I. INHALTSVERZEICHNIS
1. EINFÜHRUNG IN DIE ETHNOBOTANIK. 3
1.1 Einleitung 4
1.2 Begriffsklärung: Ethnobotanik. 5
2. ENSETE: BOTANI,K VERBREITUNG UND ANBA.U 6
2.1 Botanische und einheimische Charakterisierung von Ensete 6
2.2 Geographische Verbreitung 7
2.3 Ensete-Anbausysteme 8
3. DIE ETHNOBOTANISCHE BEDEUTUNG UND NUTZUNG VON
ENSETE. 9
3.1 Ensete als Nahrungsmittel 10
3.2 Ensete als Arzneipflanze 11
3.3 Technische Nutzung von Ensete. 12
4. SCHUTZ VON BIODIVERSITÄT UND INDIGENER BEVÖLKERUNG
IN DER ETHNOBOTANIK 14
5. FAZIT UND AUSBLICK 15
II. LITERATURVERZEICHNIS 17
III. ABBILDUNGSVERZEICHNIS. 18
IV. ERKLÄRUNG 19
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1. Einführung in die Ethnobotanik
„Und an dem Strom werden an seinem Ufer auf beiden Seiten allerlei fruchtbare Bäume wachsen; und ihre Blätter werden nicht verwelken und mit ihren Früchten hat es kein Ende. Sie werden alle Monate neue Früchte bringen; denn ihr Wasser fließt aus dem Heiligtum. Ihre Früchte werden zur Speise dienen und ihre Blätter zur
Dieses Bibelzitat gibt eine gute Einführung in das Thema der Arbeit: „Ethnobotanik -Ensete als Rohstoffquelle im Hochland von Äthiopien“, da es die Abhängigkeit des Menschen von der Pflanzenwelt - aber auch die Nutzbarmachung des Reichtums dieser zeigt.
Die Tatsache, dass bestimmte Pflanzen neben der Nutzung als Nahrungsmittel, Konstruktions- und Brennmaterial auch heilende oder giftige Wirkungen besitzen, wurde schon früh entdeckt. Die Ethnobotanik beginnt schon mit den Anfängen der menschlichen Existenz, so wie bewiesen ist, dass sich Tiere bestimmte Pflanzen zu ihren Zwecken nützlich machen. Schon immer haben Menschen die Pflanzenwelt klassifiziert in nutzbare und ungenutzte Pflanzen, in Nahrungs-, Heil-, Gift- und psychoaktive Pflanzen. In jeder Kultur gab und gibt es Personen, die ein besonderes Wissen über die Nutzbarkeit der Pflanzen innehielten. Mit der Sesshaftigkeit stieg die Abhängigkeit der Menschen vorwiegend von Pflanzen, die der Ernährung dienen. Ernährung und Ernährungssicherung spielen auch heute noch eine wichtige Rolle, besonders in den Entwicklungsländern. Nicht umsonst hat die FAO zur jährlichen Feier ihrer Gründung, dem „World Food Day“, am 16.10.2005 das Thema "Agriculture and intercultural dialogue" gewählt. Diese Thematik “recalls the contribution of different cultures to world agriculture and argues that sincere intercultural dialogue is a precondition for progress against hunger and environmental degradation”. Wenn Hunger und Umweltzerstörung nur durch den interkulturellen Dialog zu mindern sind, so soll diese Arbeit einen Beitrag dazu leisten, indem am Beispiel Südwest-Äthiopiens aufgezeigt wird, wie eine Gesellschaft durch ihr indigenes Wissen ihr Überleben sichert. Äthiopien zählt zu den ärmsten Entwicklungsländern. Vor allem die Ernährungssicherung gehört zu den Kernproblemen des Landes und nahm unter den Bürgerkriegsbedingungen der 1980er Jahre dramatische Ausmaße an. Doch die
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Hungerkrise konnte einige Regionen Äthiopiens nicht erreichen. Die Nutzung der „falschen Banane“ in einem angepassten Bewirtschaftungssystem sicherte die Ernährung. Heute wird Ensete von über zehn Millionen Bewohnern Äthiopiens angebaut. Hunger ist in den Ensete-Anbaugebieten trotz hoher Bevölkerungsdichte so gut wie unbekannt. Trotzdem ist Ensete eine der am wenigsten wissenschaftlich untersuchten Grundnahrungsmittel Afrikas. Da Ensete durch die vielfältigen Nutzungsformen den Mittelpunkt einiger Ethnien Äthiopiens bildet, soll im Folgenden die Pflanze in ihrer ethnobotanischen Bedeutung als Rohstoffquelle dargestellt werden.
1.1 Einleitung
In dieser Arbeit soll herausgestellt werden, inwiefern Ensete als ausgewähltes Pflanzenbeispiel aus dem Hochland von Äthiopien eine Rohstoffquelle für die dortige Bevölkerung bildet und ethnobotanischen Nutzen findet. Um dies herauszufinden, wird zuerst der Begriff und die Geschichte der Ethnobotanik (1.2) kurz angerissen um im zweiten Kapitel die Pflanze mit ihren botanischen Charakteristiken (2.1) in ihrem Verbreitungsgebiet (2.2) zu erläutern. Innerhalb des Anbaugebietes von Ensete werden die Ensete-kultivierenden Ethnien vorgestellt und die Unterschiede zwischen den Anbausystemen (2.3) aufgezeigt. Im Kapitel 3 wird Ensete in der ethnobotanischen Bedeutung und Nutzung dargestellt. Die anthropogene Pflanzennutzung bildet den Schwerpunkt in der Verwendung von Nahrungsmitteln. Die Vielfältigkeit der Nahrungspflanzen und deren Nutzung wird im Abschnitt 3.2 herausgestellt. Ein wichtiger Bereich der Ethnobotanik ist die Untersuchung von Arzneipflanzen, wozu besonders viele Forschungsergebnisse vorliegen. Deshalb wird die Wirkung der Pflanze als Arzneimittel (3.2) vorgestellt. Das Kapitel schließt mit dem Potenzial der Pflanze in der technischen Nutzung (3.3) ab. Da die Wissenschaft der Ethnobotanik auf der Grundlage des indigenen Wissens der Bevölkerung und der Biodiversität enstanden ist, nimmt dieses Thema ein eigenes Kapitel (4) ein. Die Hausarbeit wird durch eine kurze Zusammenfassung mit Ausblick (5) abgeschlossen.
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1.2 Begriffsklärung: Ethnobotanik
Die Geschichte der Ethnobotanik beginnt mit Carl von Linnaeus, der durch seine taxonomisch-botanische Nomenklatur Rahmenbedingungen der Ethnobotanik setzte. Während seiner Lappland Reise im Jahr 1732 untersuchte und dokumentierte er die Nutzung von Pflanzen durch die Sami und wurde somit zum ersten modernen Ethnobotaniker [Balick, Cox 1996: 19].
Als Namensgeber der Ethnobotanik gilt John W. Harshberger (1869-1929) der im Jahr 1895 erstmalig die Bezeichnung „ethnobotany“ benutze, nachhaltig prägte und damit eine neue Forschungsdisziplin einberief, die aus dem Kontakt zwischen europäischen Eroberern und der indigenen 1 Bevölkerung Amerikas entstand. Laut seiner Definition bezeichnet die Ethnobotanik die Untersuchung von “plants used by primitives and aboriginal people” [Heinrich 2001: 10].
Heutige Definitionen beziehen sich nicht mehr auf „primitive“ Völker und heben den Aspekt der Interaktion zwischen Mensch und Pflanze hervor. Balick 2 und Cox definieren: „ [...] ethnobotany is the study of relationships between plants and people” [Balick, Cox 1996: 3]. Heinrich spricht vom: “Studium der in einer Soziokultur z.B. als Nahrung, Arzneimittel, Baumaterial oder Färbemittel genutzten Pflanzen” [Heinrich 2001: 145].
Wesentliche Forschungsziele der Ethnobotanik sind die Untersuchung der Pflanzennutzung, ihre Bedeutung für eine Soziokultur und der hiermit zusammenhängenden Fragen (z.B. des Schutzes der Biodiversität). Die Ethnobotanik ist eine Subdisziplin der „ethnoscience“, welche 1978 von R. Ford definiert wurde als „the use, importance, and perception of the environment in its most general sense [...] by aboriginal peoples […]. Its allied fields of study are biology, botany, zoology, astronomy, geography, and natural phenomena characteristic of local weather or climate.” Die Ethnobotanik ist innerhalb der Subdisziplinen die bestimmende Disziplin [Dohrmann 2004: 21]. Die interdisziplinäre Forschungsansatz der Ethnobotanik wird erkenntlich durch das Teilen des Wortes Ethnobotanik in „Ethno(logie)“ der Wissenschaft über die Menschen und „Botanik“, der Wissenschaft über die Pflanzen. Ethnobotanische Forschungen können daher sehr unterschiedliche Ansätze haben. Während Kultur-
1 „Indigen“wird in dieser Arbeit als einheimisch, einer lokalen Gruppe zugehörig verstanden und in Bezug auf
Bevölkerung im Sinne von einheimische Siedler, die einen traditionellen, nicht-industrialisierten Lebensstil in
Regionen führen, in denen sie seit Generationen leben, verwendet.
2 M. Balick war Schüler des Begründers der wichtigsten ethnobotanischen Schule des 20. Jh: Richard Evans
Schultes von der Harvard Universität .
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und Sozialwissenschaftler den Schwerpunkt in der Rolle einer Pflanze in der indigenen Kultur legen würden, könnte ein Biologe eine Pflanze in ihrer pharmazeutischen Anwendung näher untersuchen wollen. Um die Verbindung zwischen Mensch und Pflanze verstehen zu können, sehen Balick und Cox den idealen Ethnobotaniker als eine Kombination aus Anthropologe, Archäologe, Botaniker, Chemiker, Psychologe, Ökologe, Entdecker, Folklorist, Pharmakologe und Diplomat. [Balick, Cox 1996: 7]
Es ist also eine hoch komplexe Aufgabe, eine umfassende ethnobotanische Forschung zu leisten. Daher soll auch in dieser Arbeit lediglich eine Pflanze und deren Nutzung als „Rohstoffquelle“ näher, aber dafür umso intensiver untersucht werden.
2. Ensete: Botanik, Verbreitung und Anbau
In diesem Abschnitt soll ein kurzer Überblick über die Pflanze Ensete gegeben werden. Es werden die verschiedenen Anbau-Systeme innerhalb des Verbreitungsgebietes von Ensete dargestellt. Die botanische Charakterisierung wird durch die einheimische Charakterisierung ergänzt.
2.1 Botanische und einheimische Charakterisierung von Ensete Ensete ventricosum (Welw.) Chessm. 1947 ist auch
unter dem Namen „falsche Banane“ bekannt. Das liegt an der starken morphologischen Ähnlichkeit zur Banane (siehe Abb.1), jedoch ist die Ensete-Pflanze mit bis zu 10m Höhe weitaus größer als die Banane und bringt keine essbaren Früchte hervor. Ein bedeutender Unterschied ist, dass die Banane polykarp ist, die Ensete monokarp. Das heißt, dass die Pflanze nur einmal eine Blüte hervorbringt und dann abstirbt. [Brandt, Spring, Hiebsch: 1997: 3] Aus der Wurzel der kultivierten Ensete-Pflanze werden
Schösslinge gewonnen, die Vermehrung ist also vegetativ [Fujimoto 1997: 875].
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Auf Grund dieser morphologischen und zytologischen Unterschiede hat Chessman 1947 die Ensete als eigene Gattung von der Gattung Musa (Banane) getrennt [Dohrmann 2004: 61]. Ensete ventricosum wird nach dem Lehrbuch der Botanik (1983: 571ff) wie folgt klassifiziert:
Taxonomisch wird nicht zwischen der wilden und kultivierten Ensete unterschieden. Die Menschen, die Ensete anbauen, haben ein eignes Klassifizierungssystem, das sich von dem botanischen System unterscheidet. Nach der einheimischen Klassifizierung gibt es nicht nur Ensete entsprechend der Ensete ventricosum, es werden viele verschiedene Ensete „Sorten“ unterschieden. In der Literatur scheint es keine einheitliche Bezeichnung dieser „Sorten“ zu geben, im Englischen stößt man auf Bezeichnungen wie varieties, clones oder landraces, die man als „einheimische“ oder „traditionelle Sorten“ bezeichnen könnte. In diesem Sinn wird im Folgenden der Begriff „Sorte“ verwendet. Die Ensete-anbauenden Ethnien im Südwesten
Äthiopiens (siehe Abb. 3) kultivieren eine Vielzahl verschiedener Sorten. Die Anzahl der Sorten variiert, je nach Ethnie, zwischen 50 und 100. In Ost-Gurage werden z. B. 70 Sorten unterschieden, Shigeta gibt für die Ari über 100 Sorten an. Die Sorten werden durch ihre besonderen Eigenschaften als Nahrungs-, oder Arzneipflanze, Form, Größe, Blattfarbe oder spezielle Faserstruktur unterschieden [Dohrmann 2004: 67].
2.2 Geographische Verbreitung
Die Gattung Ensete ist in den kühleren Hochländern in Süd- und Südostasien und West-, Zentral- und Ostafrika verbreitet, wird jedoch nur im Südwesten Äthiopiens (siehe Abb.2) angebaut [Dohrmann 2004: 78]. Fujimoto [1997: 867] beschreibt sie auch als „endemic crop“.
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Äthiopien gehört zu den Tropen, das
Hochland ist ein Paradebeispiel für die Differenzierung von Klima, Vegetation und Raumnutzung
Höhenstufen: Kolla, die bis 1000m hohe, heiße und niederschlagsarme Stufe, die darauffolgende Woina Dega bis 2000m, durch gemäßigtes Klima geprägt als Hauptsiedlungsgebiet Baumwoll- und Getreideanbau und der ab 2500m beginnenden Dega, deren kühles
Klima sich neben dem Ensete-Anbau nur zur Viehzucht eignet. [Nohlen 1992: 75f] Die Ensete-Anbaugebiete liegen auf einer Höhe von 1200m bis 3100m über dem Meeresspiegel, beste Standortbedingungen liegen zwischen 2000m und 2750m Höhe. In diesen Gebieten liegt der jährliche Niederschlag bei 1100 bis 1500mm, welcher hauptsächlich zwischen März und September fällt. [Brandt, Spring, Hiebsch 1997:5] Drei bis fünf Trockenmonate sind in den Ensete-Anbaugebieten normal. Wenn die Bodenfeuchtigkeit aufgebraucht ist, stellen die Pflanzen ihr Wachstum ein und lagern Stoffwechselprodukte an. Genau diese Stärkeanreicherung macht die Pflanze erst zu einer Nahrungspflanze. Eine Durchschnitttemperatur von 17 bis 20°C gewährleistet eine optimale Stärkeanreicherung. [Dohrmann 2004:78f]
2.3 Ensete-Anbausysteme
Ensete-Anbausysteme werden meist dahingehend unterteilt, inwieweit die Menschen in der Ernährung von Ensete abhängig sind. Zunächst soll jedoch die Frage geklärt werden, welche Anbausysteme in Äthiopien vorzufinden sind. Westphal (1975: 83) unterscheidet zwischen vier Landwirtschaftssystemen: Pastoralismus, shifting cultivation, auf Getreide basierende Anbausysteme und auf Ensete basierende Systeme. Innerhalb des Ensete-Anbausystems unterscheidet er (Westphal 1975: 123ff) zwischen vier Subsystemen. Brandt, Hiebsch, Spring (1997: 4) und A. Spring (1997: 824) übernahmen die Einteilung Westphals und zeigen auf, welche Ethnie welches Anbausystem praktiziert (siehe Abb. 3).
Die Sidama und Gurage nutzen Ensete als Hauptnahrungsmittel. Ensete wird in dichten Plantagen angepflanzt, auf Grund des intensiven Bewirtschaftungssystems
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sind die Sidama und Gurage stark von der Viehhaltung abhängig um genug Dünger zu produzieren. Bei den Gamo, Hadiyya, Wolayta und Ari ist Ensete gleichbedeutend mit dem Anbau von Getreide und Knollenfrüchten. Hadiyya Getreidekonsum zu Gunsten von Ensete bei ärmeren Haushalten. Im dritten Subsystem sind Ensete und Knollenfrüchte von geringerer Bedeutung, Getreide
ist das Hauptnahrungsmittel. In diesem System, welches von den Omoro praktiziert wird, bildet der Ensete-Anbau eine Überlebensstrategie bei Ernteausfällen. Für die Sheiko im Südwesten Äthiopiens ist Ensete von geringerer Bedeutung als Getreide. Knollenfrüchte bilden die Hauptnahrungsquelle.
Auffällig hierbei ist, dass in Gebieten mit höherer Bevölkerungsdichte 3 Ensete von größerer Bedeutung ist als in Gebieten, in denen die Bevölkerungsdichte gering ist.
3. Die ethnobotanische Bedeutung und Nutzung von Ensete „Every part of the enset plant is used. Farmers say that “Enset is our food, our
Durch dieses Zitat wird die Bedeutung von Ensete für die Bauern des Hochland von Äthiopien mehr als deutlich. Ensete nimmt im Leben der Bauern eine herausragende Stellung ein und befriedigt die Grundlage der menschlichen Bedürfnisse. Die Pflanze scheint allgegenwärtig, in einem Haus, dass mit Hilfe von Ensete gebaut worden ist,
3 Im Sidama und Gurage Gebiet liegt die Bevölkerungsdichte bei 200-400 Personen pro km 2 , bei den Gamo,
Hadiyya, Wolayta und Ari liegt die Bevölkerungsdichte um 200 Personen pro km 2 .
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wird Ensete gegessen, heilt Ensete Krankheiten und wird auf Ensete-Matten geschlafen. Diese drei Bereiche der Ethnobotanik (Nahrung, Medizin und technische Verwendung von Ensete ventricosum) sollen nun näher erläutert werden.
3.1 Ensete als Nahrungsmittel
Nahrungspflanzen sind seltener Thema der Ethnobotanik als etwa Gift- oder Arzneipflanzen und Halluzinogene, obwohl Nahrungspflanzen sehr viel bedeutender, ja lebenswichtig für jeden Menschen sind. Als Grundlage zur Entstehung und Erhalt eines Volkes, sollte die Forschung über Nahrungspflanzen die Basis einer jeden ethnobotanischen Studie über eine indigenen Gruppe sein. Oft sind Arbeiten über Nahrungspflanzen in der Ethnobotanik jedoch auf größere Regionen oder Staaten ausgerichtet und werden aus der ökonomischen Perspektive heraus diskutiert [Heinrich 2001: 102].
Fast jede Kultur hat eine Pflanze, die als Hauptlieferant für Kohlenhydrate genutzt wird. Meistens sind dies Wurzelknollen oder Früchte, wie etwa Süßgräser. In den Industrieländern ist ein Rückgang der Bedeutung bei gleichzeitiger Diversifizierung von kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln zu verzeichnen. Hier nimmt der Anteil von tierischem Proteinen, Fett und raffiniertem Zucker zu, während in den Entwicklungsländern kohlenhydratreiche Pflanzen nach wie vor die
Hauptnahrungsquelle sind. [Heinrich 2001: 108] Der Ensete-Anbau dient in erster Linie der Subsistenzwirtschaft um eine Hauptnahrungsquelle zu schaffen. Die drei wichtigsten Nahrungsmittel, die aus der Ensete-Pflanze gewonnen werden sind kocho, bulla und amicho (amharisch). Kocho wird aus der zerstampften Knolle bestimmter „Nahrungs-Sorten“ und dem abgeschabten Gewebe aus der Blattscheide gewonnen. Ausgepresst und in einer mit Ensete-Blättern ausgelegten Grube wird es fermentiert, um danach Fladen daraus zu backen. Diese Fladen bilden das tägliche Hauptnahrungsmittel, in Restaurants sind sie zusammen mit kifto (rohes Hackfleisch mit Butter und Gewürzen) ein beliebtes Gericht. Bulla, die aus der Ensete ausgewaschene Stärke enthält keine Fasern und hat keinen säuerlichen Geschmack, da es nicht wie kocho fermentiert wird. Aufgrund der hohen Qualität der seltenen Ensete-Sorte wird es in erster Linie bei Festen zubereitet. Bulla erhält man, indem die Blattscheide und der Blütenstängel ausgekratzt und mit der geriebenen Wurzelknolle zusammengibt. Der Brei wird ausgedrückt. Die übrigbleibende Stärke konzentriert sich zu einem weißen Pulver,
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welchem wieder Wasser zugefügt wird um es zu Fladen, Brei, oder Klößen weiter zu verarbeiten. Während bulla nur von Ensete-Pflanzen in der Blüte gewonnen werden kann, ist amicho auch von jüngeren Pflanzen zu gewinnen. Die gekochte Wurzelknolle wird wie andere Hackfrüchte zubereitet. Amicho wird zu Festlichkeiten oder in Notsituationen verzehrt. [Brandt, Spring, Hiebsch 1997:11] Die Ensete-Pflanze bildet daher den Rohstoff zur täglichen Ernährung und ist gleichzeitig wichtiger Bestandteil der Überlebenstrategie bei Ernteausfällen und in Notsituationen.
3.2 Ensete als Arzneipflanze
Arzneipflanzen bilden einen wichtigen Bestandteil der Ethnobotanik, sie stehen im Hauptinteresse der Forschung. Nach Franz 1999 sind 60% aller Nutzpflanzen der Gruppe der Arzneipflanzen zuzurechnen, wobei hier der Begriff “Arzneipflanzen” sich nicht auf monographierte Pflanzen in rechtsverbindlichen Arzneibüchern beschränkt. Nach Schätzungen sind 80% der Weltbevölkerung auf “nicht-westliche“ Medizinsysteme zur Sicherung ihrer Gesundheitsversorgung angewiesen (Farnsworth at al. 1985). Reaktionär sind die Forderungen der WHO, welche eine Aufwertung der traditionellen Medizin und deren Integration in die moderne Medizin bestrebt. Als erstes afrikanisches Land hat Nigeria die ländliche Gesundheitsversorgung durch Phytotherapie mittels indigenen Heilern in das nationale Basisgesundheitsprogramm integriert.
In vielen Kulturen spielen Pflanzen, die der Nahrung dienen zugleich als Arzneimittel eine wichtige Rolle. Der Übergang zwischen Nahrung und Medizin ist auch in unserer Kultur fließend. Ein Beispiel sei als Nahrungsmittel angebotener Joghurt, der mit bestimmten Bakterien angereichert wird, welche, wie uns die Werbung mitteilt, die Darmflora positiv beeinflussen sollen.
Die aus verschiedenen Ensete-Sorten gewonnene Medizin wird meist als Nahrung eingenommen. Eine häufig zu medizinischen Zwecken genutzte Ensete-Sorte ist die quinnawaara, die zusammen mit Milch oder Fleisch zubereitet, zur Förderung der Heilung bei Knochenbrüchen dient. Quinnawaara wird auch als normale Nahrung von Familien gegessen, die viele Pflanzen dieser Sorte haben. Die Knolle der Sorte astara, welche die gleiche Wirkung wie quinnawaara haben soll, wird mit Milch genossen und auch zur Heilung von Beulen genutzt. Eine Linderung von Rückenschmerzen bewirkt eine aus quombootra zubereitete Nahrung. Das Wasser
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aus den Blattscheiden dieser Sorte wird äußerlich angewendet, um Hautekzeme zu heilen. Ebenso wird zu medizinischen Zwecken die getrocknete innere Struktur von faserarmen Blattscheiden genutzt, um Mullbinden herzustellen. Während die bisher aufgeführten Ensete-Sorten auch als reines Nahrungsmittel konsumiert werden, wird die Sorte maqelweesa nur als Medizin eingenommen. Die Knolle der Pflanze, welche sich von anderen Ensete-Pflanzen dadurch unterscheidet, dass sie auberginenfarben und nicht grün ist, wird gekocht verzehrt um das Abstoßen der Plazenta zu beschleunigen. Auch bei Kälbern, Fohlen oder anderen Nutztieren wird im Falle von Geburtsproblemen das Medikament genutzt. Der Name maqelweesa, was „Plazenta-Ensete“ bedeutet, weist hier eindeutig auf den Verwendungszweck hin.
Ensete wird demnach nicht allein zur Heilung des Menschen, sondern auch bei Tieren eingesetzt. In diesem Fall werden die gleichen Ensete-Sorten und Pflanzenteile genutzt, jedoch ungekocht verfüttert. [Dohrmann 2004:186ff] In diesem Zusammenhang ist auch die Verfütterung von Ensete in Trockenzeiten zu nennen. Wenn keine andere frische Nahrung verfügbar ist, werden verhältnismäßig trockene Sorten, die für den Menschen ungenießbar sind, hauptsächlich an Rinder, aber auch Pferde, Esel und Maultiere verfüttert. [Brandt, Spring, Hiebsch 1997: 11] Ensete spielt daher neben der Nutzung als Arzneipflanze auch in der Überlebenssicherung von Nutztieren eine wichtige Rolle.
3.3 Technische Nutzung von Ensete
Während die Knolle und die frischen Blattscheiden als Nahrungsmittel und Medizin genutzt werden, liefert die Pflanze noch weitere wichtige Rohstoffe, die zu unterschiedlichen Verwendungszwecken verarbeitet werden. Die Ensete-nutzenden Ethnien haben ein weites Spektrum an Verpackungs-, Konstruktions- und Bindematerialien entwickelt. Daher wird im Folgenden zwischen den Rohstoffen der Pflanzenteile unterschieden, um Übersichtlichkeit zu wahren. Die folgende Aufzählung ist entnommen aus Alke Dohrmanns ethnobotanischer Forschung über die Ethnie Hadiyya. Dohrmann fand im ganzen Ensete-Anbaugebiet bei anderen Ethnien die gleichen oder vergleichbare Nutzungsformen, sodass hier nicht zwischen den verschiednen Ethnien unterschieden wird.
Die bis zu fünf Meter langen und bis zu einem Meter breiten Blätter der Pflanze finden die vielfältigste Verwendung. Die Blätter werden im täglichen Leben als
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Verpackungsmaterial für Lebensmittel, die zum Markt transportiert oder gelagert werden sollen, genutzt. Auch als Arbeitsunterlage oder Teller finden sie Verwendung. Auf Grund ihrer Großflächigkeit sind sie besonders zur Abdeckung, als Regenschutz und zur provisorischen Reparatur von Hauswänden und -dächern geeignet. Die schmalen Streifen der Blattseiten finden als Pinsel in der Töpferei Verwendung. Die übrigbleibende Mittelrippe ist getrocknet ein gängiges Bindematerial, das ständig zur Verfügung steht und nicht wie Schnüre aus Fasern einem aufwändigen Herstellungsprozess unterliegen. In großen Mengen werden die Mittelrippen bestimmter Sorten bei der Konstruktion des Dachgerüsts eines traditionellen Hauses und zur Herstellung von (Schlaf-) Matten verarbeitet. Neben weiteren Verwendungsmöglichkeiten der Blätter sind die Fasern der Ensete-Pflanze von großer Bedeutung. Die außerordentlich festen Fasern werden durch zwei verschiedene Techniken 4 zu Schnüren gezwirnt. Fasern und Seile werden auf dem lokalen Markt verkauft. Die Fasern finden auch als Schwamm oder zum Abtrocknen Verwendung, und sind also nicht nur Rohstoff für die Herstellung von Bindematerial oder zum Flechten von Taschen.
Diese Aufführung von einigen technischen Nutzungsarten zeigt die vielfältige Einsetzbarkeit der Ensete und den individuellen Nutzen jeder Ensete-Sorte. Jedes Pflanzenteil, das nicht zur Nahrung, Verfütterung oder als Medikament dient, wird weiterverarbeitet zu Materialien des täglichen Bedarfs. Ensete ist folglich nicht nur ein Rohstoff, der das Überleben sichert, sondern der auch eine wirtschaftliche Unabhängigkeit von vielen Importwaren schafft.
Da diese Rohstoffe aus der hohen Diversität der verschiedenen Pflanzensorten jedoch nur durch das indigene Wissen über die Nutzung und Verarbeitung in Wert gesetzt werden können, ist der folgende Abschnitt über den Erhalt und Schutz von Biodiversität und indigenem Wissen.
4 Die eine Technik, bei der mit geringem Zeitaufwand Schnüre hergestellt werden, wird nur von Frauen
praktiziert. Mit der anderen Technik entstehen qualitativ hochwertigere Schnüre und Seile. Sie gilt als
Männertechnik, Frauen beherrschen diese jedoch auch.
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4. Schutz von Biodiversität und indigener Bevölkerung in der Ethnobotanik
Seit Ende der achtziger Jahre des 20. Jh. wurde auch die Rolle von Nutzpflanzen innerhalb der Erhaltung der Biodiversität erkannt. Intensiv diskutiert wurden hierbei spezialisierte Nutzungsformen und die ökologische Bedeutung einzelner Nutzpflanzen [Heinrich 2001: 124]. In Anbetracht, dass heute von den ca. 3000 Arten der höheren Pflanzen, die als Nahrungspflanzen genutzt werden, nur sieben Arten (Hochleistungssorten von Weizen, Reis, Mais, Kartoffel, Gerste, Süßkartoffel und Maniok) 72% der Gesamtnahrungsmittel einnehmen [Beck 2005] scheint die erst seit wenigen Jahren entfachte Diskussion um den Erhalt von Biodiversität mehr als plausibel. Äthiopien ist ein Zentrum der Diversifizierung und Kultivierung von Feldfrüchten. Die Anzahl der Arten bei den höheren Pflanzen in Äthiopien wird auf 6500-7500 geschätzt, davon sind 12% endemisch [Bekele 1997: 775]. Äthiopien besitzt also einen hohen Artenreichtum. Das indigene Wissen 5 der Ensete-Bauern über die Pflanzenwelt und die Nutzung von Pflanzen als Nahrung und zu medizinischem Zweck ist abhängig von der biologischen Diversität. Wie schon im Kapitel 3 gezeigt wurde, hat jede Ensete-Sorte einen speziellen Nutzen. Die Bewohner des Hochlands von Äthiopien bilden den Schlüssel zum Verstehen, Nutzen und Schützen der Diversität der von Ihnen genutzten Pflanzen. Indigenes Wissen ist essentiell um Pflanzen zu nutzen, zu identifizieren und zu katalogisieren. Wenn diese ethnischen Gruppen verschwinden, beinhaltet es den Verlust dieses Wissens. Der Schutz dieser Gruppen ist ein ökonomisches Potenzial für Entwicklungsländer; ein Verlorengehen der ethnobotanischen Überlieferung wäre ein gewaltiger ökonomischer und wissenschaftlicher Verlust für die Menschheit! Soll die Diversität des Pflanzenreichs als Rohstoffquelle erhalten bleiben, müssen also auch indigene Völker geschützt werden. Folgende Deklarationen bilden einen ersten Schritt dahin: Der 1988 abgehaltene erste internationale Kongress über
5 Der Begriff "Indigenes Wissen" umfasst Kenntnisse, Innovationen und Praktiken indigener Völker und
traditionell lebender lokaler Gemeinschaften. Dieses Wissen wurde über Jahrhunderte entwickelt, von
Generation zu Generation meist mündlich überliefert und ist an die örtliche Kultur und Umwelt angepasst. [gtz
2006]
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Ethnobiologie verabschiedete in der Deklaration von Belém eine Liste von Forderungen zum Schutz der biologischen Artenvielfalt und der indigenen Kulturen insbesondere der tropischen Regenwälder. Es werden unter anderem folgende Aktivitäten gefordert:
• Traditionelle Heiler und Kräuterkundige sollen bei allen Projekten, die deren Lebensgrundlagen und Umgebung betreffen, konsultiert werden.
• Für die Nutzung des Wissens und der Ressourcen von Naturvölkern muss es Richtlinien und Mechanismen zur Kompensation geben.
• Die Fähigkeiten der indigenen Bevölkerung sollen allgemein respektiert, geschützt und gefördert werden.
• Wissenschaftler sollen die Resultate ihrer ethnobotanischen Forschung an die traditionellen Gemeinschaften zurückgeben, mit denen sie zusammengearbeitet haben.
• Ein wesentlicher Teil der Entwicklungshilfe soll für den Schutz, die Inventarisierung und das Management ethnobotanischer Ressourcen eingesetzt werden.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich diesen Forderungen inzwischen weitgehend angeschlossen. Eine Gruppe von Spezialisten in den Bereichen Gesundheit und Naturschutz verabschiedete auf einer Tagung der WHO, des WWF und der IUCN (International Union for the Conservation of Nature) fast zeitgleich zur Deklaration von Belém die Deklaration von Cjiang Mai, in der nachdrücklich die Erhaltung von Arzneipflanzen und der sie nutzenden indigenen Völker gefordert wird. [Heinrich 2001: 123]
5. Fazit und Ausblick
Die ausgewählte Pflanze Ensete ventricosum wurde in dieser Arbeit dargestellt als ein ethnobotanisches Fallbeispiel der Bedeutung des Pflanzenreichs für den Menschen, der sich von Pflanzen ernährt und gesund hält, Werkgegenstände herstellt und Schutz erhält. Eine Auswahl an Nutzungsformen der Pflanze als Nahrung, Arznei und Arbeitsmaterial zeigt nur einige Aspekte der ethnobotanischen Bedeutung. Weitere Beispiele aus den Bereichen Ritual und Zeremonie sowie kultureller Stellenwert der Pflanze würden jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Die endemisch kultivierte Pflanze Ensete ist die Lebensgrundlage der
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Menschen im Hochland von Äthiopien. Ihr indigenes Wissen über die Nutzung der Pflanze ist einmalig und bedarf weiterer interdisziplinärer ethnobotanischer Forschungen. Ensete ventricosum muss mit dem Wissen über all ihre Sorten im Rahmen des Erhalts der Biodiversität geschützt werden. Die Devise “saving lives by saving plants” oder “saving plants by saving lives” ist auf internationaler Ebene erkannt worden und bedarf nun der Umsatzung auf lokaler Ebene. Viele Ethnien leben (noch) in einem komplexen Geflecht mit der natürlichen Umwelt, auch wenn die Nutzungsstrategien indigener Völker in vielen Fällen sicher nicht an die ökologischen Bedingungen der Umwelt angepasst sind. Die angewandte Ethnobotanik könnte den Menschen den Weg zu einem ökologischeren und nachhaltigeren Umgang mit der Natur helfen. Im Angesicht des steigenden Bevölkerungsdrucks im Hochland von Äthiopien sind ethnoökologische Forschungen deshalb von höchster Dringlichkeit. Über die Folgen für die Verfügbarkeit von Arznei-und Nutzpflanzen auf dem Weltmarkt kann derzeit nur spekuliert werden.
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Lehrbuch der Botanik. Gustav Fischer Verlag. Jena 1983
Westphal, Egbert
Agricultural systems in Ethiopia. Centre for Agricultural Publishing and Documentation. Wageningen 1975
III. Abbildungsverzeichnis Abb.1 bis 3 entnommen aus:
Brandt, S. A.; Spring, A.; Hiebsch, C. et al. .
The tree against hunger - Enset based agricultural systems in Ethiopia. American Association for the Advancement of science. Washington 1997: 3f
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Arbeit zitieren:
Anne Hegge, 2006, Ethnobotanik - Ensete als Rohstoffquelle im Hochland von Ägypten, München, GRIN Verlag GmbH
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Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
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Anne Hegge hat den Text Ethnobotanik - Ensete als Rohstoffquelle im Hochland von Ägypten veröffentlicht
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