Inhaltsverzeichnis:
Abkürzungsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 3
1 Einleitung 4
1.1 Einführung in die Thematik. 5
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 5
2 Der Begriff der Ethik. 6
2.1 Begriffliche Abgrenzung Normen, Werte, Moral, Ethos und Ethik. 6
2.2 Geschichtliche Hintergründe und Entstehung 8
3 Wirtschafts- und Unternehmensethik 10
3.1 Definition und Unterscheidung 11
3.2 Praktische Instrumente der Unternehmensethik 13
4 Der Ethikbegriff auf dem Beratermarkt. 15
4.1 Ethische Geschäftsprinzipien 16
4.2 Consulting Governance 18
5 McKinsey und der Fall Grohe 20
6 Fazit 23
7 Anhang 24
7.1 A1. Ethische Geschäftsprinzipien BDU 24
7.2 A2. Handlungsebenen der Wirtschafts- und Unternehmensethik 25
7.3 A3. Vorgehensweise von Consulting Governance 26
8 Literaturverzeichnis 27
2
Abkürzungsverzeichnis
BDU Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e.V.
CPI Corporate Performance Improvement
dt. Leistungssteigerung im Unternehmen
TM Transition Management
dt. Veränderungsmanagement
PM Projektmanagement
CSFB Credit Suisse First Boston Private Equity
Abbildungsverzeichnis
Abb. 2-1: Einflüsse auf die Ethik 8
Abb. 3-1: Modellebenen der Ethik nach Dietzfelbinger. 13
Abb. 4-1: Disziplinen Triologie von Consulting Governance. 19
3
1 Einleitung
„Die sagen mir nicht nur, wie viele Leute erschossen werden müssen, sie schreiben auch die Namen auf die Kugeln.“ 1 Dieses Zitat des ehemaligen Berliner Bausenators und SPD Parteimitglieds Peter Strieder zum Thema Berater ist eines von vielen, das dazu beiträgt, dass Managements Unternehmensberatungen mit Skepsis begegnen und die Öffentlichkeit Consultants kritisch betrachtet. Der Markt für Beratungsleistungen, der seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ungebremst wuchs, kommt im Jahr 2002 erstmals zum Stehen. Neutrale Außenseiter mit Branchenexpertise, Ideen und Methodenwissen in Form von Unternehmensberatern werden immer noch nachgefragt, aber Beurteilungen der Consultants nicht mehr unhinterfragt für wahr hingenommen. Beratungsprojekte, die meistens den drei Kategorien Strategie, operative Effizienz und Organisation, zugeordnet werden können und eine Vielzahl der Aufträge aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Finanzdienstleistungsbereich, IT bzw. Medien oder dem öffentlichen Sektor kommen, stehen mehr unter prüfender Beobachtung denn je. Mit einem Anteil von 27,2% am gesamten europäischen Beratungsumsatz, ist Deutschland, ebenso wie Großbritannien, das Land mit der höchsten Nachfrage an Beratungsleistungen in Europa.
Damit die Nachfrage nach Beratung nicht sinkt und das Ansehen der Beratungsgesellschaften nicht noch mehr leidet, müssen sich die Beratungsunternehmen in naher Zukunft verstärkt mit dem Aspekt des ethischen Arbeitens und Handelns beschäftigen. 2
1 Peter Strieder, ehemaliger Berliner Bausenator (SPD), Spiegel 44/2004
2 Vgl. www.consulting-insider.com 29.03.2007
4
1.1 Einführung in die Thematik
Der Beratermarkt, der nachweislich nur bedingt von Konjunkturschwankungen abhängig ist, befindet sich dank der vielen negativen Schlagzeilen seit spätestens 2002 in einer Krise. 1 Zum momentan schlechten Image der Consulting-Branche tragen die, besonders in Deutschland, fehlenden einheitlichen Qualitätsstandards, ebenso bei, wie die Tatsache, dass Unternehmensberater keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung ist. 2 Institutionalisierte Qualifikationsvoraussetzungen für das Tätigkeitsfeld sind nicht vorhanden und ethische Standards der Berufsausübung sind nicht kodifiziert. 3 In Deutschland gibt es über 20 Coaching-Verbände, die Richtlinien für Beraterverhalten vorgeben. Diese Richtlinien können nur für Mitglieder gelten und Verstöße können aufgrund der fehlenden Gesetzlichkeit in diesem Bereich nur bedingt sanktioniert werden. 4 Der größte Verband, der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e.V. (BDU), repräsentiert, gemessen am Marktanteil, nur ein gutes Viertel des gesamten Beratermarktes und die bekannten großen Gesellschaften der Branche sind nicht auf der Mitgliederliste zu finden. 5 Zunehmend werden Stimmen laut, Beratungsgesellschaften verkauften nur standardisierte Lösungspakete und dienten lediglich der Untermauerung unliebsamer Managemententscheidungen. Trotz vieler erfolgreicher
Beratungsprojekte und zufriedener Klienten, treffen die negativen Schlagzeilen eine Branche, die hauptsächlich von ihrem guten Ruf lebt, hart.
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist es die Wichtigkeit ethischen Handelns in der Unternehmensberatungsbranche heraus zu stellen. Um dies zu verdeutlichen werden zunächst grundlegende Begrifflichkeiten definiert und abgegrenzt. Anschließend werden Wirtschafts- und Unternehmensethik beschrieben um schließlich die ethischen
1 Vgl. www.themenmanagement.de, 25.04.2007
2 Vgl. Werle, K. (Die Stunde der Scharlatane), managermagazin 03/2007
3 Vgl. Rudolph, H. (IHK Wirtschaft), 06/2005
4 Vgl. Leif, T. (Beraten & Verkaufen - McKinsey & Co. - der große Bluff der Unternehmensberater) S. 124
5 Vgl. www.consulting-insider.com, 29.03.2007
5
Geschäftsprinzipien der Unternehmensberatungsbranche vor, und mit Consulting Governance ein geeignetes Mittel zur Wahrung ethischen Handelns im Alltag eines Beraters dar, zu stellen. Ein Negativbeispiel am Ende wird verdeutlichen welch schwerwiegende Folgen die Entscheidungen eines Beratungsunternehmens für eine Firma und ihre Mitarbeiter haben können.
2 Der Begriff der Ethik
Das Thema der Ethik und ihre Inhalte werden nunmehr seit vielen Jahrhunderten diskutiert und nach dem einzig richtigen Ansatz wird gesucht. In einer zunehmend komplexer werdenden Welt, in der menschliches Handeln stark von gesellschaftlichen Bedingungen bestimmt wird, wird es immer schwerer den Spagat zwischen Individualisierung und funktionaler Institutionalisierung zu meistern und Ethik zu definieren.
2.1 Begriffliche Abgrenzung Normen, Werte, Moral, Ethos und Ethik
Die Begriffe Normen, Werte, Moral, Ethos und Ethik sind den allermeisten Menschen bekannt. Allerdings ist deren Bedeutung meist nicht eindeutig klar und so werden sie im alltäglichen Sprachgebrauch fälschlicherweise oftmals synonym verwand. Um Klarheit zu schaffen und Verwechslungen zu vermeiden, sollen im Folgenden die Begriffe voneinander abgegrenzt werden.
In jeder Gesellschaft und jeder Gruppierung gibt es bestimmte Verhaltensregeln die das Zusammenleben bestimmen. Diese Regeln sind einander unter- bzw. übergeordnet. In formellen Großgruppen werden sie Gesetze, Sitten oder Bräuche genannt, bei informellen Kleingruppen hingegen spricht man von Normen. Die Normen einer informellen Gruppe sind meist nicht eindeutig formuliert und in den seltensten Fällen sind sie niedergeschrieben. Die Normen sollen den Zweck erfüllen, dass das Arbeiten in der Gruppe erleichtert wird und dadurch ein Gruppenziel erreicht werden kann. Sind Normen und die daraus resultierenden Verhalten transparent und für die Mitglieder der Gruppe vorhersehbar, können Konflikte
6
reduziert und der Gruppenzusammenhalt gefördert werden. Zu beachten ist, dass Normen in der Regel kein bestimmtes Verhalten vorschreiben, sondern nur den Rahmen vorgeben, innerhalb dessen bestimmte Verhaltensweisen akzeptiert werden. Inwieweit ein Verhalten außerhalb des Rahmens toleriert wird, hängt maßgeblich von dem Status der Person ab, die die Toleranzgrenze überschreitet. Je höher der Status ist, um so eher werden Normverletzungen geduldet. Mit der Zeit können aus den Normen einer Gruppe Anschauungen und Meinungen resultieren, die die Mitglieder auch außerhalb der Gruppe vertreten. Durch diese so genannte Internalisierung der Normen werden diese zu einem Teil der eigenen Persönlichkeit und finden Anwendung außerhalb der Gruppe. In diesem Fall spricht man von Werten oder Wertekonzepten. 1
Bei faktisch geltenden Normen, also aus früheren Zeiten überlieferten und oftmals unhinterfragten Wertekonzepte einer Gemeinschaft, spricht man von Moral. Aufgrund der vielen existierenden Gemeinschaften und deren unterschiedlich gelebten Werten, sind auch einige verschiedene Moralen vorhanden. Beispielsweise ist das Töten im Kriegsfall für eine Armee gerechtfertigt und moralisch wo hingegen Mönche eines Ordens das Gebot „du sollst nicht töten“ gleichsetzen mit Moral. Die Gesinnung eines Individuums, die geprägt ist durch die Anerkennung sittlicher Werte, ist das Ethos. Hierbei werden von einzelnen Menschen oder Gruppen, bewusst oder unbewusst, Wertekonzepte definiert, die ausdrücken wie man leben und sich verhalten möchte. Wie bei den Moralen handelt es sich hier um faktisch existierende Selbstbilder. Das Ethos einer Gruppe kann sich auch maßgeblich von dem einer anderen unterscheiden, z.B. besagt das Ethos eines Arztes, dass er ein guter Mensch sein möchte, indem er heilt, wohingegen ein Henker den Wunsch ein guter Mensch sein zu wollen erreichen möchte, indem er geltendes Recht ausübt und tötet.
Die Ethik schließlich kann als vernunftgeleiteter Prozess beschrieben werden, welcher versucht ein bestimmtes Handeln objektiv zu beurteilen und darüber hinaus universalistische Prinzipien in Form gedanklicher Leitlinien und
Orientierungsmustern bereit stellt. Im Gegensatz zu Moral und Ethos sagt Ethik nicht was gut ist, sondern klärt auf wie man dazu kommen kann eine gewisse
1 Vgl. Bovet, G., Frommer, H. (Grundkurs Psychologie) S. 124ff.
7
Handlung als gut oder schlecht zu bewerten. Ein ethisches Urteil kann in einer bestimmten Situation von der jeweils vorherrschenden Moral abhängen. Allgemeingültige Ethiken hingegen streben danach eine Moral zu beschreiben, die für alle Menschen gelten kann. Diese universalistische Moral vereinbart alle Grundlagen des Lebens, auf die ein Mensch ein Anrecht hat. 1
Abb. 2-1: Einflüsse auf die Ethik
2.2 Geschichtliche Hintergründe und Entstehung
Ethik als Theorie wird begründet von dem griechischen Philosophen Aristoteles. Aristoteles empfand die Vorgaben für das Handeln aus überlieferten Konservativismen als nicht mehr befriedigend und wandte sich der Frage zu, welches Handeln als richtig und vernünftig angesehen werden kann. Er stellte fest, dass der Mensch ein politisches Lebewesen ist, das zwingend eine Gemeinschaft braucht, um das Ziel des richtigen Handelns, ein gelingendes Leben zu führen und dadurch Glückseligkeit zu erlangen, realisieren zu können. Dieses Ziel kann vor allem durch die Verinnerlichung und das Leben intellektueller und moralischer Tugenden, wie z.B. Weisheit, Gerechtigkeit und Mäßigung, erreicht werden und stellt darüber hinaus sicher, dass jeder Einzelne seinen Beitrag zum Gemeinwohl leistet.
1 Sommerlatte, T. u.a. (Handbuch der Unternehmensberatung) S. 7610/3ff.
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Arbeit zitieren:
Karin Ott, 2007, Ethik und Consulting - ein Widerspruch?, München, GRIN Verlag GmbH
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