Mnemotechniken in der Antike
Mike Schumacher
Seminar
„Kulturtechniken des Speicherns“
an der Bauhaus-Universität Weimar
im Sommersemester 2003
Inhalt
1. Einführung, Einordnung und Begriffserklärung ... 3
2. Die Klassik ... 4
2.1. Simonides von Keos (556-468 v. Chr.) ... 4
2.2. Platon (428-348 v. Chr.) ... 5
2.3. Aristoteles (384-322 v. Chr.) ... 6
2.4. Marcus Tullius Cicero (Cicero) (106-43 v. Chr.) ... 7
2.5. M. Fabius Quintilianus (ca. 35 bis ca. 96 n. Chr.) ... 8
2.6. Ad Herrennium (um 86-82 v. Chr.) ... 9
2.7. Technik der Schulung des künstlichen Gedächtnisses aus Ad Herrennium ...10
3. Abschlussbetrachtung zur antiken Gedächtniskunst ... 13
4. Literaturverzeichnis ... 14
1. Einführung, Einordnung und Begriffserklärung
Die Mnemonik befasst sich mit den Techniken des Speicherns von Inhalten in unserem Gedächtnis. Memoria, das Auswendiglernen, ist ein Teilgebiet der Rhetorik. Genauer betrachtet der vierte Punkt beim Konzipieren einer Rede. Zum Begriff „Gedächtnis" gehören vielfältigste Fähigkeiten, wie etwa das Wieder erkennen vertrauter Personen, das Abrufen und das Erlernen von Fakten, das Erinnern autobiographischer Begebenheiten, Räumliches Orientieren in bekannten Gebieten und auch die Benutzung von Sprache. Erste Erwähnungen der Mnemonik sind nicht genau nachvollziehbar. Es wurde aber bisher auf Einflüsse aus dem pythagoreischen und dem ägyptischen verwiesen. Vorstellbar ist aber auch, dass diese Technik bereits von den fahrenden Sängern und Geschichtenerzählern angewandt wurde. Der Name Mnemonik ist der griechische Göttin der "Erinnerung" und Mutter der Musen „Mnemosyne“ entlehnt. Einen ersten historischen Hinweis ist im Dialexeis, einem griechischen Textfragment, das auf etwa 400 v. Chr. zu datieren ist, zu finden.
„Die größte und schönste Erfindung ist das Gedächtnis, es ist zu allem nütze, in der Weisheit und im Leben. Nämlich erstens, wenn du aufmerkst, so wir dein Geist dessen, worauf du gemerkt hast, besser inne werden; zweitens wiederhole, was du gehört hast, denn durch oftmaliges Hören und Hersagen aus dem Gedächtnis hast du dir alles angeeignet, was du gelernt hast; drittens, was du hörst, setze auf das, was du schon weißt. Z.B. du sollst den Namen [...] (Chrysippos) lernen. So setze ihn auf [...] (Gold) und [...] (Pferd). Oder den [...] (Glühwurm), zu setzen auf [...] (Feuer) und [...] (leuchten). So viel über Namen. Bei den Dingen aber so: Tapferkeit zu Mars und Achilleus; Metallarbeit zu Vulkan; Feigheit zu Epeidos.“ [DIE 22]
Gedächtnistricks wie die Methode der Orte waren ein wichtiges Hilfsmittel, bevor Schreibutensilien und Bücher verbreitet waren. Römische Senatoren prägten sich ihre Reden dadurch ein, dass sie deren Inhalt bildlich mit den Säulen in den Wandelhallen verknüpften, in denen sie später die Reden halten sollten. Schauspieler des griechischen Theater merkten sich auf diese Weise lange Monologe, die sie mit Steinblöcken in der Arena in Verbindung brachten.
„Die vermutlich von Simonides eingeführten Erfindungen könnten Anzeichen für das Entstehen einer höher organisierten Gesellschaft sein. Dichter haben jetzt ihren festgelegten ökonomischen Platz-, die vor Einführung der Schrift, in Zeiten der mündlichen Überlieferung, praktizierte Mnemonik wird kodifiziert. Es ist für Zeiten des Übergangs zu neuen Kulturformen normal, dass herausragende Personen als Erfinder bezeichnet werden.“ [YAT 66]
[...]
Arbeit zitieren:
Mike Schumacher, 2003, Mnemotechniken in der Antike, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Konzept der Salutogenese nach A. Antonovsky unter besonderer Berüc...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Diplomarbeit, 96 Seiten
Lernen lernen - für alle Altersstufen und Situationen
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
Fachbuch, 66 Seiten
Die Depression alternder Menschen als Herausforderung für die begleite...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 103 Seiten
Kommunikation in Talkshows - Drei Genres im Vergleich
Seminararbeit, 72 Seiten
Auf der Suche nach dem Glück - oder wie die Tiere die Sucht besiegen; ...
Psychologie - Beratung, Therapie
Diplomarbeit, 160 Seiten
Information und Hilfe für Ange...
Diplomarbeit, 50 Seiten
Eine Einführung
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Wissenschaftliche Studie, 27 Seiten
Die Führerrede im Nationalsozialismus
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Hauptseminararbeit, 24 Seiten
Praktikumsbericht Altenheim - Tagespflege Saathoffplatz Göttingen
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Praktikumsbericht / -arbeit, 18 Seiten
Argumentationstheorie und Alltagsargumentation - Untersucht an einer R...
Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
Hausarbeit, 31 Seiten
Bildung im hohen Alter - (Un)Möglichkeit, Notwendigkeit, Chance oder Z...
Eine skeptisch-transzendentalk...
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Diplomarbeit, 186 Seiten
Personenbezogenes Erinnerungsbewusstsein
Überprüfung der Figur/Grund Hy...
Psychologie - Kognitive Psychologie
Diplomarbeit, 115 Seiten
Politische Rhetorik im Nationalsozialismus - Die außen- und innenpolit...
Hauptseminararbeit, 34 Seiten
Die Depression aus Sicht der Humanbiologie, Psychologie und Soziologie
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Referat (Ausarbeitung), 24 Seiten
Spektakel-Demokratie? Über politische Inszenierung und Inszenierungskr...
Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Diplomarbeit, 186 Seiten
Medien / Kommunikation - Methoden und Forschungslogik: Mnemotechniken in der Antike ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Mike Schumacher gefällt Mnemotechniken in der Antike
Mike Schumacher hat den Text Mnemotechniken in der Antike veröffentlicht
Gartenkunst und Gartenhandwerk
Annemarie Bucher, Anita Drexel, Sandra Hilgert, Claudia Moll, Dunja Richter, Eeva Ruoff, Johannes Stoffler, Anne Devaux
Lernpsychologie und Mnemotechniken beim Fremdsprachenlernen
am Beispiel des Artikellernens...
Agnieszka Brzezinska
Zur Theorie des Umgangs mit Te...
Pál Kelemen, Ernö Kulcsár Szabó, Tamás Ábel
Glyptothek München. Skulpturen der griechischen und römischen Antike. ...
Ein Kurzführer
Matthias Steinhart
0 Kommentare