Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Ferienzentren der 1. Generation 5
2.1 Architektur 5
2.2 Lagetypen 6
2.3 Infrastrukturelle Ausstattung 7
3. Ferienzentren der 2. Generation 9
3.1 Betreiber der Ferienzentren in Deutschland 10
3.2 Der Bestand der Ferienzentren in Deutschland 11
3.3 Betriebskonzept 13
3.3.1 Innen- orientiertes Betriebskonzept 13
3.3.2 Außen- orientiertes Betriebskonzept 13
4. Center Parcs Bispinger Heide 14
4.1 Standort und Lage 15
4.2 Die Ausstattung und das Unterhaltungsprogramm von Center Parcs 16
4.2.1 Freizeit- und Konsumangebot 16
4.2.2 „Natur“ und „Landschaft“ als Gestaltungselemente 17
4.2.3 Ferienwohnungen in Bungalowform 18
4.2.4 Untersuchungsergebnisse von A. Draheim aus dem Jahr 2000: 20
5. Auswirkungen der Ferienzentren der 2. Generation 20
5.1 Ökonomische Auswirkungen 21
5.1.1 Nebenausgaben der Gäste 21
5.1.2 Arbeitsplatzangebot 22
5.1.2.1 Qualität der Arbeitsplätze 23
5.1.3 Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen 24
5.1.3.1 Gastronomie und Beherbergungsgewerbe 24
5.1.3.2 Handwerksbetriebe 28
5.1.4 Ausgaben für Infrastruktureinrichtungen und die Kommunen 28
5.2 Ökologische Auswirkungen 29
5.2.1 Systemimmanente Auswirkungen: 29
5.2.1.1 Flächenverbrauch 29
5.2.1.2 Flächenversiegelung 30
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5.2.1.3 Wasser- und Energieverbrauch 31
5.2.1.4 Abfallaufkommen 32
5.2.2 Standortabhängige Auswirkungen 33
5.2.2.1 Auswirkungen auf Flora und Fauna 33
5.2.2.2 Störung des Landschaftsbildes 35
5.2.2.3 Verkehrsaufkommen 35
5.2.2.4 Auswirkungen durch Aktivitäten der Gäste 38
5.3 Soziokulturelle Auswirkungen 38
5.3.1 Verhältnis von Ortsbewohnern und Ferienzentren 39
6. Fazit 40
7. Literaturverzeichnis 43
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1. Einleitung
Freizeit nimmt in der heutigen Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein und ist gleichzeitig Ausdruck eines individuellen Lebensstils.
Die Nachfrage, die das traditionelle Fremdenverkehrsangebot abdeckt ist meist nicht ausreichend und wird von den Ferienzentren der 2. Generation wie z.B. Center Pars überschritten. In räumlich konzentrierter Form bieten sie Sport, Unterhaltung und Gesundheit. Zwar sind die Ferienzentren überwiegend auf den familienorientierten Urlaub ausgerichtet, doch auch die Gruppen- und Geschäftsreisenden bilden weitere wichtige Zielgruppen.
Die Gemeinden, die sich in der Nähe einer solchen Anlage befinden, haben jedoch eine Vielzahl ökonomischer, ökologischer und soziokultureller Auswirkungen zu tragen.
Daher ist das vorrangige Ziel meiner Seminararbeit die Analyse der Auswirkungen von Ferienzentren der 2. Generation in ökonomischer, ökologischer und soziokultureller Hinsicht. Neben theoretischen Betrachtungen wird dabei hauptsächlich auf das Beispiel des Center Parcs Bispinger Heide eingegangen. Dabei gehe ich zuerst auf die Entstehung der Ferienzentren der 1. Generation ein und stelle die Entwicklung zur 2. Generation dar. Erläutert werden die Betreiber und der Bestand in Deutschland und im Weiteren die verschiedenen Betriebskonzepte, darauf folgt die umfangreiche Darstellung des Center Parcs Bispinger Heide. Wie schon erwähnt werden anschließend die ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Auswirkungen herausgearbeitet und an Beispielen des Center Parcs Bispinger Heide verdeutlicht.
Dabei ist zu sagen, dass alle Untersuchungsergebnisse, die verwendet wurden, sich auf die Studie von A. Draheim aus dem Jahr 2000 beziehen. Abschließend folgt ein Fazit, dass die Ergebnisse zusammenfassend erläutert.
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2. Ferienzentren der 1. Generation
In den Jahren 1969 bis 1973 entstanden vor allem im Zonenrandgebiet die so genannten Ferienzentren der 1. Generation. In den Fremdenverkehrsregionen Ostseeküste, Harz und Bayrischer Wald wurden boomartig insgesamt 20 Ferienzentren errichtet.
Die Errichtung von Feriengroßprojekten in Deutschland lässt sich in zwei Phasen unterteilen. In der ersten Phase wurden die Ferienzentren der 1. Generation errichtet. Die Ferienzentren der 2. Generation markieren die zweite Phase in der Entwicklung von Ferienzentren. Der Begriff der 2. Generation soll den Entwicklungsvorsprung gegenüber den Anfang der 70er Jahre in der ersten Phase errichteten Ferienzentren der 1. Generation verdeutlichen.
Der wichtigste Grund für diese starke zeitliche und räumliche Konzentrierung der Ferienzentren der 1. Generation lag in dem Inkrafttreten besonderer Förderungsbedingungen. 1969 wurden sowohl das Investitionszulagengesetz als auch das Gesetz über die Gemeinschaftsaufgaben „Verbesserung der regionalen Wirtschaftstruktur“ verabschiedet. Beide Gesetze eröffneten zusätzliche Möglichkeiten zur Inanspruchnahme staatlicher Förderungen für
Fremdenverkehrsprojekte in diesen Gebieten.
Bis Mitte der 80er Jahre wurden noch Ferienzentren der 1. Generation gebaut.
2.1 Architektur
Nach Idealmodellen der Planung wurden die touristischen Großanlagen gebaut und stellen mit ihren Flächen- und Raumansprüchen einen nicht zu übersehenden landschaftsgestaltenden Faktor dar.
Die Architektur der Ferienzentren kann man als urban, funktionell und rationell bezeichnen, allerdings aus heutiger Sicht auch als überholt. Man hat hier nicht „Gekleckert“ sondern „Geklotzt“.
„Die Anlagen der 1. Generation bilden meist botanische Fremdkörper in den natürlich gewachsenen Landschaften.“ (Dogterom 1997: 120)
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Trotz hoch geschossiger Bauten war der Bedarf der Grundfläche groß, durch einheitliche Gestaltung der Blöcke sowie Wohneinheiten wurde relativ kostenbewusst gebaut, dafür aber monoton und in keiner Weise umgebungsbewusst, denn an architektonische Anpassung der Landschaft scheint damals niemand gedacht zu haben.
Die Ferienzentren der 1. Generation bestehen aus kompakt gebauten Bungalowsowie mehrstöckigen Hotel- und/ oder Appartementanlagen in die Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen integrierte sind. Freizeit- und Kulturmöglichkeiten werden vor Ort angeboten.
2.2 Lagetypen
Ferienzentren der 1. Generation liegen in touristisch interessanten Regionen, an der Ostsee stehen sie alle entweder direkt am Strand oder maximal 500 Meter entfernt. Aufgrund ihrer Standortbeziehung zu älteren, gewachsenen Orten kann man sie nach Uthoff in drei Lagetypen gliedern (vgl. Uthoff 1974: 614):
1. Integrierte Standorte:
Ihnen entspricht eine Eingliederung der Ferienzentren in traditionelle Fremdenverkehrsorte 2. Periphere Standorte
Diese lehnen sich an bestehende Fremdenverkehrsorte an, bei deutlicher räumlicher Absetzung. Sie stehen am Rande eines Ortes nehmen aber einen deutlichen räumlichen und funktionalen Bezug zum Ort ein. 3. Singuläre Standorte
Hier sind hier die Ferienzentren ohne räumlichen und funktionalen Bezug zu traditionellen Fremdenverkehrsorten und meist getrennt von älteren Siedlungen entstanden, vor allem auf der grünen Wiese.
Es gibt eine eindeutige Korrelation zwischen der Größe der Anlage und ihrer Lage. Innerhalb von Ortschaften gab es in der Regel nicht genug Baugrund für große Anlagen, außerdem waren die Grundstückspreise entsprechend hoch. Außerhalb von Ortschaften waren die Grundstückspreise zwar niedriger, allerdings mussten
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höhere Aufwendungen für touristische Infrastruktur und Versorgung getroffen werden. Diese sind nur bei hoher Bettenzahl und Auslastung rentabel.
2.3 Infrastrukturelle Ausstattung
Die Ausstattung hängt von Größe und Lage des Zentrums ab. Kurz gesagt verfügen die großen und isolierten Anlagen über eine bessere infrastrukturelle Ausstattung mit Hallenbädern, Saunen, Sportanlagen, Läden und Restaurants. Durch dieses reichhaltige Angebot innerhalb der Anlagen unterscheiden sich die Ferienzentren der 1. Generation von den bis dahin bestehenden Ferienangeboten. Das langfristig gewachsene räumliche Gefüge des touristischen Angebots wurde durch die neuen Anlagen grundlegende verändert. Diese Um- bzw. Abwandlung bestehender Strukturmuster und das Entstehen neuer Formen erlauben Rückschlüsse auf veränderte Wertvorstellungen im Freizeitbereich. Das Ergebnis dieses etwa 4 Jahre andauernden Baubooms zeigt sich in insgesamt 36 touristischen Großprojekten mit ca. 57.000 Betten, deren Standorte sich auf die Osteseeküste, den Harz und den Bayrischen Wald verteilen. Entlang der deutschen Ostseeküste zwischen Travemünde und Flensburg entstanden 1969 bis 1973 an verschiedenen Standorten 14 touristische Großprojekte mit etwa 12.000 Wohneinheiten.
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Abb.1 : Bauboom an der Ostseeküste- Großprojekte zwischen Lübeck und Flensburg (Kurz 1979 : 19, vgl. auch DER STERN 18/1976)
An der Abbildung wird deutlich, dass durch bewusste Größenverzerrung der Eindruck einer totalen Verbauung der Ostseeküste entsteht und damit der Betrachter negativ gegenüber den Großprojekten beeinflusst werden sollte (vgl. Kurz 1979: 19). Im Unterschied zu vorher ist das lokale Fremdenverkehrsangebot nicht traditionell.
„Während die Massenmedien in ihrer Berichterstattung die „Urlaubsorte aus der Retorte“ nahezu einhellig verurteilten, wiesen Kommunalpolitiker auf die wirtschaftsfördernden Effekt der neuartigen Ferienzentren hin.“ (Kurz 1979: 16)
Die Vermietungen erfolgen meist zentral gesteuert über eine betriebseigene Organisation. Die überwiegende Vermietung der Wohneinheiten in den touristischen Großprojekten hatte eine starke Zunahme der Bettenkapazität für Ostseeurlauber zur Folge. Das neue Angebot traf auf ein meist durch kleingewerbliche Betriebe und Privatvermietung gekennzeichnete Fremdenverkehrsstruktur.
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Die Landesregierung erwartete von der Errichtung der Ferienzentren und den damit verbundenen Kapitalinvestitionen vornehmlich von Anlegern außerhalb Schleswig Hosteins in jedem Fall eine merkliche Strukturverbesserung in Form von positiven Impulsen für die einheimische Wirtschaft. Erst als infolge der umfangreichen Steuer-und Investitionsvergünstigungen der Bauboom so anzuwachsen schien, dass die Gefahr einer Überkapazität auf der Angebotsseite droht, griff das Land regulierend ein und stoppte den Bau von 15 weiteren geplanten Großprojekten. Seit Beginn der 90er Jahre wurden Versuche unternommen, diese Ferienzentren der 1. Generation attraktiver zu gestalten.
Ab 1990 trat die Erneuerungsphase ein, hier machte sich ein Trend zu wieder deutlich größeren Ferienzentren bemerkbar und der Begriff der Ferienzentren der 2. Generation wurde geprägt.
3. Ferienzentren der 2. Generation
Die Ferienzentren der 2. Generation unterscheiden sich von der 1. Generation durch ein wesentlich breiteres Angebotsprofil, aber auch durch vollständig neue Dimensionen was den Flächenbedarf und die Besuchermengen betrifft. Neben der Projektierung kompletter Neuanlagen wurden auch schon bestehende „alte“ Ferienzentren, Feriendörfer und Freizeitparks zusätzlich mit Erlebnisbädern und überdachten Einkaufsbereichen ausgestattet, was häufig mit einer Erweiterung der Beherbergungskapazitäten einhergeht.
Ferienzentren der 2. Generation lassen sich wie folgt definieren: „Ferienzentren der 2. Generation können definiert werden als nach einem einheitlichen Plan gestaltete, kompakt bebaute und in der Regel von einer einzigen Gesellschaft betriebene touristische Großprojekt mit einem Unterkunftsangebot von mindestens 2.000 Betten, verteilt auf wenigstens 400 Bungalows, evtl. ergänzt durch Hotelgebäude, einem umfangreichen Angebot an Freizeitinfrastruktur, mehreren Versorgungseinrichtungen,
Einzelhandelseinrichtungen und weiteren Dienstleistungen. Kennzeichnend ist ein überdachter Zentralkomplex, der neben dem tropisch klimatisierten Schwimmparadies zahlreiche Indoor- Sportmöglichkeiten sowie Spielgelegenheiten für Kinder beinhaltet und damit einen ganzjährigen, wetterunabhängigen Betrieb gewährleisten. Die beanspruchte
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Gesamtfläche, inklusive der naturnahen Ruhezone, der Outdoor- Freizeitangebote und der Stellkapazitäten beträgt mindestens 25 Hektar.“ (Draheim 2002: 31)
In dieser Arbeit wird nach der Definition von Draheim und zur Abgrenzung zu den Urlaubsangeboten der 60er und 70er Jahre der Begriff „Ferienzentrum der 2. Generation“ bzw. verkürzt „Ferienzentrum“ verwendet. Einer der Begründer der Erneuerungsphase war und ist der Bauriese Center Parcs mit seinem Gründer Piet Derksen.
3.1 Betreiber der Ferienzentren in Deutschland
Im Jahre 1980 eröffnete die Firma Center Parcs in den Niederlanden das Ferienzentrum „De Eemhof“. Damit wurde erstmals eine Anlage nicht mehr Schritt für Schritt weiterentwickelt, sondern in einem Guss geplant und in Betrieb genommen. Center Parcs integrierte auch zum ersten Mal ein subtropisches Schwimmbad. Seit Mitte der 80er entstanden nach diesem Vorbild neu konzipierte Ferienzentren, die so genannten Ferienzentren der 2. Generation. Neben Center Parcs gibt es noch zwei weitere Unternehmen aus den Beneluxländern die ein ähnliches Konzept der Ferienzentren haben: Zum einen die Firma Gran Dorado, die mittlerweile ein Joint Venture mit Center Parcs bildet und voll in das Angebot von Center Parcs integriert wurde, und Sun Parks, die vier Ferienzentren in Belgien betreiben, jedoch kein Ferienzentrum in Deutschland und daher nicht weiter in dieser Arbeit aufgegriffen wird.
Mit der Übernahme der „Gran Dorado Kette“ erzielte Center Parcs eine Monopolstellung der Ferienzentren in Deutschland. Die Ferienzentren wurden in drei Kategorien geteilt:
Center Parcs Original", die ursprünglichen Ferienzentren, "Free Life from Center Parcs", die ehemalige "Gran Dorado"-Parks im Inland, und "Sea Spirit from Center Parcs", die übernommenen Ferienzentren, die an der Küste liegen.
Zuletzt wurde im Dezember 2003 der Ferienpark "Nordsee Tropen Parc Tossens" von der Center Parcs gekauft und unter dem Namen "Butjadinger Küste" in die Kette integriert.
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Heute hat Center Parcs weltweit ca. 3,1 Millionen Gäste ca. 12,5 Millionen Übernachtungen. Bei einer durchschnittlichen Auslastung von 86% haben die Betreiber 2004/2005 einen Umsatz von 504,1 Millionen Euro erzielt. (vgl. Center Parcs: http://www.centerparcs.com aufgerufen am 25.05.2006).
3.2 Der Bestand der Ferienzentren in Deutschland
Aktuelle Daten über den Bestand an großen Ferienzentren in Deutschland gibt es nicht. Geschätzt, bestehen in Deutschland derzeit etwa 100 so genannten Ferienparks, Freizeitressorts oder auch Apartmentanlagen.
Jedoch sind in Deutschland lediglich vier Anlagen in Betrieb, die alle in der Definition nach Draheim, der Ferienzentren der 2. Generation, geforderten Kriterien erfüllen:
Parks in Deutschland:
Abb.2 : Ferienzentren der 2. Generation in Deutschland (eigene Darstellung)
Die vier bestehenden Ferienzentren der 2. Generation sind in Deutschland auf drei Bundesländer, nämlich Niedersachsen, Nordrhein- Westafeln und Rheinland- Pfalz, verteilt. Somit besitzen alle Ferienzentren der 2. Generation ihren Standort in den alten Bundesländern und im Norden und Westen von Deutschland. Die regionale Verteilung der Ferienzentren führt in diesen großflächigen und durch Umfang von Angebot und Nachfrage räumlich deutlich differenzierte Fremdenverkehrsgebieten zu einer Aufwertung der Teilräume mit bislang schwach ausgebildeter touristischer Infrastruktur und damit zum innerregionalen Ausgleich.
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Abb.3 : Lage der Ferienzentren der 2. Generation des Betreibers Center Parcs in
Deutschland (eigene Darstellung)
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3.3 Betriebskonzept
Vor der Bildung des Joint Ventures zwischen Grand Dorado und Center Parcs verfolgten die beiden Betreiber von Ferienzentren der 2. Generation in Deutschland, verschiedene Betriebskonzepte, die als Unterscheidungsmerkmale herangezogen werden können.
Die Firma Center Parcs hat sich für ein innen- orientiertes, die Firma Gran Dorado für ein außen- orientiertes Konzept entschieden.
Daraus ergibt sich das zwischen zwei Angebotsdifferenzierungen, zwei Typen von Betriebskonzepten innerhalb der neuen Ferienzentren unterschieden wird:
3.3.1 Innen- orientiertes Betriebskonzept
Das Innen- orientierte Betriebskonzepte ist gekennzeichnet durch nicht oder sehr begrenztes Zulassen der Nutzung durch Tagesgäste, ein aufwendig präsentiertes Freizeit-, Sport- und Konsumangebot innerhalb der Anlage und damit verbunden ein hoher Grünanteil und viele Gewässer. Ein weiterer Aspekt ist die weitgehende Unabhängigkeit von der Attraktivität und Ausstattung der Standortgemeinde, also geringe Attraktivität der Umgebung, damit verbunden eine geringe
Erholungslandschaften und keine touristischen Sehenswürdigkeiten. Die innen- orientierten Anlagen sind kostenaufwendiger, da sie das gesamte touristische „Produkt“ selbst schaffen müssen.
Andererseits verbleibt bei den innen- orientierten Konzepten ein größerer Anteil der Nebenausgaben der Gäste innerhalb der Ferienzentren, was sich wiederum in einem höheren Anteil des Freizeit- und Konsumsektors am Gesamtumsatz niederschlägt, weil die Feriengäste während des Aufenthalt im Park verweilen. Daher wird viel Wert auf die landschaftliche Gestaltung innerhalb des Geländes gelegt und PKW` s sind nur an An- und Abreisetagen gestattet.
Somit weist dieses Betriebskonzept als wichtigstes Element, die Schaffung einer parkartigen Urlaubswelt in einer touristisch eher weniger attraktiven Gegend auf.
3.3.2 Außen- orientiertes Betriebskonzept
Außen- orientierte Betriebskonzepte sind offener gegenüber Tagesgästen, zumeist in der Nebensaison, bieten ebenfalls Freizeit-, Sport- und Konsummöglichkeiten
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innerhalb des Ferienzentrums, nutzen jedoch verstärkt auch die hohe Attraktivität der Umgebung. Sie sind somit angewiesen auf einen landschaftlich und infrastrukturell attraktiven Standort, um das geringere Freizeitangebot innerhalb der Anlage durch die für die Betreiber der kostenlosen Angebote der Umgebung zu kompensieren. Da nach außen- orientierte Betriebskonzepte meist auf einem niedrigeren Kostenniveau operieren, benötigen sie geringere Auslastungsquoten um rentabel wirtschaften zu können. Durch diese ausgelagerte Nutzung kann innerhalb der Anlagen eine dichtere Bebauung erfolgen und der Zentralkomplex kleiner dimensioniert werden, womit eine geringere Freiraumattraktivität der Anlage verbunden ist. Es tritt ein geringerer Flächenbedarf als bei innen- orientierten Konzepten ein, was jedoch durch das Wegfallen von Absperrungen oder Schranken keine Wirkung zeigt. Die Anlagen sind offen für PKW -Verkehr.
Das parkeigene und das externe Freizeitangebot sollen im Gleichgewicht stehen, so dass auch die Umgebung und Ausflugsziele in die Vermarktung eingebunden werden.
Das Ferienzentrum stellt somit eine Kombination zwischen attraktivem Standort einerseits und hochwertiger Anlage andererseits dar.
Der Übergang zwischen diesen beiden Konzepttypen ist fließend. Insbesondere hinsichtlich des in den Ferienzentren vorhandenen Konsumangebotes, gibt es kaum Unterschiede.
4. Center Parcs Bispinger Heide
Der Center Parcs Bispinger Heide ist mit 93 Hektar Gesamtfläche das größte Ferienzentrum der 2. Generation in Deutschland. Neben den 611 Bungalows werden in einem „Vier Sterne“- Hotel 69 Doppelzimmer sowie mehrere Tagungsräume angeboten. Das Ferienzentrum ist als einziger Center Parc in Deutschland mit 5 Birdies klassifiziert, welches den hohen Komfort widerspiegelt. Das Ferienzentrum verfügt über eine großzügige Bauweise, umfassende Freizeitangebote innerhalb des Zentralkomplexes sowie zahlreiche Outdoor-Angebote. Tagesbesucher sind generell nicht zugelassen. Der Park ist autofrei und der Sammelparkplatz befindet sich direkt am Parkeingang.
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4.1 Standort und Lage
Die Lüneburger Heide liegt im Osten des Landes Niedersachen und gilt heute nicht nur als das größte zusammenhängende Heidegebiet, sondern auch als eines der waldreichsten Gebiete in Deutschland. Die Region wird im Norden durch die Elbe und im Süden durch die Aller begrenzt. Umgeben ist die Lüneburger Heide von zahlreichen Großstädten wie Hamburg im Norden, Bremen im Westen, Hannover im Süden sowie Braunschweig und Wolfsburg im Südosten, hierzu gibt Abbildung 4 einen Überblick der Lüneburger Heide.
Nachdem Center Parcs bereits Anlagen in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien errichtet hatte, wollte das Unternehmen ab Mitte der 80er Jahre zunehmend das Kundenpotential in Deutschland erschließen. Da das Marktpotential in Deutschland aufgrund der hohen Einwohnerzahl zwar absolut betrachtet wesentlich höher ist, relativ gesehen jedoch deutlich unter dem Niveau der Niederlande und Belgiens liegt, kommt es besonders auf die Wahl des Standortes an. Zum einen muss die Nähe zu großen Ballungsräumen gegeben sein, zum anderen dürfen sich die Einzugsbereiche nicht zu stark überschneiden, damit die Anlagen nicht untereinander konkurrieren.
Nachdem in der Vergangenheit bereits mehrfach Planungen von Center Parcs in Deutschland gescheitert waren, konnte der erste Center Parc auf deutschem Boden in der Gemeinde Bispingen in der Lüneburger Heide realisiert werden. Erstmalig liegt damit ein Center Parcs in einer touristisch erschlossenen Region. Der Bekanntheitsgrad der Lüneburger Heide sollte genutzt werden, um den eigenen Bekanntheitsgrad bundesweit zu steigern. Deshalb wählte Center Parcs auch den Namen „Bispinger Heide“ um schon im Namen einen Bezug zur Region herzustellen. Auch in Bispingens Umgebung finden sich mittlerweile viele neue touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Ralf Schumachers Kart & Bowl- Center, der Heidepark Soltau, der Magic Park Verden oder der Serengeti- Park, neu ab Oktober 2006 gibt es die Wintersportarena in Bispingen.
Bispingen liegt in der Mitte der Ballungsräume Hamburg, Bremen, Hannover und Braunschweig/ Wolfsburg, ist aber auch von Ruhrgebiet und von Berlin aus in gut drei Stunden mit dem PKW zu erreichen.
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Abb.4 : Überblick der Region Lüneburger Heide (Lüneburger Heide Tourismus GmbH 2006: www.lueneburger-heide.de aufgerufen am 31. 05 2006)
4.2 Die Ausstattung und das Unterhaltungsprogramm von Center Parcs
Als entscheidender Erfolgsfaktor der Ferienzentren der 2. Generation ist die Ausrichtung auf den wetterunabhängigen ganzjährigen Kurzurlauber zu nennen, der sich seit viele Jahren einer wachsenden Beliebtheit erfreut uns zusätzlich zum Haupturlaub oder sogar stattdessen unternommen wird.
Das Freizeitangebot von Center Parcs besteht im Wesentlichen aus drei Elementen:
4.2.1 Freizeit- und Konsumangebot
Alle Ferienzentren besitzen einen zentralen Gebäudekomplex in dem Freizeit- und Konsumeinrichtungen konzentriert sind. Herzstück ist das „subtropische Schwimmparadies“, das mit hohem technischem Aufwand realisiert wird und durch
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exotische Pflanzenausstattung, den jahreszeitlichunabhängigen Tropenurlaub illusioniert. Im Zentralgebäude herrscht ganzjährig eine sommerliche
Raumtemperatur von 23- 35°C und ist ausgestattet mit Natursteinen, Teichen und tropischen Pflanzen. Dem Erlebnisbad angegliedert ist ein Sauna- Komplex, in dem auch verschiedene Anwendungen gemacht werden können.
Ein weitere wichtiger Bestandteil des Freizeitangebotes sind die Sporteinrichtungen, hierbei wird zwischen Hallensport wie Squash, Badminton oder Tennis, also witterungs- und jahreszeit- unabhängige Sportarten , und Out- Door Angeboten, die lediglich im Sommer bei trockenem Wetter betrieben werden, unterschieden. Eine wichtige Rolle spielen auch Wassersportaktivitäten wie Boot fahren, Rudern, Angeln oder Surfen. Die meisten Center Parcs verfügen über künstliche Seen, auf denen Wassersport möglich ist.
Ein Erfolgsfaktor der Ferienzentren ist, dass jedem Familienmitglied bzw. unterschiedlichen Alterstufen angepasste Unterhaltungs-bzw.
Beschäftigungsangebote unterbreitet werden. Für Unterhaltungs- und
Animationsprogramm, wie zum Beispiel Sportkurse, Musikveranstaltungen und Shows ist für die Gäste gesorgt. Die im Zentralbereich zusammengefasste Einkaufsmöglichkeiten und
gastronomische Betriebe sind nicht nur bloße Versorgungseinrichtungen. Die breite Palette des Angebots in den verschiedenen Geschäften und Restaurants und ihre Anordnung in den überdachten und beheizten „Parc Plazes“ machen den Konsumsektor zu einem wichtigen Bestandteil im Freizeitangebot. Eine Umgebung wie in warmen südlichen Breiten soll eine stressfreie Einkaufslust wecken und damit die Konsumausgaben erhöhen. Alle Läden und Restaurant werden von Center Parcs selbst betrieben. Das Warensortiment bzw. die Speisekarten sind in jedem Park fast identisch. Dies ermöglicht einen zentralen Einkauf für mehrere Ferienzentren in einem Land.
4.2.2 „Natur“ und „Landschaft“ als Gestaltungselemente
Das zunehmend bedeutender werdende Bedürfnis nach Natur und Landschaft, ist auch ein zentraler Bestandteil des Freizeitkonzeptes von Center Parcs. Das wachsende Bedürfnis nach Natur und Landschaft nutzen die Ferienzentrenbetreiber für sich aus. Baumbestände und Gewässer spielen bei der Gestaltung der Center Parcs eine große Rolle; bevorzugt werden Standorte, die eine solche „natürliche“
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Ausstattung bereits ausweisen. Meist handelt es sich um Kiefernforste und in einigen Fällen um ehemalige Bodenabbaugebiete, in denen künstliche Grundwasserseen entstanden sind.
Eine wichtige Rolle für die „Naturnähe“ der Parks spielt auch ihr relativ niedriger Überbauungsgrad. Das Parkgelände selbst wird daher attraktiver für solche Aktivitäten wie Spazierengehen oder Radfahren. Letzteres ist eine der am meisten ausgeübten Freizeitaktivitäten bei Center Parcs.
4.2.3 Ferienwohnungen in Bungalowform
Die meist in eingeschossiger Bungalowbauweise entstandenen Parks bieten die Möglichkeit eines relativ unabhängigen Urlaubs, was vor allem Familien zu schätzen wissen. Außen befindet sich eine Terrasse mit Gartenmöbeln. Die architektonische Gestaltung der Bungalows ist in allen Center Parcs mehr oder weniger gleich: Es handelt sich um helle Flachdachbauten aus Fertigbauteilen mit großen Fenstern zur Terrasse hin. Die Wohnzahl beträgt je nach Personen zahl zwischen 31m² (2 Personen) und 103m² (8 Personen). Es herrscht ein hoher Wohnkomfort, alle Appartements und Bungalows sind geräumig und komplett eingerichtet. Sie sind mit einer modernen Küche, Zentralheizung, einem Wohnzimmer mit einem offenen Kamin, Farbfernseher und Badezimmer mit großem Bad ausgestattet. Die Bungalows werden in unterschiedliche Komfortklassen eingestuft. Um den Kundenansprüchen zu genügen muss der Standard der Bungalows mindestens der eigenen Wohnung entsprechen.
Der Lageplan auf der folgenden Seite gibt einen Überblick aller Einrichtungen:
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Abb.5 : Lageplan des Center Parc Bispinger Heide
(Center Parcs: www.centerparcs.de aufgerufen am 28.05.2006)
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4.2.4 Untersuchungsergebnisse von A. Draheim aus dem Jahr 2000:
Die weiteren Aussagen die in dieser Seminararbeit über den Center Parcs Bispinger Heide getroffen werden, beziehen sich auf Untersuchungen von A. Draheim, der eine Untersuchung der Ferienzentren der 2. Generation im Jahre 2000 durchführte, mit dem Ziel Aufschlüsse über die Verkehrsfreundlichkeit, die Umweltfreundlichkeit und die Sozialverträglichkeit spezieller Ferienzentren zu liefern. Um möglichst neutrale Untersuchungsergebnisse zu erzielen, wurde versucht alle von dem Betrieb des Ferienzentrums beeinflussten Parteien zu befragen. Zu diesem Zweck wurden Bürgermeister bzw. Gemeindedirektoren der Standortgemeinden, die Geschäftsleitungen der Ferienzentren der 2. Generation und die Besucher befragt. Für Bürgermeister bzw. Gemeindedirektoren und Geschäftsleitungen wurden mündliche Befragungen gewählt, für die Befragung der Gäste der Ferienzentren der 2. Generation wurden schriftliche Befragungen mittels Fragebögen gewählt. Die Gespräche setzten sich zusammen aus einem Gesprächstermin mit der Geschäftsleitung als auch mit dem Bürgermeister bzw. Gemeindedirektor der Standortgemeinde. Im Center Parcs Bispinger Heide wurden 630 Fragbögen verschickt, dabei wurden ausschließlich Bungalowgäste befragt, es wurde eine Rücklaufquote von 28,2% erzielt und 186 Fragebögen kamen für die Auswertung in Frage.
5. Auswirkungen der Ferienzentren der 2. Generation
Ferienzentren der 2. Generation habe Auswirkungen auf die Umwelt, die Soziokultur ländlicher Gemeinden, sowie die regionale Wirtschafts-und
Fremdenverkehrsstruktur. Gleichzeitig bieten sie auch Chance, Freizeitaktivitäten zu kanalisieren und zu bündeln, dass der Druck auf besonders schützenswerte Teile der Landschaft vermindert wird.
Der mögliche Umweltnutzen von Ferienzentren ist in hohem Maße abhängig von der Standortwahl in Verbindung mit der jeweiligen Form des Ferienzentrums. Die Ferienzentren der 2. Generation haben schon aufgrund ihrer Größe und der erforderlichen Investitionssumme weit reichende ökonomische, ökologische und soziokulturelle Auswirkungen.
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Abb.6: Auswirkungen der Ferienzentren der 2. Generation (eigene Darstellung)
5.1 Ökonomische Auswirkungen
Die ökonomischen Auswirkungen der Ferienzentren sind von der Struktur der Standortregion und noch mehr von der Art des Betriebskonzepts abhängig. Trotzdem lassen sich zunächst einige grundlegende Aussagen treffen, die auf alle Ferienzentren der 2. Generation zutreffen.
5.1.1 Nebenausgaben der Gäste
Als Nebenausgaben werden Ausgaben z.B. für Lebensmittel, Restaurantbesuche, Benzin und sonstige Ausflüge bezeichnet.
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Die Besucher von Ferienzentren der 2. Generation geben unabhängig vom Betriebskonzept während des Aufenthalts über 350 Euro für Nebenausgaben aus. Davon verbleiben 200 Euro im Ferienzentrum und ca. 150 Euro werden außerhalb des Ferienzentrums ausgegeben und fließen der Region zu. Jedoch verbleibt der größte Teil, der Nebenausgaben der Feriengäste innerhalb der Ferienzentren. Dies war bereits bei isoliert gelegenen Ferienzentren der 1. Generation der Fall. Bei dem extrem innen- orientierten Betriebskonzept der Center Parcs verschiebt sich das Verhältnis weiter zu Ungunsten der Region. Bei Ferienzentren mit außen- orientiertem Betriebskonzept dürfte der Anteil der in der Region verbleibenden Nebenausgaben größer sein. Neben dem Betriebskonzept der Ferienzentren hängt die Höhe der außerhalb getätigten Nebenausgaben auch von dem entsprechenden Angebot in den Standortgemeinden ab: Finden sich dort attraktive Restaurants und Geschäfte, dann ist dort mit Umsatzsteigerungen durch ein nahe gelegenes Ferienzentrum zu rechnen. So kann man feststellen, dass Ferienzentren mit reinem Übernachtungsangebot oder geringem Freizeitangebot sowie Ferienzentren mit einem außen- orientierten Konzept zu höheren Tagesausgaben in der Region führen, während die Ausgaben der Gäste von Ferienzentren mit innen- orientierten Konzept nicht in der Region bleiben. Dagegen spricht, dass ein hoher Prozentsatz der Waren und Dienstleistungen, die innerhalb der Parks verkauft werden aus den jeweiligen Regionen stammen. Es ist somit nicht erwiesen, dass alle Ausgaben, die innerhalb eines Ferienzentrums getätigt werden der Regionalwirtschaft vorenthalten werden. Die regionalen Effekte durch die Gästeausgaben sind in einem Ferienzentrum (aufgrund der hohen Auslastungsrate) gegenüber einem Fremdenverkehrsort mit gleicher Bettenzahl größer.
5.1.2 Arbeitsplatzangebot
Durch die neuen Ferienzentren kann in relativ kurzer Zeit eine beträchtliche Zahl von direkten und indirekten Arbeitsplätzen geschaffen werden, die saisonal unbeschränkt sind und meist mit Arbeitskräften aus der Region besetzt werden. Direkt werden die Arbeitsplätze in den Ferienzentren und indirekt durch die Ausgaben der Gäste außerhalb der Ferienzentren, durch die Aufträge und Käufe von Ferienzentren und durch Ausgaben der direkt Beschäftigten geschaffen. Positiv ist zu
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bemerken, dass die meisten Arbeitsplätze von Einheimischen aus der Region besetzt werden können.
Die Arbeitsmarktsituation verbessert sich durch Schaffung neuer Arbeitsplätze, es hat sich jedoch gezeigt, dass nur zu einem geringeren Teil Arbeitslose eingestellt werden. Die meisten der in den Ferienzentren Beschäftigten hatten vorher einen anderen Arbeitsplatz, häufig auch im Dienstleistungs- oder Fremdenverkehrsbereich. Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze ist abhängig von der Größe, dem Freizeit- und Dienstleistungsangebot innerhalb der Ferienzentren. Weiterhin spielt die Struktur bezüglich des Dienstleistungspersonals eine Rolle. Einige haben ein eigenes Reinigungspersonal und eigene Handwerker, andere lassen die Arbeiten durch externe Kräfte ausführen (indirekte Arbeitsplätze). So ergeben sich positive wirtschaftliche Effekte durch zusätzliche Aufträge für das lokale Gewerbe. Ferienparks schaffen in zumeist strukturschwachen ländlichen Räumen zwischen 250 und 600 Arbeitsplätze. Die Alternativen bei diesen Größenordnungen sind Industrie- oder Gewerbearbeitsplätze, die jedoch in diesen Regionen oft nicht die notwendigen Standortvoraussetzungen finden.
In dünn bevölkerten Regionen sowie in wirtschaftlich prosperierenden Gebieten mit sehr niedriger Arbeitslosigkeit müssen teilweise Arbeitskräfte von außerhalb
angeworben werden. Hierzu muss jedoch eine Reihe von Einschränkung gemacht werden:
Im Center Parc Bispinger Heide stammen insgesamt 95% der Mitarbeiter aus der Region.
5.1.2.1 Qualität der Arbeitsplätze
Allgemein gelten Arbeitsplätze im Tourismus als Arbeitsplätze mit geringen Qualifikationsanforderungen und geringer Qualität aufgrund der Lohnstruktur, langer und ungünstiger Arbeitszeiten und oftmals saisonaler Beschäftigung, dies ist also kein Problem das sich auf Ferienzentren beschränkt, sondern fremdenverkehrsspezifisch ist.
In Ferienzentren ist eine breite Berufspalette abgedeckt, neben einer Vielzahl von Aushilfskräften gibt es durchaus auch hoch qualifizierte Arbeitsstellen, die insbesondere in ländlichen Räumen ansonsten kaum vorhanden sind, z.B. Sozialpädagogen, Betriebswirte, Sportlehrer, Controller, Handwerker, kaufmännische Angestellte, Manager etc.
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Die Bandbreite der Berufsstruktur resultiert aus den sehr breit angelegten Freizeit-und Dienstleistungsangeboten, die höhere Ansprüche an das Personal stellen. Im einem Ferienzentrum der 1. Generation beispielsweise gestaltet sich die Qualifikationsstruktur der Mitarbeiter anders, hier sind nur wenige qualifizierte Arbeiter angestellt, z.B. Geschäftsführung, Rezeptionskräfte, Hausdame, Hausmeister, Näherin.
Oft werden in der Anfangsphase mehr Arbeitskräfte benötigt als langfristig erforderlich. In der Konsolidierungsphase eines Ferienzentrums ist daher mit einer Zahl von Entlassungen zu rechnen.
Trotzdem gewährleisten die Ferienzentren aufgrund ihrer Witterungsabhängigkeit eine höhere Rate ganzjähriger Beschäftigung, so dass der negative Aspekt der saisonalen Beschäftigung abgeschwächt wird.
Der Center Parcs Bispinger Heide beschäftigt insgesamt 495 Mitarbeiter, von denen 198, also 40 Prozent, in einem Vollzeit- und 163 in einem Teilzeitverhältnis stehen. Bei den verbleibenden 104 Mitarbeitern handelt es sich um Aushilfen. Die Mitarbeiter werden hauptsächlich in den Bereichen Gastronomie, Sport, Einzelhandel, Technik und Verwaltung beschäftigt. Die Qualifikation der Mitarbeiter ist damit als normal eingestuft. Die Reinigung des Ferienzentrums erfolgt durch eine Fremdfirma.
5.1.3 Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen
Die indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen von Ferienzentren der 2. Generation auf die Region sind stark vom Betriebskonzept abhängig.
5.1.3.1 Gastronomie und Beherbergungsgewerbe
Indirekte Auswirkungen der Ferienzentren können sich auf die ortsansässigen Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe durch die Nebenausgaben der Gäste ergeben. Anders als bei Ferienzentren der 1. Generation, bei denen die Vermietung die Haupteinnahmequelle darstellte, besteht in diesem Fall ein potentieller Interessengegensatz zwischen dem Betreiber Center Parcs mit seinem gastronomischen und Einzelhandelsangeboten im Parkareal und den einheimischen Betrieben bzw. den Betrieben der Region.
Die Höhe der indirekten wirtschaftlichen Effekte ist wesentlich abhängig davon, ob in der Region Betriebe existieren, die in der Lage sind, die speziell benötigten Dienstleistungen bzw. ausreichende Warenmengen zu konkurrenzfähigen Preisen zu
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liefern. In den meisten ländlichen Regionen der Bundesrepublik ist jedoch dies nicht der Fall.
Die rein quantitativen Dimensionen der neuen Ferienzentren lassen generell erhebliche Auswirkungen erwarten.
Grundsätzlich spielen zwei Kombinationen bei der Bestimmung der wechselseitigen Auswirkungen zwischen Ferienzentren und traditioneller mittelständischer Fremdenverkehrsstruktur eine Rolle:
a) Ferienzentren mit innen- orientiertem Betriebskonzept in schwächer entwickelten Fremdenverkehrsregionen
b) Ferienzentren mit außen- orientiertem Betriebskonzept in stärker entwickelten Fremdenverkehrsregionen
Welche Auswirkungen in diesen beiden Fällen denkbar wären, wird im Folgenden erörtert:
a) Die traditionellen Gästegruppen haben kein Interesse an Ferienzentren. Umgekehrt besteht gerade bei den Zielgruppen innen- orientierter Ferienzentren kaum Interesse an der Region. Von daher ergibt sich keine unmittelbare Konkurrenz zwischen den beiden Tourismusformen. Andererseits bedeutet dies aber auch, dass keine zusätzliche Übernachtungen von den Gästen der neuen Ferienzentren zu erwarten sind.
Liegt das Ferienzentrum in isolierter Lage außerhalb der Ortschaft, dann ist durchaus ein beeinträchtigungsfreies Nebeneinander der beiden Tourismusformen möglich. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass es zu keinen Verkehrsbelastungen kommt, und dass von den Gästen des Ferienzentrums keine Erholungsgebiete in Anspruch genommen werden, die auch für die traditionellen Gästegruppen von Bedeutung sind. Es ist davon auszugehen, dass letztere vor allem Ruhe suchen und empfindlich auf massenhaften Erholungsbetrieb reagieren. Die Folge wäre dann vermutlich eine Abwanderung in andere Fremdenverkehrsgemeinden. Eine solche Reaktion war auch in einigen Standortgemeinden von Ferienzentren der 1. Generation zu beobachten.
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b) Diese Kombination hat wesentlich komplexere Auswirkungen zur Folge: Zunächst ist hier von einem stärkeren Überschneidungsgrad der Zielgruppe auszugehen: Die Marketingstrategien von Ferienzentren mit außen- orientiertem Konzept zielen verstärkt auf die Gäste, die auch an der Region Interesse hat. Andererseits haben stärker entwickelte Fremdenverkehrsgemeinden auch einen höheren Anteil an Ferienwohnungen und an touristischer Infrastruktur als Teil ihres touristischen Angebotes. Die damit angesprochenen Gästegruppen dürften vermutlich auch dem Angebot der Ferienzentren stärker zugeneigt sein. Dadurch ergibt sich eine unmittelbare Konkurrenzsituation zwischen dem Ferienzentrum und einheimischen Anbietern, deren Ausgang wesentlich vom qualitativen Niveau und vom Preis- Leistungs- Verhältnis abhängt. Wie bereits bei den Ferienzentren der 1. Generation beobachtet, wirken neuen touristische Großprojekte als Trendsetter, die die einheimischen Beherbergungsbetriebe zu qualitativen Verbesserungsmaßnahmen zwingen, wenn diese wettbewerbsfähig bleiben wollen.
Ob die von dem Ferienzentrum neu in die Region gebrachten Feriengäste bei einem eventuellen späteren Aufenthalt zu einem einheimischen Betrieb überwechseln, hängt wesentlich von dessen Konkurrenzfähigkeit ab, ist aber eher unwahrscheinlich: Während der Gast des Ferienzentrums die Umgebung uneingeschränkt mitnutzen kann, ist es umgekehrt für den außerhalb wohnenden Feriengasts nicht ohne weiteres möglich, die Einrichtungen des Ferienzentrums zu nutzen, da dessen Kapazität auf die eigenen Gäste ausgelegt und für diese darüber hinaus auch noch im Übernachtungspreis inbegriffen sind. Lediglich in der Nebensaison, wenn das Ferienzentrum nicht voll ausgelastet ist, könnten die Einrichtungen auch für traditionelle Feriengäste ein attraktives, wetterunabhängiges Zusatzangebot darstellen.
Am problematischsten dürfte jedoch die Außen- Orientiertheit fast aller in Fremdenverkehrsgebieten geplanten Ferienzentren sein: Oft kommt es zur Überschreitung der Belastungsgrenzen in der Hauptsaison. Bereits jetzt haben diese Gebiete zeitweise unter starkem Tagesausflugsverkehrs zu leiden. Die neuen Ferienzentren werden vermutlich nicht nur in den unmittelbaren betroffenen Standortregionen, sondern generell weit reichende Auswirkungen auf den traditionellen mittelständischen Fremdenverkehr haben.
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Somit kann man von einem starken Konkurrenzdruck ausgehen, der von den Ferienzentren der 2. Generation aus geht.
Keine Konkurrenzsituation zwischen der Ferienanlage und dem Beherbergungs- und Gaststättengewerbe vor Ort. Im Gegenteil dazu wird gerade in
fremdenverkehrswirtschaftlich schwach entwickelten Räumen das Ferienzentrum als „Initialzündung“ bezeichnet.
Außerdem sprechen die unterschiedlichen Angebote verschiedene Zielgruppen an, so dass sich die Angebote ergänzen.
Auch das örtliche Gastgewerbe wird belebt durch die Ferienparkgäste, so dass eine Umsatzsteigerung zu verzeichnen ist und weitere Arbeitskräfte eingestellt werden können. Nach Angaben des Gemeindedirektors verzeichnete Bispingen eine
Umsatzsteigerung von 30% bei den örtlichen Gewerbetreibenden. Nach der Eröffnung des Center Parcs eröffneten 6 neue Betriebe in Bispingen, eine Imbissstube, vier Restaurants und ein Eiscafé.
Bispingen ist nicht zuletzt durch das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide ein Fremdenverkehrsgebiet 1.Güte, das vor allem bei Langezeit- Erholungs- Urlauber sehr beliebt ist. Die Kurzurlauber, die den Center Parcs besuchen, zählen zu einer anderen Zielgruppe. Eine Konkurrenz der beiden Zielgruppen, die sich gegenseitig nicht stören, ist lediglich darin zu sehen, dass die traditionellen Beherbergungsbetriebe die Übernachtungszahlen erhöhen können, da ehemalige Kurzurlauber des Ferienzentrums, vor allem Familien mit Kindern, nachdem sie die Region kennen gelernt haben wieder kommen und zu Langzeit- Erholungs-Urlaubern werden. So kann das Gastgewerbe in Bispingen eine durchschnittliche Bettenauslastung von 92% verzeichnen.
Allgemein kann an feststellen, dass die Geschäftsleute und Gastronomen in Bispingen vom Center Parcs Bispinger Heide profitieren und in keinem Fall Nachteile hinnehmen mussten, trotz des innenorientierten Betriebskonzepts des Center Parcs sind positive Bilanzen zu sehen.
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5.1.3.2 Handwerksbetriebe
Aber auch die ortsansässigen Handwerksbetriebe können von den Ferienzentren profitieren.
Zum Betrieb und zur Instandhaltung von Ferienzentren werden abhängig vom Umfang der Angebote und von der Größe größere Posten ausgeben. Aufgrund fehlender Angebote ist man jedoch teilweise auf überregionale Betriebe angewiesen. Ein größerer Anteil der Ausgaben geht zwecks Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten an Handwerksbetriebe. Die Ausgaben sind u.a. abhängig davon, ob eigenes Servicepersonal zur Verfügung steht.
Generell kann man jedoch sagen, dass nur ein geringer Teil der von den Investoren getätigten Ausgaben für Bau und Betrieb ihrer Anlagen in der Region verbleibt. Dies war bereits bei den Ferienzentren der 1. Generation festgelegt worden. Die umfangreichen Bauvorhaben werden von auswärtigen Großunternehmen ausgeführt, und auch der Wareneinkauf erfolgt größtenteils zentral bei Großhandelsketten. Positive Effekte können sich für Handelsbetriebe vor Ort ergeben. Auch für Produzenten von Frischprodukten bestehen gewisse Absatzmöglichkeiten. Der Frischwareneinkauf und der Dienstleistungseinkauf fließt ausschließlich den Regionen zu. Das gesamte Wareneinkaufsvolumen verbleibt zu 80% in der Region.
Das Generalunternehmen des Center Parcs Bispinger Heide stammt genau wie die Bungalows, Glaskuppeln und alle Fliesen aus den Niederlanden. Aus der Region stammten viel Material und die Arbeitsleistungen, die von regionalen Sublieferanten bzw. Baufirmen zur Verfügung gestellt wurden.
Der Anteil, der in der Region verbleibt, beträgt bei Frischwaren 100 Prozent. Das Dienstleistungseinkaufsvolumen, das fast ausschließlich für die externe Reinigungsfirma benötigt wird, verbleibt zu 100% in der Region. Zusätzlich wurde für die Reinigung des Ferienzentrums eine neue Reinigungsfirma mit ca. 300 Mitarbeitern gegründet.
5.1.4 Ausgaben für Infrastruktureinrichtungen und die Kommunen
Die Ausgaben für infrastrukturelle Maßnahmen variieren je nach Vorleistungen, die eine Gemeinde übernimmt. Trägt eine Kommune die Kosten für Kläranlage, Straßenbau etc., die im Zuge der Ansiedlung eines Feriengroßprojekts notwendig werden, sprengt dies sicherlich den finanziellen Rahmen des Haushaltes.
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Es besteht jedoch die Möglichkeit die Kosten zu reduzieren, indem staatliche Fördermittel in Anspruch genommen werden oder der Investor sich an den Kosten beteiligt. Die Höhe der finanziellen Belastung ist im Rahmen des Verhandlungsspielraums zwischen der Gemeinde und den Investoren beeinflussbar.
5.2 Ökologische Auswirkungen
Der Bau und Betrieb eines Ferienzentrums ruft eine Beanspruchung von Grund und Boden und weitere Eingriffe in den Naturhaushalt hervor. Die Schwere möglicher Umweltauswirkungen hängen sowohl vom baulichen und betrieblichen Konzept, als auch von der Empfindlichkeit der betroffenen Räume ab.
Als ein sehr wichtiges Argument im Hinblick auf die ökologischen Wirkungen wird das Landschaftsbild in der Diskussion ausgeführt. Hier spielen landschaftsästhetische, städtebauliche und ethische Aspekte eine Rolle.
Bereits die Ferienzentren der 1. Generation hatten komplexe und weit reichende Umweltauswirkungen zur Folge. Dies gilt für die neuen Ferienzentren, trotz baulicher und konzeptioneller Unterschiede, in ähnlicher Weise. Das Spektrum der zu erwartenden ökologischen Auswirkungen lässt sich in systemimmanenten und standortabhängige unterteilen:
Im Folgenden werden nur die Auswirkungen während des Betriebes der Ferienzentren beschrieben, die der Bauphase werden nicht näher erläutert:
5.2.1 Systemimmanente Auswirkungen:
Systemimmanente Auswirkungen treten immer auf, wenn man sich die Konzepte der neuen Ferienzentren nicht grundlegend verändert und lassen sich durch technische und gestalterische Maßnahmen bestenfalls reduzieren lassen.
5.2.1.1 Flächenverbrauch
Der Flächenverbrauch von Ferienzentren sollte differenziert nach den unterschiedlichen Konzeptionen der Betreiberfirmen betrachtet werden. Der Gesamtflächenbedarf ist beträchtlich, besonders bei innen- orientierten Betriebskonzepten wie Center Parcs. Die Center Parcs nehmen aufgrund ihres städtebaulichen Konzeptes die größten Flächen ein im Durchschnitt 93 Hektar, außen- orientierte Betriebskonzepte hingegen nur 26 Hektar. Der Flächenverbrauch
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im Vergleich zu Fremdenverkehrsgemeinden mit gleicher Übernachtungskapazität ist jedoch gering.
Große Teilbereiche bleiben durch die Einbettung der Bungalows in die vorhandenen Waldgebiete jedoch unbebaut, so dass die Besucher weniger Flächen in der Umgebung in Anspruch nehmen. Dies hat positive Effekte auf die städtebauliche Gestaltung, steht aber im Zielkonflikt mit dem Flächenverbrauch. Im Vergleich zu den fremdenverkehrsintensiven Feriengemeinden kann man nicht von einem höheren Flächenverbrauch der Ferienzentren sprechen. Denn auch die zunächst geringer erscheinende Flächeninanspruchnahme der Ferienzentren mit verdichteter Bebauung und stärkerer Außenorientierung relativiert sich, wenn man die Summe der versiegelten Flächen miteinander vergleicht.
5.2.1.2 Flächenversiegelung
Durch die Errichtung eines Ferienzentrums werden große Teile der beanspruchten Flächen versiegelt, d.h. der Boden wird durch wasserundurchlässige Verdichtungen, wie z.B. Baukörper oder Asphalt bedeckt. Der Grad der Versiegelung variiert je nach Baustruktur der Gebäude und Gesamtkonzeption der Anlage. Außen- orientierte Betriebskonzepte weisen im Durchschnitt 50% Flächenversiegelung auf, hingegen innen- orientierte Betriebskonzepte, mit einer dreieinhalb Mal so großen Betriebsfläche, nur 10% Flächenversiegelung. Teilweise werden auch große Wasserflächen, die die Attraktivität der Parks steigert, durch Folienabdichtungen des Bodens geschaffen. Gebäudeflächen weisen eine vollständige Versiegelung auf. Bei der Versiegelung des Bodens durch Parkraumflächen, wird zwischen Betriebskonzept und Verkehrsflächenoberfläche unterschieden, dabei gibt es aber auch Lösungsmöglichkeiten zur Reduzierung der Bodenversiegelung, indem wasserdurchlässige Oberflächen für Parkflächen verwendet werden. Die Versiegelung hat zur Folge, dass in diesem Bereich das Bodenleben vernichtet wird. Der Wasserhaushalt wird gestört, was zur Verringerung der Grundwasserneubildung bei gleichzeitiger Erhöhung des Oberflächenabflusses führt. Folgen sind unter anderem, sprunghaftes Ansteigen der Wassermenge in Bächen und Flüssen, das Versiegen von Grundwasservorkommen oder auch die fehlende Neubildung des Grundwassers.
Indirekt kommt es zur Zerschneidung und Trennwirkung und negativen Einfluss auf Flora und Fauna, da die Versieglung zur Verinselung von Biotopen und zum
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Rückgang von Pflanzen- und Tierarten mit speziellen Standortansprüchen führen kann.
Auf der Fläche des Center Parcs Bispinger Heide befinden sich: 611 Bungalows, ein Hotel, Außen- Sportanlagen, weitere Versorgungsgebäude, Teiche, Straße und Wege, so dass von den 93 Hektar des Ferienzentrums 10% versiegelt sind, welches im Vergleich zum Center Parc Hochsauerland mit einer Fläche von 42 Hektar und 30% Flächenversiegelung, eine sehr naturnahe Gesamtkonzeption des Center Parcs Bispinger Heide darstellt.
5.2.1.3 Wasser- und Energieverbrauch
Der Verbrauch an Wasser und Energie hängt von der Besucherzahl und weniger vom Betriebskonzept ab. Bei vergleichbaren Feriengemeinden fällt der Verbrauch geringer aus. Meistens müssen neue Kapazitäten für Wasserversorgung geschaffen werden und sind standortabhängig.
Der Wasserverbrauch von bisher untersuchten Ferienzentren wurde, bedingt durch ihre Größe und besonders durch die beheizten Erlebnisbäder und Zentralkomplexe, als außerordentlich hoch berechnet. Vor allem subtropische Schwimmbäder führen zu einer Erhöhung des Wasserverbrauchs. Der Wasserverbrauch der Gäste eines Ferienzentrums ist vergleichbar mit dem Verbrauch der Gäste, die andere Beherbergungsangebote nutzen. Gegenüber der Wohnbevölkerung verbraucht ein Ferienzentrumsgast mehr Wasser:
In Ferienzentren ist durch die hohen Gästezahlen eine höhere Belastung der örtlichen Klärwerke zu erwarten und auch ein höherer Energieverbrauch der Ferienzentren der 2. Generation gegenüber kleineren Ferienzentren ohne Zentralkomplex und den in den 70er Jahren errichteten Anlagen ist zu verzeichnen. Die Ursachen liegen hier bei dem hohen Energieverbrauch der Beheizung, Warmwasserversorgung, dem Bedarf der Bungalows, der Zentralkomplexe und Nebengebäude, aufgrund der durchgehenden Beheizung der Zentralanlagen gegenüber anderen Ferienanlagen ist der Verbrauch sichtlich gestiegen. In manchen Center Parcs sind Energiespareinrichtungen installiert. Hier werden erste Ansätze zur Einsparung der Ressourcen beobachtet, z.B. durch Wiederverwendung von Brauchwasser oder der Einsatz von Kraft- Wärme Kopplungen. Das Ferienzentrum Bispingen weist hohen Strom-, Gas- und Wasserverbrauch auf, was durch die Anzahl der Übernachtungen pro Jahr zu erklären ist. Auch der Verbrauch pro Besucher pro Übernachtung, außer beim Stromverbrauch, dieser ist
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höher als bei anderen Ferienzentren. Der Energie- und Wasserverbrauch ist zweifellos hoch, jedoch ist das Ausmaß im Vergleich traditioneller Feriengebiete kaum höher.
Daher verfügt das Ferienzentrum Bispinger Heide wahrscheinlich auch über die meisten Energiesparmaßnahmen:
Zum einen sorgt eine Osmose- Anlage für die Wasseraufbereitung des genutzten Wassers im Zentralkomplex, so dass nur 15% Wasserverlust zu verzeichnen sind. Zu anderen regelt eine zentrale Klimaanlage die Temperatur und arbeitet sehr energiesparend. In den Bungalows werden Windfänge,
Toilettenspülungssparanlagen und Perlatoren an den Wasserhähnen zur Energiesparung eingesetzt.
Die Wasserkapazität der Gemeinde Bispingen ist bei weitem nicht ausgeschöpft, selbst durch das Ferienzentrum nicht. Es steht eine jährliche Kapazität von 685 Millionen Liter zu Verfügung, davon verbraucht die Gemeinde 300 Millionen Liter und der Center Parc 170 Millionen Liter Wasser. Bei anderen Ferienzentren müssen oft neue Kapazitäten geschaffen und neue Wasservorkommen erschlossen werden.
5.2.1.4 Abfallaufkommen
Das Abfallaufkommen ist ebenfalls vom Besucheraufkommen abhängig. Im Durchschnitt wurde ein Abwasseraufkommen von 100 bis 150 Liter pro Übernachtung ermittelt und ein Abfallaufkommen von 30 Liter pro Person pro Woche. Die ist ein leicht erhöhtes Aufkommen in Ferienzentren gegenüber dem durchschnittlichen Müllverbrauch pro Einwohner. Die Berechnung erweist sich jedoch als schwierig, da man nur die Kapazität der vorhandenen Müllcontainer bzw. Mülltonnen bei der Berechnung zugrunde legen kann, die jedoch nur begrenzte Aussagekraft über die tatsächlich anfallenden Menge besitzt. Es bestehen Maßnahmen zur Abfallreduzierung, so dass in den Center Parcs einheitlich Mülltrennung und die Verwendung von Mehrweggeschirr eingeführt wurde.
Für die zusätzlichen Abwasserkapazitäten müssen gegenüber den Abfallkapazitäten neu geschaffen werden, so dass zusätzliche Kapazitäten in Klärwerken und auf Mülldeponien geschaffen wurden.
Der Center Parc in Bispingen hat 150Liter Abwasser pro Übernachtung und 38 Liter Müll pro Person und Woche, dies ist im Vergleich zu Städten ein kaum höheres Müllaufkommen.
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Es gibt das Konzept zur Reduzierung des Müllaufkommens, so dass Mülltrennung mit circa 70 Trennstellen mit verschiedenen Containern auf dem Gelände des Center Parc vorgenommen und mittlerweile auch Mehrweggeschirr und Mehrwegfalschen .verwendet wird.
5.2.2 Standortabhängige Auswirkungen
Standortabhängige Auswirkungen können durch eine entsprechende Standortwahl weitgehenden vermieden werden:
5.2.2.1 Auswirkungen auf Flora und Fauna
Die Beeinträchtigung der Vegetation und der Tierwelt gehören zu den schwerwiegendsten Auswirkungen bei der Neuansiedlung eines Ferienparks. Die Schwere hängt von der Empfindlichkeit der Naturräume ab. So können Wälder gerodet und vorhandene Biotope durch Bebauung oder in Folge der intensiven Nutzung durch Feriengäste entwertet, zerstört oder zerschnitten werden. An schon vorher intensiv genutzten, ökologischen degradierten Standorten kann bei einer guten Planung sogar eine Aufwertung des Geländes eintreten. Unabhängig vom Betriebskonzept, müssen bestehende Baumbestände gerodet werden, zum ökologischen Ausgleich erfolgt eine höherwertige Aufforstung auf Ausgleichsflächen. Die Zerschneidung, Verunreinigung, Eutrophierung oder Störung durch Beunruhigung von Tieren stellen die schlimmsten Auswirkungen dar. Die ökologischen Auswirkungen können unterteilt werden in den Betrieb der Anlage und die Beeinträchtigung durch Aktivitäten der Feriengäste. Das Eindringen von Erholungssuchenden in Schutzgebiete birgt die Gefahr, dass es zu Verhaltensänderungen, Bestandsverlusten oder schlimmstenfalls zur Ausrottung von Arten in der Tierwelt führen kann. Dabei können durch Wegführungen und Sperrmaßnahmen Belastungen minimiert oder sogar ausgeschlossen werden. Durch die Bevorzugung landschaftlich attraktiver Standorte, die meist auch ökologisch wertvoll und empfindlich sind, ist eher mit einem Verlust vielfältiger Biotopstrukturen und einer Störung von Ökosystemen zu rechnen. Hinzu kommt, dass sich diese Beeinträchtigungen nicht nur auf das Ferienzentrum selbst beschränken, sondern auch auf die Umgebung erstrecken können. Dies gilt natürlich in erster Linie für dicht bebaute, außen- orientierte Anlagen, die häufiger für Spaziergänge, Radtouren u.a. in die unmittelbare Umgebung verlassen werden.
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Von Ferienzentren mit innen- orientierten Betriebskonzept geht- bezogen auf die Bettenkapazitäten- relativ wenig Erholungsdruck auf die Umgebung aus. Ist die Umgebung jedoch landschaftlich attraktiv und gut durch Spazierwege erschlossen, dann kommt es auch dort zu Belastungserscheinungen. Für eine umfangreiche Besucherlenkung sind folgende Maßnahmen erforderlich: Informationen sollten durch Hinweisschilder und eindeutige Wegeführungen verdeutlich sein, oder bei größeren Gebieten ein Informationszentrum eingerichtet werden. Die Kanalisierung der Besucherströme bleibt jedoch eine schwierige Aufgabe, da erhöhtes Aufkommen auf dem Wegenetz dazu verlockt, in ruhigere Waldbereich vorzudringen und dort Gefahren für seltene Tiere und Pflanzen heraus zu beschwören.
Zu bemerken ist, dass besonders innen- orientiert betriebene Ferienzentren durch die geringe Ausflugsneigung in der Lage sind, als Auffanglösung die Natur zu entlasten.
Die Realisierung des Bauvorhabens Center Parcs in Bispingen stellt einen Eingriff in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild dar, denn unabhängig von Betriebskonzept mussten bestehende Baumbestände gerodet werden. Zum ökologischen Ausgleich erfolgte eine höherwertige Aufforstung auf
Ausgleichsflächen. Biotope wurden nicht verletzt und eine Beeinträchtigung der Tier-und Pflanzenwelt ist nicht nachweisbar.
An der Parkrezeption liegen Broschüren aus, die Routen für Wander- und Fahrradtouren in reizvoller Umgebung vorschlagen, die sich alle auf festen Wegen befinden.
Es werden naturkundliche Führungen auf dem Gelände, das durch die Neuanpflanzung von jährlich ca. 200.000 Gewächsen durch ein hauptamtliches Forstamt sehr attraktiv ist, angeboten.
Auf dem aktuelle Gelände des Center Parcs sind Kiefern, Birken, Buchen, Eichen und Wacholder zu finden, dazu kommen rund 200 Vogelarten, darunter auch bedrohte Vogelarten.
Ein Ökologiegutachter bescheinigte, dass das Gelände seit der Inbetriebnahme des Ferienzentrums ökologisch aufgewertet wurde und mehr Vogelarten als vor der Eröffnung brüten.
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Jedoch kann man auch festhalten, dass durch den intensiven Erholungsbetrieb das Gelände innerhalb des Ferienzentrums nur bis maximal zu einer Wertigkeit, die der einer innerstädtischen Grünfläche entspricht, aufgewertet werden kann.
5.2.2.2 Störung des Landschaftsbildes
Das Landschaftsbild wird selten durch Ferienzentren der 2. Generation beeinflusst, jedoch ist auch dies stark von der Standortwahl abhängig. So können groß dimensionierte Zentralkomplexe das Landschaftsbild erheblich verändern. Die Auswirkungen auf das Landschaftsbild sind bei den Ferienzentren der 2. Generation wegen der Bungalow- Bauweise viel weniger problematisch, als die bei den Hochhäusern der 1. Generation der Fall ist. Bei den meisten Anlagen war eine Eingrünung mit einheimischen Gehölzen vorhanden bzw. geplant. Diese Eingrünung kann allerdings qualitativ sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem wie viel Geld der Investor dafür zu investieren bereit ist.
An visuell exponierten Standorten, wie offene Hanglagen oder Hügelkuppen, sind Störungen des Landschaftsbildes jedoch unvermeidbar. Für manche Investoren in der Bundesrepublik Deutschland sind aber gerade solche Standorte besonders attraktiv. Landschaftsästhetisch unproblematisch sind dagegen Standorte in Waldgebieten oder topographisch abgeschirmte Lagen. Bei dem Gelände des Center Parcs Bispinger Heide handelt es sich um ein weitgehend ebenes, baumbestandenes Grundstück, so dass Veränderungen des Geländereliefs zum großen Teil nicht notwendig waren. Die eingeschossige Bauweise der Bungalows trägt dazu bei, die visuelle Störung zu mindern. Weiterhin liegt der Center Parc in Mitten eines Kiefernwaldes, selbst der circa 25 Meter hohe Zentralkomplex und das mehrstöckige Hotel innerhalb des Geländes sind nur von wenigen Stellen zu sehen.
Somit kann die visuelle Wirkzone des Center Parcs als gering eingestuft werden.
5.2.2.3 Verkehrsaufkommen
Unabhängig vom Betriebskonzept kommt es durch Ferienzentren der 2. Generation zu leicht erhöhtem Verkehrsaufkommen. Rückstaus und erhöhter Parkdruck in umliegenden Gemeinden entstehen jedoch nur selten, oftmals werden neue Zufahrts- bzw. Erschließungsstraßen nötig. Um Schwächen der peripheren Lage zu reduzieren, bietet Center Parcs, einen Shuttle Service vom Hauptbahnhof zum Ferienzentrum und zurück an.
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Jedoch ist der PKW, das Verkehrsmittel zur Anreise zu Ferienzentren und wird es auch für die Zukunft bleiben.
Meist ist zum Erreichen eines Ferienzentrums eine Durchfahrt mehrere Ortsdurchfahrten erforderlich, dies kann für die betroffenen Gemeinden mit erheblichen Auswirkungen verbunden sein. Die Auswirkungen setzen sich meist aus Lärmbelästigungen, Abgasemissionen und Verkehrsunfällen zusammen. Diese Auswirkungen gilt es, durch eine verkehrsoptimierte Standortwahl mit direkter Autobahnanbindung und Verkehrlenkungs- und Straßenbaumaßnahmen, zu vermeiden.
Um das Verkehrsaufkommen zu verringern, gibt es mehrere Lösungsmöglichkeiten, zum einen Verkehr vermeiden, was aufgrund der hohen Nutzung des PKW nicht möglich ist. Ein weiterer Lösungsansatz wäre, den nicht vermeidbaren Verkehr auf umweltfreundliche Verkehrsmittel zu verlagern, was oft an der schlechten Anbindung an das ÖPNV und der peripheren Lage scheitert. Der einzige Ansatz der umsetzbar wäre, ist den nicht vermeidbaren bzw. nicht verlagerbaren Verkehr zu minimieren. Dies ist durch feste Buchungsintervalle geregelt, so dass der An- und Abreiseverkehr meist an Freitagen und Montagen und damit außerhalb der Hauptreisezeit des Wochenendes liegt. Ein weiterer positiver Effekt dieser Regelung ist, die Entzerrung des Verkehrs, und das damit verbundene Auffangen der Überlastungen der Straßen währende der Hauptverkehrszeiten.
Die Anreise im Ferienzentrum Bispingen erfolgt meist ausschließlich mit dem PKW (96%), weitere Verkehrsmittel sind Bus (3%) und Bahn (1%).
Abb.7 : Wahl des Verkehrsmittels zur Anreise (Draheim 2001: 49)
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Die häufigsten Gründe für die Wahl des Pkws ist die Praktikabilität, die Mobilität vor Ort, der einfache und schnelle Gepäcktransport und vor allem auch weil keine direkten Anschlüsse an das öffentliche Verkehrsnetz bestehen. So fungiert der PKW als Verknüpfung zwischen Quell- und Zielpunkt, weil er ein Universaltransportmittel, wettergeschützt und unkompliziert ist.
Abb.8 : Gründe für die Wahl des PKW zur Anreise (Draheim 2000: 50)
Laut Bispingens Bürgermeister kommt es nicht zu einem merkbar erhöhten Verkehraufkommen, denn der Ort ist ein traditionell stark besuchter Luftkurort und die Anreise der Besucher des Center Parcs sei vermeidbar. So besteht ein Abkommen mit den Lieferanten, so dass nicht die direkten Ort durchfahren werden sondern Nebenorte, die weniger stark frequentiert sind. Der zusätzliche Verkehr führt durch gute Infrastruktur keinesfalls zu Beeinträchtigung. Eine Beschilderung leitet die Besucher über die Autobahnausfahrt an der Gemeinde Bispingen vorbei. Für den Park wurden eine neue circa 200 Meter lange Zufahrtsstraße, sowie eine Linksabbiegerspur auf der bestehenden Schnellstraße gebaut. Zum erreichen der Ferienzentren werden im Durchschnitt 200 bis 300 Kilometer zurückgelegt oder 3,14 Stunden.
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5.2.2.4 Auswirkungen durch Aktivitäten der Gäste Die Auswirkungen durch die Aktivitäten der Gäste sind abhängig vom Freizeitverhalten der Erholungssuchenden. Die Art der Belastungen bei den Aktivitäten der Gäste außerhalb des Parks ist vergleichbar mit den Auswirkungen in dezentralen Fremdenverkehrsgebieten, da sich die Aktivitätsmuster gleichen. Man unterscheidet im Einzelnen zwischen Belastungen für die Tierwelt, Auswirkungen durch Trittschäden oder Belastungen für vormals ungestörte Gebiete. Es wird außerdem zwischen den Belastungen, die von Gästen in Ferienzentren mit außen- bzw. innen- orientierten Betriebskonzepten entstehen, differenziert. Die „Außenorientierung“ lässt eine erhöhte Ausflugsneigung vermuten. Allerdings ist deren Umfang bisher für keines der Konzepte durch Daten belegt. Die Frage ist hierbei, ob derart gravierende Unterschiede zwischen den Aktivitätsmustern existieren, dass die starke Differenzierung zwischen den Konzepten gerechtfertigt ist. Alle Ferienzentren verfügen über ähnliche Freizeiteinrichtungen, die zum Teil im Pauschalpreis enthalten sind um Kurzurlauber somit stark binden. Die ökologischen Auswirkungen auf die Vegetation und die Tierwelt sind in den existierenden Untersuchungen bisher nicht ausreichend analysiert. Aus dem vorliegenden Material ist nicht zu erkennen, ob die Belastungen durch die Erholungssuchenden eines Ferienzentrums höher liegen als die Schäden, die in der Umgebung eines dezentralen Fremdenverkehrsgebietes hervorgerufen werden können. Die Art der Auswirkungen ist bei beiden Fremdenverkehrsformen vergleichbar.
5.3 Soziokulturelle Auswirkungen
Die Bevorzugung ländlicher oder kleinstädtischen Standortgemeinden durch die Ferienzentren bewirkt dort extrem hohe Fremdenverkehrsintensitäten. Häufig übersteigt die Zahl der erwarteten Feriengäste die der Einwohner in nahe gelegenen Dörfern.
Isoliert, d.h. weit außerhalb des Ortes liegende Ferienzentren mit innen- orientiertem Betriebskonzept sind weniger problematisch zu beurteilen, da der Fremdenverkehr in diesem Falle physisch vor Ort kaum präsent ist. Störende Auswirkungen sind dagegen von außen- orientierten Anlagen zu erwarten, vor allem dann, wenn sie sich in Ortnähe befinden.
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5.3.1 Verhältnis von Ortsbewohnern und Ferienzentren
Deutliche Spannungen ergeben sich, wenn die einheimische Bevölkerung im Umgang mit Großprojekten kaum Erfahrungen hat, oftmals wird die Diskussion dann sehr stark emotionalisiert. Als Folge bleiben oft langfristige Konflikte innerhalb der Gemeinde bestehen. Tendenziell werden die Ferienzentren von den Einheimischen, als Fremdköper empfunden. Sie bieten zwar Arbeitsplätze, man kann sich mit ihnen aber nicht weiter identifizieren.
Bei den meisten geplanten Ferienzentren werden Bürgerinitiativen gegen die Projekte gebildet.
Teilweise nutzen die ortsansässigen Vereine die Möglichkeiten Musikproben, Kegelabende, Vereinstreffen etc. in Ferienzentren zu veranstalten, weil meist keine Räumlichkeiten vor Ort zur Verfügung stehen. Auch die Freizeitinfrastruktur im Ferienzentrum wird von der Bevölkerung, insbesondere den Jugendlichen, stärker in Anspruch genommen. Die infrastrukturelle Versorgungssituation und auch das kulturelle Angebot verbessern sich in den zumeist ländlichen Standortgemeinden durch die Errichtung eines Ferienzentrums.
Einige Ferienzentren grenzen ihr Gelände durch eine Einzäunung ab, die der Sicherheit der Gäste dient. Es wurde jedoch nicht festgestellt, dass diese Abgrenzung zu einer größeren Distanz zwischen Ferienzentrum und Ortsbewohnern führt. Bei relativer Nähe des Ferienzentrumsstandortes zu einer Ortsgemeinde spielt dieser Aspekt gegebenenfalls eine Rolle und in diesen Fällen könnte eine Sonderregelung für die Bewohner bezüglich der Nutzung und des Betreten des Parks getroffen werden.
In Bispingen bildete sich zu Beginn der Bauleitung im Mai 1987 eine Bürgerinitiative, die durch Unterschriftensammlungen, Hauswurfsendungen und Proteste der Gemeinde den Bau der Ferienzentrums vermeiden wollten. Nachdem der Bau begann, wurden durch Klagen ein sechsjähriger Baustopp und eine Umplanung gerichtlich erzwungen, die eine Verkleinerung der Fläche zur Folge hatte. Über acht Jahre wurden heftige und emotional Diskussionen über lokale Grenzen hinaus geführt.
Im Wesentlichen bezogen sich die Konflikte auf die zu erwartenden negativen Umweltauswirkungen und Naturschutzbelange.
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Nach langwierigen und komplizierten gerichtlichen Auseinandersetzungen wurde der Center Parc im Juli 1995 eröffnet.
Zwei Jahre nach der Eröffnung des Center Parcs haben sich auch die Gegner mit dem Projekt weitgehend arrangiert. Zwar gibt es immer noch viele Leute, die sich gegen die Anlage aussprechen, doch ziehen einige der ehemaligen Gegner heute erheblichen Nutzen aus der Ansiedlung, z.B. indem sie einen Arbeitsplatz dort gefunden haben. Die Bewohner der Gemeinde Bispingen erhalten als Anerkennung
Vorzugsjahreskarten, die freien Eintritt in das Ferienzentrum beinhalten. Das Angebot wird von den Bewohnern stark genutzt.
Trotzdem gibt es Teile der Bispinger Bürgerschaft die sich durch die Center Parcs-Besucher im Ort gestört fühlen. Die Störung bezieht sich überwiegend auf das Missverhältnis der Übernachtungen zwischen der Gemeinde und Center Parcs. Dadurch bestehen bei vielen Einwohnern immer noch spürbare Ängste vor einer Überfremdung durch die Touristen. Vor allem in der Hochsaison, am Montag und Freitag, bzw. an den An- und Abreisetagen, ist ihnen der Ort zu voll. An diesen Tagen kommen viele Besucher nach Bispingen, um dort für ihren Aufenthalt im Center Parcs oder für die Rückfahrt Lebensmittel und Getränke zu kaufen.
6. Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass kleinere und größere Ferienzentren überwiegend positive Einflüsse auf ökonomische Effekte haben und generell können Ferienzentren für eine Region als ökonomischer Gewinn hinsichtlich der Arbeitsplätze und Einkommen bewertet werden. Trotz der Bindewirkung der Parks für Gäste stellen deren Ausgaben und die Ausgaben der Ferienzentren sowie die zahlreichen kommunalen Abgaben im Vergleich mit dezentralen
Fremdenverkehrsformen eine große Einnahmequelle dar. Besonders vor dem Hintergrund mangelnder wirtschaftlicher Alternativen darf man im ländlichen Raum die ökonomischen Effekte nicht unterschätzen.
Eine landschaftlich relativ unattraktive Regionen, hätten gar nicht die Möglichkeit, einen dezentralen Tourismus zu entwickeln, weil dieser landschafts- und
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regionsbezogen sein müsste. Für solche Gemeinden können Ferienzentren der 2. Generation durchaus einen wirtschaftlichen Gewinn darstellen. Für bereits entwickelte, traditionelle Fremdenverkehrsgebiete oder solche mit einem hohem touristischen Potential ist die Ansiedlung von Ferienzentren dagegen aus ökonomischer Sicht problematisch, wenn nicht geklärt ist, wie sich diese auf die bestehenden bzw. noch nicht entwickelten Fremdenverkehrstrukturen auswirken werden.
Es dürfte deutlich geworden sein, dass die neue Generation von Ferienzentren unter Umweltgesichtpunkten, wegen ihrer vielfältigen und weit reichenden Auswirkungen, problematisch sind und für die betroffenen Standorte in aller Regel eine zusätzliche ökologische Belastung darstellen.
Fraglich ist nun, wie die Ferienzentren sich in ihrer ökologischen Gesamtbilanz im Vergleich zu anderen Fremdenverkehrsformen abschneiden. Die Analyse der ökologischen Auswirkungen von Ferienzentren erbrachte teilweise eine Bestätigung negativer Einflüsse eines Ferienzentrums auf die Ökologie. Der erhöhte Energieverbrauch, hohe punktuelle Verkehrsbelastungen oder der hohe Grad der Bodenversiegelung bei folienabgedichteten Wasserflächen zeigen, dass durch die Errichtung und den Betrieb der Wirkungsbereiche eines Ferienzentrums spezifische Umweltbelastungen hervorgerufen werden. Weiterhin ist zu sagen, dass im ökologischen Bereich Lösungs- und Kompromissmöglichkeiten bestehen, die auch von den Betreibern angestrebt werden, da sie die Notwenigkeit einer ökologischen Handlungsbereitschaft aus Imagegründen erkennen und in Einsparmaßnahmen ökonomische Vorteile sehen. Eine generelle Hinwendung zu einer ökologisch orientierten Betriebsführung kann und sollte deshalb in Zukunft angestrebt werden. Sie stellt die Chance dar, im Betrieb eines Ferienzentrums die derzeit optimalen Umweltstandards hinsichtlich Wassersparmöglichkeiten, Abfallvermeidung, etc. zu realisieren. Hierbei können Betreiber die Zusammenarbeit mit Facharbeitern im Rahmen einer Kooperation nutzen.
Die derzeitig zu beobachtenden Standortpräferenzen der Investoren, tragen meist nicht zu einer ökologisch verträglichen Schwerpunktbildung bei. Hinzu kommt, dass mit diesen Standortpräferenzen fast immer außen- orientierte Betriebskonzepte verbunden sind, die auch die Umgebung belasten.
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Die ökologische Gesamtbilanz kann nur im Zusammenhang mit dem Betriebskonzept, technischen und gestalterischen Maßnahmen und in Abhängigkeit vom gewählten Standort beurteilt werden.
Da außen- orientierte Parks z.B. zu einer höheren Verkehrs- und Umweltbelastung durch vermehrte Freizeitaktivitäten in der Umgebung führen, werden diese als ökologisch schlechter bewertet.
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7. Literaturverzeichnis
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Stefanie Seibert, 2006, Regionale Bedeutung von Ferienzentren in der BRD, München, GRIN Verlag GmbH
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