1. Gruppenarbeit 3
2. Die sieben Säulen der Gruppenarbeit 1 3
3. Vor- und Nachteile der Gruppenarbeit 5
4. Gruppenarbeit in vielen Bereichen 5
Mit alten Menschen 2 5
4.1
4.2 Mit Behinderten Menschen 6
5. Gruppenarbeit mit älteren Menschen 3 6
6. Bedürfnisse von älteren Menschen 5 7
7. Probleme von älteren Menschen 8
8. Leitung einer Altengruppe 9
9. Das Programm 10 9
9.1 Spiele mit älteren Menschen 11 10
9.2 Werkarbeit mit alten Menschen 12 10
9.3 Vorbereitung auf das Alter 13 11
10. Kriterien für die Gruppenarbeit 14 11
11. Erfahrungsbericht 15 12
12. Schlussfolgerung 12
Literaturverzeichnis 13
2
1. Gruppenarbeit
Gruppenarbeit ist eine Methode, Problemlösungen durch organisierte und zielgerichtete Zusammenarbeit von mehreren Personen zu erarbeiten. Es werden sehr unterschiedliche Modelle der Arbeitsorganisation verbunden. Es ist durch eine zeitlich Teilung in mehrere arbeitsfähige Kleingruppen gekennzeichnet. In diesen Kleingruppen werden die gestellten oder selbst erarbeiteten Aufgaben bearbeitet. Die Ergebnisse werden bei Vollendung meist präsentiert und deren weiteren Nutzen wird bestimmt. Durch zielgerechte Arbeit, soziale Interaktion und sprachliche Verständigung wird so die Gruppenarbeit zum Erfolg.
Die sieben Säulen der Gruppenarbeit 1
2.
1. Die Arbeitsaufgabe muss so verständlich sein, dass die Gruppe diese komplett bearbeiten kann.
Darunter versteht man, dass genau geklärt werden muss, welche Aufgaben zu erledigen sind. Wenn diese verstanden und aufgeteilt sind, lässt sich der Zeitaufwand für Planung und Koordination verringern.
2. Die Gruppe sollte über ausreichend Planungs-und
Entscheidungskompetenzen verfügen, um ihren Arbeitsprozess selbst zu gestalten. Dies bedeutet, dass das Bewusstsein einer gemeinsamen Aufgabe und die Orientierung auf deren gemeinsamen Bearbeitung wichtig für den Zusammenhalt der Gruppe sind. Die in der Gruppe erarbeiteten Lösungen werden besser akzeptiert, als von einer Einzelperson, denn eingespielte Teams, bzw. Gruppen erweisen sich als effizienter und kreativer im Umgang mit Problemen, als Einzelne. Jedoch bildet die Kombination von Einzelaufgaben und die durch die gesamte Gruppe gelösten Kernaufgaben die Gruppenarbeit 3. Die vor-, neben- und nachgelagerten Bereiche sollten so angepasst werden, dass sie die Gruppe bei der Ausführung ihrer Aufgaben optimal unterstützen könnten. Unter Punkt 3 versteht man, dass jeder Einzelne der Gruppe in alle Abläufe der Aufgabe integriert werden muss. Erfolgt diese Einbindung nicht, kann es passieren, dass sich
1 Interpretiert: Hofmann, Jörg (2006): IG Metall Baden Württemberg: „ERA und Gruppenarbeit“
Mühlacker: Melter Druck
3
einzelne Gruppenmitglieder nicht akzeptiert fühlen und dann meist nicht mehr produktiv arbeiten können. 4. Die Führungs- und Leistungsstrukturen sollten auf Führung durch Zielvereinbarung umgestellt werden.
Dieser Satz bedeutet, dass die Steigerung der Autonomie der Gruppe die Möglichkeiten und Notwenigkeiten einzelner Mitarbeiter der Führungskräfte verringert. Die Führungskräfte können sich demnach auf weitere Verbesserungen von Rahmenbedingungen konzentrieren. Sehr wichtig ist jedoch, dass fixe Ziele vereinbart werden. Man spricht auch davon, dass die Zeile der Gruppen SMART sein müssen: Ziele müssen Selbst beeinflussbar sein von Betroffenen. - Zeilemüssen Messbar sein und kontrolliert werden. - Zeilemüssen Anspruchsvoll sein. - Zeilemüssen Realistisch sein. - Zeilemüssen Terminbezogen sein. - 5. Die technischen und räumlichen Begebenheiten müssen ein optimales Zusammenwirken der Gruppe ermöglichen.
Darunter versteht man, dass eine geeignete Räumlichkeit und die benötigten Arbeitsmittel zur Verfügung stehen. Dadurch können die Mitarbeiter den Material- und Informationsfluss selbst gestalten. 6. Die Arbeitszeitregelung muss ausreichend Flexibilität der Gruppe bei der Auftragsbearbeitung gewährleisten.
In der Gruppenarbeit teilen sich die Gruppen selbst ein, wie sie ihre Aufgaben erledigen. In den klassischen Arbeitszeitsystemen hätten sie jedoch für die Einteilung ihrer Arbeitszeit lediglich einen geringen Spielraum. Daher müssen diese Systeme der Gruppenarbeit angepasst werden. Die Gruppe soll selbst wählen können, wie lange und an welchem Ort die Arbeit stattfinden soll. Damit die flexiblen Arbeitszeiten nicht nur dem Unternehmen nutzen, müssen die Gruppen die Möglichkeit haben die persönlichen Zeitbedürfnisse zu berücksichtigen.
7. Die Entgeltregelung muss den Gruppenarbeitsgedanken unterstützen. Die Einführung von Gruppenarbeit bringt eine grundlegende Veränderung der Aufgabenzuschnitte, Arbeitsabläufe, Qualifikationsanforderungen,
Kooperationsbeziehungen, langjährigen Gewohnheiten und traditionellen Berufsrollen
4
mit sich. Das Entgeltsystem bietet einen Anreiz für die aktive Mitwirkung an dieser Veränderung und für die erfolgreiche Bewältigung der neuen Anforderungen. Ein gruppengerechtes Entgeltsystem enthält einen zusätzlichen Anreiz zu "klügerem" statt lediglich schnellerem Arbeiten. Durch Gruppenarbeit in Verbindung mit einem geeigneten Entgeltsystem werden Qualitätsmängel, die durch die Einstellung "dafür werde ich nicht bezahlt" entstehen, reduziert
3. Vor- und Nachteile der Gruppenarbeit
Vorteile:
Die Gewinnung von neuen Sichtweisen und neuen Perspektiven - (Erfahrungsaustausch)
Jeder Einzelne profitiert vom Wissen jedes Teilnehmers - Entfaltungvon weiteren Kompetenzen, wie zum Beispiel - Durchsetzungsvermögenund Umgang mit Stresssituation Die Arbeit ist motivierender und anregender - Entfaltungvon sozialen Kompetenzen - Erweiterungvon Rhetorik - Fähigkeiten - Vertiefteund intensive Behandlung von Themen - Nachteile:
Gruppenkoordination - Erwartungshaltungan manche Teilnehmer ist größer - Gruppengröße(> 5 wird schwierig) - Rivalisierung - Dominanzeines einzelnen Teilnehmers - 4.Gruppenarbeit in vielen Bereichen
Mit alten Menschen 2
4.1
Für Gruppenarbeit besteht heute Interesse und wachsendes Verständnis. Viele lassen sich anleiten und unterweisen, um Methoden der Gruppenarbeit im Zusammensein mit
2 Goeken, Anna: Gruppenarbeit mit älteren Menschen. Freiburg 1978, Seite 7
5
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen anwenden zu können. Aber sind solche Anleitungen auch angebracht für das Zusammensein mit älteren Menschen? Diese Frage muss nachdrücklich bejaht werden, denn Erfreulicherweise häufen sich die Gelegenheiten, dass ältere Menschen sich in Gruppen zusammenfinden können. Die Bedeutung der mitmenschlichen Kontakte für Menschen im Alter und in der Zeit der Alterung wird immer deutlicher erkannt. Sie wird von Psychologen und Pädagogen, auch von Ärzten begründet - und nicht zuletzt von den alten Menschen selbstbestätigt. So wurde mit Recht gefordert, dass alle Verantwortlichen sich bemühen sollten, für die Älteren Mitmenschen Gelegenheiten zu Geselligkeit und regelmäßigen Treffen zu geben. Ein guter Anfang, vor allen in den Großstädten, sind z.B. Altentagesstätten in denen die Besucher je nach Anlass und deren Neigungen und Interessen sich zusammenfinden können.
4.2 Mit Behinderten Menschen
Auch bei der Arbeit mir Behinderten Menschen findet man die Gruppenarbeit. Da die viele Behinderte - Körperlich und vor allem Geistige - auf die Hilfe Anderer angewiesen sind, werden einige zur Gruppenarbeit mobilisiert. Dieses Verfahren hilft nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch den Angehörigen. So werden z.B. verschiedene Gruppen gebildet, bei denen einige Freizeitaktionen angeboten werden. Gerade bei einigen motorischen Bereichen, wie das Basteln sind viele Teilnehmer auf die Hilfe der Gruppe angewiesen. Die Arbeit zusammen und die Mithilfe ermöglicht, dass das gewünschte Ergebnis am Ende erzielt wird und alle mit ihrer Leistung zufrieden sind.
Gruppenarbeit mit älteren Menschen 3
5.
Es ist bekannt, dass die Welt so zu sagen immer älter wird. Die Geburtenrate nimmt ab und die Anzahl der älteren Menschen nimmt zu. Viele Menschen des höheren Alters kommen mit dem „Altwerden“ zurecht, zahlreiche jedoch nicht. Daher versuchen Sozialarbeiter diesen Menschen durch gezielte Förderung zu helfen mit dieser Situation umzugehen. Nicht nur junge, sondern auch ältere Menschen haben Entwicklungsaufgaben zu lösen. Havighurst hat folgende Definition vorgeschlagen,
3 Lowy, Louis: Der ältere Mensch in der Gruppe. Freiburg 1971. Seite 7
6
welche ich zitieren werde: „Eine Entwicklungsaufgabe ist eine Aufgabe, die sich im Laufe einer bestimmten Lebensperiode des Einzelnen stellt, deren erfolgreiche Bewältigung zu Glück und Erfolg, deren mangelnde Bewältigung, Ablehnung durch die Gesellschaft und Schwierigkeiten bei späteren Aufgaben führt.“ 4 Eine der wichtigen Aufgaben für den älteren Menschen besteht darin, einen Sinn im Leben zu finden und es zu genießen. In den kommenden Seiten werde ich die Gruppenarbeit mit älteren Menschen näher erläutern und darlegen, wie wichtig sie in diesem Bereich ist.
6. Bedürfnisse von älteren Menschen 5
Jedem ist es namhaft, dass Menschen - sowohl Junge, als auch Alte - Bedürfnisse jeglicher Art haben. Seien es emotionale, soziale oder seelische, es gibt niemand, der keine Bedürfnisse besitzt. Ich zitiere nun Kahn, der das Bedürfnis in der Gruppe definiert hat: „Das Bedürfnis ist der Ausdruck der für das Überleben einer Gruppe notwenigen Voraussetzungen; es wird durch diese Gruppe geformt und durch die Gruppenerfahrung zum Bewusstsein gebracht. Bedürfnisse in diesem Sinn ändern sich mit Veränderungen im Schicksal, der Orientierung und Technologie der gesellschaftlichen Gruppe.“ 6 Diese Auffassung hilft bei der Untersuchung der Bedürfnisse älterer Menschen. Einige Verlangen sind auf vergangene „Schicksale“ zurückzuführen und können daher auch nachvollzogen werden. Ich zitiere die Grundlagen der Überlegungen von Clark Tibbits 7 über die Bedürfnisse und Antreibe älterer Menschen, welche er in dem Gerontologischen Institut von Iowa erarbeitete. Seine Ergebnisse lauten: 1. Einen gesellschaftlich nützlichen Dienst ausüben. 2. Als Teil der Gesellschaft angesehen werden. 3. Die größere Freizeit auf befriedigende Weise ausfüllen. 4. Sich normaler Kameradschaft erfreuen. 5. Als Individuum angesehen werden. 6. Die Möglichkeit zur Selbstdarstellung haben. 7. Gesundheitlichen Schutz und Vorsorge genießen. 8. Angemessene geistige Anregung bekommen.
4 Havighurst, R. J.: Human Development and Education. New York 1953
5 Lowy, Louis: Der ältere Mensch in der Gruppe. Freiburg 1971. Seite 13 - 15
6 Kahn, A. J.: Issues in American Social Work, New York: 1959
7 Tibbits, C: Handbook of Social Gerontology. Chicago 1960
7
9. In befriedigenden Wohnverhältnissen leben und familiäre Beziehungen haben. 10. Seelische Befriedigung erlangen.
Diese Bedürfnisse sind jedoch nicht nur für ältere Menschen bestimmt. Nach Untersuchungen ergab sich, dass diese für die ältere Generation am bedeutsamsten sind.
Probleme von älteren Menschen 8
7.
Die Probleme von älteren Menschen haben sehr viel mit den Bedürfnissen deren zu tun. Die Reaktionen von Mitmenschen lassen viele Bedürfnisse unerfüllt und wandeln sich zu Problemen um. Sehr hilfreich für eine unproblematische Gruppenarbeit ist, die Probleme näher zu betrachten und daraufhin zu überprüfen. Folgende Probleme treten häufig auf: 1. Fortschreitende Isolierung und Vereinsamung
Wenn ein Mensch älter wird, verschwinden häufig nahe Personen, wie zum Beispiel Freunde und Familienmitglieder, aus deren Leben und lassen die Zurückgebliebenen alleine. Jüngere Menschen kommen über einen Verlust schneller hinweg und finden auch wieder „Ersatz“. Bei Älteren jedoch wird die Vereinsamung zur Wirklichkeit. Vorher war die Welt so lebendig und auf einen Schlag ist sie kalt und fremd. Bei diesem Problem kann die Gruppenbildung, bzw. die Gruppenarbeit helfen. Sie kann Gelegenheiten schaffen neue Freunde zu finden und über die traurigen Ereignisse hinwegzukommen. 2. Verlust der gesellschaftlichen Identität
Diesen Verlust kann man zum Beispiel unter den Aspekt „Identität durch die Arbeit“ näher erläutern. Wir leben in einer sehr arbeitsorientierten Gesellschaft, bei der die Arbeit das halbe Leben und auch die Existenz bedeutet. Man kann es mir den Worten „Wer er ist, bestimmt sich aus dem, was er tut“ näher erklären. Es bedeutet mit anderen Worten, dass die Arbeitsidentität einem seine gesellschaftliche Identität gibt. Es kann passieren, dass der Verlust der Arbeitsidentität ein Stück weit zur Vereinsamung führt. 3. Körperlicher und geistiger Abbau
Ein körperlicher und geistiger Abbau im Alter ist nicht zu vermeiden. Jedoch erhält jeder betroffene ein Gefühl der Einschränkung. Besonders wenn die geistigen
8 Lowy, Louis: Der ältere Mensch in der Gruppe. Freiburg 1971. Seite 15 - 20
8
Fähigkeiten nachlassen bekommt jeder ältere Mensch Angst vor einer Verwirrung und vor dem Verlust der Selbstkontrolle. 4. Zukunftslosigkeit und Angst vor dem Tod
Im fortschreitenden Alter wird dieser Punkt immer aktueller. Es wird zu einem Teil der Realität und bekommt es auch durch das Umfeld mit. Deshalb ist in diesem Punkt auch die Gruppenarbeit gefragt, indem man den Betroffenen hilft, Hoffung und den Sinn fürs Leben zu finden.
Leitung einer Altengruppe 9
8.
Diese Aufgabe stellt sich als nicht einfach heraus. In diesem Bereich wurden des Öfteren schon Leute eingesetzt, die dafür nicht richtig ausgebildet waren und viel zu wenig Erfahrung mit älteren Menschen hatten. Sehr wichtig, eine solche Gruppe zu leiten, bedarf an guter Allgemeinbildung und psychologischen Einfühlungsvermögen. Es ist auch ratsam die Gruppe nicht alleine zu führen, damit die Treffen auch bei Krankheit oder Urlaub stattfinden können. Wie in jedem anderen Beruf auch, sollte ein guten Betriebsklima herrschen. Es werden spezielle Schulungen angeboten, auf denen die Leiter Ideen für die Gruppenarbeit und Ratschläge, welches Thema eher passend ist und welches nicht, bekommen. In größeren Städten treffen sich die Gruppenleiter auch untereinander um Erfahrungen und Ideen auszutauschen
9. Das Programm 10
Am Anfang der Gruppenarbeit werden wenig Vorschläge von den Teilnehmern kommen, was sie gerne unternehmen möchten. So wird das Programm meist von der Leitung gestaltet. Es empfiehlt sich die Arbeit ganz ruhig angehen zu lassen und am Anfang etwas festliche Musik spielen. Danach die Begrüßung der Leitung und darauffolgend eine Vorstellungsrunde der Teilnehmer. Es ist sehr zu empfehlen, dass das Programm immer gut durchgeplant ist und sich bestimmt Punkte öfters wiederholen, damit die älteren Menschen sich wie in einer vertrauten Umgebung fühlen. Haben mehrere Treffen statt gefunden, planen die Teilnehmer auch selber mit und äußern ihre Wünsche, was sie gerne unternehmen oder spielen würden. Man merkt, dass
9 Goeken, Anna: Gruppenarbeit mit älteren Menschen. Freiburg 1978. Seite 68 - 70
0 Goeken, Anna: Gruppenarbeit mit älteren Menschen. Freiburg 1978. Seite 50 - 56 1
9
die älteren Menschen sich wohl fühlen und aus sich heraus kommen. Die Programmwünsche werden dann eventuell immer anspruchsvoller. Man sollte aber stets darauf achten, dass alle daran teilnehmen können. Einige Punkte des Programms könnten folgendermaßen lauten:
9.1 Spiele mit älteren Menschen 11
Ich werde auf drei Arten von Spiele eingehen.
Einige ältere Leute bevorzugen das Spiel in der kleinen Tischgruppe. Viele erfreuen sich daran mit einfachen und jedermann bekannten Spielen, wie „Skat“ oder „Mensch ärgere dich nicht“ die Zeit in der Gruppe zu genießen. Es ist daher ratsam, wenn man solch eine Gruppenarbeit anbietet, sich mit genügend Spielen auszustatten Einige Spiele regen die Teilnehmer auch zum Nachdenken, Reagieren und Kombinieren an. Jedoch ist das größte Anliegen der meisten Gruppenleiter, dass mit der ganzen Gruppe zusammen gespielt wird. Bei dieser Art sind Grenzen gesetzt. Es ist nicht ratsam, dieses mit mehr als 30 Personen durchzuführen. Dabei muss der Gruppenleiter natürlich genau wissen, welche Teilnehmer zum Beispiel schwerhörig oder sehr verlangsamt sind, damit eine Blamage ausgeschlossen ist. Besonders beliebt sind „Ratespiele“. Hier ist dann besonders zu empfehlen, dass nach alten Sprichwörtern und Liedern gefragt wird. Eine weitere Art sind die „Bewegungsspiele“. Wie weit diese auszuführen sind, muss der Gruppenleiter beurteilen. Man muss auf die körperliche Verfassung der älteren Menschen achten. Schnelle Bewegungsspiele, wie zum Beispiel „Die Reise nach Jerusalem“, sind zu gefährlich und abzuraten.
9.2 Werkarbeit mit alten Menschen 12
Diese Art der Gruppenarbeit wird nicht in jedem Altenkreis durchführbar sein, denn das Alter und die Aktivität bestimmen die Möglichkeiten. Es gibt einige Anlässe, um mit älteren Menschen zu Basteln, Häkeln, Stricken, Nähen, ... Es kann zum Bespiel ein Fest organisiert werden, bei dem der Tischschmuck selbst hergestellt werden soll. Oder auch an Weihnachten und Ostern können schöne Fensterbilder und Gestecke gebastelt werden. Es ist auch zu empfehlen, mit leichten Strick- und Häkelübungen zu beginnen, da der Grossteil der älteren Generation in diesem Bereich fit ist und auch anderen Teilnehmern helfen könnte. Das Interesse am Werkarbeiten wird meist dadurch geweckt, wenn man fertige Exemplare zu Beginn zeigt. Um die Motorischen
1 Goeken, Anna: Gruppenarbeit mit älteren Menschen. Freiburg 1978. Seite 57 - 60 1
2 Goeken, Anna: Gruppenarbeit mit älteren Menschen. Freiburg 1978. Seite 60 - 63 1
10
Fähigkeiten zu trainieren und auch um die Kreativität zu fördern kann man mit Fimo oder Ton arbeiten. Damit können schöne Broschen, oder auch Tiere, Windlichter und Figuren geformt werden. Das Ziel hierbei ist, jeden so weit wie möglich zu fördern, dass er brauchbare und schöne Dinge herstellt. Es ist nicht wichtig, ob er dies selbst oder mit Hilfe geschafft hat, denn es ist leicht vorstellbar, wenn ein älterer Mensch seine Kunstwerke im Freundes- oder Familienkreis vorführen kann, wie glücklich und stolz er dabei ist.
9.3 Vorbereitung auf das Alter 13
Hat eine Altersgruppen im Laufe der Jahre Erfolg, so werden die Teilnehmer auch immer älter. Daher muss sich das Programm immer mehr auf die Kräfte und deren Lebensrhythmus richten. Es können neue Themen aufgegriffen werden, die sich auf die leiblich - seelische Veränderung im Alter beziehen. Weiterhin kann natürlich das andere Programm angeboten werden, aber unter Berücksichtigung deren Fähigkeiten im hohen Alter.
10. Kriterien für die Gruppenarbeit 14
Für die Gruppenarbeit müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden. Am Grundlegendsten muss die Motivation und die Lust zu sehen sein, denn wenn die Teilnehmer lustlos an die Sache ran gehen, kann es nicht den gewünschten Zweck erfüllen. Besonders bei einer neuen Gruppenbildung gelten für die große Zahl der lust- und nützlichkeitsorientierten Mitgliedern folgende Kriterien: 1. Bedeutung der Tätigkeit für die ausdrücklichen Interessen des Einzelnen. 2. Bedeutung der Tätigkeit die von der Leitung vermutete unbewusste Motivation des Einzelnen. 3. Der Platz der geplanten Gruppe im Besuchsplan des Einzelnen. 4. Der Grad, in dem man Einzelnen in seiner Entwicklung noch Kraftreserven, die für die Tätigkeit erforderlich sind, zur Verfügung stehen. 5. Bestimmte Ziele der Mitarbeiter für Einzelne.
Sind in der Gruppe Menschen mit körperlich, emotional und gesellschaftlich behinderte Mitglieder, so spielt der Prozess und die Kriterien eine noch größere Rolle. Durch
3 Goeken, Anna: Gruppenarbeit mit älteren Menschen. Freiburg 1978. Seite 67 - 68 1
4 Tine, Sebastian: Der ältere Mensch in der Gruppe. Freiburg 1971. Seite 76 - 78 1
11
Aufnahmegespräche, Individualisierung und der Einführung in die Gruppen müssen die Leiter mehr Zeit investieren, um die Gruppe voran zu bringen und zu unterstützen.
11. Erfahrungsbericht 15
Änne Schwärzel wohnt in Hofheim im Taunus. Seit Jahrzehnten besucht die dort den Altenclub. Sie kann sich noch an ihren ersten Treff erinnern, in dem sie eine kleine Adventsfeier mit Tee und Gebäck veranstalteten. Anschließend planten sie für die kommenden Zusammentreffen und einigten sich für einen kleinen Unkostenbeitrag von 2,- DM pro Monat. In den kommenden Wochen waren sie immer um die 30 Teilnehmer zwischen 65 und 90 Jahren. Heute hat es sich geändert, da der immer mehr Leute Interesse daran zeigten. Mittlerweile hat der Club 75 Mitglieder. Diese wurden in zwei Gruppen unterteilt, welche sich immer an zwei Nachmittagen in der Woche von 15.00 -18.00 Uhr treffen. Die Leitung besteht aus fünf ehrenamtlichen Damen, welche sich sehr gut verstehen und sich gegenseitig gut ergänzen. Immer wieder werden Dia -Shows aus fernen Ländern, Gymnastik, Bewegungsspiele und Vorträge über zum Beispiel „Die Ernährung im Alter“ angeboten. Frau Schwärzel ist sehr begeistern über „ihren“ Altenclub. Sie fühlt sich sehr wohl und ist glücklich darüber, dass sie daran teilnimmt.
12. Schlussfolgerung
Die Gruppenarbeit mit älteren Menschen ist die richtige Methode, um die Bedürfnisse zu befriedigen und Probleme zu beseitigen. Da häufig Sozialarbeiter die Leitung einer solchen Gruppe übernehmen, ist es eine völlig neue Rolle für diese. Sie sind aber dazu auch ausgebildet älteren Menschen zu helfen und sie zu motivieren. Bei vielen Fällen fällt die Motivation oft sehr schwer, aber es ist immer machbar. Die Gruppenarbeit mit älteren Menschen sollte man auf jeden Fall mehr erweitern, denn es hat sich in vielen Fällen gezeigt, dass die Probleme besser gemeistert und gelöst wurden.
5 Schrall, Martha; Schwärzel Änne: Gruppenarbeit mit älteren Menschen. Freiburg 1976. Seite 1
82 - 86
12
Arbeit zitieren:
Franziska Schwarz, 2007, Gruppenarbeit mit älteren Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
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