Gliederung
1 Einleitung 3
2 Zur Entstehung der Zielfelderpläne 4
2.1 die Lehrpläne von 1958 4
2.2 die Lehrpläne von 1967 4
2.3 der curriculare Ansatz 6
3 Der Zielfelderplan für die Grundschule 7
3.1 Aufbau und Inhalt 7
3.2 Umsetzung im Religionsunterricht 10
3.3 Kritik am Zielfelderplan 11
4 Die Bildungsstandards 2004 12
4.1 Aufbau und Inhalt 13
4.2 Umsetzung im Religionsunterricht 18
5 Übereinstimmungen und Unterschiede 20
6 Schlussbetrachtung 24
7 Literaturverzeichnis 25
2
In diesen Lehrplänen (kath. und ev.) standen die Kirche und ihre Botschaft im Mittelpunkt der Lehre.
Die Aufgabe des Religionsunterrichts war es nach damaligem Verständnis, den Menschen nach dem Bilde Christi zu formen und die Heilsbotschaft Gottes jugendgemäß zu verkünden.
Auf dem Lehrplan standen u. a. Einführung in die Liturgie, Bibelunterricht, Katechismusunterricht, Kirchenlieder, Kirchengeschichte. Dabei war das Ziel, das der Religionsunterricht verfolgte, die Schüler mit dem Leben der Gemeinde und dem Gottesdienst vertraut zu machen, damit die Schüler in die Gemeinschaft der Kirche hineinwachsen können. Glaube und Christentum wurden den Schülern also „von außen übergestülpt“. Der „Empfänger“ (also die Schüler) wurde hierbei nicht berücksichtigt.
2.2 die Lehrpläne von 1967
In der Zeit bis 1967 orientierte sich die Gesellschaft zunehmend neu in Hinsicht auf Glaube und Kirche. Man wurde kritischer, begann kirchliche Dogmen zu hinterfragen und nahm nicht mehr alles als gegeben hin. Man setzte sich mit dem Glauben auseinander. Auch innerhalb der Kirche wurden Zweifel immer lauter. Das zweite vatikanische Konzil, das in dieser Zeit stattfand, wollte eine Modernisierung dogmatischer Sätze im Sinne ihrer Anpassung an das Verständnis des gegenwärtigen Zeitalters und der Menschen, die in dieser Zeit lebten. Dieser Umbruch verlangte auch Veränderungen im Lehrplan. Der Rahmenplan von 1967 umfasste drei Schwerpunkte: die Heilsbotschaft, den Empfänger der Heilsbotschaft und den Dienst der Katechese. Die Kirche sah ihren Auftrag immer noch darin, die Heilsbotschaft zu verkünden, jedoch wurde jetzt im Gegensatz zum alten Lehrplan der Empfänger mit in die Überlegungen zur Entstehung des Rahmenplans eingebunden.
4
Wichtig wurden nun die allgemeine Situation des Menschen sowie die besondere Situation des damaligen Menschen auf der einen Seite und auf der anderen Seite bedachte man erstmals die Bedeutung der Altersphasen für das Glaubensverständnis. Die religionspädagogischen Hauptaufgaben bestanden in der Anleitung zum Leben mit der Kirche und dem Glauben und der Auseinandersetzung mit dem Unglauben der Umwelt, das heißt Glaube wurde nicht mehr als selbstverständlich vorausgesetzt. Durch den Einbezug des Empfängers trat auch das Verstehen in den Vordergrund. Dieser neue Lehrplan setzte jetzt mehr auf hermeneutischen Unterricht denn auf Unterweisung.
Trotz des neuen Lehrplans von 1967 reichten die Neuerungen nicht aus, die wachsende Diskrepanz zwischen Religionsunterricht und Lebenswirklichkeit, also zwischen Theorie und Praxis auszugleichen. Der Religionsunterricht galt bis jetzt etwa als „Kirche in der Schule“. Die Lehrpläne waren bis jetzt hauptsächlich Stoffpläne, die Lernziele, didaktisch-methodische
Unterrichtsorganisation oder Begründungen für Ziel- und Inhaltsentscheidungen nicht mit einbezogen. Der bisherige hermeneutische Unterricht zeichnete sich vor allem aus durch Wiederholung und Einübung von religiösen Vorstellungen. Die Erziehung zu kritischer Auseinandersetzung mit dem Glauben fand nicht statt. Ebenso wenig war der Unterricht darauf ausgerichtet, die Fragen der Schüler zu beantworten und ihnen bei der Problembewältigung im Alltag zu helfen. Der Unterricht war überwiegend fremdmotiviert und wurde von den Schülern immer mehr abgelehnt. 1 Der Zielfelderplan sagt hierzu „Die Gefahr ist groß, dass der Schüler an den überlieferten Antworten von Theologie und Verkündigung interesselos vorbeigeht, weil er seine Erfahrungen und seine Fragen nicht berücksichtigt sieht…[und], dass der überlieferte Glaube von ihm nicht mehr als glaubwürdig angesehen wird und so keine Wirkung auf sein Leben ausübt.“ 2 Die intrinsische Lernmotivation des Schülers sollte also ein vordergründiges Ziel werden.
2.3 der curriculare Ansatz 3
Ein Ansatz für einen neuen Lehrplan sollte also viele neue Elemente
beinhalten , wie, neben den allgemeinen Zielen, Teilziele, Zielbegründungen,
Inhalte und Verfahrensmodelle und ein Instrumentarium zur Beurteilung der
Wirksamkeit des Curriculum. Außerdem sollte die Verbindung von Schule und
Lebenswirklichkeit gegeben sein.
Die Curriculumtheorie war beeinflusst von der geisteswissenschaftlichen
P ädagogik und der damaligen US-amerikanischen Lernforschung und
umschrieb die Aufgabe der Schule so, dass sie für die Bewältigung von
Lebenssituationen qualifizieren solle.
Der curriculare Ansatz stellt also ein Gesamtkonzept für einen Lehrplan dar,
der verschiedene Elemente miteinander verbindet. Er muss die Erwartungen
der Schüler mit den allgemeinen Schulzielen verbinden, also beispielsweise
die Vermittlung von Glaube und Denken unter Einbeziehung historischer,
soziologischer und philosophischer Fragestellungen oder den Kontext von
christlichem Glauben und nichtchristlichen Weltanschauungen oder
Religionen , etc. Daraus ergeben sich hauptsächlich drei Aspekte, die den
kath. und ev. Religionsunterricht zukünftig bestimmen sollten:
1. die noch entschiedenere Vermittlung von Glaube und Denken
2. die Öffnung des Glaubens zur Wirklichkeit, besonders zur Gesellschaft
3. die unbefangenere Konfrontation von Glaube und Unglaube, bzw. dem
Anspruch der Andersglaubenden. 4
3 Vgl. Nipkow, Karl Ernst: Curriculumforschung und Religionsunterricht.
4 Vgl. Nipkow, Karl Ernst: Curriculumforschung und Religionsunterricht. 4
6
Schülers. Wofür soll er lernen?
2. die Qualifikation: der Schüler soll die Fähigkeit bekommen, Situationen zu bewältigen
3. die Curriculum-Elemente: die Bestandteile des Lehrplans, wie z. B. Ziele, Teilziele, Inhalte, Verfahren, von denen qualifizierende Wirkung erwartet wird.
Die drei o. g. Kriterien wurden bei der Erstellung des Zielfelderplans berücksichtigt. Er ist „gitterartig“ aufgebaut und untergliedert sich in Erfahrungsbereiche, Qualifikationen oder Fähigkeiten, Richtziele, Zielfelder, Schuljahre und Themenfelder, welche horizontal und vertikal miteinander verknüpft werden im Laufe des Unterrichts der Grundschule.
Die zwei übergeordneten Erfahrungsbereiche für die Grundschule sind 1. Ich - Du - Wir 2. Der Glaube der Kirche
Arbeit zitieren:
Alexandra Pick, 2007, Die Zielfelderpläne von 1973/1977 - ein curricularer Neuansatz für den RU im Vergleich zu den neuen Bildungsstandards 2004, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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