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Machiavelli: Il Principe: politische Kommunikation als Marketing

Title: Machiavelli: Il Principe: politische Kommunikation als Marketing

Seminar Paper , 2001 , 14 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Christine Frenkenberger (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Il Principe ist ein Werk das über die Jahrhunderte breite Wirkungsgeschichte erfuhr – oft aber missverstanden und fehlinterpretiert. Machiavellis Anleitung und Forderungen erlangte in Italien selbst erst im 19. Jahrhundert mit der nationalen Einigungsbewegung, das Risorgimento, seine Würdigung. Später im 20. Jahrhundert übernehmen die italienischen Faschisten die nationalistisch gewendeten Forderungen nach einem gefestigten Machtsstaat für sich in Anspruch, und auch im 21.Jahrhundert gibt es genügend Bücher mit dem Titel: „Machiavelli für Manager“. Machiavellis Il Principe scheint allumfassend anwendbar – auf alles und jeden!

Aber ist nun Machiavellis Il Principe wirklich zeitlose Gültigkeit zuzubilligen oder hat das Werk nur eine begrenzte Legitimität, beziehend auf die besondere Krisensituation Italiens am Anfang des 16. Jahrhunderts?

Il Principe ist ein Buch für „Eure Hoheit“, obwohl dieser, laut Machiavelli, eigentlich nicht würdig genug dafür ist, gibt er Fürsten eine Anleitung, um entsprechende Größe, durch die speziellen Techniken des Machterwerbs und Erhalts, zu erlangen. Das Ziel Machiavellis mit diesem Buch war zum einen ein politisches, gründend auf den damaligen Verhältnisse in Italien und Florenz und zwar die Selbsterhaltung des Staates zu ermöglichen. Seine Gründe und Absichten des Schreibens von „Il Principe“ sind daneben aber auch persönliche1, vordergründig die Hoffnung auf das Finden eines Retters für sein zerrissenes italienisches Vaterland, gewesen. Er zeigt sich als Nationalist, scharfsinniger Analytiker und beeindruckt durch einen illusionslosen Wirklichkeitssinn.

Der Aufbau des „Il Principe“ lässt sich in vier Haupteile untergliedern. In den ersten Kapiteln nimmt Machiavelli eine Klassifikation der verschiedenen Arten der Fürstenherrschaft und deren Erwerbsmöglichkeiten vor; in den nächsten analysiert er kritisch die im damaligen Heerwesen angewandten Organisations- und Rekrutierungsformen, um dann weiters in einem Teil aus mehreren Kapiteln bestehend, amoralische Methoden im Dienst politischer Krisenbewältigung zu erörtern. Im letzten großen Hauptteil gibt er Ratschläge wie man die Gunst der Umstände nutzen sollte und wie man Ansehen bei den Untertanen gewinnen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtlicher Hintergrund

3. Menschenbild Machiavellis

4. Herrschaftsbild Machiavellis

5. Politische Kommunikation als Marketing

Zielsetzung und Themenfelder

Die Arbeit analysiert Niccolò Machiavellis Werk "Il Principe" im Hinblick auf moderne politische Kommunikationsstrategien. Ziel ist es, die Verbindung zwischen Machiavellis Erkenntnissen zur Machterhaltung und zeitgenössischen Methoden der politischen Vermarktung, insbesondere durch audiovisuelle Medien, kritisch zu untersuchen.

  • Historische Einordnung der politischen Philosophie Machiavellis
  • Anthropologische Grundlagen und Menschenbild in "Il Principe"
  • Machiavellistische Herrschaftstechniken und deren Relevanz heute
  • Wandel von politischer Herrschaft hin zur medialen Inszenierung
  • Die Rolle der öffentlichen Aufmerksamkeit in der modernen Demokratie

Auszug aus dem Buch

5. Politische Kommunikation als Marketing

„Ein Herrscher braucht also alle die vorgenannten guten Eigenschaften nicht in Wirklichkeit zu besitzen; doch muss er sich den Anschein geben, als ob er sie besäße.....So muß ein Herrscher milde, treu, menschlich aufrichtig und fromm scheinen....denn der Pöbel hält sich immer an den Schein und den Erfolg; und in der Welt gibt es nur Pöbel.“

Machiavelli war damit wahrscheinlich einer der Ersten, die Notwendigkeit politischer Kommunikation als Marketing erkannten. Erst im 20. Jahrhundert formulierte Edward L. Bernays, der stark von massenpsychologischen Gedankengängen Freuds beeinflusst war, dass die bewusste und intelligente Manipulation der Gewohnheiten und Meinungen der Massen durch Public Relations das wichtigste Element einer funktionierenden Demokratie darstellt.

Dieser Ansicht ist aus Franz Ronneberger und verweißt außerdem auf die „Legitimation durch Information“ Zu Zeiten Friedrich des Großen war man sich der Bedeutung der öffentlichen Meinung bewusst – die Zensur spielte hierbei eine zentrale Rolle. Doch wie vertuschen Politiker dieser Tage ihre „schlechten“ Eigenschaften. Wer glaubt das Zensur und der Pöbel, der sich laut Machiavelli nur an den Schein hält nicht mehr existieren, dem geht in Zeiten des Wahlkampfes bzw. davor bei genauerer Beobachtung ein Licht auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Rezeptionsgeschichte von "Il Principe" und hinterfragt, ob die Forderungen Machiavellis zeitlose Gültigkeit besitzen oder nur unter krisenhaften Bedingungen des 16. Jahrhunderts legitim waren.

2. Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel beschreibt den gesellschaftlichen und technologischen Wandel der Renaissance, der zu einem neuen, instrumentalistischen Staatsverständnis und einer Abkehr von rein christlich-moralischen Leitbildern führte.

3. Menschenbild Machiavellis: Hier wird dargelegt, dass Machiavellis negatives Menschenbild – geprägt durch Geiz und Strebsamkeit – die Grundlage für sein Verständnis von Machtpolitik bildet, in der ein Herrscher rational agieren muss.

4. Herrschaftsbild Machiavellis: Das Kapitel analysiert die Anforderungen an einen politischen Führer, der zwischen Notwendigkeit, Gelegenheit und eigener Tüchtigkeit navigieren muss, um seine Macht in einer moralisch indifferenten Welt zu behaupten.

5. Politische Kommunikation als Marketing: Der abschließende Hauptteil verbindet Machiavellis Theorie des Scheins mit der modernen, mediengestützten politischen Kommunikation und untersucht, wie Politiker heute durch Inszenierung und Aufmerksamkeitsmanagement legitimiert werden.

Schlüsselwörter

Niccolò Machiavelli, Il Principe, Politische Kommunikation, Machtpolitik, Politische Inszenierung, Krisenwissenschaft, Menschenbild, Herrschaftslegitimation, Public Relations, Politische Führung, Medien, Aufmerksamkeitsmanagement, Virtù, Demokratie, Marketing

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Machiavellis "Il Principe" unter dem Aspekt, ob seine Ratschläge zur Machterhaltung als Vorläufer moderner politischer Kommunikation und Vermarktungsstrategien verstanden werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die historische Genese von Machiavellis Denken, sein Menschenbild, die Anforderungen an Herrschaftspersönlichkeiten sowie die Bedeutung der medialen Selbstdarstellung in der modernen Politik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, die Kontinuität von Machiavellis Prinzipien zur Wahrung des Scheins in die Ära der modernen Massenmedien und des Wahlkampf-Marketings zu übertragen und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die historische Primärquellen (Machiavelli) mit politikwissenschaftlicher und medienpsychologischer Fachliteratur des 20. Jahrhunderts verknüpft.

Was ist der Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der historischen Rahmenbedingungen, das Menschen- und Herrschaftsbild Machiavellis sowie die abschließende Übertragung auf das moderne Phänomen der politischen PR.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politische Kommunikation, Machtpolitik, Schein, Inszenierung, Aufmerksamkeitsmanagement und die Notwendigkeit (necessita) geprägt.

Wie unterscheidet sich Machiavellis Verständnis von Herrschaft von mittelalterlichen Vorstellungen?

Machiavelli löst Politik von theologischen und moralischen Idealen und definiert Herrschaft stattdessen über rationale Techniken und die Fähigkeit zur Krisenbewältigung in einer korrupten Welt.

Warum ist die „Fuchsnatur“ laut dem Text für moderne Politiker heute schwieriger zu verbergen?

Durch die allgegenwärtigen elektronischen Medien und den hohen Druck zur medialen Inszenierung wird es für Politiker immer schwieriger, ihre Handlungen vor der Öffentlichkeit zu verbergen und gleichzeitig ihre Führungsrolle authentisch zu wahren.

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Details

Title
Machiavelli: Il Principe: politische Kommunikation als Marketing
College
University of Vienna  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Klassiker des politischen Denkens (re-) visited
Grade
sehr gut
Author
Christine Frenkenberger (Author)
Publication Year
2001
Pages
14
Catalog Number
V11184
ISBN (eBook)
9783638174121
Language
German
Tags
Machiavelli Principe Kommunikation Marketing Klassiker Denkens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Frenkenberger (Author), 2001, Machiavelli: Il Principe: politische Kommunikation als Marketing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11184
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