Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1 Aufbau und Gliederung der Arbeit 3
2 Einleitung 3
2.1 Stellenwert von Sport und Bewegung 3
2.2 Ziele und Hypothesen der Arbeit 5
3 Hauptteil 8
3.1 Begriffe und Definitionen 8
3.1.1 Sportmotorische Fähigkeiten und Leistung 8
3.1.2 Sportmotorische Tests und Testgütekriterien 11
3.2 Auswahl und Durchführung der sportmotorischen Tests 13
3.2.1 Auswahl der Probanden 13
3.2.2 Auswahl der sportmotorischen Tests 14
3.2.2.1 Ausdauer: Der Cooper - Test 15
3.2.2.2 Schnelligkeit: Der 20m - Sprint 16
3.2.2.3 Kraftausdauer: Der 30 Sekunden Sit - Up - Test 17
3.2.2.4 Kraftausdauer: Der Klimmzughang 18
3.2.2.5 Kraftausdauer: Der Rückentest 19
3.2.2.6 Maximalkraft und Schnellkraft: Der Standweitsprung 21
3.2.2.7 Koordination: Der Ballprell - Test 22
3.2.2.8 Beweglichkeit: Die Rumpfbeuge 23
3.2.3 Auswahl der Schulen 25
3.2.4 Durchführung der Konditionstests an den Schulen 26
3.2.4.1 Gymnasium Gars am Inn 28
3.2.4.2 Ruperti - Gymnasium Mühldorf am Inn 28
3.2.4.3 Staatliche Realschule Haag i. OB 29
3.3 Auswertung und Interpretation der erhaltenen Daten 29
3.3.1 Vorbemerkungen 29
3.3.2 Beschaffenheit der Daten 31
3.3.3 Mittelwerte, Standardabweichungen und Histogramme 32
3.3.3.1 Ergebnisse: 20m-Sprint 33
3.3.3.2 Ergebnisse: Ballprellen 34
3.3.3.3 Ergebnisse: Cooper - Test 36
3.3.3.4 Ergebnisse: Klimmzughang 37
3.3.3.5 Ergebnisse: Rücken - Test 39
3.3.3.6 Ergebnisse: Rumpfbeuge 41
3.3.3.7 Ergebnisse: Sit - Up - Test 42
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Inhaltsverzeichnis
3.3.3.8 Ergebnisse: Standweitsprung 44
3.3.4 Vergleich der aktuellen Ergebnisse mit alten Normwerten 45
3.3.4.1 Vergleich: 20m - Sprint 47
3.3.4.2 Vergleich: Ballprellen 49
3.3.4.3 Vergleich: Cooper - Test 50
3.3.4.4 Vergleich: Klimmzughang 51
3.3.4.5 Normwertbildung: Rückentest 53
3.3.4.6 Vergleich: Rumpfbeuge 54
3.3.4.7 Vergleich: Sit - Up - Test 55
3.3.4.8 Vergleich: Standweitsprung 57
3.3.4.9 Gesamtbewertung Jungen 58
3.3.4.10 Gesamtbewertung Mädchen 58
3.3.5 Interpretation der Vergleichswerte 59
3.3.5.1 Interpretation Jungen 59
3.3.5.2 Interpretation Mädchen 61
3.3.6 Folgen aus der Auswertung 62
4 Schluss 65
4.1 Quo vadis? Eine Prognose 65
4.2 Persönliche Meinung - Ein Fazit 66
A Sportmotorische Tests - Eine Übersicht 67
B Briefe, Realschulordnung 69
B.1 §113 Realschulordnung 69
B.2 Elternbrief 69
B.3 Brief des Kultusministeriums 70
B.4 Datenblatt zur Erfassung der Rohdaten 72
C Normierungstabellen: Münchner - Fitness - Test 73
C.1 Ballprellen 73
C.2 Rumpfbeuge 74
D Top Ten Freizeitaktivitäten - Jungen Mädchen 75
Literaturverzeichnis 76
Tabellenverzeichnis 78
Abbildungsverzeichnis 79
Kurzbiographie 81
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1 Aufbau und Gliederung der Arbeit
Die Arbeit gliedert sich in drei Hauptabschnitte. Der einleitende erste Teil gibt einen groben Überblick über die Ziele der Arbeit. Außerdem werden in der Einleitung diejenigen Beweggründe, die zu dem Thema führten, vorgestellt. Abgerundet wird dieser Abschnitt durch die zentralen Hypothesen und Ziele. Der eigentliche Hauptteil spaltet sich in zwei große Bereiche. Im Ersten werden wichtige Hintergrundinformationen über die sportmotorischen Tests dargestellt. Des Weiteren gibt dieser Teil Auskunft über die einzelnen Tests, die Auswahl der Probanden und Schulen, sowie Hinweise und Probleme bei der Vorbereitung und Durchführung der sportmotorischen Tests. Im zweiten Bereich, welcher der eigentliche Kern der Arbeit ist, werden die durch die durchgeführten Tests gewonnenen Daten ausgewertet und mit früheren Normwerten verglichen. Dabei werden die Ergebnisse aus den Vergleichen auch interpretiert, und zwar unabhängig davon, ob die Vermutungen zutreffen oder nicht. Im Schlussteil werden die wesentlichen Aussagen der Arbeit noch einmal zusammengefasst, ein Fazit schließt die Arbeit ab.
2 Einleitung
Dieser Abschnitt stellt wichtige Beweggründe, die entscheidend für die Auswahl des Themas waren, vor. Wichtige Hintergrundinformationen ergänzen die Einleitung, um die jeweiligen Beweggründe besser nachvollziehbar machen zu können. Am Ende werden die zentralen Hypothesen und Ziele der Arbeit aufgelistet.
2.1 Stellenwert von Sport und Bewegung
Bewegung ist für Kinder wichtig, darüber sind sich Wissenschaftler und auch Eltern einig. Trotzdem nimmt die Zeit, die Kinder draußen zum Spielen und Toben nutzen, ab. Dr. Breithecker (2005), Sport- und Bewegungswissenschaftler, nennt in einem Artikel auch Gründe für die rückläufigen Zahlen. Vorab muss aber noch erwähnt werden, dass „Bewegung“ und „Sport“ unterschiedliche Bedeutung haben. Dr. Breithecker bezeichnet mit „Sport“ das Streben nach technischem Können, und mit „Bewegung“ den artgerechten Umgang mit dem eigenen Körper, was Bewegungsformen wie Klettern, Laufen, Springen, Drehen u.a. beinhaltet. Kindern wird es jedoch nicht gerade leicht gemacht, sich unbeschwert bewegen zu können. So finden sie immer weniger Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten vor, in denen sie ihre Bedürfnisse spontan und gefahrlos ausleben können. „Events“ und „Aktionen“ planen den Ablauf des Spiels und grenzen so den natürlichen Spieltrieb weiter ein. Außerdem spielen Kinder häufig alleine, weil sie keine Spielpartner
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haben. Gravierender wirken sich aber Erwachsene aus, die in jedem Spielen und Toben der Kinder eine Gefahr sehen und dieses dann übermäßig stark eingrenzen. Folgen von Bewegungsmangel zeigen sich zum Beispiel im feinmotorischen Bereich, wie etwa darin, dass Kinder immer wieder stark über den Rand eines Malbuchs hinaus malen. Nach Grosser und Starischka (2001, S. 176) weisen bereits 65% der Kinder im Grundschulalter Haltungsschäden durch Mangel an Bewegung und zu langes Sitzen auf. Da sich Bewegung positiv auf die Gehirnleistung auswirkt, weil durch sie neue Verknüpfungen im Gehirn entstehen und die Durchblutung gefördert wird, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Bewegung und Lern- bzw. Wahrnehmungsschwierigkeiten, auf den auch Dr. Breithecker hinweist. Einschränkend muss dabei jedoch darauf hingewiesen werden, dass Bewegungsmangel nur eine mögliche Ursache für diese Schwierigkeiten sein kann. Der Mangel an Bewegung im Kindesalter kann darüber hinaus Koordinationsstörungen verursachen, betroffene Kinder sind z. B. nicht (mehr) fähig, einem Gegenüber einen Ball zuzuwerfen, weil sie den dafür benötigten Kraftaufwand nicht richtig einschätzen können. Dr. Breithecker schreibt weiter, dass viele Unfälle im Kindergarten- und Grundschulbereich häufig auf mangelnde Bewegungserfahrung zurückzuführen sind. Selbst kleine Stürze können zu Verletzungen führen, weil den Kindern die notwendigen koordinativen und konditionellen Fähigkeiten fehlen, um einen Sturz abfangen zu können. Selbst die Ursachen für geistige, emotionale oder soziale Entwicklungsstörungen können auf den Mangel an Bewegung zurückgeführt werden.
Zusammenfassend lässt sich also resümieren, dass Kinder unbedingt ausreichende tägliche Bewegung brauchen, um eine angemessene motorische Entwicklung, die einen wesentlichen Teil der menschlichen Gesamtentwicklung darstellt, gewährleisten zu können (Grosser & Starischka, 2001, S. 8). Aber wie viel Bewegung ist ausreichend? Bei Erwachsenen sagt man, dass eine zwei- bis dreimalige einstündige Belastung pro Woche für den Erhalt der körperlichen Fitness genug sei (Breithecker, 2005). Für Kinder ist das zu wenig. Kinder müssen ihre Fähigkeiten erst aufbauen, deshalb denkt Dr. Breithecker eher an eine tägliche Bewegung von zwei bis drei Stunden. Auch Grosser und Starischka (2001, S. 176) teilen diese Auffassung. Aber diese Vorstellung entwickelt sich zunehmend zu einem Wunschdenken. Vor allem mit wachsendem Alter nimmt die Bewegung immer weiter ab, wie Abbildung 1 zeigt. Dies hängt vor allem mit dem Wandel der Freizeitgestaltung zusammen. Sport und Spielen mit Freunden steht schon lange nicht mehr an erster Stelle. Unangefochten auf dem ersten Platz hat sich das Fernsehen als liebste Freizeitbeschäftigung (vgl. Abbildung 2) platziert. Abbildung 2 kann man auch entnehmen, dass nur noch 46% der sechs bis 13 - Jährigen in ihren täglichen Freizeitaktivitäten „draußen Spielen oder etwas unternehmen“ mit einplanen. Der Mangel an Bewegung ist ein wichtiger Grund für das Übergewicht vieler Kinder. Oft liest man auch, dass die Kinder durch zu fettes Essen immer dicker werden. Doch das Magazin Stern (Stern, 2004) behauptet, dass nicht schlechte oder falsche Ernährung Schuld an Fettleibigkeit sei, sondern die Ursachen
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eben an Bewegungsmangel liegen würden. Eine logische Konsequenz von Bewegungsmangel ist, dass die Kinder einen reduzierten Energiebedarf haben. Kinder essen sogar immer weniger, wie eine Langzeitstudie des Dortmunder Instituts für Kinderernährung zeigt. Obwohl immer mehr Fast Food und Süßigkeiten auf dem Speiseplan stehen, sind diese nicht alleine Schuld an Übergewicht. Der rasant ansteigende Schulstress, vor allem bei Schülern an weiterführenden Schulen, kann den Einzelnen körperlich stark erschöpfen. Oft wird die notwendige Freizeit, die Kinder als Ausgleich unbedingt brauchen, durch Lernen und Nachhilfe sehr stark eingeschränkt. Die Schule bestimmt bei vielen Kindern den kompletten Tagesablauf. Selbst ohne Nachmittagsunterricht können so Schultage mit einer Dauer von über zehn Stunden entstehen, was selbst die Arbeitszeit von Berufstätigen übersteigen kann.
Diese Hintergründe werfen einige Fragen und Vermutungen auf. Welche das im Einzelnen sind, wird nun im folgenden Abschnitt beschrieben.
2.2 Ziele und Hypothesen der Arbeit
Wie im vorausgehenden Abschnitt gezeigt wurde, hat der Mangel an sportlicher Bewegung eine Reihe negativer Folgen, wie zum Beispiel konditionelle Mängel, koordinative Schwächen und Übergewicht. Von großem Interesse ist natürlich die Frage, ob sich die konditionellen Leistungsfähigkeiten der Kinder geändert haben. Die sportmotorischen Fähigkeiten gliedern sich in Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination. Für jeden dieser Bereiche gibt es Testverfahren, mit deren Hilfe versucht wird, diese Fähigkeiten quantitativ zu erfassen. Dies ermöglicht dem Lehrer, Übungsleiter oder
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Trainer, das Leistungsvermögen der Schüler zu beurteilen und konditionelle wie koordinative Schwächen zu erkennen und das Training dementsprechend anzupassen. Eine Beurteilung der Ergebnisse ist jedoch nur möglich, wenn Vergleichswerte existieren. Als Bezugsgrundlage der Vergleichswerte dienen Normwerte, wie man sie zum Beispiel bei Beck und Bös (1995) finden kann. In dieser Arbeit wurden anhand einer geeigneten Stichprobe neue Daten gewonnen, aus denen dann der Mittelwert und die Standardabweichung berechnet werden. Diese beiden Werte werden dann mit den bereits bestehenden Normwerten, die z. T. bereits bis zu 20 Jahre alt sind, verglichen. Um die sportmotorischen Fähigkeiten beurteilen zu können, wurden Einzeltests ausgewählt, die alle Bereiche abdecken. Die genauen Kriterien für die Auswahl der Tests werden in Abschnitt 3.2.2 erläutert. Eine Testbatterie, die ebenfalls alle konditionellen und koordinativen Fähigkeiten testet, ist zum Beispiel der Münchner - Fitness - Test. Der Test versucht Kinder mit erheblichen sportlichen Defiziten herauszufiltern. Allerdings sind nicht alle Einzeltests des Münchner - Fitness - Tests für die Zielsetzungen dieser Arbeit geeignet, so dass er nicht komplett für diese Arbeit übernommen werden kann. Des Weiteren weisen einige der Tests Mängel auf, die es fraglich erscheinen lassen, ob mit dem jeweiligen Einzeltest die entsprechende sportmotorische Fähigkeit auch wirklich ausreichend erfasst werden kann. Dennoch wurden zwei Einzeltests aus dem Münchner - Fitness - Test auch in diese Arbeit verwendet. Welche das im Einzelnen sind, wird im ersten Teil des Hauptteils diskutiert. Neben dem Vergleich der Mittelwerte aus der aktuellen Stichprobe mit den alten, bereits vorhandenen Normwerten, war die Durchführung der ausgewählten Tests Teil dieser Arbeit und
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wurde an drei Schulen mit ca. 400 elfjährigen Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Ziel dieser Arbeit ist es, mit Hilfe der sportmotorischen Tests herauszufinden, ob sich das veränderte Freizeitverhalten bzw. der Bewegungsmangel in einer Veränderung der Leistungsfähigkeit widerspiegelt. Ein weiteres Ziel, das mit dieser Arbeit verfolgt wird, ist es zu überprüfen, ob die ausgewählten Konditionstests sich eignen, um als Testbatterie eine zuverlässige Aussage über den Fitnesszustand der Schülerinnen und Schüler treffen zu können.
Doch welche Vermutungen ergeben sich daraus? Die im vorherigen Abschnitt dargestellte negative Entwicklung lässt die zentrale Vermutung aufkommen, dass die Mittelwerte der aktuellen Daten schlechter sind als die der geltenden Normwerte. Aufgrund der wachsenden Zahl der Extremwerte vor allem im negativem Bereich, wird angenommen, dass die Standardabweichung bzw. die Streuung um die Mittelwerte zunehmen wird. Insgesamt wird erwartet, dass sich das arithmetische Mittel der aktuellen Messwerte bei jedem Test verschlechtert hat. Inwieweit diese Behauptung auf jeden sportmotorischen Bereich zutrifft, wird sich erst in der Auswertung zeigen. Vermutet wird allerdings, dass durch das ständige Sitzen und die damit verbundene gesunkene Bewegungszeit der Kinder vor allem die Bereiche Koordination und Kraft leiden. Darauf, inwieweit sich diese Hypothesen bewahrheitet haben, wird im zweiten Teil des Hauptteils eingegangen.
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3 Hauptteil
Im Hauptteil werden zunächst wesentliche, für das genaue Verständnis der Arbeit notwendige Begriffe erklärt. Zweitens wird auf die Auswahl der Probanden, sportmotorischen Tests und Schulen eingegangen, wobei auch die Kriterien, die für die Auswahl entscheidend waren, behandelt werden. Der dritte, an sich wichtigste Teil umfasst die Auswertung und Interpretation der erhaltenen Daten. Den letzten Teil bildet ein Abschnitt mit Folgen und Erklärungen.
3.1 Begriffe und Definitionen
3.1.1 Sportmotorische Fähigkeiten und Leistung
In dieser Arbeit sollen die sportmotorischen Fähigkeiten gemessen werden. Wie Abbildung 3 zeigt, kann man die sportmotorischen Fähigkeiten grob in konditionelle und ko-ordinative Fähigkeiten gliedern. Als Erstes soll der Begriff Kondition erläutert werden.
In der Literatur findet man hierzu verschiedene Definition. So wird Kondition bei Jonath und Krempel (1981) folgendermaßen definiert: „Kondition umfasst die physische und psychische Verfassung sowie die Bereitschaft eines Sportlers, den spezifischen An-forderungen einer Sportart gerecht zu werden“ (Jonath & Krempel, 1981, S. 14). Diese
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Definition ist kurz und allgemein und die einzelnen Faktoren der physischen Verfassung werden hier nicht erwähnt. Aus diesem Grund soll noch die Definition des Konditionsbegriffs von Grosser und Starischka (2001, S. 7) zum Vergleich herangezogen werden: „Unter Kondition verstehen wir allgemein die gewichtete Summe der physischen (körperlichen) Fähigkeiten Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Flexibilität und ihre Realisierung durch Bewegungsfertigkeiten/-techniken und durch Persönlichkeits-Eigenschaften (z. B. Wille, Motivation)“. Die konditionellen Fähigkeiten, also im Einzelnen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit, sind Faktoren, die die sportliche Leistung (vgl. Abbildung 4) mit determinieren. Neben der Kondition, die uns hauptsächlich interessiert, haben auch die anderen Bereiche der sportlichen Leistung Einfluss auf die Ergebnisse der sport-motorischen Tests. Im Gegensatz zur Abbildung 4 werden Rahmenbedingungen in der
Literatur gewöhnlich in exogene und endogene Einflussfaktoren unterteilt. Exogene Fak-toren sind äußere Bedingungen (Grosser & Starischka, 2001, S. 8) wie Material, Familie oder Trainer, also Dinge, die man als Sportler nicht selbst beeinflussen kann. Unter endogene Faktoren, also Faktoren, die eine Person von innen heraus beeinflussen, fallen z. B. Talent, Konstitution und Gesundheit.
Uns interessieren von der sportlichen Leistung her nur die konditionellen Fähigkeiten, in Abbildung 4 werden sie auch als physische Leistungsfaktoren bezeichnet. Man sollte jedoch immer berücksichtigen, dass die anderen Faktoren der sportlichen Leistung auch Einfluss auf die Kondition ausüben. Die Psyche, so z. B. die Motivation, kann die Leistung und somit auch die Kondition entscheidend beeinflussen und sollte nicht unterschätzt werden. Auch die Technik spielt eine wichtige Rolle, weil ein Schüler, der in Leichtathletik Sprinttechniken erlernt hat, z. B. beim Schnelligkeitstest einen Vorteil gegenüber einem Ungeübten hat. Die äußeren Bedingungen stellen keine Störgröße für diese Arbeit
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dar, weil, mit Ausnahme des „Cooper - Tests“, alle Tests in der Turnhalle mit denselben Materialien durchgeführt werden. Der „Cooper - Test“ wird normalerweise im Freien durchgeführt. Aufgrund der Witterung kann es aber durchaus sein, dass man in die Halle ausweichen muss. Außerdem haben nicht alle Schulen eine 400m Rundbahn, so dass hier die Bedingungen abweichen können. Die endogenen Bedingungen wie Talent und Gesundheit haben zwar Einfluss auf die sportliche Leistung und somit auch auf die Kondition, bleiben aber unberücksichtigt, da sie nicht Untersuchungsgegenstand sind. Der Bereich Taktik wirkt sich auch nicht auf die Ergebnisse aus, weil die Tests kein Taktieren zulassen. Einzig der „Cooper - Test“ ist auch hier eine Ausnahme, weil z. B. ein gleichmäßiges Tempo ein besseres Ergebnis zur Folge hat, als ständiger Tempowechsel. Einen sehr wichtigen Bereich der sportlichen Leistung stellen die konditionellen Fähigkeiten dar. Der Begriff Kondition wurde bereits zu Beginn des Kapitels definiert. In der Definition von Kondition nach Grosser und Starischka (2001, S. 7) wurden die vier wichtigen Säulen bereits genannt. Diese sind Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft und Beweglichkeit. Jedoch lassen sich diese noch weiter unterteilen, wie Abbildung 5 zeigt. Während
Abbildung 5: Die Kondition und ihre einzelnen Elemente (Dobner, 2006)
nach Grosser und Starischka (2001, S. 9) konditionelle Fähigkeiten primär morphologisch - energetisch bestimmt werden, werden die koordinativen Fähigkeiten überwiegend von Steuerungs- und Regelvorgängen beeinflusst. Koordination wird differenziert in Differenzierungsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Rhythmusfähigkeit, Kopplungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit und Gleichgewichtsfähigkeit. Auf die einzelnen Elemente wird in diesem Kapitel nicht weiter eingegangen. Die einzelnen Fähigkeiten spielen erst bei der Auswahl der sportmotorischen Tests eine wichtige Rolle und werden aus diesem Grund hier nicht weiter ausgeführt.
Bei der Auswahl von geeigneten Tests war es wichtig, dass der jeweilige Test für den entsprechenden konditionellen Bereich oder für die Koordination optimale Werte liefert. Der „Ballprell - Test“ aus dem Münchner - Fitness - Test eignet sich, wie sich später zeigen wird, z. B. sehr gut, um die Koordination zu messen, während das „Stufensteigen“ als Ausdauertest ungeeignet ist. Auch auf diesen Sachverhalt wird im Abschnitt 3.2.2 eingegangen. Aber selbst der für diese Arbeit gewählte „Cooper - Test“ misst nur einen Bereich
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der Ausdauer. Beim Untrainierten misst der Test die Grundlagenausdauer, die allerdings in der Übersicht in Abbildung 5 nicht als Element aufgeführt ist. Bevor aber die Konditionstests im Einzelnen erläutert werden können, muss erst der Begriff Konditionstest geklärt werden. Außerdem ist vor dem Abschnitt über die Auswahl der Konditionstests die Kenntnis über die Testgütekriterien unerlässlich. Diese beiden Punkte werden im nun folgenden Kapitel behandelt.
3.1.2 Sportmotorische Tests und Testgütekriterien
Wie bei den sportmotorischen Fähigkeiten wird auch bei sportmotorischen Tests zwischen Konditionstests und Tests, die die Koordination messen, unterschieden. Nachfolgend wird der Begriff Konditionstest näher erklärt.
„Ein Konditionstest ist ein unter standardisierten Bedingungen ablaufendes und wissenschaftlichen Kriterien genügendes Verfahren zur Erfassung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer Merkmale des individuellen Konditionsniveaus. Erfassungsziel ist eine möglichst quantitative Aussage über den relativen Grad der individuellen Ausprägung motorisch - konditioneller Fähigkeiten“ (Grosser & Starischka, 1986, S. 12). Kurz: Ein Konditionstest soll, unter Berücksichtigung der Testgütekriterien Objektivität, Validität und Reliabilität, die entsprechende konditionelle Fähigkeit quantitativ messen. Nun zu den Testgütekriterien im Einzelnen. Die Objektivität beschreibt die Unabhängigkeit der Testleistung vom Testleiter, vom Auswerter und vom Beurteiler. Man unterscheidet verschiedene Formen der Objektivität: Die Wichtigste für uns ist die sogenannte Durchführungsobjektiviät, welche hoch ist, wenn die Beschreibung des Testverhaltens klar ist. Eine entscheidende Rolle spielt auch die Auswertungsobjektivität. Dies ist die Form von Objektivität, die man sich dem gängigen Sprachgebrauch folgend unter dem Begriff Objektivität vorstellt. Diese ist bei gemessenen Werten höher (z. B. Messen der Weite beim Weitsprung) als bei zu beurteilenden Werten (z. B. bei Bewegungsrhythmen im Tanz). Die Interpretationsobjektivität wird höher sein, wenn man numerische Werte hat, weil sie keinen Spielraum für Interpretationen zulassen: Das Ergebnis ist eindeutig und lässt sich nicht durch Interpretation verbessern.
Ein weiteres Gütekriterien ist die Zuverlässigkeit, auch Reliabilität genannt, mit der die Messgenauigkeit bezeichnet wird. Meistens prüft man dieses Kriterium durch die Wiederholungsmethode. Dabei wird erwartet, dass die Werte annähernd dieselben sind, um den Zufall weitgehend auszuschließen. Um dieses Kriterium erfüllen zu können werden zum Beispiel beim „Standweitsprung“ dem Probanden mehrere Versuche eingeräumt. Aus Zeitgründen ist dies jedoch nicht immer möglich.
Das dritte Kriterium ist die Gültigkeit oder Validität. Die Validität gibt an, in welchem Ausmaß ein Test das Merkmal erfasst, welches er auch erfassen soll. Auch hier werden bestimmte Formen unterschieden. Meistens wird auf die inhaltliche Gültigkeit verwiesen,
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die verwendet wird, wenn der Test selbst die konditionelle Fähigkeit am besten misst, so wie z. B. die „Rumpfbeuge“ die Beugefähigkeit der Hüftmuskulatur bestimmt. Die anderen Formen sind nicht entscheidend für diese Arbeit (Grosser & Starischka, 1986, S. 12f). Jeder wissenschaftliche Test muss diese Testgütekriterien erfüllen, daher werden sie auch als die Hauptgütekriterien bezeichnet. Im Bereich Sport spielen noch weitere Kriterien eine Rolle, die bei Grosser und Starischka (1986, S. 12) als Nebengütekriterien bezeichnet werden. Zu ihnen zählt man Ökonomie, Vergleichbarkeit, Nützlichkeit und Normierung. Bei Grosser und Starischka (1986, S. 14) gilt ein Test als ökonomisch, wenn er in kurzer Zeit durchführbar ist, wenig Material benötigt, einfach zu verstehen ist, als Gruppentest durchgeführt werden kann und ohne größeren Rechenaufwand auswertbar ist. Ein Test gilt als normiert, wenn Angaben zur Einordnung eines Ergebnisses vorliegen. In dieser Arbeit werden für die Interpretation hauptsächlich Mittelwert und Standardabweichung als Bezugsgröße verwendet (Grosser & Starischka, 1986, S. 14). Vergleichbarkeit meint nicht den Vergleich von aktuellen Werten mit alten Bezugsdaten bei einem identisch durchgeführten Test, weil hierbei die Daten sowieso verglichen werden können. Vielmehr meint dieses Kriterium die Vergleichbarkeit mit Paralleltests, mit denen ein ausgewählter Konditionstest in Bezug gesetzt werden kann. Ein Konditionstest gilt als nützlich, wenn für das Ergebnis eines sportmotorischen Tests ein echtes Interesse vorliegt (Grosser & Starischka, 1986, S. 15). Der Begriff Nebengütekriterien suggeriert eine eher untergeordnete Bedeutung, allerdings können diese im Einzelfall wichtiger sein als die Hauptgütekriterien.
Sportmotorische Tests können in Elementartests, Testprofile und Testbatterien (vgl. Abbildung 6) eingeteilt werden. Der Elementartest misst ein klar abgrenzbares Merkmal. Der
Abbildung 6: Systematisierung sportmotorischer Tests (Beck & Bös, 1995)
„Standweitsprung“ z. B. misst u. a. die Schnellkraft der Beinmuskulatur. Ein Testprofil und eine Testbatterie sind eine Kombination aus mehreren Einzeltests. Ein Testprofil ist eigentlich nur die grafische Darstellung mehrerer Einzeltests auf einem Auswertungsbo-
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gen. Die Einzeltests in einem Testprofil können alle für sich betrachtet und ausgewertet werden (Beck & Bös, 1995, S. 12). Eine Testbatterie besteht ebenfalls aus Einzeltests, die einem gemeinsamen Ziel untergeordnet werden und somit ihre Unabhängigkeit verlieren (Beck & Bös, 1995, S. 12). Ein Beispiel soll diesen Zusammenhang verdeutlichen: Beim „Cooper - Test“ wird die aerobe Ausdauer, und beim „Standweitsprung“ die Maximalkraft der Beinmuskulatur gemessen. Werden diese in Form eines Testprofils durchgeführt, werden diese Tests einzeln aufgeführt und in einer Übersicht dargestellt, behalten also ihre Unabhängigkeit. Bei einer Testbatterie wird vorher ein gemeinsames Untersuchungsziel festgelegt. Wird der Fitnesszustand gemessen, werden die Tests nicht in einem Profil angegeben, sondern bilden nur einen Teil des Ergebnisses.
Bei einer homogenen sportmotorischen Testbatterie wird ein Merkmal mit Hilfe mehrerer Tests gemessen. Die Tests haben untereinander eine hohe Korrelation. Heterogene sport-motorische Testbatterien messen mehrere Merkmale mit unterschiedlichen Tests, „die un-tereinander möglichst nicht korrelieren sollen“ (Kühnhardt, 2006). Die Einzeltests in dieser Arbeit werden in Form einer heterogenen sportmotorischen Testbatterie durchgeführt, denn ihr gemeinsames Ziel ist die Erfassung der allgemeinen motorischen Leistungsfähigkeit der Kinder. Trotzdem ist eine Auswertung auf Einzeltestebene möglich, wie sie auch in Abschnitt 3.3.3 durchgeführt wird.
Vor der Auswahl der sportmotorischen Tests muss zuerst noch geklärt werden, mit welchen Probanden die Tests durchgeführt werden sollen.
3.2 Auswahl und Durchführung der sportmotorischen Tests
3.2.1 Auswahl der Probanden
Da sich die Fragestellung mit der konditionellen Leistungsfähigkeit im Kindesalter beschäftigt, wären Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren geeignet gewesen. Die Tests werden an Schulen durchgeführt, weil hier die Durchführung wesentlich einfacher ist als mit kleineren Gruppen, wie z. B. Mannschaften eines Sportvereins. Wenn die Kinder sechs bis ca. 14 Jahre alt sein sollen, kommen somit die Klassen eins bis ca. sieben in Frage. Eine Stichprobe aller Jahrgänge mit ca. je 400 Daten, hätte den Rahmen der Arbeit gesprengt. Aufgrund folgender Kriterien wurde schließlich ein geeigneter Jahrgang ausgewählt. Die Durchführung an Grundschulen würde aufgrund der geringeren Jahrgangsstärke bedeuten, dass man die Tests an ca. sechs bis acht Schulen durchführen müsste. Bei weiterführenden Schulen wie Gymnasien oder Realschulen, ist eine Jahrgangsstufe meistens mit über 100 Schülern besetzt, so dass lediglich bis zu vier Schulen für eine Testdurchführung gewonnen werden müssten. Der Vorteil wäre ein wesentlich geringerer Zeitaufwand, weil eine größere Gruppe die Tests auf einmal durchführen könnte. Nach diesem Kriterium kommen nur noch Schüler von zehn bis 14 Jahren in Betracht.
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Ein weiteres Kriterium ist das Einzugsgebiet einer Schule. Während eine Grundschule meistens Kinder aus demselben Ort besuchen, haben weiterführende Schulen auf dem Land den Vorteil, dass sie ein wesentlich größeres Einzugsgebiet haben. Dadurch erreicht man, dass nicht eine größere Gruppe dieselbe sportliche Vorerfahrung hat. Denn bei einem Test in der Grundschule könnte es passieren, dass die Schule oder der Verein ein übermäßiges Sportangebot zur Verfügung stellen. Dies hätte aber zur Folge, dass diese Schüler den Test bei insgesamt 400 Daten verfälschen würden, weil z. B. 60 Schüler dann gute bis sehr gute Werte hätten. Bereits 60 Schüler würden allein 15% der Daten ausmachen, was einen relativ großen Einfluss auf das Ergebnis nehmen würde. Die Wahl wurde weiter dadurch eingeschränkt, dass nicht für alle Jahrgänge Normwerte zur Verfügung stehen und deshalb keine Vergleiche hergestellt werden können. Bei einigen Kondtionstests gibt es zwar Werte ab sechs Jahren (Beck & Bös, 1995), aber eben nicht bei allen, zumindest nicht bei denen, die für diese Arbeit ausgewählt worden sind. Nach welchen Kriterien die Konditionstests ausgewählt wurden, wird im nächsten Abschnitt genau beschrieben.
Da es Ziel war, alle konditionellen Fähigkeiten zu erfassen, musste man bei der Auswahl der Krafttests Folgendes beachten. Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren haben noch ein „biegsames “ Skelett. Deshalb sollten Krafttraining und Konditionstests, die die Kraft messen sollen, ohne Fremdgewicht durchgeführt werden (Grosser & Starischka, 2001, S. 182). Eigentlich wären für Krafttests ältere Schüler geeigneter, dann hätte man aber wieder das Problem, dass eine Schule oder eine Klasse ein Ergebnis stark verfälschen könnten.
Die Kriterien führten am Ende dazu, dass für diese Untersuchung Schüler der fünften Klassen von weiterführenden Schulen ausgewählt wurden, weil diese Jahrgangsstufe die Kriterien am besten erfüllt, obwohl diese Gruppe die Auswahl der Krafttests stark einschränkt, weil alle Tests mit Fremdgewicht herausfallen. Aber die Kriterien des sportlichen Einflusses einer Schule sowie die größere Anzahl der Schüler in einer Jahrgangsstufe führten letztendlich zu dieser Entscheidung.
3.2.2 Auswahl der sportmotorischen Tests
In diesem Abschnitt wird dargestellt, welche Konditionstests für diese Arbeit ausgewählt wurden. Außerdem wird hier beschrieben, welche konditionellen Fähigkeiten der ausgewählte Test jeweils misst. Eine Übersicht der einzelnen Tests findet sich im Anhang A. Für die Durchführung der Tests standen maximal 90 Minuten zur Verfügung. Dadurch war der Zeitfaktor für die Testauswahl mitentscheidend. In dieser Zeit mussten zwischen 35 und 65 Schüler und Schülerinnen getestet werden. Diese hohe Probandenzahl führte dazu, dass Abstriche bei den Testgütekriterien gemacht wurden. Die Zuverlässigkeit oder Genauigkeit leidet unter dem Zeitdruck, weil meistens nicht jeder Schüler einzeln
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getestet wurde, sondern meistens mehrere Schüler gleichzeitig, überwiegend in Vierergruppen. Beim „Klimmzughang“ z. B. hingen zwei Schüler gleichzeitig an der Stange, in dem Moment, in dem einem Probanden das Kinn unter die Stange sank, wurde ihm die entsprechende Zeit zugerufen, weil die Stoppuhren nicht immer eine Zwischenzeitfunktion hatten. Auch beim Rückentest wurden aus Zeitgründen immer vier Probanden auf einmal getestet. Ein weiteres Gütekriterium, welches unter dem Zeitdruck leidet, ist die Durchführungsobjektivität. Obwohl den Gruppen die Testdurchführung im Vorfeld genau gezeigt wurde, gab es im Nachhinein immer wieder Fehler in der Ausführung. Je nach Grad des Fehlers wurde auf eine Wiederholung entweder ganz verzichtet und der Versuch trotzdem gewertet, oder der Proband musste den Versuch wiederholen. Die anwesenden Versuchsleiter wurden aber angehalten, die Tests zügig durchzuführen und so wenig Wiederholungen wie möglich zuzulassen. Außerdem war nur ein kurzes Aufwärmen möglich. Obwohl alles optimal vorbereitet wurde, ergaben sich vor Ort Probleme, die bei der Planung nicht berücksichtigt werden konnten. Darauf soll aber im Abschnitt 3.2.4 weiter eingegangen werden. Um den Vergleich mit existierenden Normwerten sicherzustellen, mussten Tests gewählt werden, die auch für das entsprechende Alter geeignete Normwerte aufweisen. Einzige Ausnahme ist hierbei der Rückentest, für den keine früheren Vergleichswerte vorhanden sind. Die in der Literatur vorhandenen Rückentests, wie z. B. das Aufbäumen (Grosser & Starischka, 1986), testen nicht die Kraftausdauer der Rückenmuskulatur, genauer wird dieses Problem im weiteren Verlauf dieses Abschnitts geklärt. Des Weiteren gab es für Konditionstests des Rückens keine Normwerte für Elfjährige. Aus diesem Grund konnte der Rückentest auch neu gestaltet werden. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass die Tests mit einfachen Materialen durchgeführt werden sollen, weil die Durchführung aller Tests nicht nur im Rahmen dieser Arbeit erfolgt, sondern auch im Nachhinein von Sportlehrern in deren Sportstunden angewendet werden soll. Deshalb sollte das Material in einer normal ausgestatteten Schulturnhalle vorhanden sein, damit ein Lehrer nicht schon durch das Material von einer Testdurchführung abgeschreckt wird. Lediglich beim Sprinttest wurden für die Zeitmessung Lichtschranken verwandt. Allerdings könnte man diesen Test auch mit Stoppuhren durchführen, jedoch auf Kosten der Genauigkeit.
3.2.2.1 Ausdauer: Der Cooper - Test
Der „Cooper - Test“, benannt nach Kenneth H. Cooper, ist ein anerkannter Test zur Überprüfung der aeroben Ausdauer (Durst, 2006). Unterschieden wird beim „Cooper - Test“ in einen 15 - Minuten und 12 - Minuten Test. Die Variante mit 12 Minuten wird dabei meist als „modifizierter Cooper - Test“ bezeichnet. Bei diesem Test muss der Proband in 12 bzw. 15 Minuten in einem abgesteckten Rundkurs eine möglichst große Strecke durch Laufen und/oder Gehen zurücklegen (Grosser & Starischka, 2001, S. 141).
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Dieser Test eignet sich vor allem dazu, um bei Untrainierten bzw. weniger Trainierten die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit zu testen, da wegen der Länge der Belastungsdauer der Anteil der anaeroben Energiebereitstellung relativ gering ist. Hierbei spielt im anaeroben Bereich die Laktatelimination während der Belastung eine wichtige Rolle, während im aeroben Bereich das maximale Sauerstoffvolumen als leistungsbestimmend anzusehen ist (Grosser & Starischka, 2001, S. 117).
Der Test ist etabliert und bietet durch seine häufige Verwendung gesicherte Normwerte. Zudem ist der „Cooper - Test“ einfach durchzuführen, benötigt wenig Material und ist den Schülern schnell erklärt. Andere Ausdauertests wie „Dauerschwimmen“, „Boxtest“ und „Radfahren“ (Grosser & Starischka, 1986, S. 87ff), waren aufgrund des deutlich höheren Aufwandes, vor allem aufgrund des größeren Materialbedarfs und des zeitlichen Aufwandes, nicht geeignet.
Beim Münchner - Fitness - Test wird die Ausdauer durch den „Stufentest“ getestet. Bei diesem Test müssen die Probanden in einer Minute ca. 40 mal auf eine Bank steigen, und zwar so, dass sie jeweils mit beiden Beinen mit durchgedrückten Knien auf der Bank stehen. Der Versuchsleiter gibt dabei durch Zählen den Rhythmus vor. Eine Messung des Pulses erfolgt vor der Belastung (Ruhepuls), unmittelbar nach der Belastung (Arbeitspuls) und dann nochmals zwei Minuten nach der Belastung (Erholungspuls). Die Differenz aus Erholungspuls und Ruhepuls ergibt den Messwert (Rusch & Weineck, 2001, S. 117). Dieser Test ist für die Ausdauerleistungsfähigkeit nicht sehr aussagekräftig, da beim Stufentest auch die Kraft eine entscheidende Rolle spielt und die Belastung von nur einer Minute zu gering ist. Oft wird der „Stufentest“ durch den „Sechs - Minuten - Lauf“ ersetzt, der auch in der Halle durchgeführt werden kann und eine zuverlässigere Messung ermöglicht (Beck & Bös, 1995, S. 44). Aber auch der „Cooper - Test“ hat Nachteile. Wie bereits erwähnt, ist er witterungsabhängig, da bei Regen auf die Halle zurückgegriffen werden muss, wo es sich bekanntlich nicht so gut läuft wie auf einer 400m Rundbahn. Außerdem verfügten einige Schulen nicht über eine 400m - Tartanbahn, so dass der Test auf Rasen durchgeführt werden musste. Ein weiteres Problem ist, dass untrainierte Schüler ihre Leistung nicht einschätzen können und mit viel zu hohem Tempo starten und dadurch schon sehr früh an ihre Leistungsgrenze kommen und dann Gefahr laufen, zusammenzubrechen. Allerdings kann man diesem Problem durch gute Information vorbeugen, oder man lässt die Schüler in einer vorherigen Sportstunde z. B. fünf Minunten laufen, damit sie die Laufgeschwindigkeit besser einschätzen können.
3.2.2.2 Schnelligkeit: Der 20m - Sprint
Bei diesem Test müssen die Probanden eine Laufstrecke von 20m so schnell wie möglich zurücklegen. Die Schüler stehen knapp hinter der ersten Lichtschranke. Mit dem ersten Schritt lösen sie die erste Lichtschranke und damit die Zeitmessung aus. Die Lichtschran-
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ke im Ziel stoppt die Zeitmessung.
Der Materialaufwand ist sehr gering. Es werden lediglich eine Stoppuhr bzw. Lichtschranken sowie Klebeband und Kegel benötigt, mit deren Hilfe der Start und das Ziel markiert werden. Dieser Test misst vor allem die Sprintkraft, die für die Laufbeschleunigung ver-antwortlich ist und die zyklische Frequenzschnelligkeit. Die Reaktionsschnelligkeit wurde ausgeschaltet, weil die Schüler nicht auf Kommando starten. Sprints über 30m oder sogar 100m waren insofern problematisch, weil in einigen Schulen die Halle nur ca. 25m - 30m lang ist und somit einfach zu klein war. Beim „20m - Sprint“ waren somit ungefähr 5m Auslauf vorhanden, mit einer am Ende der Strecke an der Wand senkreckt aufgestellten Weichbodenmatte war die Sicherheit gegeben.
Andere Tests wie der „Pendellauf“, bei dem eine zehn Meter Laufstrecke fünfmal hin und her gelaufen werden muss, hätte einen sehr großen koordinativen Anteil, so dass dann die eigentliche Schnelligkeitsleistung, die ja im Mittelpunkt unseres Interesses stand, nicht getestet werden würde (siehe Validität Kap. 3.1.2). Der „20m - Sprint“ bietet den Vorteil, witterungsunabhängig in der Halle durchgeführt werden zu können, was einer hohen Objektivität entsprechen würde, denn im Freien wäre man nicht nur vom Wetter abhängig, sondern auch die Beschaffenheit des Untergrunds würde eine entscheidende Rolle spielen. Auch für diesen Test existieren zahlreiche Vergleichsdaten, siehe Beck und Bös (1995, S. 176).
3.2.2.3 Kraftausdauer: Der 30 Sekunden Sit - Up - Test
Die Aufgabe bei diesem Test besteht darin, so viele Sit - Ups wie möglich in 30 Sekunden zu absolvieren. Der Proband liegt dabei mit dem Rücken auf einer Matte und ein Helfer hält die im Kniegelenk abgewinkelten Füße am Boden fest. Die Testperson muss dann mit verschränkten Händen im Nacken vom Boden liegend sich aufwärts bewegen, bis die Hüfte einen Winkel von 90 ◦ erreicht (siehe Abbildung 7) und sich danach wieder auf dem
Rücken ablegen und das Ganze 30 Sekunden lang so oft wie möglich wiederholen. Auch bei diesem Test kommt man mit wenig Material aus. Eine Stoppuhr, um die 30 Se-kunden zu messen, sowie eine Matte reichen aus. Um in kurzer Zeit viele Schüler testen zu können, kann man den Test auch auf dem Hallenboden in zwei Durchgängen durch-
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führen. Jeweils die Hälfte der Schüler macht die Übung, während die andere Hälfte den Partner an den Füßen hält und die Sit - Ups zählt. Die Lehrer kontrollieren die Ausführung und lassen gegebenenfalls einzelne Probanden den Test wiederholen. Getestet werden soll hier vor allem die dynamische Kraftausdauer der Bauchmuskulatur. Nach Grosser und Starischka (2001, S. 44) versteht man unter der dynamischen Kraftausdauer „die Fähigkeit, bei einer bestimmten Wiederholungszahl von Kraftstößen (= Kraft mal Zeit) innerhalb eines definierten Zeitraums die Verringerung der Kraftstöße möglichst gering zu halten“. Allerdings ist dieser Test oft kritisiert worden, weil neben der Bauchmuskulatur auch die Hüftbeuger und am Ende auch die Beinstrecker wirksam werden (Beck & Bös, 1995, S. 69). Es gibt auch noch die 40 Sekunden Variante, jedoch sind hierfür keine Vergleichsdaten vorhanden. Besser wäre ein Konditionstest, der die Haltekraft der Bauchmuskulatur testet. Die Bewegung des Sit - Up - Tests ist dynamisch, weshalb auch die Beweglichkeit eine tragende Rolle spielt. Ein Test, bei dem der Körper mit den Bauchmuskeln in eine Position gebracht wird und gehalten werden muss, konnte auch nach längerer Recherche einfach nicht gefunden werden. Trotz der Kritik an diesem Test, konnte die Bauchmuskulatur nicht weggelassen werden, weil die Bauchmuskulatur als große Rumpfmuskulatur an vielen Bewegungen beteiligt ist und somit in keiner Testbatterie, die vollständig sein will, fehlen darf. Deswegen wurde dieser Test aus Mangel an Alternativen ausgewählt.
3.2.2.4 Kraftausdauer: Der Klimmzughang
Bei diesem Test müssen die Probanden an einer Reckstange im freien Hang mit gebeugten Armen solange wie möglich hängen. Die Arme greifen im Ristgriff, also mit dem Handrücken zum Körper, um eine Stange, die sich ungefähr in Kopfhöhe befindet. Die Zeit läuft, sobald das Kinn oberhalb der Stange ist und wird gestoppt, wenn das Kinn sich unter die Stange senkt (siehe Abbildung 8). Gemessen wird die Zeit in Sekunden. Aufzubauen ist bei diesem Test eine Reckstange mit einer oder zwei Turnmatten zur Sicherung. Dieser Test ist übrigens auch ein Bestandteil des Münchner - Fitness - Tests. Hier wird der Test aber an der Sprossenwand durchgeführt, setzt aber eine nach außen geschobene Sprosse voraus, weil sonst kein freier Hang möglich ist, vgl. Rusch und Weineck (2001, S. 116), wobei der Test hier „Halten im Hang“ heißt.
Der „Klimmzughang“ misst die statische Kraftausdauer des Schultergürtels und der Oberarmbeugemuskulatur. Statische Kraftausdauer bezeichnet nach Grosser und Starischka (2001, S. 44) „die Fähigkeit der Muskulatur, einen bestimmten Kraftwert über eine defnierte Anspannungszeit möglichst ohne Spannungsverlust zu halten“. Hier testet man die maximale Zeit, in der man einen Kraftwert aufrechthalten kann. Vorwiegend wird hier die Haltekraft gemessen. Außerdem wird auch der obere Bereich des Trapezius beansprucht. Dieser Test eignet sich besonders gut, um den oberen Bereich der Rückenmuskulatur zu
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testen. Kinder müssen viel Sitzen, vor allem in der Schule. Beim Sitzen ist die statische Kraft des Schultergürtels entscheidend, weil diese für eine gesunde Sitzhaltung wichtig ist. Dynamische Tests wie Klimmzüge aus dem Schrägstand unterhalb der Reckstange, eignen sich deswegen nicht. Klimmzüge sind sowieso ungeeignet, weil bei den meisten Kindern die Rückenmuskulatur nicht gut ausgebildet ist und kaum genug Klimmzüge geschafft werden würden.
Bei diesem Test darf die Motivation als leistungsbeeinflussende Größe nicht unterschätzt werden. Die Motivation kann gesteigert werden, wenn immer zwei Schüler gleichzeitig den Test ausführen, wobei dann aber darauf hingewiesen werden muss, dass dies die Objektivität evtl. deutlich einschränken könnte, weil dann nicht alle dieselben Bedingungen hätten, weil nicht jeder denselben Partner hat: Ein starker Partner kann sein Gegenüber so motivieren, dass der Schwächere durchzuhalten versucht, gleichzeitig kann ein schwächerer Partner den Stärkeren dazu verleiten die Übung früher als nötig, nämlich sobald der Schwächere losgelassen hat, zu beenden.
Insgesamt eignet sich der „Klimmzughang“ hervorragend, um die statische Kraftausdauer zu messen, da er sehr gut erprobt und einfach zu verstehen ist und im Grunde keinerlei Nachteile besitzt.
3.2.2.5 Kraftausdauer: Der Rückentest
Ein vernünftiger Rückentest, der die Haltekraft, also die statische Kraftausdauer, testet, existiert in keiner Literatur. Der einzige Test war der „Aufbäumtest“, bei dem ein Pro-band auf dem Bauch liegend sich nach oben aufrichten muss, wobei die Hüfte und die Beine auf dem Boden bleiben. Über der Schulter befindet sich eine Querstange, die auf die Höhe der Knie des jeweiligen Probanden eingestellt wird, um die unterschiedlichen Größen der Schüler zu berücksichtigen. Die Personen müssen sich dann in 30 Sekunden so oft wie möglich aufbäumen. Getestet wird dabei die dynamische Kraftausdauer des Rückenstreckers, aber auch die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Auch ein gewisser An-
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teil an Schnellkraft spielt eine Rolle, weil alles unter Zeitdruck geschieht. Es wird ein Test benötigt, der die Rückenmuskulatur testet, um feststellen zu können, ob eine schwache Muskulatur im Rücken evtl. verantwortlich ist für eine fehlerhafte Haltung. Vor allem beim Sitzen merkt man eine schlechte Haltung, weil dabei oft durch einen Rundrücken eine Schonhaltung eingenommen wird, um die Muskulatur zu entlasten. Langfristig kommt es dann aber zu Schäden in der Wirbelsäule (Grosser & Starischka, 1986). Ein möglicher Test wäre, die Schüler bäuchlings auf ein Kastenteil zu legen. Die Hüfte liegt dabei an der vorderen Kastenkante auf. Die Beine werden festgehalten. Die Schüler müssen dann mit den Armen in Vorhalte den Rücken so lange wie möglich über der Waagrechten halten. Nach einer ersten Versuchsreihe an einer Schule ergaben sich Probleme. Erstens dauerte der Test teilweise bis zu vier Minuten, so dass eine Durchführung aller Tests in 90 Minuten nicht mehr möglich gewesen wäre. Außerdem war der Test aus physiologischer Sicht ungeeignet, denn die Schüler nahmen eine extreme Hohlkreuzposition ein, so dass sie teilweise am nächsten Tag über Rückenschmerzen klagten. Daraufhin wurde der Test noch einmal überdacht. Mit Hilfe von zwei Kolleginnen des Gymnasiums Gars probierten wir mehrere Tests aus und kamen hinsichtlich der Übungsausführung zu folgendem Ergebnis: zwei Langbänke wurden gegenüber gestellt und dazwischen wurden drei Turnmatten längs hineingelegt. Der Proband kniet sich auf die Turnmatte und überkreuzt die Beine, die er unter einer Bank einklemmt, um nicht nach vorne umzukippen. Danach fixiert der Schüler die gegenüberliegende Bank an. Der Winkel im Knie beträgt ca. 90 ◦ und der Winkel im Hüftgelenk je nach Größe ca. 90 ◦ , da sonst ein Teil der erforderlichen Kraft von der Beinmuskulatur übernommen würde. Der Rücken bleibt waagrecht und in Vorhalte wird ein gespanntes Seil gehalten. Die Skizze in Abbildung 9 soll die Position verdeutlichen. Gestoppt wird, wenn der Proband entweder das Seil
nicht mehr spannt oder seine Position nach oben oder unten verlässt. Wichtig ist, dass den Schülern im Voraus die Möglichkeit gegeben wird, die Position probeweise einzunehmen,
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damit der Test aussagekräftig bleibt. Die Oberschenkelbeuger müssen zwar auch Kraft aufwenden, um sich in dieser Position zu halten, dennoch wird die Muskultur der Rückseite ausreichend gemessen. Dieser Kompromiss schien notwendig, um die geforderten Kriterien, also möglichst kurz, aber aussagekräftig, zu erfüllen. Die korrekte Position bei diesem Test ist äußerst wichtig, weil sonst die Validität leidet. Denn Probanden mit einer schwachen Oberschenkelmuskulatur konnten sich bei Weitem nicht so lange halten wie Schüler, die ausreichend Muskulatur besitzen. Aber der Test war ökonomisch, da nur Standardmaterial verwendet wurde und dies an jeder Schule verfügbar ist. Die einzunehmende Position war allerdings sehr komplex und konnte nicht durch einfaches Vorzeigen von den Schülern korrekt nachgeahmt werden. Also gab es einen Probedurchgang, bei dem die Schüler durch den jeweiligen Betreuer der Station in die richtige Position gebracht wurden. Somit war die Objektivität wieder gewährleistet. Dennoch ist auch dieser Rückentests meines Erachtens nicht zufriedenstellend, da er die Rückenstrecker nicht in dem Maße testet wie gewünscht. Aber weil es keine statischen Rückentests gab, blieb uns keine andere Wahl als selbst einen zu konzipieren.
3.2.2.6 Maximalkraft und Schnellkraft: Der Standweitsprung
Bei diesem Test müssen die Probanden mit geschlossenen Beinen vor einer Linie stehen. Anschließend springen sie mit beiden Beinen so weit wie möglich nach vorne weg. Die Arme können dabei als Schwunghilfe benützt werden. Die Abbildung 10 gibt eine Vorstellung über die Bewegungsausführung. Danach wird die Weite von der Markierungslinie
bis zum Fersenabdruck nach dem Sprung gemessen.
Getestet wird vorrangig die Sprungkraft, die durch die Schnellkraft und Maximalkraft der Beine beeinflusst wird: Schnellkraft, weil aus der Hockposition eine möglichst schnelle Beinstreckung, sowie ein maximal schnelles nach vorne oben Reißen der Arme auszuführen ist. Der „Standweitsprung“ kann komplett auf das Messen der Maximalkraft beschränkt werden, denn durch den Stand ist die Zeitkomponente ausgeschaltet und dem Probanden genug Zeit gegeben, um einen möglichst großen Kraftimpuls zu erzeugen. Nach Grosser und Starischka (2001, S. 43) kann dann „die Schnellkraft für Bewegungen über 300ms (dies schließt jede Form von Sprüngen ein) durch die muskuläre Leistungs-
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fähigkeit bestimmt werden“. Die muskuläre Leistungsfähigkeit entspricht unserem Verständnis von Maximalkraft (Grosser & Starischka, 2001, S. 42), drückt den Begriff jedoch auf einer physikalischen Basis aus.
Der Test, früher sogar eine olympische Disziplin, weist viele Testdaten auf. Der Test ist einfach verständlich und bereitet normalerweise bei der Durchführung keine Probleme. Fehler könnten auftreten, wenn Schüler nur mit einem Bein abspringen, nach hinten greifen oder fallen (Beck & Bös, 1995, S. 119). Weitere Tests, die die Kraft der Beine testen, wären der Dreisprung, welcher jedoch an Zehnjährige zu hohe Ansprüche an die Koordination stellen würde, so dass neben der Kraft auch die Koordination abgetestet wird. Eine Aussage über die Kraftfähigkeit der Beinmuskulatur wäre damit kaum mehr möglich. Als weiterer Test wäre noch der „Jump and Reach“ - Test zu erwähnen, bei dem aus der Hocke so weit wie möglich nach oben gesprungen wird und der höchste Punkt mit der Hand markiert wird. Schüler mit einer guten Schulter- und Hüftbeweglichkeit haben bei diesem Test einen Vorteil, weil sie sich weiter nach oben strecken können. Der Münchner - Fitness - Test verwendet diesen Test. Nach Rusch und Weineck (2001, S. 115) wird mit diesem Test die Reaktivkraft, Schnellkraft, Maximalkraft, Dehnfähigkeit und Gelenkigkeit überprüft. Wie bereits erwähnt liegt das Problem hier darin, dass nicht genau gesagt werden kann, welche Anteile welchem Faktor zugesprochen werden können. Insgesamt ist der „Standweitsprung“ der einfachste Test, der am wenigsten koordinative Fähigkeiten voraussetzt. Daher misst er am besten die von uns geforderten Merkmale.
3.2.2.7 Koordination: Der Ballprell - Test
Die Probanden stehen auf einer umgedrehten Langbank, die Knie sind durchgestreckt, der Oberkörper soll möglichst aufrecht bleiben, ein Gymnastikball soll dann in dieser Haltung in 30 Sekunden so oft wie möglich auf den Boden geprellt werden. Verlieren sie den Ball, wird ihnen sofort ein neuer gegeben. Aufbau siehe Abbildung 11. Dieser Test umfasst die
Abbildung 11: Durchführung: Ballprellen (Rusch & Weineck, 2001, S. 112)
kompletten koordinativen Fähigkeiten (vgl. Abschnitt 3.1.1).
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Die Differenzierungsfähigkeit, also die Feinabstimmung einer Bewegung, ist ein wichtiger Bestandteil des Tests, da die Intensität des Prellens evtl. angepasst und immer wieder variiert werden muss, was man zusammenfassend auch als „Ballgefühl“ bezeichnen könnte. Orientierungsfähigkeit spielt eher eine untergeordnete Rolle, weil der Proband sich nicht im Raum orientieren muss, sondern ständig auf der Bank steht. Die Gleichgewichtsfähigkeit wird insoweit getestet, als die Testteilnehmer auf einer umgedrehten Bank stehen und die Balance halten müssen. Je rhythmischer der Ball geprellt wird, desto leichter wird einem das Prellen fallen und desto höher ist die Anzahl der geprellten Bälle. Diese Fähigkeit wird Rhythmisierungsfähigkeit genannt. Eine weitere Fähigkeit ist die Umstellungsfähigkeit, die definiert ist als die Fähigkeit, sich möglichst schnell sich verändernden Umständen anzupassen. Dies wird getestet, weil es vorkommen kann, dass der Ball nicht wie gewollt wegspringt und man sich schnell anpassen muss, um den Rhythmus wiederherzustellen. Die letzte koordinative Fähigkeit, die ebenfalls getestet wird, ist die sog. Kopplungsfähigkeit. Die Kopplungsfähigkeit ist die Koordination von Teilkörperbewegungen oder Einzelbewegungen. Diese Fähigkeit wird bei Übungen mit Ball immer abverlangt. Da bei diesem Test bis auf die Orientierungsfähigkeit alle koordinativen Fähigkeiten gefordert werden, gibt er Aufschluss über die Gesamtkoordinationsfähigkeit. Zusätzlich kommt noch die „Auge - Hand - Koordination“ dazu. Dies ist die Fähigkeit, Gegenstände, in unserem Fall den Ball, mit den Augen zu erfassen und die Hände entsprechend dem Wahrgenommenen zu bewegen.
Der Test ist Bestandteil des Münchner - Fitness - Tests und zur Überprüfung der koordinativen Fähigkeiten bestens geeignet, siehe Rusch und Weineck (2001, S. 112). Eine Alternative wäre eine Testbatterie zur Koordination, da es ja viele Einzelfaktoren sind, die bei der Koordination zusammentreffen. Allerdings würde eine Testbatterie viel Zeit in Anspruch nehmen und fällt daher wegen der am Anfang erwähnten Kriterien bereits heraus. Der „Gittersprint“, bei dem die Probanden ein Gitter so schnell wie möglich durchlaufen müssen, fiel aus Materialgründen und fehlenden Vergleichsdaten weg. Bei Beck und Bös (1995) gäbe es noch den Einbeinstand oder das Zielwerfen, die aber nur jeweils eine koordinative Fähigkeit testen. Der Einbeinstand testet hauptsächlich die Gleichgewichtsfähigkeit. Das Zielwerfen überprüft die Differenzierungsfähigkeit und Orientierungsfähigkeit, vgl. Rusch und Weineck (2001, S. 113).
Zudem ist der Materialaufwand beim „Ballprelltest“ gering und seine Durchführung wird von den Kindern problemlos erfasst.
3.2.2.8 Beweglichkeit: Die Rumpfbeuge
Der Proband steht ohne Schuhe mit geschlossenen gestreckten Beinen auf einer Langbank. An der Bank ist eine Skala, meist ein Lineal, angebracht, die in Zentimeter skaliert ist. Direkt an der Bankfläche ist der Wert Null, also das Nullniveau. Nach oben wird dann
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zentimeterweise von -1 bis -15 unterteilt, weil das die Anzahl der Zentimeter ist, die bis zum Berühren des Bodens fehlen würden. Nach unten wird dementsprechend mit +1 bis +15 skaliert, denn das wäre die Länge, die über den Boden hinausgegriffen wird. Gemessen wird dann der maximale Beugewert, den der Schüler ca. zwei Sekunden halten kann.
Abbildung 12: Durchführung: Rumpfbeuge (Rusch & Weineck, S.114)
Außer einer Langbank und einem Lineal, welches die oben angegebene Skala hat, wird nichts weiter benötigt, wie Abbildung 12 zeigt.
Getestet wird die Beweglichkeit und Muskeldehnfähigkeit im Rumpf - Hüft - Beinbereich, also vor allem der Oberschenkelrückseite, der ischiocrualen Muskulatur (Grosser & Starischka, 1986, S. 114). Nach Rusch und Weineck (2001, S. 110) sollte die Übung aus physiologischen Gründen nicht mehr geturnt werden, weil sie den noch elastischen Rückenbereich der Schüler zu stark beansprucht. Nach einem guten Aufwärmen ist diese Übung jedoch zu Testzwecken als unbedenklich einzustufen (Rusch & Weineck, 2001). Um die Beweglichkeit zu testen, gibt es auch den Seitspagat - Test (Grosser & Starischka, 1986, S. 115). Der „Seitspagat - Test“ misst aber die Spreizfähigkeit der Oberschenkel. Da die „Rumpfbeuge“ Inhalt des Münchner - Fitness - Tests ist und Vergleichswerte existieren, wurde sie als Beweglichkeitstest ausgewählt.
Alle beschriebenen Tests wurden in der Testbatterie eingesetzt. Eine Übersicht findet sich im Anhang A. Bei jedem Test wurden ausführlich Gründe für seine Verwendung bei dieser Arbeit geschildert. Des Weiteren findet man hier die genauen Durchführungshinweise, mögliche Fehler und die Darstellung der Testmerkmale. Wie man der Beschreibung der Testauswahl entnehmen kann, spielte für die Auswahl eines Tests neben den Hauptgütekriterien vor allem das Nebengütekriterium Ökonomie eine ausschlaggebende Rolle (siehe Kapitel 3.1.2). Vor allem beim Rückentest kann man dies sehr gut nachvollziehen. Eingangs zu diesem Kapitel wurde auch erklärt, dass die komplette Testreihe in einer Doppelstunde durchgeführt werden soll. Die Vergleichbarkeit der Tests war natürlich äußerst wichtig, da diese Arbeit alte Normwerte mit neuen Messungen vergleichen soll.
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3.2.3 Auswahl der Schulen
Die Tests werden an Schülern der fünften Jahrgangsstufe durchgeführt, somit kamen nur weiterführende Schulen wie Hauptschule, Realschule und Gymnasium in Frage. Im Prinzip wären auch andere Schularten, in denen es eine fünfte Jahrgangsstufe gibt, möglich gewesen. Aus ökonomischen Gründen wurden Schulen mit großer Klassenstärke ausgewählt, so dass sich die Schulwahl auf Gymnasien und Realschulen beschränkte. Im Grunde hätte man aus ganz Bayern Schulen auswählen können, dennoch beschränkte sich die Suche in erster Linie auf die Region Mühldorf, da es doch ein gewisser Aufwand war, die Durchführung mit teilweise 65 Schülern gleichzeitig zu gestalten. Am Ende wurden drei Schulen ausgewählt, nämlich das Gymnasium Gars, das Ruperti - Gymnasium in Mühldorf und die Realschule Haag i. OB.
So selbstverständlich wie man vielleicht annehmen könnte, ist eine Testdurchführung auf keinen Fall. Einige bürokratische Hürden mussten bewältigt werden. Am Beispiel der Realschule Haag i. OB. wird dies nun im Folgenden vorgestellt. Um Tests an einer Schule durchführen zu können, ist neben der Genehmigung durch den Schulleiter nach §113 RSO auch eine offizielle Erlaubnis des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus erforderlich (siehe Anhang B.1). Laut dessen Vorgaben mussten fünf Auflagen erfüllt werden. Erstens musste die Anonymität der Betroffenen gewahrt bleiben, was aber in unserem Fall kein Problem war, da die Schüler lediglich eine Nummer zugewiesen bekamen, um im Abschluss die Einzeldaten einer Person zuordnen zu können. Der Name wurde nach Vergabe der Nummer entfernt. Zweitens sollte die Erhebung außerhalb der Unterrichtszeit durchgeführt werden, außer der Zweck verlangte eine Verlegung in die Unterrichtszeit. Da es sich um einen Sporttest handelte, konnte der Test, soweit dies möglich war, im Rahmen des Sportunterrichts durchgeführt werden. Bei der Realschule Haag wurden einzelne Schulstunden zur Verfügung gestellt. Außerdem soll das Mitwirken freiwillig sein, die Schüler und die Erziehungsberechtigten erhielten einen Brief (siehe Anhang B.2) mit einem abtrennbaren Teil für eine Einverständniserklärung. Der vierte Punkt ist für uns unerheblich. Fünftens ist auch keine Problem, da die erhaltenen Daten dem Kultusministerium ohne Weiteres zur Verfügung gestellt werden können. Der Brief findet sich im Anhang B.3.
Nachdem diese Hürde genommen war, stand der eigentlichen Messung nun nichts mehr im Wege. Dennoch mussten noch einige wichtige organisatorische Maßnahmen getroffen werden. Aus Termingründen war eine Durchführung in den Sportstunden nicht möglich. Somit wurden für die Durchführung der Tests einzelne Schulstunden am Vormittag zur Verfügung gestellt, in denen die Halle nicht belegt war. Allerdings wurde immer nur eine Klasse von ca. 30 Schülern auf einmal getestet. Eine Durchführung aller Tests in 45 Minuten wäre unmöglich gewesen, deshalb wurde der „Cooper - Test“ bereits während des regulären Sportunterrichts durch die jeweiligen Sportlehrer abgenommen. Des Wei-
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teren sind für jede Stunde zwei Lehrkräfte zur Unterstützung mitgekommen. Die Schüler wurden durch die Klassenleiter über die Änderung informiert und angehalten, an dem betreffenden Tag ihr Sportzeug mitzubringen. Nachdem diese Vorüberlegungen erledigt waren, konnte man sich mit den eigentlichen Tests beschäftigen. Listen der Klassen wurden bereits im Vorfeld elektronisch zur Verfügung gestellt, so dass entsprechende Testbögen vorbereitet werden konnten (siehe Anhang B.4). Vor den ersten Tests wurden noch die Örtlichkeiten in Augenschein genommen und das Material begutachtet, damit am Tag der Durchführung keine Überraschungen mehr auftraten. Vor allem beim Material war es wichtig, dass alles vorhanden ist, um alle Tests auch sauber durchführen zu können. Dies war jetzt die Vorbereitung für die Realschule Haag. Bei den anderen Schulen unterschied sich der Ablauf lediglich in den Örtlichkeiten und an den Terminen. Am Gymnasium Mühldorf und auch am Gymnasium Gars wurden die Tests während der Sportstunden durchgeführt und zwar einmal mit den Mädchen und einmal mit den Jungen. Somit kam es zweimal vor, dass sich Gruppen von über 60 Schülern bildeten. Durch die Vergabe von Nummern und die Unterstützung der Lehrkräfte und einiger Schüler des Leistungskurses Sport, konnten alle Tests genau nach Plan durchgeführt werden.
3.2.4 Durchführung der Konditionstests an den Schulen
Einige Punkte bei der Durchführung mussten für alle Schulen gleichermaßen beachtet werden. Entscheidend bei der kurzfristigen Vorbereitung waren die Beschaffenheit und Größe der Halle, die Gruppenstärke und das Material. Bevor mit den Test begonnen wurde, bekam jeder Schüler der Liste entsprechend eine Nummer zugeteilt, die er sich umbinden musste. Dies ermöglichte den Helfern, das Ergebnis ohne Kenntnis der Namen schnell an der richtigen Stelle eintragen zu können und auch die Schüler mussten sich nicht an den Namen ihrer Vorder- und Hinterleute in der Klassenliste orientieren, sondern mussten nur auf die Nummer schauen. Wie bereits bei der Bechreibung der einzelnen Konditionstests erwähnt, sollten die Geräte, außer natürlich die Lichtschranken, in allen Schulen vorhanden sein, da es sich um Standardgeräte handelte. Neben der Hallengröße war zu beachten, dass der „20m - Sprint“ an einer Hallenwand mit geeigneter Länge, jedoch ohne Ausgangstüren, platziert war. Somit konnte sichergestellt werden, dass kein Schüler die Laufbahn kreuzen muss und aus Unachtsamkeit einen laufenden Schüler behindert oder sogar gefährdert. Die anderen Tests wurden dann in der Halle verteilt. Die Tests wurden so aufgebaut, dass die Schüler im Stationenbetrieb die Tests nacheinander absolvieren konnten. Die Überlegung war, immer drei Tests, für die der Zeitaufwand in etwa derselbe ist, zu einem Zyklus zusammenzufassen wurden. Die einzelnen Stationen waren mit je einem Helfer besetzt. Diese waren Lehrkräfte oder Schüler aus dem Leistungskurs Sport. Im ersten Zyklus waren der „Sprintest“, der „Standweitsprung“ und die „Rumpfbeuge“. Die Schüler wurden gleichmäßig auf die drei Stationen verteilt und muss-
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ten nach einem Test sofort zur nächsten Station weiter gehen. Haben sie alle drei Stationen absolviert, haben sich sich in der Mitte der Halle versammelt. Ein grundlegender Aufbau der beiden Zyklen, der in etwa so bei allen Schulen verwendet wurde, soll in Abbildung 13 verdeutlichen werden. Die Tests in denselben Farbtönen wurden immer gleichzeitg
durchgeführt. So ergab sich für die Schüler eine Art Rundlauf. Außerdem mussten die Anforderungen der jeweiligen Tests im Vorfeld nur einmal erklärt werden, weil die Schüler dann die Ausführungen der vorherigen Gruppe beobachten konnten. Die Erfahrung bei den Tests zeigte ohnehin, dass mehrmaliges Erklären und Vorführen überflüssig ist, da die Schüler sich immer an den Vorderleuten orientierten. Nur falsche Ausführungen wurden korrigiert und gegebenenfalls wiederholt. Der zweite Zyklus verhält sich ähnlich wie der Erste. Die zeitlichen Anforderungen waren auch hier in etwa gleich, nur der „Klimmzughang“ wurde meistens deutlich schneller beendet als die anderen Tests. Ein weiterer Grund, weshalb diese Tests zusammengefasst wurden, war, dass hier mehrere Personen gleichzeitg die Tests durchführen konnten. Bei den anderen Tests konnte immer nur eine Person getestet werden.
Der „Sit - Up - Test“ wurde bis jetzt im Aufbau noch nicht berücksichtigt (vgl. Abbildung 13). Jedoch wurde der Test nicht vergessen, sondern als Letztes von allen Schülern gleichzeitig durchgeführt. Dazu stellten sich die Schüler in zwei Reihen hintereinander auf und zwar so, dass die Nummern eins bis zur Hälfte die vordere Reihe bildeten, und die Nummern von der Hälfte bis zum Ende die hintere Reihe. Danach führten die Probanden der ersten Reihe die Tests durch und die hintere Reihe hielt die Füße der Vorderleute fest und zählte mit. Die Helfer kontrollierten die Ausführung. Anschließend wurde getauscht. Der Test dauerte insgesamt drei Minuten, da er auf 30 Sekunden beschränkt war, und die Leistungserfassung wegen der straffen Organisation rasch erfolgen konnte. Im weiteren Verlauf dieses Abschnitts werden Besonderheiten und Probleme der einzelnen Schulen, die bei der Durchführung aufgetreten sind, kurz dargestellt.
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3.2.4.1 Gymnasium Gars am Inn
Aufgrund von terminlichen Gründen war die Durchführung hier nicht so einfach. Für die Tests wurden teilweise die differenzierten Sportstunden, welche aber lediglich aus 45 Minuten bestanden, verwandt. Somit wurde immer nur ein Zyklus wie oben beschrieben pro Stunde durchgeführt und beim ersten Termin kam noch der „Cooper - Test“ hinzu. Während dieser Einzelstunden wurden alle Jungen getestet. Bei den Mädchen war es einfacher, weil hier die regulären Sportstunden verwendet werden konnten. Schwierig war nur eine Gruppe, da sie über 60 Schülerinnen beinhaltete und dem gegenüber nur vier Helfer zur Verfügung standen. Des Weiteren wurde der Test dieser Gruppe in einer anderen Halle durchgeführt, so dass die Schüler erst 15 Minuten später zum Unterricht kamen. Den noch fehlenden „Cooper - Test“ führten die Sportlehrerinnen im Unterricht durch. Dennoch konnten die Tests bis auf die eine Mädchenklasse genau nach Plan durchgeführt werden.
3.2.4.2 Ruperti - Gymnasium Mühldorf am Inn
An nur zwei Terminen, einmal für alle Jungen und einmal für alle Mädchen, mussten die Tests inklusive „Cooper - Test“ durchgeführt werden. Vorteil war hier, dass jeweils noch drei Schüler des LK Sports als Helfer eingeteilt wurden. Deshalb hat sich die Planung hier etwas geändert. Aufgrund der Hallengröße war es organisatorisch nicht möglich, mit 60 Schülern alle Tests, außer dem „Cooper - Test“, auf einmal durchzuführen. Deshalb war es einfacher, die Gruppe zu teilen und einen Teil den „Cooper - Test“ im Freien bestreiten zu lassen. Somit waren nur noch 30 Probanden in der Halle und für die Helfer war die Situation wieder überschaubar. Außerdem konnte man für den „Cooper - Test“ mindestens 30 Minuten veranschlagen, da nicht alle Schüler auf einmal den Test durchführen können. Die Schüler wurden paarweise eingeteilt. Während einer läuft, zählt der Partner die absolvierten Runden. Beim Abpfiff wird noch die letzte Markierung mitgezählt. Bei den Tests in der Halle konnte wegen der vielen Helfer jede Station besetzt werden und somit dauerte die komplette Testreihe auch nur ca. 30 Minuten. Anschließend wurden die Gruppen getauscht. Rein theoretisch dauern alle Tests insgesamt 60 Minuten, mit Umziehen, Leibchen ausgeben, Aufwärmen, kurzer Erklärung und Aufteilung kamen jedoch noch mindestens weitere 15 Minuten hinzu. Die Durchführung bei den Mädchen gestaltete sich aufgrund der größeren Gruppe schwieriger. Dennoch konnten auch hier alle Tests durchgeführt werden.
Einziges Problem in Mühldorf war, dass zwar alle Geräte vorhanden waren, aber nicht genug für den Aufbau aller Stationen. Die Bänke waren das größte Problem. Aufgrund dieses Mangels musste die Rumpfbeuge ersatzweise auf Kastendeckeln durchgeführt wer-
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den.
3.2.4.3 Staatliche Realschule Haag i. OB
Die Bechreibung der Durchführung findet sich zu Beginn des Abschnitts, weil die grundlegende Planung am Beispiel der Realschule Haag bereits erklärt wurde.
3.3 Auswertung und Interpretation der erhaltenen Daten
3.3.1 Vorbemerkungen
Bei den Durchführungen wurden pro Konditionstest ca. 400 Einzelwerte gemessen. Mit Hilfe eines Tabellenkalkulationsprogramms wurden der Mittelwert und die Standardabweichung für jeden einzelnen Test berechnet. Die Auswertung wurde für Jungen und Mädchen getrennt durchgeführt. Eine gemeinsame Messung wäre nicht sinnvoll, weil entsprechende Vergleichsdaten nicht zur Verfügung standen. Außerdem wurde auch auf die Berechnung der Variationsbreite und des Variationskoeffizient verzichtet, weil auch hierfür keine Vergleichswerte vorhanden sind.
Die mathematische Formel für den Mittelwert oder, wie mit dem statistischen Fachbegriff bezeichnet, das arithmetische Mittel, ist die Summe aus allen Einzelwerten für einen Test, dividert durch die Anzahl der am jeweiligen Test teilnehmenden Probanden, also n x = 1 i=1 x i , wobei n die Anzahl der Probanden und x i die einzelnen Messwerte be-
n
zeichnen. Die Standardabweichung berechnet man, indem man die Wurzel der Varianz nimmt. Die Varianz ist
s
2
=
1
chung:
s
= Mittel gibt den Mittelwert aller Messungen an, z. B. den Mittelwert aller Jungen beim „Standweitsprung“. Nachteil des arithmetischen Mittels ist die Empfindlichkeit gegenüber Ausreißern. So kann es passieren, dass einige wenige schlechte Werte das Ergebnis sehr stark sowohl negativ als auch positiv beeinflussen können. Deshalb ist eine Stichprobe in unserem Ausmaß notwendig, damit solche Werte abgefangen werden können. Statistisch besser wäre der Median gewesen, aber dazu sind keine Vergleichswerte vor-handen. Um den Median angeben zu können, müssen als Erstes die Werte der Stichprobe der Größe nachgeordnet werden. Der Median ist dann der Wert, der sich genau in der Mitte befindet. Ist die Stichprobe gerade, werden die zwei mittleren Werte addiert und dann durch zwei geteilt, dadurch würden sich wenige Ausreißer nicht auf das Ergebnis auswirken. Optimal wäre es, wenn Median und arithmetisches Mittel übereinstimmen, denn das wäre ein Zeichen, dass die Zusammensetzung der Daten aus wenigen Extremwerten besteht. Aufgrund des Fehlens des Medians in alten Messungen, wird dieser statistische
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Wert in dieser Arbeit nicht mit angegeben.
Um den erhaltenen Wert der Standardabweichung interpretieren zu können, muss zuerst die Bedeutung der Varianz geklärt werden. Die Varianz gibt die Summe der Abweichungen zum Mittelwert an. Damit keine negativen Werte herauskommen können, werden die einzelnen Differenzen quadriert. Dividiert durch die Anzahl n, erhält man somit die quadratische Streuung. Also ist die quadratische Streuung gerade der Mittelwert der einzelnen quadratischen Abweichungen. Dieser Wert ist groß, wenn die Daten x i weit um ihren Mittelwert x streuen. Dementsprechend ist der Wert klein, wenn die Daten x i eng um x streuen. Allerdings ergibt das Quadrieren einen ungünstigen Vergleichswert, da auch die Maßeinheit quadriert werden muss. Deshalb wird in der Standardabweichung die Wurzel genommen, um wieder eine passende Einheit zu bekommen. Mathematisch gesehen erhält man dadurch den Betrag. Die Standardabweichung gibt an, wie groß die durchschnittliche Abweichung nach links und rechts vom Mittelwert ist. Ist die Standardabweichung groß, ist der Abstand vieler Daten vom Mittelwert auch groß, weil große quadrierte Werte bei der Streuung sehr stark ins Gewicht fallen. Ist die Standardabweichung klein, dann liegen viele Werte nah am Mittelwert (Fahrmeir & Kuenstler, 2004, S. 69ff). Also ist die Standardabweichung wichtig, denn diese gibt Auskunft darüber, wie sich die Werte verteilen und wie der Mittelwert zustande kommt. Denn zwei identische Mittelwerte können durch sehr unterschiedliche Messwerte entstanden sein: Einerseits können sehr viele Werte in der Mitte liegen, oder viele Werte liegen links und rechts am Rand, ergeben aber in der Summe denselben oder ähnlichen Mittelwert. Die Standardabweichung hat aber den Nachteil, dass aus ihrem Wert nicht ablesbar ist, wie die Daten verteilt sind. Man kann zwar sagen, dass bei einer großen Standardabweichung viele Werte weiter vom Mittelwert entfernt liegen müssen, allerdings könnten diese Werte z. B. nur auf einer Seite liegen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass auch die entsprechenden Diagramme bei der Auswertung mit einbezogen werden, um die Standardabweichung korrekt deuten zu können.
Die Diagramme zu den einzelnen Tests, aufgeteilt in Weiblich und Männlich, sind im Abschnitt 3.3.3 den jeweiligen Tests angehängt. Die Histogramme wurden nicht nach rein statistischen Gesichtspunkten erstellt, sondern als wichtigstes Kriterium wurde die Übersichtlichkeit gewählt. Einige Tests, wie „Rumpfbeuge“ und „Sit - Up - Test“, enthalten nur eine begrenzte Anzahl von möglichen Ausprägungen, so dass jeder Wert ein eigenes Intervall ist. Jedes Diagramm enthält 30 Intervalle oder Werte. Die Intervallbreite berechnet sich folgendermaßen: Differenz aus Maximal- und Minimalwert, v = |x max − x min |, wobei v die Variationsbreite bezeichnet. Anschließend wird der Quotient aus der Variationsbreite und der Anzahl der Spalten (30) genommen. Der erhaltene Wert ist dann die Intervallbreite. Meistens müssen die Werte durch Rundungen angepasst werden. So ergab sich z. B. bei der Standardabweichung eine Intervallbreite von fünf Zentimetern. Im Folgenden werden die Ergebnisse der einzelnen Tests und deren Vergleichswerte vor-
30
gestellt. Eine kurze Erläuterung soll verdeutlichen, wie die Daten mathematisch zustande gekommen sind. Auf den Vergleich mit älteren Werten und eine Interpretation wird in diesem Abschnitt verzichtet. Auf diese gehen wir dann im Abschnitt 3.3.4 ein, weil so dann evtl. auch Zusammenhänge zwischen den einzelnen Tests, z. B. aller Krafttests, besser herausgearbeitet werden können.
3.3.2 Beschaffenheit der Daten
Vor den Auswertungen und Vergleichen soll in diesem kurzen Abschnitt noch geklärt werden, wie sich die Daten auf die einzelnen Schulen aufteilen. Dies soll Tabelle 1 kurz verdeutlichen. Die wegen Krankheit und Verletzung an den Tests nicht teilnehmenden
Probanden blieben in dieser Tabelle unberücksichtigt. Dennoch bleiben die Anteile der jeweiligen Schulen gleich, weil die Zahl derjenigen Probanden, die wegen Verletzung nicht an der Durchführung teilnehmen konnten, bei allen Schulen in etwa gleich hoch ist. Die Anzahl der an den jeweiligen Tests teilnehmenden Probanden kann dann den entsprechenden Tabellen im folgendem Abschnitt entnommen werden. Aus dem Diagramm (Tabelle 1) kann man die genauen Anteile der jeweiligen Schule gut ablesen: So machen zum Beispiel die 79 Mädchen des Gymnasiums Gars 18,81% der Messungen aus. Aber man muss berücksichtigen, dass die Tests nach Jungen und Mädchen getrennnt ausgewertet wurden. Aus diesem Grund dürfen dann die 18,81% nicht in Relation zu den 100% (420 Probanden) gesehen werden, sondern nur zu den 51,90% (218), also dem Anteil der Mädchen.
Die Werte in den runden Klammern sind die Anteile der Schulen, allerdings umgerechnet auf 100% und aufgeteilt nach Jungen und Mädchen. Zum Beispiel haben die Jungen des Gymnasiums Mühldorf einen Anteil von 30,20% aller Jungen an jedem sportmotrischen
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Test. Man stellt fest, dass die Realschule Haag und das Gymnasium Mühldorf in etwa denselben Anteil haben sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen. Das Gymnasium Gars hat einen etwas größeren Anteil als die anderen beiden Schulen. Trotzdem liegen die Werte relativ eng zusammen, so dass insgesamt von einer gleichen Gewichtung der Schulen ausgegangen werden kann.
3.3.3 Mittelwerte, Standardabweichungen und Histogramme
In diesem Abschnitt finden sich die Ergebnisse aller Tests aus den Berechnungen. In den folgenden zwei Tabellen, aufgeteilt in Männlich (vgl. Tabelle 2) und Weiblich (vgl. Tabelle 3), sind die Anzahl, die Mittelwerte und die Standardabweichungen aller durchgeführten Tests in einer Übersicht zusammengefasst.
Die unterschiedlichen Werte in der Spalte Anzahl kommen dadurch zustande, dass während der Durchführung der ein oder andere Schüler bestimmte Tests z. B. aufgrund von kleineren Verletzungen, mit denen sie bereits zu den Tests gekommen sind, nicht durchführen konnten. Eine Verletzung während der Durchführung ist im Übrigen nicht aufgetreten. Außerdem wurden bei den Jungen am Gymnasium Gars in zwei Klassen die Tests
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in zwei Einzelstunden durchgeführt, somit können auch hier verschiedene Werte auftreten, weil es vorkam, dass an einem Tag mehr Schüler fehlten als am anderen Tag. Beim „Cooper - Test“ kommt noch hinzu, dass dieser bei der Realschule Haag während der Sportstunden durchgeführt worden ist und es somit zu Diskrepanzen bei der Anzahl gekommen ist.
Im Folgendem wird erklärt, wie sich die Werte mathematisch zusammensetzen. Die Interpretation und der Vergleich der Werte folgt im darauf folgenden Abschnitt.
3.3.3.1 Ergebnisse: 20m-Sprint
Die 189 männlichen Probanden lieferten den Mittelwert von 4,04 Sekunden. Die Standardabweichung liegt bei 0,29 Sekunden. Also liegen die meisten Werte zwischen ca. 3,7 Sekunden und ca. 4,3 Sekunden, wobei die Maximalwerte bei 3,5 Sekunden bzw. 5,05 Sekunden sind. Das bedeutet, dass sich vor allem die hohen Werte, also die bei fünf Se-kunden, stark auf die Standardabweichung auswirken. Bei den Mädchen verhielt es sich ähnlich, nur dass der Mittelwert bei 4,12 Sek. und die Standardabweichung bei 0,27 Sek. liegt. Auffallend ist bei den Mädchen der stark ausgeprägte Modus im Intervall 4,06 Sek. bis 4,10 Sek. Ein Modus ist die Ausprägung bzw. das Intervall, in dem die meisten Werte liegen. Dieser wird auch mit „Hochpunkt“ oder „Gipfel“ bezeichnet. Die Abbildungen 14 und 15 zeigen die entsprechenden Histogramme.
3.3.3.2 Ergebnisse: Ballprellen
Beim Ballprellen wurden einige Versuche im Nachhinein gestrichen, weil beim Zählen, das immer durch einen Partner durchführt wurde, teilweise Fehler auftraten und Werte über 100 zustande kamen. Dieses Ergebnis ist theoretisch nicht möglich, das hieße nämlich, dass der Proband in einer Sekunde mehr als dreimal den Ball auf den Boden prellen müsste. Insgesamt waren es nur fünf Ergebnisse, die in die Berechnung nicht miteinbezogen wurden. Im Mittel haben die 188 Jungen 59 Wiederholungen erreicht, bei einer Standardabweichung von 14 Wiederholungen. Die 210 Mädchen erreichten bei derselben
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Abweichung einen Mittelwert von 51 Wiederholungen. Zur Vollständigkeit muss man noch hinzufügen, dass die Werte Rundungswerte sind, weil der Quotient des Mittelwerts als Ergebnis nicht immer ganze Zahlen liefert, erst recht nicht die Wurzel der Standardabweichung. Den Mittelwert mit Kommazahlen anzugeben, wäre aber sinnlos, weil es keine „0,1 - Ballpreller“ gibt. Die Abbildungen 16 und 17 zeigen die zugehörigen Diagramme.
3.3.3.3 Ergebnisse: Cooper - Test
Der Mittelwert bei den Jungen beträgt 2215,76 m, die Standardabweichung 442,09 m, die meisten Daten liegen also zwischen 1800 m und 2600 m. Die Ergebnisse bei den weiblichen Probanden sind zum einen 2012,27 m und 337,06 m. In den Diagrammen in den Abbildungen 18 und 19 sieht man sehr schön, dass die meisten Werte bei 1700 m bis 2300 m liegen. Im Histogramm der Jungen sieht man, dass der Modus, also der höchste Gipfel, auch dem Intervall entspricht, in dem der Mittelwert liegt. In den Intervallen 1801 m bis 1900 m und 2701 m bis 2800 m gibt es weitere Gipfel. Mathematisch deutet die Existenz von zwei Gipfeln meistens daraufhin, dass die Stichprobe in zwei Teilstichproben zerfallen könnte, wobei der erste Gipfel durch untrainierte Kinder, der Zweite durch trainierte Kinder zustande gekommen ist.
3.3.3.4 Ergebnisse: Klimmzughang
Die Ergebnisse beim „Klimmzughang“ sind bei den 188 getesteten Jungen 11,41 Sekunden und 10,57 Sekunden. Der größere Wert ist der Mittelwert. Der große Wert der Standardabweichung lässt vermuten, dass es sehr viele Extremwerte, also Werte bei 0 - 1 Sek. bzw. bei 17 - 20 Sekunden, geben muss, wie man auch in den Diagramme gut nachvollziehen kann (vgl. Abbildungen 20 und 21). Übrigens wird bei einem kleinen Mittelwert die Standardabweichung zwangsläufig kleiner, weil die Ausprägungen nach unten mit 0 Sekunden begrenzt sind. Bei den 210 Mädchen liegt der Mittelwert bei 8,71 Sekunden und die Standardabweichung bei 8,56 Sekunden. Bei acht Sekunden liegt auch der Mo-
37
dus, also die Ausprägung mit den häufigsten Werten. Der Grund, warum bei den Jungen öfter die Null vorkommt als bei den Mädchen, sind häufig Messfehler oder Rundungen. Springt die Person ans Reck, startet der Versuchsleiter die Stoppuhr. Lässt der Proband aber sofort wieder los, wird die Uhr natürlich auch gestoppt, aber selbst bei diesem unmittelbaren Vorgang vergeht bereits eine Sekunde. Die weiblichen Versuchsleiter haben auch eine Sekunde als Motivation vergeben, obwohl sie angewiesen wurden, dass bei sofortigem Loslassen, ungeachtet der gestoppten Zeit, Null Sekunden eingetragen werden soll. Die männlichen Versuchsleiter waren in der Bewertung strenger. Dies erklärt den stark abweichenden Wert bei Null bzw. einer Sekunde.
Den Test muss man aber noch differenzierter betrachten. Der Test soll eigentlich die submaximale oder mittelintensive Kraftausdauer messen, die max. 30% der Maximalkraft bei statischer Arbeitsweise entspricht (Grosser & Starischka, 2001, S. 44). Beim „Klimmzughang“ wäre dies ungefähr eine „Hangzeit“ von mehr als 16 Sekunden bei den Jungen bzw. mehr als 12 Sekunden bei den Mädchen. Der Mittelwert sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen liegt aber bei Weitem nicht im submaximalen Bereich, sondern im Bereich der Maximal- oder hochintensiven Kraftausdauer, die über 75% der Maximalkraft bei statischer Arbeitsweise entspricht (Grosser & Starischka, 2001, S. 44). Das würde im Test einer Zeit von sieben bis 16 Sekunden bei den Jungen, bzw. fünf bis zwölf Sekunden bei den Mädchen entsprechen. 39,89% der Jungen haben aber Werte, die schlechter als sieben Sekunden sind. In dieser Zeitspanne, also von null bis sechs Sekunden, liegt aber der Bereich, in dem nur die Maximalkraft eingesetzt wird. Bei den Mädchen beträgt diese Zeitspanne null bis vier Sekunden. In diesem Bereich lagen 31,43% der Mädchen. In den Abbildungen 20 und 21 wurden die entsprechenden Bereiche durch unterschiedliche Farbtöne dargestellt. Insgesamt kann man also sagen, dass nur bei 29,26% der Jungen bzw. bei 25,71% der Mädchen die submaximale Kraftausdauer getestet wurde.
3.3.3.5 Ergebnisse: Rücken - Test
Bei diesem Test erreichten die Mädchen bessere Ergebnisse als die Jungen. Die Mädchen erreichten einen Mittelwert von 30,64 Sekunden und eine Standardabweichung von 24,06 Sekunden. Im zugehörigen Histogramm in Abbildung 22 sieht man gut, wie die Werte zustande gekommen sind. Es liegt ein bimodales Histogramm vor, also ein Histogramm mit zwei Gipfeln, von denen zwei in etwa an den Grenzen der Standardabweichung liegen. Die Grenzen sind 6,58 Sekunden (Mittelwert minus Standardabweichung) und 54,70 Sekunden (Mittelwert plus Standardabweichung), wobei der Gipfel im Intervall von 61 - 64 auftritt. Auch bei den Jungen kann man diese zwei Gipfel erkennen, doch sind die-
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se hier nicht so stark ausgeprägt wie bei den Mädchen. Der Mittelwert bei den Jungen beträgt 27,43 Sekunden. Hier liegt auch einer von drei Gipfeln. Die anderen beiden Erhebungen finden sich an den Grenzen, bei 5,23 Sekunden und 59,63 Sekunden. Bimodale Histogramme sind wie schon beim „Klimmzughang“ Hinweise dafür, dass sich das Histogramm aus Untrainierten, deren Daten sich eher beim ersten Gipfel befinden, und Trainierten, mit Werten eher im oberen Bereich, zusammensetzt.
3.3.3.6 Ergebnisse: Rumpfbeuge
Der Mittelwert der Jungen liegt hier bei -3 cm, der der Mädchen bei -1 cm, wobei der Wert Null bedeutet, dass die Hände genau auf Höhe der Füße sind. Alles was darüber ist, also über die Füße hinausgeht, hat einen positiven Wert, wird das Bodenniveau nicht erreicht, ist der Wert negativ. Das heißt, dass die Mädchen beweglicher sind als die Jungen, zumindest im Hüft - Rumpf - Beinbereich. Die Standardabweichung bei den Jungen beträgt 7 cm (bei den Mädchen 6 cm), viele Werte liegen auch bei -15 cm oder sogar darunter, denn die Skala beginnt erst bei -15 cm. Mathematisch gesehen wirken sich die postiven Werte stärker auf die Standardabweichung aus, weil der negative Mittelwert durch die Differenz positiv wird und dann zum Wert addiert wird. Ein Beispiel soll das verdeutlichen. So z. B. bei den beiden Extremwerten, -15 cm und 15 cm. Bei -15 cm ergeben sich die Werte (−15−(−1)) 2 = 196 und (15−(−1)) 2 = 256. Wie man sieht, wirkt sich der Unterschied von 2 cm in der Klammer sehr stark auf das Ergebnis aus. Bei den Jungen verstärkt sich diese Beobachtung noch durch den kleineren Mittelwert. Graphisch (vgl. Abbildungen 24 und 25) ergibt sich vor allem bei den Mädchen ein zum Mittelwert und der Standardabweichung (fast) passendes schönes Histogramm, da die Werte links und rechts in etwa gleich streuen. Bei den Jungen hingegen ist die Streuung nach links, also in den negativen Bereich, wesentlich stärker als nach rechts.
3.3.3.7 Ergebnisse: Sit - Up - Test
Die Ergebnisse beim „Sit - Up - Test“ sind gerundete Werte. Dabei erzielten die Jungen einen Mittelwert von 16 Sit - Ups in 30 Sekunden bei einer Standardabweichung von vier Wiederholungen. Im dazugehörigen Diagramm in Abbildung 26 sieht man schön, dass der Mittelwert ungefähr der Ausprägung entspricht, der von den Probanden am Häufigsten erreicht wurde. Die meisten Werte liegen zwischen zwölf und 20, was bedeutet, dass der Mittelwert nicht durch Extremwerte am Rand entstanden ist, sondern durch Werte aus der unmittelbaren Umgebung um den Mittelwert. Bei den Mädchen ist die Beschaffenheit der Daten analog zu den Jungen. Lediglich der Mittelwert ist um drei nach unten verschoben,
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3.3.3.8 Ergebnisse: Standweitsprung
Die Ergebnisse des „Standweitsprungs“ weisen mathematisch gesehen keine Besonderheit auf. Der Mittelwert bei den Jungen liegt bei 156 cm und die Standardabweichung bei ca. 21 cm. Dies entspricht dem Intervall von 136 cm bis 177 cm. Das dazugehörige Histogramm in Abbildung 28 zeigt auch, dass sich die meisten Daten in diesem Bereich befinden. Lediglich zwei Ausreißer, einmal nach unten und einmal nach oben, traten auf, was aber auf das Ergebnis keinen Einfluss hat. Bei den Mädchen liegt das arithmetische Mittel bei ca. 144 cm und die Standardabweichung bei ca. 21 cm. Dies ergibt einen Bereich von 124 cm bis 164 cm, in dem sich die meisten Daten befinden. Im unteren Bereich gibt es jedoch ein geringfügiges Übergewicht an Daten im Vergleich zum oberen Bereich. Erstaunlich sind die zwei Probandinnen, die über zwei Meter gesprungen sind.
3.3.4 Vergleich der aktuellen Ergebnisse mit alten Normwerten
Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit dem Vergleich der Mittelwerte und Standardabweichungen der einzelnen sportmotorischen Tests mit alten Vergleichsdaten. Die Tabellen 12 bis 15 geben eine Übersicht über die Werte der aktuellen Messungen und die entsprechenden alten Vergleichswerte.
Der Rückentest als neu konzipierter Test hat noch keine Vergleichsdaten. Es soll hier lediglich versucht werden eine auf der Vorgehensweise von Rusch und Weineck (2001) basierende Normwerttabelle zu erstellen. Für die „Rumpfbeuge“ und den „Ballprell -Test“ stehen ebenfalls nur Vergleichswerte anhand des Münchner - Fitness - Tests zur
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Tabelle 14: Vergleich: Standardabweichung Männlich
Tabelle 15: Vergleich: Standardabweichung Weiblich
Verfügung. Die Abbildung 30 aus Rusch und Weineck (2001, S. 119) zeigt, wie der Mittelwert und die Standardabweichung aus den Rohdaten und den T - Werten gewonnen werden kann. Diese Abbildung zeigt, dass der Mittelwert dem T - Wert von 50 entspricht. Mit Hilfe des T - Wert 50 kann man wiederum den entsprechenden Rohwert aus den Normierungstabellen (siehe Anhang C) gewinnen. Dieser Wert in den Normierungstabellen entspricht nun dem Mittelwert, mit dem der Mittelwert der aktuellen Messungen verglichen werden kann. Ähnlich gestaltet sich die Vorgehensweise bei der Standardabweichung. Laut Abbildung 30 ist der T - Wert 40
x
−
s,
somit muss man nur die Differenz des Rohwertes zum T - Wert 50 und des Rohwertes zum T - Wert 40 nehmen, also
x
−
(x
−
s).
Daraus ergibt sich dann die Standardabweichung, die dann zum Vergleich
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verwendet werden kann. Für den Rückentest wird die eben geschilderte Vorgehensweise nur in umgekehrter Reihenfolge angewendet.
Die Daten für den Münchner - Fitness - Test wurden 1991 erhoben. Allerdings wurde der Münchner - Fitness - Test, auch bekannt als „Auswahltest Sportförderunterricht“, erst 1994 in einigen Zeitschriften veröffentlicht (Rusch & Weineck, 2001, S. 108). Aus diesem Grund wurde in den Tabellen das Jahr 1994 in Klammern angegeben. Damit man sich besser vorstellen kann, was der Mittelwert und die Standardabweichung über die Verteilung eines Tests aussagen, wurde für jeden Test, ausgenommen den „Rücken - Test“, eine Normalverteilungskurve sowohl für die neuen als auch für die alten Werte erstellt. Um diese dann auch besser vergleichen zu können, befinden sich die alte und neue Kurve immer in einem Diagramm. Alle Normalverteilungen sind bei den jeweiligen Einzeltests zu finden. Man muss noch hinzufügen, dass es sich bei den Kurven um Idealkurven handelt, die auf Basis des Mittelwerts und der Standardabweichung und unabhängig von der Größe der Stichprobe berechnet werden. Sie geben also nur Auskunft über die mögliche Verteilung der Daten, dass sie aber oft nicht den tatsächlichen Verteilungen entsprechen, sieht man z. B., wenn man das Histogramm des „Klimmzughanges“ (siehe Abbildung 20) mit der entsprechenden Normalverteilungskurve (siehe Abbildung 37) vergleicht.
Nachfolgend werden die Ergebnisse aus den Vergleichen der einzelnen Tests aufgeführt. Eine Gesamtbewertung, aufgeteilt nach Jungen und Mädchen, rundet diesen Abschnitt ab.
3.3.4.1 Vergleich: 20m - Sprint
Die Mittelwerte bei den Jungen haben sich im Gegensatz zu den Werten aus dem Jahr 1978 (Beck & Bös, 1995, S. 178) um 0,1 Sekunden verbessert. Die Standardabweichung
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ist um 0,08 Sekunden kleiner geworden, was bedeutet, dass sich mehr Probanden im Bereich des Mittelwertes befinden. Somit sind insgesamt mehr Schüler schneller gelaufen. Dies kann man auch anhand der steileren Kurve „NEU“ in den Abbildungen 31 bzw. 32 gut erkennen. Bei den Mädchen hat sich der Mittelwert bei gleichbleibender Standardabweichung um 0,03 Sekunden verbessert.
3.3.4.2 Vergleich: Ballprellen
Die Mittelwerte und auch die Standardabweichungen sind bei den Jungen sowohl bei der aktuellen Messung als auch bei den Vergleichswerten von Rusch und Weineck (2001) gleich groß, wie die beinahe gleichen Kurven in den Abbildungen 33 und 34 belegen. Die Mädchen hingegen sind im Mittel um acht „Ballpreller“ besser als die Vergleichswerte von 1994. Die um sechs größere Standardabweichung zeigt sich in einer flacheren Kurve (vgl. Abbildungen 33 und 34), d. h. die Daten streuen mehr um den Mittelwert. Genau genommen ist die Streuung um den Mittelwert um knapp 9% größer als bei den Vergleichswerten von 1994. Die neun Prozent berechnen sich aus der Differenz der beiden Variationskoeffizienten. Eigentlich wurden die Variationskoeffizienten nicht berechnet, aber anhand der Grafik in Abbildung 34 sieht man gut, wie sich die neun Prozent auf den Verlauf der Kurve auswirken. Im weiteren Verlauf wird der Variationskoeffzient nicht mehr angegeben, weil die Werte durch die Kurven im Anhang gut visualisiert wurden.
3.3.4.3 Vergleich: Cooper - Test
Die Diagramme (Abbildungen 35 und 36) zeigen, dass die Mittelwerte sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen beinahe gleich sind und dass sich die geringeren Standardabweichungen in steileren Kurven (entspricht in den Diagrammen den Kurven „NEU“) widerspiegeln.
50
3.3.4.4 Vergleich: Klimmzughang
Der Vergleich beim „Klimmzughang“ liefert folgendes Ergebnis: Die arithmetischen Mittel der aktuellen Messungen liefern sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen ein
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schlechteres Ergebnis. Die Jungen hielten sich im Schnitt elf Sekunden weniger an der Reckstange als bei den Messungen im Jahre 1989 (Beck & Bös, 1995, S. 83). Bei den Mädchen beträgt die Differenz ca. sechs Sekunden, d. h., dass sich auch die Mädchen der aktuellen Messungen beinahe nur noch halb solange an der Stange halten können. Die Standardabweichungen sind aufgrund der hohen Zahlen bei 0 bzw. 1 Sekunde und des kleineren Mittelwertes zwangsläufig kleiner geworden. Wie man in den Abbildungen 37 und 21 sieht, bedeuten die kleineren Standardabweichungen und die kleineren Mittelwerte, dass insgesamt mehr Probanden schlechtere Werte haben. Allerdings liegen die Mittelwerte der alten Messungen im Bereich der submaximalen Kraftausdauer. Zusammen mit der größeren Standardabweichung zeigt dies, dass insgesamt bei mehr Probanden die eigentliche Kraftausdauer getestet wurde als bei den aktuellen Messungen. Das trifft sowohl auf die Jungen als auch auf die Mädchen zu.
3.3.4.5 Normwertbildung: Rückentest
Beim „Rückentest“ sind noch keine Vergleichswerte vorhanden. Allerdings soll hier versucht werden, die aktuellen Messungen zu nutzen, um eine geeignete Normwerttabelle zu erstellen. Dafür wird die Methode von Rusch und Weineck (2001) verwendet, die schon beim „Ballprellen“ und bei der „Rumpfbeuge“ benützt wurden. Diese Vorgehensweise wurde am Anfang des Kapitels bereits erklärt. Nach Abbildung 30 wäre bei den Jungen 27 Sekunden der T -Wert 50. Und der T - Wert 40 entspricht dann dem Rohwert von ca. 4 Sekunden. Diese beiden Werte sind die wichtigsten, weil der T - Wert 40 bei Rusch und Weineck (2001) angibt, ob jemand in diesem Bereich ein konditionelles Defizit hat oder nicht. Wie sich die anderen Grenzen der Normwerte genau zusammensetzen, ist aus dieser Grafik nicht ersichtlich. Vermutlich entspricht der T - Wert 60 in etwa dem Wert
x
+
s.
Dies würde in etwa mit den Rohwerten bei Rusch und Weineck (2001, S. 120ff)
übereinstimmen. Die Tabelle 20 soll die daraus berechneten Werte als Übersicht zeigen. Insgesamt ergibt sich dadurch folgende Normwerttabelle 21. Ob die Normwertbildung
nach Rusch und Weineck (2001) für diesen Test sinnvoll ist, ist eher fraglich. Denn bei über vier Sekunden würde man schon als unbedenklich eingestuft werden und vier Sekunden sind nicht schwer zu erreichen. Diesen Normwerten liegt allerdings nur die Anzahl
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Tabelle 21: Übersicht: Normwerte Rückentest
von 187 bei den Jungen und 205 bei den Mädchen zugrunde, so dass eine weitere Testdurchführung sinnvoll wäre, um zuverlässig beurteilen zu können, ob der Test geeignet ist oder nicht und ob vielleicht die berechneten Normwerte überarbeitet werden müssten.
3.3.4.6 Vergleich: Rumpfbeuge
Hier zeigten sich deutlich schlechtere Mittelwerte als bei den Vergleichswerten aus dem Jahre 1994, vgl. Rusch und Weineck (2001). Die Jungen erreichten eine durchschnittliche Beugung des Rumpfes von -3 cm, also fehlten zum Nullniveau 3 cm. Die zugehörige Stichprobe von 1994 hat einen Mittelwert von 0 cm. Immerhin ein Unterschied von 3 cm. Das ist bei einem Mittelwert, der sich nur aus Werten von -15 cm bis +15cm zusammensetzt, schon erheblich. Noch deutlicher ist die Differenz bei den Mädchen. Die aktuellen Messungen ergaben einen Mittelwert von -1 cm, während es 1994 noch +5 cm waren. Auch hier lassen sich also gravierende Einbußen in der Beweglichkeit feststellen. Die Standardabweichungen sind sowohl bei den Schülern als auch bei den Schülerinnen gleich geblieben. Dies deutet auf eine ähnliche Verteilung der Daten, allerdings mit verschobenem Mittelwert, bei den alten und neuen Messungen hin, wie die Abbildungen 39 und 40 zeigen.
3.3.4.7 Vergleich: Sit - Up - Test
Wie im vorherigen Test weist auch dieser Test eine negative Entwicklung auf. Während im Jahre 1989 (Beck & Bös, 1995) bei den Jungen noch 21 „Sit - Ups“ erreicht wurden, waren es bei den aktuellen Messungen nur noch 16 in 30 Sekunden. Auch bei den Mädchen war die Entwicklung ähnlich negativ wie bei den Jungen. Von 19 im Jahre 1989 sank der Mittelwert auf 13 Wiederholungen in der aktuellen Messung ab. Die Standardabweichungen wurden bei den Jungen und Mädchen um je eins kleiner. Allerdings muss dies nicht große Änderung in der Verteilung der Daten bedeuten, weil es sich hier um gerundete Werte handelt. Die Kurven in den Abildungen 41 und 42 zeigen die entsprechenden
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3.3.4.8 Vergleich: Standweitsprung
Beim „Standweitsprung“ erreichten die Jungen in der aktuellen Messung eine durchschnittliche Weite von 156,32 cm, während bei den Vergleichswerten von 1989 (Beck & Bös, 1995) die Jungen im Schnitt 164,10 cm, also fast 8 cm weiter, sprangen. Bei den Mädchen zeigte sich eine ähnliche Entwicklung. Durchschnittlichen 157,60 cm aus dem Jahre 1989 stehen heute im Mittel nur noch 144,54 cm gegenüber. Dies bedeutet, dass die Mädchen in der aktuellen Stichprobe über 13 cm weniger weit sprangen. Die Standardabweichungen wurden etwas kleiner. Bei den Jungen weicht der Wert nur um 0,57 cm ab, bei den Mädchen um etwas mehr als einen Zentimeter, so dass man hier von beinahe gleichen Abweichungen sprechen kann. Die Abbildungen 43 und 44 bestätigen auch, dass die Abweichungen fast gleich sind.
3.3.4.9 Gesamtbewertung Jungen
Insgesamt kann man sagen, dass sich die Werte im Bereich Koordination, die mit Hilfe des „Ballprell - Tests“ getestet wird, nicht verschlechtert haben. Auch der Bereich Ausdauer war im Mittel nur unwesentlich schlechter, so dass man auch hier von einem ähnlichen Niveau sprechen kann. Erstaunlich sind die Werte im Bereich Schnelligkeit: Nicht nur der Mittelwert verbesserte sich stark, sondern auch die Standardabweichung zeigt, dass die Jugendlichen insgesamt schneller gelaufen sind. In allen anderen Bereichen verschlechterten sich die Werte zum Teil enorm. Vor allem die Tests für die Kraft weisen eine starke Verschlechterung auf. Die Kraft in den Schultern weist den größten Rückgang auf: Eine Verschlechterung um bis zu 50% beim „Klimmzughang“ . Auch die Bauchmuskulatur wurde schwächer, was sich in der geringeren Anzahl an Sit - Ups zeigte. Die Maximalkraft der Beine, vor allem der Oberschenkelmuskulatur, zeigt ebenfalls Leistungseinbußen, die sich in der kürzeren Weite widerspiegeln. Die Beweglichkeit der Oberschenkelrückseite zeigte eine Verschlechterung um 3 cm.
3.3.4.10 Gesamtbewertung Mädchen
Bei den Mädchen ist das Bild ähnlich, allerdings war die Verbesserung im Bereich Schnelligkeit nicht so stark und es ergaben sich hier auch noch Einbußen im Bereich Koordination, wie die Werte beim „Ballprell - Test“ zeigen, jedoch kann man durch diesen Test nicht sagen, ob alle koordinativen Bereiche schlechter wurden, oder ob sich vielleicht bei einem Teil ein stärkerer Rückgang zeigt als bei den anderen Bereichen der Koordination. Die konditionellen Bereiche verhielten sich analog zu den Jungen, so dass die Bewertung
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von Jungen auch auf die Mädchen übertragen werden kann.
Der „Rückentest“ wurde bei der Bewertung nicht berücksichtigt, weil aufgrund der nicht vorhandenen Vergleichsdaten kein Urteil gefällt werden kann. Warum sich einige Werte nicht verändert oder sogar verbessert haben, andere hingegen sich wie erwartet (vgl. Abschnitt 2.2) verschlechtert haben, soll nun im folgendem Abschnitt versucht werden zu klären.
3.3.5 Interpretation der Vergleichswerte
In diesem Abschnitt wird versucht, die aus dem vorgerigen Abschnitt gewonnenen Ergebisse getrennt nach Jungen und Mädchen zu interpretieren. Die Interpretation beinhaltet dabei auch eine persönliche Einschätzung und Beurteilung und kann daher nicht immer untermauert werden.
3.3.5.1 Interpretation Jungen
Ein überraschendes Ergebnis lieferten die Jungen beim „20m - Sprint“, der die Schnelligkeit, dabei die Beschleunigungsfähigkeit und Frequenzschnelligkeit, misst. Ein Grund für das positive Ergebnis könnte die Stichprobe sein, in der zufällig viele Kinder schnell laufen. Aber um diesen Grund von vorneherein auszuschließen, wurden fünfte Klassen aus weiterführenden Schulen gewählt, um wegen des größeren Einzuggebietes eine bessere Streuung zu bekommen (vgl. Abschnitt 3.2.1). Über die Messmethoden bei früheren Erhebungen lagen keine Beschreibungen vor, so dass einen weiteren Grund die Lichtschranken liefern könnten. Demnach könnte der Einsatz von Stoppuhren ein schlechteres Ergebnis liefern, weil das Starten und das Stoppen mit Stoppuhren nicht so exakt abläuft wie mit Lichtschranken. Aber jede hundertstel Sekunde kann das Ergebnis entscheidend beeinflussen. Die voreilige Behauptung, dass sich die Schnelligkeit der Jugendlichen im Vergleich zu 1978 generell verbessert hat, kann durch diesen einen Test nicht eindeutig bewiesen werden, denn bei Beck und Bös (1995, S. 178) gibt es auch Normwerte mit 3,95 Sekunden (1993). Dieser Wert wurde aber nicht als Vergleichswert herangezogen, weil die Stichprobe mit nur etwa 50 Probanden die kleinste war und als Normwerte immer diejenigen verwendet wurden, bei denen die Anzahl am größten war. Die Gesamtkoordination, die mit Hilfe des „Ballprell - Tests“ gemessen wird, ist im Vergleich zu früher gleich geblieben. Bei Jungen hängt dies häufig damit zusammen, dass sie beim Spielen im Kleinkindalter schon viel Erfahrung im Umgang mit Bällen gesammelt haben. Außerdem stammen die Probanden bei diesen Tests eher aus ländlichen Regionen und haben somit auch den nötigen Platz, z. B. Garten, um diese Erfahrungen überhaupt machen zu können.
Beim „Cooper - Test“ wurde ein schlechteres Ergebnis erwartet, weil die Zeit, die im
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Sitzen verbracht wird, bei Jugendlichen stark zugenommen hat. Verantwortlich für die zunehmende Zahl an Tätigkeiten, die im Sitzen vollbracht werden, sind zum einen das veränderte Freizeitverhalten und zum anderen die Zunahme der Lernzeit. Dies wurde bereits in der Einleitung genauer dargelegt. Dies hätte eigentlich dazu führen sollen, dass die Leistung im Ausdauerbereich stärker abnimmt. Ein Grund, dass die Ausdauer trotzdem nicht so stark abgenommen hat wie erwartet, könnte damit zusammenhängen, dass sich Kinder besonders für aerobe Ausdauerbelastungen eignen, weil nach Dörrfuß (2003) sie eine höhere Fettoxidationsrate haben und dadurch eine bessere Energieversorgung sicherstellen können. Außerdem begünstigt die erhöhte Anzahl an Mitochondrien in den Zellen eine aerobe Ausdauerbelastung. Somit eigen sich Kinder von vorneherein pysiologisch und muskulär besonders gut für aerobe Ausdauerleistungen (Dörrfuß, 2003). Die Beweglichkeit und Muskeldehnfähigkeit im Rumpf - Hüft - Beinbereich, also vor allem der Oberschenkelrückseite, hat sich stark verschlechtert. Das bedeutet, dass mehr Jungen als früher nicht mehr in der Lage sind, bei gestreckten Beinen mit den Fingerspitzen den Boden zu berühren. In der aktuellen Stichprobe sind das 57,61% der Jungen, die lediglich Werte zwischen -15 cm und -1 cm erreichten. Die mangelnde Beweglichkeit könnte ein Indiez für die zunehmenden sitzenden Tätigkeiten der Jugendlichen sein, sei es schulisch bedingt durch mehr Hausaufgaben, Lernen, erhöhte Schulzeiten, z. B. durch die Einführung des achtstufigen Gymnasiums oder durch das veränderte Freizeitverhalten, z. B. durch längere Zeiten vor dem Computer, Fernseher.
Das schlechteste Ergebnis lieferten die Jugendlichen bei den Tests zur Ermittlung der konditionellen Fähigkeit Kraft. Beim „Sit - Up - Test“ wird vor allem die dynamische Kraftausdauer getestet. Da es sich bei diesem Test mindestens um einen Kraftausdauertest im submaximalen Bereich handelt, also mindestens 50% der Maximalkraft bei dynamischer Arbeitsweise (Grosser & Starischka, 2001, S. 44) aufgebracht werden müssen, könnte ein Verlust der Maximalkraft der Bauchmuskulatur eine Erklärung für das schlechtere Ergebnis sein. Auch dies wäre ein weiteres Indiez für die verminderte Bewegungszeit der Jungendlichen, denn durch das Sitzen wird die Bauchmuskulatur nicht gestärkt. Beim „Sit - Up - Test“ spielt auch die Beweglichkeit ein Rolle. Da bei diesem Test auch Hüftbeuger und Beinstrecker beteiligt sind (vgl. Abschnitt 3.2.2), kann man nicht eindeutig sagen, dass allein der Verlust von Maximalkraft in der Bauchmuskulatur für das schlechtere Ergebnis verantwortlich ist. Demnach könnte sich auch eine schwächere Beinmuskulatur negativ auswirken. Aber selbst dann bleibt die verminderte Bewegungszeit als Ursache für den Kraftverlust auch in den Beinen erhalten, wie auch folgender Test zeigt. Der „Standweitsprung“ zeigt einen leichten Rückgang in der durchschnittlichen Weite. Um beurteilen zu können in welchem Bereich der Kraft eine Verschlechterung vorliegt, soll noch einmal kurz erklärt werden, was der Standweitsprung misst. Wie bereits in Abschnitt 3.2.2 erläutert, testet der „Standweitsprung“ die Schnellkraft. Es handelt sich aber um eine Bewegung über 300 ms, weswegen die Schnellkraft mittels der muskulären Leis-
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tungsfähigkeit, also der Maximalkraft, erfasst werden kann (Grosser & Starischka, 2001, S. 43). Somit kann man das Ergebnis so deuten, dass die Jungen an Maximalkraft in den Beinen verloren haben. Auch dies könnte durch einen Rückgang der Bewegungszeit im Freien erklärt werden. Aber auch das Sitzen vor dem Fernseher und vor dem Computer verursacht einen Verlust der Maximalkraft in den Beinen. Zusätzlich können hier ausbleibende alltägliche Bewegungen eine Rolle spielen. So wurden früher Entfernungen wie z. B. der Besuch bei einem Freund oder auch der Schulweg mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt, während Kinder heute entweder mit dem Bus fahren oder durch ihre Eltern gebracht werden.
Das schlechteste Vergleichsergebnis aller Einzeltests lieferte der „Klimmzughang“. Dieser Test misst vorwiegend die statische Kraftausdauer im Schultergürtelbereich. Schlechte Ergebnisse bei diesem Test können ein erstes Anzeichen für Haltungsschäden im Rückenbereich sein. Aber wichtiger für diese Arbeit sind die Ursachen nicht die Folgen. Auch hier könnte mangelnde Bewegung vor allem im Kleinkindalter die Ursache sein. Bälle werfen, Bewegungen mit einem Schläger und vor allem Klettern an Bäumen stärkt die Muskulatur des Schultergürtels. Dies sind aber wieder Bewegungsformen, die ein geeignetes Umfeld wie einen Garten mit einem Baum voraussetzen. Außerdem lassen über-vorsichtige Eltern ihre Kinder bestimmte Bewegungen wie das Klettern an Bäumen nicht mehr zu, da sie zu große Angst vor Verletzungen haben. Diese Angst lässt sich aber beseitigen, wenn man z. B. die Bäume oder Klettermöglichkeiten im eigenen Garten auf ihre Zuverlässigkeit überprüft.
Insgesamt kann man bei den Jungen durchaus sagen, dass sich das veränderte Freizeitverhalten und die zunehmende Zahl an sitzenden Tätigkeiten auf die sportmotorischen hierbei vor allem die konditionellen Fähigkeiten wie Kraft und Beweglichkeit auswirken. Dies würde zumindest teilweise bestätigen, was in der Einleitung vermutet wurde, nämlich die Abnahme der sportmotorischen Fähigkeiten durch ein verändertes Freizeitverhalten der Kinder.
3.3.5.2 Interpretation Mädchen
Bei den Mädchen verhält es sich ähnlich wie bei den Jungen. So kann man beim „Cooper - Test“, bei den Kraftests und dem „20m - Sprint“ dieselben Gründen wie bei den Jungen angeben. Also auch die Mädchen haben vor allem in Tests zur Ermittlung der Kraft sehr viel schlechter abgeschnitten. Als Gründe für den Rückgang der Kraft können auch hier die Zunahme an sitzenden Tätigkeiten in der Freizeit sowie der Mehraufwand für die Schule geltend gemacht werden. Beim Test zur Beweglichkeit, also bei der „Rumpfbeuge“, soll noch hinzugefügt werden, dass 45,71% der Mädchen nicht den Boden berühren können. Dies ist zwar weniger als bei den Jungen, war aber aufgrund des besseren Mittelwertes der Mädchen zu erwarten. Das gute Abschneiden beim „Ballprellen“ könnte
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dadurch erklärt werden, dass auch Mädchen, wenn sie Sport treiben und sich bewegen, immer stärkeres Interesse an Ballsportarten zeigen. Dies kann man z. B. an den wachsenden Mannschaftszahlen im Frauen- und Mädchenfußball sehen. Trotzdem bleiben die Werte der Mädchen außer in Beweglichkeit deutlich hinter denen der Jungen, obwohl die geschlechtlichen Unterschiede noch nicht so groß sind, denn die Bestmarken waren bei den Jungen und Mädchen in allen Tests beinahe gleich. Auf-grund der schlechteren Testergebnisse bei den Mädchen, muss aber der Großteil der Mädchen schwächere Ergebnisse geliefert haben. Eine Studie des Axel Springer Verlags zum Urlaub- und Freizeitverhalten von Jugendlichen zeigt, dass bei den „Top Ten Freizeittätigkeiten“ der Mädchen nicht einmal irgendeine sportliche Aktivität genannt wurde, während bei den Jungen immerhin auf dem achten Platz „Fußball spielen“ und auf dem neunten Platz „Biken / Mountainbiken“ angegeben wurden (vgl. (Springer, 2003) bzw. Anhang D).
3.3.6 Folgen aus der Auswertung
In diesem Abschnitt sollen mögliche Folgen aus den Ergebnissen der vorherigen Abschnitte aufgezeigt werden. Es wird dabei nicht mehr unterschieden zwischen Jungen und Mädchen, weil wie im vorherigen Abschnitt gezeigt, im Großen und Ganzen dieselben Ursachen eine Rolle spielten.
Als Erstes stellt sich die Frage, wie man die Ergebnisse wieder verbessern kann. Die sportmotorischen Tests zeigen klar auf, in welchen Bereichen die Jugendlichen Defizite haben. Dies sind vor allem die konditionellen Bereiche Kraft und Beweglichkeit, wobei hier nur die Beweglichkeit im Hüft - Rumpf - Bein - Bereich untersucht wurde. Ein gezieltes Krafttraining in den schwachen Bereichen im Sportunterricht der Schule wäre zu wenig, denn in den meisten Schulen wird nur der Basissportunterricht von zwei Stunden erteilt. Jedoch empfehlen Grosser und Starischka (2001, S. 192) bei Kindern im Alter von 7 - 13 Jahren mindestens zweimal wöchentlich ein Krafttraining mit jeweils 6 - 10 Übungen, wobei die Inhalte eher für eine allgemeine, vielseitige und unspezifische Muskelschulung ausgewählt werden sollen, z. B. in Form von Spielen, kleinen Kämpfen und Zirkeltraining. Also wäre ein gezieltes Krafttraining in der Schule allein aus Zeitgründen nicht möglich. Außerdem würde das bedeuten, dass im Sportunterricht fast nichts anderes mehr gemacht werden könnte, weil ein Zirkeltraining schon eine Stunde in Anspruch nimmt. Aber man könnte durchaus im Sportunterricht, z. B. beim Aufwärmen Spiele zur Stärkung der Rumpf- und Rückenmuskulatur einbauen, wie etwa Krebsfußball zur Stärkung der Rückenmuskulatur und des Schultergürtels. Aber das allein reicht einfach nicht, um einer schwachen Haltemuskulatur entgegenzuwirken. Haben Kinder in diesem Alter bereits eine schwache Muskulatur, dienen gezielte Förderprogramme eher dazu die daraus resultierenden Folgen wie muskuläre Dysbalancen oder Haltungsschäden zu minimieren. Wichtiger wäre eine Vorbeugung und die findet nicht erst im Alter von zehn
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oder elf Jahren statt, sondern bereits im Kleinkindalter. Allerdings sind in diesem Alter die Eltern für ausreichend Bewegung ihrer Kinder verantwortlich, weil Kinder in diesem Alter meistens in ihren Eltern die einzigen Vorbilder sehen. Erst später kommen Idole aus anderen Bereichen der Gesellschaft, wie z. B. Sport, hinzu. Die Eltern können durch eine aktive Lebensweise die Kinder zu viel Bewegung animieren, indem sie z. B. zusammen mit ihren Kindern draußen Ball spielen, Baumhäuser bauen, Klettern, Fahrrad fahren usw. Idealerweise finden die Kinder Spaß am Spiel nzw. an Bewegung und werden mit zunehmendem Alter bestimmte Bewegungsformen oder Sportarten selbst oder evtl. sogar in Sportvereinen weiter ausleben. In den Ferien oder in der Freizeit bieten Vereine oder andere Einrichtungen oftmals auch Programme an, in denen die Kinder die Möglichkeit haben, ihren Bewegungstrieb auszuleben. Normalerweise sollten die Kinder dann eine ausreichende Muskulatur entwickeln. Trotzdem muss man sagen, dass auch wenn man auf ausreichend Bewegung achtet, die Kinder immer mehr Sitzen müssen, wie bereits mehrfach ausgeführt durch die zunehmende Schulzeit. Dann wäre es z. B. sinnvoll, in den Schulen vor allem in den Mittagspausen und dem Nachmittagsunterricht ausreichend Bewegungszeit für Kinder zumindest bis zur Unterstufe mit einzuplanen. Diese Bewegungszeit sollte dann nicht frei gewählt werden dürfen, sondern als regulärer Unterricht, z. B. in Form von differenziertem Sportunterricht oder Sportförderunterricht stattfinden. Eine weitere Frage, wie man dem schlechten Ergebnis im Kraftbereich entgegenwirken kann, lautet: Erlauben es die veränderten Lebensumstände, die Normwerte der einzelnen Tests anzupassen? Dies würde bedeuten, die Normwerte müssten nach unten korrigiert werden. Dies wäre zwar mathematisch eine logische Konsequenz und würde am Ende wieder für bessere Ergebnisse sorgen, aber sportlich und gesundheitlich gesehen würde diese Lösung den Kindern nicht helfen. Sportmotorische Tests sind nun einmal dazu da, um Defizite in den konditionellen und koordinativen Bereichen aufzuzeigen. Daher sollte die Möglichkeit, der Anpassung der Normwerte nicht weiter verfolgt werden, denn einem Jugendlichen hilft es nicht, wenn ihm der Klimmzughang dann zwar ausreichend Kraft im Schulterbereich bescheinigt, er aber am Ende trotzdem Haltungsschäden im Rückenbereich aufweist. Deswegen sollte man am Ende lieber die Ursachen, wie dies im ersten Teil dieses Abschnitts bereits getan wurde, analysieren, als die Ergebnisse zu beschönigen.
Des Weiteren müsste man noch die Frage klären, inwiefern sich die relative Maximalkraft der Kinder entwickelt hat. Die relative Maximalkraft ist nach Grosser und Starischka (2001, S. 42) das Verhältnis der Maximalkraft zum Körpergewicht und zur Körpergröße. Zum Beispiel hat die Ameise eine bessere relative Kraft als ein Gewichtheber, weil sie das bis zu fünfzigfache ihres eigenen Körpergewichts heben kann (sportlexikon.ch, 2003). Aufgrund der Tatsache, dass Kinder durch die veränderte Ernährung immer schneller wachsen und somit auch schwerer werden ohne aber übergewichtig zu sein, könnte die relative Kraft auch ein Grund für die schlechten Ergebnisse bei den Krafttests sein. Denn
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bleibt die Maximalkraft der Jugendlichen gleich, jedoch veränder sich Körpergröße und Gewicht, haben die größeren Jugendlichen eine schlechtere relative Kraft und damit würde sich zwangsläufig eine Verschlechterung der Werte bei den Krafttests ergeben. Dies würde dann z. B. die kleineren Weiten beim Standweitsprung erklären, weil die Beine ein größeres Körpergewicht beschleunigen müssten bei gleich gebliebener Maximalkraft. Aber selbst dies würde ja bedeuten, dass die Maximalkraft nicht ausreichend ist. Denn angenommen die relative Kraft soll gleich bleiben, dann müssten schwerere Kinder auch eine größere Maximalkraft haben. Haben z. B. die Probanden p1 und p2 dieselbe Maximalkraft F max aber p1 wiegt 45kg und p2 wiegt 55kg, so wäre die relative Kraft F rel von p1 F rel,p1 = Fmax und die von p2 F rel,p2 = Fmax , also ist F rel,p1 größer als F rel,p2 . Ange-
45kg 55kg
nommen das Gewicht ist aufgrund der Größe nicht reduzierbar, so könnte man die relative Kraft von p2 nur verbessern, indem man F max erhöht. Somit könnte man bei einer gleichbleibenden Maximalkraft sagen: falls die Kinder insgesamt größer und damit verbunden auch schwerer (aber nicht übergewichtig) sind (entspricht p2) als früher (entspricht p1), hätte die Maximalkraft aufgrund des Verhältnisses zum Körpergewicht trotzdem abgenommen.
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4 Schluss
Der Schlussteil beinhaltet neben einem Fazit und einer persönlichen Meinung noch eine Prognose.
4.1 Quo vadis? Eine Prognose!
Wohin deuten die Ergebnisse aus den sportmotorischen Tests? Der Anteil an übergewichtigen Kindern, der in Deutschland inzwischen schon fast 20% beträgt (gesundheit.de, 2004), zeigt eher eine Entwicklung nach unten. Nach diesem Artikel hält die Entwicklung an und es wird in 40 Jahren jeder zweite Erwachsene mit dem Problem des Übergewichts zu kämpfen haben. Das ergibt einen Teufelskreis, denn übergewichtige Eltern werden nicht nur ihr gestörtes Essverhalten an die Kinder weitergeben, sondern werden, wie im letzten Abschnitt des Hauptteils erläutert, ihren Kindern in Sachen Bewegung keine Vorbild sein. Dann werden sich auch die Kinder zu sog. „Couch - Potatoes“ (Grosser & Starischka, 2001, S. 176) entwickeln. Der Artikel (gesundheit.de, 2004) nennt als eine der Folgen, Schäden an Gelenken, die durch Überstrapazieren des Haltungs- und Bewegungsapparates auftreten können. Aufgrund der wachsenden Zahl der dicken Kinder werden auch diese Folgen weiter zunehmen. Bereits jetzt deuten die Krafttests und der Beweglichkeitstest auf diese Entwicklung für den Vergleichszeitraum, also lediglich der letzten ein bis zwei Dekaden, hin. Inwieweit sich dieser negative Trend noch fortsetzten wird, ist ungewiss. Als Gegenmaßnahme sollten Kinder nach dem Willen der Verbraucherministerin Renate Künast lernen, „was gesunde Ernährung ist und was richtige Essgewohnheiten bewirken“ (gesundheit.de, 2004). Aber nur den Kindern zu vermitteln, was gesunde Ernährung ist, reicht nicht aus, um dem Problem der Fettleibigkeit entgegenzuwirken. Als erstes müssten auch die Eltern der übergewichtigen Kinder beraten werden, denn diese sind ja in erster Linie für die Ernährung der Kinder verantwortlich. Desweiteren spielt auch Bewegung eine wichtige Rolle. Deswegen sollten Kinder nicht nur lernen was eine gesunde Ernährung ist, sondern was eine gesunde Lebensweise bedeutet, denn bereits in der Einleitung wurde nicht falsche Ernährung, sondern Bewegungsmangel als Hauptursache für Fettleibigkeit angegeben (vgl. Abschnitt 2.1). Auch die Gesundheitskassen sind sich dieser Problematik bewusst und bieten dementsprechende Programme an. So bietet z. B. die AOK eine Internetseite speziell für Kinder an (http://www.jolinchen.de), auf der sie kindgerecht vieles über Bewegung, Ernährung u. a. erfahren können. Außerdem gibt es auch schon für Kleinkinder Kurse, in denen sie mit ihren Eltern spielerisch Tipps zur richtigen Ernährung und Bewegung erfahren. Also man sieht, dass es vorbeugende Maßnahmen gegen Fettleibigkeit gibt und dass auch die Krankenkassen dabei auf frühzeitige, altersgemäße Bewegung der Kinder setzen und sich nicht nur über die Behandlung der Folgeschäden Gedanken machen. Ob aber damit
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schon die wachsende Zahl an übergewichtigen Kindern eingeschränkt werden kann, ist eher fraglich. Die Prognosen gehen klar von einer weiteren Zunahme an übergewichtigen Kindern (gesundheit.de, 2004) aus und somit werden sich auch die Werte der sportmotorischen Tests weiter verschlechtern.
4.2 Persönliche Meinung - Ein Fazit
Als erstes soll hier geklärt werden, ob sich diese Testbatterie auch für einen weiteren Einsatz eignen würde. Aufgrund der guten Vergleichbarkeit und der Ökonomie bei der Durchführung der einzelnen durchgeführten Tests, eignen sie sich midenstens genauso gut als der Münchner - Fitness - Test, eine Aussage über die sportliche Leistungsfähigkeit der Kinder zu treffen. Vor allem die konditionellen Bereiche werden hier stärker berücksichtigt. Desweiteren wird zur Ermittlung der Kraft nicht nur ein Test eingesetzt, sondern mehrere Tests, so der „Sit - Up - Test“, der „Standweitsprung“, der „Klimmzughang“ und der neu konzipierte „Rückentest“, messen verschiedene Bereiche und Formen, so dass insgesamt eine genauere Aussage über den Zustand der Kraft getroffen werden kann. Eine Durchführung von ausgewählten sportmotorischen Tests in allen fünften Klassen könnte den Lehrern die Defizite der Schülern aufzeigen und diese könnten dann in Kooperation mit den Eltern rechtzeitig beseitigt werden. Dies würde aber nicht nur die Bereitschaft der Lehrer, sondern auch die der Eltern voraussetzen, sportmotorische Leistungsschwächen beseitigen zu wollen.
Zum Schluss möchte ich noch die herovrragende Zusammenarbeit mit den einzelnen Schulen hervorheben, ohne die eine Testdurchführung in diesem Umfang und in so engen Zeitfenstern unmöglich gewesen wäre. Auch die Schülerinnen und Schüler haben mit großem Eifer und Ehrgeiz an den Tests teilgenommen und haben alles gegeben. Bei dieser Arbeit wurden nur Schulen aus ländlichen Regionen getestet und aus diesem Grund kann die Frage, ob die Auswahl der Stichprobe bei einigen Tests, wie der Sprinttest, eine Rolle gespielt hat, nicht 100% aus dem Weg geräumt werden. Dies hätte man nur zweifelsfrei klären können, wenn man noch einige Schulen aus der Stadt zum Vergleich herangezogen hätte.
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B Briefe, Realschulordnung
B.1 §113 Realschulordnung
(1) Erhebungen einschließlich Umfragen und wissenschaftlicher Untersuchungen sind in den Schulen nur nach Zustimmung des Staatsministeriums zulässig.
(2) Die Genehmigung kann erteilt werden, wenn an der Erhebung ein erhebliches pädagogisch - wissenschaftliches Interesse anzuerkennen ist und sich die Belastung der Schule in zumutbarem Rahmen hält. Sie kann mit Auflagen und Bedingungen verbunden werden. Durch Auflagen ist insbesondere sicherzustellen, dass
1. aus der Erhebung keine Rückschlüsse auf einzelne Schüler, Erziehungsberechtigte oder Lehrkräfte gezogen werden können und die Anonymität der Betroffenen gewahrt bleibt, 2. die Erhebung außerhalb der Unterrichtszeit durchgeführt wird, es sei denn, dass der Zweck der Erhebung ihre Verlegung in die Unterrichtszeit gebietet. Mit der Genehmigung wird festgelegt, ob Schüler und Lehrkräfte zur Mitwirkung bei der Erhebung verpflichtet sind oder ob die Erhebung auf freiwilliger Grundlage nur nach Zustimmung der Betroffenen durchgeführt werden darf.
(3) Keiner Genehmigung bedürfen Erhebungen der Schulaufsichtsbehörde, des Bayerischen Landesamts für Statistik und im Rahmen seiner Aufgaben des jeweiligen Auf-wandsträgers.
B.2 Elternbrief
Liebe Eltern,
im Rahmen meiner Zulassungsarbeit im Fach Sport würde ich gerne mit ihrem Sohn / ihrer Tochter einen Konditionstest durchführen. Dabei handelt sich um erprobte und bekannte Fitnesstests. Die Namen der Schüler werden nach der Durchführung nicht weiter verwendet, so dass die Testergebnisse anonym bleiben (Die Lehrkräfte erhalten eine Kopie mit Namen, um bei Interesse die Ergebnisse mitteilen zu können). Der Test wird an einem Donnerstag während einer Schulstunde am Vormittag durchgeführt (Sportzeug mitnehmen)! Bitte geben Sie diesen Zettel unterschrieben ihrem Sohn / ihrer Tochter wieder mit.
Hiermit erlaube ich meinem Sohn / meiner Tochter an den Konditionstests teilzunehmen.
B Briefe, Realschulordnung
B.3 Brief des Kultusministeriums
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D Top Ten Freizeitaktivitäten - Jungen & Mädchen
Abbildung 48: Top Ten Freizeittätigkeiten - Jungen (Springer, 2003)
Abbildung 49: Top Ten Freizeittätigkeiten - Mädchen (Springer, 2003)
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Tabellenverzeichnis
1 Beschaffenheit der Daten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 2 Übersicht: Testergebnisse Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 3 Übersicht: Testergebnisse Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 4 Übersicht: 20m - Sprint . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 5 Übersicht: Ballprellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 6 Übersicht: Cooper - Test . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 7 Übersicht: Klimmzughang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 8 Übersicht: Rücken - Test . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 9 Übersicht: Rumpfbeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 10 Übersicht: Sit - Up - Test . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 11 Übersicht: Standweitsprung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 12 Vergleich: Mittelwerte Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 13 Vergleich: Mittelwerte Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 14 Vergleich: Standardabweichung Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 15 Vergleich: Standardabweichung Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 16 Vergleich: 20m - Sprint . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 17 Vergleich: Ballprellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49 18 Vergleich: Cooper - Test . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 19 Vergleich: Klimmzughang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52 20 Normwertbildung Rückentest . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 21 Übersicht: Normwerte Rückentest . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54 22 Vergleich: Rumpfbeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54 23 Vergleich: Sit - Up - Test . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 24 Vergleich: Standweitsprung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 25 Übersicht: Sportmotorische Tests . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
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Abbildungsverzeichnis
1 Spielen im Freien (fast täglich) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 2 Tägl. Freizeitaktivität von Kindern (Alter: 6 - 13) . . . . . . . . . . . . . 6 3 Sportmotorische Fähigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 4 Die Faktoren der sportlichen Leistung (jkb, 2006) . . . . . . . . . . . . . 9 5 Die Kondition und ihre einzelnen Elemente (Dobner, 2006) . . . . . . . . 10 6 Systematisierung sportmotorischer Tests (Beck & Bös, 1995) . . . . . . . 12 7 Durchführung: Sit - Up - Test . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 8 Durchführung: Klimmzughang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 9 Position und Aufbau beim Rücken - Test . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 10 Durchführung: Standweitsprung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 11 Durchführung: Ballprellen (Rusch & Weineck, 2001, S. 112) . . . . . . . 22 12 Durchführung: Rumpfbeuge (Rusch & Weineck, S.114) . . . . . . . . . . 24 13 Grundlegender Testaufbau in der Turnhalle . . . . . . . . . . . . . . . . 27 14 Histogramm: 20m - Sprint Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 15 Histogramm: 20m - Sprint Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 16 Histogramm: Ballprellen Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 17 Histogramm: Ballprellen Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 18 Histogramm: Cooper - Test Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 19 Histogramm: Cooper - Test Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 20 Histogramm: Klimmzughang Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 21 Histogramm: Klimmzughang Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 22 Histogramm: Rücken - Test Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 23 Histogramm: Rücken - Test Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 24 Histogramm: Rumpfbeuge Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 25 Histogramm: Rumpfbeuge Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 26 Histogramm: Sit - Up - Test Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 27 Histogramm: Sit - Up -Test Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 28 Histogramm: Standweitsprung Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 29 Histogramm: Standweitsprung Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 30 Profildiagnose (Rusch & Weineck, 2001, S. 119) . . . . . . . . . . . . . 47 31 Normalverteilung: 20m - Sprint Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 32 Normalverteilung: 20m - Sprint Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . 49 33 Normalverteilung: Ballprellen Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 34 Normalverteilung: Ballprellen Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 35 Normalverteilung: Cooper - Test Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 36 Normalverteilung: Cooper - Test Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 37 Normalverteilung: Klimmzughang Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . 52
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38 Normalverteilung: Klimmzughang Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . 53 39 Normalverteilung: Rumpfbeuge Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 40 Normalverteilung: Rumpfbeuge Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 41 Normalverteilung: Sit - Up - Test Männlich . . . . . . . . . . . . . . . . 56 42 Normalverteilung: Sit - Up - Test Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 43 Normalverteilung: Standweitsprung Männlich . . . . . . . . . . . . . . . 57 44 Normalverteilung: Standweitsprung Weiblich . . . . . . . . . . . . . . . 58 45 Datenblatt zur Erfassung der Rohdaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72 46 Normierungstabelle: Ballprellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 47 Normierungstabelle: Rumpfbeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 48 Top Ten Freizeittätigkeiten - Jungen (Springer, 2003) . . . . . . . . . . . 75 49 Top Ten Freizeittätigkeiten - Mädchen (Springer, 2003) . . . . . . . . . . 75
Kurzbiographie
Name: Bernd Katterloher geboren am 10. 02. 1981 Kontaktadresse: Hofgartenstraße 2 83527 Haag i. OB Email: bernd.katterloher@t-online.de
Ausbildung
1987 - 1991: Grundschule Haag i. OB 1991 - 2000: Gymnasium Gars am Inn (Abitur) 2000 - 2001: Zivildienst im Schlaflabor des Kreiskrankenhauses Haag i. OB 2001 - 2002: Ausbildung zum Fachinformatiker (Abbruch) seit 2002: Studium: Lehramt an Gymnasium (Mathematik und Sport) an der Technischen Universität München seit 2005: Studium: Informatik als drittes Unterrichtsfach
Nebetätigkeiten und Praktika
März 2003: Fachdidaktisches Praktikum am Gymnasium Gars am Inn WS 2004/05: Studienbegleitendes Praktikum am Gymnasium Unterhaching im Fach Sport Maerz 2006: Praktikum zur Anwendung von Informatiksystemen aus fachdidaktischer Sicht am Gymnasium Gars am Inn
Schuljahr 06/07: Nebenberufliche Lehrkraft (Mathematik, Sport, Informatik) am Gymnasium Gars am Inn
Sportlicher Werdegang und Trainertätigkeiten
Sportliche Aktivitäten: Fußball, Tennis, Mountainbike, Skifahren, Langlaufen, Squash, Fitness, Schwimmen, Badminton u. a.
1987 - 2000: Fußball in der Jugendabteilung des TSV 1864 Haag i. OB seit Aug. 2000: Fußball bei den Herren des TSV 1864 Haag i. OB 1996 - 2000: Tennis bei den Junioren des TC Haag i. OB
Winter 05/06: Krafttraining für Jugendliche seit 2002: Teilnahme an Halbmarathons
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Erklärung zur Urheberschaft
Hiermit erkläre ich, dass ich die vorgelegte schriftliche Hausarbeit in allen Teilen angefertigt und nur die aufgeführten Quellen und Hilfsmittel benützt habe.
Ort, Datum
(Unterschrift)
Für die Zitierweise und das Erstellen des Literaturverzeichnisses wurde das „apager - Package“ verwendet. Dies entspricht dem aktuellen Standard der
Arbeit zitieren:
Bernd Katterloher, 2007, Sportmotorische Tests - Ein Vergleich aktueller und alter Normwerte, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Berufliche Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen
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