Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. 2
Einleitung 3
1. Die drei Formen der inneren Repräsentation. 5
1.1 Die handlungsmäßige Darstellung 5
1.2 Die bildhafte Darstellung 5
1.3 Die symbolische Darstellung 6
2. Eigenschaftsbegriffe. 8
2.1 Die klassische Theorie 8
2.1.2 Probleme der klassischen Theorie. 9
2.2 Die Prototypen Theorie. 10
2.2.1 Probleme der Prototypen-Theorie 11
3. Resümee und Ausblick. 12
4. Literaturverzeichnis. 13
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Einleitung
Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema der Kategorisierung, die unter anderem von dem amerikanischen Wissenschaftler Jerome S. Bruner untersucht und beschrieben wurde.
Wir benutzen Kategorien, um Gruppen von Objekten oder Ereignissen wie etwa Tiere, Menschen, Autos, Computer, Feiertage, Kriege, aufgrund ihrer Gemeinsamkeiten zusammenzufassen. Kategorien können konkrete Objekte wie zum Beispiel Tiere bezeichnen, sie können sich aber auch auf abstrakte Gebilde wie etwa Religionen beziehen. Es ist auch möglich Kategorien zu kombinieren, um so zu einer schier endlosen Zahl neuer Kategorien zu kommen. Wozu benötigen wir aber eigentlich Kategorien?
„Eine der wichtigsten Funktionen von Kategorien besteht darin, dass sie uns ermöglichen, neue Erfahrungen mit bereits vorhandenem Wissen in Kontakt zu bringen. Ohne Kategorien wären wir nicht in der Lage, uns in der Welt zu orientieren und von Erfahrungen zu profitieren. Wäre jedes Ereignis einzigartig, wüssten wir nicht, was wir tun sollten und welche Vorhersagen wir machen könnten. Erst die Zuordnung zu einer Klasse ähnlicher Objekte oder Ereignisse erlaubt es uns, angemessen zu reagieren.“ (Waldmann, 2002, S. 5)
Da Jerome S. Bruner ein Begründer dieser Theorie ist, werde ich zunächst kurz etwas zu seiner Biografie schreiben.
Bruner beginnt seine Karriere als Professor an den Universitäten Oxford und Harvard, wo er später das „Center for cognitive studies“ gründet. Mittlerweile anerkannt als einer der bedeutenden Psychologen der Gegenwart tätigt er seine Forschungen auf ganz unterschiedlichen Gebieten. Er befasst sich mit der Entwicklung des Denkens, er ist der Vater der modernen Entwicklungspsychologie und ein wichtiger Vertreter der klinischen und kulturvergleichenden Forschung. Im Bereich der Wahrnehmungspsychologie hat Bruner den „New Look“ durchgesetzt und 1960 veröffentlicht er sein Buch „The process of education“. (vgl. www.wikipedia.de, 15.11.2005)
Im ersten Kapitel dieser Hausarbeit werde ich die drei inneren Formen der Repräsentation von Dingen und Vorgängen im menschlichen Bewusstsein vorstellen.
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Das zweite Kapitel der Eigenschaftsbegriffe unterteilt sich in zwei Abschnitte. Der erste Abschnitt erläutert die klassische Kategorien-Theorie und der zweite die Prototypen-Theorie. Beide Abschnitte beinhalten eine Problematisierung der jeweiligen Theorien.
Abschließend werde ich ein kurzes Resümee ziehen und einen Ausblick auf zukünftige Forschungsfelder geben.
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1. Die drei Formen der inneren Repräsentation
Wie nehmen wir unsere Umwelt wahr und auf welche Art und Weise wird sie in unserem Bewusstsein dargestellt? Diese Fragestellung versucht das folgende Kapitel zu beantworten.
Zunächst einmal unterscheidet man drei Formen der Darstellung: 1. Die handlungsmäßige Darstellung 2. Die bildhafte Darstellung 3. Die symbolische Darstellung
Anschließend werden diese drei Repräsentationsformen, mit Bezug auf den entwicklungspsychologischen Aspekt, detailliert dargestellt.
1.1 Die handlungsmäßige Darstellung
Die handlungsmäßige Darstellung besagt, dass zum Beispiel der Begriff Fahrrad durch die Handlung des Fahrradfahrens dargestellt wird. So werden alle Begriffe mit einer typischen Handlung beziehungsweise Bewegung koordiniert. Der handlungsmäßigen Repräsentation kommt eine besondere Bedeutung in den ersten sechs Lebensmonaten eines Kindes zu, denn die besondere Leistung dieser Kinder besteht in der Verbindung von wahrnehmen und bewegen (z.B. etwas festhalten, nach etwas greifen, etc.)
Piaget bezeichnet diesen Abschnitt der kindlichen Denkentwicklung als Phase der „sensumotorischen Intelligenz“.
Die Objektpermanenz hat sich in dieser Phase noch nicht gebildet, so dass ein Kind keine Vorstellung mehr von einem Objekt hat sobald es aus seinem Blickfeld ist. Das Ende dieser Phase ist erst erreicht, wenn Objekte unabhängig von den dazu gehörigen Handlungen werden. (vgl. Edelmann, 1994)
1.2 Die bildhafte Darstellung
In der Phase der bildhaften Darstellung wird das Erfassen einer Sache langsam unabhängiger vom Handlungsschema. Ab einem Alter von circa einem Jahr setzt
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nun die Objektpermanenz ein. Objekte die aus dem Blickfeld des Kindes verschwinden, können jetzt gedanklich wieder Bewusst gemacht werden. Die Phase der bildhaften Darstellung ist unter anderem durch folgende Merkmale der Vorstellungsbilder gekennzeichnet:
- Vorstellungsbilder stehen in einem engen Bezug zur Handlung - sie sind egozentrisch (auf das Kind bezogen) - die Vorstellungsbilder sind recht flüchtig und durch wenige Oberflächenmerkmale gekennzeichnet - sie sind konkret und nicht schematisch (vgl. Gibson & Olum, 1960)
So wird zum Beispiel ein Storch als Tier mit großem Schnabel und langen Beinen wahrgenommen. Dieses konkrete Vorstellungsbild ist für eine Kategorisierung nach bestimmten Merkmalen eher problematisch. Denn wenn der Storch nur durch diese wenigen auffälligen Oberflächenmerkmale gekennzeichnet und vielleicht nur in einem bestimmten Zusammenhang präsent ist (z.B. „Der Storch bringt die Babys.“), dann ist es schwierig den Storch gemeinsam mit anderen Vögeln wie Adlern, Amseln und Tauben auf Grund gemeinsamer Merkmale in die Kategorie der Vögel einzuordnen.
Später treten allerdings auch schematische Vorstellungen auf, so dass schließlich doch große, kleine, bunte und schwarze Vögel zur allgemeinen Kategorie eines Vogels zählen (vgl. Edelmann, 1994).
1.3 Die symbolische Darstellung
Die dritte Repräsentationsvariante, die symbolische Darstellung, kennzeichnet sich dadurch, dass Objekte willkürliche Bezeichnungen bekommen. Zeichen und Symbole sind dabei die Informationsträger, die die Bedeutung übermitteln. Neben den Schriftzeichen gibt es eine ganze Reihe weiterer Zeichen und Symbole wie zum Beispiel Rechenzeichen, Verkehrsschilder, Ikonen und Warnschilder. Ohne Vorwissen kann man keinen Zusammenhang zwischen Symbolen und deren Bedeutung herstellen.
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Symbole können entweder ein einzelnes Objekt bezeichnen oder für eine ganze Klasse von Objekten stehen. Der Begriff Auto kann so entweder ein ganz bestimmtes Auto (z.B. ein schwarzes Golf Cabrio) oder auf sämtliche Automobile und deren Unterklassen verweisen.
Die vorgestellten Repräsentationsformen lösen sich nicht nach voneinander ab, vielmehr existieren sie nebeneinander, wobei die symbolische Darstellung letztendlich den Großteil ausmacht.
Die handlungsmäßige Darstellung wird u.a. zum Lenken eines Fahrzeugs angewandt und die bildhafte Darstellung wird oft bei Gebrauchsanweisungen oder Bildsymbolen eingesetzt. (vgl. Edelmann, 1994)
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2. Eigenschaftsbegriffe
Die Kategorisierung gehört zu unseren grundlegenden kognitiven Kompetenzen. Kategorien erlauben es uns beispielsweise, einen Menschen, den wir an der Uni begegnen, als sympathisch oder unsympathisch einzuschätzen, was uns in die Lage versetzt, früheres Wissen über diesen Menschen aktuell zu nutzen. Je nachdem, ob wir die Person als sympathisch oder als unsympathisch kategorisieren, werden wir zu unterschiedlichen Vorhersagen über das Verhalten der Person gelangen und uns dementsprechend unterschiedlich Verhalten.
Ohne Kategorien würde uns jedes Objekt einzigartig erscheinen; wir wären nicht in der Lage, früheres Wissen für Vorhersagen oder für unsere Handlungsplanung einzusetzen. Kategorien fassen Objekte oder Ereignisse auf der Basis von Gemeinsamkeiten zu Klassen zusammen, was uns erlaubt, Wissen, das wir über bereits vertraute Exemplare der Kategorien angehäuft haben, für neue, aktuelle Erfahrungen zu nutzen.
Kategorien spielen eine zentrale Rolle in der Wahrnehmung, der Handlungsplanung, dem Lernen, der Kommunikation und dem Denken.
2.1 Die klassische Theorie
Die klassische Theorie war bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts dominierend. Sie geht davon aus, dass Konzepte durch bestimmende Merkmale ausgezeichnet sind, welche die notwendigen Bedingungen der
Kategorienzugehörigkeit spezifizieren. Bruner beschreibt dies genauer indem er sagt:
„Kategorisierung bedeutet, unterscheidbar verschiedenen dingen Äquivalenz zu verleihen, die Objekte, Ereignisse und Leute um uns herum in Klassen zu gruppieren und auf sie eher bezüglich ihrer Klassenzugehörigkeit als bezüglich ihrer Einzigartigkeit zu reagieren“ (Edelmann, 1994, S. 201 übersetz aus: Bruner, Goodnow & Austin, 1951, S.1) Die von Bruner erwähnte Äquivalenz ist die Vorrausetzung für eine Kategorisierung, da von spezifischen Merkmalen des Einzelfalles abgesehen und das Gemeinsame hervorgehoben werden muss.
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Ein Dreieck lässt sich beispielsweise als geschlossene geometrische Form mit drei Seiten, die drei Winkel umschließen, deren Summe 180 Grad beträgt, definieren. Gemäß dieser Sicht legen Konzepte auf der Basis solcher Definitionen fest, ob ein Gegenstand zu dem Konzept gehört oder nicht. Alle Mitglieder sind gleich gute Exemplare für die jeweilige Kategorie und Kategorienlernen besteht darin, die definitorischen Merkmale der Kategorie zu entdecken. Diese Lernprozesse wurden häufig mit künstlichem Versuchsmaterial (z.B. geometrischen Figuren) untersucht, da dies ein höheres Maß der experimentellen Kontrolle ermöglichte (z.B. Bruner et al., 1956). So gehören zum Beispiel Objekte mit dunklem Hintergrund zu Kategorie A und solche mit hellem Hintergrund zu Kategorie B. Regeln können auch komplizierter sein. Eine relativ schwierig zu erlernende Regel könnte etwa sein, dass Objekte in einer Kategorie entweder rund oder dunkel sind, aber nicht beides (disjunktive Regel).
In der Forschung, die im Rahmen der klassischen Sicht durchgeführt wurde, wurde eine Vielzahl solcher Regeln untersucht. Darüber hinaus wurde aber lange Zeit versäumt, die Frage zu stellen, ob natürliche, im Alltag gebräuchliche Kategorien (z.B. Lebewesen, Fahrzeuge, Personentypen usw.) tatsächlich auf der Basis von definitorischen Merkmalen repräsentiert werden. Untersuchungen, die sich dieser Frage widmeten, kamen nämlich nahezu einhellig zu dem Ergebnis, dass es unplausibel ist, anzunehmen, dass Konzepte gemäß der klassischen Sicht repräsentiert werden. (vgl. Edelmann, 1994)
2.1.2 Probleme der klassischen Theorie
So konnten etwa McCloskey und Glucksberg (1978) zeigen, dass eine große Uneinigkeit bei ihren Probanden über die Frage bestand, ob bestimmte Objekte einer bestimmten Kategorie angehören oder nicht. Dieser Befund legt nahe, dass die Kategoriengrenzen eher unscharf sind. Ebenso problematisch für die klassische Sicht ist der Sachverhalt, dass es große interindividuelle Variabilität bei der Festlegung der für bestimmte Kategorien relevanten Merkmale gibt und dass viele der genannten Merkmale nicht notwendig und hinreichend für die Kategorien waren (vgl. Barsalou, 1989; Hampton, 1979).
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Ein weiteres Problem für die klassische Sicht waren Befunde, die zeigten, dass Kategorien nicht diskret sind, sondern dass verschiedene Exemplare der Kategorie als mehr oder weniger stark der Kategorie zugehörig empfunden werden. Mit einer Reihe von Methoden konnte so gezeigt werden, dass es Unterschiede im Ausmaß der Typikalität von Exemplaren gibt. So werden beispielsweise ein Tisch oder ein Sofa als typischeres Möbelstück empfunden als ein Teppich oder Telefon. Ein Rotkehlchen gilt als typischerer Vogel als ein Huhn und so weiter. Unter Beschuss kam die klassische Sicht aber auch auf Grund philosophischer Analysen von Konzepten (vgl. Fodor, 1998; Quine, 1960; Putnam, 1975). So ist fragwürdig, ob Konzepte, die natürliche Arten (z.B. Lebewesen, Pflanzen) bezeichnen, definitorische Merkmale haben, die Bestandteil unserer Repräsentation sind. In der Regel verwenden wir Kategorien im Alltag, ohne die genaue wissenschaftliche Basis für die Kategorisierung zu kennen (man denke etwa an Fische oder Pflanzen).
Selbst ein scheinbar problemlos zu definierendes Konzept wie „Junggeselle“ zeigt, dass es gar nicht so leicht ist, alle definitorischen Merkmale zu nennen. Schlägt man als Definition beispielsweise „unverheirateter, erwachsener Mann“ vor, dann müsste auch der Papst als Junggeselle bezeichnet werden.
2.2 Die Prototypen Theorie
Die Prototypen-Sicht ist eine Theorie der Kategorisierung, die davon ausgeht, dass Kategorienrepräsentationen nicht nur notwendige und hinreichende, sondern auch charakteristische Merkmale enthalten. Kategorien sind Abstraktionen über Lernexemplare, die charakteristische Merkmale enthalten (Prototyp). Neue Exemplare werden auf der Basis von Ähnlichkeitsvergleichen zu den Prototypen klassifiziert.
So verbinden wohl fast allen Menschen mit der Kategorie „Vogel“ die vermeintlich typischen Merkmale „Nest bauen“ und „fliegen“, wobei nicht allen Vögel diese Merkmale besitzen (siehe Pinguine oder Straußenvögel).
Nach der Prototypen-Theorie werden beim Erlernen einer Kategorie die typischen Merkmale der Objekte registriert. Daraus wird schließlich der Prototyp gebildet, der
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die ausschlaggebenden Merkmale zusammenfasst. Neue Objekte werden durch einen Ähnlichkeitsvergleich mit den Prototypen der einzelnen Kategorien klassifiziert. Die Bedingung der charakteristischen Merkmale erklärt, warum manche Objekte als typischer empfunden werden als andere und warum Kategoriengrenzen unscharf sein können. Ein Grund dafür ist z.B., dass ein untypischer Vertreter, wie der Pinguin, weniger charakteristische Merkmale für Vögel aufweisen als typische (z.B. eine Taube). Ein weiterer Grund könnte sein, dass Vertreter die nicht zu einer bestimmten Kategorie gehören, dennoch viele Merkmale dieser aufweisen. So besitzen Wale einige Merkmale die zu der Kategorie der Fische zählen.
Nach der klassischen Sicht werden Kategorien als Definitionen dargestellt. Wie sieht die Darstellung also gemäß der Prototypen-Sicht aus? Kategorien erlangen ihre Kohärenz dadurch, dass jedes Objekt ein oder mehrere Merkmale mit anderen Objekten teilt, es aber kein Merkmal oder Merkmalsbündel gibt, dass von allen Objekten geteilt wird. (vgl. Waldmann, 2002)
„Der so genannte Prototyp einer Kategorie beinhaltet also alle typischen Merkmale, wobei es sein kann, dass kein konkretes Exemplar diesem Prototyp vollkommen entspricht.“ (Waldmann, 2002, S.14)
2.2.1 Probleme der Prototypen-Theorie
Ähnlich wie bei der klassischen Sicht wurden auch bei der Prototypen-Sicht viele Eigenschaften von natürlichen Kategorien vernachlässigt. So wird nur die zentrale Tendenz einer Kategorie gespeichert, aber keine Informationen über die Variabilität der Kategorieexemplare oder die relative Größe der einzelnen Kategorien. Ein weiterer Punkt, der von dieser Sichtweise nicht berücksichtig wird, sind die Merkmalskorrelationen. So wissen wir beispielsweise, dass einige Hunderassen gefährlicher sind als andere oder dass Rauchen und Krebserkrankungen einen Zusammenhang bilden, dieses Wissen wird in der Lernphase erworben und zur Kategorisierung genutzt.
Letztendlich macht die Prototypen-Sicht Vorhersagen über Lernschwierigkeiten verschiedener Kategorienstrukturen, diese haben sich allerdings als problematisch erwiesen (vgl. Waldmann, 2002).
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3. Resümee und Ausblick
Kategorisierung ermöglicht es uns, bereits erworbenes Wissen auf neue Erfahrungen anzuwenden. Eine grundlegende Frage war nach welchen Prinzipien wir unsere Erfahrungen zu Kategorien zusammenfassen. Die zunächst vorherrschende klassische Sicht wurde bald aufgegeben und durch die Prototypen-Sicht abgelöst. In den letzten Jahren wurde deutlicher, dass der Kontext in dem Kategorisierung stattfindet, mindestens genauso bedeutend ist, wie der Einfluss von Strukturen in der Welt.
„Kategorien lassen sich (…) weder als reines Abbild der Struktur der Umwelt, noch als umweltunabhängige Konstruktion der sie nutzenden Menschen betrachten, sondern sie sind ein variables Produkt der Interaktion dieser beiden Komponenten“ (Waldmann, 2002, S.83)
Nachdem die Prinzipien der Kategorisierung mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen bereits ausführlich untersucht wurden, wird die Forschung ihren Brennpunkt in Zukunft wohl mehr auf die Interaktion zwischen Kategorien und ihrer Nutzung legen. Außerdem stellt sich die Frage ob es vielleicht auch kulturelle Unterschiede bei der Repräsentation unserer Welt gibt. Diese Forschung steht in einem engen Zusammenhang mit der Frage, wie denken und sprechen zusammenwirken. Mithilfe der Neurowissenschaften wird man die Abläufe der neuronalen Darstellung genauer untersuchen können.
Kurz gesagt, das Thema der Kategorisierung bietet zukünftig noch ein breit gefächertes und umfangreiches Forschungsgebiet.
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4. Literaturverzeichnis
Bruner, J. S., Goodnow, J., & Austin, G. (1956). A study of thinking. New York: Wiley.
Edelmann, Walter (1994). Lernpsychologie. 4. Auflage. Weinheim
Fodor, J. A. (1998). Concepts: Where cognitive science went wrong. Oxford: Clarendon Press.
Smith, E. E., & Medin, D. L. (1981). Categories and concepts. Cambridge, MA.: Harvard University Press
Waldmann, M. R. (2002). Kategorisierung und Wissenserwerb. In J. Müsseler & W. Prinz (Hrsg.), Lehrbuch Allgemeine Psychologie (S. 432-491). Heidelberg: Spektrum Verlag.
Wittgenstein, L. (1971). Philosophische Untersuchungen. Frankfurt/M.: Suhrkamp.
www.wikipedia.de, unter Stichwort: Jerome S. Bruner, Zugriff am 15.11.2005
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Arbeit zitieren:
Maik Kolze, 2006, Begriffsbildung und Wissenserwerb durch Kategorisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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