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Vulgärlatein

Title: Vulgärlatein

Presentation (Elaboration) , 2006 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Koch (Author)

Romance Studies - Other Languages
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Summary Excerpt Details

Im Sinne der didaktischen Reduktion mag die willkürliche Einengung des Blickfelds auf die lateinische Sprache für den Fremdsprachenerwerb annehmbar sein, aus sprachwissenschaftlicher Sicht aber müssen weitere Aspekte des Lateinischen berücksichtigt werden. Vor allem die gesprochene Sprache rückt dabei ins Interesse der (romanistischen) Sprachwissenschaft. Vergleicht man einige romanische Sprachen miteinander, fallen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf, die ganz und gar nicht mit dem klassischen Latein vereinbar sind. Daher muss es eine Sprachvarietät gegeben haben, welche man wissenschaftlich als Vulgärlatein bezeichnet.
Im dieser Arbeit soll eine genauere Definition des Vulgärlateins gegeben, die Quellenlage dargestellt und daran eine exemplarische Sprachbeschreibung des Prototyps „Vulgärlatein der Romania“ unternommen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Terminus „Vulgärlatein“

3. Quellen des Vulgärlateins

3.1. Intendiert verwendetes Vulgärlatein

3.2. Nicht intendiert verwendetes Vulgärlatein

3.3. Romanische Sprachen

4. Sprachliche Eigenschaften

4.1. Phonologie

4.2. Morphologie

4.3. Syntax

4.4. Lexikologie

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Vulgärlatein als die gesprochene Sprachvarietät, die als Grundlage für die romanischen Sprachen diente und sich deutlich vom normativen Schullatein abgrenzt. Das Ziel ist es, das Vulgärlatein zu definieren, die komplexe Quellenlage zu analysieren und eine exemplarische Beschreibung seiner wesentlichen sprachlichen Merkmale in Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexikologie zu liefern.

  • Definition und wissenschaftliche Einordnung des Terminus „Vulgärlatein“.
  • Methoden der Quellenerschließung durch intendierte und nicht-intendierte Texte sowie Sprachvergleiche.
  • Analyse phonologischer Veränderungen wie dem Quantitätenkollaps.
  • Untersuchung morphologischer und syntaktischer Reduktions- und Analysierungsprozesse.
  • Lexikalische Vorlieben und der Wandel des Wortschatzes im Übergang zum Romanischen.

Auszug aus dem Buch

4.1. Phonologie

Die prosodische Akzentuierung in den romanischen Sprachen erfolgt über den energischen Akzent, sie sind Intonationssprachen. Das klassische Latein hingegen wird quantitativ, also durch Vokallängen akzentuiert. Diese Veränderung ist die Folge des sog. Quantitätenkollapses, der üblicherweise folgendermaßen schematisiert wird:

Besonders gut kann man das vulgärlateinische Vokalphoneminventar im Spanischen nachvollziehen (lat. nger > sp. negro), da das spanische Inventar diesem in etwa entspricht. Für ein Wort wie das französische sœur (< lat. soror) kann das Schema keine Antwort geben, weil der Laut [ø] an dieser Stelle erst im Französischen realisiert wurde und als Phonem /ø/ gekennzeichnet werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Vulgärlateins als gesprochene Varietät jenseits des normativen Schullateins für die romanische Sprachwissenschaft.

2. Definition des Terminus „Vulgärlatein“: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft und Problematik des Begriffs „Vulgärlatein“ und ordnet ihn in die diastratischen, diatopischen und diaphasischen Dimensionen ein.

3. Quellen des Vulgärlateins: Es werden die verschiedenen Quellengattungen vorgestellt, die Rückschlüsse auf das gesprochene Latein zulassen, unterteilt in intendierte und nicht-intendierte Zeugnisse sowie den Sprachvergleich.

4. Sprachliche Eigenschaften: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Untersuchung der vulgärlateinischen Charakteristika in den Bereichen Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexikologie.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Vulgärlatein keine homogene Varietät war, sondern eine Vielzahl gesprochener Sprachformen repräsentiert, die den Ursprung der romanischen Sprachen bilden.

Schlüsselwörter

Vulgärlatein, Romanistik, Sprachwandel, Latein, Romanische Sprachen, Phonologie, Morphologie, Syntax, Lexikologie, Quantitätenkollaps, Sermo vulgaris, Sprachgeschichte, Prototyp, Koine, Sprachvarietät.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Vulgärlatein als historisch gewachsene, gesprochene Sprachform, die im Gegensatz zur normierten Schriftsprache die Basis für die Entwicklung der heutigen romanischen Sprachen darstellt.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Begriff Vulgärlatein theoretisch zu verorten, die Quellenlage für diese schwer fassbare Varietät darzulegen und die wesentlichen linguistischen Merkmale zu beschreiben, die das Vulgärlatein vom klassischen Latein unterscheiden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Sprachvarietät, der Klassifizierung historischer Quellen, phonologischen Neuerungen wie dem Quantitätenkollaps sowie morpho-syntaktischen Vereinfachungen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt den Sprachvergleich der modernen romanischen Sprachen sowie die Auswertung antiker Textquellen (intendiertes und nicht-intendiertes Vulgärlatein), um die Eigenschaften dieses Prototyps zu rekonstruieren.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil ist in die Untersuchung der Quellenlage und eine detaillierte sprachwissenschaftliche Analyse unterteilt, welche die Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexikologie des Vulgärlateins beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Vulgärlatein, Sermo vulgaris, Quantitätenkollaps, Romanisierung, Sprachwandel und die Abgrenzung zur klassischen puritas.

Warum wird der Begriff „Vulgärlatein“ von manchen Linguisten kritisiert?

Die Kritik richtet sich gegen die abwertende Konnotation des Adjektivs „vulgär“, welches im allgemeinen Sprachgebrauch oft mit „niedrig“ oder „pöbelhaft“ assoziiert wird, obwohl es wissenschaftlich neutral als Bezeichnung für die Sprache des Volkes verwendet wird.

Welche Bedeutung hat die „Appendix Probi“ für die Erforschung des Vulgärlateins?

Die Appendix Probi ist ein wichtiges Zeugnis, da sie in einer Art Korrekturliste „falsche“ (vulgärlateinische) Formen den „richtigen“ (klassischen) Formen gegenüberstellt und somit direkten Aufschluss über die Sprachentwicklung gibt.

Warum ist das Genus Neutrum im Vulgärlatein weitgehend verschwunden?

Durch den lautlichen Zusammenfall der Auslaute (insbesondere des auslautenden -m) glichen sich die Maskulina und Neutra der o-Deklination so stark an, dass das Neutrum als eigene Kategorie in den meisten Fällen aufgegeben wurde.

Inwiefern beeinflusste die Syntax des Vulgärlateins die Entwicklung moderner Sprachen?

Der Übergang von einer flexiblen Wortstellung im klassischen Latein zu einer festeren Satzstruktur im Vulgärlatein sowie der Ersatz von synthetischen Konstruktionen durch analytische (wie den Einsatz von Präpositionen und Artikeln) legte den Grundstein für die Syntax moderner romanischer Sprachen.

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Details

Title
Vulgärlatein
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Romanisches Seminar)
Course
Einführung in die französische Sprachwissenschaft
Grade
1,0
Author
Christian Koch (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V110986
ISBN (eBook)
9783640090990
ISBN (Book)
9783640612369
Language
German
Tags
Vulgärlatein Einführung Sprachwissenschaft Romanistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Koch (Author), 2006, Vulgärlatein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110986
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