Fritz Schretter:
„Eine freundliche Grenze zur Identitätsabgrenzung“
Dieses Zitat vom Obmann des Kärntner Abwehrkämpferbundes über die sog. natürliche Karawankengrenze zwischen Österreich und Slowenien lässt viele Rückschlüsse auf die typische „Kärntner Seele“ zu.
Die hochstilisierte Urangst vor dem Slowenentum in Kärnten basiert auf einem breiten politischen Nährboden, wobei geschickt mit den Ängsten der Mehrheit vor der Minderheit gespielt wird.
Das „Problem“ der Mehrheit in Kärnten ist die Tatsache, dass sie nur eine Sprache spricht und es hat sich daher ein entsprechender „Neid“ auf die Zweisprachigkeit der Minderheit entwickelt. Durch dieses sog. falsche Denken und den sprachlichen Nachteil wird eine instinktive Reaktion der Abwehr „heraufbeschworen“ und man versucht die Minderheitenrechte stark einzuschränken - nach dem Motto „mehr wissen schützt vor Strafe nicht!“
Denn wenn man sich untereinander in einer Sprache verständigen kann, deren die mehrheitliche Bevölkerung nicht mächtig ist und problemlos in der Sprache der Mehrheit kommunizieren kann, führt dies zum Unmut jener Bevölkerungsschicht, die nur eine Sprache spricht.
Somit entstehen die sog. Mehrheitsängste eigentlich aus Unwissenheit heraus und anstatt mit „Fleiß und Eifer“ die andere Sprache zu erlernen zu versuchen, wird diese Sprache einfach negiert, da ja dies viel „bequemer“ ist. Man hat sich nun nicht unnötig den Kopf zu zerbrechen, wie ein harmonisches Zusammenleben am besten funktionieren könnte und auch nicht die zusätzliche Energie aufzubringen sich mit der Sprache der Minderheit zu beschäftigen.
Denn je mehr man weiß, umso eher kommt man zur schmerzhaften Erkenntnis, dass man eigentlich nichts weiß. Die einfachste Lösung ist nun die Minderheitensprache offiziell zu verbieten und durch Identitätsabgrenzung den sog. kulturellen Einheitsbrei zu verstärken. Somit erhält die Sprache der Minderheit den Status einer Geheimsprache, die nur mehr, wenn überhaupt, zu Hause gepflegt wird.
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Arbeit zitieren:
DI Mag Fabian Prilasnig, 2007, Fritz Schretter: „Eine freundliche Grenze zur Identitätsabgrenzung“, München, GRIN Verlag GmbH
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