1
Inhaltsverzeichnis
1 THEMA DER ARBEIT 2
1.1 MATERIAL FÜR DIE BEOBACHTUNG 2
2 VORGANGSWEISE BEI DER BEOBACHTUNG 5
3 ANALYSEERGEBNISSE 7
3.1 AUFTRITT DER KANDIDATEN 7
3.1.1 DER HÄNDEDRUCK 9
3.2 ERSTE STATEMENTS VON JOHN KERRY UND GEORGE W. BUSH 14
3.3 SCHLUSSSTATEMENT VON JOHN KERRY UND GEORGE W. BUSH 17
3.4 VERABSCHIEDUNG 18
3.5 ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN 20
3.6 REFLEXION DER BEOBACHTUNG 21
3.7 ANALYSE 21
4 THEORETISCHER TEIL 24
1 Thema der Arbeit
Das Thema der Arbeit ist ein Vergleich der Körpersprache zwischen den beiden Kandidaten für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten von Amerika bei der Wahl 2004, Präsident George Bush und Senator John Kerry. Dazu bieten VLFKYRUDOOHPGLHVRJÄ3UHVLGHQWLDO 'HEDWHV³ an, also die Fernsehdiskussionen, bei denen beide Kandidaten gegeneinander antreten.
Dem Abschneiden der Kandidaten bei diesen Konfrontationen wird durch die Medien ein großer Einfluss auf den Ausgang der Wahlen zugeschrieben. Insofern ist die Körpersprache der Kandidaten neben den verbalen Botschaften ein interessanter und weniger beachteter Einflussfaktor für den Erfolg oder Misserfolg der beiden Kontrahenten. Während des Wahlkampfes 2004 fanden drei solche Fernsehdiskussionen statt: am 30. September 2004 in der University of Miami in Coral Gables, Florida (URL: http://www.archive.org/details/presidential_debate_9-30-04 1 [2.4.2006]) am 8. Oktober 2004 in der Washington University in St. Louis, Missouri (URL: http://www.archive.org/details/presidential_debate_10_8_04 [2.4.2006]) und am 13. Oktober 2004 in der Arizona State University in Tempe, Arizona (URL: http://www.archive.org/details/presidential_debate_10_13_04 [2.4.2006])
1.1 Material für die Beobachtung
Die zweite Diskussion vom 8. Oktober 2004 fand in einem besonderen Format statt, nämlich DOVVRJÄ7RZQ-KDOO0HHWLQJ³'DVEHGHXWHWGDVVGLH.DQGLGDWHQDXI]ZHL%DUKRFNHUQ3ODW] nehmen (statt hinter den üblichen Pulten stehend), dass die Fragen aus dem Publikum gestellt werden (statt von Journalisten) und dass sich die Kandidaten vor dem Publikum (140 US-Bürger, die durch Gallup als noch unentschiedene Wähler identifiziert wurden) frei bewegen können. Aufgrund dieses aufgelockerten Formats, in dem seit seiner Premiere im Wahlkampf 1992 zwischen George Bush sen., Bill Clinton und Ross Perot in der zweiten Debatte am 15. Oktober 1992 in jedem Wahlkampf jeweils eine Fernsehdiskussion abgehalten wurde (Vgl. URL: http://www.museum.tv/debateweb/ [2.4.2006]), ergeben sich erweiterte
1 $QGHQDQJHJHEHQHQ85/¶VLVWGHU'RZQORDGGHU9LGHRDXI]HLFKQXQJHQGHU)HUQVHKGLVNXVVLRQHQLQ verschiedenen Formaten möglich.
Beobachtungsmöglichkeiten der beiden Kandidaten und deshalb haben wir diese Diskussion für die vorliegende Arbeit ausgewählt.
Abbildung 1: Town-hall Format der 2. Fernsehdiskussion am 8. Oktober 2004
Grundlage für unsere Beobachtungen war die im Internet (URL: http://www.archive.org/details/presidential_debate_10_8_04 [2.4.2006]) verfügbare Aufzeichnung der Diskussion im MPEG2-Format (DVD-Qualität). 'LH'LVNXVVLRQXQWHUODJWURW]GHVDXIJHORFNHUWHQÄ7RZQ-KDOO³-Formats genau festgelegten Regeln:
Jede Person aus dem Publikum hat dem Moderator vor der Diskussion zwei Fragen zukommen lassen, je eine für den Präsidenten und eine für Senator Kerry. Moderator Charles Gibson hat die Fragen und die Reihenfolge ausgewählt, in der sie gestellt werden sollen. Niemand außer ihm hat die endgültige Liste der Fragen gesehen. Niemand aus dem Publikum weiß, ob er oder sie seine Frage stellen wird können und die Mikrofone für das Publikum werden ausgeschaltet, sobald die Frage gestellt ist. Der Kandidat, an den die Frage gestellt wurde, hat zwei Minuten für seine Antwort. Der andere Kandidat kann eineinhalb Minuten lang antworten.
Der Moderator hat dann noch die Option, die Diskussion der Frage um je 30 Sekunden pro Kandidaten zu verlängern.
2 Vorgangsweise bei der Beobachtung
Da die gesamte Fernsehdiskussion etwa 90 Minuten gedauert hat, haben wir uns entschlossen, einige Teile daraus für die Beobachtung auszuwählen. Dies sind:
der Auftritt der beiden Kandidaten mit der gegenseitigen Begrüßung (Teil 1, 1:46 bis 2:30
2
)
die jeweils erste Frage an die beiden Kandidaten (John Kerry: Teil 1, 2:30
±
2:42 und 2:54
±
4:57; George W. Bush: Teil 1, 4:57
±
6:50)
die Schlussstatements der beiden Kandidaten (John Kerry: Teil 3, 28:30
±
30:50; George W. Bush: 30:51
±
33:00)
die Verabschiedung (Teil 3, 33:00
±
33:57)
Die Auswahl der Sequenzen haben wir basierend auf den Überlegungen von z.B. Lueger (2000, S.204f.) angestellt, wonach in der Eröffnungsphase einer Interaktion die wichtigsten Strukturierungsleistungen erbracht werden und bei der Beschließung der definierte Stand der Beziehung markiert wird. Ergänzende unauffällige oder markante Stellen wie von Lueger zusätzlich vorgeschlagen, haben wir nicht mehr bearbeitet.
Jede Sequenz wurde zur Analyse wiederholt mehreren fokussierenden Beobachtungen (Vgl. Begusch et.al. 1996, S.92) unterzogen. Bei jedem Durchgang steht jeweils einer der folgende Aspekte im Zentrum:
Raum (Begusch et.al. 1996, S.63ff. und S.69), z.B.:
Welchen Raum nehmen die Kandidaten ein (in direkten Interaktionen, wenn sie am Wort sind oder wenn der andere spricht)?
Wohin orientieren sie sich? (Abwendung, Zuwendung, Aufmerksamkeit)
Zeitmanagement (ebd., S.58 und S.69), z.B.: Wie wird die Dauer von Interaktionen bestimmt? Wer wartet, wer lässt warten?
Rhythmus und Spannung (ebd., S.60), z.B.: Wie ist die Körperspannung der beiden Kandidaten? Gibt es Änderungen im Verlauf der Konfrontation?
2 Da das Debatten-Video in drei Teilen aus dem Internet heruntergeladen werden muss, müssen alle Referenzen neben der Zeit innerhalb des Teiles auch angeben, auf welchen Teil des Videos sie sich beziehen.
unterbrechen)?
Präsenz/Absenz, Blickkontakte (ebd., S.70), Berührungen (ebd., S.71), z.B.:
Wohin richtet sich die Aufmerksamkeit (der Blick) der beiden Kandidaten?
Kann visuelle Unaufmerksamkeit (als Machtgeste) beobachtet werden?
Wer berührt wen (z.B. als Ausdruck von Macht)?
Gleichgewicht und Körperhaltung (ebd., S.56)
Die Beobachtungen erfolgen ohne Audiowiedergabe, damit die Konzentration auf die körpersprachlichen Aspekte nicht durch die Wahrnehmung der zugehörigen verbalen Äußerungen gestört ist. Während der Beobachtung wird ein Protokoll erstellt, das anschließend einer Interpretation durch Verdichtung jener Aspekte unterzogen wird, die in der Sequenz gehäuft auftreten und dadurch Schlussfolgerungen nahe legen.
3 Analyseergebnisse
In diesem Kapitel sollen die Ergebnisse der Analyse der einzelnen Sequenzen behandelt werden. Anschließend werden die Ergebnisse der Sequenzen miteinander in Beziehung gesetzt.
3.1 Auftritt der Kandidaten
Der Auftritt der beiden Kandidaten erfolgt nach einer Begrüßung und Einleitung durch den Moderator Charles Gibson in Teil 1 des Videos von 1:46 bis 2:30. Wir haben den Auftritt wiederum in vier Teile gegliedert: Betreten des Studios (1:46 ± 1:57; 11s.) Händedruck (1:57 ± 2:05; 8s.) Aneinander vorbei zum Platz gehen (2:05 ± 2:09; 4s.) Applaus/Setzen (2:09 ± 2:25; 16s.)
Abbildung 2: Räumliche Anordnung bei der Fernsehdiskussion (M = Moderator, K1-5 = Kameras)
In Abbildung 2 ist die räumliche Anordnung des Studios und der Weg dargestellt, den die beiden Kandidaten beim Auftritt zu ihren Plätzen zurücklegen. Der Auftritt beginnt damit, dass George W. Bush von der Kamera erfasst wird, als er in das Auditorium tritt. Für einige Einzelbilder glaubt er sich noch unbeobachtet und auf der Hinterbühne, denn er presst die Lippen aufeinander, etwa wie jemand, der vor einer schweren Aufgabe steht (siehe Abbildung
Arbeit zitieren:
Mag. Alexander Remesch, Kathrin Schindelar, 2006, Körpersprache als Ausdruck von Status und Macht, München, GRIN Verlag GmbH
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