Professionalität und Erbarmen
Seminarteilnehmer: Cornelius Keppeler Seminar: Kunde oder Patient? Die Solidarität mit den kranken und alten Menschen unter dem Druck der Wirtschaftlichkeit Abgabedatum: April 1999
In der Spannung von Professionalität und Erbarmen
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Begriffsdefinitionen 5
3 Professionalität und Erbarmen im Krankenhaus 7
3.1 Die strukturellen Rahmenbedingungen 7
3.2 Die „schlanke Organisation“ 8
3.2.1 Persönliche Qualifikationen 8
3.3 Das Verhältnis von Professionalität und Erbarmen 9
Exkurs : Geschlechtspezifische Implikationen? 9
3.4 Konsequenzen für die Wirtschaftlichkeit 11
4 Die Verantwortung der kirchlichen Träger 12
5 Resümee 14
Literaturverzeichnis
3
In der Spannung von Professionalität und Erbarmen
1 Einleitung
Innerhalb des Seminars „Kunde oder Patient? Die Solidarität mit den kranken und alten Menschen unter dem Druck der Wirtschaftlichkeit“ befaßt sich die vorliegende Arbeit mit einem Problemfeld, welches vor allem in Krankenhäusern, aber auch anderen Institutionen der Pflege wie beispielsweise Altenheimen diskutiert wird. Es geht um die Frage der Spannung zwischen Professionalität und Erbarmen. Zunächst erscheint es recht einfach. „Verlangt ist ein Management nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen, das den medizinischen und pflegerischen Anforderungen Rechnung trägt und in dessen Mittelpunkt der Patient als Kunde steht, dessen Bedürfnisse es für das Krankenhaus und den Patienten erfolgreich zu befriedigen gilt.“ 1
Daraus ergeben sich jedoch bei genauerem Hinsehen einige Unklarheiten, die einer Interpretation bedürfen. Inwieweit kann bei einem Patienten von »Kunde« gesprochen werden? Welche Anforderungen sind zu erfüllen? Welche Arten von Bedürfnissen sollen befriedigt werden? Nach einer kurzen Definition der zentralen Begriffe werden Professionalität und Erbarmen im Krankenhaus thematisiert. Dies geschieht anhand der notwendigen strukturellen Rahmenbedingungen und den Voraussetzungen an die Qualifikation der Mitarbeiter für die Umsetzung einer „schlanken Organisation“. Nachdem das Verhältnis von Professionalität und Erbarmen dargestellt worden ist, folgt ein Exkurs zu geschlechtsspezifischen Implikationen. Insbesondere werden dann die Konsequenzen für die Wirtschaftlichkeit in Bezug auf die angesprochene Spannung in den Blick genommen, bevor die Verantwortung der kirchlichen Träger näher betrachtet wird. Im Resümee werden abschließende Bemerkungen den Inhalt der Arbeit zusammenfassen.
1 Adam, Dietrich, Leitbild und Unternehmenskultur im Krankenhaus im Wandel, 13.
4
In der Spannung von Professionalität und Erbarmen
2 Begriffsdefinitionen
Der Begriff der Professionalität beinhaltet fachliches Wissen, richtiges Erkennen und Diagnostizieren der Krankheitsursachen, kompetente Auswahl aus Heilungsalternativen, sachgerechte und effiziente Durchführung der entsprechenden Therapie. Darüber hinaus wird in ihm ein menschenwürdiger Umgang mit dem Patienten vorausgesetzt, der der jeweiligen Situation und der je unterschiedlichen Person adäquat zu sein hat.
Der Begriff des Erbarmens geht über den der Professionalität hinaus und setzt einen anderen Akzent. Im Erbarmen findet eine Emotionalisierung der Beziehung zwischen dem Helfenden und dem zu Helfendem statt. Dadurch wird der Hilfesuchende ganzheitlicher wahrgenommen und in seiner Bedürftigkeit nicht auf die Bereiche seiner Krankheit, Einschränkung oder Behinderung reduziert.
In Analogie zur Professionalität läßt sich der »Hilfsbedürftige in gesundheitlichen Fragen« als Kunde bezeichnen, der innerhalb eines Marktes von medizinischen Angeboten, von unterschiedlichen Therapieverfahren und verschiedenen Krankenhäusern das für sich entsprechende auswählen kann. Hierbei kennzeichnet den Kunden die Freiheit, selber zu entscheiden, wo, in welcher Weise und zu welchem Preis er behandelt werden möchte. Er bestimmt den für ihn angemessenen Kompromiß innerhalb des Preis-Leistungs-Verhältnisses der Angebote.
Im Gegensatz zum Begriff des Kunden, der die aktive Rolle des Hilfsbedürftigen betont, nimmt die Bezeichnung »Patient« die Gesamtperson in den Blick, die als ganze leidet und als solche der Fürsorge bedarf, weil sie ausdrückt, daß
„der Kranke aufgrund seiner Schwäche und passiven Rolle verletzlicher [ist], er ist gezwungen, sich als Heilungssuchender Arzt, Pflegern und Krankenhaus vertrauensvoll auszuliefern.“ 2
In einem Leitbild gibt der Träger einer sozialen Einrichtung, einem Krankenhaus oder einem Altenheim eine Unternehmensphilosophie, die „die wesentlichen Werte und Ziele als Grundsätze formuliert.“ 3 Damit wird intern durch stabile Wertorientierungen eine Identität geschaf-
2 Pottmeyer,,Hermann J., Das Kirchliche Krankenhaus - Zeugnis kirchlicher Diakonie und ihres Auftrags, 70.
3 Ehrhardt, Helmut, Röhrßen, Thomas, Leitbild und Unternehmenskultur im Krankenhaus, 63.
5
Arbeit zitieren:
Cornelius Keppeler, 1999, In der Spannung von Professionalität und Erbarmen in Krankenhäusern und anderen Pflegeinstitutionen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Cornelius Keppeler's Text In der Spannung von Professionalität und Erbarmen in Krankenhäusern und anderen Pflegeinstitutionen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Cornelius Keppeler hat den Text In der Spannung von Professionalität und Erbarmen in Krankenhäusern und anderen Pflegeinstitutionen veröffentlicht
Cornelius Keppeler hat einen neuen Text hochgeladen
Anderen Städte IBA Stadtumbau 2010, 6
IBA Stadtumbau 2010, 6. Stadt ...
Erbarmen mit den Lehrern ... zwischen Engagement und Burnout
Was Lehrer krank macht und was...
Helmut Schaaf
0 Kommentare