Einleitung
Aggression ist in der heutigen Gesellschaft ein Thema, dem sich Niemand mehr entziehen kann. Wir begegnen aggressiven Verhalten in den Nachrichten, der Familie, am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Insbesondere nach spektakulären Fällen der Gewalt (z.B. an Schulen, auf Polizeirevieren oder in Kinder und Jugendheimen), wird es zu einem wichtigen Thema der öffentlichen Diskussion sowie der Politik. Den oft unangemessen vereinfachten Phänomen und Erklärungen aggressiven Verhaltens, vor allem in Boulevardmedien, folgen dann Reflexartig unausgereifte oder sinnlose Vorschläge zur Gewaltprävention. Ich möchte in meinem Essay nicht der Frage nachgehen, ob man Aggression völlig abbauen kann. Diese Frage kann in diesem Rahmen unter keinen Umständen ausreichend beantwortet werden. Vielmehr möchte ich versuchen einen Überblick zur Aggressionsbewältigung durch sportliche Angebote zu geben. Ist es möglich die Aggressionen von Kinder und Jugendlichen in sinnvolle sportliche Betätigung umzusetzen und somit zu lenken? Aggression allgemein
Zuerst möchte ich einen kurzen Überblick über die Definition der Aggression geben. Den Ursprung des Wortes Aggression findet man im lateinischen „aggredior“, was soviel bedeutet wie sich nähern oder angreifen. Von dieser Übersetzung aus ist man zu vielen und zum Teil sehr weitgefassten Definitionen gelangt. Drei in Wissenschaft und Literatur verwendete sollen hier genannt sein.
„Sie (die Aggression) umfasst jene Verhaltensweisen, mit denen die direkte oder indirekte Schädigung eines Individuums, meist eines Artgenossen, intendiert wird.“ (Merz 1965, S. 571)
„Aggressives Verhalten ist ein Verhalten, das einen anderen verletzt, also Beleidigung, Bedrohung, Tätlichkeit.“ (Thierisch 1974, S. 106)
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„Eine Aggression besteht in einem gegen einen Organismus oder ein Organismussurrogat gerichtetes Austeilen schädigender Reize“ (Selg 1974, S. 15)
Hier soll Aggression im Sinne der Definition von Selg verstanden werden, da sie einige Vorteile besitzt. Insbesondere wird in ihr zum einen Hervorgehoben, dass das Ziel einer Aggression auch ein Ersatzobjekt sein kann. So hatte zum Beispiel fast jeder schon Wut auf seinen Vorgesetzten, hat diese aber mit einem Tritt gegen die Tür abreagiert. Zum anderen umfasst der Ausdruck „ schädigende Reize“ jedes Verhalten mit dem eine Person bewusst oder unbewusst Schädigen will. Also nicht nur Beleidigung, Drohung und Tätlichkeit, sondern zum Beispiel auch Schweigen oder die Verweigerung von Hilfe.
Zusätzlich schließt sie auch die Autoaggression mit ein, also Aggression die auf die eigene Person gerichtet sind. Der Nachteil einer solch weitgefassten Definition liegt auf der Hand. Sie birgt die Gefahr in sich, das sie fast auf jedes Verhalten zutrifft. In diesem Falle wäre sie aber aus naheliegenden Gründen Wertlos.
Entstehung von Aggression (nach Freud)
Zuerst sah Freud Aggression nicht als eigenständigen Trieb an. Er ging davon aus, dass die Aggression als instrumentelle Begleiterscheinung zur Libido auftritt. Dabei diente sie der Überwindung von Hindernissen auf dem Weg zum Lustgewinn. Freud sah hier eine Art „ Bemächtigungstrieb“ des Sexualtriebes der im Falle des Sadismus an die „Hauptstelle“ gerückt ist. Beim Masochismus meinte er, ziele diese Komponente durch Fehlentwicklungen auf die eigene Person. Später in seiner dritten Triebtheorie, trennte sich Freud vom Gedanken das Aggression grundsätzlich mit der Libido verbunden sei. Es wird heute davon ausgegangen, dass er sich noch unter dem Eindruck des ersten Weltkrieges 4
mit seinen Grausamkeiten entwickelte. In seinen beiden Arbeiten „Jenseits des Lustprinzips“ (1920) und „Das ICH und das ES“ (1923) beschreibt Freud noch etwas unsicher die Struktur der Persönlichkeit. Letztendlich besteht für Freud die Persönlichkeit aus ES, ICH und ÜBER-ICH. Wobei sich im ES zwei verschiedene Triebe befinden. Dies ist zum einen die Libido (Eros), welcher auf Lebenserhaltung und Fortpflanzung ausgerichtet ist. Zum anderen Thanatos (Destrudo), der auf die Umwandlung des Lebendigen auf die anorganische Ruhe zielt, also auf Vernichtung. Diese beiden Gegenspieler bestimmen in seinem Modell das Leben jedes Menschen. Je nach gerade vorhandener Energiemenge sind Personen bereit, gegen Objekte ihrer Umwelt aggressiv Vorzugehen. Aggression ist somit naturgegeben und ein unvermeidbarer Bestandteil des Lebens, allerdings durch Erziehungsprozesse steuerbar. Wie Freud, bin auch ich der Annahme, dass Aggressionen ungesund und krankmachend sind, weil der Destruktionstrieb dann die Selbstvernichtung anstrebt. Auch nach Mitscherlich ist Aggressivität alles, was durch Aktivität -zunächst
Muskelkraft- eine innere Spannung aufzulösen versucht. Meiner Meinung nach treffen Freud und Mitscherlich mit ihren Aussagen den Kernpunkt der Aggressivität und regen somit zur Ideenfindung, zum Abbau an. Haben sich erst einmal Aggressionen angestaut muss man versuchen diese abzubauen. Hierbei spricht man oft vom sogenannten „Dampf ablassen“. Ein weiterer Vertreter der Triebtheorie ist Konrad Lorenz: Aggression ist ein Trieb, eine endogene Kraft, die von innen her Druck erzeugt. Er sieht Aggression als Folge eines Instinktes. Konrad Lorenz verwendet das Modell eines Dampfdruckkessels: Das Feuer (endogene Energie) erhitzt den Inhalt, Dampf entsteht und muss entweichen. Ist ein entweichen des Dampfes möglich, kommt es zu nützlichen geregelten Reaktionen. Ist dies jedoch nicht durchführbar, explodiert der Kessel und irrationale Handlungen sind die Folgen. Konrad Lorenz nennt ein Ventil (Karthasis), welches eingebaut gehört um Dampf ablassen zu können. Dies bedeutet, dass in der Gesellschaft Situationen geschaffen werden müssen, wo man Dampf ablassen kann.
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Lorenz ist der Meinung, dass Aggressionen dadurch harmlos werden, wenn sie geregelt, bei bestimmten Situationen ausgelebt werden können. Zum Beispiel im Sport.
Ursachen für Aggression
Bevor ich zu den Möglichkeiten komme ob man Aggression abbauen oder lenken kann, möchte ich noch auf die Ursachen eingehen. „Die Ursachen von aggressiven Verhalten basieren meist auf genetischen und umweltbedingten Faktoren sowie deren Wechselwirkungen. Insbesondere die Wechselwirkung zwischen Kind und Umwelt scheinen für die Entstehung von Verhaltensproblemen verantwortlich zu sein.“ (Cicchetti, 1989) „Genetische Einflüsse, die bei der Entwicklung von Verhaltensauffälligkeiten beteiligt sein können, zeigen sich oft schon in einem „schwierigen Temperament“ (Belsky et al., 1989). Weitere Biologische Ursachen können in Wahrnehmungsstörungen beziehungsweise Reizverarbeitungsschwächen zu finden sein. Kinder zeigen oft mangelnde motorische Koordination und Kraftdosierung und agieren deshalb grob und „ überschießend“. Dieses
von außen beobachtete Verhalten wird als aggressiv interpretiert und gibt den Kind den Stempel der Aggressivität! Umweltfaktoren tragen direkt oder indirekt zur Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten bei. Aggressive Verhaltensweisen von Kindern können oft auch Hilferuf an die Umgebung sein. Kurzfristige Belastungsfaktoren wie zum Beispiel Familienkonflikte, Scheidungen, finanzielle Engpässe innerhalb der Familie, Konflikte im Freundeskreis können zu Überreaktionen von Kindern in Form von Aggressivität führen. Eine Psychopathologie der Eltern wie zum Beispiel mütterliche / väterliche Depression oder Alkoholismus werden bei aggressiven Kindern und Jugendlichen als Belastungsfaktor beobachtet.
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Eine weitere wichtige Rolle spielt, inwieweit Eltern selbst über soziale Fähigkeiten verfügen. Misshandelte Kinder sowie auch sexuell missbrauchte Kinder zeigen oft aggressive Verhaltensweisen.
„Bewegte Schule“ - eine Möglichkeit, Aggression abzubauen oder zu lenken Anfangen möchte ich mit dem Zitat „ Der Mensch soll lernen, nur Ochsen büffeln. Der Kopf ist nicht der einzige Körperteil. Man muss nämlich auch springen, turnen, tanzen und singen können, sonst ist man, mit seinem Wasserkopf voller Wissen, ein Krüppel und nichts mehr“ (Auszug aus einer Ansprache von Erich Kästner zum Schulbeginn aus dem Jahr 1954, siehe PZ 101, März 2000, 20)
Das Thema Gewalt und Gewaltprävention in der Schule ist spätestens seit den schrecklichen Ereignissen von Erfurt wieder in aller Munde. Dabei wird das Problem von Schule und Gewalt in der Regel überwiegend in der Weise diskutiert wird, dass man sich Gedanken macht über die wachsende Gewalt in der Schule, die steigende Gewaltbereitschaft und Bewaffnung der meist männlichen Schüler, die Brutalisierung der Auseinandersetzung. So wurde im Gewaltgutachten (Schwind / Baumann 1990) zu recht beklagt, dass junge Menschen fast nur noch erfahren was sie nicht können, und zu wenig zurück gemeldet bekommen, was sie können. Entsprechend weist Negt (1998) sehr deutlich auf den Zusammenhang von mangelhaft erfahrener Anerkennung, Sinnkrise und Gewaltbereitschaft hin. Der Kampf vieler Jugendlicher geht um geht um die Frage: Was bin ich überhaupt? Wer nimmt mich wahr? Daraus ergeben sich kulturelle Suchbewegungen, mit denen die Jungen Menschen diese Probleme zu lösen versuchen. Wenn ich gar nichts mehr habe, dann ist doch sichtbar, dass ich einen Körper habe. Das ist mein letzter Besitz, den können sie mir nicht nehmen, und ich kann sogar beweisen, dass ich existiere. Bieten sich Jugendlichen keine oder kaum Möglichkeiten, sich durch etwas hervorzuheben, bleibt ihnen oft nur noch der Körper als Kapital, den sie entsprechend ausbilden (modellieren) und gewinnbringend einsetzen. So ist Kämpfen innerhalb und zwischen Gruppen ein unverzichtbares Mittel zur Erlangung und Aufrechterhaltung von
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Ansehen. Sechzig Prozent dieser Jugendlichen sind der Meinung, dass man am besten darstellen kann wer man ist, wenn man zeigt, wie man sich gegen andere durchsetzen kann. Über fünfzig Prozent sind der Meinung, dass jeder Tag Kampf sei und der Stärkere sich durchsetzen müsse, beziehungsweise dass man sich in unseren heutigen Verhältnissen nur mit Gewalt wehren könne, um nicht untergebuttert zu werden. Hier wird die Bedeutung der Schaffung / Ermöglichung von Bewegungsspiel, Spiel und Sportanlässen in der Schule deutlich. Bewegung, Spiel und Sport sind Medien für junge Menschen, sich vor anderen zu präsentieren. Junge Menschen erfahren ihren gesellschaftlichen Wert oft über ihre Körperpräsentation. Sport, Spiel, Bewegung sind - und dies darf zusätzlich nicht unterschätzt werden - für viele Jugendlichen und gerade auch für auffällige junge Männer oft das einzige übrig gebliebene Erfahrungsfeld, auf welchen sie Erfolg, Selbstbestätigung, positives Gruppenerlebnis mit Anerkennung und Gruppenerfolg erfahren können. Durch Sport, Spiel und Bewegung können Aggressionen und motorischer Bewegungsdrang „gesteuert“ abgearbeitet, vorhandene körperliche Fähigkeiten positiv eingesetzt, mit vertrauter Betätigung Schwellenängste gegenüber dem sonstigen Angebot abgebaut, die Beziehung von Jugendlichen ( vor allem aus Randgruppen ) untereinander, zu ihrer Umwelt und zu den Lehrer / Lehrerinnen geübt und verbessert, das Akzeptieren vorhandener Regeln erlernt, Erfolgserlebnisse erzielt werden.
Aber: Sport treiben ist nicht erzieherisch, integrativ, präventiv, sozial, wie auch Schnack / Neutzling ( 991, 185 f.) mit dem folgenden Zitat schön verdeutlichen: „ Sport bietet Jungen und Männern eine der wenigen Möglichkeiten, ihren Körper zu spüren, Größe und Stärke auszuspielen. Dabei geht es um Ehre, Anerkennung und Erfolg. Sport ist zweischneidig: Sport verschafft Zwang zum Körper, aber der muss gestählt werden. Jungen sollen ihren Körper weniger entdecken, als, ihn durch Leistungen unter Beweis zu stellen. Sport fordert und fördert Leistungsdenken und in nicht wenigen Disziplinen auch die Gewaltbereitschaft, aber Sport trägt auch dazu bei, Gewaltpotentiale zu kanalisieren und Aggressionen unter Kontrolle zu
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bringen.“ Die amerikanische Sportpsychologin (Butt 1974)meint: „Die Welt des Sports verstärkt viel öfter, als viele annehmen, destruktives Verhalten, wie zum Beispiel Betrügen, Doping und so weiter. Wenn Spiel und Sport bedeutungsvolle Mittel zur Vorbereitung auf das Erwachsenenverhalten sind, dann müssen wir uns genauso vor dem Boxen, Stierkampf und Fußball fürchten, wie wir uns vor dem Krieg fürchten.“ In der Studie „Gestaltung und Kritik - Zum Verhältnis von Protestantismus und Kultur im neuen Jahrhundert“ (EKD / VEF 1999, 55f, Huber 2000) werden drei Dimensionen des Sports, die auf eine ganzheitliche Erfahrung menschlichen Handelns gerichtet sind und die für die Frage der Bedeutung sportbezogener Gewaltprävention wichtig sind, herausgestellt: die naturale, die personale und die soziale Dimension des Sports. Die naturale Dimension bezieht sich auf die Tatsache, dass sich im sportlich- spielerischen Tun Menschen in Form eines Bewegungshandelns sind Gesundheit und Unversehrtheit. In der persönlichen Würde dient und Ausdruck menschlicher Kreativität und Gestaltungskraft ist. Hier begegnet der Mensch sich selbst in der Einheit von Körper, Seele und Geist. In der sozialen Dimension wird zum Ausdruck gebracht, dass sich im Sport Menschen einander begegnen, Zusammenspiel und Wettkampf, Kooperation und Konkurrenz in ihm zusammen gehören. In diesen drei Dimensionen tritt der Sport in den Dienst menschlicher Würde und damit auch primären und zum Teil auch sekundären Gewaltprävention, aber auch darauf haben die einführenden Zitate schon hingewiesen, in diesen drei Dimensionen kann Sport diese Würde auch bedrohen und gefährden. So wird auch in der EKD-Studie vor dem Misslingen der kulturellen Gestaltung des Sports gewarnt, wenn diese sich zum „Kult des Körpers“ verkehrt, in dem die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit als höchster Wert gilt, wie am Beispiel des Dopings oder gesundheitsgefährdenden Kinder- und Jugendsport. (Singler / Treutlein 2000) In der personalen Dimension misslingt die kulturelle Gestaltung des Sports, wenn diese in einen „Kult des Siegens“ verkehrt wird, in dem nur noch die Überlegenheit über den anderen zählt, Sieg und Erfolg zum Maß aller Dinge werden. (Lenk / Pilz 1989; Pilz 1994, 1999)
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Schließlich misslingt die kulturelle Gestaltung des Sports, wenn diese in einen „Kult der Gewalt“ verkehrt wird, sei es in Form von Angriffen auf die körperliche Integrität des sportlichen Gegners oder der Entladung von Gewalt auf den Rängen und nach dem Spiel auf den Straßen, „Sport als Beispiel für zweckfreies Spiel also zum Anlass brutaler Gewalt wird.“ (Dembowski / Scheidle 2002; Gehrmann / Schneider; Pilz 1998) Die unreflektierten Hochgesänge auf die bildende, erzieherische, präventive Bedeutung des Sports verdecken - dies wird hier deutlich - die auch dem Sport immanenten Problemfelder der Gewalt, rücksichtslosen Interessendurchsetzung und Gesundheitsgefährdung (ausführlich siehe Pilz 1994). Sie macht vergessen, worauf (Grupe 2000) offensichtlich hinweisen möchte, wenn er zwischen Sportkultur und „Kultur des Sports“ unterscheidet: dass es auch im Sport zwei Seiten der Medaille gibt.
Sportkultur meint die Wirklichkeit des Sports, wie er ist, in seinen positiven wie negativen, in seinen kulturellen wie kultischen Ausformungen. Kultur des Sports hingegen meint Werte und Ideen des Sports die bewahrt, befolgt, realisiert werden sollten (zum Beispiel Fairness, Ritterlichkeit, Solidarität, usw.). Hier wird Kultur als Aufgabe, als Leitmotiv, als normative Setzung verstanden. Sporttreiben ist nicht erzieherisch, soziales, faires, kameradschaftliches Handeln, vielmehr ist es Aufgabe des Sports, darauf hinzuwirken, dass diese im Sport angelegten Werte und Ideale realistisch, befolgt, bewahrt und geschützt werden, dass die kulturellen Werte des Sports gelebt werden. Anders ausgedrückt: Statt davon zu sprechen, dass Sport verbinde, erziehe und wie problemlos auch immer integriere, müsste es heißen: Sport muss, Sport kann verbinden, erziehen und integrieren. Hierzu muss man Bewegungsorientierte Angebote schaffen.
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Bewegungsorientierte Angebote schaffen
Die Forderung, dass die Sportangebote den Bedürfnissen , den Lebenswelten und Lebensstilen der Jugendlichen angepasst werden müssen, bedeutet - und darauf haben (Becker / Hartmann 1989) zu Recht immer wieder hingewiesen - dass die Angebote sich nicht nur an die „angepassten“ Jugendlichen richten dürfen oder Jugendliche in bürgerliche „Tugendpanzer“ zwängen. Wir müssen uns auch auf unbequeme Jugendliche einlassen, deren fremdartige, unbequeme, sozial oft nicht tolerierte Bedürfnisse akzeptieren und in die Angebotspalette der Jugendarbeit einfließen lassen. Das heißt auch, sich unter Umständen auf die manchmal Angst einflößenden, bedrohlich erscheinenden Körper und Lebensstile der Jugendlichen (zum Beispiel die auf Kraft, aggressive Männlichkeit, Härte ausgerichteten Stile) einzulassen und sie durch entsprechende Angebote zu kanalisieren, aufzufangen.
Aggressionen kontrollieren durch Kampfsport
Wenn man sich fragt, wozu man sich mit Kampfkunst beschäftigen sollte, sind viele unterschiedliche Antworten möglich. Man will seine allgemeine Fitness steigern. Über die offensichtlichen (äußeren) Wirkungen des Trainings wird viel gesagt, aber kaum jemand beschäftigt sich mit den psychischen Veränderungen einer Persönlichkeit. Da dieser Aspekt meist sehr stiefmütterlich behandelt wird, will ich ihm in diesem Abschnitt einen besonderen Platz einräumen. Aufzeigen, welche Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung sich über das Erlernen einer Kampfkunst bieten - speziell die Kultivierung unserer Gefühle. Sehen wir uns als Erstes die Grundgefühle an, mit denen wir in einer realistischen Selbstverteidigungssituation konfrontiert werden. Die Reaktion auf eine Gefahrensituation sind bei uns Menschen durch die Evolution vorgeprägt und laufen automatisch ab, ohne dass wir sie kontrollieren können. Im Normalfall entscheiden wir
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unbewusst darüber, wie wir reagieren - je nach dem ob wir Angst haben (Flucht) oder Aggressiv sind (Kampf). Diese beiden Grundgefühle treten jedoch nicht nur in realen Gefahrensituationen auf, sondern in abgemilderter Intensität auch im alltäglichen Leben. Angst kann man vor allen möglichen Situationen haben - Lampenfieber vor einem Vortrag, nachts allein nach Hause zu gehen, sich vor den Kollegen zu blamieren, eine Frau anzusprechen oder eine gegenteilige Meinung zu äußern. Ähnliches gilt für die Aggression oder Wut, Statuskämpfe am Arbeitsplatz, Rechthaberei, Streitigkeiten mit den Nachbarn, Ärger im Berufsverkehr können in uns Aggressionen hervorrufen. Die körperliche Auseinandersetzung ist nur der letzte Schritt, die eigene Wut zu veräußerlichen. All diese Situationen haben nichts mit einem Zweikampf zu tun und rufen in uns dennoch solche Gefühle hervor. Was ist das besondere an Angst und Aggression? Beides sind Grundgefühle, die in der Gesellschaft nicht gerne gesehen werden. Wer will schon vor Anderen seine Schwäche zeigen, offensichtlich kundtun, dass er eine Situation nicht im Griff hat, ein Versager ist? Seine Aggressionen auszuleben ist ebenso brisant, je unkontrollierter man dieses Gefühl anderen gegenüber veräußert, desto mehr schaukeln sich Konflikte hoch und am Ende verliert man seine soziale Kontakte. Kulminiert das Ganze gar in körperliche Gewalt, so sind die schwedischen Gardinen nicht weit, man wird aus der normalen Gesellschaft entfernt. Unsere normale Reaktion gegenüber diesen Gefühlen ist die Verdrängung. Wir versuchen diesen Gefühlen aus dem Weg zu gehen, Situationen zu vermeiden, in denen sie auftauchen, oder wir schämen uns, wenn wir sie in einem unbeobachteten Moment gezeigt haben. Wir entwickeln ein „Sicherheitsbedürfnis“ und planen unser Leben so, dass uns nichts Unvorhergesehenes oder Bedrohliches aus der Bahn werfen kann. Wir bauen feste Routinen in unseren Alltag ein und versuchen das Element des Chaos oder des Zufalls zu eliminieren. Doch leider ist unser Leben unser Bedürfnis nach Frieden und Sicherheit egal.
Unserer eigenen Angst und Wut können wir nicht entkommen, denn diese gehören zu unserem tierischen Erbe und werden uns überall hin begleiten,
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wohin wir gehen. Diese Gefühle zu verändern oder zu beherrschen gelingt uns nicht durch Zufall, sondern wir müssen uns mit ihnen auseinandersetzen, wenn wir sie kultivieren wollen. Es bringt nichts darüber Bücher zu lesen, sie nach psychologischen Vorgaben zu analysieren, Vorträgen darüber beizuwohnen oder mit Freunden darüber zu reden. Ein Gefühl ändert man einzig dadurch, dass man es erlebt und im Erleben der Intensität neue Verhaltensmöglichkeiten einübt. Erst wenn wir uns diesen Gefühlen stellen, haben wir die Möglichkeit zu lernen mit der Intensität umzugehen (Wer Schwimmen lernen will, muss ins Wasser). Das sie zu unseren eigenen Wesen gehören, lassen sie sich weder dauerhaft verdrängen, noch können wir davor fliehen. Im Gegenteil, je mehr wir sie verdrängen oder zu vermeiden versuchen, desto obskurere Formen nehmen die Gefühle an, irgendwann fürchten wir uns nicht mehr vor einer realen Gefahr, sondern haben Angst vor unserer Angst. Wer Mut genug hat, sich die Wirkung dieser Verdrängung zu vergegenwärtigen, kommt irgendwann zu der Frage, ob er der Passagier oder der Pilot seiner eigenen Gefühle sein will. Um Pilot zu werden, müssen wir uns diesen Gefühlen stellen. Wir müssen über uns selbst hinauswachsen, um unserer Ohnmächtigkeit ins Auge zu blicken und Mittel und Wege finden, diese Gefühle zu lenken. Hierfür brauchen wir ein Medium, die Kampfkunst. Sie ermöglicht es diese Gefühle kontrolliert zu erzeugen und Verhaltensweisen einzutrainieren, die über unsere geprägten Muster hinausgehen. Doch unter dem Begriff Kampfkunst wird heutzutage alles Mögliche gefasst, selbst Systeme in denen der reale Zweikampf keine Rolle mehr spielt. Was eine Kampfkunst leisten muss, um uns bei diesem Problem zu helfen, will ich anhand von drei Bereichen (Rot, Gelb und Grün) versuchen zu erklären. Jeder Mensch kann ein bestimmtes Stresslevel oder Intensität verarbeiten. Solange wir uns im „grünen Bereich“ bewegen, sehen wir uns Situationen gegenüber, in denen wir handlungsfähig sind. Wie groß der Bereich ist in dem wir mit Intensität und Stress umgeben können, ist bei jeden Menschen verschieden. Je mehr wir gelernt haben mit unseren Gefühlen umzugehen, desto größer kann dieser „grüne Bereich“ werden. Der „gelbe Bereich“
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symbolisiert einen Intensität oder Stresslevel, in dem wir nur mehr bedingt handlungsfähig sind. Ob, wann und wie wir mit diesem Bereich umgehen können oder nicht, mögen von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängen. Es kann eine Frage der „Tagesform sein“ oder schlicht, wie viele problematische Situationen zusammenkommen. Eine kleine Beziehungskrise mögen wir noch verkraften. Was aber, wenn dazu noch ein Unfall kommt, oder der Chef die Kündigung auf den Tisch legt?
Dieser Bereich führt uns in die Zone der „Grenzerfahrung“ und stellt unseren persönlichen Intensitätslevel dar, bei dem wir die auf uns zukommenden Probleme vielleicht gerade noch bewältigen können. Der „rote Bereich“ symbolisiert einen Intensitätsgrad, der über unsere aktuellen Fähigkeiten, Probleme zu bewältigen, hinausgeht. Der Stress oder die Intensität übersteigen das Maß dessen, was wir noch nicht bewältigen können. Wir kommen in Panik, Verzweifeln, Fliehen, drehen durch, das heißt wir sind nicht mehr fähig vernünftig zu handeln, oder im Extremfall, sogar völlig handlungsunfähig. Der äußerste Punkt dieser Skala könnte die Todesangst sein, also eine Situation in der unsere gesamte Existenz auf dem Spiel steht. Gewöhnlich verhalten sich Menschen so, das sie versuchen im „grünen Bereich“ zu bleiben. Hier haben sie funktionierende Verhaltensgewohnheiten entwickelt, innerhalb derer Probleme erfolgreich bewältigt werden können. Ein „Sicherheitsfanatiker“ wird versuchen, sein gesamtes Leben einzurichten, dass Grenzerfahrungen vermieden werden und alles was Unsicherheit oder gar Panik verursachen könnte, mit allen Mitteln zu vermeiden. Sobald eine Unsicherheit auftritt, wird man versuchen zu „fliehen“, sich zu stabilisieren oder zu verdrängen. Ob das eigene Erleben bewältigt werden kann, ist von äußeren Faktoren abhängig, denn der Sicherheitsfanatiker hat nie gelernt mit Grenzsituationen umzugehen. Die Fähigkeit Stress verarbeiten zu können, ist nicht nur in Kampfsituationen gefragt, sondern ist in allen Lebenslagen präsent. Je mehr Verantwortung wir beispielsweise in der Gesellschaft oder Beruf übernehmen wollen, desto mehr steigen die Unwägbarkeiten, denen wir uns gegenüber sehen und damit der mögliche Stresslevel. Bei einem einfachen Arbeiter mag der 14
Verantwortungsbereich noch überschaubar sein, aber spätestens wenn wir eine Führungsposition einnehmen wollen, können uns die Anforderungen schnell überwältigen. Ein Geschäftsführer ist letztlich für das ganze verantwortlich, er hat niemanden mehr, auf den er seine Verantwortung abwälzen kann, entweder ist er dem Stress gewachsen (und handlungsfähig) oder seine Firma geht in den Konkurs. Damit habe ich einen großen Bogen geschlagen um zu zeigen, dass die Fähigkeiten die man in einer Kampfkunst lernt, auf unser ganzes leben übertragbar ist. Doch wie kann uns das Training einer Kampfkunst dabei helfen unsere Stressverarbeitungsfähigkeit zu steigern? In Kampfkünsten, in denen ein realer Zweikampf eingeübt wird, enthält die Momente der Intensität und der Stressverarbeitung. Ein gut gesteuerter Zweikampf (Sparring) bewegt sich für die Teilnehmer im „gelben Bereich“. Ein guter Trainer wird darauf achten, dass seine Schüler diese „Gradwanderung der Intensität“ meistern lernen. Der leichte Overflow ist nötig, damit der Schüler lernt mit höheren Intensitäten umzugehen, seine Grenzen zu erweitern. Normalerweise werden die verschiedenen Intensitätslevels in der Kampfkunst in Grade unterteilt. Man fängt als Anfänger auf einem relativ niedrigen Niveau an und steigert allmählich die Intensität bis zum realen Zweikampf (gelben oder roten Bereich).
Damit kann der Lehrer die Anforderungen auf den jeweiligen Schüler abstimmen und so dafür sorgen, dass er Erfolgserlebnis hat, das langsam aber sicher sein Selbstbewusstsein steigert. Dies kann aber nur eine Kampfkunst leisten, die mit einer Steigerung des Stress beziehungsweise Intensitätslevels arbeitet. Ich erwähne dies, da mittlerweile unter dem Etikett „Kampfkunst“ oder „Kampfsport“ auch Systeme bezeichnet werden, die keinen realen Zweikampf mehr trainieren. Der Kampfaspekt rückt immer mehr in den Hintergrund und Aspekte der Fitness, Kondition oder Beweglichkeit stehen im Vordergrund. Damit wird man sein Stresspotential nicht steigern, denn nur wer Angst hat, kann auch lernen sich zu beherrschen. Wird die nötige Intensität nicht erreicht, kann man sich zwar 15
einreden, einer Auseinandersetzung gewachsen zu sein, aber sicher wissen es nur diejenigen, die solche Intensitäten auch erlebt und bewältigt haben. Als ehemaligen Türsteher gab es für mich eine Goldene Faustregel, eine reale Auseinandersetzung ist zu 70% Kopfsache und zu 30% Technik. Ich habe schon die besten Techniker in relativ harmlosen Situationen in Panik ausbrechen sehen, weil sie ihre Gefühle nicht unter Kontrolle hatten. Die beste Technik versagt, wenn einem das Herz in die Hose rutscht und man Angst bekommt. Nur wenn man Technik auch unter Stress anzuwenden weiß, kann man davon ausgehen, dass man „gefährlichen“ Situationen auch gewachsen ist. Und wer in einem Bereich gelernt hat, seine eine höhere Intensität von Gefühlen zu meistern, kann diese Fähigkeit leicht auf andere Bereiche im Leben übertragen. Desgleichen gilt für die Kultivierung der eigenen Aggressionen. Einige Schlägertypen brauchen den Kampf, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Sie wollen in ihrem sozialen Umfeld anerkannt werden, brauchen die Bestätigung Anderer etwas wert zu sein, von der Gruppe Reputation zu erhalten. Wer sich jedoch den eigenen Wert über Andere bestätigen lassen muss, hat kein eigenes Selbstbewusstsein. Ein anderer Fall ist, wenn jemand zu wenig Verhaltensalternativen in Konfliktsituationen erlernt hat. Sobald er selbst, oder sein Weltbild, in Frage gestellt wird, reagiert er mit aggressiven Gefühlen. Da er sich argumentativ nicht ausdrücken oder mithalten kann, versucht er praktisch seine Überlebensfähigkeit zu zeigen, er wehrt sich. Auch in diesen Fällen kann eine Kampfkunst helfen, die Aggression zu kanalisieren. Man merkt schnell, dass man mit rein automatischer Reaktion nicht weiter kommt. Wildes Herum prügeln kann auf der Straße noch funktionieren, aber im Sparring wird es sinnlos, man steckt plötzlich mehr ein als man austeilt und wird selbst zum Opfer. Wenn man weiterhin Erfolg haben will, muss man lernen willkürlich Reaktionen zu kontrollieren, sie zu dosieren, wie es der momentanen Situation angemessen ist, der erste Schritt seine Aggression selbst zu dosieren, dieses Gefühl angemessen auszuleben. Je mehr man lernt sich selbst zu kontrollieren, desto erfolgreicher und gezielter wird man erlernte
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Techniken anwenden. Da man sich hier im Wettkampf immer im Vergleich zu Anderen erlebt, lernt man auch seine eigenen Fähigkeiten einzuschätzen. Dies geht einher mit einer Steigerung des eigenen Selbstbewusstseins, man weiß was man kann und muss sich nicht selbst immer wieder beweisen. Somit kann man das scheinbare Paradox erklären, wie man durch das Studium der Gewaltwendung letztlich friedlich wird. Dieses Phänomen ist auch geschichtlich bekannt, in China tobte zur Zeit des gelben Kaisers ein blutiger Bürgerkrieg. Dorf kämpfte gegen Dorf und die Gewalt schien sich nicht eindämmen zu lassen. So erließ der Kaiser ein Gesetz, dass besagte, das in jedem Dorf eine Boxerschule einzurichten sei. Die Menschen sollten dort die Kunst des Kampfes erlernen und die Dörfer selbst in fairen Zweikämpfen untereinander messen. Das letztliche Ergebnis war eine Befriedigung des Landes und die Geburt der chinesischen Kampfkunst. Sicher ist das erlernen einer Kampfkunst keine Garantie dafür, all diese Fähigkeiten zu lernen. Aber die Kampfkunst kann eine Chance sein, sich dieser Prinzipien klar zu werden. Sie kann uns helfen unsere Gefühle zu kultivieren und damit ein vollständiger Mensch zu werden. Sie ist eine Chance, weiter nichts, ob wir sie wahrnehmen und verstehen, entscheiden letztlich wir selbst.
Ringen
In seinem bemerkenswerten Aufsatz „Kampfkunst in der Jugendarbeit“ hat Kühn (1994) folgende Punkte zusammen getragen, warum die Kampfkunst; Kämpfen, hier besonders Ringen für Jugendliche attraktiv macht. Die Jugendlichen erfahren im Kampfsport körperliche Aktivität, Kondition und Fitness. Er gibt ihnen Sicherheit und Orientierung durch klare Werte. Die Jugendlichen erlangen Selbstbewusstsein durch Stärke und Technik, bekommen ein Gefühl der Überlegenheit und Unangreifbarkeit. Die( traditionelle) männliche Identität stabilisiert sich durch Aggressivität, Körperkraft und der Konkurrenz. Hier entsteht Raum für das Erleben und Ausleben eigener aggressiver Impulse. Jeder Pädagoge und jede 17
Pädagogin muss sich dabei selbst die Frage stellen und beantworten, wie weit er / sie subkulturellen Gruppen Freiräume in seiner Arbeit einräumen kann und will. Ob Kampfsportarten im Dienst (sozial) pädagogischer Maßnahmen zur Gewaltprävention oder Befriedigung gewaltbereiter, faszinierter Jungen der richtige Weg sind, hängt dabei in erster Linie von der Frage ab, welche Sportarten und noch viel mehr wie sie vermittelt werden.
Persönliches Resümee
Ich habe jetzt einige Methoden aufgeführt, wie man meiner Meinung nach Aggressionen beeinflussen, lenken oder gar abbauen kann und bin zu folgenden Entschluss gekommen. Die Einrichtungen, nicht nur der Jugendhilfe sind mittlerweile verstärkt mit dem Thema Aggression und Gewalt konfrontiert. Fachkräfte stoßen vermehrt an ihre eigenen Grenzen, da aggressive Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene den Arbeitsalltag mitbestimmen. Sie werden zum einen mit der Gewalt unter den Jugendlichen konfrontiert, aber auch mit Bedrohungen und
Gewaltwendungen gegen sich selbst. Deshalb ist es wichtig, die Mitarbeiter gezielt zu schulen, damit ein pädagogisch zielgerichtetes Handeln auch in Stresssituation und Konfliktsituationen möglich ist. Dazu gehört auch, die eigenen Gefühle, wie Angst, Wut und Ohnmacht in und nach solchen Situationen wahrzunehmen und für sich geeignete Handlungsfähigkeiten und Verhaltensalternativen kennenzulernen und einzuüben. Eine rein verbal orientierte Pädagogik und eine vielleicht mangelnde eigene Psychohygiene reichen oft nicht mehr zur Bewältigung und Aufarbeitung eskalierender Situationen aus. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Entstehung und den Verlauf von Konflikten, auch abhängig von systemischen Faktoren und natürlich persönlichen Haltungen und Verhaltensweisen zu analysieren und zu durchschauen, damit ein erfolgreiches Handeln möglich ist. Außerdem ist eine Erweiterung der pädagogischen Kompetenz, von meist
verbalorientierten Ansätzen, hin zu mehr Bewegung und körperorientierten Methoden sinnvoll.
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Literaturverzeichnis
‐ Amerikanische Sportpsychologin Butt 1974
‐ Auszug aus einer Ansprache von Erich Kästner zum Schulbeginn aus dem Jahr 1954, siehe PZ 101, März 2000, 20 ‐ Gertke, Ralf: Sportstudium 1987
‐ Heuseler, Steffen: Diplomarbeit 2007
‐ http://homepage.ruhr-uni-bochum.de vom 26.12.2007
‐ Lorenz, Konrad: Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression. München: Deutscher Taschenbuchverlag; ungekürzte Ausgabe 1983 ‐ Merz: 1965, S. 570
‐ Selg: 1974, S. 15
‐ Studie EKD/VEF 1999 55f, Huber 2000
‐ Thirisch: 1974, S. 106
‐ Unterlagen meines Ninjutsulehrer (Jens Börner)
‐ Unterlagen von Arbeitskollegen die Sport Studiert haben
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Arbeit zitieren:
Staatlich anerkannter Erzieher Andreas Hampel, 2007, Aggressionsbewältigung durch Sport, München, GRIN Verlag GmbH
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