Inhalt
1. Einleitung 3-4
2. Die Gründung 5-7
3. Struktur 8-12
4. Aktivitäten des Templerordens 13- 14
5. Freitag der 13., das Ende des Ordens 15- 17
6.Literaturverzeichnis/ Bibliografie 18
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1.Einleitung
Die folgende Hausarbeit befasst sich mit dem Templerorden. Bewusst sollen dabei die Gründung und die Struktur und die Aktivitäten des Ordens im Vordergrund stehen. Um die Darstellung des Templerordens zu vervollständigen, werde ich kurz den Untergang schildern. Der Prozess wird in dieser Hausarbeit nur am Rande zu Vervollständigung erwähnt.
Es haben sich bereits viele Autoren um eine Darstellung des Unterganges der Templer verdient gemacht.
Leider werden die Strukturen der Ordensgemeinschaft meist eher am Rande erwähnt. Dieses Thema soll in dieser Hausarbeit, so weit es die Quellenlage hergibt, aufgearbeitet werden.
Beginnen möchte ich aber mit der Gründung des Ordens, wobei eine genaue Zeitangabe nicht möglich ist, da es keine einheitliche Angabe der Quellen gibt. Weiter werde ich mich dann mit den Strukturen des Ordens beschäftigen, welche sich an den strengen Regeln der Zisterzienser orientieren. Außerdem werden die weiteren Aktivitäten des Templerordens kurz erläutern.
Die Geschichte des Templerordens bietet bis heute viel Platz für Spekulationen. Viele sehen in dem Reichtum der Templer einen Beleg dafür, dass sie den heiligen Gral gefunden haben müssen.
Schon zu seiner Zeit übte der Orden ein Faszination auf die Menschen aus. Die Heldentaten, der Reichtum und vor allem die Unnahbarkeit der Ritter zogen sie schon damals magisch in ihren Bann.
In der Zeit der Templer beanspruchten alle drei Weltreligionen, Moslems, Juden und Christen, seit Jahrhunderten die Stadt Jerusalem. Die andauernden Auseinandersetzungen endeten in mehreren Kreuzzügen, in denen es den Kreuzfahrern 1099 in dem ersten Kreuzzug gelang die Heilige Stadt für sich zu beanspruchen.
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Aufgeteilt wurde das eroberte Gebiet in vier neu gegründeten Staaten Antiochia, Edessa, Jerusalem und Tripolis. Es folgten weitere Kreuzzüge, heute werden 7 Kreuzzüge gezählt, wobei es weitere Kreuzzüge wie z.B. den Kinderkreuzzug gab. Die Bezeichnung Kreuzzug wurde für viele weitere militärische Aktionen verwendet.
Den Mitstreitern der heiligen Kriege wurde versprochen, dass ihnen alle Sünden erlassen werden und ein Platz im Paradies sicher sei. Zudem versprachen sich die Krieger eine reiche Beute. Das Erstgeborenenrecht, welches bedeutete das nur der Erstgeborene den gesamten Grundbesitz erbte, lockte auch viele junge Adelige in die Ländereien im Orient.
In dieser Welt, in der viele Abenteurer in den Orient aufbrechen, wird der Tempelritterorden gegründet.
Mit viel Geschick kamen die Templer zu Reichtum. Sie „erfanden“ z.B. den bargeldlosen Geldverkehr. Mit dem Reichtum wuchs auch die Macht des Ordens, er zog aber auch Neid und Missbilligung an. Dieser Neid und die Missbilligung sind auch Grund für den Untergang des Ordens. Durch eine Intrige Phillips IV. und dem daraus resultierenden Inquisitionsprozess gegen die Templer wurde der Orden 1312 von Papst Clemens V. aufgelöst.
Bis heute gibt es Theorien über einen versteckten Templerschatz und dem Fortbestand des Tempelritterordens.
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2. Gründung
Im Gegensatz zu den Anfängen des Johanniterordens (Hospitaler), die die Pflege und Betreuung von kranken Pilgern beinhaltete, gründeten sich die Templeritter von Anfang an als „Mönchs-Krieger“.
Wohl spätestens 1096 brachen die Gründungsväter Hugo von Payens und Gottfried von Saint-Omer, nach Jerusalem auf. 1 Wenige Jahre später gründeten sie mit sieben weiteren Gefährten einen neuen Orden. Sie machten sich den Schutz der Pilger im heiligen Land zu Aufgabe. Nach verschiedenen Angaben waren die weiteren Gründungsmitglieder des Ordens: André de Montbard, Gondemare, Godefroy, Roral (oder Rossal), Payen de Montedésir, Heoffroy Bisol und Archambauch de Saint-Agnan (oder de daint-Anain). 2
Vielen Quellen zufolge wurde der Orden um 1118 ins Leben gerufen. Weitere Quellen sprechen aber auch von einer Gründung zwischen 1119 bis 1120. Es gibt aber kaum genaue originale Quellen, lediglich die Ordensregeln von 1129, die auf dem Konzil von Troyes verfasst wurden, sind im Original vorhanden. 3
Im Beisein des Patriarchen von Jerusalem, legten die neun Ritter einen Eid zur Armut, Keuschheit, zum Gehorsam und einem gemeinsamen mönchischen Leben, ab. Mit diesem Eid widmeten sie auch ihr Leben der Bekämpfung der Feinde der Christenheit und insbesondere der Verteidigung der Pilgerwege vor „Ungläubigen“.
Der König von Jerusalem Balduin II stellte der ,,militia christi" oder auch „Arme Ritter Christi“ (pauperi milites christi) einen Flügel seines Palastes als Ordenshaus zur Verfügung, der auf den Trümmern des Heiligen Tempels von Salomon erbaut worden war. 4 Daraus leitet sich auch der Name ,,Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis" (,,Die armen Ritter Christi und des Tempels von Salomon")ab. 5
Für etwa neun Jahre soll die Zahl der Ordensmitglieder auf neun beschränkt gewesen sein.
1 Charpentier 1981, S.15.
2 Charpentier 1981, S.16.
3 Demurger 1991, S.18.
4 Beck 1993 4 , S. 12.
5 Roth 1990, S. 49.
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Die Ordensgründung entsprach voll und ganz den Wünschen der religiösen und weltlichen Autoritäten des Königreiches Jerusalem. Durch die ersten Kreuzzüge 1096 - 1099 war Jerusalem in den Händen der Christen. Wichtige Pilgerwege und Zugangsstraßen nach Jerusalem führten durch feindliches moslemisches Gebiet, wodurch die Pilger immer wieder überfallen und bedroht wurden. 6
Da es in der Gründungsphase noch keine eigene Ordensregeln gab, orientierten sich die Tempelritter wohl an den Regel der „Augustiner Chorherren“. 7 Laut Charpentier war die Armut in der Gründungsphase grundlegend für die Ritter. Er sieht in dem Ordenssiegel, auf dem zwei Ritter mit vorgehaltener Lanze, die sich ein Pferd teilen, zu sehen sind, ein Indiz für die anfängliche Armut. So schreibt er, dass die Tempelritter in der Anfangsphase oft zu zweit auf einem Pferd geritten seien. Er begründet dies damit, dass sie sich nicht mehr Pferde leisten konnten. 8
Nachdem der Orden z.B. durch Spenden von dankbaren Pilgern zu Reichtum gekommen war, strebte Hugo von Payens eine Bestätigung des Ordens durch den Papst, an. So machten sich 1127 sechs Tempelritter, unter anderem André de Montbard und Gondemare auf den Weg nach Rom. 9 Neuere Quellen gehen davon aus, dass auch der erste Meister Hugo de Payens mit in das Abendland kam. 10 In Europa fanden die Templer einen großen Fürsprecher in Bernhard von Clairvaux. Am 13. Januar 1129 auf dem Konzil von Troyes wurde der Templerorden als Kombination aus Mönch und Ritter offiziell anerkannt und war der erste dieser Art. Clairvaux war maßgeblich an der Abfassung der Ordensregeln beteiligt. Inspiriert wurden die Regeln von strengen Regeln des Zisterzienserordens, deren Novizen auch ein Gehorsams-, Armuts- und Keuschheitsgelübde ablegen mussten. Ein weiteres Vorbild für das gemeinsame Leben waren die Augustiner. Die Regeln mussten kurze Zeit später, aufgrund der stark angestiegenen Mitgliederzahl des Ordens, überarbeitet werden. Es mussten aus militärischen und organisatorischen Gründen eine hierarchische Struktur unter den Ordensangehörigen eingeführt werden. 11
6 Demurger 1991, S. 21-22.
7 Beck 1993 4 , S. 12.
8 Charpentier 1981, S.18.
9 Charpentier 1981, S.19.
10 z.B. Demurger 1991, S. 37.
11 Roth 1990, S. 49.
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Die Regeln der Templer wurden stets mit uneingeschränkter Zustimmung der Kirche verfasst. Die Regeln des Templerritterordens umfassten 72 Artikel. 12
Da viele Geistliche nur schwer Religion und Krieg miteinander vereinbaren konnten, wurde der Orden kritisiert. Der Orden hatte etwas revolutionäres in einer Zeit in der ein trifunktionales Schema aus Betenden, Kriegsführenden und Arbeitern vorherrschte. 13
Nach dem Konzil reiste Hugo von Payens durch Frankreich und England und kehrte wohl 1129 mit 300 Rittern und vielen „Dienenden“ zurück. 14 Die Regeln und die Organisation der Templer wurde Vorbild für die Johanniter, die sich etwas später auch zu „kämpfenden“ Truppe reformierten.
Binnen kurzer Zeit griffen die Templer als gut geschulte und disziplinierte Elitetruppe aktiv in das Kampfgeschehen im heiligen Land ein. 15
1139 veröffentlichte Papst Innozenz II die Bulle ,,Omne datum optimum", die den Templerorden von allen weltlichen und geistlichen Würdenträgern unabhängig machte und ihn nur dem Papst selbst unterstellte. Damit waren die Tempelritter vollkommen sicher vor jeder Einmischung ob von politischer oder kirchlicher Seite. 16 In der Bulle heiß es hierzu: „keinem Kirchenmann oder Laien sei erlaubt, die von eurem Meister und euren Brüdern errichteten und kürzlich schriftlich niedergelegten Statuten zu ändern; diese Statuten können nur von eurem Meister verändert werden, mit Zustimmung seines Kapitels.“ 17
12 Charpentier 1981, S.23.
13 Demurger 1991, S. 20.
14 Roth 1990, S. 58.
15 Hauf 1995, S. 36.
16 Beck 1993 4 , S. 233.
17 Demurger 1991, S. 70.
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3. Struktur
Kurz nach der Ordengründung gab es nur wenig organisatorische Gliederung, Hugo von Payns war der Meister, alle anderen waren Brüder. 18 Hugo von Payns, dem ersten Großmeister des Ordens folgten 22 weitere Großmeister. 19
Bei Abfassung der Ordensregeln beim Konzil von Troyes wurden die Wünsche der Templer berücksichtigt. Ein Ziel der Tempelritter im Abendland war es weitere Mitglieder anzuwerben. Aus diesem Grund wurde in den Aufnahmeformalitäten festgelegt, dass die Oblatur von Kindern verboten war. Gemeint ist hiermit die Praxis, nach der Väter ihre Kinder bereits in jungen Jahren an religiöse Einrichtungen übergaben. 20 Die Templer brauchten Krieger und keine kleinen hilflosen Kinder die sie ernähren mussten.
Unter dem Nachfolger von Payns, Robert von Craon (1136/37 - 1149) wurde ein Ordensaufbau ausgearbeitet, der bis zum Ende des Ordens mit Ergänzungen praktiziert wurde. Während von Craons Amtszeit erwarb der Templerorden die „Omne datum optimum", die von ihm aus dem Lateinischen ins Französische übersetzt wurde. Dabei entstanden ein paar nicht unerhebliche Änderungen. So sagt z.B. der Originaltext der Bulle; meidet exkommunizierte Ritter. Während die französische Übersetzung von der erwünschten Gesellschaft von exkommunizierten Rittern spricht. 21 Diese kleine Änderung könnte ein Zeichen für Korruption sein, ist aber wohl eher Indiz dafür, dass sich die „Zielgruppe“ derer, die bereit waren dem Orden beizutreten, eher am Rande der christlichen Gesellschaft befanden. Die Gemeinschaft galt lange als eine Art Fremdenlegion, in der die Mitglieder ihren Namen wieder reinwaschen konnten. 22
Die Bulle von Papst Innozenz II. sicherte den Templern unter anderem folgende Privilegien zu: Alleine die Brüder hatten das Rechten den Großmeister zu wählen. Die Brüder mussten dem Großmeister mit vollem Gehorsam folgen und durften den Orden nur mit seiner Zustimmung verlassen. Der Orden erhielt das Recht eigene
18 Demurger 1991, S. 58.
19 Beck 1993 4 , S. 239.
20 Demurger 1991, S. 60.
21 Demurger 1991, S. 61-62.
22 Charpentier 1981, S.18-19.
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Priester, Kirchen und Friedhöfe zu haben. 23 Die Templer wurden auch von der Zahlung vom Zehnten befreit. Dazu heiß es: „ Wir untersagen allen, euch zur Zahlung der Zehnten zu zwingen. Wir bestätigen euch dagegen den Genuß der Zehnten, die euch mit Zustimmung des Bischofs gegeben werden.“ 24 Die Privilegien wurden von weiteren Päpsten bestätigt aber auch erweitert. Der hierarchische Aufbau des Ordens wurde während der Amtszeit von dem Großmeister Bertrand von Blanquefort (1156-1169) in einer Ordenssatzung festgelegt.
Der Orden bestand aus Rittern (fratres milites), Kaplänen (fratres capellani), Servienten und Knappen (fratres servientes armigeri), aus Hausleuten die sich in Knechte und Handwerker (servientes famuli et officii) unterteilten. Frauen durften nicht in die Ordensgemeinschaft aufgenommen werden. Dazu Artikel 70 der Ordensregeln: „Ein gefährlich Ding ist die Gesellschaft der Frauen, denn der alte Feind brachte durch die Gesellschaft der Frauen viele vom geraden Weg zum Paradies ab.“ 25
Die Templer teilten ihr Einflussgebiet in Provinzen ein, an deren Spitze ein Meister auch Ministerial, Prokurator, Komtur oder Präzeptor stand. 26 Trotzdem das Verwaltungsprinzip auf die Beschlüsse des Generalkapitels in Jerusalem ausgerichtet war, wurde den Provinzen doch ein gewisser Grad an Unabhängigkeit in lokalen Angelegenheiten eingeräumt. Die Provinzen waren nach Sprachkriterien aufgeteilt. Die Vertreter in den Provinzen verwalteten die Schenkungen und warben neue Mitglieder an. Den Meistern waren Priore unterstellt, diese verwalteten die Besitztümer. 27
Wenn die Templer keinen militärischen Auftrag hatten, lebten sie wie Mönche. Ihrem Armutsgelübde folgend, trugen sie anfangs ihre weltliche Kleidung. Später kleideten sie sich mit einem einfachen weißen Habit und trugen kurzgeschorenes Haar. Nach und nach war der weiße Habit nur noch den Ritterbrüdern vorbehalten, während die
23 Hauf 1995, S. 45.
24 Demurger 1991, S. 70.
25 Charpentier 1981, S.25.
26 Demurger 1991, S.90.
27 Charpentier 1981, S.28.
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anderen Brüder einen Mantel aus grobem braunem Wolltuch trugen. 28
Erst 1147 unter Papst Eugenius III kam das markante achtspitzige rote Tatzenkreuz hinzu. Die Abbildung des Tatzenkreuzes sollte zeigen, dass sich die Templer auf einem permanenten Kreuzzug befanden. Das Tatzenkreuz symbolisierte die Leiden Christi, die rote Farbe ist ein Symbol des von Christi vergossenen Blutes oder auch das Symbol des Lebens. 29
Die Mitglieder wurden in drei Stände unterteilt: Kämpfende, Betende und Arbeitende, wobei die Kämpfenden nochmals unterteilt wurden in Chevaliers (franz.: Ritter) und die dienenden Brüder (die Sergeanten), die leichter bewaffnet und weniger stark gepanzert waren und in der Regel auch weniger Kampferfahrung besaßen. Die Zentralregierung des Ordens saß in Jerusalem, auch dies war in der Bulle von 1137 festgelegt worden. Der strukturelle Aufbau war dem Lehnsverhältnis nachempfunden. 30
An der Spitze stand der Großmeister oder Meister vom Tempel Jerusalem. 31 Er wurde auf Lebenszeit von 10 Wahlmännern gewählt und leitete den Orden. Seine Entscheidungen hatten Gesetzeskraft, seine Mach war souverän nicht absolut. Für größere Entscheidungen musste die Kapitelversammlung einberufen und zu Rate gezogen werden. Wenn der Meister z.B. weniger als 1000 Byzantiner verleihen wollte, musste er die Zustimmung weniger Brüder einholen. Bei einer größeren Geldsumme brauchte er die Zustimmung von vielen Ordensbrüdern. Um immer Entscheidungen in Billigung der Gemeinschaft zu treffen, begleiteten mindestens zwei Ritter den Meister. Dazu die Regeln: „Alles tut der Meister auf den Rat des Konvents hin, er soll die Gemeinschaft der Brüder um ihren Rat bitten und den Beschluss fassen, auf den sich die Mehrheit der Brüder und er selbst verständigen.“ 32
Der Titel Meister war neu in einem christlichen Orden. Der Meister hatte die Rolle die ein Abt in anderen Orden übernahm.
28 Demurger 1991, S. 66.
29 Demurger 1991, S. 67.
30 Demurger 1991, S. 86.
31 Charpentier 1981, S.25.
32 Demurger 1991, S. 86.
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Der Vertreter des Großmeisters war der Seneschall. Die zivilen und administrativen Angelegenheiten standen in seiner Zuständigkeit. 33 In Abwesenheit des Großmeisters übernahm der Seneschall alle Angelegenheiten.
In der Hierarchie unter ihm stand der Marschall, der sich um Disziplin, Arbeitsaufteilung, Rüstung und Pferde zu kümmern hatte. Zudem überwachte er die Konventsdisziplin und diejenigen, die mit der Pflege der Waffen und der Versorgung der Tiere beauftragt waren. 34 Der Marschall führte zwar im Kampf die Truppen an, stand aber immer unter dem Oberbefehl des Großmeisters. „dienende Brüder und alle Kriegsleute unterstehen im Felde den Befehlen des Marschalls“ legte die Ordensregel fest. 35 Wurde der Großmeister gefangen genommen oder getötet, wählte ein Kapitel einen so genannten Grand Commandeur, der bis zum Antritt eines neuen Großmeisters die Angelegenheiten des Ordens regelte. Nach dem Tot eines Großmeisters, berief der Marschall alle Würdenträger des Ordens zusammen. Die Kapitelversammlung wurde von einem jeweils neu gewählten Großkomtur überwacht. Die Versammlung bestimmte erst einen Wahlkomtur, der bestimmt einen weiteren. So ging das Prinzip weiter bis 13 Wahlmänner bestimmt waren. 36
Der Komtur des Königreiches Jerusalem hatte die Position des Schatzmeisters inne und war für die Einweisung, der gerade aus Europa eingetroffenen Ritter zuständig. Die Regel legte hierzu folgendes fest: „Alle Gelder des Hauses, von wo sie auch gebracht werden, von diesseits oder jenseits des Meeres, sollen in seine Hand gegeben werden.“ 37 Außer den Pferden und Waffen ging alle Beute der Feldzüge an den Komtur von Jerusalem. In den Ordenstrukturen gab es viele weitere Positionen, wie z.B. den Untermarschall, der die in Stallungen und Waffenpflege tätigen Arbeitsbrüder anleitete.
Der Turcopolier führte das Kommando über die leichte Reiterei, die meist von einheimischen Soldaten besetzt wurde. Von ihnen wurden z.B. Krieger angeworben
33 Charpentier 1981, S.27.
34 Demurger 1991, S. 86-87.
35 Demurger 1991, S. 87.
36 Demurger 1991, S. 88.
37 Demurger 1991, S. 87.
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die zu Pferd mit Pfeil und Bogen kämpften (nach „Türkenart“). Die Torcopolen waren meist keine Ordensmitglieder und wurden mit einem regelmäßigen Sold bezahlt. 38
Kapläne übernahmen die religiösen Pflichten wie Gottesdienste und nahmen die Beichte ab. Anfangs waren sie keine Mitglieder des Ordens, später übernahmen diese Pflichten Ordensbrüder, die durch ihren geistlichen Stand Privilegien hatten. 39 Die Brüder des Ordens konnten auf Lebzeit oder für einen bestimmten Zeitraum in die Gesellschaft aufgenommen werde. Verheiratete Männer wurden unter der Bedingung, dass sie dem Orden die Hälfte ihres Besitzes vermachten, aufgenommen. Beim Eintritt in den Orden mussten die Brüder dem Großmeister einen Gehorsamseid leisten. 40
38 Demurger 1991, S. 87.
39 Charpentier 1981, S.29.
40 Charpentier 1981, S.29.
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4. Aktivitäten des Templerordens
Frankreich hatte in der Geschichte der Templer stets eine wichtige Rolle gespielt. Das Konzil in dem sie ihre Anerkennung durch die Kirche erlangten, war in Frankreich abgehalten worden. Zudem kamen viele erste Schenkungen aus Frankreich. Mit der Regentschaft von Ludwig VII. begann sich das Verhältnis zwischen den Tempelrittern und der französischen Krone zu verschlechtern. 41
Die Templer zählten mit der Zeit viele Häuser und Ländereien von beachtlicher Größe zu ihrem Eigentum. Dabei nahmen sie bei der Bewirtschaftung ihrer Ländereien Rücksicht auf die Besonderheiten der Region. Das hieß sie produzierten und pflanzten die Produkte, die durch Klima und anderen Bedingungen am besten gediehen. Ziel der Ländereien war es, sich selbst zu versorgen, aber was man nicht produzieren konnte, wurde von anderen Ordensbesitztümern eingeführt. Der zahlreiche Überschuss wurde mit der Templerflotte ins Heilige Land transportiert. Die Ländereien im Abendland versorgten also die Templer im Okzident mit allem, was sie benötigten. 42 Auch die Grundherrschaft war eine bedeutende Einnahmequelle. Neben Abgaben bezogen die Templer auch aus dem Zehnten lohnende Einnahmen. Um die Versorgung sicherzustellen und weitere Einkünfte zu haben kauften die Templer viele Ländereien auf. Was sie einmal als Eigentum besaßen, verkauften sie nicht mehr. Die Anhäufung von Ländereien, auch als Komturei bezeichnet, brachte einen politischen Machtzuwachs mit sich. Durch ihre Besitzungen, ihr diplomatisches Geschick und ihre Kriegskunst übten die Tempelritter großen militärischen und politischen Einfluss aus.
Auch die finanzielle Macht der Templer war ein profitabeler Faktor. Trotz des Kanonischen Gesetzes, das Christen verbot, theoretische Zinsen (Wucher)einzunehmen, verlieh der Orden gewaltige Summen und verlangte eine „Bearbeitungsgebühr“. 43
Die erste Finanzfunktion war eher passiv. Die Templer boten Depots für Geldbeträge und Schmuck. Zu diesen Kästen hatte nur der Schatzmeister der Ordenshäuser ein
41 Hauf 1995, S. 47.
42 Demurger 1991, S.144-145.
43 Charpentier 1981, S.65.
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Schlüssel. Sie transportieren diese Kästen, mit ihren Schiffen sicher von Okzident ins Abendland und umgekehrt. 44
Man konnte bei den Templern laufende Konten einrichten, von dem der Kunde an andere Kunden Überweisungen tätigen konnte. Einen „Kontoauszug“ bekammen die Kunden drei Mal im Jahr. In einem Pariser Kassenbuch von 1295-1296 wurden 60 Konten geführt. 45
Die Einführung einer Art von bargeldlosem Verkehr war eine der wichtigsten Neuerungen der Templer. Da Reisende Überfälle zu befürchten hatten, war es sehr riskant, Geld oder andere Wertgegenstände bei sich zu tragen. Deshalb führten die Templer den Kreditbrief ein. 46 Man konnte bei den Templern eine bestimmte Summe einbezahlen und bekam dafür einen Brief. Dieser konnte in jedem anderen Templerstandort, gegen eine Gebühr, wieder in Bargeld umgetauscht werden. 47 Durch ein Codesystem wurden Diebstähle verhindert.
Der Templeroden verlieh auch Geld, so ließen sie ihre Geldmittel für sich arbeiten. Zu Absicherung nahmen sie Pfänder, Zins und Geldbußen. 48 Das von den Templern eingeführte Bankwesen ist bis heute in den Grundzügen noch erhalten.
44 Demurger 1991, S.169.
45 Demurger 1991, S.170.
46 Charpentier 1981, S. 63.
47 Charpentier 1981, S.64.
48 Demurger 1991, S.170.
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5.Freitag der 13., das Ende der Templer
Mit dem Ende des Königreich Jerusalems und nach dem Fall vom Akkon im Jahre 1291, verlor der Templerorden zunehmend an Bedeutung. Das Ende des Kreuzritterstaates führte auch die Templer zurück in das Abendland. Zypern wurde zum neuen Sitz der Templer. 49
Der Versuch in Okzitanien einen selbständigen Staat zu errichten, hatte keinen Erfolg. Die Templer wollten den Vorbildern der Johanniter folgen, den es gelungen war einen eigenen Ordensstaat auf Malta und Rhodos zu gründen. 50
Papst Clemens V. bestellt den Großmeister Jacques de Molay nach Frankreich. Dort sollten neue Kreuzzüge ausgerufen werde. Die weltlichen und geistlichen Würdenträger überlegten ob eine Zusammenlegung der Templer und der Johanniter zu einem einzigen Orden möglich sei. Auf Anfrage des Papstes schrieb Jaques de Molay ein Gutachten, in dem er die Vor- und Nachteile eines Zusammenschlusses abwog und die Idee verwarf. 51
Es waren seit einiger Zeit Gerüchte über die Templer im Umlauf, die den Orden der Ketzerei, Sodomie und des Götzenkultes beschuldigten. 52
Der Berater des französischen Königs, Guillaume de Nogaret, nutzte die Gelegenheit, um die Auflösung des Ordens einzuleiten. Nogaret überzeugte Philipp IV., der Orden wolle ihn zum Abdanken zwingen, um dieses abzuwenden, müsse der Orden verschwinden.
Zudem befand sich der König in finanziellen Schwierigkeiten und der Reichtum der Templer würde alle Finanzprobleme Frankreichs lösen können. 53 Jaques de Molay, der die Gerüchte kannte, forderte von Papst Clemens eine Untersuchung.
49 Roth 1990, S. 50.
50 Hauf 1995, S. 112.
51 Charpentier 1981, S.76.
52 Demurger 1991, S.241.
53 Charpentier 1981, S.75.
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Papst Clemens, der durch den Einfluss Frankreichs Papst geworden war, reagierte im August 1307 mit der Ankündigung, eine Untersuchung der Gerüchte in Auftrag zu geben, die aber zu spät anzulaufen begann. 54
Am Freitag den 13.Oktober 1307 wurden in Frankreich sämtliche Tempelritter verhaftet. Diese Aktion des französischen Generalinquisitors Willhelm Imbert und Nogaret dauerte nur einen Tag. Bereits im Vorfeld hatten alle Seneschalle des Landes in versiegeltes Schreiben erhalten, dass sie erst an 13.Oktober öffnen durften. 55
Eine Woche nach der Gefangennahme begannen Nogarets Leute mit den Verhören. 56
Wie es zu dieser Zeit üblich war, wurden die Geständnisse mittels Folter erzwungen, was als sichere Methode zur Beweiserlangung galt. 57 Dem Orden wurde vorgeworfen, sich der Ketzerei, Homosexualität und der Verehrung eines Götzen, dem so genannten Baphomet, schuldig gemacht zu haben. 58
In einem Schreiben vom 27.Oktober 1307 teilt Papst Clemens, dem französischem König, sein Missfallen an der Festsetzung der Templer mit. 59 1308 beinhaltete die Anschuldigungsliste insgesamt 15 Artikel. 60
Ab 1308 wurde das Verfahren gegen die Templer von einer päpstlichen Kommission geleitet. Im Jahre 1310 existierten bereits 127 Anklagepunkte gegen den Templerorden. 61
.Alle diese Anschuldigungen waren nicht neu; es war schon früher Nogarets Taktik gewesen, seinen Gegner als Ketzer zu beschuldigen.
Molay wurde unter Folterungen gezwungen, die Schuld der Templer einzugestehen und auch seine Ordensbrüder in einem Brief zu einem Geständnis zu bewegen. 62
54 Demurger 1991, S.241.
55 Beck 1993 4 , S.233.
56 Demurger 1991, S.247.
57 Demurger 1991, S.246.
58 Demurger 1991, S.241.
4 59 Beck 1993 , S.235.
60 Demurger 1991, S.246.
4 61 Beck 1993 , S.237.
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Doch als er 1314 bei einer öffentlichen Gerichtssitzung zum Tode verurteilt wurde, erklärte er den Orden für nicht schuldig. Dem Vorbild des Großmeisters folgend widerriefen auch viele andere Templer ihre Geständnisse und sagten aus, dass sie nur aufgrund der Folter die Vorwürfe zugegeben hätten. 63
Das Schicksal der Tempelritter war damit, zumindest in Frankreich, besiegelt. Auf dem Konzil von Vienne im Jahre 1312 veröffentlichte Papst Clemens V. die Bulle ,,Vox in excelso", in der der Templerorden offiziell aufgelöst wurde. 64
Der letzte Großmeister des Templerordens Jakob von Molay wurde 1314 öffentlich und Geoffroy de Charney 65 verbrand. 66 Nach der Aufhebung des Ordens waren die Mitglieder dem Gerichtswesen der Herrscher unterstellt. Sie waren jetzt nicht mehr durch die Bulle von 1139 vor Willkür geschützt.
Phillip der Schöne versuchte, die anderen Herrscher der europäischen Länder davon zu überzeugen, ihn bei seinem Kampf gegen die Templer zu unterstützen, hatte dabei aber nur wenig Erfolg. 67
In England, das von Philipps Schwiegersohn Eduard II von England regiert wurde wurden nur wenige Templer verhaftet, sie wurden zu milden Strafen verurteilt. 68
Viele Tempelritter aus England und auch aus Frankreich fanden in Schottland Zuflucht, da Schottland unter päpstlichem Bann lag. So wurde die Bulle mit der Auflösungsverfügung nicht verkündet und der Orden dort folglich nie aufgelöst. 69
Die meisten Templer folgten dem Rat ihres Präzeptors, sich in Aussehen und Kleidung ihrer Umgebung anzupassen, und schlossen sich den Johannitern oder den Deutschherren an. 70
62 Charpentier 1981, S.91.
4 63 Beck 1993 , S.234.
64 Beck 1993 4 , S.234.
65 de Charney war der Präzeptor der Normandie
66 Roth 1990, S. 51.
67 Demurger 1991, S.243.
68 Demurger 1991, S.244.
69 Hauf 1995, S.204.
70 Charpentier 1981, S.123.
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6.Literaturverzeichnis/ Bibliografie
Charpentier1981: John Charpentier, Die Templer, Wien 1981
Demurger 1991: Alain Demurger, Die Templer - Aufstieg und Untergang 1120-1314,
München 1991
Hauf 1995: Monika Hauf: Der Mythos der Templer, Düsseldorf 1995 Beck 1993 4 : Andreas Beck, Der Untergang der Templer. Größter Justizmord des
Mittelalter?, Freiburg 1993 4
Roth 1990: Hermann Josef Roth, Bernhard von Clairvaux an die Tempel-Ritter, die
Speerspitze der Kreuzzüge, Sinzig 1990
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Arbeit zitieren:
Annika Opitz, 2008, Der Templerorden, München, GRIN Verlag GmbH
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