Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Finanzierung und Investition
Seminar
"Finanzierung und Investition"
insbes. Investitionstheorie, Finanzmanagement,
Aktien- und Immobilienmärkte
Sommersemester 2008
Seminararbeit
Aktienrückkauf - Vorteilsanalyse
aus Sicht des Aktionärs
Patric Sónyi
Inhaltsverzeichnis
I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis...
Abkürzungsverzeichnis...
1.
Thematische Einführung die Daimler AG...1
2.
Auswirkungen
verschiedener
Rückkaufverfahren
auf
die
Aktionäre...2
2.1.
Rückkauf über die Börse...2
2.2.
Festpreisverfahren...3
2.3.
Holländische Versteigerung...3
2.4.
Paketerwerb...4
2.5.
Ausgabe von Put-Optionen...5
3.
Aktienrückkauf vor dem Hintergrund von Informations-
asymmetrien...6
3.1.
Aktienrückkauf als Signalling-Instrument...6
3.2.
Aktienrückkäufe vor dem Hintergrund der Principal-Agent-Theorie...8
4.
Auswirkungen auf Aktionäre, die auch nach dem Rückkauf an der AG
beteiligt sind...9
4.1.
Änderung von Kurswert und Kennzahlen...10
4.2.
Auswirkungen unterschiedlicher Finanzierungen des Rückkaufs...11
5.
Vorteilsanalyse in Bezug auf Besteuerung sowie Flexibilität...13
6.
Zusammenfassende Beurteilung ...15
Literaturverzeichnis...III
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abs.
Absatz
AG
Aktiengesellschaft
AktG
Aktiengesetz
c.p.
ceteris paribus
EK
Eigenkapital
EKR
Eigenkapitalrentabilität
EStG
Einkommenssteuergesetz
EPS
Earnings per Share
EZB
Europäische Zentralbank
FK
Fremdkapital
ggü.
gegenüber
hrsg.
herausgegeben
i.d.R.
in der Regel
i.V.
in Verbindung
WACC
Weighted Average Cost of Capital
Thematische Einführung die Daimler AG 1
1. Thematische Einführung die Daimler AG
Aktienrückkäufe gewinnen als Instrument der Kapitalausschüttung bei
Aktiengesellschaften (AG) zunehmend an Bedeutung. So wurden in den USA
im Jahr 2005 bereits über die Hälfte der Ausschüttungen in Form von
Aktienrückkäufen getätigt.
1
Als aktuelles Beispiel lässt sich die Daimler AG
anführen. Nachdem im Zeitraum von August 2007 bis März 2008 Aktien im
Nennwert von 267 Millionen Euro zurückgekauft wurden, ermächtigte die
Hauptversammlung im April dieses Jahres den Vorstand weitere
Aktienrückkäufe durchzuführen. Auslöser für diese Ausschüttungen waren
Liquiditätsüberschüsse, die insbesondere aus den Veräußerungserlösen der
EADS sowie von Chrysler resultierten.
2
Die international wachsende Bedeutung von Aktienrückkäufen wirft die Frage
auf, wie sich der Einsatz dieser Ausschüttungsvariante auf die Aktionäre
auswirkt. In der folgenden Arbeit soll dieser Frage - nach einer kurzen
Darstellung der rechtlichen Grundlagen - nachgegangen werden. Gegenstand
dieser Analyse sind unter anderem die Auswirkungen verschiedener
Rückkaufverfahren auf bestimmte Aktionärsgruppen, der Abbau von
Informationsasymmetrien zwischen Management und Aktionär sowie Effekte,
die sich für die Aktionäre ergeben können, wenn sie ihre Aktien halten oder
diese im Rahmen des Rückkaufprogramms veräußern.
Die rechtlichen Vorschriften zum Aktienrückkauf in Deutschland sind in § 71
AktG geregelt. Für die Praxis besonders relevant ist § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG.
Danach kann die Hauptversammlung den Vorstand ermächtigen über einen
Zeitraum von 18 Monaten Rückkäufe bis zu einem Volumen von maximal
10% des Grundkapitals durchzuführen. Hierbei ist die Preisspanne, zu der die
Rückkäufe erfolgen dürfen, durch die Hauptversammlung festzulegen.
3
Entscheidend ist, dass der Gleichbehandlungsgrundsatz gemäß § 53a AktG
gewährleistet ist und alle Aktionäre die Möglichkeit haben ihre Aktien im
Rahmen des Rückkaufprogramms an die AG zu veräußern.
4
1
Vgl. Europäische Zentralbank (2007) S. 116.
2
Vgl. Daimler AG (2008).
3
Vgl. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG.
4
Vgl. Vigelius (2000) S. 222.
Auswirkungen verschiedener Rückkaufverfahren auf die Aktionäre 2
2. Auswirkungen verschiedener Rückkaufverfahren auf die Aktionäre
Aktiengesellschaften stehen verschiedene Verfahren zur Durchführung eines
Aktienrückkaufs zur Verfügung. Im folgenden Abschnitt sollen diese
Verfahren aus Aktionärssicht insbesondere hinsichtlich ihrer Auswirkungen in
Bezug auf die Preisermittlung und
die Gleichbehandlung der Aktionäre
untersucht werden.
2.1. Rückkauf über die Börse
Das häufigste Verfahren ist der Rückkauf über die Börse. Bei diesem Verfahren
erwirbt die AG entweder selbst oder vertreten durch eine Bank die eigenen
Aktien am Sekundärmarkt. Somit haben alle Aktionäre die Möglichkeit ihre
Aktien an die Gesellschaft zu veräußern und der Gleichbehandlungsgrundsatz
gemäß § 53a AktG ist gewährleistet.
5
Ein weiteres Kriterium zur Analyse der
Vorteilhaftigkeit ist die Form der Preisermittlung. Der Preis ergibt sich in
diesem Fall aus dem aktuellen Börsenkurs, so dass die Aktionäre keine
zusätzliche Prämie für den Verkauf der Aktien erhalten.
6
Es ist jedoch
festzustellen, dass die Ankündigung eines Rückkaufs im Regelfall zu positiven
Kurseffekten führt.
7
Somit haben die Aktionäre die Chance ihre Aktien zu
einem, aufgrund der Rückkaufsankündigung gestiegenen Kurs, zu verkaufen.
Problematisch ist jedoch, dass das Management den Zeitpunkt des Rückkaufs
innerhalb der angegebenen Frist frei festlegen kann. Somit können
asymmetrisch verteilte Informationen zwischen Management und Aktionär
gezielt ausgenutzt werden, indem der Rückkauf zu einem Zeitpunkt getätigt
wird, an dem die Aktie unterbewertet ist.
8
In diesem Fall würden die Aktionäre
ihre Aktien unter Wert veräußern und somit einen Verlust realisieren.
Die Frage, ob die Aktionäre im Hinblick auf die realisierten Verkaufserlöse bei
diesem Verfahren profitieren, hängt somit davon ab, zu welchem Zeitpunkt sie
die Aktien verkaufen, da je nach Kursverlauf unterschiedliche Preise gezahlt
werden. Dieses Verfahren ist das einzige, bei dem der Börsenkurs direkt über
die
gestiegene
Nachfrage
seitens
der
AG
beeinflusst
wird.
5
Vgl. Vigelius (2000) S. 223.
6
Vgl. Leuering (2002) S. 436.
7
Vgl. Zschaber (2005) S. 126.
8
Vgl. Gerke/Fleischer/Langer (2002) S. 3.
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