Inhaltsverzeichnis II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS. V
SCREENSHOTS VI
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
EINLEITUNG 8
1 GRUNDLAGEN UND VARIANTEN DES COACHINGS 10
1.1 Ursprung des Begriffes Coaching 10
1.2 Methodische und konzeptionelle Entwicklung 12
1.2.1 ERSTE PHASE: ADAPTION 12
1.2.2 ZWEITE PHASE: ERWEITERUNG 12
1.2.3 DRITTE PHASE: DURCHBRUCH 13
1.2.4 VIERTE PHASE: SYSTEMATISCHE PERSONALENTWICKLUNG14
1.2.5 FÜNFTE PHASE: DIFFERENZIERUNG. 14
1.2.6 SECHSTE PHASE: POPULISMUS 15
1.3 Definition Coaching 17
1.4 Ziele und Anlässe von Coaching 19
1.5 Coaching-Varianten 23
1.5.1 ART UND HERKUNFT DES COACHES 23
1.5.2 FORMALE SETTINGS 24
1.5.2.1 Einzel-Coaching. 25
1.5.2.2 Gruppen-Coaching. 25
1.5.2.3 Coaching als Führungsaufgabe 26
1.5.3 INHALTLICHE AUSRICHTUNG 27
1.6 Der Coachingprozess 29
1.6.1 VORGESPRÄCH 31
1.6.2 ZIELVEREINBARUNG 34
1.6.3 INTERVENTIONEN. 37
1.6.4 EVALUATION. 38
1.6.5 ABSCHLUSS. 39
1.7 Qualifikation und Kompetenz des Coaches. 40
1 8 Zusammenfassung 44
Inhaltsverzeichnis III
2 COACHINGMÖGLICHKEITEN IM INTERNET 46
2.1 Grundlagen E-Coaching 46
2.2 Zeitversetzte Kommunikation 51
2.2.1 E-MAIL 51
2.2.1.1 Beratung mit Onlinefragebogen 53
2.2.1.2 Beratung ohne Fragebogen 55
2.2.2 MAILINGLISTE. 56
2.2.3 NEWSGROUP 58
2.2.4 MESSAGEBOARD 62
2.3 Zeitgleiche Kommunikation 64
2.3.1 CHAT-KOMMUNIKATION 64
2.3.2 INTERNET-TELEFONIE. 67
2.3.3 VIDEOKONFERENZ 67
2.3.3.1 ISDN 70
2.3.3.2 IP 71
2.3.3.3 Produkte 72
2.3.3.4 Vorteile 76
2.3.3.5 Kostenbetrachtung. 77
2.4 Analyse und Beschreibung von Internetseiten. 81
2.4.1 DEUTSCHSPRACHIGE ANGEBOTE. 81
2.4.2 INTERNATIONALE ANGEBOTE. 98
2.5 Zusammenfassung 117
3 COACHING MIT NLP 120
3.1 Grundlagen. 120
3.2 Grundlagen der Meta-Programme 122
3.2.1 AUFTRETEN VON META-PROGRAMMEN 123
3.2.2 TYPEN VON META-PROGRAMMEN. 123
3.3 Wortmusteranalyse. 125
3.4 Körpermusteranalyse 128
3 5 Zusammenfassung 133
Inhaltsverzeichnis IV
4 KONZEPTION DES INTERNETAUFTRITTES. 134
4.1 Zielgruppe 138
4.2 Produktpolitik. 142
4.2.1 E-MAIL COACHING 142
4.2.2 VIDEO-COACHING. 142
4.2.3 MESSAGE BOARD 144
4.3 Promotion. 146
4.4 Kontrahierungspolitik. 148
4.5 Place 152
4.6 Service. 154
4.6.1 FAQ LISTE. 154
4.6.2 DOWNLOAD-BEREICH 155
4.6.3 CALL BACK BUTTON 156
4.7 Zusammenfassung 158
5 FAZIT UND AUSBLICK. 159
LITERATURVERZEICHNIS CLXI
ERKLÄRUNGEN GEMÄß § 31 ABS 5 RAPO CLXIV
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Entwicklung des Coaching-Begriffes.
Abbildung 2: Übersicht aller relevanten Krisen und Verbesserungen
Abbildung 3: Die verschiedenen Arten des Coach.
Abbildung 4: Das formale Setting des Coaching in Abhängigkeit von den Klienten
Abbildung 5: Spannweite des Coachings nach Thematik, Arbeitsform und den
verschiedenen Gruppen von Ausübenden
Abbildung 6: Der schematische Ablauf eines Coaching-Prozess.
Abbildung 7: Hilfreiche Informationen für ein Coachinggespräch.
Abbildung 8: Die Eigenschaften eines guten Zieles
Abbildung 9: Fachliche Kompetenzen in der Übersicht.
Abbildung 10: Klassifikation nach Anzahl der Teilnehmer und der Zeitdimension.
Abbildung 11: Kommunikationsmodelle: Push versus Pull.
Abbildung 12: Analyse der sechsten Erhebungswelle des GfK-Online-Monitors.
Abbildung 13: Beispiel Fragebogen.
Abbildung 14: Inhalte verschiedener Kommunikationsmöglichkeiten.
Abbildung 15: Technischer Aufbau einer Videokonferenz
Abbildung 16: Produktpyramide von Videoskonferenzsystemen.
Abbildung 17: Desktopsystem
Abbildung 18: Kompaktsystem
Abbildung 19: Komplettsystem
Abbildung 20: MVC Kauf-Preisliste. (2001), Stand 08/2001.
Abbildung 21: MVC Miet-Preisliste. (2001), Stand 08/2001
Abbildung 22: Kostenvergleich Videokonferenz vs. Flugreise.
Abbildung 23: Fragebogen zur E-Mail Beratung
Abbildung 24: Allgemeine Beispiele NLP.
Abbildung 25: Augenmuster
Abbildung 26: Bedeutung der Augenmuster
Abbildung 27: Körperhaltungen
Abbildung 28: Instrumente des Marketings.
Abbildung 29: Die Nutzer-Typen.
Abbildung 30: Online Nutzung der "Business-User"
Abbildung 31: Zielgruppen in einem Unternehmen.
Abbildung 32: Übersicht über die meist genutzten Internet Inhalte
Screenshots VI
SCREENSHOTS
Screenshot 1: Beispiel einer NLP-Newsgroup 60
Screenshot 2: Beispiel einer virtuellen Visitenkarte eines Coaches 61
Screenshot 3: Beispiel eines Messageboard. 63
Screenshot 4: Beispiel möglicher Chat-Themen. 65
Screenshot 5: Coaching Online - Anmeldeformular 83
Screenshot 6: Indexseite Mangementwissen online 85
Screenshot 7: Auflistung von Kursthemen des Anbieters eff Weiterbildung. 87
Screenshot 8: Ablaufbeschreibung und Geschäftsbedingungen von Henrik Brandt. 90
Screenshot 9: Indexseite von emailcoching.de. 92
Screenshot 10: Beispiel eines Entspannungsbildes auf des KICKS 94
Screenshot 11: FAQ-Liste der psychologischen Online-Beratung 97
Screenshot 12: Downlaod-Bereich verschiedener Texte der Oxford School of coaching
and mentoring 101
Screenshot 13: Newsletter der Online Coaching Clinic. 104
Screenshot 14: Indexseite der Right Management Consultants 106
Screenshot 15: Beispiel einer Kundenseite auf Wellcoaches 109
Screenshot 16: Beispiel eines Selbsttestes vom Self Esteem Centre. 111
Screenshot 17: Beispielformular für Kreditkartenbezahlung 113
Screenshot 18: Anleitung für einen Depressionss-Test der Counsellingzone 114
Screenshot 19: Auswahl an verschiedenen Coachingthemen der Innovative Information
Techniques inc. 116
Screenshot 20: Beispiel einer FAQ-Liste 155
Screenshot 21: Auswahl an verschiedenen Coachingthemen der Innovative Information
Techniques inc. 157
Screenshot 22: Beispiel eines Call Back Formulares 157
Abkürzungsverzeichnis VII
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
bzw. beziehungsweise bez. bezüglich d.h. das heißt et al. et alii etc. et cetera IT Informationstechnologie vgl. Vergleiche z.B. zum Beispiel i.d.R. in der Regel z.T. zum Teil uvm. und vieles mehr zzgl. zuzüglich SW Software HW Hardware i.S. im Sinne inkl. inklusive
Einleitung 8
"Ich
glaube es gibt einen weltweiten Bedarf
EINLEITUNG
Seit Anfang der 80er Jahre gewinnt das Wort Coaching im Bereich der Personalentwicklung und in den Führungsetagen von Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Wie viele Ansätze zur Personalführung und -förderung kam auch Coaching aus Amerika. Dort wurde es bereits in den 70er Jahren propagiert und umgesetzt. In Deutschland wurde die Bedeutung des Coachings als ein äußerst wirksames Instrument der Personalentwicklung erst Anfang der 80er Jahre verstanden.
Mit dem Begriff zum ersten Mal konfrontiert, können sich die wenigsten Menschen etwas Konkretes darunter vorstellen. Jedoch mit dem Wissen, dass es sich hier um ein altbekanntes hilfreiches System (Coach bzw. Trainer) aus dem Bereich des Sports handelt, das auf die Personalentwicklung und die Organisationsentwicklung des Managementbereichs übertragen worden ist, wird ersichtlich, welche Inhalte sich dahinter verbergen.
Durch die ständige (Weiter-)Entwicklung dieses Personalinstrumentes hat sich heraus kristallisiert: Coaching hat sich etabliert und nimmt bei Führungskräften und Managern einen immer höheren Stellenwert ein. Durch das Internet und die rasante technische Entwicklung seitens Videoübertragung wird eine Kommunikationsplattform geschaffen die ideal zu sein scheint für das Coaching.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, Transparenz in den Begriff Coaching zu bringen und diese heute sehr verbreitete Form der Personalentwicklung und -förderung mit den Möglichkeiten des Internets effizient zu verknüpfen. Soll heißen, wie kann das Medium Internet als Kommunikationsmöglichkeit für die Beratung genutzt und welche Voraussetzungen müssen hierfür geschaffen werden. Grob gegliedert ist die Arbeit in zwei Teile aufgeteilt. Ein theoretischer Teil, der sich mit Grundlagen und Begriffsklärung
Einleitung 9
der Themen Coaching und NLP auseinandersetzt. Der praktische Teil beschreibt die Möglichkeiten neuer Kommunikationsformen, die durch die Weiterentwicklung bestehender Techniken in Kombination mit Coaching entstanden sind. Darüber hinaus wird ein mögliches Konzeptmodell eines Internetauftrittes dargestellt.
Zunächst wird in Kapitel eins, ein bewusst kurzer Überblick, über den Ursprung des Begriffes Coaching und die konzeptionelle Entwicklung gegeben. Anhand der vorliegenden Definitionen wird dargestellt, wie dieses Instrument in dieser Arbeit verstanden wird. Des weiteren werden Ziele und Anlässe beschrieben und die gängigsten Varianten vorgestellt. Im Anschluss daran wird der Coaching-Prozess anhand eines Einzel-Coachings vorgestellt und auf die Qualifikation des Coaches eingegangen.
Das zweite Kapitel befasst sich mit Coaching-Möglichkeiten im Internet. Nach der Vermittlung der Grundlagen, zeigt dieser Teil der Arbeit die verschiedenen und teilweise neuen Möglichkeiten der Kommunikation auf, die sich durch das Medium Internet ergeben. Als letzter Punkt in diesem Kapitel wird ein Überblick über bereits bestehende nationale als auch internationale Angebote gegeben und diese analysiert.
Als eine spezielle und zugleich eine der interessantesten Formen des Coachings gilt die Beratung mittels NLP. Gerade bei der „visuellen“ Online-Beratung bietet diese Variante sehr gute Möglichkeiten durch die verschiedenen Analysemöglichkeiten. Aus diesem Grund wird in Kapitel drei ein Überblick über Grundlagen sowie die Wortmuster- und Körpermusteranalyse gegeben.
Kapitel vier beschäftigt sich mit der Konzeption eines Internet Auftrittes. Hier wird die relevante Zielgruppe untersucht und das Konzept anhand des 4 P+S Modells dargestellt. Aus der Analyse bestehender Internet Seiten (Punkt 2.5) wird auf die einzelnen Instrumente und Funktionalitäten eingegangen, die für einen erfolgreichen Internet Auftritt unabdingbar sind.
Abschließend wird in Kapitel fünf ein Fazit gezogen und ein Ausblick über zukünftige, mögliche Entwicklungen im Bereich des E-Coachings gegeben.
Grundlagen Coaching 10
1 GRUNDLAGEN UND VARIANTEN DES COACHINGS
1.1 Ursprung des Begriffes Coaching
Um einen Einblick über die geschichtliche Entwicklung und den Ursprungs dieses Instrumentes zu geben, folgt auf den nächsten Seiten ein Überblick über die historische Entwicklung des Coachings.
Der Begriff „Coaching" kommt aus der englischen Sprache und bezeichnete ursprünglich 1 2 Von seiner die „Kutsche", später war mit "Coach" auch der Kutscher gemeint. Aufgabe, nämlich der Betreuung und dem Lenken der Pferde leitete sich auch die 3 heutige Bedeutung ab.
Bereits im 19. Jahrhundert wurde im angloamerikanischen Raum an Universitäten als Coach diejenigen Personen umgangssprachlich bezeichnet, die andere auf Prüfungen, spezielle Aufgaben und sportliche Wettbewerbe vorbereitet haben. Dies zeigt, das der Begriff „Coach“ eine wesentliche ältere Tradition hat als in der gängigen Literatur oft 4 behauptet wird.
Der Begriff des Coachings erlangte aber erst durch die Verbindung zum Sport seine heutige Popularität (Ende der 60er Jahre). Im Vordergrund steht hier die Beratung, Betreuung und Motivation von Leistungssportlern. Heute ist Sport-Coaching unerlässlich und nimmt einen wichtigen Funktionsbereich ein. Auch wenn es früher oft noch zu einer Differenzierung zwischen Coaching und Training kam, bedient sich heute das Sport-Coaching dem ganzheitlichen Ansatz, d.h. nicht nur die intensive Verbesserung der physischen Leistungen, sondern auch die mentale Vorbereitung und Betreuung des 5 Dies war aber nicht immer so, da vor allem die Sportlers wird hier praktiziert.
Unterrichtung, das (gemeinsame) Erarbeiten von sportlichen Techniken und Strategien zur Hauptaufgabe des Coaches gehörten. Zu dieser Zeit wurde sich weniger mit den psychologischen Aspekten auseinander gesetzt. Diese Einstellung hat sich erst im Laufe des letzten Jahrhunderts grundlegend geändert. Natürlich zählt es auch heute noch zu den elementaren Eigenschaften eines Coaches oder Trainers die körperliche Kondition seines „Schützlings“ zu verbessern sowie taktische und strategische Ratschläge zu
1 Vgl. Bayer, H., Kompetenz, 1995, S. 94.
2 Vgl. Birkenbihl, M., Management, 1992, S. 7.
3 Vgl. Böning, U., Modeerscheinung, 1994, S. 173.
4 Vgl. Huck, H. H, Personalmarketing, 1989, S. 12-14.
5 Vgl. Böning, U., Modeerscheinung, 1994, S. 173.
Grundlagen Coaching 11
geben. Das die Betreuung und Begleitung aber nicht nur während des Trainings oder Wettkampfes, sondern auch die Zeit vor und nach diesen Phasen (in denen gerade Hochleistungssportler einer erhöhten psychischen Belastung ausgesetzt sind) einen großen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit haben, bestätigt sich in der heutigen Praxis immer wieder. Diese Erkenntnis zeigt sich auch im Bereich der Sportpsychologie, in der Coaching einen immer höheren Stellenwert genießt. Hier setzt man sich schon seit längerem mit den Möglichkeiten, den Methoden aber auch mit den Grenzen des Coachings auseinander. Hans Eberspächer, Sportpsychologe und langjähriger Experte für Coaching im Sportbereich, definiert (Sport-) Coaching folgendermaßen: „Coaching ist Betreuung im Sinne teilnehmender Hilfestellung beim Lösen von Problemen im leistungsorientierten Sport, vor, während und nach Beanspruchungen und Belastungen in Training und Wettkampf. Basis ist psychologisches Grundlagen- und [...] Alltagswissen. Coaching impliziert Diagnostik, Beratung, Modifikation suboptimalen Erlebens, Verhaltens und Handelns. Effizienzkriterium ist die realisierte sportliche 6 Diese Definition wird nicht nur im sportlichen Bereich umgesetzt sondern Leistung“.
findet im alltäglichen beruflichen Bereich genauso Anwendung.
6 Vgl. Eberspächer, H., Sport, 1983, S. 297.
Grundlagen Coaching 12
1.2 Methodische und konzeptionelle Entwicklung
Um einen genaueren Überblick über die Entwicklung und die daraus entstandenen Varianten des Coachings geben zu können, werden hier in Anlehnung an Böning die 7 einzelnen Entwicklungsstadien beschrieben.
1.2.1 ERSTE PHASE: ADAPTION
In den 70er Jahren bis Mitte der 80er Jahre bedeutete Coaching ursprünglich das zielgerichtete und entwicklungsorientierte Führen durch den Vorgesetzten. Der Transfer aus dem Sportbereich findet hier durch positive Begriffe wie z.B. „Spitzenleistung“, 8 Für den/die „Motivation“ oder „Wettbewerb“ zum Managementbereich statt. Mitarbeiter/Mitarbeiterin bedeutete dies die Ergänzung der rein fachlichen Führung durch die persönlichkeits- und motivationsbezogene Komponente und damit die gezielte Förderung. D.h., neben der fachlichen Kompetenz erlangt nun auch z.B. die Motivation und die Leistung des/der Mitarbeiter/-in eine wesentliche Bedeutung. Böning beschreibt diese Phase folgendermaßen: „Diese Form des Coachings, die sich verstärkt in den 70er Jahren in den USA ausprägte, setzte sich Anfang der 80er Jahre auch in Deutschland durch, wo sie besonders im Weiterbildungsbereich (Training für Führungskräfte) praktische Anwendung fand, um von dort schließlich wieder in das Alltagsgeschäft des Führens zurücktransportiert zu werden. Motto: Der Vorgesetzte ist 9 der wichtigste/beste Trainer seiner Mitarbeiter“.
1.2.2 ZWEITE PHASE: ERWEITERUNG
Eine weitere Form des Coachings entstand, verstärkt in den USA, Mitte der 80er Jahre durch den verschärften Wettbewerb der Unternehmen. Das Resultat war die verstärkte Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern. So gewannen die interne
Personalentwicklung und langfristige Personalförderungsmaßnahmen enorm an 10 . Der Grundgedanke einer Bedeutung. Es entstand das sog. Mentoring
Mentoringbeziehung ist, die berufliche Förderung von Nachwuchsführungskräften. Der
7 Vgl. Böning, U., Modeerscheinung, 1994, S. 172.
8 Vgl. Huck, H. H., Personalmarketing, 1989, S. 413 - 420.
9 Vgl. Böning, U., Modeerscheinung, 1994 , S. 172.
10 Unter „Mentoring“ versteht man die Unterstützung von erfahrene Personen, die “jüngere“, unerfahrene
Personen/ Mitarbeiter unterstützen und beraten. Es ist eine wechselseitige Austauschbeziehung, da in der
Regel beide Partner voneinander lernen. Mentoring ist ein zeitlich begrenzter Prozess.
Grundlagen Coaching 13
Mentor übernimmt hierbei die Rolle des karrierebezogenen Coachs. Durch ihn lernen neue Mitarbeiter Unternehmenswerte- und -normen, aber auch allgemeine Abläufe kennen. Dabei muss ein Mentor nicht zwingenderweise ein Vorgesetzter sein. Aufgrund der steigenden Personalfluktuation wurde dieses Instrument aber auch zur Bindung (Retention) des Mitarbeiters an die Organisation und zur Steigerung der Arbeitsplatzattraktivität eingesetzt.
Die Entwicklung allein dieser zwei Coaching-Varianten, zum einen das entwicklungsorientierte Führen aber auch die karrierebezogene Betreuung, bringen zum Ausdruck das Ende der 70er Jahren bis Mitte der 80er Jahre neue Personalentwicklungsmaßnahmen zunehmend wichtiger wurden. So konnten Unternehmen der aktuellen (Arbeits-) Marktsituation gerecht werden und entsprechend reagieren.
1.2.3 DRITTE PHASE: DURCHBRUCH
Im Gegensatz zur USA, in der Coaching ab der mittleren Hierarchieebene ansetzte, entwickelte es sich in Deutschland als Lösung hinsichtlich der Personalförderung für das Top-Management. Auch das in den USA übliche Vorgesetzten-Coaching wurde in Deutschland abgewandelt. Spitzenmanager wurden nun durch firmenexterne Consultants beraten. Das Coaching für Führungskräfte endete schon in dieser sog. „Pionierphase“ nicht bei der Beratung beruflicher Themen. Konflikte auf Top-Ebene, eigene Führungsprobleme und Strategiefragen wurden genauso behandelt wie Eheprobleme oder die eigene Ausstrahlung auf andere. Auch dies wird ein Grund gewesen sein, warum Coaching oftmals vom Klienten selbst finanziert wurde. Mit dem Gecoachten sollen Verhaltens-, Kommunikations- bzw. Wahrnehmungsmuster erarbeitet und antrainiert werden.
Die exklusive Beratung der Top-Elite verhalf dem Coaching hier zu Lande zu enormer Popularität und wurde sowohl in der Beratungsbranche als auch in der breiten Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt. Dies wurde nicht zu letzt auch durch die steigende Anzahl der Publikationen die sich mit dem Thema befassten, ausgelöst. Es ist aber nicht nur das organisationsexterne Einzel-Coaching das durch diesen „Hype“ profitiert, auch das organisationsinterne Coaching wird als Personalentwicklungsmethode weiterentwickelt und erhält immer größeren Zuspruch.
Grundlagen Coaching 14
1.2.4 VIERTE PHASE: SYSTEMATISCHE PERSONALENTWICKLUNG
Durch die Etablierung und Verbreitung des internen Einzel-Coachings erlangt Ende der 80er Jahre die systematische Personalentwicklung weitverbreitete Bekanntheit. Böning stellt jedoch fest, dass die „Publicity“ des Coachings zu diesem Zeitpunkt eindeutig 11 Die Einstellung von internen größer war als der tatsächlich vorhandene Markt.
Personalentwicklern die sich ausschließlich mit der Beratung des mittleren und unteren Managements befassen, war zu dieser Zeit sehr populär. Die damit verbundenen 12 „Kompetenzgrenzen“ sind lt. Rauen wesentlich in drei Ursachen begründet:
§ Interne Berater sind meistens auf einer mittleren Hierarchieebene angesiedelt; dadurch wird die enge Beratung höherer Ebenen
erschwert
§ Interne Berater verfügten zunächst nicht über die umfassende Beratungskompetenz wie externe Berater
§ Inhaltlich konzentrierte sich die Betreuung durch interne Berater eher
13 auf berufliche Themen
Speziell in dieser Zeit gab es immer wieder Überschneidungen zwischen den Inhalten organisationsinterner Berater und externer Consultants. Dies äußerte sich z.B. in der Definition der Themen (teilweise wurde die Themenführerschaft auch heftig diskutiert), der Einflussgebiete und Vorgehensweisen. Es wurden verschiedene Varianten und Anwendungsgebiete identifiziert und systematisiert, wodurch ein breiter Konsens entstand. Hervorzuheben aus dieser Phase sei die feste Etablierung des Einzel-Coachings im Managementbereich und die Implementierung des Coachings als Instrument in der Führungskräfteentwicklung.
1.2.5 FÜNFTE PHASE: DIFFERENZIERUNG
Anfang der 90er Jahre wird der Begriff Coaching durch die eigenständige Entwicklung vieler Varianten und unklarer Definitionen stark verwässert. Es gibt keine einheitliche Beschreibung für Coaching. Jede Art von Training, Schulung, Gespräch, Instruktion,
11 Vgl. Böning, U., Modeerscheinung, 1994 , S. 272.
12 Vgl. Rauen, C., Konzepte, 1999, S. 24.
13 Vgl. Böning, U., Modeerscheinung, 1994 , S. 176f.
Grundlagen Coaching 15
usw. wird dem Begriff Coaching zugeordnet. Auch die immer noch steigende Anzahl von Publikationen, Büchern und Artikeln trägt ihren Teil dazu bei, dass es bis heute keine klar definierte Begriffsbeschreibung gibt (siehe Kapitel 1.3). Anders als in Deutschland, wird im anglo-amerikanischen Sprachraum immer noch unter Coaching das entwicklungsorientierte Führen von Mitarbeitern durch einen (direkten) Vorgesetzten verstanden.
Nachweisbare Erfolge und der hohe Aufmerksamkeitsgrad führen dazu, dass Coaching 14 immer häufiger im Führungskräfteentwicklungsbereich in verschiedenen Settings (siehe Kapitel 1.5.2) eingesetzt wird. In dieser Periode entstanden auch die populärsten Coaching-Varianten, wie z.B. Gruppen-Coaching, Team Coaching, Projekt-Coaching, IT-Coaching, usw. (siehe Abbildung 1).
1.2.6 SECHSTE PHASE: POPULISMUS
Nach der endgültigen Etablierung des Begriffes Coaching im
Personalentwicklungsbereich ist auch noch in der letzten Phase zu beobachten, das Coaching als Sammelbegriff für viele Anwendungen benutzt wird. In dieser Zeit entstand z.B. das TV-Coaching oder das Konflikt-Coaching. Genau genommen wurden diese Instrumentarien aber nicht neu entwickelt. Ein Vorstand der für bestimmte Projekte Verantwortung zeigt, tat dies auch schon vorher, allerdings wurde er durch die Popularität des Coaching-Begriffes zum „Projekt-Coach“. Das gleiche gilt für Unternehmensberatungen. Wurde das Schulen fachlicher Kompetenz vormals Beratung genannt, blieb die Tätigkeit dieselbe, nur die Bezeichnung wurde geändert. Die Kennzeichen dieser Phase waren eindeutig die breite Akzeptanz und das heraus kristallisieren der Kernziele, trotz der vielen Varianten. So beschreibt Rauen die Kernziele wie folgt: „...die zwischenmenschliche Kommunikation, soziale Kompetenz und emotionale Intelligenz sowie das Führungsverhalten sollen beständig verbessert, 15 Als Fazit führt Probleme oder Konflikte im Arbeits- oder Führungsalltag gelöst werden“. er die fachliche Etablierung des heutigen Coachings an und beschreibt die derzeitige 16 Phase als Beginn der öffentlich verwalteten Professionalisierung.
14 Unter dem Begriff Settings werden die verschiedenen Coaching-Arten beschrieben
15 Vgl. Rauen, C., Handbuch, 2000, S. 25.
16 Vgl. Rauen, C., Handbuch, 2000, S. 26.
Grundlagen Coaching 16
Abbildung 1: Entwicklung des Coaching-Begriffes Quelle: Rauen, C., Handbuch, 2000, S. 21.
Grundlagen Coaching 17
1.3 Definition Coaching
Durch die Vielzahl der verschiedenen Definitions(-versuche) wird deutlich das es keine eindeutige Beschreibung dieser komplexen Beratungsform, in der Individualität ein fester Bestandteil ist, gibt. So wird auch in der einschlägigen Literatur immer wieder darauf hingewiesen das eine Präzisierung dieser „Dienstleistung“, schon wegen der verschiedenen Richtungen und Ansätze die praktiziert werden, nicht möglich ist. Um dies anhand von Beispielen zu verdeutlichen werden nach stehend einige Definitionen 17 aufgeführt.
§
Coaching ist ein Einzelberatungsprozess, der zum Ziel hat, mit Hilfe geeigneter Interventionen beim Coachee Wahrnehmungsblockaden
§
Coaching ist die personenzentrierte Förderung einer Führungskraft auf
In der gängigen Literatur werden bestimmte Beschreibungsformen zwar wiederholt, es kommt jedoch nur sehr vereinzelt vor, das Definitionen uneingeschränkt übernommen bzw. zitiert werden. Aus diesen Gründen ist es nicht möglich an dieser Stelle eine eindeutige, allgemein gültige Definition zu geben. Viel mehr kann nur auf Übereinstimmungen der einzelnen Autoren verwiesen werden in denen sich Grundaussagen gleichen. Demnach ist Coaching ein interaktiver, personenzentrierter Beratungs- und Betreuungsprozess, der berufliche und private Inhalte umfassen kann
17 Vgl. Looss, W., Problembewältigung, 1991, S. 40.
Grundlagen Coaching 18
und zeitlich begrenzt ist. Der Coaching-Prozess erfolgt auf Basis einer tragfähigen, durch gegenseitige Akzeptanz gekennzeichneten Beratungsbeziehung in mehreren freiwilligen und durch Diskretion gekennzeichneten Sitzungen (siehe Kapitel 1.6.1). Zielgruppe ist entweder eine bestimmte Person (siehe Kapitel 1.5.1), der Gecoachte, oder, wie beim Gruppen-Coaching, eine genau definierte Gruppe (siehe Kapitel 1.5.2), mit Führungsverantwortung und/oder Managementaufgaben. Begleitet wird der Gecoachte durch einen (oder mehrere) Berater mit psychologischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen sowie praktischer Erfahrung bezüglich der thematisierten Problemfelder, welche er benötigt um die Situation des Klienten fundiert einschätzen und ihm qualifiziert helfen zu können (siehe Kapitel 1.7). Die Hauptphasen der Beratung (siehe Abbildung 2) sollten auf Basis eines vorher ausgearbeiteten Coaching-Konzeptes erfolgen, bzw. dem Gecoachten in dieser Phase jederzeit ersichtlich sein, um zu verdeutlichen welche Prozesse zu welchen Ergebnissen/Zielen führen sollen. Dies erhöht nicht nur die Transparenz der angewandten Methodik und Interventionen, sondern erfüllt auch den Zweck des bewusstseinsfördernden Arbeitens. Manipulative Techniken sind nach allgemeinen Verständnis nicht anzuwenden. Ein derartiges Vorgehen würde der Förderung des Bewusstseins entgegenstehen und nicht mit der Technik und Vorgehensweise des Coachings zu vereinbaren sein. Des weiteren herrscht auch Einigkeit darüber, dass Coaching auf eine (auch präventive) Förderung 18 und - wahrnehmung, Bewusstsein und Verantwortung abzielt, um von Selbstreflexion
so Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Auch wird oft der Versuch unternommen Coaching zu 19 So verweist Schmidt z.B. in definieren in dem beschrieben wird, was es nicht ist.
seinem Buch auf die Unterschiede zwischen Beratung, Training und Coaching. Dabei kommt er zu der Schlussfolgerung dass Coaching beide Aspekte, die als Trainings, sowohl aber auch der Beratung beinhaltet, aber „breiter, umfassender und ganzheitlich angelegt“ ist. Er definiert Coaching als ein „klientenzentriertes und individuelles Betreuungskonzept zur Optimierung aller vorhandenen Kräfte von Führungskräften auf kooperativer Basis mit Hilfe eines integrativen Methodenansatzes in Richtung gewollter 20 Entwicklung“.
18 Selbstreflexion bezeichnet prüfendes und vergleichendes Nachdenken über sich selbst, das eigene
Verhalten und Erleben
19 Vgl. Rauen, C., Konzepte, 1999, S. 64.
20 Vgl. Schmidt, G., Erfolg, 1995, S. 18 - 19.
Grundlagen Coaching 19
1.4 Ziele und Anlässe von Coaching
Die Ziele die durch Coaching erreicht werden, können, genau wie die Anlässe, nur sehr allgemein beschrieben werden. Entscheidend sind die Rahmenbedingungen die vorherrschen. In der Praxis wird die Zielsetzung oft nach den Settings oder nach den Inhalten bzw. Themenbereichen unterschieden. Bei den Ursachen bzw. Anlässen wird in der Praxis in zwei Hauptbereiche unterschieden. Ein Bereich befasst sich mit den Krisen aus denen heraus die Nachfrage nach Coaching entsteht, der Andere gilt der Verbesserung des momentanen Zustands oder der Erweiterung der Kompetenz. Schreyögg differenziert diese Bereiche weiter in kollektive bzw. individuelle Krisen oder 21 Lt. Schreyögg handelt es sich bei kollektiven Verbesserungen (siehe Abbildung 2).
Krisen und Verbesserungen um Erscheinungsformen die in organisatorischen Einheiten oder ganzen Organisationen auftreten und mit dem Kollektiv bewältigt bzw. durch 22 Im Gegensatz dazu kann die individuelle Form geführt werden müssen oder können. von jedem Menschen persönlich beeinflusst werden.
21 Vgl. Schreyögg, A., Praxis, 1995, S. 87ff.
22 Vgl. Schreyögg, A., Praxis, 1995, S. 87.
Grundlagen Coaching 20
Abbildung 2: Übersicht aller relevanten Krisen und Verbesserungen Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Schreyögg, A., Praxis, 1995, S. 72ff.
Coaching wird als ein Prozess beschrieben, indem der Einzelne oder das Team mit Hilfe des Coaches, anstehende Konfliktfelder bearbeitet und zu einer selbstbestimmten Lösung kommt. Ein sehr wichtiges Ziel ist das der/die Klient/en nach Abschluss des Coaching Prozesses in der Lage ist/sind zukünftige Probleme und Krisen zu erkennen und nach einem für ihn/sie entwickelten, individuellen Muster auch zu lösen.
Allgemein formuliert ist Ziel des Coaching-Prozesses die Optimierung, Wiederherstellung oder Weiterentwicklung verschiedenster Fähigkeiten des Klienten sowie das Finden eines überzeugenden persönlichen Stils. Dieser ist von menschlicher
23 Coping beschreibt die individuelle Weise, wie Menschen berufliche Anforderungen und Belastungen
verarbeiten
Grundlagen Coaching 21
Integrität, Kreativität sowie Sach- und Fachkompetenz geprägt. Hauptsächlich gilt es die Weiterentwicklung der Selbständigkeit (z.B. der Umgang mit persönlichen Sinn-Krisen) und Selbstverantwortung der Führungskraft im Umgang mit Problemen, Konflikten, Erfolgen und Misserfolgen sowie Erwartungen und Zielsetzungen zu fördern. Zu den generellen Zielen werden bei Heß und Roth die Erhöhung des Selbstmanagement, Ausbau vorhandener und Aufbau neuer Ressourcen gezählt. Daneben werden auch die Gewinnung von Klarheit über Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster und die Erweiterung der persönlichen Handlungsperspektive unter den allgemeinen Zielen 24 aufgeführt.
Präzisiert und auf die berufliche Praxis umgesetzt heißt das:
§ § § § § § Klären von Schwierigkeiten im Spannungsfeld Beruf-Familie
24 Heß, T./Roth, L., Professionelles Coaching, 2001, S.48.
25 Unter Mobbing wird eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen
Vorgesetzten und Untergebenen verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer
oder einigen Personen systematisch, oft und während längerer Zeit mit dem Ziel und/oder dem Effekt des
Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung
empfindet.
26 Burnout: physischer und psychischer Erschöpfungszustand, der von negativen Selbstdefinitionen und
negativistischen Haltungen gegenüber der Arbeit begleitet ist.
Grundlagen Coaching 22
§
Auflösen unangemessener Verhaltens-, Wahrnehmungs- und
§
Abbau von Leistungs-, Kreativitäts- und Motivationsblockaden, z.B.
§
Allgemeine Erweiterung des Verhaltensrepertoires, insbesondere die
§ Bearbeiten von Diskrepanzen zwischen formulierter
Unternehmenskultur und beobachtbarem Verhalten der Mitarbeiter
§
Konfliktbearbeitung für einzelne oder innerhalb von Gruppen
§ §
Umgang mit strukturbedingten Stillständen der gesamten Organisation
§ Abbau von Loyalitätsproblemen
Bei dieser Auflistung wird deutlich das Coaching individuell auf eine vielfältige Anzahl von Problemen/Zielsetzungen anwendbar ist. Doch Coaching stößt auch an gewisse Grenzen. Nicht alle beruflichen Probleme lassen sich mit Coaching lösen. Eine klare Abgrenzung zur Psychotherapie erfolgt durch zwei Kriterien. Psychotherapie analysiert die Vergangenheit und sucht nach den Problemursachen, während beim Coaching der Klient beraten wird mit welchen Methoden er zukünftige oder aktuelle Probleme lösen kann.
Das Ziel aus der Sicht des Coaches wird treffend von Schmidt formuliert: „Der Coach ist ein Begleiter gewollter Entwicklung auf Zeit. Sein Bestreben ist es, sich selbst überflüssig zu machen und den Klienten zu befähigen, selbstorganisierend mit den 27 Turbulenzen, Instabilitäten und Herausforderungen des Lebens umzugehen“.
27 Vgl. Schmidt, G., Erfolg, 1995, S. 60.
Grundlagen Coaching 23
1.5 Coaching-Varianten
Coaching Formen können durch drei Kriterien voneinander abgegrenzt dargestellt werden. Zu diesen Unterscheidungsmerkmalen zählen Art und Herkunft des Coaches (siehe Abbildung 3), die Anzahl der Klienten (siehe Abbildung 4) und die inhaltliche Ausrichtung (siehe Abbildung 5).
1.5.1 ART UND HERKUNFT DES COACHES
Bei der Art und Herkunft des Coaches wird zwischen externen und internen Beratern differenziert. Daneben gibt es noch weitere Untergliederungen, z.B. bei der Form des organisationsexternen Coaching ob der Berater Angestellter einer
Unternehmensberatung oder selbständig tätig ist. Auch beim internen Coaching existiert ein Unterscheidungsmerkmal, es äußert sich in der Intensität in der sich das Organisationsmitglied der Beratung widmet bzw. in welchem Ausmaß es zu seinem Arbeitsinhalt gehört.
Abbildung 3: Die verschiedenen Arten des Coach Quelle: Rauen, C., 1999, Konzepte, S. 44.
Grundlagen Coaching 24
1.5.2 FORMALE SETTINGS
Coaching Varianten lassen sich des weiteren durch das formale Setting abgrenzen. Die etabliertesten Formen werden durch das Einzel- und Gruppen-Coaching sowie durch Coaching als Führungsaufgabe beschrieben. Diese Coaching-Arten werden in den nachfolgenden Abschnitten näher erläutert.
Abbildung 4: Das formale Setting des Coaching in Abhängigkeit von den Klienten Quelle: Rauen, C., 1999, Konzepte, S. 44.
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1.5.2.1 Einzel-Coaching
Formal ist mit Einzel-Coaching (z.T. auch „Manager-Coaching“, „Single-Coaching“ oder „Individual-Coaching“ genannt) die Beratung eines externen oder auch internen Beraters/Coaches gemeint, der individuell und exklusiv einen Klienten betreut bzw. berät. Diese Form des Coaching ist zugleich auch die bekannteste Variante und unterscheidet sich in mehreren Punkten vom Gruppen-Coaching (siehe Kapitel 1.5.2.2). Beim Einzel-Coaching wird neben beruflichen Themen auch auf privaten Belange und Probleme des Klienten eingegangen. Dies wird ermöglicht durch das situative Umfeld, der Position und Qualifikation des Coaches. Das bedeutet, diese Form des Coachings ist sehr personenzentriert und individuell. So wird eine besonders persönliche Betreuung und Beratung des Gecoachten gewährleistet. Auch dies ist ein Grund weshalb das Einzel-Coaching, insbesondere wenn von organisationsexternen Coaches durchgeführt, 28 Dies wird von vielen Autoren allgemein als die „einzig wahre“ Form angesehen wird. verstärkt durch den Eindruck das häufig unter dem Sammelbegriff Coaching, der verschiedene Varianten und Formen beschreibt, das Einzel-Coaching begriffen wird. Die Zielgruppe dieser Variante hat sich im Lauf der Jahre von der exklusiven Managerberatung hin zum Personalentwicklungsinstrument für die mittlere Führungsebene entwickelt.
1.5.2.2 Gruppen-Coaching
Gruppen-Coaching unterscheidet sich durch die Anzahl der Klienten. Während beim Einzel-Coaching eine einzelne Person gecoacht wird, so wird bei dieser Form bzw. Setting eine Gruppe von Klienten beraten. Diese Personen stehen nicht zwingenderweise in einem funktionalen Zusammenhang. Unter dem Oberbegriff "Gruppen-Coaching" lassen sich alle Coaching-Varianten zusammenfassen, bei denen mehrere Klienten gleichzeitig gecoacht werden. Im einzelnen haben sich z.B. für die Beratung von Teams und Projekten weitere Begriffe (Team-Coaching, Projekt-Coaching) etabliert.
Gruppen-Coaching ist in der Praxis nicht unumstritten, so gibt es eine Vielzahl von Argumenten die gegen diese Form der Beratung sprechen. Looss sieht z.B. keinen erwähnenswerten Unterschied zwischen Gruppen-Coaching und herkömmlicher Formen der gruppenbezogenen Beratungs- bzw. Arbeitsweise, wie z.B. Seminar,
28 Vgl. Hauser, E., Führung, 1991, S. 212.
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29 Auch zweifelt er die Teamsupervision, Gruppentraining, Teamentwicklungsworkshop. Intensität die in einem Einzel-Coaching zwischen Coach und Gecoachten, die er als Qualitätsmerkmal und charakteristische Eigenschaft bezeichnet, im Gruppen-Coaching an. Die Gefahr des „Einzel-Coachings unter Zeugen“ sieht er in einer möglichen Störung des Vertrauensverhältnisses und dem Fehlen der nötigen Diskretion, beides unabdingbar für den Beratungs-Prozess. Beides kann, seiner Meinung nach, bei der Form der Gruppen Beratung nicht gewährleistet werden. Daraus resultiert das keine individuellen Themen behandelt werden können und eher eine Unsicherheit in der Gruppe entsteht, die das Lernen nicht fördert sondern eher blockiert.
1.5.2.3 Coaching als Führungsaufgabe
Diese Form des Coachings beschreibt das Führen des Vorgesetzten (auch „Vorgesetzten-Coaching“ genannt) seiner Mitarbeiter. Der Vorgesetzte „führt“ die ihm unterstellten Angestellten ziel- und entwicklungsorientiert, im Rahmen eines klar definierten Personalentwicklungskonzeptes. Fokus liegt i.d. Praxis oft in der Betreuung sog. (Nachwuchs-)Führungskräfte, die sich neu in das Unternehmen integrieren sollen. Grundsätzlich ist er aber im Rahmen dieser zeitlich unbegrenzten Funktion für alle 30 Die Unterstützung Mitarbeiter seines Bereiches zuständig und auch Ansprechpartner. bei Problemen der Mitarbeiter wird in diesem Bereich als ein weiterer Schwerpunkt angesehen. Auch diese Form der Beratung ist nicht unumstritten. Da das Coaching als Führungsaufgabe aus den USA übernommen wurde, ist ein Kritikpunkt, hier werde ein Instrument in zwei unterschiedlichen Kulturen angewendet. Die Beziehung amerikanischer Vorgesetzter zu ihren Mitarbeitern sei eine viel persönlichere als es - 31 bedingt allein schon durch die deutsche Gesetzeslage - in Deutschland möglich wäre. Ein weiterer Kritikpunkt ist z.B. die mögliche Befangenheit des Mitarbeiters seinem Vorgesetzten persönliche Probleme zu schildern, auch wenn dies Teil einer Coaching-Beratung ist und oftmals mit anderen (auch beruflichen) Problemen in Zusammenhang steht. Fraglich bleibt hier auch die Kompetenz des Vorgesetzten. Es kommt vor das Vorgesetzte selbst ihre Beratungskompetenz anzweifeln und Problemen der Mitarbeiter z.T. durch Ausreden aus dem Wege gehen. Neben diesen Punkten existieren noch eine Vielzahl von weiteren Kritikpunkten die diese Variante nicht als Idealform der Beratung
29 Vgl. Looss, W., Problembewältigung, 1991, S. 155ff.
30 Vgl. Rückle, H., Coaching, 1992, S. 30 u. S. 50.
31 Vgl. Huck, H. H., Personalmarketing, 1989, S. 419.
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und Führung erscheinen lassen. Laut Schreyögg scheint es sich beim Führen durch den Vorgesetzten „...um eine besonders differenzierte Führungshaltung zu handeln, die 32 aber nicht als Coaching im eigentlichen Sinne zu bezeichnen ist.“
1.5.3 INHALTLICHE AUSRICHTUNG
Die inhaltliche Ausrichtung wird an dieser Stelle nur zur Vollständigkeit angeführt werden. Sie richtet sich nach der angewandten Thematik, Arbeitsform und der Herkunft des Coachs. Auf Anlässe die zum Coaching führen, wurden bereits in Kapitel 1.4 eingegangen. Auch die Herkunft des Coaches wurde bereits beschrieben (siehe Kapitel 1.5.1). Die einzelnen Arbeitsformen bzw. Methodiken sind zu komplex und auch nicht relevant für die Zielsetzung dieser Arbeit. Aus diesem Grund gibt die nachstehende Abbildung nur einen Überblick über die verschiedenen Ansätze.
32 Vgl. Schreyögg, A., Praxis, 1995, S. 199.
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Abbildung 5: Spannweite des Coachings nach Thematik, Arbeitsform und den verschiedenen Gruppen von
Ausübenden
Quelle: Looss, W., Problembewältigung, 1991, S. 148.
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1.6 Der Coachingprozess
Dieser Prozess beinhaltet mehrere Phasen und ist abhängig von der Art der Coaching Variante. In dieser Arbeit beschreiben die Autoren den Prozess anhand des Einzel-Coachings durch einen organisationsexternen Coach. Dies aus mehreren Gründen. Zum einen ist es die am weitesten verbreitetste Coaching Variante im deutschsprachigen Raum. Zum anderen kann man anhand des umfangreichen und sehr variablen 33 Nicht Prozesses des Einzel-Coachings alle denkbaren Prozessteile beschreiben. zuletzt sind die Voraussetzungen größtenteils identisch mit denen die beim Coaching z.B. in einer Videokonferenz vorherrschen. An dieser Stelle wird deshalb aus genannten Gründen darauf hingewiesen das die Beschreibung keine Allgemeingültigkeit besitzt und in der Praxis durchaus abweichen kann.
33 Vgl. Rauen, C., Konzepte, 1999, S. 161.
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Abbildung 6: Der schematische Ablauf eines Coaching-Prozess Quelle: Rauen, C., Konzepte, 1999, S. 162.
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1.6.1 VORGESPRÄCH
Das Vorgespräch (auch Erstgespräch genannt) hat seinen eigentlichen Sinn darin die Rahmenbedingungen für das bevorstehende Coaching fest zu legen. Diese Phase wird in der Praxis oft vernachlässigt obwohl die Wichtigkeit nicht zu unterschätzen ist. Denn bereits hier wird soz. das „Fundament“ für einen erfolgreichen Ablauf gelegt. Es gilt die notwendigen Parameter, wie z.B. die organisatorischen Rahmenbedingungen zu beschreiben aber auch um einen persönlichen Eindruck von seinem Gegenüber zu bekommen. Zu den organisatorischen Rahmenbedingungen zählen z.B. Faktoren wie die Terminvereinbarung, den Ort des Coachings oder die Vergütung. Im Erstgespräch ist es aber auch wichtig das sowohl Coach als auch der Klient sich kennen lernen und zu überprüfen ob alle wichtigen Voraussetzungen gegeben sind. Kriterien die vor jedem 34 Coaching Vorgang überprüft werden sollten sind:
Prozess ist.
abzubrechen.
Im Erstgespräch findet eine emotional und inhaltliche Vorbereitung auf die zu behandelnde Thematik statt. Es kann auch vorkommen das sich der Klient in einem Zustand akuter emotionaler Belastung befindet. Sollte dies der Fall sein, so ist es die
34 Vgl. Rauen, C., Handbuch, 2000, S. 172.
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Aufgabe des Coaches bereits während des ersten Gespräches dem Klienten Möglichkeiten aufzuzeigen inwieweit sich diese Probleme während des Coaching- 35 bezeichnet. Prozesses lösen lassen, diese Phase wird als sog. Cooling Down Wichtig ist dem Klienten zu erklären das die gesamte Beratung auf dem Prinzip der Zusammenarbeit besteht und der Prozess über den gesamten Zeitraum sowohl Coach als auch Coachee mit einbezieht. Der Klient erläutert sein Problem/Anliegen, seine Erwartungen und kann vom Coach im Vorfeld eine Einschätzung erwarten ob dieser sich kompetent genug fühlt ihn zu beraten. An dieser Stelle sollte gleich auf möglich auftretende Problemfelder hingewiesen und auch Grenzen aufgezeigt werden. Es sollte vermieden werden in dem Klienten falsche Erwartungen zu wecken. Wie bereits erwähnt gibt es natürliche Grenzen bei denen Coaching nicht helfen kann, so gehören z.B. Abhängigkeitserkrankungen des Gecoachten oder psychische Störungen nicht in das Tätigkeitsfeld eines Coachs, sondern sind Aufgabe von entsprechenden Therapeuten (siehe Kapitel 1.4).
Es gilt in dieser Phase so viele Informationen zu sammeln wie möglich um eine möglichst präzise Strategie zu entwickeln. Als Beispiel dient nachfolgend eine Tabelle von H. Rückle:
35 Cooling-Down wird der Prozess genannt einen Klienten, der sich in einem akuten Zustand emotionaler
Belastung befindet, zu beruhigen und im Vorfeld mögliche Lösungswege auf zu zeigen.
Arbeit zitieren:
Carsten Jasorka, Falko Mayerl, 2001, E-Coaching für Führungskräfte - Grundlagen und Möglichkeiten der Beratung im Internet, München, GRIN Verlag GmbH
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