Die Betrachtung des organischen Geschichtsverlaufs des russischen Staates führte Konstantin Leontjew 1875 zur Feststellung: „Jede Nation, jede Gesellschaft hat ihre eigene Staatsform“ 1 Diese Aussage basiert auf dem Verständnis von Russland als Einheit von Volk und Staat. Nationen gelten gemeinhin nicht als sehr änderungsfreudig. Hingegen können Gesellschaften in einzelnen Elementen durchaus einem relativ schnellen Wandel unterliegen. Die Staatsform ist nach oben genannter Vorstellung also von Konstanten und Variablen abhängig.
Der gesellschaftliche Wandel in Russland beendete in einem Jahrhundert Zarismus und Bolschewismus und ließ ebenfalls die Perestroika hinter sich. Wie stark war er, dass er die geschichtliche Eigendynamik durchbrechen konnte? Worin besteht dabei die Konstante? Während die historische Entwicklung Russlands je nach Vorlieben als Sonderweg, Umweg oder Eisenbahngleis (entsprechend dem Verständnis der russischen Geschichte als Lokomotive) bezeichnet werden kann, bleibt die Frage, was an diesem typisch russisch ist. Zur Beantwortung dient eine Betrachtung gesellschaftlicher Erscheinungen und ihres historischen Wandels in den letzten Jahrzehnten. Aus dieser lassen sich eventuell Wechselwirkungen mit der Politik herleiten. Als einschneidendes Ereignis muss dabei immer wieder die Perestroika im Mittelpunkt stehen. 2 Die längste Zeit des 20. Jahrhunderts lebte der Russe in einem Staatenbund, in dem politische Ideologie und gesellschaftliche Wirklichkeit auseinander gingen. 3 Die diktatorische Willkürherrschaft brachte einen Sowjetmenschen hervor, der jedoch nicht das war, was er sein sollte. Der Kommunismus lähmte die gesellschaftliche Entwicklung, schuf ein Kastensystem, anstatt der versprochenen Gleichheit, verbreitete Angst und Misstrauen nach außen und Missmut nach innen. Die Folge des Terrors war ein „graues Arbeitsheer, das dumpf und lustlos ein fremdbereitetes Los ertrug“. Es besaß kein Zutrauen zu sich selbst und Stolz etwas wert zu sein. 4 Die russische Seele war seit jeher geprägt von Dichotomien: stoisch und romantisch, lange leidend und zügellos, gehorsam und aufsässig, öffentlich prunkvoll und privat anspruchslos, gefühllos und gütig, erbarmungslos und mitfühlend. 5 Die Evolution
1 Zitiert nach Konstantin Leontjew in Ingold 2007: S. 278.
2 Die aufgeworfenen Fragen ergeben sich aus Ingold 2007: S. 275-279.
3 Nach Hedrick Smith, einem US-amerikanischen Journalisten im Moskau der 1970er Jahre, zeigte sich die Widersprüchlichkeit in der doppelten Anzahl Kirchenanhänger im Vergleich zu Parteimitgliedern, dem privaten Wohnraum, der die Hälfte des russischen Wohnraumes ausmachte, den privat erzeugten Lebensmitteln, welche sanktionslos auf Märkten verkauft wurden, dem steigenden Interesse an der zaristischen Vergangenheit und dem starken Klassen-, Status- und Rangbewusstsein im Lande des Proletariats. Smith 1976: S. 7.
4 Vgl. Messelken 1996: S. 31., Zitat nach Messelken 1996: S. 38f.
5 Aufzählung aus Smith 1976: S. 105.
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des Sowjetmenschen bestand in der Verstärkung dieser öffentlichen und privaten Persönlichkeit. Er wurde zum emotionslosen, kalt und ignorant wirkenden Genossen in der Öffentlichkeit und dem lauten, herzlichen, freigiebigen Menschen im privaten Umfeld. Der Russe zwischen System und Küchentisch. Hinzu kam das Ideal des Neuen Sowjetischen Menschen, dem privat ein unorganisierter, träger, leichtlebiger, einfacher Mensch gegenüber stand, der gerne verschwendete und trank. Der wahre Russe ist ein Mensch des Herzens, mystisch, abergläubisch und religiös. 6 Seine Freundschaften gelten ihm mehr als den Westeuropäern, brauchen lange um zu entstehen, werden dann jedoch aufopfernd gepflegt. Fremden tritt man eher zurückhaltend gegenüber, was jedoch nicht ausschließt, dass nicht auch sofort laut, herzlich und ausgiebig miteinander getanzt und getrunken werden kann. Dazu braucht man schließlich kein tiefes Vertrauen und Privatheit. Mit Willkürherrschaft und Geheimdienst entstand daraus jedoch ein Misstrauen, welches selbst den Nachbarn zum Fremden und potentiellen Feind machte. 7 Der sowjetische Kommunismus hinterließ mit seinen starken Hierarchien und politischer Gängelung ein unmündiges Volk, dessen Zutrauen zu sich selbst und anderen gestört war. Der eigene Wagemut, die Herausforderungen anzugehen und sein persönlicher Stolz waren gebrochen. Mit Perestroika und Glasnost Gorbačёvs entstanden nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch Verpflichtungen für die persönliche Entwicklung. Alle Bereiche waren vom alten System belastet und mussten in einem langwierigen Prozess verändert werden. Mit den ersten Rückschlägen kamen Zweifel, ob das neue (westliche) System wirklich besser, das überwundene wirklich so unerträglich war. 8 Die russische Gesellschaft spaltete sich in Gewinner und Verlierer. Zu letztgenannten gehörten jene, die bis dahin verlernt hatten, sich auf neue Umstände einzustellen und die nun „sozial, wirtschaftlich und psychologisch schwer erschüttert“ wurden. 9 Doch die träge Masse hatte nie gelernt für sich zu kämpfen. Im Gegensatz zu den anderen Staaten des Ostblocks wurden in Russland weder die vergangenen Verbrechen behandelt, noch ein Schlussstrich gezogen, was für ein neues russisches Selbstbewusstsein nötig gewesen wäre. Ebenfalls krankt das Land bis heute, wie wahrscheinlich der gesamte ehemalige Ostblock, an der fehlenden Ordnung beim Wandel. 10 Hier zeigte sich die Schwäche der russischen Intelligenz. Sie konnte ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht werden und
6 Vgl. Smith 1976: S. 112f.
7 Ausgiebig zum sowjetischen Doppelleben in Smith 1976: S. 102-123.
8 Vgl. Messelken 1996: S. 39-41.
9 Eimermacher 1997: S. 13.
10 Vgl. Sproede 1997: S. 55f. Solovieva 2007: S. 8.
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schwieg, als sich die bekannte Welt auflöste, ließ sich von der neuen Situation erschlagen, statt sie zu durchschauen oder die Vergangenheit mit dem eigenen Wissen und den eigenen Fähigkeiten verarbeiten zu helfen. Ihr Sehnen nach (wirtschaftlicher) Sicherheit war stärker. 11 Einige schafften es, sich in der neuen Konkurrenz gesellschaftlich und wirtschaftlich zu profilieren. Im Freiraum der Perestroika und deren Folge konnten sie sich nicht zuletzt mit etwas krimineller Energie einen Wohlstand erarbeiten und diesen unbescheiden genießen. Diese Entwicklung trieb einen Keil durch die Gesellschaft. Die Gewinner betrachteten die Verlierer verächtlich als das Volk, lieber trinkend, als arbeitend. Es sollte sich nicht nur schämen, sondern tat dies auch. 12 Die Perestroika war eine orientierungslose Phase, glanzlos beendet unter einem schwachen Boris El'cin. Ihm folgte Vladimir Putin, ein starker Präsident. Nun konnte man das „Durchleiden“ des Kommunismus offen thematisieren und von der Vormachtstellung in Eurasien, den neuen Großmachtphantasien, träumen. 13 Gorbačёv warf man vor, er habe Russland dem Westen ausgeliefert. 14 Damit verschwand die Sehnsucht nach einer europäischen Identität in der russischen Bevölkerung. Das westliche Modell wird nicht mehr als das Ideal angesehen und westlichen Freundschaftsbekundungen mit Misstrauen begegnet. Ohne sich einzuordnen möchte das Land jedoch entsprechend dem „neurussischen Pragmatismus“ trotzdem in Europa mitverdienen. Die Energieressourcen garantieren dafür. 15 Und wirklich, dem Staat, der Wirtschaft und der Bevölkerung schien die Zentralisierung der Macht unter dem neuen Präsidenten gut zu tun. Die zunehmenden sozialen Probleme, hohe Einkommensunterschiede, eine hohe Selbstmordrate und die zunehmende Geschichtsverherrlichung thematisierte man in der Öffentlichkeit nicht. Kurz vor den Parlamentswahlen 2007 zeigte sich, dass gerade die Jungen und Erfolgreichen für Putin sind, obwohl sie den besten Zugang zu kritischen Meinungen haben und wirtschaftlich wie politisch als „aufgeklärt“ bezeichnet werden können. 16 Es stört sie nicht, dass er bei Oppositionellen und im Westen als Zerstörer der Bürgerfreiheiten gilt und Protestmärsche auseinanderjagen lässt. Mit Putin verbinden sie Ordnung, Verantwortungsgefühl und den
11 Vgl. Eimermacher 1997: S. 13-15.
12 Solovieva 2007: S. 9.
13 Vgl. Sproede 1997: S. 56.
14 Vgl. Reinhard Bettzuege: „Russland - 8 Jahre Putin - Versuch einer Bilanz“. Vorlesung am 5.12. an der Andrássy Gyula Deutschsprache Universität Budapest.
15 Voswinkel 21/2007.
16 „Alexej Schaposchnikow [...] ist 34 und Koordinator der Jugendgruppe der Präsidentenpartei, Junge Garde, in Zentralrussland. [...] Den Präsidenten charakterisiert er mit sechs Worten: »sauberes Gewissen, klare Ansichten, kräftige Hände«. Ohne die Faust gehe es bekanntermaßen nicht in Russland.“ Voswinkel 49/2007.
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eigenen Wohlstand. Die Jungen und Aufstrebenden haben nach 8 Jahren Amtszeit kaum Erinnerungen an einen anderen Präsidenten. Sie verbinden die Zeit El'cins mit Chaos und Schrecken. „Je jünger, je städtischer und je erfolgreicher die Wähler sind desto mehr sind sie für Putin.“ Mit Hang zum eigenen Geschichtsmythos steht dieser als politischer Nachfolger in einer Reihe mit Iwan dem Schrecklichen, Katharina II. und Stalin. So wie er sich auf die Politik und die Anhäufung von Macht konzentriert, konzentrieren sich seine Wähler auf ihren Wohlstand. Gleichzeitig bezeichnen sie sich, trotz ihres offenen Wohlwollens zu Putin, als eher unpolitisch, nicht zuletzt aus Angst, die eigene Karriere zu gefährden. 17 Der unpolitische Russe orientiert sich also weiterhin an der Hierarchie und stärkt somit die Macht der aktuellen Herrschaft. Die Perestroika hatte hier versagt, weil die ideelle Führung und ihre Positionen ständig wechselten und die Menschen somit ideell hin und her geworfen wurden. Neue zivilgesellschaftliche Werte konnten sich nicht herausbilden. Auch wenn Vorstellungen des alten Systems nicht unbedingt schlecht waren, so sind sie doch durch die ständige Wiederholung und das Aufzwingen leer geworden. 18 Mit ihnen verlor sich auch die Orientierung, die sie boten. Neue Werte schuf das neue Miteinander, wurden aus vorrevolutionärer Zeit regeneriert oder aus dem Westen übernommen. Dies geschah gezielt oder bedenkenlos. Jedoch waren die neuen Normen für die kulturelle Tradition der Russen fremd und damit schwierig anzunehmen. Die fehlenden Hintergründe und eigene Entwicklung der Werte führte schließlich zu Denkmustern nach dem Prinzip einer Gegenüberstellung „von plus/minus, gut/schlecht, schwarz/weiß, Freund/Feind“, und einer Umkehrung der bisherigen
„Bewertungskategorien“. Alles Sowjetische wurde abgelehnt, alles sollte nun anders gemacht werden. 19 Praktisch wurde Russland damit ein „wertfreies Vakuum“ 20 . Der Russe lebt heute in einer „entidealisierten Gesellschaft, die kaum ein Skandal mehr in Erstaunen versetzt oder gar entrüstet.“ Das Parlament, die Parteien und Gerichte gelten als korrupt oder inkompetent. Auf der anderen Seite stehen Putin und die orthodoxe Kirche. Gültig sind allein noch Werte der Eltern; familiäres Glück und berufliche Leistung stehen da ganz oben. Der Generationenkonflikt fällt aus, denn die junge Generation verdient das Geld und ist damit oft Herr im Haus. 21 Ein (fast wertebildendes) Identifizierungsmerkmal der
17 Voswinkel 49/2007.
18 Vgl. Solovieva 2007: S. 5f.
19 Vgl. Eimermacher 1997: S. 11f. „Wenn man es genau nimmt, waren dies Auswahl- und Präferierungsprinzipien, die schon immer zur Kultur in der Sowjetunion gehört hatten und die hier unbewußt, diesmal jedoch in aller Öffentlichkeit, weitergeführt wurden.“ Eimermacher 1997: S. 12.
20 Der Menschenrechtler und Journalist Leonid Reznitschenko Zitiert in Solovieva 2007: S. 5.
21 Voswinkel 49/2007.
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aufstrebenden russischen Gesellschaft ist das Privateigentum. Noch während der Perestroika und in der Folgezeit fehlte es an gesetzlichen Garantien dafür und an einer Trennung von Macht, Bürokratie und Eigentum. Vielleicht der wichtigste Grund, warum in Russland die Auslandsinvestitionen hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. 22 Fälle wie die umstrittene Verurteilung des Milliardärs und YUKOS-Chefs Michail Chodorkovskij werden daran auch in absehbarer Zeit nichts ändern. Das Privateigentum wird jedoch von der unbelasteten Generation als die wichtigste Errungenschaft des Umbruchs angesehen, welche von einem starken Präsidenten gesichert wird. 23 Ehrlichkeit hat in dieser russischen Gesellschaft keinen Wert, Lügen und Betrügen ist Wettbewerbsvorteil und Teil des Lebensstils.
„Das Gewissen behindert nur deine Karriere und deine Selbstverwirklichung. Mach es wie Raskolnikow in „Schuld und Sühne“, „beweise, dass du nicht ein zitterndes Geschöpf bist, sondern dass du im Recht bist“. Du musst dein Gewissen einschläfern. Während bei Raskolnikow das Gewissen irgendwann wach wird, bringt der moderne Raskolnikow jemanden um, nimmt seine Millionen und geht ruhig weiter. Es gibt viele Raskolnikows heute, die zwar nicht physisch, aber moralisch morden und daraus ihr Startkapital
gewinnen.“ 24
Raub, Diebstahl und Betrug waren im Zuge der Perestroika verbunden mit einer neuen sinn- und wertgebenden Ideologie: Glamour. 25 Doch auch diese unterlag bereits in den letzten Jahren einem Wandel. Die Neureichen widmen sich mittlerweile weniger der „Pelztherapie“ 26 , sondern unverfänglichen Hobbys wie z.B. der Kunst. Diese verdient fleißig mit und wird nicht zufällig den einen oder anderen Neureichen mehr hervorbringen, egal welche makaberen Züge dies annimmt. Der postsowjetische Kunstgeschmack geht weg von pompösen Landschaften des 19. Jahrhunderts und Fabergé-Eiern hin zum sozialistischen Realismus der Vätergeneration. In diesem Stil wird auch kräftig neu produziert und inszeniert. Nicht nur in Sibirien entstehen neue Museen und Galerien, auch Konsumtempel dienen heute der künstlerischen Präsentation des Kommunismus. Das ist nicht etwa eine Provokation, sondern Ausdruck der neuen unpolitischen Gesellschaft. 27 Als Folge der Orientierungslosigkeit während der Perestroika wurde alles abgelehnt, was vergangen war, was von außen kam und den eigenen Status gefährden konnte. Konkret
22 Bednarz 1995.
23 Voswinkel 49/2007.
24 Der Dostojewskij-Forscher Igor Wolgin zitiert in Solovieva 2007: S. 8. Im Gesamtzitat eingefasste Anführungszeichen sind aus dem Original entnommen.
25 Solovieva 2007: S. 7.
26 Voswinkel 51/2007.
27 Sorokina 2007.
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war dieser neue russische Zynismus nach Aussage des Meinungsforschers Lew Gudkow
„eine Reaktion auf einen vorhergehenden Enthusiasmus, auf die frühere Begeisterung für hohe Ideale. Im Großen und Ganzen ist der russische Zynismus die Reaktion auf den
Verlust der Ideologie.“ 28
Ablehnung und Misstrauen wuchsen in Gesellschaft und Politik. Gesellschaftlich zählt der eigene Status, andere Lebensstile werden abgelehnt. Politisch hochaktuell ist das große Misstrauen gegenüber Ländern wie Estland, Georgien oder der Ukraine, gegenüber Fremden im eigenen Land und wie bereits erwähnt auch gegenüber dem Westen. Hingebungsvoll pflegt man einen „Opferkomplex und das Gefühl, beleidigt zu werden“. Das dient Russland allein zur Identifikation nach Innen, denn der Westen zeigt schon seit Jahren Offenheit und Geduld. 29 Ein markanter Ausdruck des neuen russischen Zynismus ist die schwache Zivilgesellschaft. Seit Jahren gilt sie im Westen als Sorgenkind. Jedoch ist die Geschichte Mitteleuropas im Gegensatz zu Russland eine Geschichte des Bürgertums. Eine westliche Zivilgesellschaft in Russland könnte derzeit nur schwach sein. Sie würde zu Instabilität führen, wie es sich überall dort zeigt, wo westliche Systeme zu schnell installiert wurden und werden. Die russische Zivilgesellschaft entwickelt sich erst langsam aus einem „Embryonal-Zustand“ heraus, weil der Russe „überhaupt nicht solidarisch“ ist. 30 Hinzu kommt, dass „Grundwerte wie Freiheit, Glück und Wohlbefinden“ 31 und das Streben danach nicht oder nur verzerrt existieren. Sagt man über die Deutschen, dass sie nicht demonstrieren, weil man dazu den Rasen betreten müsse, so beschreibt dies eher ihre Ordnungsliebe, als einen Konformismus. Der modisch gekleidete Russe dagegen geht nicht auf Demonstrationen weil er ernsthaft denkt, er würde dort lächerlich aussehen. Kasparow ist für ihn ein Schachspieler, kein Politiker. 32
„Und noch etwas: Sie haben Angst, zu den Extremisten gezählt zu werden. Die Menschen, die aus Panzern eine Schule beschossen, haben Ihnen erklärt: Wenn Sie mit Transparenten auf die Straße gehen, ist das Extremismus, und Sie haben Angst, ein Extremist zu sein. Denn Sie sind ein friedliebender Mensch… Und außerdem haben Sie Angst, zum Spielzeug in den Händen Unbekannter zu werden… Die ‚orangefarbene Pest’, die politischen
Technologien…” 33
28 Zitiert in Solovieva 2007: S. 12. „Lew Gudkow leitet das renommierte Meinungsforschungsinstitut Lewada, das sich als unabhängig und nichtkommerziell bezeichnet, sich selbst trägt und als sehr seriös gilt.“ Solovieva 2007: S. 11.
29 Vgl. Solovieva 2007: S. 12f. Zitiert nach Solovieva 2007: S. 12.
30 Lew Gudkow zitiert in Solovieva 2007: S. 13.
31 Der Journalist Valerij Panjuschkin zitiert in Solovieva 2007: S. 14.
32 Vgl. Solovieva 2007: S. 15.
33 Solovieva 2007: S. 15f.
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In der Sowjetunion musste man uneigennützig politisch sein. Heute ist man eigennützig unpolitisch. In der klassenlosen Gesellschaft des Kommunismus entwickelte sich eine politische Kaste, genannt Nomenklatura. Je nach politischem Status oder gesellschaftlichem Nutzen genoss sie spezielle Bevorzugungen: bessere Bekleidung und Lebensmittel, eine medizinische Versorgung und Wohnungen. Sie besaßen, was Anderen verboten blieb und konnten tun, wofür Andere weggesperrt worden waren. Diese neue Klasse, Privilegierte und ihre Familien, vermied den Kontakt nach außen, blieb unter sich und hielt zusammen. 34 Die Nomenklatura verschwand mit der Perestroika nicht, sondern änderte nur ihre Form. Der wirtschaftliche Umbruch ohne institutionelle Vorbedingungen brachte Vetternwirtschaft, einen Kapitalismus der Oligarchen und hohe soziale Unterschiede mit sich. 35 Es war zwar bekannt, wie man mit Macht umzugehen hatte, aber nicht, wie mit Geld, Handel und Markt. Trotzdem schaffte man es mit enger Beziehung zur neuen Macht und unter Ausformung eigener Regeln, sich wieder in der Spitze der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik festzusetzen. 36 Daher scheint es manchmal so, als ob sich nichts geändert habe. Die Konkurrenz aus der jungen Generation sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Neben der Nomenklatura schaffte es eine weitere Erscheinung des Sowjetsystems, sich der neuen Realität anzupassen. Die Korruption. Schon im Kommunismus gehörte nalevo, alles was schwarz nebenbei gemacht wurde, dazu. Die alltägliche Korruption existierte ohne Unrechtsbewusstsein, denn wem gehörte der Beton, das Benzin oder die Lebensmittel? Eigentlich dem Volk und daher fühlte es sich berechtigt, davon zu nehmen. Es ging nicht immer um Kriminalität oder pure Eigeninteressen, sondern die Versorgung der Familie und der Nächsten. 37 Der Kommunismus hatte nach der Revolution mit allem gebrochen. Er wollte auch die Marktwirtschaft nicht etwa verbessern, sondern lehnte sie bedingungslos ab. Die Folge der installierten Planwirtschaft war die Rückkehr des Naturalientausches. 38 Die Ursachen für die Korruption lagen also in der sowjetischen Wirtschaft mit Mangel, geringer Qualität der Waren und Verzögerungen im Service, aber auch an der schlechten Bezahlung, von der Niemand leben konnte. Jeder hatte Zugang zu etwas, was ein Anderer brauchte, jedoch
34 Vgl. das Kapitel über „Die privilegierte Klasse“ in Smith 1976: S. 25-52.
35 Vgl. Zoltán Cséfalvay: „Wirtschaftssysteme: Ordnungspolitische Umwandlung in Russland und in Mitteleuropa“. Vortrag am 17.10.2007 an der Andrássy Gyula Deutschsprachige Universität Budapest; Prof. Cséfalvay sprach sogar von einer „Lateinamerikanisierung“.
36 Vgl. Solovieva 2007: S. 6.
37 Vgl. das Kapitel über die „Korruption“ in Smith 1976: S. 80-101.
38 Vgl. Messelken 1996: S. 31-33.
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nicht erhielt und so entwickelten sich tiefere Beziehungen gegenseitigen Vorteils. 39
Während die sowjetische Korruption praktisch Diebstahl vom Staat war, ermöglichte sie überhaupt das Funktionieren des Systems. Die neue Korruption übernimmt von der alten allenfalls die Unfähigkeit ein Unrechtsgefühl aufzubauen. Sie ist Ergebnis des „Raubtierkapitalismus“ der neunziger Jahre. Jetzt wollte jeder mitverdienen und so begannen die Beamten, sich für vorteilhafte Entscheidungen schmieren zu lassen. Das konnten für Unternehmen höhere Ausfuhrquoten sein und für den Bürger eine schnellere Bearbeitung von Anträgen, Befreiung vom Wehrdienst, Aufnahme in die Universität, eine bessere medizinische Versorgung oder positive Urteile vor Gericht. 3 Milliarden Dollar geben die Bürger jährlich an Schmiergeldern aus, Unternehmen das hundertfache und damit 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, Tendenz steigend. Das hat sich unter Putin, dem selbsternannten Kämpfer gegen den Sittenverfall, noch verschlechtert. „[S]eine autoritäre Politik [...] unterdrückt[e] alle Kräfte, die für die Kontrolle einer korrupten Bürokratie unabdingbar sind: ein selbstbewusstes Parlament, eine freie Presse, eine unabhängige Justiz und eine aktive Zivilgesellschaft“. Neben Politik und Wirtschaft ist auch der Zusammenhalt der Gesellschaft durch die Korruption gefährdet. Mit der steigenden Zahl jener, die bereit sind, Schmiergelder zu zahlen, wächst nämlich das Misstrauen. 40 Doch wer ist nun der Russe einmal unabhängig von Geschichte, Politik und Wirtschaft betrachtet? Wichtiger als in Mitteleuropa ist für Russland weiterhin die Frage nach dem Geschlecht. Die im Kommunismus angeblich gelöste Frauenfrage trat während der Perestroika als Geschlechterdiskurs hervor. Er war Teil der Suche nach einer Identität. Dabei standen sich auf die Frage, wie der russische Weg des Feminismus aussehen mag, zwei Antworten gegenüber. Für die einen gilt der Feminismus als ein wichtiges Element im Zuge der Demokratisierung des Landes und Entwicklung der individuellen Persönlichkeit wie auch der Zivilgesellschaft. Auf der anderen Seite steht die schroffe Ablehnung der Bewegung mit dem Hinweis, größere Probleme zu haben. Mythisch nutzen einige Gegner das weibliche Geschlecht des Wortes Russland (Россия) dazu, das Land mit dem Feminismus an sich gleichzusetzen, damit eine weitere Behandlung der Frage überflüssig erscheint. 41 Auch wenn Frauen zunehmend wirtschaftlich erfolgreich, teilweise emanzipiert und weltweit für ihre besondere Schönheit bekannt sind, so ist es doch der Mann, der weitläufig das Bild des Russen prägt. In seinen Grundzügen ist er damit weitgehend
39 Vgl. Smith 1976: S. 86.
40 Voswinkel 32/2005.
41 Vgl. Cheauré 1997: S. 151f., 160f.
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geschichtsresistent. Sein bekanntester Vertreter ist der ehemalige Präsident Vladimir Putin. In Armeehose und bauchfrei präsentierte er sich, seine Politik und sein Land, der weltweiten Öffentlichkeit in der Rolle des russischen Machos, des selbstverliebten Mušik (мужик). Dieser Typus wird trotz negativer und allseits bekannter Eigenschaften wie moralischer Schwäche und Mangel an Verantwortung bewundert und nicht in Frage gestellt. Er präsentiert sich am liebsten „mit kommisskurzem Haarschnitt auf dem bulligen Kopf und einem breitbeinig wiegenden Bärengang“. Statt zu Verhandlungen und Kompromissen neigt der Mušik zur Gewalt. Bloß keine Schwäche zeigen. Das ist nicht etwa dekorativ wie in Südeuropa, sondern tief sitzende Aggression, die oft als russische Eigenschaft entschuldigt und mit brüderlicher Versöhnung verharmlost wird. Die Machtposition des russischen Mannes hat sich jedoch gewandelt. Früher waren sie nur zu Hause hart und nahmen im sowjetischen Staat die schwache weibliche Position ein. Mit der Perestroika war er wieder als Verteidiger und Versorger der Familie gefragt, denn der Staat versagte. Das Vertrauen hatten nur noch Mutter, Großvater und als einziger Vertreter staatlicher Institutionen: Putin. Tatsächlich ist der Mann jedoch passiv, entscheidungsschwach und verantwortungslos. Zwar sucht er nach Erfolg, wartet aber ab, bis das Leben entscheidet. Seine häufigen Misserfolge und seine Unfähigkeit machen den Mušik jedoch keinesfalls zum unglücklichen Menschen. Darin unterscheidet er sich von den Mitteleuropäern. 42 Die Scheidungsraten in Russland steigen kontinuierlich und lagen 2004 bei 65 Prozent. Die Kinder werden meist von der Mutter erzogen oder wachsen gleich ohne Vater auf, wodurch sich Mutterfixiertheit und Unselbstständigkeit erklären lassen. Sie führten zur Sehnsucht des Mušik nach einem Vater, der das Idealbild des Mušik darstellt. Derweil begibt er sich selbst auf die Suche nach männlicher Identität und findet seine Lehrer in der Abgrenzung, im gängigen Geschlechtermodell und vor allem in der Armee. Das ist ein gesellschaftliches Phänomen. Sogar die Umgehung des Wehrdienstes durch Schmiergelder ist angesehener als dessen Verweigerung. Kann über diesen Umstand noch gelächelt werden, hat der Männlichkeitskult auch schädigende Auswirkungen:
„Das Bindemittel der russischen Männergesellschaften ist meist der Alkohol. Während westliche Bierreklame eher den Individualgenießer umwirbt, gilt Biertrinken in Russland als
kollektive Bewährungsprobe und männliches Vertrauensritual.“ 43
Es überrascht nicht, dass die Weltgesundheitsorganisation Russland als Alkoholhochburg
42 Vgl. inkl. Zitate nach Voswinkel 40/2007.
43 Voswinkel 40/2007.
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bezeichnet. 15 Liter reiner Alkohol fließen jährlich durch die russische Kehle. Die Hälfte der Sterbefälle unter arbeitsfähigen Russen lassen sich auf entsprechende Vergiftungen zurückführen. Die männliche Sterblichkeit mit 58 Jahren erklärt sich ebenfalls durch zu hohes Risiko im Straßenverkehr, eine hohe Selbstmordrate und das Rauchen, welchem 60% der Männer erlegen sind. Dies alles ist Ausdruck des spezifischen russischen Hangs zur Selbstzerstörung, welcher zeigt, dass die Männer den Wert des Lebens gering schätzen - gelernte Soldatenmentalität. 44
Doch die Zeiten wandeln sich besonders in den Städten. Auch dort ist der Mann noch wild, muss dabei aber gut aussehen. Kneipenschlägereien sind out. Erfolg ist in und ruft eine Evolution des russischen Bären hervor. Zwar findet er sich mit einem starken ehemaligen Präsidenten wieder, der weiterhin stärkster Mann im Staat bleiben will, doch verschwanden die Sicherheiten für ihn und seine Familie. Die Post-Perestroika-Zeit zwingt ihn dazu, sich seiner Verantwortung zu stellen und Entscheidungen zu treffen. Die Wechselwirkungen zwischen Staat und Gesellschaft in Russland sind stärker, als wir aufgrund der schwachen Zivilgesellschaft denken. Das willkürliche System des Bolschewismus entfremdete die Menschen, jedoch war die russische Seele stets eine öffentliche und eine private. Mit der Perestroika blieb die Chance auf einen zivilgesellschaftlichen Wandel ungenutzt und endete in der Orientierungslosigkeit für jene, die sich nicht durchsetzen konnten. Es zeigte sich jedoch, dass wir nicht pauschal westliche Maßstäbe ansetzen können, selbst wenn diese im Land selbst gewünscht sind. Viel mehr müssen entsprechende Veränderungen in Russland reifen, die Bevölkerung sich besinnen und eigene Lösungen für die Probleme finden.
Mit Putin hatte Russland einen Präsidenten, der die schon lange gewünschte Stärke und Sicherheit symbolisierte. Es lässt sich zwar nicht zwingend schlussfolgern, dass die russische Gesellschaft stets das System hatte, welches sie sich wünschte, jedoch spiegelte sich ihre Eigenart stets in der Ausformung des Systems wider. Erscheinungen wie Korruption und ein System von Privilegierten retteten sich nicht zuletzt über die Perestroika, weil sie in der Gesellschaft verankert oder wenigstens akzeptiert waren. Feste Konstanten blieb der Männlichkeitskult, vom Versorger der Familie bis zur Großmachtphantasie des Staates, jedoch stets mit dem Gedanken an einen starken Beschützer. Weiterhin recht konstant ist der Rückzug ins Private. Der Russe ist heiß und herzlich unter Freunden, doch zurückhaltend und kalt in der Außenwelt. Wenn sein
44 Vgl. Voswinkel 40/2007.
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Rückzug vormals mit einem gesunden Misstrauen Bedingung zum Überleben war, ist es heute Konsumsucht und Angst vor Neidern. Hinzu kommt das nie erlernte bürgerliche Bewusstsein bei den Neureichen, die Enttäuschung bei der Intelligenz und die Trägheit und Selbstzerstörung der Massen. Die gegenseitige Ablehnung verhindert vorerst ein gemeinsames Handeln. Der politische Rückzug sollte jedoch keinesfalls als Ohnmacht der russischen Gesellschaft verstanden werden. Zwar sucht der Russe weiterhin nach Vater Staat (nicht Vaterstaat, den hatte er schon), ist jedoch keinesfalls nur entscheidungsschwach. Nicht der Staat hat eine Masse an Millionären hervorgebracht. Der wirtschaftliche Aufschwung der letzten Jahre zeigt, dass der Russe durchaus etwas bewegen kann, vorausgesetzt er findet seinen persönlichen Vorteil darin. Mit der Politik scheint er sich soweit arrangiert zu haben. YUKOS hat ihm gezeigt, er solle sich nicht in die Politik einmischen und da ihn diese soweit in Ruhe lässt, bleibt die russische Zivilgesellschaft noch eine Weile auf sibirisches Eis gelegt. Doch vielleicht wird Glamour und Geld auf die Dauer langweilig.
Sonder- oder Umweg, Russland als Gesellschaft und Staat hat seine eigenen Gesetze. Seine Geschichte ist vielleicht kein Zug auf einem geraden Eisenbahngleis, jedoch schwer und behäbig genug, um aus der Bahn geworfen zu werden. Oktoberrevolution und Perestroika zeigten, dass keine seichte Richtungsänderung möglich ist, sondern entweder alles bleibt oder radikal umstürzt. Daher gilt Vorsicht bei der Forderung nach westlichen Werten. Bereits Lenin wurde von Mitteleuropa in Russland installiert.
Im Moment lässt sich nicht sagen, wohin der eigene Weg nach Putin in einer globalisierten und komplexen Welt führt. Irgendwo wird der russische Organismus ankommen, als Nation, vielleicht mit einer anderen Gesellschaft, aber auf jeden Fall mit einer eigenen Staatsform. Wer weiß, vielleicht sind ja auch Konformismus und Zynismus nicht für die Ewigkeit gemacht und es lohnt sich, die Hoffnung auf den neuen Russen nicht aufzugeben:
„Irgendwann kommt der Tag, an dem auch Sie zum ‚Marsch der Unzufriedenen’ gehen. Aber
nicht morgen. Morgen bleiben Sie zu Hause.” 45
45 Zitat nach Solovieva 2007: S. 16.Quellen
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Quellenverzeichnis
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http://www.zeit.de/1995/51/Russlands_Wahl?page=all. Eingesehen am 28.12.2007.
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Jahren 1987-1997. In: Cheauré, Elisabeth (Hg.): Kultur und Krise. Rußland 1987-1997. Berlin 1997. S. 9-16.
Ingold, Felix Philipp: Russische Wege. Geschichte - Kultur - Weltbild. Paderborn et. al. 2007.
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Sorokina, Elena: Die Kunst der Aufsteiger: In: ZEIT online, 25.7.2007 - 11:37
Uhr. http://www.zeit.de/online/2007/30/russland-kunst?page=all. Eingesehen am 28.12.2007.
Sproede, Alfred: Krisen-Kultur? Erhabenheitsbedarf? In: Cheauré, Elisabeth
(Hg.): Kultur und Krise. Rußland 1987-1997. Berlin 1997. S. 55-90.
Voswinkel, Johannes: Europa, nein danke. In: DIE ZEIT, 21/2007
(17.05.2007). http://www.zeit.de/2007/21/EU-Russland-Gipfel. Eingesehen am 28.12.2007.
Voswinkel, Johannes: Geschmiert und gereinigt. In: DIE ZEIT, 32/2005 (04.08.2005). http://www.zeit.de/2005/32/Schwarzgeld_2fGeldw_8asche. Eingesehen am 28.12.2007.
Voswinkel, Johannes: Das Tier im Muttersöhnchen. In: DIE ZEIT, 40/2007
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Voswinkel, Johannes: Generation Putin. In: DIE ZEIT, 49/2007 (29.11.2007).
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Arbeit zitieren:
Thomas Maier, 2008, Jeder Gesellschaft ihren Staat, München, GRIN Verlag GmbH
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