Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Einleitung. 3
1. Biografie: Sir Charles Spencer Chaplin 4
1.1 Die Kindheit. 4
1.2 Hollywood. 5
1.2.1 Keystone 5
1.2.2 Essany 6
1.2.3 Mutual. 6
1.2.4 First National. 7
1.2.5 United Artists 7
1.3 Europa. 8
1.3.1 Chaplins Tod 9
2. „Shoulder Arms“ - „Gewehr über“ 10
2.1 Inhaltsangabe 10
2.2 Cast und technische Daten 10
2.2.1 Cast 10
2.2.2 Technische Daten. 11
2.3 Kritische Auseinandersetzung. 11
3. Literaturverzeichnis 13
Einleitung
Dies ist die schriftliche Ausarbeitung zum Vortrag - Die Frühzeit von Hollywood und ein erster Superstar: Charlie Chaplin (Biografie und Frühwerk, insbesondere „Shoulder Arms“, deutsch: „Gewehr über“, 1917) - in der Veranstaltung „Die Geschichte des Films I: Der Stummfilm und der frühe Tonfilm“.
Zunächst werden wir die Biografie Charlie Chaplins betrachten, die wir in vier Abschnitte eingeteilt haben.
Im ersten Teil werden wir einen Blick auf seine durchaus nicht einfache und zuweilen ärmliche Kindheit werfen.
Der nächste Abschnitt befasst sich vor allem mit der Zeit beim Theater und mit dem Übergang zum Film.
In der Zeit von 1914 bis 1952 reift Chaplin zum internationalen Superstar heran, er produziert immer aufwendigere Filme und 1940 sogar seinen ersten Tonfilm („The great Dictator“).
Der letzte Abschnitt seiner Biografie beginnt mit dem Verbot der Wiedereinreise in die USA, nachder Chaplin sein weiteres Leben in Europa verbringt. Im Anschluss an Chaplins Biografie werden wir seinen 1918 gedrehten Film „Shoulder Arms“ inhaltlich kurz wiedergeben und kritisch betrachten.
1. Biografie: Sir Charles Spencer Chaplin
1.1 Die Kindheit
Charles Spencer Chaplin wurde am 16. April 1889 in London als Sohn des Künstlerpaars Hannah Chaplin (geborene Hill) und Charles Chaplin senior geboren. Seine Eltern traten als Sänger, Tänzer und Imitatoren in der Londoner Music Hall auf.
Kurz nach seiner Geburt trennten sich die Eltern und Charles wuchs mit seinem Halbbruder Sidney bei der Mutter auf.
Charlies erster Bühnenauftritt geschieht im Alter von fünf Jahren unfreiwillig. Seine Mutter bekam mitten in ihrer Nummer plötzlich Stimmprobleme, so dass sie die Bühne verlassen musste.
Das Publikum bestehend aus Soldaten wurde sofort ausfällig, doch Hannahs Manager stellte den kleinen Chaplin auf die Bühne. Nicht ohne zu wissen, dass dieser ein gewisses Talent besaß. Er führte mehrere Nummern auf, wovon die Soldaten so begeistert waren, dass sie Geld auf die Bühne warfen. Seinen Auftritt brachte er erst zu Ende nachdem er alle Münzen aufgesammelt hatte, was zu weiterem Beifall führte. Dieses Ereignis beschreibt Chaplin selbst als den Beginn seiner Karriere und dem Karriereende seiner Mutter. Allerdings sagt er auch, dass er ohne seine Mutter wohl nie so ein erfolgreicher Pantomime geworden wäre. (vgl. Chaplin, 1964)
Kurz nach seinem sechsten Geburtstag erkrankt seine Mutter und wird für längere Zeit im Krankenhaus behandelt. Charles und sein Halbruder Sidney kamen in eine staatliche Armeneinrichtung. 1898 endete ihre Odyssee durch verschiedene Armenhäuser, zwischenzeitlich wurde Hannah Chaplin sogar in eine Irrenanstallt eingewiesen.
Charles wird von William Jackson, dem Leiter der Lancashire Lads, auf der Straße entdeckt. Von nun an zieht er für freie Kost, Unterkunft und eine Krone pro Woche mit der Variete-Truppe durch das Land.
Chaplin beschreibt seine Kindheit selbst folgendermaßen:
„Sogar als ich im Armenhaus war, als ich durch die streunte und versuchte, genug zu essen zu finden, um zu überleben, sogar damals hielt ich mich für den größten Schauspieler der Welt. Diese Überschwenglichkeit, die davon herrührt, dass man restlos von sich selbst überzeugt ist, musste ich mir erhalten. Wenn du die nicht hast, bist du verloren.“ (Robinson, 1989, S.63)
1908 wurde Charlie von seinem Bruder Sydney zu der Burleske-Truppe von Fred Karno gelotst. Karno war recht erfolgreich und hatte ganze zehn Truppen ständig auf Tournee. Charlies Gage hatte sich immerhin auf drei Pfund pro Woche erhöht. Zusammen mit seinem Bruder Sid verdienten sie nun sieben Pfund die Woche. Von seinen Kollegen, unter anderem Stan Laurel, wurde Charlie privat als sehr zurückhaltend und scheu bezeichnet.
Charlie tourte mit der Karno-Truppe durch Amerika und übernahm aus dieser Zeit einige Ideen für seine späteren Filme. (vgl. Robinson, 1989)
1.2 Hollywood
1.2.1 Keystone
Eine neue Ära begann 1913 für Chaplin als er von der Keystone Film Company entdeckt wurde. Am 25. September 1913 unterschrieb Chaplin seinen Vertrag mit Keystone, welcher ihm ein Honorar von 150 Dollar pro Woche einbrachte. Sein erster Film war „Making a Living“ (deutscher Titel “Man schlägt sich durch“), der schon zu den aufwendigeren Produktionen der damaligen Zeit gehörte. Dieser Film, in dem Chaplin einen Ganoven spielt, wurde am 2. Februar 1914 uraufgeführt.
Chaplin entwickelte in den folgenden Filmen den „Tramp“-Charakter, der sein Markenzeichen werden sollte und durch den er so beliebt wurde. Erstmals in typischer Kleidung zu bewundern - ausgebeulte Hose, zu enge Jacke, Melone, riesige Schuhe, Spazierstock und Schnurrbart - ist Chaplin in seinem zweitem Film „Kid Auto Races at Venice“ (dt. „Seifenkistenrennen in Venice“).
Doch schon sehr bald hatte Chaplin künstlerische Differenzen mit Mack Sennett, dem Leiter der Keystone Company. Er wollte den Charakter seiner Figuren mehr betonen und sich nicht nur auf körperliches Spiel beschränken. Sennett passte dieser individuelle Stil überhaupt nicht ins Konzept. Der Erfolg hingegen gab Chaplin Recht, weshalb ihm das Studio mehr Kontrolle über seine Filme zugestand. Er führte ab seinem elften Film „Twenty Minutes of Love“ (dt. „Zwanzig Minuten Liebe“) vorwiegend selbst Regie, schrieb die Drehbücher und übernahm auch den Schnitt. (vgl. Robinson 1989)
1.2.2 Essany
Innerhalb von knapp drei Jahren drehte Chaplin 35 Filme für Keystone. Diese machten ihn so populär, dass er sich vor Angeboten kaum noch retten konnte. Schließlich wechselte er 1915 für 1.250 Dollar pro Woche und eine Einmalzahlung zu Essanay. Hier beginnt auch die Affäre mit seiner Schauspielerkollegin Edna Purviance, die in etlichen seiner Filmen die weibliche Hauptrolle spielte. Die Affäre dauerte allerdings nicht lange, da Edna Charlie wohl aus Eifersucht mit einem Schauspielerkollegen hinterging. (vgl. Robinson 1989)
1.2.3 Mutual
1916 ging Chaplin für 10.000 Dollar pro Woche plus einmalig 150.000 Dollar zur Mutual Corporation. „The Adventurer“ war der letzte Film für Mutual und man ging in gutem Einvernehmen auseinander. Mutual bot sogar eine Million Dollar für acht weitere Filme, doch Chaplin wollte mehr Freiheiten um für sich ein höheres künstlerisches Niveau zu erreichen.
Für seine damals unglaublich hohen Gagen gab Chaplin folgende Erklärung:
„Viele machen große Augen, wenn sie hören, wie hoch mein so genanntes Einkommen ist. Ehrlich gesagt, ich verschwende nicht allzu viele Gedanken darauf.
Geld und Geschäft sind etwas sehr Ernstes, und ich muss zusehen, dass ich mich möglichst wenig damit befasse. Genau genommen mache ich mir über Geld gar keine Gedanken.
Das käme nur meiner Arbeit in die Quere. Ich bin zwar der Meinung, dass das ganze Leben für mich nur ein Scherz ist, aber es macht mir schon Spaß, auf seiner Sonnenseite zu arbeiten.
Dieser Vertrag besagt eigentlich nur, dass ich im Geschäft bin, befreit von den üblichen Sorgen und mit garantierter Dividende.
Er besagt, dass ich die Freiheit habe, so komisch zu sein, wie ich es wage, das Beste zu leisten, was in mir steckt, und meine Energien für das zu opfern, was die Leute haben wollen. (…) Ich bin wie ein Schriftsteller bei einem großen Verlag, der eine hohe Auflage garantieren kann.“ (Robinson, 1985, S. 197)
Mit den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg 1917 begann eine politische Kampagne gegen Chaplin, weil er sich nicht freiwillig als Soldat gemeldet hatte. Jedoch drehte er auch einen Film für amerikanische Kriegsanleihen, mit denen die amerikanische Bevölkerung die Rüstungsindustrie unterstützen sollte. (vgl. Robinson 1989)
1.2.4 First National
Chaplin wechselte 1918 zur First National und war damit kurz vor Mary Pickford, der einen Vertrag über eine Million Dollar abschloss. Der erste Film für diese neue Company war „A Dog’s Life“, der das harte Straßenleben als Thema hatte.
„Ohne Anmaßung und ohne irgendetwas von der komischen Verve zu opfern, vergleicht er das Dasein des streunenden Hundes Scraps mit dem zweier menschlicher Unglückswesen - Charlie dem Tramp und Edna der Barsängerin“ (Robinson, 1985, S. 275)
Seine Freiheiten gingen nun soweit, dass er seine Filme selber produzierte und auch die Rechte an ihnen hielt. Der Erste selbst von ihm produzierte Film, war gleichzeitig auch der erste Langfilm den Chaplin drehte: am 6. Februar 1921 wurde „The Kid“ uraufgeführt.
Nach der missglückten Affäre mit Edna Purviance, heiratete der bereits 28 Jahre alte Chaplin 1918 die 16 jährige Mildred Harris, doch die Ehe wurde nach knapp zwei Jahren wieder geschieden. (vgl. Robinson 1989)
1.2.5 United Artists
Nachdem das Engagement bei First National auslief, gründete er gemeinsam mit Mary Pickford, Douglas Fairbanks senior und David Griffith die United Artists Filmstudios. Dies ermöglichte den Beteiligten unabhängige Filmproduktionen und den Filmverleih.
Zu den wichtigsten Filmen der United Artist Ära gehört der Anti-Hitler-Film „The Great Dictator“. Dieses kritische Filmwerk, in dem Chaplin den „Führer spielt“ war sein erster Tonfilm. Der Film erschien im Oktober 1940 und wurde zunächst von der USamerikanischen Zensurbehörde nicht genehmigt, da die Amerikaner Hitler zu dieser Zeit noch als verbündeten gegen den Kommunismus Stalins sahen. Chaplin war in der Bevölkerung sehr beliebt und parodierte hintergründig auch das amerikanische Gesellschaftssystem. Deshalb war er für den Staatsapparat verdächtig. Ihm wurde mangelnde Verfassungsgläubigkeit vorgeworfen. In den 1930er/1940ern konnte man in den USA schon durch die spöttische Hinterfragung der herrschenden Gesellschaftsordnung als kommunistisch oder marxistisch verdächtigt werden. Chaplins satirische slapstick comedy des Faschismus richtete sich symbolisch auch gegen die US-„Staatsmacht und den Militarismus“ allgemein. Innerhalb von 20 Jahren heiratete Chaplin drei weitere Male. 1923 nicht ganz freiwillig, da sie ein Kind von ihm erwartete, die ebenfalls 16jährige Lita Grey. Die Ehe hielt bis 1927.
1936 heiratete er heimlich erneut eine Schauspielerin: Paulette Goddard. Schließlich fand Chaplin 1943 die Richtige und heiratete am 16. Juni Oona O’Neill. Ein Jahr später wurde ihre Tochter Geraldine geboren. 1946 folgte Michael, 1949 Josephine, 1951 Victoria, 1953 Eugene, 1957 Jane, 1959 Annette und 1962 Christopher. (vgl. Robinson 1989)
1.3 Europa
Obwohl Chaplin seine größten Erfolge in den USA hatte, behielt er seine britische Staatsangehörigkeit. Charlie Chaplin war zu liberal und kritisch, und passte nicht in das Schema der Vorstellungen, die der Regierung vom Ideal eines Filmstars vorschwebten. Auch sein persönlicher Lebenswandel war hart an der moralischen Grenze, denn, wie zuvor schon erwähnt, waren seine ersten beiden Frauen gerade mal 16 Jahre alt.
Im Oktober 1947 musste Chaplin wiederholt vor dem House Un-American Activities Committee (HUAC) aussagen und J. Edgar Hoover (Chef des FBI), der ein erbitterter Gegner Chaplins war, versuchte diesem die Aufenthaltsgenehmigung zu entziehen. Im Dezember 1947 veröffentlicht Chaplin in einer englischen Wochenzeitung den Artikel „Ich erkläre Hollywood den Krieg!“.
Am 18. September 1952, zu Beginn der „McCarthy-Ära“ verließ Chaplin die Vereinigten Staaten für einen Kurzbesuch in England. Als Hoover davon erfuhr, verhinderte er durch ein Verfahren wegen subversiver Tätigkeiten Chaplins Rückkehr in die Vereinigten Staaten. Chaplin beschloss, in Europa zu bleiben und zog im Dezember 1952 in die Schweiz und ließ sich im Anwesen Manoir de Ban oberhalb Corsier-sur-Vevey am Genfer See nieder. 1957 verarbeitete er seine bitteren Erfahrungen mit den USA in der Satire A King in New York. In diesem Film prangerte er auch den frühen Obskurantismus in den USA an. Chaplin: „America is so terribly grim in spite of all that material prosperity.“
Danach drehte er nur noch einen Film, "Die Gräfin von Hongkong" ("A Countess from Hong Kong").
1972 kehrte er noch einmal kurz zur Verleihung des Ehrenoscar in die USA zurück. Schließlich wurde er 1975 durch Königin Elisabeth II von England zum Ritter (Knight Commander of the British Empire) geschlagen.
(vgl. Payne, 1979)
1.3.1 Chaplins Tod
Charlie Chaplin starb am 25. Dezember 1977. Zwei Monate später wurde seine Leiche vom Friedhof in Vevey (Schweiz) gestohlen. Die Leichenschänder wollten damit von Chaplins Verwandten Geld erpressen. Der Plan scheiterte, die Entführer wurden gefasst und die Leiche erneut beerdigt. Nach dem Tod seiner Witwe Oona wurde das Grab zubetoniert.
Eine Skulptur Charly Chaplins, geschaffen von dem englischen Bildhauer John Doubleday, steht an der Seepromenade in Vevey, Genfer See.
(vgl. Payne, 1979)
2. „Shoulder Arms“ - „Gewehr über“
2.1 Inhaltsangabe
Charlie ist Soldat, und er ist im Schützengraben einsam wie eh und je. Er hat niemanden, der an ihn denkt, ihm schreibt. So sieht er den Glücklicheren beim Lesen ihrer Briefe über die Schultern und freut sich maßlos, wenn ein anderer Vater geworden ist. Zwischendurch träumt er von den Bars in New York; und diese Träume lassen ihn die Wache im strömenden Regen ertragen. Doch Charlie ist nicht etwa ein Versager. Flaschen öffnet er, indem er den Hals von deutschen Scharfschützen abschießen lässt. Er zündet sich an den umher fliegenden Kugeln kaltblütig Zigaretten an und nimmt sogar einen ganzen deutschen Stoßtrupp gefangen. „Ich habe sie umzingelt!“ erklärt der Zwischentitel schlicht. Schließlich gelingt ihm der ganz große Coup: In einem sorgsam ausgeklügelten Unternehmen nimmt er den deutschen Kaiser und den Kronprinzen gefangen. Der Krieg ist beendet. Doch dann erwacht Charlie aus seinem Traum, und der Regen fällt weiter auf ihn.
2.2 Cast und technische Daten
2.2.1 Cast
Charlie Chaplin Rekrut Edna Purviance französisches Mädchen Sydney Chaplin Sergant / der Kaiser Jack Wilson deutscher Kronprinz Henry Bergman deutscher Feldwebel / Feldmarschall v. Hindenburg Albert Austin amerik. u. deutscher Soldat / Chauffeur des Kaisers Tom Wilson Sergant im Ausbildungslager John Rand amerikanischer Soldat Park Jones amerikanischer Soldat Loyal Underwood kleiner deutscher Offizier
Des Weiteren spielten insgesamt 27 Statisten eine Gruppe Motorradfahrer die für weitere amerikanische und deutsche Soldaten verwendet wurden.
Die eingesetzten Motorradfahrer konnten problemlos in weiteren Rollen eingebracht werden, da sie Schutzbrillen trugen und so nicht erkennbar waren. Die Statisten erhielten eine Tagesgage von 5 $. Marion Feducha, Alf Reeves, Albert Austin, Peggy Prevost sowie Nina Trask fielen dem Schnitt zum Opfer.
2.2.2 Technische Daten
Chaplin begann am 27. Mai 1918 mit der Produktion von Shoulder Arms. Am 16. September war die Produktion beendet und hatte am 20. Oktober 1918 Premiere. Der Film war drei Rollen lang was, in diesem Fall 30 Minuten oder 806 Meter entspricht.
Natürlich handelte es sich noch um eine Schwarz/Weiß und Stummproduktion. Regie, Drehbuch, Schnitt und Produktion übernahm Chaplin selbst. Kamera führte Roland Totheroh und für die Ausstattung sorgte Charles D. Hall.
2.3 Kritische Auseinandersetzung
Das schrieb die amerikanische Presse über „Shoulder Arms“:
Chicago Herald (1918):
“Shoulder Arms is very, very funny. Mr. Chaplin, with his sad seriousness, makes a delicious doughboy and gets into situations amazing even for him. Laughter follows on his every movement and loud applause when he bags the person who is seeking safety in Holland [i.e., the Kaiser]. And when he hates to get up in the morning―oh, me, we feel almost the sympathetic tear. It's a bravely jolly little picture, excellently done, and a concentration of brilliancies, in a comedy way, like the light-shooting facets of a diamond.” The New York Times (1918):
"The fool's funny," was the chuckling observation of one of those who saw Charlie Chaplin's new film, Shoulder Arms, at the Strand yesterday and, apparently, that's the way everybody felt. There have been learned discussions as to whether Chaplin's comedy is low or high, artistic or crude, but no one can deny that when he impersonates a screen fool he is funny. Most of those who go to find fault with him remain to laugh. They may still find fault, but they keep on laughing. In Shoulder Arms Chaplin is as funny as ever. He is even more enjoyable than one is likely to anticipate because he has abandoned some of the tricks of former comedians and introduces new properties into his horseplay. His limber little stick, for instance, which had begun to lose its comic character through overwork does not appear. Instead Chaplin, camouflaged as a tree trunk, plays destructively with one of the tree's branches. The baggy, black trousers are also gone, giving place to a uniform and such equipment as a soldier never dreamed of.”
Wie man an den amerikanischen Presseberichten erkennen kann, sah man Shoulder Arms keinesfalls als Antikriegsfilm. Genauso wenig sah man Bedenken darin aus diesem sehr ernsten Thema eine Komödie zu machen. Man schien sogar froh zu sein, dass Chaplin seinen Spazierstock gegen ein Gewehr und sein übliches „Tramp-Kostüm“ gegen eine Uniform getauscht hatte. Auch Heute würde man wohl nicht von einem Antikriegsfilm sprechen. Die Kritik am Krieg und auch die Realität eines Krieges wird nur Ansatzweise dargestellt. Es werden zwar die alltäglichen Übel im Schützengraben, wie Ungeziefer und die ständige Gefahr vor Granaten gezeigt, doch man bekommt keine Toten oder Schwerverletzten zu sehen. Ebenso wenig ist dieser Film ein Helden-Epos, „Shoulder Arms“ war und ist eine „satirische“ Komödie, im Gegensatz zu späteren Kriegsfilmen wie zum Beispiel „Im Westen nichts Neues“ und „Fredericus - Der alte Fritz“. Obwohl Charlie in diesem Film eine Uniform trägt, hat er seinen Charakter kaum verändert. Das zeigt sich besonders in den Szenen von der militärischen Ausbildung, die der eigenwillige Rekrut zur entlarvenden Farce werden lässt. Es zeigt sich aber auch am Schluss, der die Hilflosigkeit des kleinen Mannes und die Nutzlosigkeit seiner Träume deutlich macht.
„Kein anderer hätte wagen dürfen, mit dem Entsetzlichen so Spott zu treiben, wie es sein Genie getan hat - diese Verhöhnung des Militarismus, diese skurrile Komik der Bewegungen, dieser blitzschnelle Wechsel von Sentimentalität, echtem Gefühl, Klamauk und Karikatur, das ist etwas völlig Einzigartiges.“ (Tucholsky, VOSSISCHE ZEITUNG, 1927)
Ursprünglich war ein anderer Schluss vorgesehen: Charlie wird für seine Heldentat von den führenden Staatsmännern der Alliierten geehrt. Im Schloss von Versailles geben sie ihm einen Empfang. Und während Charlie, vom Champagner angenehm beschwipst, eine Rede hält, dreht der englische König ihm heimlich einen Knopf abals Andenken. Der Film wurde noch vor seiner Premiere um alle Szenen geschnitten, in denen sich Charlie konsequenterweise auch über die Alliierten Staatsoberhäupter lustig macht. So stoß der Film bei einigen amerikanischen Politikern auf große Kritik. Im Deutschland der Weimarer Republik durfte er überhaupt nicht gezeigt werden. In einigen anderen Ländern wurde auf Betreiben der deutschen Auslandsvertretungen Sequenzen geschnitten. In Deutschland kam der Film nach 1945 in mehreren Kompilationsfilmen - u.a. in Die Chaplin-Revue (1975) und Das waren noch Zeiten (1957) in die Kinos.
(vgl. Robinson, 1989)
3. Literaturverzeichnis
Chaplin, Charles: Die Geschichte meines Lebens. Fischer-Verlag 1964
Hanisch, Michael: Über ihn lach(t)en Millionen: Charlie Chaplin. Henschel Verlag 1986
Payne, Robert: Der große Charlie. Suhrkamp-Verlag 1979.
Robinson, David: Chaplin: sein Leben, seine Kunst. Diogenes-Verlag 1989
Tichy, Wolfram: Charlie Chaplin in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten: Rowohlt TB 1974
Wiegand, Wilfried: Über Chaplin. Diogenes-Verlag 1978
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Maik Kolze, Daniela Bielefeld, 2005, Die Frühzeit von Hollywood und ein erster Superstar: Charlie Chaplin, München, GRIN Verlag GmbH
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