlich für die militärischen Kräfte ist. Die Gefährdung besteht genauso für die zivilen Nichtkombattanten und Kriegsgefangenen, die gefangen sind oder mit denen umgegangen wird. PSYOP wird genutzt, um Gerüchte zu zerstreuen, Dialog zu schaffen, die Kriegsgefangenen, zivilen Gefangenen oder verlagerten Zivilisten zu befrieden 3 oder zu indoktrinieren, um Gewalt zu minimieren. Weiterhin sollen dadurch effiziente militärische Operationen erleichtert werden, sowie anhaltend sichere und humanitäre Bedingungen sichergestellt werden. Auch andere psychologische Operationen können durch diese Handlungen erleichtert werden. Die Aufgaben schließen sowohl das Testen von PSYOP Informationsmaterial ein, Einschätzung der Kultur des potentiellen Publikums, Sammeln von Informationen, Rekrutieren von Meinungsbildnern, Informanten und Kollaborateuren.“ (JP 3-53. S. IV-7)
2 z.B. Commando SOLO, eine fliegende Radiostation der USA/NATO.
3 s. z.B der Fall Murat Kurnaz.
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3.3 Der Auftrag der PSYOP-Kräfte in den einzelnen Einsatzphasen
Um Dominanz in allen militärisch wichtigen Bereichen zu erlangen, erteilt die Doctrine for Joint Psychological Operations nachstehende Vorschriften. Zur besseren Planung wird jeder Einsatz der Streitkräfte in verschiedene Phasen eingeteilt. In diesen Phasen wird der Auftrag der PSYOP-Kräfte festgelegt. Um später die verschiedenen aktuellen und historischen Ereignisse an Beispielen illustrieren und bewerten zu können, müssen die Aufgaben der PSYOP-Truppen zunächst bekannt sein.
Einsatzphasen und militärischer Auftrag der PSYOP- Truppen:
1. Abschreckungs- und Einsatzphase.
Die Abschreckungs-und Einsatzphase soll primär Aggressivität oder Bedrohungen nationaler und multinationaler Interessen vermindern, oder besser noch verhindern. Sie erfordert möglicherweise die Mobilisierung 4 , oder andere Maßnahmen vor dem Einsatz. Während dieser Phase baut der Kommandeur Partnerschaften aus, verbessert die Beziehungen und leitet die Schritte zur Vorbereitung auf potentielle Krisen ein. Flexible Abschreckungsoptionen können in dieser Phase eingeleitet werden und werden von den PSYOP-Einheiten als Teil vor-kriegerischer Handlungen unterstützt.
(1) „PSYOP-Kräfte sind Schlüsselposten bei der Formung internationaler Sicherheit und Reaktion auf Begebenheiten. PSYOP können aggressiv und offensiv mit der Unterstützung aller Instrumentarien nationaler Gewalt ausgeführt werden…(JP 3-53. 2003. S. IV-10)
2. Phase der Initiativergreifung.
„JFCs (Joint Federal Commanders) versuchen die Initiative in allen Situationen zu ergreifen, indem entsprechende Fähigkeiten der streitkräftegemeinsamen Kräfte Anwendung finden...
(1) Die Ziele der PSYOP- Kräfte während der Phase der Initiativergreifung sind wie folgt: (a) Einsatz einer PSYOP-Truppe, die auf die Forderungen der Mission maßgeschneidert ist und Fähigkeit hat, früh die Informationsumgebung zu dominieren. (b) Den Kommandeur über unterstützende psychologische Handlungsmaßnahmen während der Operation zu beraten.
4 wie z.B. die Verlegung eines weiteren Flugzeugträgers der USA in den Persischen Golf (Operative PSYOP) in Kombination mit der Streuung von Angriffsgerüchten in den Medien (Strategische PSYOP) während des Atomstreits mit Iran.
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(c) Gelegenheiten schaffen und ausnutzen.
(d) Klare Kommunikation über Multinationale und U.S.-Amerikanische Absichten. (e) Die Initiative an der „Informationsfront“ ergreifen und die Widersacher zur Reaktion zwingen.
(f) Beratung und Initiative zur Einflussnahme über bestimmte Parteien im Operationsgebiet…(JP 3-53 2003. S. IV-10)
3. Entscheidende Operationsphase.
Die entscheidende Operationsphase setzt sich mit voller Einsatzfähigkeit der streitkräftegemeinsamen Kräfte und dem schnellstmöglichen Einsatz geeigneter Kräfte im Operationsgebiet fort. Diese Phase zielt auf die Besiegung des Widersachers und der Zielerreichung. Die Kommandantur versucht die Situation mit entscheidenden Operationen zu dominieren, die Bedingungen für einen frühen, vorteilhaften Ausgang und die Übergangsphase schaffen.
(1) Während der entscheidenden Operationsphase sind die Ziele der PSYOP: (a) Einsatz um allgemeine Unterstützung für US- und multinationale Operationen zu erlangen.
(b) Die Legitimität und Glaubwürdigkeit von US- und multinationalen Systemen und Programmen herstellen.
(c) Die Legitimität und Glaubwürdigkeit der Programme und Systeme der Widersacher schwächen.
(d) Äußere Unterstützung für den Widersacher verringern- politisch, militärisch, finanziell, humanitär und informell. (e) Die Loyalität der Widersacher schwächen. (f) Einmischung in US- und multinationale Operationen abschrecken. (g) Einstellung von Feindseligkeiten fördern, um Opfer gering zu halten, Kollateralschäden zu minimieren und den Übergang zur „Nach-Konflikt Operationen“ beschleunigen. (JP 3-53 2003. S. IV-11)
4. Übergangsphase.
Die Übergangsphase ermöglicht der Kommandantur die Abstimmung der
Streitkräfteaktivitäten, um die Operationen zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Dies sind im Idealfall die selbständige Friedenserhaltung und die Schaffung einer Gesetzgebung. In dieser Phase können die Streitkräfte Operationen zur Unterstützung von Regierungs-, Nicht-Regierungs-, und internationalen Organisationen und Dienststellen durchführen.
(1) Die Ziele von PSYOP-Kräften während der Übergangsphase sind:
(2) Wie bei anderen Phasen der streitkräftegemeinsamen Kampagnen müssen PSYOP-Kräfte darauf vorbereitet sein, während der Übergangsphase mit anderen interministeriellen Organisationen zusammenzuarbeiten.“ (JP 3-53 2003. S. IV-12)
4. PSYOP, Strategische Kommunikation und Public Diplomacy.
Public Diplomacy (PD) fällt in den Zuständigkeitsbereich des Außenministeriums und des Broadcasting Board of Governors der Vereinigten Staaten. Diese beiden Behörden geben jährlich ungefähr 1.2 Millarden U.S.-Dollar für Public Diplomacy-Programme aus. Eine Studie für das Verteidigungsministerium empfiehlt im Jahre 2004 die Aufstockung der Mittel auf 2.4 Milliarden U.S.-Dollar. Die Verantwortlichen für PD im Außenministerium sind der Außenminister und sein Stellvertreter, Beamte und Diplomaten im Ministerium, Botschafter und Bedienstete in den U.S.- Botschaften in der Welt. (vgl. DSB. 5 2004) „Die Mission von Public Diplomacy besteht darin, sich zu engagieren, zu informieren und dabei zu helfen, anderen Menschen die Politik, Aktivitäten und Werte der Amerikaner verständlich zu machen.“ (Hughes. 2005) So hat es Karen Hughes, die Kandidatin für den Posten der Unterstaatssekretärin für Public Diplomacy und Public Affairs in ihrer Antrittsrede im Juli 2005 gesagt. Wie dies genau geschieht, kann an den Aktivitäten des Außenministeriums im Vorfeld des Irak-Krieges (2003) veranschaulicht werden. Im State Department wurden mehrere Hefte produziert, die auf die humanitäre Situation im Irak hinweisen sollten.
„Beispiele sind die Broschüren Iraq: From Fear to Freedom, in der sowohl der Terror des Regimes als auch die amerikanische demokratische Vision erläutert wird, oder Iraq: A Population Silenced, die Menschenrechtsverletzungen im Irak mit Augenzeugenberichten illustriert.“ [Hervorhebungen im Original, d.V.] (Rid. 2003. S. 2 f.)
Versuche, die Menschen durch solche Informationen zu beeinflussen, sind ebenfalls eine Aufgabe der PSYOP. Da dies unmittelbar vor Kriegsbeginn geschah, können diese Aktivitäten sicherlich zu den militärischen Aktionen im Vorfeld gerechnet werden.
5 DSB ist die Abkürzung für Defense Science Board. Gemeint ist hier der „Report of the Defense Science Board Task Force on Strategic Communication”. 2004. Das DSB ist ein föderales Beratungskommitee, welches das U.S.- Verteidigungsministerium ´unabhängig´ beratschlagt.
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Unterstaatssekretärin Hughes zählt vier strategisch wichtige Pfeiler auf, die für Public Diplomacy bedeutsam sind: Engagement, Austausch, Bildung und Verstärkung. Mit Engagement meint Hughes Hilfsleistungen. Die Menschen im Ausland sollen erfahren, dass Amerika ihr Land unterstützt, um ihr Leben lebenswerter zu machen 6 . Damit soll deren Sicht auf die Vereinigten Staaten verändert und reziprokes Handeln gefördert werden. Sie sagt, es müsse mehr getan werden, um hasserfüllter Propaganda entgegenzutreten, gefährliche Mythen zu zerstreuen und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Das Austauschprogramm soll Ausländern die Möglichkeit bieten, die amerikanische Kultur kennen zu lernen. Gerade in der Welt nach dem 11. September 2001 sei die Notwendigkeit gegeben, Meinungsführer für diese Austauschprogramme zu gewinnen. Gemeint sind Lehrkräfte, Journalisten, Jugendleiter und andere, die die Möglichkeit haben, breite Personenkreise zu beeinflussen. Die dritte Stütze bezieht sich auf Bildung. Englisch-Programme geben den Menschen ein nützliches Werkzeug zur Hand, mehr über die amerikanischen Werte zu lernen und sich mit ihnen anzufreunden. Aber auch Fremdsprachenkenntnisse der eigenen Bevölkerung sind erwünscht, um mehr über fremde Kulturen und Länder zu erfahren. Schließlich sollen Beziehungen zu denjenigen aufgebaut werden, die mit ihnen die amerikanischen Werte teilen. Es soll geholfen werden, die Stimmen derer zu verstärken, die sich für diese Werte aussprechen. (vgl. Hughes. 2005) Thomas Rid teilt die amerikanische Public Diplomacy in drei Bestandteile auf, für die jeweils eine Behörde repräsentativ ist. Insgesamt gibt es aber zahlreiche Behörden, die im Auftrag von Public Diplomacy arbeiten. Auch Rid bezeichnet das Büro für Bildungs- und Kulturangelegenheiten (EGA) als herausragendes Instrument der Public Diplomacy. Es ist dem Außenministerium zugeordnet und fördert wie o.g. sowohl amerikanische Studenten und Akademiker, als auch Besucherprogramme in die Vereinigten Staaten für Ausländer. Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Public Diplomacy leistet das Broadcasting Board of Governors (BBG). Es koordiniert seit 1999 alle nichtmilitärischen Sendeaktivitäten der U.S.-Regierung für das Ausland. Diese Behörde betreut mehrere Radio- und Fernsehsender. Der dritte wichtige informationspolitische Akteur in den USA ist das White House Office of Global Communication. Es soll die Informationspolitik der Regierung koordinieren und überwachen. Außerdem soll es aktive Pressearbeit leisten, indem es Nachrichten verbreitet oder eng mit Pressevertretern zusammenarbeitet 7 . (vgl. Rid. 2003)
6 Dies ist auch die Aufgabe von PSYOP-Kräften. Siehe S. 4, die Aufgabe der PSYOP-Einheiten.
7 Z.B. Streuen von Gerüchten über bevorstehenden Angriff auf Iran
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Abb. 3: Die drei wesentlichen Instrumentarien der U.S. Amerikanischen Public Diplomacy nach Rid.
4.1 Das Broadcasting Board of Governors (BBG)
Das Broadcasting Board of Governors (im Folgenden BBG) wird auf der Homepage als neue Heimat internationaler Sendedienste der U.S.- Regierung beschrieben. Dies schließt internationale Sendedienste ein, die von der U.S.- Regierung gefördert werden. Das BBG macht sich zur Aufgabe, für einen offenen Informationsfluss zu werben. Freiheit und Demokratie sollen gefördert und gestützt werden, sowie weltweit freie Informationssuche, Informationserhalt und Redefreiheit. Es heißt weiter, die Behörde trage zur Unterstützung der Demokratie und einem offenem Austausch genauer und objektiver Nachrichten in Staaten bei, in denen ein Mangel an freier Meinungsäußerung bestehe. Dazu macht sie sich verschiedene TV- und Radioanstalten zu nutze, wobei auch ein Internet-Streaming zur Verfügung steht. 97 Sprachendienste werden in mehr als 125 Sendegebiete weltweit geliefert. (vgl. Ford. 2004) Nach den Terroranschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 ist der Einsatz der Public Diplomacy in muslimischen Ländern stark angestiegen. Seit diesem Ereignis wurden neue Programme initiiert, die größere Zuschauer-/ Hörerkreise in Prioritätenländern erreichen sollen. Dazu gehören Radio Sawa für den arabischen Raum und arabischsprachiges Fernsehen im Mittleren Osten. Des Weiteren zählen das Afghanische Radio- Netzwerk und das persischsprachige Radio Farda für den Iran dazu. (vgl. Ford. 2004)
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Jess T. Ford, Direktor für Internationale Angelegenheiten und Handel, schreibt, das Hauptziel von Public Diplomacy sei, sich für das ausländische Publikum zu engagieren, es zu informieren und zu beeinflussen. (vgl. Ford 2004) Die Beeinflussung eines bestimmten ausländischen Zielpublikums ist aber auch das Ziel von PSYOP. Ford meint weiter, dass die Programme der Public Diplomacy, die sowohl Person-zu-Person Kontakte beinhalten, als auch Print-, AV- und andere elektronische Medien, sich bisher nur an ´Meinungsmacher´ gerichtet haben. Nun müssten durch den enormen Zuwachs der globalen Massenkommunikation Techniken gefunden werden, die einen breiteren Personenkreis ansprechen. (vgl. Ford 2004) Auch hier werden bei Public Diplomacy und PSYOP im Ausland lebende Meinungsführer und die breite Öffentlichkeit angesprochen, um Unterstützung in der U.S.- Politik zu erlangen. Obwohl Public Diplomacy gemäß Eigendefinition nicht-militärische Aufgaben hat, sind die Grenzen fließend. Es heißt, Außenministerium und BBG haben ihre Anstrengungen in der Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus erhöht. (Ford. 2004) Darauf wird wiederholt bei Ford hingewiesen. Da die Vereinigten Staaten nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 den Verteidigungsfall ausgerufen haben und sich seitdem im Krieg gegen den internationalen Terrorismus befinden, ist fraglich, wie eine Unterstützung dieses Krieges durch Public Diplomacy, namentlich das BBG, zu bewerten ist.
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In dem Bericht von Ford wird zwar kritisiert, dass es 2003 keine ausreichend gemeinsame Public Diplomacy-Strategie in Form von Abstimmungen mit anderen Behörden und Ministerien gibt, dennoch hat es solche Koordinationen in der Vergangenheit bereits vereinzelt gegeben. Unmittelbar nach dem 11. September 2001 etablierte das Weiße Haus kurzzeitig Mechanismen zur Aufgabenabstimmung verschiedener Behörden. Das Weiße Haus, Außenministerium, Verteidigungsministerium und andere Dienststellen koordinierten von Tag zu Tag die Arbeiten der Public Diplomacy. In der frühen Phase des Afghanistan-Krieges 2001 wurden u.a. Informationszentren der Koalitionskräfte (Coalition Information Centers) in Washington, London und Islamabad aufgebaut. Sie sollten inakkurate Nachrichten sofort korrigieren, schlechten Nachrichten entgegensteuern und Nachrichten zugunsten des amerikanischen Einsatzes optimieren. (vgl. Ford. 2004) Es ist fraglich, wie eine Behörde nichtmilitärische Public Diplomacy betreibt, aber eng mit dem Verteidigungsministerium zusammenarbeitet. Auch die Information-Operations Roadmap (IO-Roadmap. 2003) empfiehlt, dass das Verteidigungsministerium mit anderen Dienststellen für U.S.-Public Diplomacy- Regierungsprogramme zusammenarbeiten soll. PSYOP-Kräfte und Fähigkeiten könnten zur Unterstützung von Public Diplomacy eingesetzt werden. Weiterhin wird empfohlen, dass die militärische Öffentlichkeitsarbeit die Ziele der Public Diplomacy mehr unterstützen sollte, um einen breiteren Medien- und Personenkreis einzuschließen. 8
In der Information-Operations Roadmap heißt es zur Situation 2003, dass die hauptsächlichen „Informations- Aktivitäten“ des Verteidigungsministeriums Public Affairs, militärische Unterstützung für Public Diplomacy und PSYOP beinhalten. Das Außenministerium verwaltet die Führung für Public Diplomacy und das International Broadcasting Board of Governors ist für Sendungen von Regierungsbotschaften ins Ausland verantwortlich. Das Verteidigungsministerium spielt dabei oft eine unterstützende Rolle. (vgl. IO Roadmap. 2003) Obwohl in der Vergangenheit Wert auf klare Grenzen zwischen den Aufgabenbereichen von Public Diplomacy, PSYOP und Public Affairs gelegt wurde, ist deutlich geworden, wie fließend diese Grenzen heute sind. Im modernen Informationszeitalter können diese Grenzen nicht mehr aufrechterhalten werden, da Informationen nicht mehr lokal, sondern global einem Massenpublikum zugänglich sind. Um immer mehr Menschen zu erreichen und immer mehr Menschen an alle Informationen gelangen, kann das Publikum nicht mehr unterschieden werden zwischen Zielpublikum für PSYOP, Zielöffentlichkeit für
8 siehe Information-Operations Roadmap. 2003. S. 16
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Public Affairs und Zielgruppe für Public Diplomacy. Daher unterstützen sich diese Programme gegenseitig.
Im Fahrplan zu den Informationsoperationen heißt es wie folgt:
Daher rät der Fahrplan in seiner Empfehlung #9 charakteristische Aufgaben für die jeweiligen Posten auszuarbeiten. Aufgabenlisten sollten entwickelt werden, damit sich das Personal von PSYOP, Public Affairs und Public Diplomacy über ihre genauen Ziele und Aufgabenbereiche im Klaren ist. 9 (vgl. IO Roadmap. 2003)
Nicht nur der Fahrplan für Informationsoperationen empfiehlt eine Koordinierung von allen Dienststellen und Abteilungen, um konsistente Botschaften an das ausländische Publikum zu liefern. (vgl. IO Roadmap. 2003) Auch die Doktrin für Streitkräftegemeinsame Psychologische Operationen empfiehlt:
„Außer mit dem Außenministerium sollten die PSYOP mit anderen Behörden der Regierung koordiniert sein, was die Central Intelligence Agency, Broadcasting Board
9 Siehe Anhang 1. Ein Vorschlag der IO-Roadmap 2003.
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of Governors, Departments of Commerce, Homeland Security, Transportation, Energy, Justiz; Drug Enforcement Administration; und die US Coast Guard einschließt, sich aber nicht darauf beschränkt.“ (JP 3-53 2003. S. IV-16)
4.2 Das Büro für Globale Kommunikation im Weißen Haus
Das Office of Global Communication (OGC) wurde 2002 gegründet, um überseeische Strategische Kommunikation zu koordinieren. (vgl. Homepage des OGC) Es gilt als Nachfolger des Office of Strategic Influence, welches die Weltpresse mit gezielten Desinformationen beeinflussen sollte. Damit sollten U.S.- freundliche Stimmungen erzeugt werden. Daraufhin gab es massive Proteste und das Projekt wurde vom damaligen Verteidigungsminister Rumsfeld eingestellt. (vgl. Bentele. 2003) Nun soll das 2002 gegründete Office of Global Communication die Regierungspolitik und die Themen des Präsidenten zur Schau tragen. Hilfe bei der Schöpfung der Kommunikation mit wahren, akkuraten und effektiven Inhalten über das amerikanische Volk und dessen Regierung, gilt als weitere Aufgabe. Das Office of Global Communication koordiniert die Arbeit vieler Behörden, um einfache, aber aussagekräftige Botschaften zu übermitteln. Diese sollen Missverständnissen und Konflikten vorbeugen, aber auch die Vereinigten Staaten und deren Verbündete unterstützen. Diese Unterstützung liegt u.a. in der Bekämpfung von Propaganda und Desinformation. „Countering propaganda and disinformation is an important role for the OGC.“ (Homepage des OGC) Die globale Kommunikation soll helfen, dem Publikum positive Nachrichten zu bringen. (vgl. Homepage des OGC) Die erste Maßnahme war die Erstellung eines Berichts über die Folterverbrechen und Brutalität im Irak unter Saddam Hussein. (vgl. Bentele. 2003). Das Büro arbeitet eng mit dem Kommunikationsbüro für Angelegenheiten der Nationalen Sicherheit zusammen. Außerdem koordiniert es die Öffentlichkeitsarbeit des Außen- und Verteidigungsministeriums, Entwicklungshilfe-, Justiz-, und Wirtschaftsministeriums, der U.S.-Amerikanischen Armee und amerikanischen Koalitionspartnern. (vgl. Homepage des OGC)
Die Bemühungen des OGC bei der Koordination beziehen sich auf 1) tägliche Nachrichten, 2) Kommunikationsplanung und 3) langfristige Strategien.
Zu 1) Das OGC produziert und versendet weltweit “The Global Messenger“. Dabei handelt es sich um ein ein-seitiges Informationsblatt mit wichtigen globalen Nachrichten täglich stattfindender Ereignisse. Außerdem veranstaltet das Büro eine tägliche Konferenz mit Führungspersonen der Regierung, um kurz- und mittelfristige Kommunikation abzustimmen. Dabei arbeitet es eng mit dem Außen- und
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Verteidigungsministerium zusammen. (vgl. Homepage des OGC) Außerdem kooperiert das OGC mit Journalisten von internationalen Nachrichtenorganisationen. (vgl. Eskew 10 . 2003)
Zu 2) Das Büro hilft bei der Entwicklung und Koordination mittelfristiger Themen und Ereignisse, um (Gesetzes-) Initiativen des Präsidenten zu unterstützen. Auch hier werden Anstrengungen koordiniert, gegnerische Desinformation und Propaganda zu enthüllen. Durch enge Zusammenarbeit mit dem Pentagon und allen relevanten Dienststellen ´erleichtert´ und koordiniert das OGC die Organisation und Abstimmung von Kommunikationsteams. Diese werden dann in ausländische oder heimische Gebiete mit hohem globalen- und hohem Medieninteresse geschickt, um dort aktiv zu werden. Dies betrifft z.B. die Zusammenarbeit mit Medienvertretern. (vgl. Homepage des OGC) Auch hier unterscheidet sich der Einsatz nicht zu Taktischen Psychologischen Operationen.
Zu 3) Das Office of Global Communication koordiniert regierungsweite Anstrengungen, die Kommunikation über Bemühungen für mehr Demokratie und humanitäre Hilfsleistungen zu verbessern. Auch hier arbeitet es eng mit dem Außenministerium zusammen, um Zusammenarbeit mit bestehenden Panarabischen Nachrichtenmedien zu verstärken. Es fördert zudem Bemühungen, muslimisches Publikum direkt via Rundfunk, Austausch und neuen Produkten zu erreichen. (vgl. Homepage des OGC) Dies sind die Klassischen Aufgaben der Public Diplomacy, während Hilfsleistungen und die Kommunikation darüber auch zu den Aufgabenbereichen der PSYOP gehört 11 . Wenn das Büro PSYOP-Kommunikation koordiniert, ist es folglich auch für PSYOP-Produkte mitverantwortlich.
Das White House Office of Global Communications hat mit dem Nationalen Sicherheitsrat (National Security Council) und dem Policy Coordination Commitee formale Autorität über die Koordination der Strategischen Kommunikation. Die Bestandteile Strategischer Kommunikation sind Public Diplomacy, Public Affairs, internationaler Rundfunk und militärische Informationsoperationen. (vgl. DSB. 2004)
10 Tucker A. Eskew ist Direktor des White House Office of Global Communications
11 Siehe JP 3-53. 2003. S. VI-12. Punkt (7) d. zu Operationen ziviler Angelegenheiten (CAO)
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4.3 Strategische Kommunikation und die Medien, eine Symbiose?
Die politische Medienberichterstattung über internationale Beziehungen hat bei den Politikern Auswirkungen auf ihr Handeln. Politiker machen sich die Medienberichterstattung zu Nutze, indem sie sie zum einen als Informationsquelle verwenden. Greift die Berichterstattung Themen auf, die bis dato noch nicht auf der politischen Tagesordnung standen, gilt sie als außen- und sicherheitspolitischer Faktor. (vgl. Reeb. 2004) „In Kenntnis ihrer Funktionsweise greifen die politischen Akteure die Medien schließlich als diplomatisches Instrument 12 auf und betreiben eine sicherheitspolitische Informationspolitik. Massenmedien erhalten aus dieser Perspektive eine operative Funktion.“ (Reeb. 2004. S. 29) Die Informationspolitik ist damit wichtiger Bestandteil der Sicherheitspolitik. In demokratischen Gesellschaften dienen die Medien u.a. der Bevölkerung, um sich über die politischen Absichten und Entscheidungen zur Sicherheitspolitik zu informieren. Schließlich vertreten die politischen Akteure das Volk und müssen sich für ihre Taten rechtfertigen. Werden die Nachrichten als außen- und sicherheitspolitischer Faktor genutzt, erfordert dies in der Politik entsprechende Reaktionen und Gegenmaßnahmen. Um Ziele in der Sicherheitspolitik erreichen zu können, versuchen die Politiker aktiv auf den Kommunikationsprozess im politischen und internationalen System einzuwirken. Damit ist Strategische Kommunikation gemeint, Reeb nennt es sicherheitspolitische Informationsarbeit. Hierunter fallen sowohl PR- und Propaganda-Maßnahmen, sowie auch andere Formen zur Herstellung und Überzeugung von Öffentlichkeit. Damit soll die Zustimmung für politische Handlungen und Absichten in der eigenen Bevölkerung erzielt werden. Eine weitere Funktion ist die Erregung von Aufmerksamkeit für die eigenen Anliegen, sowohl im In-, als auch im Ausland. Dies ist auch die Funktion von Public Diplomacy. Durch Public Diplomacy soll u.a. das eigene Image in anderen Ländern verbessert werden. Auf der anderen Seite dienen die Medien zum Feindbild-Aufbau 13 und Marginalisierung der Ansichten anderer politischer Systeme. Genauso wie die PSYOP in drei Bereiche untergliedert werden, unterscheidet Reeb drei Ebenen der sicherheitspolitischen Informationsarbeit.
„Auf der politisch-strategischen Ebene sind die Maßnahmen zuzuordnen, mit denen Einfluss auf die Öffentlichkeit weltweit genommen werden soll. Eine zweite politisch- 12 AlsBsp. können hier u.a. die öffentlich verstreuten Gerüchte über Angriffsvorbereitungen auf den Iran durch die USA angesehen werden. Die Medien sind schließlich die Arbeitsmittel von PSYOP, Strategischer Kommunikation und Public Diplomacy.
13 s. z.B. Iran- Atomstreit. USA behaupten Iran baue A-Bombe, Beweise gibt es bis jetzt keine.
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operative Ebene betrifft die Beziehungen zu den Massenmedien. Schließlich können sämtliche Maßnahmen mit direkter Einwirkung auf die Akteure und die Bevölkerung in einem Konfliktgebiet einer dritten, militärischen Ebene zugeordnet werden.“ [Hervorhebungen vom Verfasser, M.M.] (Reeb. 2004. S. 33)
Aus der Tabelle ist ersichtlich, dass auch Reeb die PSYOP allein der militärischen Ebene zuordnet. Die Einflussnahme auf die weltweite Öffentlichkeit schreibt er dem Gebiet der politisch-strategischen Information zu, die Einwirkung auf die Menschen in einem Konfliktgebiet der PSYOP. Die PSYOP-Botschaften zeigen jedoch auch durch den globalen Informationsfluss ihre Wirkung im zivilen Bereich außerhalb des Krisengebietes 14 . Dies widerspricht auch der Aussage von Sascha Carl, der als Offizier der Bundeswehr im Zentrum für Operative Operation tätig war/ist. Er behauptet „…dass der unbedarfte Bürger jenseits des Krisen- oder Kriegsgebietes mit den Maßnahmen des Psychologischen Krieges i.d.R. nie konfrontiert werden wird.“ (Carl. 2004. S. 238) Doch entsprechen die Aufgaben und Akteure, die Reeb zur politisch-strategischen Informationsarbeit zählt, dem Einsatz der Strategischen PSYOP in den Vereinigten Staaten. (Siehe Abb. 5)
14 Je nachdem aus welcher Perspektive Tabelle 1 betrachtet wird, ist sie unvollständig. Eigenes Medium der USA ist auf der militärischen Ebene zusätzlich der Rundfunk, welcher von Flugzeugen (Commando SOLO) verbreitet wird.
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Abb.5. Kategorien der militärischen PSYOP. (JP 3-53. 2003. S. I-4)
Somit zeigt sich, dass Strategische Information und PSYOP letztendlich fast das gleiche meinen, je nach Definition. Die Aufgabenbereiche decken sich. Carl bestätigt die Verknüpfung von Strategischer Information und PSYOP, indem er sagt, dass PSYOP ein Aspekt der Strategischen Kommunikation ist. (vgl. Carl. 2004) Dies wird ebenso im Report of the Defense Science Board Task Force on Strategic Communication bestärkt, indem hier ausgeführt wird, dass militärische Informationsoperationen Bestandteil der Strategischen Kommunikation sind. (vgl. DSB. 2004) Der Unterschied zwischen Strategischer Kommunikation und PSYOP liegt nach Carl in der mentalen Ebene des Denkens. Während die Strategische Kommunikation kognitive Grundhaltungen und Einstellungen ändert, soll die PSYOP nur situativ eine gewollte Einsicht oder Verhaltensänderung erzeugen. Sie bezieht sich nur auf eine konkrete Situation und fordert keine veränderte Grundhaltung. (vgl. Carl. 2004)
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Die Islamische Republik Iran wird von den westlichen Mächten verdächtigt, nach Atomwaffen zu streben. Das Gerücht kam erstmals im August 2002 auf, als der iranische Dissident Aliresa Dschaafarsade auf einer Pressekonferenz in Washington die Existenz der geheimen Urananreicherungsanlage im iranischen Natans enthüllte. Seit jener Zeit schwelt der Atomstreit zwischen den USA und Iran. (vgl Mascolo. 2007) Die Islamische Republik Iran verschleierte ihr Atomprogramm jahrelang und hielt ihr Programm zur Uran-Anreicherung fast 20 Jahre geheim.
Amerika schlussfolgerte daraus, dass es sich um ein militärisches Programm handeln müsse. Einen nuklear bewaffneten Iran aber möchten unter anderem die westlichen Mächte nicht zulassen. Um die islamische Republik Iran an der Weiterentwicklung ihres Atomprogramms zu hindern, werden u.a. von den USA eine ganze Reihe Maßnahmen ausgeführt, einschließlich Androhungen einer militärischen Intervention.
Rundfunk ist seit einigen Jahren ein Hauptelement von Washingtons Iranpolitik. (vgl. de Gouveia. 2006) Um die Ansichten der Vereinigten Staaten im Nahen- und Mittleren Osten kundzutun, dienen unter anderem die Programme des Broadcasting Board of Governors. Eines dieser Programme ist Radio Farda, welches seit Dezember 2002 mit persischsprachigem Programm in den Iran sendet. Übersetzt heißt dies Radio Morgen und ist eine Gemeinschaftsproduktion von Radio Free Europe/ Radio Liberty (RFE/RL) aus Prag und Voice of America (VOA) aus Washington D.C. Das Radioprogramm wird 24 Std./Tag über Mittelwelle und als Internet-Stream gesendet, sowie 21 Std./Tag über Kurzwelle. Damit ergänzt Radio Farda das persischsprachige (Farsi) Fernseh- und Radioprogramm bei VOA. (vgl. Homepage des BBG 15 ) Zur jeden vollen Stunde werden Nachrichten gesendet. Der vom U.S.-Kongress finanzierte Sender spielt außerdem politische Informationssendungen, ein Jugendmagazin und lädt zusätzlich Studiogäste ein. (vgl. Klotsikas. 2005) Die politische Berichterstattung bei Radio Farda schloss letztes Jahr den Israel-Libanon-Krieg und den Atomstreit mit ein. (vgl. BBG. 2006. Performance and Accountability Report.) Ein genutztes Lockmittel, um die Hörerschaft für sich zu gewinnen, ist amerikanische und iranische Popmusik. Sie füllt ca. 70 Prozent des Sendeprogramms aus und ist gerade bei den Jüngeren
15 >http://www.bbg.gov/bbg_aboutus.cfm> Stand: 08.02.2007
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äußerst beliebt. (vgl. Klotsikas. 2005) Eine Maßnahme, deren Bedeutung angesichts des demografischen Faktors in Iran nicht unerheblich ist. (siehe Abb. 6)
Abb. 6: Alter der iranischen Bevölkerung in Prozent. Quelle: bpb 2004
Diese Methode des Köderns mittels Musik wurde auch im Kalten Krieg genutzt, um über den Hörfunk Einfluss auf die Bundeswehrsoldaten zu nehmen und sie politisch-moralisch zu zersetzen. Kernelement dieser PSYOP-Methode war die flotte Musik, die der Deutsche Soldatensender 935 und der Deutsche Freiheitssender 904 nutzten, um ihren Hörerkreis zu bilden/erweitern. (vgl. Carl. 2004)
Auch das Fernsehprogramm des BBG für den Iran wurde 2006 ausgebaut. Seitdem werden vier Stunden tagesaktuelles Fernsehprogramm ausgestrahlt. Mit Wiederholungen in der Sendeschleife ist es 12 Stunden tägliche Sendezeit. VOA Persian erweiterte u.a. die wöchentliche Diskussions- und call-in Show Roundtable with You von 90 Minuten wöchentlich auf eine Stunde/Tag. Zusätzlich zu anderen politischen Sendungen wird eine 60minütige Nachrichtensendung ausgestrahlt und das Programm insgesamt auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten. (vgl. BBG. 2006. Performance and Accountability Report.) Die Bedeutung dieser Programme für die U.S.-Amerikanische Politik spiegelt sich in den Ausgaben der U.S.-Regierung wider, die für diese Maßnahmen bereitgestellt wurden/werden. Zusätzlich wurden 75 Millionen U.S.-Dollar 2006 bereitgestellt, um diese Ziele der Public Diplomacy zu erreichen. 50 Millionen U.S.-Dollar davon waren für den Ausbau der TV- und Radioausstrahlung vorgesehen, 5 Mio. $ zur Unterstützung von unabhängigem Nicht-Regierungsfernsehen/ -Radio und -Websites. Weitere 5 Mio. $ flossen in das
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Austauschprogramm, sowie 15 Mio. $ in die Unterstützung ziviler Gruppen. (vgl. de Gouveia. 2006) Soweit könnte dies noch als Public Diplomacy angesehen werden. Daneben arbeiten die USA aber auch noch mit Nichtregierungsorganisationen zusammen, um politische Dissidenten und Menschenrechtsaktivisten zu unterstützen. In den Jahren 2004/2005 wurden vom Außenministerium, dem u.a. das BBG für Public Diplomacy untergeordnet ist, über 3,3 Mio. Euro zur Unterstützung iranischer Dissidenten ausgegeben. (vgl. spiegel-online. 16.02.06) Diese iranischen Widerstandsgruppen prangern nun iranische Embargoverstöße an, was schließlich in den Nachrichten erscheint. (vgl. spiegel-online. 22.02.07) Zwei Jahre zuvor stand Iran laut einem iranischen Dissidenten bereits kurz davor, Langstrecken-Marschflugkörper einsatzbereit zu haben. Auch diese Behauptungen fanden sich schließlich in den Weltnachrichten wieder. (vgl. Spiegel-online. 26.08.05) Aber nicht nur die islamische Republik Iran ist Empfänger von Nachrichten aus Regierungssicht der Vereinigten Staaten. Auch das amerikanische Volk soll hinter die Regierungsabsichten gestellt werden und soll deren Handeln schließlich legitimieren. Auf der politisch-strategischen Ebene werden Journalisten und Nachrichtenagenturen durch Regierungsstellen und beauftragten PR-Agenturen mit Informationen versorgt, die für die politischen Akteure zweckdienlich erscheinen. Zudem werden Absprachen mit Verlegern, Chefredakteuren und Regisseuren getroffen.
Beispielsweise werden in den USA vorgefertigte Fernsehbeiträge an lokale TV-Stationen geschickt, die von zumeist finanziell angeschlagenen Lokalfernsehsendern gern angenommen werden. Auf unterschwellige Weise werden darin Regierungsansichten vertreten und Kritik ausgeblendet. Im Jahr 2005 sollen bereits 20 Bundesbehörden diesen Trick zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung angewendet haben, darunter auch das Verteidigungsministerium. (vgl. spiegel-online. 14.03.05) Wie oben bereits erwähnt, wird die Öffentlichkeit dadurch beeinflusst, indem Pressekonferenzen und Interviews für die Medien veranstaltet werden, um Behauptungen und eigene Standpunkte zu verbreiten. Diese finden sich später in den Veröffentlichungen wider. Hier kommt es auch darauf an, inwieweit die Statements von den Medien übernommen werden. Je glaubwürdiger die Medienanstalt, desto glaubwürdiger erscheinen die politischen Aussagen und Behauptungen, wenn sie unkommentiert bzw. unhinterfragt übernommen werden. Die New York Times (NYT) hat sich bereits für ihre Berichterstattung im Vorfeld des Irak-Krieges 2003 entschuldigt. Amerikanische PSYOP-Offiziere sollen während des Kosovo-Krieges in der CNN- Nachrichtenabteilungim Hauptquartier in Atlanta gearbeitet haben. Die Abmachung war angeblich Teil eines Militär-Programms namens „Training with Industry“, bei denen PSYOP-
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Soldaten regulär als kurzzeitig Beschäftigte bei CNN arbeiteten. (vgl. Metcalf. 2000) Da die Medien auf Informationen angewiesen sind, und die Politik wiederum auf die Medien angewiesen ist, um ihre Absichten und Ansichten vor der Bevölkerung zu rechfertigen, besteht eine Symbiose. Gerade bei der sicherheitspolitischen Berichterstattung sind objektive Informationen rar. Vor allem in Kriegszeiten versuchen die politischen Akteure soweit es geht, die Kontrolle zu erlangen. Verschiedene Zwänge der Medienorganisationen führen meist zu einer Kooperation zwischen Medienvertretern und Militär/ Regierung. Es ist z.B. fraglich, wie es von CNN-Chef Walter Isaacson während des Afghanistankriegs gemeint war, von seinen Korrespondenten mehr Ausgewogenheit in der Berichterstattung zu fordern. „So sollten sie bei ihren Berichten über die Zerstörungen in Afghanistan und das Elend der Bevölkerung darauf hinweisen, dass die Taliban-Führung mörderischen Terroristen Schutz gewähre…“ (FR. 01.11.01)
Abb. 7: Orientierungen der Medien bei der sicherheits-
politischen Berichterstattung. Quelle: Reeb. 2004
Die eigene Kultur und deren Wert- und Normvorstellungen fördern eine Sichtweise, die in diesem Sinne meist kongruent mit den Vorstellungen der politischen Führung sind. Für die iranische Bevölkerung ist es z.B. von außerordentlicher Bedeutung, durch die Nukleartechnik Anschluss an die industrielle, Erste Welt, zu finden. Das iranische Volk verbindet mit einem geschlossenen Nuklearkreislauf Unabhängigkeit, Prestige und Stolz. Dies ist nur anhand der Opferrolle, in die sich der Iran aufgrund seiner Geschichte gedrängt sieht, zu verstehen. Die Iraner sehen den Atomstreit mit dem Westen aus einem anderen historisch, kulturellen Hintergrund. Zu nennen wäre hier z.B. der Sturz des demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mohammed Mossadegh 1953 durch die CIA, weil dieser die Ölindustrie industrialisierte, die in der Hand der Briten und Amerikaner war. Der vorher und nachher
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installierte Schah brachte der iranischen Bevölkerung nichts Gutes. Dies spiegelt sich schließlich auch in den iranischen Medien wider. Auf der anderen Seite wäre die Islamische Revolution 1979 zu nennen, die mit der Botschaftsbesetzung und Geiselnahme von amerikanischen Staatsbürgern die Ehre der Amerikaner stark verletzt hat. Somit sehen die amerikanische Bevölkerung und deren Medienorganisationen den Sachverhalt aus einem völlig unterschiedlichen Blickwinkel. Die U.S.- Regierung sieht ihre und die weltweite Sicherheit und Stabilität, sowie ihre Vormachtstellung, gefährdet, sollte die Islamische Republik Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangen. „Gerade bei sicherheitspolitischen Angelegenheiten werden die Medien mit dem ´nationalen Interesse´ konfrontiert.“ (Reeb. 2004. S. 41 f.) So kann die Orientierung der Medien an das politische und kulturelle System zu einer Parteinahme führen, was die Anlehnung an die Regierungspositionen bzw. die Positionen des Militärs bedingt 16 . (vgl. Reeb. 2004) Eine unpatriotische Berichterstattung kann zudem Einbrüche in der Auflage bzw. Einschaltquote erzeugen und den Ruf ruinieren. Gerade in Kriegs- und Krisenzeiten ist es für Journalisten besonders schwierig, eigene Recherchen durchzuführen, da viele Informationen als sicherheitsrelevant eingestuft und deshalb zensiert werden. Daher sind die Medienorganisationen erst recht auf die Informationen angewiesen, die ihnen unter anderem (auf Umwegen) von der Regierung zur Verfügung gestellt werden. Schließlich ist es eine Aufgabe der Public Diplomacy/PSYOP, Journalisten und Nachrichtenagenturen mit Informationen zu versorgen, um ausländisches Publikum im Sinne der U.S.-Interessen zu beeinflussen 17 . Eine weitere Notwendigkeit für die Medienunternehmen ist die Orientierung an das ökonomische System. Die Medienhäuser müssen Profite abwerfen und sind mehr oder minder finanziell von ihrer Regierung abhängig. Durch Subventionen, Erteilen von Lizenzen, Anzeigenschaltungen oder anderer Auftragsvergaben kann entsprechend Einfluss ausgeübt werden. Dies kommt wiederum der Public Diplomacy/ PSYOP zu Gute. Auch hier werden schließlich Anzeigen geschaltet, oder Ähnliches.
„Die Ausrichtung auf Kostenfaktoren führt zur Reduzierung der
Auslandskorrespondenten zugunsten der Übernahme von Agenturangeboten. Die Informationsquellen müssen unmittelbar verfügbar sein. Dabei helfen einfache und schnelle Übertragungstechniken. Exklusivität der Meldungen steigert den Erfolg. Echtzeit-Berichterstattung, oberflächliche Recherchen und die kritiklose Übernahme von Verlautbarungen gehen einher mit mangelndem Sachverstand und fehlender
16 Als bestes Bsp. ist hier die U.S.-Amerikanische Berichterstattung im Vorfeld des Irak-Krieges 2003 zu sehen, wofür sich die NYT später entschuldigte.
17 Durch den globalen Informationsfluss geraten diese Informationen auch ins Inland (gerade bei der Versorgung von Nachrichtenagenturen). Eigentlich ist laut Definition Public Affairs für die Informationsweitergabe an die heimische Bevölkerung zuständig.
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Hintergründigkeit….Bedenklich erscheint, dass aus politischen und ökonomischen Gründen ´der Anpassungsdruck für die Nachrichtenagenturen bei außenpolitischen Fragen besonders hoch ist´ und die Tendenz zur Ausbreitung nationaler Sichtweisen fördert.“ (Reeb. 2004. S. 44 f.)
Dies wird durch die Medienberichterstattung über die Krisen und Kriege gestützt, die zu der jeweiligen Zeit auf der politischen Agenda sind. Weltweit gibt es mehrere hundert, meist innerstaatliche Konflikte. Thematisiert werden in den Medien aber meist nur die, die gerade aktuell politisch relevant sind. Die Berichterstattung über den Atomstreit mit dem Iran steht in keinem Verhältnis zur Berichterstattung bspw. über den Sudankrieg. Ganz abgesehen von den Konflikten auf der Welt, über die nichts veröffentlicht wird.
Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung hat im Jahr 2006 insgesamt 196 innerstaatliche und 76 zwischenstaatliche Konflikte gezählt. (vgl. HIIK. 2006) Doch in der internationalen Berichterstattung werden diese kaum erwähnt.
Abb. 8: Anzahl der transnationalen, inner- und zwischenstaatlichen
Konflikte 2006 nach Intensitätslevel. Quelle: HIIK. 2006. S. 2
Weiterhin ist die Berichterstattung von den journalistischen Qualitätsnormen abhängig, die sowohl durch die Kultur, als auch durch das Eigenverständnis der Medienorganisationen bedingt ist. (vgl. Reeb. 2004)
Inwieweit die Praxis zur Einbindung von PSYOP-Soldaten in Medienorganisationen weiterhin besteht, ist an dieser Stelle nicht zu verifizieren. Fakt ist, dass Journalisten und Presseagenturen unter anderem vom Verteidigungsministerium mit Informationen versorgt werden. Über den Wahrheitsgehalt oder die Intention der jeweiligen Informationen lässt sich im Einzelnen nur spekulieren. Im aktuellen Atomstreit mit dem Iran sind aber bereits einige Ereignisse aufgetreten, die für PSYOP mit Hilfe der Medien als diplomatisches Instrument, sprechen. Im Dezember 2005 wiederholte U.S.-Präsident Bush seine Formulierung von der ´Achse des Bösen´ und meinte, dass er seine Gründe dafür gehabt habe, Iran zur ´Achse des Bösen´ zu zählen. (vgl. Spiegel-online. 15.12.05) Solche Aussagen richten sich an die
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Öffentlichkeit und sind als Strategische Kommunikation und Strategische PSYOP geeignet. Im März 2006 nannte Außenministerin Rice Iran die womöglich größte Bedrohung der USA. (vgl. Spiegel-online. 09.03.06) Solche Aussagen dienen in optimaler Weise dem Feindbildaufbau 18 , also unter anderem als Strategische Kommunikation. Außerdem wird Iran von den USA beschuldigt, am Tod von (über) 170 U.S.-Soldaten im Irak verantwortlich zu sein 19 . Es wird behauptet, iranische Sicherheitskräfte seien in Waffenschmuggel in den Irak hinein verwickelt 20 . U.S.-Militärs erklärten, diese bekämen ihre Befehle von der „höchsten Ebene“ der Teheraner Regierung. Diese Informationen und ´angeblichen´ Beweise lieferten nach U.S.-Medienangaben drei Militärangehörige. Allerdings bestanden diese auf Anonymität und äußerten sich nicht zu ihren genauen Aufgabenbereichen. (vgl. Spiegel-online. 12.02.07) Bei Militärs, die Informationen an Journalisten weiterleiten, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um PSYOP-Soldaten oder Public Affairs-Soldaten handelt, enorm groß. Schließlich fällt genau dies in ihren Aufgabenbereich. Wenig später hieß es aus den Vereinigten Staaten, dass von 800 Gewehren, die 2004 von Österreich in den Iran geliefert wurden, amerikanische Soldaten im Irak erschossen werden. (vgl. Spiegel-online. 13.02.07) Einen Tag später wird gemeldet, dass der bekannte schiitische Milizenführer Muktada al-Sadr nach Teheran geflohen sei. Mit dieser Behauptung sollte ein weiterer Beweis für die Unterstützung der irakischen Extremisten durch die Islamische Republik Iran erbracht werden. (vgl. Spiegelonline. 14.02.07) Erreicht diese Nachricht die Heimat, erfüllt sie den Zweck der Strategischen Kommunikation. Gelangt die Weiterverbreitung dieser Mitteilung bis in den Irak hinein, was aufgrund der globalen Kommunikation nicht verwunderlich ist, dient diese Bekanntmachung auch zugleich im Irak als Taktische PSYOP. Der heimischen Bevölkerung wird gezeigt, dass der Iran ´angeblich´ für den Tod der amerikanischen Soldaten im Irak verantwortlich sei; und der irakischen Bevölkerung würde suggeriert, wie feige Muktada al-Sadr durch seine Flucht vor den amerikanischen Streitkräften in Wirklichkeit sei. Und gerade dies in einer Kultur, die enorm viel Wert auf Ehre legt und Feigheit verachtet.
18 Ein weiteres Bsp. ist der Selbstmordanschlag in Netanja, Israel. Die palästinensische Organisation Islamischer Dschihad bekannte sich zu dem Attentat, doch der damalige U.S.-Verteidigungsminister Rumsfeld verdächtigte öffentlich Iran als möglichen Drahtzieher. (vgl. Spiegel-online. 13.07.05)
19 „Zudem hatte das Weiße Haus einem Bericht der "Washington Post" zufolge grünes Licht für die Gefangennahme und auch Tötung iranischer Agenten im Irak gegeben.“ (Spiegel-online. 31.01.07) Auch hier dienen die Medien als diplomatisches Instrument.
20 Die ´angeblichen´ Beweise sind im sog. Bagdad-Dossier unter folgendem link abrufbar: http://www.iraqslogger.com/downloads/Iran_in_Iraq__English_.pdf (Iranian Support for Lethal Activity in Iraq-Stand: 14.02.2007) Iran konterte mit ´angeblichen´ Beweisen, dass die USA durch Waffenlieferungen an Terroristen für die Anschläge im Iran mitverantwortlich sind. (vgl. Fars News Agency. 18.02.07) Beide Male werden Bilder zur Stützung der jeweiligen Behauptungen genutzt. Dies erinnert an die Präsentation von Powell am 05.02.03 vor dem UN-Sicherheitsrat, wo behauptet wurde, der Irak könne binnen 45 Min. Massenvernichtungswaffen startklar machen.
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Besonders beängstigend für die Weltöffentlichkeit wäre der Beginn eines neuen Krieges. Ein neuer Krieg kann schnell viele Parteien mit einbinden, fordert viele Tote und gefährdet die Sicherheit vieler Staaten. Die Sorge vor solch weitreichenden Konsequenzen machen sich PSYOP-Strategen zu Nutze, um eigene Interessen durchzusetzen. Die Entsendung eines weiteren Flugzeugträgers in den Persischen Golf scheint eine Operative PSYOP-Maßnahme zu sein. Jetzt kreuzen die US-Flugzeugträger Dwight D. Eisenhower und John C. Stennis vor der Küste Irans. (vgl. Spiegel-online. 13.02.07 2 ) Die 5. Flotte hat ihr Hauptquartier in Manama (Bahrain) am Persischen Golf. Sie ist dort zur Operation Enduring Freedom abkommandiert. An der gegenüberliegenden Küste befindet sich das iranische Bushehr, ein potentielles Ziel westlicher Militärschläge. (vgl. german-foreign-policy.com. 12.02.07)
Es muß nicht bedeuten, dass die Androhung von Gewalt in letzter Konsequenz auch die Ausführung der Gewalt nach sich zieht. Oft ist dies aber Fall, um Glaubwürdigkeit zu wahren und weiterhin ernst genommen zu werden. In der Joint Doctrine for Psychological Operations der Vereinigten Staaten heißt es zu Military Operations Other Than War:
„(2) MOOTW, die die Androhung oder Gewaltanwendung erfordern. Wenn andere Instrumente der staatlichen Gewalt (z.B. diplomatisch, informell, wirtschaftlich) nicht ausreichen, um eine sich verschlechternde oder potentiell feindliche Situation zu beeinflussen, kann militärische Gewalt oder dessen Androhung erforderlich sein, um den Vorsatz und die Stärke der Vereinigten Staaten zu demonstrieren, andere Instrumente der staatlichen Gewalt zu unterstützen, oder die Situation mit vorteilhaften Bedingungen zu beenden. Nicht-tödliche Aktivitäten wie PSYOP können in MOOTW, die die Androhung oder Gewaltanwendung erfordern, entscheidend sein.“ (JP 3-53 2003. S. VI-1)
Diese entscheidenden PSYOP-Maßnahmen wurden von den USA während des Atomstreits mit Iran das erste Mal Anfang 2005 angewendet. Mitte Januar 2005 wurden erste Gerüchte laut, US-Präsident George W. Bush treffe Kriegsvorbereitungen gegen den Iran. Zunächst wurden laut einer dpa-Meldung vom 17.01.2005 21 diese Gerüchte von den Regierenden der USA dementiert. Einen Tag später sagte Bush jedoch in einem Interview im Fernsehsender NBC, dass er einen Militärschlag gegen den Iran nicht ausschließe, falls Teheran nicht umfassend über sein Atomprogramm Auskunft gäbe. (vgl. Spiegel-online. 18.01.05) In den USA und den Medien wird permanent suggeriert, die Islamische Republik stehe unmittelbar vor der Entwicklung von Atomwaffen.
21 Die dpa-Meldung konnte leider nicht mehr gefunden werden.
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„Nehmen wir einmal an der Iran könnte die Qualitäts-und Mengenprobleme mit dem Ausgangsstoff Uran-Hexafluorid parallel zum Aufbau und zur Inbetriebnahme einer 1700-Zentrifugen-Kaskade lösen, dann wäre die Annahme plausibel, das Land bräuchte bis zur Verfügung über ausreichend waffenfähiges Uran mindestens drei, vermutlich aber fünf Jahre. Die Waffe selbst wäre damit freilich noch nicht gebaut…“ (von Randow. 2006.S. 39)
Doch für die Behauptungen, Iran entwickle Atomwaffen, gibt es derzeit keine gültigen Beweise. (vgl. von Randow. 2006) Auch der US-Enthüllungsjournalist Hersh behauptet, die CIA habe bisher keine Beweise dafür gefunden, dass Iran heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen arbeite. Doch das Weiße Haus würde dies verheimlichen, um eine militärische Option offen zu halten. (vgl. Spiegel-online. 19.11.06)
Eine dieser Optionen ist der Einsatz von Special Operation Forces (SOF) der U.S.-Armee. Der Auftrag der SOF ist unter anderem der Kampf gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen. Ein General der U.S. Army, Carl Stiner, bezeichnet zudem PSYOP als stärkste Waffe der SOF. (vgl. JP 3-53. 2003) Das U.S. Special Operations Command (SOCOM) erhielt im Jahr 2004 eine beträchtliche Aufstockung für PSYOP- und Public Affairs-Maßnahmen. 205 Mio. U.S.-Dollar wurden für den Zeitraum der folgenden fünf Jahre für PSYOP-Kräfte und -Ausrüstung bereitgestellt. Darin eingeschlossen ist eine neue PSYOP-Einheit mit transregionaler Fokussierung. Der Etat 2004 für PSYOP betrug bereits ungefähr 45 Mio. U.S.-Dollar jährlich. (vgl. DSB. 2004.) Wie dieser Etat schließlich genau verwendet wurde/wird, kann nicht gesagt werden. Es ist auffällig, dass zahlreiche publik gewordene Gerüchte über einen bevorstehenden U.S.-Angriff auf Iran kursieren. Wie bereits erläutert, ist die Drohung von Gewaltanwendung ein wesentliches Mittel der PSYOP. Mehr als 16-mal waren im Zeitraum von 2005 bis Februar 2007 in den Zeitungen Gerüchte über einen U.S.- bzw. israelischen Militärschlag gegen den Iran zu lesen. 22 Immer wieder ist von Kriegsplänen die Rede und namhafte Persönlichkeiten warnen öffentlich vor einem Angriff 23 .
Diese Drohungen hält auch Iran für psychologische Kriegführung (vgl. Spiegel-online. 14.10.06) und kontert seinerseits mit Drohungen 24 . Aber nicht nur Gewaltandrohung gehören zu den militärischen PSYOP-Maßnahmen gegenüber Iran. In der Doctrine for Joint Psychological Operations wird auf Operationen ziviler Angelegenheiten [Civil Affairs Operations (CAO)] eingegangen. Unter anderem heißt es:
22 Siehe Anhang. 2.
23 Siehe u.a. „Kriegsgefahr. Fischer warnt USA vor Angriff auf Iran.“ (Spiegel-online. 19.02.07)
24 Siehe Anhang 3.
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„(7) Operationen ziviler Angelegenheiten (CAO).
PSYOP kann entscheidende Hilfe und -Information für CAO liefern. PSYOP kann in den folgenden Bereichen Unterstützung bieten…
(d) Maximierung von CAO-Anstrengungen im Gebiet der humanitären Auslandshilfe, indem der gute Wille ausgenutzt wird, der durch die US- Anstrengungen im Bereich der medizinischen und veterinären Hilfe, Aufbau und öffentlicher Funktion (Einrichtungen) erzeugt wird.“ (JP 3-53. S. VI-12)
Als Ende Dezember 2003 ein Erdbeben der Stärke 6.6 auf der Richterskala den Iran erschütterte, starben tausende Menschen. Ungefähr 30.000 Menschen wurden verletzt. (vgl. Cnn.com. 29.12.03) Wie bei allen großen Naturkatastrophen ist eine Nation allein kaum in der Lage, die Betroffenen mit ausreichender Hilfe zu versorgen. Trotz des schlechten politischen Klimas zwischen Iran und den USA, ließ Teheran Erdbebenhilfe durch die Vereinigten Staaten zu. In den Nachrichten war von den Hilfsmaßnahmen zu lesen und zu hören. (siehe Abb. 9) Die Fernsehbilder zeigten, wie amerikanische Soldaten der iranischen Bevölkerung Hilfe leisteten. Dieser Einsatz hinterließ bei der Bevölkerung psychologische Wirkung. Notleidenden Menschen wurden ´vom großen Satan´ gerettet, was die Haltung der Betroffenen den Vereinigten Staaten gegenüber positiv verändert haben dürfte. Die PSYOP besteht hier in der Unterstützung der Spezialoperation ´Erdbebenhilfe´. Die PSYOP-Kräfte werden in diesem Fall zu einer Hilfsaktion geraten haben, eventl. Taktische PSYOP-Botschaften vor Ort verbreitet haben 25 und für die Verbreitung durch den internationalen Medienzirkel gesorgt haben.
Mit solchen Maßnahmen erzeugen die Akteure nicht nur bei der iranischen Bevölkerung Sympathien. Wohltaten sind überall gern gesehen und erzeugen auch bei nicht beteiligten Zuschauern positive Emotionen. Auch die deutsche Bevölkerung ist im Kalten Krieg Nutznießer amerikanischer PSYOP geworden.
Die Berliner Luftbrücke versorgte die Einwohner West-Berlins und brachte Millionen Menschen Hoffnung. U.S.-zivile und -militärische Informationsagenturen werden gebraucht, um weltweit Aufmerksamkeit auf solche Bemühungen zu lenken. Diese Botschaften sind überzeugend, werden sie doch mit attraktiven Taten und Werten assoziiert. (vgl. DSB. 2004.) Somit zeigt sich ein weiteres Mal, wie eng verstrickt PSYOP und Public Diplomacy sind. Jess T. Ford, der Direktor für Internationale Angelegenheiten und Handel kritisiert nämlich in seinem Bericht zur Public Diplomacy in den USA, dass Botschafter seine Mitarbeiter in Ägypten und Marokko darüber informieren mußten, wie gering der Anteil der Bevölkerung
25 Die Hilfe an sich ist schon Taktische PSYOP. Hier werden PSYOP-Offiziere zu dem Einsatz geraten haben, dies gehört schließlich zu ihrem Aufgabenbereich.
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ist, der über die Hilfe Amerikas für ihre Länder bescheid weiß. (vgl. Ford. 2004) Hier wird also PSYOP und Public Diplomacy zum Gegensteuern benötigt. Die Erdbebenhilfe im Iran 2003, durch die amerikanischen Hilfskräfte, ist ein aussagekräftiges Beispiel dafür.
Abb.9: CNN verbreitet die Nachricht über amerikanische Erdbebenhilfe im Iran
Quelle: Cnn.com. 29.12.2003
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6. Schlussfolgerung
PSYOP ist nicht nur wesentlicher Bestandteil militärischer Aktivitäten in den USA, sondern auch der amerikanischen Diplomatie, Informationstätigkeiten und Wirtschaftsgeschäften. (vgl. JP 3-53 2003) Die Öffentlichkeit soll mit Mitteln der elektronischen Massenkommunikation psychologisch manipuliert werden. „In der ´Joint Doctrine IO´ räumt der US-Generalstab der Propaganda und Manipulation der öffentlichen Meinung in Friedens- wie Konfliktzeiten Vorrang ein.“ (Geiger. 2002. S. 11) Es konnte gezeigt werden, dass militärische Psychologische Operationen nicht nur Einfluss auf die Bevölkerung in einem bestimmten militärischen Operationsgebiet haben. Auch wenn die Aufgabe von PSYOP ist, Personen im Ausland anzusprechen, gelangen die Botschaften durch den globalen Informationsfluss wieder zurück in die Heimat. Zwar ist es auch U.S.-Amerikanischen Streitkräften verboten, PSYOP-Botschaften an das eigene Volk, eigene Soldaten oder Nachrichtenagenturen und Verbreitungsmedien zu richten, aber über Umwege gelangen diese Inhalte dennoch an diese Klientel. Selbige Einschätzung trifft sogar die IO-Roadmap des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten. Es heißt, die zunehmende Möglichkeit der Menschen in den meisten Teilen der Erde Zugang zu internationalen Informationsquellen zu erlangen, macht es schwieriger auf ein bestimmtes Publikum zu zielen. (vgl. IO-Roadmap. 2003) Abgesehen davon, dass das Verteidigungsministerium die Medien mit Informationen versorgt, gleichzeitig aber oberste Dienststelle unter anderem für PSYOP-Einheiten ist, sorgen Gerüchte über die Mitarbeit von PSYOP-Personal in zivilen Nachrichtenmedien während des Kosovo-Krieges für Irritationen. Es ist fraglich, wie weit die Zusammenarbeit reichte und weiterhin in Krisenzeiten Anwendung findet. Ohnehin gilt es zwischen Strategischer-, Operativer-, und Taktischer PSYOP zu unterscheiden. Gerade in der Strategischen PSYOP, die auch in Friedenszeiten angewendet wird, werden, wie bei Strategischer Kommunikation auch, die Medien als diplomatisches Instrument verwendet. Hier lassen sich die Unterschiede auf den ersten Blick schwer erkennen. Doch PYOP ist Teil der Strategischen Kommunikation, die sich wiederum auch an die heimische Bevölkerung richtet und Informationen an Pressevertreter lenkt. Während die Strategische Kommunikation kognitive Grundhaltungen und Einstellungen ändert, soll die PSYOP nur situativ eine gewollte Einsicht oder Verhaltensänderung erzeugen. Sie bezieht sich nur auf eine konkrete Situation und keine veränderte Grundhaltung. (vgl. Carl. 2004) Diese Einschätzung trifft Carl als Bundeswehr-Offizier der Truppe OpInfo. Die U.S.-Amerikanische Strategische PSYOP
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wird aber von Regierungsbehörden durchgeführt und soll neben dem Verhalten auch fremde Einstellungen und Wahrnehmungen beeinflussen. Des Weiteren wurde festgestellt, dass Strategische Kommunikation an die Bevölkerung im Inland gerichtet, die gleiche Wirkung Taktischer/ Operativer PSYOP für ein militärisches Operationsgebiet im Ausland haben kann. Gelangen Gerüchte und Informationen vom Inland ins Krisengebiet, zeigen sie auch dort ihre Wirkung. Die Bestandteile Strategischer Kommunikation sind Public Diplomacy, Public Affairs, internationaler Rundfunk und militärische Informationsoperationen. (vgl. DSB. 2004) Im Fahrplan der Information-Operationen wird eine kohärente politische Botschaft in Übereinstimmung mit den militärischen Operationen als zunehmend bedeutend für die Belange der Nationalen Sicherheit der USA angesehen. (vgl. IO-Roadmap. 2003) Die mangelnde Koordination haben in der Vergangenheit mehrere Studien kritisiert. Das United States General Accounting Office (GAO) bemängelte die unzureichende Abstimmung der Public Diplomacy mit anderen Regierungsbehörden und Ministerien. (vgl. Ford. 2004) Das White House Office of Global Communications ist seit 2002 die zentrale Koordinierungsstelle für Regierungsinformationen der USA. Dazu gehören unter anderem Informationen aus dem Verteidigungsministerium und dem Außenministerium. Die hauptsächlichen DoD ´Informations-Aktivitäten´ beinhalten Public Affairs, militärische Unterstützung für Public Diplomacy und PSYOP. Das Außenministerium verantwortet unter anderem die Führung für Public Diplomacy. Außerdem ist hier noch das International Broadcasting Board of Governors zu nennen, welches vom Verteidigungsministerium unterstützt wird. Die Bedeutung der PSYOP für die Vereinigten Staaten lässt sich unter anderem am Budget messen, das die Regierung für diese Einheiten bereitstellt. In der IO-Roadmap steht geschrieben, wie zahlreiche Studien in den letzten Dekaden eine Verschlechterung der PSYOP-Fähigkeiten festgestellt und ein Entgegenwirken empfohlen haben. Es heißt, die Studien ergaben unzureichend geübtes und -ausgerüstetes PSYOP-Personal; und eingeschränkte Fähigkeiten, Produkte in verweigerte Gebiete zu verbreiten. (vgl. IO-Roadmap. 2003) Ein Jahr darauf erhielt das U.S. Special Operations Command (SOCOM) eine beträchtliche Aufstockung der PSYOP- und Public Affairs-Mittel. 205 Mio. Dollar wurden in einem Fünfjahresplan für PSYOP-Kräfte und -Ausrüstung bereitgestellt. Das Geld schließt den Aufbau einer weiteren PSYOP-Einheit mit transregionaler Fokussierung ein. Der Etat für PSYOP betrug bereits 2004 ungefähr 45 Mio. Dollar jährlich. (DSB. 2004. S.81) Damit ist die Möglichkeit weiterer Operativer PSYOP, wie in Afghanistan oder im Irak, gewährleistet. Hier mussten während des Afghanistan- und Irakkrieges die jeweiligen Sendenetzwerke runter gefahren werden. In Afghanistan gab es praktisch kein Fernsehen und
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lediglich begrenzte TV-Berichterstattung in ein paar großen Städten im Irak. Die dortige Sicherheitslage verbot in beiden Ländern eine schnelle Wiederherstellung des regionalen und nationalen Rundfunkversorgungsnetzes. Darum wurden PSYOP-Posten gebeten, den Großteil der Leistungen der Koalitionskräfte über mehrere Monate zu übernehmen. (vgl. DSB. 2004) Bei der aktuellen Situation im Iran-Atomstreit lässt sich auf die Verwendung Strategischer PSYOP durch die Vereinigten Staaten schließen. Zu dieser Einschätzung kommt auch der Iran selbst. (vgl. Spiegel-online. 14.10.06) Dass es sich hier um PSYOP, also eine militärische Operation handelt, erlaubt jedoch keine Schlussfolgerung auf die weitere Entwicklung in diesem Konflikt. Zahlreiche Gerüchte über eine bevorstehende Militärintervention durch die USA und/oder Israel werden von offizieller Seite momentan abgestritten. Iran gibt sich momentan unnachgiebig, sein Atomprogramm auszusetzen. Der Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte, das iranische Atomprogramm bewege sich wie ein Zug ohne Rückwärtsgang. (vgl. Spiegel-online. 25.02.07) Vize-Präsident Dick Cheney erklärte in Sydney ausdrücklich, Iran dürfe unter keinen Umständen eine Atommacht werden. Er wiederholte, dass in diesem Konflikt nach wie vor alle Optionen auf dem Tisch lägen. (vgl. Reuters. 24.02.07)
Gestützt werden die PSYOP-Maßnahmen durch Strategische Kommunikation und Public Diplomacy. Die offiziellen Dementis bzgl. eines Angriffs und wiederkehrenden Gerüchte in den Medien lassen vermuten, dass bestimmte Informationen ´inoffiziell´ an wenige Medienvertreter geleitet werden. Dahinter könnte das Kalkül stecken, dies reiche vollkommen aus, der weiteren Verbreitung den notwendigen Anschub zu leisten. Dies bewahrheitet sich fast immer. In einzelnen Medien werden die Gerüchte gestreut und gelangen somit durch den globalen Medienzirkel in andere Länder. Hierfür gibt es zahlreiche Beispiele. Am 19.02.2007 streute BBC ein weiteres Gerücht über U.S.-Angriffspläne gegen Iran. (vgl. BBC News. 19.02.07) Einen Tag später ist diese Meldung in Österreich zu lesen. In DerStandard heißt es: „BBC: USA planen Militärschlag gegen Iran.“ (DerStandard. 20.02.07) Deutschland erreichte diese Information in Spiegel-online fünf Tage darauf. (vgl. Spiegel-online. 25.02.07 2 ) Mitte Februar berichtete der britische Daily Telegraph aus Tel Aviv über israelische Angriffspläne in Kooperation mit den USA. (vgl. Daily Telegraph. 24.02.07) Am gleichen Tag konnte man in Deutschland darüber im Spiegel-online lesen. (vgl. Spiegel-online. 24.02.07) Einen Tag später beruft sich der Enthüllungsjournalist Seymour Hersh auf seine Quellen und berichtet in THE NEW YORKER über Arbeiten im Pentagon an einem Angriffsplan. (vgl. Hersh. 25.02.07) Auch dies ist am gleichen Tag in Deutschland zu lesen. (vgl. Spiegel-online. 25.02.07 2 ) Es scheint sich um vereinzelt gestreute Informationen zu
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handeln, mit der Absicht, dass diese sich schnellstmöglich weiterverbreiten. Dies ist letztlich die Aufgabe Strategischer PSYOP und Strategischer Kommunikation. Die Strategische Kommunikation dient dem Feindbildaufbau im Inland und einer möglichen Legitimation für militärische Interventionen. Zugleich kann sie durch den weltweiten Informationsfluss als PSYOP dienen, auch wenn dies nicht ihre primäre Aufgabe ist. Denn schließlich soll die Öffentlichkeit mit Mitteln der elektronischen Massenkommunikation psychologisch manipuliert werden. Wenn dies erreicht wird, hat PSYOP seine Mission erfüllt.
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(2) Literaturverzeichnis:
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38
(3) Abbildungsverzeichnis
Abb.1: Soldaten werfen Flugblätter in einem Operationsgebiet ab. Quelle: DoD. Stand 05.02.2007
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Abb. 2: Taktische PSYOP der ISAF-Truppe in Afghanistan. Quelle: Homepage Radio Sada-e Azadi. Stand 27.02.07
>http://212.227.84.102/product-pics/1107-2-EDP.jpg<
Abb. 3: Die drei wesentlichen Instrumentarien der U.S. Amerikanischen Public Diplomacy nach Rid. Quelle: Eigene Darstellung.
Abb.4: Die verschiedenen Sendeanstalten des BBG. Quelle: Eigene Darstellung. Abb. 5: Kategorien der militärischen PSYOP. Aus: Doctrine for Joint Psychological Operations. Joint Publication 3-53. 05.09.2003. S. I-4. Stand 29.01.2007 >http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB177/02_psyop-jp-3-53.pdf< Abb. 6: Alter der iranischen Bevölkerung in Prozent. Aus: Islam. Politische Bildung und interreligiöses Lernen. Bund für politische Bildung. 2004. S. 76. Abb. 7: Orientierungen der Medien bei der sicherheitspolitischen Berichterstattung. Aus: Reeb. Hans-Joachim. 2004. Weltöffentlichkeit und Sicherheitspolitik. Überlegungen zur internationalen politischen Kommunikation. S. 41. Bremen
Abb. 8: Anzahl der transnationalen, inner- und zwischenstaatlichen Konflikte 2006 nach Intensitätslevel. Aus: HIIK. 2006. Konfliktbarometer 2006. S. 2. Veröffentlicht am 01.12.2006. Stand 23.02.2007
>http://www.hiik.de/konfliktbarometer/pdf/Konfliktbarometer_2006_Panorama.pdf< Abb.9: CNN verbreitet die Nachricht über amerikanische Erdbebenhilfe im Iran Quelle: Cnn.com. 29.12.2003. Stand 05.02.07 >http://www.cnn.com/2003/US/12/27/iran.us.aid/index.html<
Tabelle 1: Elemente einer sicherheitspolitischen Informationsarbeit. Aus: Reeb, Hans-Joachim. 2004. Weltöffentlichkeit und Sicherheitspolitik. Überlegungen zur internationalen politischen Kommunikation. S. 36. Bremen.
39
Anhang 1:
Vorschlag aus der Information-Operations Roadmap zur Aufgabenverteilung von PSYOP, Public Affairs und Unterstützung des U.S.-Verteidigungsministeriums für Public Diplomacy.
Anhang 2:
Angriffsdrohungen gegen die Islamische Republik Iran durch die USA und/oder Israel.
Anhang 3:
Iranische Erwiderung auf die Angriffsdrohungen durch die USA und/oder Israel.
Arbeit zitieren:
Markus Minning, 2007, Militärische PSYOP und die Auswirkungen auf die Nachrichtenberichterstattung. Ein Beispiel am Atom-Konflikt zwischen dem Westen und Iran., München, GRIN Verlag GmbH
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