Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Hermeneutik vs. Naturwissenschaften 4
3. Die Psychoanalyse 9
4. Die Verortung der Psychoanalyse 11
4.1 Die naturwissenschaftliche Auffassung der Psychoanalyse 12
4.2 Psychoanalyse und Hermeneutik 16
4.3 Kritik an der hermeneutischen Auffassung der Psychoanalyse 21
5. Schlussbetrachtung 26
6. Literaturverzeichnis 27
6. 27
2
1. Einleitung
„Die wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung der Psychoanalyse liegt darin, dass sie den Gegensatz von „Verstehen“ und „Erklären“ aufgehoben hat.“ 1
In der vorliegenden Arbeit soll geklärt werden, ob die Psychoanalyse den Naturwissenschaften zuzuordnen ist oder eher als Hermeneutik zu begreifen ist und welche praktischen Konsequenzen sich daraus ergeben können. Bei dieser Betrachtung der unterschiedlichen Auffassungen wird klar werden, wie die Psychoanalyse dazu beigetragen hat, den Gegensatz zwischen Verstehen und Erklären zu überwinden, hin zu „verstehenden Erklärungen“. Um eine Antwort auf diese Frage der Verortung der Psychoanalyse geben zu können, soll zuerst der Unterschied zwischen Hermeneutik und Naturwissenschaft beleuchtet werden. Danach sollen verschiedene Auffassungen über den Status der Psychoanalyse vorgestellt werden. Die beiden populärsten Vertreter dieser Debatte sind dabei Freud und Habermas, die ganz gegensätzliche Meinungen vertreten. Daher soll zunächst die naturwissenschaftliche Auffassung von Freud und dann die eher hermeneutische Positionierung von Habermas näher betrachtet werden, um dann in einem dritten Schritt die Kritik von Grünbaum an der hermeneutischen Auffassung der psychoanalytischen Theorie und Therapie entgegen zu stellen.
Abschließend soll dann geklärt werden, welche Auswirkungen die eine oder andere Betrachtungsweise auf die weitere Erforschung und Theorieentwicklung haben können.
1 Thomä / Kächele 2006, S. 78.
3
2. Hermeneutik vs. Naturwissenschaften
Der Begriff Hermeneutik kommt aus dem Griechischen (hermeneúein„erklären“) und steht mit Hermes in Verbindung, der den Menschen die Botschaften der Götter übermitteln und diese verständlich machen sollte. Er meint im engeren Sinn die Kunst und Theorie der Auslegung von Texten. Dazu kommt im weiteren Sinn das Verstehen von Sinnzusammenhängen in menschlichen Lebensäußerungen aller Art. 2
Ihre Ursprünge hat die heutige Hermeneutik im 16. Jahrhundert mit der Aufnahme der antiken Rhetoriktradition, welche versuchte, die Bibel ohne Orthodoxie zu verstehen, nur mit Hilfe der Textauslegung. Hier zeigte sich der hermeneutische Zirkel noch als Kreisbewegung 3 , da wir „ […] von einem ersten Verständnis der Teile über ein erstes Verständnis des Ganzen zu einem korrigierten Verständnis der Teile gelangen, das uns endlich ein vollständiges Verständnis des Ganzen ermöglicht.“ 4
Der hermeneutische Zirkel ist demnach „Dieses Verhältnis von Teil und Ganzem, vom Verstehen des Teiles und Verstehen des Ganzen, […]“ 5 . Er ist die Grundfigur des Verstehens. (Abb. 1) 6
Abbildung 1: Der hermeneutische Zirkel
2 Vgl. Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim, 2006; und Poser 2001, S. 212.
3 Vgl. Poser 2001, S. 212.
4 Poser 2001, S. 212.
5 Poser 2001, S. 211.
6 Ebd.
4
Die Frage wie aber das Verstehen von Text, einer Handlung und Geschichte möglich ist, versuchte erst Giambattista Vico 1725 zu beantworten. Nach seiner Auffassung kann dies möglich sein, da Geschichte, wie eben auch Texte, von den Menschen selbst hervorgebracht und gerade deshalb verstanden werden können. Im Gegensatz dazu sieht er die Natur als unverständlich und im Verborgenen bleibend an. 7
Allerdings wird auch hier noch nicht klar, wie es möglich ist, einen fremden Autor und dessen Text zu verstehen. Friedrich Schleiermacher kann diese erkenntnistheoretische Lücke 1829 durch die Vertiefung der hermeneutischen Problemstellung schließen, indem er das Verstehen als ein Sichhineinversetzen in ein anderes Individuum begreift. 8 Dazu gehören zwei sich ergänzende Elemente: 1. Die Komparation, die die Vorgehensweise meint, „ […] Textstücke unter Ähnlichkeitsgesichtspunkten miteinander zu vergleichen und dadurch vom Verstehen eines bekannten Textes oder Textelementes auf das Verständnis eines sehr ähnlichen anderen zu schließen.“ 9 So ist nur der Zugang zu etwas möglich, das dem schon Bekannten gleich ist. Hier wird 2. Der divinatorische Akt nötig, der in jedem Menschen als kreative Fähigkeit angenommen wird. Er umfasst also einen schöpferischen oder nachschöpferischen Akt des Verstehens, womit die Hermeneutik eine psychologische Dimension erhält. 10 Nach Schleiermacher ermöglichen also erst Gefühl und Einfühlungsvermögen das Verstehen, das somit zu einem Rekonstruktionsprozess der fremden Individualität wird. Dieser ist nach seiner Auffassung in letzter Instanz vollständig. Hier setzten Kritiker in der Folgezeit an, da Schleiermacher voraussetzt, dass man die zeitliche Differenz zwischen dem Leser und dem Autor bzw. dessen in der Vergangenheit geschrieben Text überspringen kann. Vielmehr sind dem Verstehen der Geschichte Grenzen gesetzt 11 , „ […] die in der Überlieferung begründet sind und in meiner eigenen gegenwärtigen Auffassung.“. 12 Dies wurde vor allem von Johann Gustav Droysen aufgedeckt. 13
7 Vgl. Vico 1966, S. 51; zitiert nach Poser 2001, S. 213.
8 Vgl. Poser 2001, S. 213.
9 Poser 2001, S. 213.
10 Vgl. Poser 2001, S. 213.
11 Vgl. ebd., S. 213f.
12 Poser 2001, S. 214.
13 Vgl. Poser 2001, S. 214.
5
Wilhelm Dilthey hat die verschiedenen Überlegungen von Vico, Schleiermacher und Droysen dann zu den Ansätzen einer Hermeneutiktheorie zusammengefasst. Demnach wird angenommen, dass Geschichtswissenschaft nur möglich ist, weil jedes Ich ein geschichtliches Wesen ist; dass das vorwissenschaftliche Lebens-und Weltverständnis Grundlage des Verstehens ist; und allen Thesen und Theorien der Geisteswissenschaften nur eine relative Gültigkeit, auf die jeweilige Lebenswelt des Interpreten, zuerkannt wird. Bei seinen Betrachtungen versucht er die Standortgebundenheit zu überwinden, indem er einen methodologischen Rahmen entwirft, der ähnlich wie die Naturwissenschaften auf Objektivität abzielt. Dies konnte allerdings nicht gelingen, da Methodologie immer ein gewisses Vorverständnis erfordert, ohne dass es eben kein Verstehen geben kann. Es bleibt also bei einer relativen Gültigkeit. Dennoch stellt Dilthey fest, dass das Verstehen grundlegend für die Geisteswissenschaften ist. 14 Dabei überträgt er den Begriff der Hermeneutik aus seinem philologischen Zusammenhang auf die Psychologie. 15 In seinen „Ideen über eine beschreibende und zergliedernde Psychologie“ konkretisiert er seinen Entwurf über eine hermeneutische Psychologie: „Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir.“ 16 Wilhelm Dilthey unterscheidet zwischen „erklären“ und „verstehen“. Dabei sind die Naturwissenschaften bestrebt, die „positiv“ erkennbaren Gegebenheiten der Welt von außen zu erklären, während es die Aufgabe der Geisteswissenschaften ist, die „Erscheinungen“ der Welt von innen zu verstehen. 17 Der so definierte hermeneutische Ansatz, der den Geisteswissenschaften entstammt, zielt also auf das Ganze, wogegen der analytische Ansatz der Naturwissenschaften stets auf das begrifflich Abgrenzbare abzielt und so von der Einzelbeobachtung bis zum Gesetz sowie zur Theorie kommt. 18 Wilhelm Windelband hat nun den Gegensatz zwischen Natur- und Geisteswissenschaften in seiner Rektoratsrede „Geschichte und
Naturwissenschaft“ von 1894 durch die Unterscheidung zwischen idiographischen 19 und nomothetischen 20 Wissenschaften 21 beschrieben: als
14 Vgl. Poser 2001, S. 215.
15 Vgl. Grünbaum 1988, S. 158.
16 Dilthey 1894, S. 144; zitiert nach Bittner 1998, S. 56.
17 Vgl. Dilthey 1924, S. 318ff.
18 Vgl. Poser 2001, S. 209.
19 idiographisch (nach griech. idios: eigentümlich)
20 Nomothetisch (nach griech. nomos: Gesetz)
6
„ […] Gegensatz zwischen Wissenschaften, die Individuelles beschreiben, und solchen, die Gesetze ihres Gegenstandsbereichs, also Universelles suchen.“ 22
Mit den Worten von Poser lässt sich das zusammenfassen:
„ Die Geisteswissenschaften mit ihrer Methode des Verstehens haben das Individuelle, Einmalige und Unwiederholbare in eben dieser Einmaligkeit, Individualität und Unwiederholbarkeit zu erfassen, während die Erfahrungswissenschaften mit der Methode des Erklärens in völligem Gegensatz hierzu auf das Allgemeine, Gesetzmäßige, Wiederholbare in Gestalt universeller Gesetzesaussagen abzielen.“ 23
Allerdings muss zu den gemachten Betrachtungen gesagt werden, dass auch die Erfahrungswissenschaften geschichtlichen Veränderungen im Methodengefüge und einer historischen Bedingtheit in ihren Aussagen und Grundauffassungen unterliegen. Es sollen allerdings die Methoden der Erfahrungswissenschaften nicht durch Hermeneutik ersetzt werden, sondern es ist zu bedenken, dass diese fraglichen Methoden nicht durch sich selbst erfassbar sind. Um also dargestellt werden zu können, bedarf es des hermeneutischen Zugangs. 24 Mit der Aufnahme einiger Gedanken von Martin Heidegger, der das Verstehen auf alles bezieht, was dem Mensch begegnet, macht dann allerdings erst Hans-Georg Gadamer den entscheidenden Schritt zur gegenwärtigen Auffassung der Hermeneutik. Ursprünglich war die Hermeneutik also eine Methodenlehre, seit Schleiermacher eher ein Zweig der Erkenntnistheorie und Heidegger weitet sie zur fundamentalen ontologischen Theorie. Hier hat der Universalitätsanspruch der Hermeneutik seinen Ursprung. 25
Gadamer ersetzt nun in seinem Modell den hermeneutischen Zirkel durch eine Spiralbewegung, um zu zeigen, wie fremdes Meinen überhaupt verstanden werden kann (Abb. 2). 26
21 Windelband´s Vorstellungen gehen auf Johann Gustav Droysen zurück.
22 Windelband 1924, S. 145.
23 Poser 2001, S. 209.
24 Vgl. Poser 2001, S. 210.
25 Vgl. ebd., S. 210f.
26 Vgl. ebd.
7
Beide Gesprächspartner müssen hier in einem gemeinsamen
Überlieferungszusammenhang stehen, um ein Verstehen zu ermöglichen und eine Kommunikationsgemeinschaft entstehen zu lassen.
Bei der Spiralbewegung wird also „ […] der eigenen Meinung […] die fremde Meinung entgegengesetzt, beide aber sind verbunden durch den Überlieferungszusammenhang einer gemeinsamen Sprache. Im nächsten Schritt rekonstruiere ich die fremde Meinung im eigenen Denken und gelange so zu einer revidierten Auffassung, die ich dem Gesprächspartner darlege, der entsprechend verfährt usf. Die Ausrichtung des Gesprächs ist dabei eune Ausrichtung an der Sache.“ 27 Zu einem Ende kann es in diesem Prozess dann nur kommen, wenn beide Dialogpartner in dieser Sache übereinstimmen - die Horizontverschmelzung. 28
Abbildung 2: Der hermeneutische Zirkel als Spiralbewegung des Verstehens 29
Da sich also vor allem nach Dilthey die Unterscheidung der verschiedenen wissenschaftlichen Methoden nach dem Gegenstand richtet, muss zunächst der Gegenstand der Psychoanalyse ausgeführt werden.
27 Poser 2001, S. 215.
28 Vgl. Poser 2001, S. 217.
29 Poser 2001, S. 216.
8
3. Die Psychoanalyse
Unter Psychoanalyse versteht man „ […] den von Freud angestoßen[en] Diskurs über die menschliche Innerlichkeit, ihre Leiden und Deformationen, wie er das 20. Jahrhundert bestimmt.“ 30 Er beinhaltet die Theorie und Methode der Tiefenpsychologie zur Erklärung des seelischen Geschehens und zur Entstehung sowie Behebung psychischer Störungen. Dabei wurde der Begriff „Analyse“ von Sigmund Freud bereits 1894 eingeführt, während der Ausdruck Psychoanalyse erstmals 1896 Erwähnung findet. 31
Zu den Hauptthesen der psychoanalytischen Theorielehre zählt, dass das seelische Geschehen stets individuell und durch vorangegangene Prozesse bestimmt ist. Daneben bleiben die entscheidenden Verhaltensantriebe, zu denen die zwei Haupttriebe der Sexualtrieb (Libido) und der Destruktionstrieb gehören, durch Abwehrmechanismen meist unbewusst, kommen aber dennoch in Handlungen, Gedanken, Träumen und Fantasien zum Ausdruck. Psychische Prozesse folgen dabei dem Lustprinzip und können unbewusst, vorbewusst oder bewusst verlaufen. Der psychische Apparat ist in drei Strukturen gegliedert, das Es, das Ich und das Über-Ich, und bildet die Basis für die psychischen Vorgänge. 32 Die Psychoanalyse ist eher als Behandlungsmethode gedacht und befasst sich daher hauptsächlich mit der Aufdeckung und Bewusstmachung unbewusster psychischer Prozesse. Dazu ist die freie Assoziation des Patienten nötig und die psychoanalytische Deutung seiner Träume, Fehlleistungen und Neurosen durch den Psychoanalytiker (Therapeuten). 33
Der erste Psychoanalytiker war nach Bittner dabei der heilige Augustinus, der sich in seinen Bekenntnissen selbst in Frage stellt. In der Bekehrungsgeschichte schreibt er: 34
„Da zogst Du mich, Gott, hinter meinem eigenen Rücken hervor […] “ 35 . Nach Freud soll nun ein Therapeut seinem Patienten zuhören und schrittweise die unbewussten Wünsche und Vorstellungen, die sich hinter dessen Mitteilungen verbergen, erhellen, deuten und bewusst machen. Dabei soll er ohne Vorurteile und frei von persönlichen Neigungen vorgehen, um eben Unbewusstes in
30 Bittner 1998, S. 13.
31 Vgl. Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim, 2006.
32 Ebd.
33 Ebd.
34 Vgl. Bittner 1998, S. 13.
35 Augustins Bekenntnisse VIII, 7, 16; zitiert nach Bittner 1998, S. 13.
9
Bewusstes verbal zu übersetzen. Zu therapeutischen Konsequenzen führt dies allerdings erst durch das emotional - affektive Durcharbeiten der im Laufe der Analysesitzungen entstandenen engen wechselseitigen Beziehung zwischen dem Patienten und dem Psychoanalytiker, die vor allem durch positive und negative Übertragungen auf den Therapeuten sowie durch die Vorgänge der Gegenübertragung und emotionalen Widerständen bzw. Hindernissen auf beiden Seiten für die Erhellung der Symptome und die Durchführung der Analyse gekennzeichnet ist. 36
Die beiden bekanntesten Schüler von Freud Carl Gustav Jung (Analytische Psychologie) und Alfred Adler (Individualpsychologie) begründeten eigene tiefenpsychologische Schulen, die von den Auffassungen Freud´s abweichen. 37 Eine stärkere Gewichtung der sozialen Einflüsse nahmen später Erika Fromm (Hypnoanalyse), Karen Horney und Harald Schultz - Hencke in den Anschauungen der Neopsychologie vor. 38
Für Bittner ist nun die Psychoanalyse Hermeneutik, also die Auslegung menschlicher Innerlichkeit und ihrer Leiden, welche einem permanenten historischen Wandel unterliegen. Dennoch postulierte Freud zu Beginn des Diskurses der Psychoanalyse diese als eine Naturwissenschaft und schuf so die Ansicht, dass durch ihn schon alles Wesentliche geklärt wäre. 39
Im Folgenden soll geklärt werden, wie sich die Psychoanalyse verorten lässt. Welche Auffassungen über ihre Wissenschaftlichkeit bestehen und handelt es sich dabei um eine Naturwissenschaft, wie es Freud behauptete, oder doch eher um Hermeneutik, wie es z.B. Habermas, Ricoeur und Klein sehen.
36 Vgl. Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim, 2006.
37 Vgl. ebd.
38 Vgl. ebd.
39 Vgl. Bittner 1998, S. 15.
10
4. Die Verortung der Psychoanalyse
Zur Verortung der Psychoanalyse als Wissenschaft gibt es zahlreiche Literatur. Dabei werden vor allem die Auffassungen über die Stellung der psychoanalytischen Theorie und Praxis behandelt. Die unterschiedlichen Ansichten darüber entstehen, da die Psychoanalyse die menschlichen Verhaltensweisen und ihre psychosozialen Motivationen im
zwischenmenschlichen Feld untersucht. Dazu kommt deren Berücksichtigung der Rolle des Beobachters und seiner interpretierenden Einwirkung auf die Untersuchungssituation als zentraler Faktor. 40 Es ist also festzustellen, dass sich die Psychoanalyse im
wissenschaftstheoretischen Grenzgebiet bewegt, insbesondere da sie über die verstehende Beschreibung der Phänomene hinausgeht und erklärende Theorien über ihre Beobachtungen aufstellt. Sie fügt sich dabei allerdings weder dem hermeneutischen Universalitätsanspruch noch lässt sich die Psychoanalyse innerhalb der einheitlichen wissenschaftlichen Methode der „unity of science“ verorten. 41
In der Psychoanalyse wird nach Radnitzky Verstehen durch Erklären vermittelt, so kann es denn auch in ihrer Betrachtung durch übermäßige Betonung der einen Seite zu einer Verkürzung der anderen Seite kommen. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Geschichte der Psychoanalyse bis hin zu den neusten Auseinandersetzungen unter Psychoanalytikern erkennen lässt, dass ihr wissenschaftliches Selbstverständnis immer noch offen und ungesichert ist. 42 Im Folgenden soll die wohl populärste Auseinandersetzung mit dem Status der Psychoanalyse dargestellt werden, nämlich die von Sigmund Freud, der sie als Naturwissenschaft sieht. Deren Rezeption viele Kritiker zu eigenen gegensätzlichen Ansichten brachte. Die Betrachtung der Beurteilung von Grünbaum soll die Beschäftigung mit diesem Thema und den Anschauungen der Kritiker näher beleuchten.
40 Vgl. Thomä / Kächele 2006, S. 41.
41 Vgl. ebd.
42 Vgl. Thomä / Kächele 2006, S. 42.
11
4.1 Die naturwissenschaftliche Auffassung der Psychoanalyse
Freud: „Die Psychoanalyse ist ein Stück der Seelenkunde der Psychologie. […] Die Psychologie ist auch eine Naturwissenschaft. Was sollte sie denn sonst sein?“ 43
Für Freud erlauben es die Erklärungsvorteile, die sich aus der Postulierung unbewusster psychischer Prozesse ergeben, die Psychologie als eine Naturwissenschaft zu betrachten. Da nun die Psychoanalyse ein Teil der Psychologie ist, kann auch diese als Naturwissenschaft angesehen werden. Um zu dieser Ansicht zu kommen, verwarf er allerdings zuvor den Antinaturalismus und methodologischen Separatismus der geisteswissenschaftlichen Bewegung, deren Vertreter gesetzmäßig kausale Erklärungen als auf die Naturwissenschaften beschränkt ansahen. Auf die Humanwissenschaften sind diese hingegen nicht übertragbar, da diese die hermeneutische Suche nach ideographischem Verständnis mit Hilfe von Methoden wie Empathie und intuitivem Selbstverständnis zum Ziel haben. 44
Für Freud jedoch hat die Psychoanalyse sogar ein besonderes Anrecht darauf das Wort für wissenschaftliche Weltanschauungen zu führen, da Geist und Seele genauso Objekte der wissenschaftlichen Forschung sind. 45 „Ich habe es immer als grobe Ungerechtigkeit empfunden, daß man die Psychoanalyse nicht behandeln wolle, wie jede andere Naturwissenschaft.“ 46 1895 war Freud´s klinische Theorie der Psychopathologie noch eine ganz neue Forschungsmethode, genau wie die psychoanalytische Methode der klinischen Untersuchung mittels freier Assoziation. In seinem „Entwurf einer Psychologie“ schreibt er: „ Es ist die Absicht dieses Entwurfs, eine naturwissenschaftliche Psychologie zu liefern, d.h. psychische Vorgänge darzustellen als quantitativ bestimmte Zustände aufzeigbarer materieller Teile.“ 47 Mit Teilen sind hier die Neuronen gemeint. Es handelt sich hier eher um eine neurologische Untermauerung psychischer Prozesse (neurophysiologische Wende), die Freud mit Hilfe der naturwissenschaftlichen Sprache materieller Dinge beschreibt. 48
43 Freud 1987, Bd. 17 S. 142f.
44 Vgl. Grünbaum 1988, S. 12f.
45 Vgl. ebd.
46 Freud 1936, S. 82.
47 Freud 1962, S. 305.
48 Vgl. Grünbaum 1988, S. 13ff.
12
Den Gedanken der psychischen Verdrängung erlangte Freud über seine klinische Arbeit. Diesen entwickelte er weiter zu einem Grundpfeiler auf dem das Gebäude der Psychoanalyse steht. In seinem neurophysiologischen Modell des psychischen Apparates musste also die grundlegende Verdrängungshypothese 49 untergebracht werden. Hierbei stieß er aber auf Schwierigkeiten und zweifelte am Sinn seiner Sichtweise. Daher gab er dieses reduktionistische Programm, welches auf eine Neurobiologie reduziert werden sollte, schließlich auf. 50 „Freud gab seine anfängliche, ontologisch reduktive Vorstellung vom wissenschaftlichen Status zugunsten einer methodologischen, epistemischen Vorstellung auf.“ 51 Er schrieb also seiner sich entwickelnden klinischen Theorie nun mit Hilfe dieser neuen Vorstellung Wissenschaftlichkeit zu. 52 Diese neurobiologischen Modelle von Freud behielten in seinen späteren klinischen und metapsychologischen theoretischen Überlegungen immerhin ihre heuristische Rolle. So benutzte er das neurobiologische Fachvokabular in einem mentalistischen Sinne weiter, ohne jedoch dabei an die Anatomie anknüpfen zu wollen. Allerdings führte das fallengelassene neurologische Modell zu der Annahme einer zweiteiligen Struktur der Seele. Dazu gehören die beiden grundlegenden Triebkräfte dem Unbewussten und dem Vorbewussten. 53 Im mentalistischen Sinn wurde „Demgemäß […] nun aus der ehemaligen Erregung oder „Besetzung“ eines Neurons das Besetztsein einer Vorstellung oder einer Erinnerung.“ 54 Und so nimmt er weiter an, dass „ein Gedankengang den Strom von Besetzungen von einem Gedanken zum anderen umfaßt, so daß psychische Energie in die geistigen Objektvorstellungen investiert wird.“. 55 Diesen Überlegungen folgend, ist also festzustellen, dass es sich weiterhin um Energieströme handelt. 56
49 Verdrängungshypothese: These des motivierten Vergessens: konfliktträchtige Inhalte werden durch Kräfte des Unterbewusstsein am Zutritt zum Bewusstsein gehindert.
50 Vgl. Grünbaum 1988, S. 14f.
51 Grünbaum 1988, S. 15.
52 Vgl. Grünbaum 1988, S.14ff.
53 Vgl. ebd.
54 Grünbaum 1988, S. 15.
55 Grünbaum ebd.
56 Vgl. Grünbaum ebd.
13
Metapsychologie bezeichnet für Freud die aufeinanderfolgenden Modelle der
Struktur und Funktion des psychischen Apparates. Dabei wird dieser Begriff
heute meist in Anlehnung an die Metaphysik so gesehen: „Metapsychologie: in
Anlehnung an den Ausdruck Metaphysik gewählte Bezeichnung für die rein
theoretische Dimension der von ihm gemeinsam mit S. Breuer begründeten Lehre
(Psychoanalyse). Nach Freud besteht die wissenschaftliche Hauptaufgabe der
Metapsychologie in der Entwicklung begrifflicher Modelle (beispielsweise des
psychischen Apparats) und Theorien (Triebtheorie und Verdrängungstheorie) und
der Berichtigung metaphysischer Konstruktionen, soweit diese (wie etwa die auch
in moderne Religionen hineinreichende mythologische Weltauffassung) in Wirklichkeit der Psychologie des Unbewussten zuzurechnen sind.“ 57
Die klinische Theorie hingegen ist von dieser Metapsychologie nicht immer genau
zu trennen. Daher ist es notwendig, ganz genau zu betrachten, welchen
epistemischen und logischen Status Freud dem metapsychologischen Teil seiner
Überlegungen einräumte. So postulierte er lediglich für seine Gesamtkonstruktion
den Status einer Naturwissenschaft, während er der Metapsychologie nur einen
spekulativen Überbau der Psychoanalyse zuschreibt. Sie kann also ohne weiteres ausgetauscht werden oder wegfallen. 58
An dieser Stelle lassen sich dann auch gut andere Dinge einsetzen, die vor allem
der von Freud so zentralen Beobachtung näher stehen. Hier ist die klinische
Theorie als „wesentlichstes Stück“ seiner Psychoanalyse gemeint. Diese steht im
Gegensatz zur Metapsychologie und bildet den Grundpfeiler Freud´s Psychoanalyse. 59
57 Vgl. Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim, 2006.
58 Vgl. Grünbaum 1988, S. 16ff.
59 Vgl. Grünbaum 1988, S. 17f.
14
„ […] die Verdrängungslehre […] der Grundpfeiler, auf dem das Gebäude der Psychoanalyse ruht, […] [ist] das wesentlichste Stück derselben.“ 60
Das Fundament der Wissenschaften ist demnach die Beobachtung. Auch die
Psychoanalyse ist dann also nach Freuds Meinung auf den Beobachtungen der
Tatsachen des Seelenlebens errichtet. Es lässt sich also bemerken, dass dann die
Wissenschaftlichkeit der klinischen Theorie durch die an den Patienten gemachten
Beobachtungen begründet ist. Diese Beobachtungszeugnisse sind denen der Metapsychologie übergeordnet. 61
Freud sah, nach dem Verwerfen seines neurobiologischen Modells der Psyche
1896, „ […] die Wissenschaftlichkeit seiner klinischen Theorie ausschließlich
aufgrund der sicheren und direkten epistemischen Rechtfertigung, die er aus den
an sich selber und an seinen Patienten gemachten Beobachtungen zog, zu proklamieren.“ 62
Freud beansprucht also eher für seine theoretischen Konstruktionen, besonders für
die klinische Theorie der Persönlichkeit und Therapie naturwissenschaftlichen
Status und weniger für die Metapsychologie. Dabei ist Freud´s Kriterium für Wissenschaftlichkeit methodologisch und nicht ontologisch reduktiv. 63
60 Freud, zitiert nach Grünbaum 1988, S. 18.
61 Vgl. Grünbaum 1988, S. 18f.
62 Grünbaum 1988, S. 19.
63 Vgl. Grünbaum 1988, S. 19.
15
4.2 Psychoanalyse und Hermeneutik
Als Vordenker der „hermeneutischen“ Version der psychoanalytischen Theorie und Therapie gelten Jürgen Habermas und Paul Ricoeur. 64 Aber auch die Arbeiten von Karl - Otto Apel, Hans Georg Gadamer, George S. Klein und Gerard Radnitzky sind in diesem Zusammenhang zu erwähnen und zu betrachten. 65 Nach Thomä und Kächele ist in der Betrachtung der Psychoanalyse in Hinblick auf die Hermeneutik die Beziehung der hermeneutischen zur psychoanalytischen Interpretationslehre zentral. Wie schon in Abschnitt 2 näher betrachtet, geht es bei der Hermeneutik, die der normativen Sprachlehren nahe steht, um eine Explikation, also die Auslegung von Begriffen durch Gedankenexperimente, „ […] die sich durch Vorverständnis über die ganzheitliche Bedeutung und durch die Erforschung der anzunehmenden situationsgebundenen Kontexte im sogenannten hermeneutischen Zirkel bewegt.“ 66
Von der philologischen, theologischen und historischen Hermeneutik kommt man dann schließlich zur verstehenden Psychologie, dabei bildet die Forderung des sich Einfühlens bzw. sich Hineinversetzens den gemeinesamen Nenner, der diese mit den Geisteswissenschaften verbindet. Dies sind auch Voraussetzungen, die die psychoanalytische Behandlung ermöglichen. Hier sind Introspektion und Empathie wesentliche Merkmale der sich ergänzenden technischen Regeln der „freien Assoziation“. Diese beiden Techniken hat Freud als wissenschaftliche Instrumente für systematische Beobachtungen und Entdeckungen nutzbar gemacht. Es ergeben sich Beziehungen zwischen der psychoanalytischen Situation und der allgemeinen Hermeneutik. 67
Habermas und Lorenzer bezeichnen die interpretative Technik der Psychoanalyse dann als „Tiefenhermeneutik“. Dabei bezieht sich diese nach Habermas auf Texte, die Selbsttäuschungen seines Autors anzeigen. An anderer Stelle weist er der Hermeneutik ihre eigentliche Aufgabe zu, nämlich die Kombination von Sprachanalyse mit der psychologischen Erforschung kausaler Zusammenhänge. 68 Thomä und Kächele finden diese Bezeichnung der interpretativen Technik der Psychoanalyse als sehr ungeeignet und irreführend:
64 Vgl. Grünbaum 1988, S. 11.
65 Siehe hierzu auch Thomä / Kächele 2006, S. 43.
66 Thomä / Kächele 2006, S. 43.
67 Vgl. Thomä / Kächele 2006, S. 44.
68 Vgl. Thomä / Kächele 2006, S. 45f.
16
„Gegenstand und Methode der Psychoanalyse und insbesondere ihre erfahrungswissenschaftliche Beweisführung unterscheiden sich […] so wesentlich von der philologisch - theologischen oder sprachanalytischen Hermeneutik, daß durch die Bezeichnung „Tiefenhermeneutik“ eine zu enge Verwandtschaft zwischen ihnen nahegelegt wird.“ 69
Von Jürgen Habermas wurde in „Erkenntnis und Interesse“ und „Zur Logik der Sozialwissenschaften“ einer der wohl bekanntesten Entwürfe zur Kennzeichnung des wissenschaftslogischen Standorts der psychoanalytischen Theorie angeboten. Dabei stellt er sich besonders gegen die naturwissenschaftliche Auffassung der Psychoanalyse, wie sie Freud postulierte. 70
Seine Argumentation beginnt Habermas dann auch damit, dass er Freud des szientistischen Selbstmissverständnisses bezichtigt. Dies kommt seiner Meinung nach zu Stande, „ […] daß auch die Theoriebildung in die Selbstreflexion gehört. Die Verknüpfung des Strukturmodells, welches ursprünglich aus der Kommunikation zwischen Arzt und Patient abgeleitet wurde, mit dem Energierverteilungsmodell bilde dann den entscheidenden Schritt: Freud habe „die Metapsychologie nicht als das begriffen, was sie im Bezugssystem der Selbstreflexion allein sein kann: als eine allgemeine Interpretation von Bildungsprozessen.“ 71
Die von Habermas angesprochenen allgemeinen Interpretationen 72 trennt er allerdings von den metahermeneutischen Aussagen. Dabei gilt für die allgemeinen Interpretationen, dass sie sobald sie allgemeinen Status annehmen, dem hermeneutischen Verfahren der fortlaufenden Korrektur des Vorverständnisses am Text entzogen sind. Für Habermas meint das, dass wie Thomä und Kächele sagen, 73 „ […] allgemeine Interpretationen insofern Theoriecharakter haben, als sie zumindest generalisierende Aussagen implizieren, die am Einzelfall nachweisbar sein müssen und damit der permanenten Veränderung durch den hermeneutischen Zirkel entzogen sind.“ 74
69 Thomä / Kächele 2006, S. 46.
70 Vgl. Thomä / Kächele 2006, S. 69.
71 Vgl. Habermas 1968, S. 309.
72 Von Popper übernommen, historische Theorien im Gegensatz zu den wissenschaftlichen
Theorien.
73 Vgl. Thomä / Kächele 2006, S. 70f.
74 Thomä / Kächele 2006, S.71.
17
Auch diese allgemeinen Interpretationen müssen dabei aufgrund ihres Hypothesencharakters scheitern können. In der Psychoanalyse gilt also auch: „Ein empirisch - wissenschaftliches System muß an der Erfahrung scheitern können.“ 75
Die von Habermas gemachte Verortung der Psychoanalyse und das innerhalb seiner Überlegungen aufgedeckte szientistische Selbstmissverständnis führt dann zu der Frage, inwieweit in der Psychoanalyse, aufgrund unangemessener Nachahmung naturwissenschaftlicher Methoden, empirische Forschung möglich ist. Deshalb ist es wichtig die Psychoanalyse nicht weiter als Naturwissenschaft zu betrachten, sondern als Humanwissenschaft, damit eine dem Gegenstand der Psychotherapie angemessene empirische Forschung, die sich auf die allgemeinen Interpretationen (klinische Theorie der Psychoanalyse) beziehen entwickelt und gefördert werden kann. 76
Für Habermas ist die Psychoanalyse allerdings mehr als nur eine Behandlungsmethode, sie ist eine methodische Selbstreflexion in Anspruch nehmenden Wissenschaft. Das bedeutet auch, dass analytische Einsichten für den Analytiker erst dann Geltung haben, wenn der Analysierte sie selbst akzeptiert hat. Es grenzen sich die allgemeinen Interpretationen, wie sie von Habermas gesehen werden, also von den Aussagen über einen Objektbereich ab, die im Rahmen allgemeiner Theorien behauptet werden. Allgemeine Interpretationen gelten also nur in dem Maße, 77 „ in dem diejenigen, die zum Gegenstand einzelner Interpretationen gemacht werden, darin sich selber erkennen.“ 78 Sie beanspruchen allerdings den gleichen Grad an Gültigkeit wie allgemeine erfahrungswissenschaftliche Sätze, auch wenn sie sich durch die Logik der überprüfenden Forschung unterscheiden. 79
Es lässt sich erkennen, dass er ganz klar zwischen allgemeinen Theorien, die sich falsifizieren lassen, und seinen betrachteten allgemeinen Interpretationen, die sich nur an der Reflexivität des Patienten bewähren können, zu trennen versucht. 80
75 Popper 1969, S. 15.
76 Vgl. Thomä / Kächele 2006, S. 72.
77 Vgl. Thomä / Kächele 2006, S. 73ff.
78 Habermas 1968, S. 319.
79 Vgl. Thomä / Kächele 2006, S. 80.
80 Vgl. Thomä / Kächele 2006, S.74.
18
„Geht man davon aus, dass alle Analytiker kausal denken und Erklärungen suchen, um ihre Patienten verstehen zu können, liegt die Trennungslinie nicht zwischen der hermeneutisch - geisteswissenschaftlichen und der empirischnaturwissenschaftlichen Psychoanalyse, sondern in der Einstellung der Kausalität: in der Praxis sind nur Wahrscheinlichkeitsaussagen, nur induktive, statistische Erklärungen möglich, aber keine deduktiv - nomologischen Schlüsse.“ 81
Nach Habermas´ betonter Kontextualität psychoanalytischer Erklärungen, welche kausale Aussagen relativiert und streng deduktive Ableitungen von Gesetzen unmöglich macht, kann die Psychoanalyse also keine Naturwissenschaft sein.
Zentrales Thema für die Psychoanalyse, die Habermas beschreibt, ist die von Hegel übernommene Aufklärung im Sinne der „Kausalität des Schicksals“, wenn man anerkennt, dass unbewusste Gründe als Ursachen wirken.
81 Thomä / Kächele 2006, S. 79.
19
Exkurs: Adolf Grünbaum
Der amerikanische Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Adolf Grünbaum wurde am 15. Mai 1923 in Köln geboren. Jüdischer Abstammung musste er 1938 in die USA emigrieren. Später studierte er Physik und Philosophie an der Weslyan Universität in Middletown / Connecticut. Von 1956 bis 1960 war Grünbaum Selfridge Professor an der Leigh Universität Bethlehem, ab 1960 dann Professor für Philosophie an der Universität Pittsburgh, an der er das Zentrum für Wissenschaftstheorie gründete und Arbeiten zur physikalischen Kosmologie und zu verschiedenen anderen Themen der Wissenschaftstheorie verfasste. Er leistete somit grundlegende Arbeit zur Philosophie von Raum und Zeit, vor allem zur räumlichen und zeitlichen Kongruenzrelation. 82 Heute ist Adolf Grünbaum einer der weltweit bekanntesten Philosophen des logischen Empirismus, des ehemaligen Wiener Kreises. Zu seinen wichtigsten Werken zählen dabei: 83
The Foundations of Psychoanalysis. Berkeley: University of California Press 1984; dt.: Die Grundlagen der Psychoanalyse. Eine philosophische Kritik. Stuttgart: Reclam 1988; Philosophical Problems of Space and Time (second edition, 1973); Modern Science and Zeno's Paradoxes (second edition, 1968); Validation in the Clinical Theory of Psychoanalysis: A Study in the Philosophy of Psychoanalysis, 1993.
82 Vgl. „Adolf Grünbaum“ < http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Gr%C3%BCnbaum > 1.2.2007.
83 Vgl. ebd.
20
4.3 Kritik an der hermeneutischen Auffassung der Psychoanalyse
Im Folgenden soll nun die Kritik von Adolf Grünbaum an der hermeneutischen Auffassung der Psychoanalyse, der diese vor allem an Jürgen Habermas, Paul Ricoeur und George S. Klein aufzeigt, betrachtet werden. Daneben wird exemplarisch die Kritik an Jürgen Habermas Philosophie der Psychoanalyse näher dargestellt.
Grünbaum kritisiert zunächst die Grundlagen der Psychoanalyse von Sigmund Freud, der dieser, wie schon aufgezeigt, den Status einer Naturwissenschaft zuschreibt, um dann aber dennoch Kritik an der Deutung des „szientistischen Selbstmissverständnisses“ 84 zu üben, wie sie Habermas, Ricoeur und Klein vorgenommen haben.
Damit dies gelingen kann, ist zunächst die falsche Textauslegung Freud´s aufzudecken. Hier zeigt sich, dass dieser fälschlicherweise des szientistischen Selbstmissverständnisses bezichtigt wurde. Dazu kommen allerdings nach Meinung von Grünbaum tiefgreifende Missverständnisse des Inhalts und der Methoden der Naturwissenschaften, welche den Thesen der Kritiker an Freuds Auffassung einer Psychoanalyse als Naturwissenschaft zu Grunde liegen. 85
Die exegetische Legende vom „szientistischen“ Selbstmissverständnis Freud wurde vor allem von den drei Kritikern Habermas, Ricoeur und Klein so verstanden, als wäre seine klinische Theorie auf eine vermeintliche Rückführung seiner Hypothesen auf eine Metapsychologie angewiesen, um den Status einer Naturwissenschaft beanspruchen zu können. Allerdings besteht für Grünbaum genau hier der Irrtum, denn Freud gründet seine Wissenschaftlichkeit der klinischen Theorie nicht auf eine Rückführung seiner Hypothesen auf eine Metapsychologie, welche er im Gegensatz zu der Meinung seiner Kritiker nicht für ursprünglich naturwissenschaftlich gehalten hat. Er gibt ihr eher eine untergeordnete Rolle, ja er meint sogar, dass sie auch durch anderes ausgetauscht werden könne, wie die Ausführungen zur Beobachtung nahe legen. 86
84 Szientismus: kritische Bezeichnungfür Versuche der Übertragung von Methoden und Prinzipien
naturwissenschaftlicher Forschung (insbesondere der Physik) auf die Human-, Sozial- und
Geisteswissenschaften. (Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim, 2006)
85 Vgl. Grünbaum 1988, S. 11f.
86 Vgl. Grünbaum 1988, S. 18f.
21
Die Metapsychologie dient also nur als spekulativer Überbau und kann ohne Verluste abgebaut werden.
„Daraus geht klar hervor, daß Freud, indem er zeit seines Lebens für seine theoretischen Konstruktionen standhaft einen naturwissenschaftlichen Status beanspruchte, dies zunächst und vor allem im Hinblick auf seine sich entfaltende klinische Theorie der Persönlichkeit und Therapie tat, und weniger im Hinblick auf die Metapsychologie.“ 87
Wie in 4.1 ausgeführt, war Freuds Kriterium für Wissenschaftlichkeit methodologisch, während seine Kritiker ihm eine ontologisch reduktive Vorstellung eines wissenschaftlichen Status unterstellen. 88 Von dieser Vorstellung war Freud allerdings mit dem Fallen lassen seiner eher neurobiologischen Überlegungen abgekommen. 89
Dennoch hält Gill es für unangebracht psychologische Hypothesen in einem naturwissenschaftlichen Rahmen aufzustellen. Es ist dies nur ein „ […] reduktiver Versuch, den psychologischen Diskurs in ein ihm fremdes Universum zu verwandeln - in das Universum von Raum, Kraft und Energie.“ 90 Freud führt den Berechtigungsnachweis seiner klinischen Theorie, der wissenschaftlich gesehen von unten nach oben verläuft, also nicht auf eine Metapsychologie zurück, sondern auf die direkte Beweisunterstützung durch die an den Patienten gemachten Beobachtungen. 91
Die Kritiker gehen sogar noch einen Schritt weiter und unterstellen Freud aus der ihm vorgeworfenen Rückführung auf eine Metapsychologie falsch zu extrapolieren 92 , um so den Anspruch der klinischen Theorie als einer Naturwissenschaft beanspruchen zu können. 93 Diesen Vorwurf der Fehl -Exploration sieht Grünbaum allerdings als ganz falsch begründet 94
87 Grünbaum 1988, S. 18.
88 Siehe hierzu auch Gill 1976, S. 72.
89 Vgl. Grünbaum 1988, S. 19.
90 Gill 1976, S. 72.
91 Vgl. Grünbaum 1988, S. 20.
92 Unter Extrapolation wird die Bestimmung eines (meist mathematischen) Verhaltens über den
gesicherten Bereich hinaus verstanden. (Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG,
Mannheim, 2006)
93 Vgl. Grünbaum 1988, S. 20ff.
94 Vgl. Grünbaum 1988, S. 23.
22
Zum viel beschriebenen „szientistischen Selbstmissverständnis“ kam es dann nach Habermas, da Freud Hypothesen über verschiedene Korrelationen zwischen klinischen und metapsychologischen Konzepten / Begriffen aufgestellt habe und die Metapsychologie mit einer ursprünglichen Wissenschaftlichkeit gegenüber der klinischen Theorie versehen hat. „Szientistisch“ daher, da Freud die klinische Theorie mit naturwissenschaftlichem Status ausstattete, indem er aus der Metapsychologie auf dem Weg über die erwähnten Korrelationen falsch extrapolierte; und „Selbstmissverständnis“, weil seine Ansicht zu einer philosophisch falschen Auffassung von der klinischen Theorie führte, einer Gruppe von Hypothesen die Freud selbst formuliert hatte. 95 Diesen selbstemanzipatorischen Prozess, der in der psychoanalytischen „Bewegung der Selbstreflexion“ abläuft, sieht Habermas allerdings weit entfernt von den methodologischen und ontologischen Kategorien der Naturwissenschaft. 96
„Nach Ansicht der Hermeneutiker beabsichtigte Freud also irrtümlicherweise, seinem Unternehmen durch Extrapolation aus seinem metapsychologischen Programm einen naturwissenschaftlichen Status zu verleihen. Und dieses unglückselige Bestreben mündete, wie sie meinen in die „szientistische“ Verfälschung seines gesamten theoretischen Gebäudes.“ 97
95 Vgl. Grünbaum 1988, S. 21f.
96 Vgl. ebd.
97 Grünbaum 1988, S. 22.
23
Grünbaum versus Habermas´ Philosophie der Psychoanalyse 98 Im Folgenden werden einige Hauptkritikpunkte Habermas´ an den Überlegungen Freud´s aufgeführt und die Thesen Grünbaums gegenübergestellt, um zu zeigen, welchen Schwächen die Argumentation der Hermeneutiker, hier Habermas, gegen die Postulierung der Psychoanalyse als Naturwissenschaft hat.
Ist die Dynamik der psychoanalytischen Therapie ein Beweis für die „Kausalität des Schicksals“?
Habermas: Der gesetzesähnliche Kausalzusammenhang welcher in der Kausalität der Natur vorhanden ist, ist nicht in der Dynamik der Therapie vorhanden, stattdessen werden bei der PA Kausalitäten durch Selbstreflexion aufgehoben (Kausalität des Schicksals). 99
Grünbaum: „Der Patient erreicht sein therapeutischen Ziel also genau dadurch, daß er Gebrauch macht von einem kausalen Zusammenhang, und nicht, wie Habermas sagen würde, dadurch, daß er einen solchen Zusammenhang überwindet.“ 100
Sind nomologische Erklärungen in den Naturwissenschaften generell nich-historisch, kausale Darstellungen in der Psychoanalyse dagegen historischkontextuell?
Habermas: „Narrative Erklärungen unterschieden sich von den streng deduktiven dadurch, daß die Ereignisse oder Zustände, für die sie eine kausale Beziehung behaupten, bei der Applikation eine weitere Bestimmung erfahren. Allgemeine Interpretationen erlauben deshalb keine kontextfreien Erklärungen.“ 101
Grünbaum: Auch in der Physik gibt es Beispiele, welche nicht auf kontextfreien, ahistorischen Gesetzen beruhen. 102
98 Siehe hierzu vor allem Grünbaum 1988.
99 Vgl. Grünbaum 1988, S. 24ff.
100 Grünbaum 1988, S. 29.
101 Grünbaum 1988, S. 35.
102 Vgl. Grünbaum 1988, S. 34ff.
24
3. Hat der Patient privilegierten kognitiven Zugang zur Validierung oder Diskreditierung von psychoanalytischen Hypothesen?
Habermas: Der Patient ist in letzter Instanz der epistemische Begutachter der allgemeinen psychoanalytischen Postulate (kognitive Monopolstellung).
Grünbaum: Auch in den Naturwissenschaften kann das forschende Subjekt Theorien auf sich selbst anwenden. In der Psychoanalyse - Praxis kommt es oft vor, dass der Patient erst von der Richtigkeit einer Konstruktion überzeugt werden muss. 103
Habermas: Naturwissenschaftliches Wissen wird im Rahmen von instrumentellen Handeln eingesetzt, in der Psychoanalyse ist dies nicht der Fall.
Grünbaum: Warum kann das Mittel der freien Assoziation nicht als Instrument angesehen werden (f.A. = Mikroskop). 104
Habermas: Allgemeine Interpretationen unterliegen nicht den gleichen Kriterien der Falsifikation wie naturwissenschaftliche Theorien.
Grünbaum: Habermas hat ein falsches Verständnis von Falsifikation, zudem gibt es bei Freud Beispiele der inter- wie intraklinischen Falsifikation. 105
103 Vgl. Grünbaum 1988, S. 43ff.
104 Vgl. ebd.
105 Vgl. ebd.
25
5. Schlussbetrachtung
Schlussfolgernd ist zu sagen, dass die alleinige hermeneutische Auslegung der Psychoanalyse und analytischen Psychotherapie in der Praxis dazu führen kann, zu glauben, dass Experimente, Empirie und Evaluation unmöglich bzw. unmöglich seien. Dies würde aber bedeuten, die eigentliche wissenschaftliche Arbeit zu vernachlässigen.
„Qualitative Forschungsmethoden in der Psychoanalyse können sich in der Folge nur dann als gegenstandsangemessen ausweisen, wenn sie ihre Ergebnisse ohne Anspruch auf nomologische Allgemeingültigkeit als Beitrag zu diesem Begreifen im hermeneutischen Zirkel darstellen und in die psychoanalytische Theoriebildung einbringen.“ 106
Auch wenn Freud standhaft den naturwissenschaftlichen Status der Psychoanalyse postuliert, verwarf er doch seine anfängliche Überzeugung, man könne die klinische Theorie in absehbarer Zeit auf die Neurobiologie reduzieren. Aus heutiger Sicht ist dazu natürlich zu sagen, dass sich aufgrund des medizinischen Fortschritts die Lücken zwischen klinischer Theorie und Neurobiologie immer kleiner werden. Dennoch bringt die Betrachtung der Psychoanalyse aus Sicht der Naturwissenschaften besonders für wissenschaftliche Zwecke auch Vorteile, vor allem im Hinblick auf die Forschung.
Um auf das Eingangszitat zurück zu kommen, ist anzumerken, dass die Psychoanalyse nun Verstehen durch Erklären vermittelt, wie wir in den Ausführungen bereits gesehen haben.
Dennoch muss gesagt werden, dass ganz gleich zu welcher Seite man tendiert, ob Psychoanalyse als Hermeneutik oder Naturwissenschaft, ihr wissenschaftliches Selbstverständnis immer noch als offen und ungesichert gelten muss, auch wenn Bittner zu dem Schluss kommt, dass Analyse Hermeneutik ist und nichts sonst. Die Psychoanalyse steckt hier in einem wissenschaftstheoretischen Dilemma, da sie nicht zugleich ein bisschen Naturwissenschaft und ein bisschen Hermeneutik sein kann. 107
106 Achilles, Peter: Das Subjekt begreifen. Psychoanalytische Erkenntnis und qualitative
Forschung in der Psychoanalyse.
< http://www.pabst-publishers.de/Psychologie/psyzeit/psychoan/ > 08.03.2007
107 Vgl. Bittner 1998, S. 64.
26
6. Literaturverzeichnis
Bittner, Günther: Metaphern des Unbewussten: Eine kritische Einführung in die Psychoanalyse. Stuttgart / Berlin / Köln: Kohlhammer, 1998.
Dilthey, Wilhelm: Ideen über eine beschreibende und zergliedernde Psychologie. (1894) In: Dilthey, Wilhelm: Gesammelte Schriften VII. Stuttgart: Teubner, 1961.
Dilthey, Wilhelm: Die Entstehung der Hermeneutik (1900). In: Gesammelte Schriften, Bd. 5. Leipzig: Teubner, 1924.
Droysen, Johann Gustav: Historik. Vorlesungen über Enzyklopädie und Methodologie der Geschichte [1858-83]. München: Oldenbourg, 1937.
Freud, Sigmund: Aus den Anfängen der Psychoanalyse. Briefe an Wilhelm Fließ. Abhandlungen und Notizen aus den Jahren 1887 - 1902. Hrsg. Von Marie Bonaparte, Anna Freud und Ernst Kris. Frankfurt am Main: Fischer, 1962.
Freud, Sigmund: Gesammelte Werke. Hrsg. Von Anna Freud (u.a.). 17 Bände. Frankfurt am Main: Fischer, 1964. Nachtr. - Bd. Hrsg. Von Angela Richards unter Mitw. Von Ilse Grubrich-Simitis. Frankfurt am Main: Fischer, 1987.
Gill, Merton M. und P.S. Holzmann (Hrsg.): Psychology Versus Metapsychology: Psychoanalytic Essays in Memory of George S. Klein. New York: International Universities Press, 1976.
Gill, Merton M.: Metapsychology Is Not Psychology. In: Psychology Versus Metapsychology: Psychoanalytic Essays in Memory of George S. Klein. Hrsg. von M.M. G. und P.S. Holzmann. New York: International Universities Press, 1976. S. 71 - 105.
Grünbaum, Adolf: Die Grundlagen der Psychoanalyse. Eine philosophische Kritik. Stuttgart: Reclam, 1988.
27
Habermas, Jürgen: Erkenntnis und Interesse. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1968.
Popper, Karl. R.: Logik der Forschung, 3. Erw. Aufl. Tübingen: Mohr, 1969.
Poser, Hans: Wissenschaftstheorie. Eine philosophische Einführung. Stuttgart: Reclam, 2001.
Thomä, Helmut / Kächele, Horst: Psychoanalytische Therapie. Band 3: Forschung. Berlin: Springer, 2006.
Wilhelm Windelband: Geschichte und Naturwissenschaft. In: Präludien. Aufsätze und Reden zur Philosophie und ihrer Geschichte, Bd. 2, Tübingen: Mohr, 1924. S.136 - 160.
Vico, Giambattista: Die neue Wissenschaft über die gemeinschaftliche Natur der Völker. Reinbek: Rowohlt, 1966.
Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim, 2006 www.wikipedia.de
28
Arbeit zitieren:
M.A. Katja Seidel, 2007, Psychoanalyse: Naturwissenschaft oder Hermeneutik?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Milgram-Experiment - Über den Zusammenhang zwischen Autorität, Geh...
Psychologie - Sozialpsychologie
Ausarbeitung, 6 Seiten
Antisemitische Einstellungen in Deutschland. Eine Explorationsstudie.
Psychologie - Sozialpsychologie
Diplomarbeit, 164 Seiten
Abweichendes Verhalten aus der Subjektperspektive
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 14 Seiten
Die Position der evolutionären Ethik mit Blick auf die Erziehung
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 27 Seiten
Büchners Lenz - Eine vollgütige klinische Pathographie
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 16 Seiten
'Über die allmählige Verfertigung der Gedanken beim Reden' in ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 15 Seiten
Die Anlage-Umwelt-Kontroverse im Hinblick auf Intelligenz und Begabung...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 16 Seiten
>Ausgrenzung und Normalität<. Anmerkungen zur >Singer Debatt...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Wissenschaftlicher Aufsatz, 8 Seiten
Ist Freuds Theorie empirisch überprüfbar?
Poppers Vorwurf der Unüberprüf...
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Seminararbeit, 15 Seiten
Auswirkungen der Europäischen Integration auf die Profession Soziale A...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 81 Seiten
Case Management - Ein neues Berufsfeld im Gesundheitswesen
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 26 Seiten
Gründe für den Aufstieg Europas in der frühen Neuzeit
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 18 Seiten
Katja Seidel hat den Text Psychoanalyse: Naturwissenschaft oder Hermeneutik? veröffentlicht
Katja Seidel hat einen neuen Text hochgeladen
Seelenstände der Psychoanalyse
Das Unmögliche jenseits einer ...
Jacques Derrida, Hans-Dieter Gondek
0 Kommentare