Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Handy-TV in Deutschland 4
2.1 Wie kommt das Fernsehen ins Handy 4
2.1.1 Via Rundfunknetz 4
2.1.2 Via Mobilfunknetz 5
2.1.3 Via Funknetz 6
2.2 Nutzer von Handy-TV 6
2.3 Besonderheiten der Inhalte.......................................................................8
2.4 Erlösformen 10
2.4.1 Gerätesubventionierung 10
2.4.2 GEZ-Gebühren 10
2.4.3 Pay-Modelle 11
2.4.4 Werbung 12
2.4.5 Sponsoring 13
2.4.6 Dienste 13
2.5 Fazit 14
Literatur- und Quellenverzeichnis 16
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1 Einleitung
1931 präsentiert Manfred von Ardenne auf der 8. Funkausstellung in Berlin erst- mals weltweit das vollelektronische Fernsehen. Innerhalb weniger Jahre entwi- ckelt sich die Technik soweit, dass ab dem 22. März 1935 der „Deutsche Fern- sehrundfunk“ in Berlin mit einem regelmäßigen Programm auf Sendung geht. Allerdings ist noch nicht daran zu denken, dass die breite Masse der Bevölke- rung mit einem eigenen Empfangsgerät im heimischen Wohnzimmer das Pro- gramm empfängt. Vielmehr sind öffentliche Fernsehstuben der Anlaufpunkt für das interessierte Publikum. Doch ein bezahlbares Gerät für die breite Bevölke- rung wird bereits 1939 auf der Funkausstellung in Berlin präsentiert. Allerdings kommt es nie zur Massenproduktion, da mit Kriegsbeginn im selben Jahr alle Pläne in diese Richtung verworfen werden. Erst Jahre nach Kriegsende sollte das Fernsehen wieder an Bedeutung gewinnen. Nachdem bereits 1950 der NDR wieder ein Fernsehprogramm ausstrahlt, beginnt mit Gründung der ARD im selben Jahr die Ära des ersten gesamtdeutschen Fernsehens in der Nach- kriegszeit. Am 25.12.1952 wird erstmals der Sendebetrieb aufgenommen. Be- reits 1956 sind eine halbe Million Fernsehapparate für den Empfang registriert, 1957 ist die Millionengrenze durchbrochen. 1963 geht das Zweite Deutsche Fernsehen auf Sendung und ab 1967, über zehn Jahre nach den USA, beginnt auch in Deutschland das Farbfernsehzeitalter. Neben stetiger Weiterentwick- lung der Fernsehtechnik wächst der Absatz von TV-Geräten Jahr für Jahr und liegt seit 1976 im Schnitt oberhalb der Zweimillionengrenze. Heutzutage steht in ungefähr 98 % aller deutschen Haushalte mindestens ein Fernseher (vgl. Ger- hards/Klingler 2007, S. 295). Das Fernsehen ist Teil unseres Alltags geworden und aus ihm nicht mehr wegzudenken. (Vgl. Naldini/Stehle 2006).
Nun kann man heutzutage nicht mehr ausschließlich nur im heimischen Wohn- zimmer fernsehen. Dank leistungsfähiger Akkus und stromsparender, leicht zu transportierender mobiler TV-Geräte können wir vielmehr fast überall in Deutschland unter freiem Himmel das digital verbreitete Fernsehprogramm in konstant guter technischer Qualität empfangen. Mobiles Fernsehen in diesem Sinne, also mit batteriebetriebenen, transportablen Geräten, gibt es seit den 1960er Jahren, wobei die ersten Geräte mit den modernen in technischer Hin- sicht nicht viel gemein hatten und das Vergnügen noch mit sperrigem Design,
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schlechter Bildqualität und hohem Stromverbrauch relativ unkomfortabel gestal- teten.
Heutzutage ist eine völlig neue Form des mobilen Fernsehens auf dem Vor- marsch, der Prognosen des Berliner Medienberatungsunternehmens Goldme- dia zufolge in Deutschland bis 2010 Umsätze von 450 Mio. Euro zugetraut wer- den (vgl. Breuning 2006b, S. 550). Dabei geht es nicht um den mobilen Emp- fang der herkömmlichen Fernsehprogramme auf transportablen Varianten her- kömmlicher TV-Geräte oder Notebooks, der sich weitestgehend auf bekannte Erlösformen stützt. Vielmehr handelt es sich hier um einen neu entstandenen bzw. entstehenden Markt, auf dem sich, unter Ausnutzung der neuen techni- schen Möglichkeiten einer neuen Generation mobiler Endgeräte wie Handys oder PDA's, ganz neue Möglichkeiten bieten. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird von Handy-TV gesprochen, was die altbekannte Form des Fernsehens ausklammert und nur die angesprochene neue Form mobilen Fernsehens meint. Und auf dem Handy-TV-Markt stehen neben den altbewährten auch neue Erlösmodelle für etablierte und neue Inhalte-Anbieter und Distributoren seit neuestem, in der Erprobungsphase bzw. bereits in der markttauglichen Um- setzung, auf dem Prüfstand der alltäglichen Anwendung.
Diese neue Generation mobilen Fernsehens soll Gegenstand dieser Hausarbeit sein, die einen kleinen Überblick über Handy-TV in Deutschland geben soll.
2 Handy-TV in Deutschland
2.1 Wie kommt das Fernsehen ins Handy?
2.1.1 Via Rundfunknetz
Die älteste allgemein übliche Methode zur Übermittlung audiovisueller Inhalte an den Endverbraucher ist, in Deutschland wie auch weltweit, das Broadcas- ting, die Übertragung über die Rundfunknetze auf terrestrischem Weg. So ist es nachvollziehbar, dass diese Methode auch im Bereich des mobilen Fernsehens Anwendung findet. Von Vorteil ist dabei, dass ein einheitliches Signal ausge- strahlt wird, das theoretisch von unendlich vielen Empfangsgeräten in Reichwei- te ohne Mehraufwand für den Sender empfangen werden kann und somit der
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maximale Publikumsumfang bei verhältnismäßig geringen Kosten zu erreichen ist. In Deutschland konkurrieren derzeit noch zwei digitale Standards dieser Übermittlungsmethode miteinander: DMB und DVB-H, wobei DVB-H jüngst von der EU als Standard für mobiles Fernsehen festgelegt worden ist und zur Fuß- ball-Europameisterschaft Mitte des Jahres offiziell gestartet werden soll (vgl. Wirtschaftsblatt.at 2008). Damit dürfte die Zukunft dem DVB-H-Standard gehö- ren, in dem auch bereits ein Rückkanal auf Basis des Internet-Protokolls inte- griert ist. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber DMB, bei dem es sich um einen „Einwegstandard“ handelt, also kein direktes Feedback vom Endverbraucher möglich ist und somit keine interaktiven Angebote unterbreitet werden können, die sich an individuellen Bedürfnissen orientieren. (Vgl. Colman et al. 2006, S.
21 ff.).
2.1.2 Via Mobilfunknetz
Eine andere, bereits etablierte Möglichkeit ist die Nutzung von Mobilfunknetzen, die seit Einführung des UMTS-Standards eine für diese Zwecke notwendig große Bandbreite aufweisen. Der Nachfolgestandard von UMTS ist HSDPA. Er verfügt neben einer Reihe von anderen Weiterentwicklungen auch über eine deutlich größere Bandbreite und ist damit die weitaus komfortablere Variante für mobiles Fernsehen. HSDPA befindet sich bereits in den Anfängen der Etablie- rungsphase. Mobilfunknetze arbeiten nach dem Uni- oder Multicasting-Prinzip, so genannte Individualkommunikationsmethoden, was bedeutet, dass zu jedem Nutzer eine separate Verbindung aufgebaut wird. Ein großer Vorteil ist hier, dass nicht permanent Inhalte an alle gesendet werden (müssen), sondern viel- mehr auf Anfrage des Kunden einzelne Videosequenzen übermittelt werden. Im Gegensatz zum Broadcasting lässt sich dadurch beim Unicasting jeder Kunde individuell bedienen und auch die Abrechnung der individuellen Nutzung des Angebotes problemlos gestalten. Beim Multicasting wird ein laufender Dienst auf Anforderung, ebenfalls via Einzelverbindung, jeweils zum entsprechenden Kunden geliefert. Allerdings liegen in dieser Stärke auch die Grenzen dieser Methode, denn durch den Aufbau je einer Verbindung zu jedem Kunden ist ir- gendwann ein Punkt erreicht, an dem die Kapazität des Netzes an ihre Grenzen stößt. (Vgl. Colman et al. 2006, S. 12 ff.; vgl. Breuning 2006a, S. 5).
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Jan Kietzmann, 2008, Handy-TV in Deutschland, Munich, GRIN Publishing GmbH
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