Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Phase vor der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit 6
2.1 Auswahl des Grobthemas 6
2.2 Suche geeigneter Literatur 10
2.3 Präzisierung des Themas 12
2.4 Auswahl und Anpassung des Textverarbeitungsprogramms 13
2.5 Erstellung einer ersten Gliederung 15
2.6 Ggf. Abstimmung der Gliederung mit Betreuer 17
2.7 Erarbeitung eines Zeitplans 17
3. Phase während der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit 20
3.1 Tipps zu inhaltlichen Aspekten 20
3.1.1 Thema als ständiger Leitgedanke 20
3.1.2 Zunehmende Präzisierung des Themas 21
3.1.3 Aufbau der Arbeit 21
3.1.4 Begründung der Vorgehensweise 23
3.1.5 Beispiele als Auflockerung 23
3.2 Tipps zu formalen Aspekten 24
3.2.1 Ausgewählte Tipps zu Word 24
3.2.2 Richtiges Zitieren 27
3.2.3 Wissenschaftliche Sprache 29
3.2.4 Schaubilder und Tabellen einfügen 30
3.2.5 Verzeichnisse richtig erstellen 31
3.3 Tipps zur Motivationssteigerung 33
3.3.1 Arbeitszeiten 33
3.3.2 Ablenkung 33
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4. Phase nach der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit 35
4.1 Korrektur und Endformatierung des Textes 35
4.2 Vorbereitung auf mündliche Prüfung 36
4.3 Feiern gehen 37
5. Hinweise zu weiterführender Literatur und Online-Quellen zum
Thema wissenschaftliches Arbeiten 38
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1. Einleitung
Insbesondere Studierende, die das erste Mal eine größere wissenschaftliche Arbeit schreiben, sind oftmals sehr unsicher, wie sie dabei vorgehen sollen und was von ihnen erwartet wird. Vor diesem Hintergrund soll der vorliegende Ratgeber einige hilfreiche Tipps geben, um Unsicherheiten abzubauen und das Projekt Diplom-, Magister-, Seminar- oder Hausarbeit zu erleichtern. Der Begriff „Projekt“ wurde hier bewusst gewählt, um hiermit zu verdeutlichen, dass es sich bei der Erstellung von akademischen Arbeiten nicht um eine komplexe Wissenschaft handelt, sondern um eine bewältigbare Projektaufgabe, die mit etwas Methodenkompetenz - gepaart mit notwendigem Fachwissen - abgearbeitet werden kann.
Natürlich kann es keinen allgemeingültigen Leitfaden geben, der sämtliche Aspekte und Probleme des wissenschaftlichen Schreibens thematisiert. Hierzu sind schon die Anforderungen zwischen den verschiedenen Wissenschaftsgebieten zu unterschiedlich. Darüber hinaus hat jede Hochschule, jeder Lehrstuhl und jeder einzelne Betreuer seine eigenen Richtlinien, die später ausschlaggebend für die Bewertung der Arbeit sein werden. Dennoch gibt es eine Vielzahl von übergeordneten Problemstellungen und Herausforderungen, die bei allen wissenschaftlichen Arbeiten relevant sind und die sehr wohl fächerübergreifend thematisiert werden können. Dies fängt an beim generellen Vorgehen bei der Auswahl eines Themas, über die Erarbeitung eines Zeitplans bis hin zur Endformatierung des Textes.
Betrachtet man die Erstellung eines wissenschaftlichen Textes als Projekt, so lassen sich drei idealtypische Phasen ableiten:
• Die Phase vor der Erstellung der Arbeit: In diese Phase fallen beispielsweise die Auswahl des Grobthemas, die Suche nach geeigneter Literatur oder auch die Aufstellung eines Zeitplans bis hin zur Erarbeitung einer Gliederung. Obwohl diese Phase zeitlich vor der eigentlichen Erstellung des Fachtextes liegt, kommt den damit verbundenen Aufgaben eine große Bedeutung für das spätere Schreiben zu. Konnte in dieser Phase keine brauchbare Literatur gefunden und/oder kein schlüssiges Inhaltsverzeichnis erarbeitet werden, so sind Probleme und Verzögerungen in der eigentlichen Hauptschreibphase quasi vorprogrammiert.
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• Die Phase während der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit: In dieser Phase gilt es letztendlich, das zuvor erarbeitet Grobgerüst mit (sinnvollen) und gut formulierten Inhalten zu füllen. Hierbei sind Aspekte wie eine im Ablauf der Arbeit zunehmende Präzisierung des Themas zu beachten oder die logische Begründung der Argumentation. Ebenfalls von zentraler Bedeutung ist die Verwendung einer dem wissenschaftlichen Niveau angepassten Sprache. Zum Abschluss dieser Phase sollte ein vorformatiertes Manuskript vorliegen.
• Die Phase nach der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit: Im Rahmen der „Nacherstellungsphase“ geht es zum einen darum, den Text in ein abgabefertiges Endmanuskript zu transformieren. Zum anderen sind notwendige Nachbereitungsmaßnahmen durchzuführen (z.B. für eine mündliche Verteidigung der Arbeit). Gerade für den ersten Punkt - also die Endformatierung - sollte genügend Zeit eingeplant werden: Nichts ist ärgerlicher als ein inhaltlich zwar gutes Ergebnis abliefern zu können, wegen starker formaler Mängel jedoch erhebliche Notenabzüge hinnehmen zu müssen. Dies gilt umso mehr, als augenscheinliche formale Mängel gleich einen schlechten ersten Eindruck hinterlassen.
Obgleich zwar in der Theorie eine idealtypische Unterteilung in diese drei Phasen möglich ist, wird eine exakte Trennung in der Praxis kaum realisierbar sein. Beispielsweise ist die Literatursuche i.d.R. nicht im Vorfeld der Erstellung komplett abzuschließen, da während des Schreibens oftmals neue Aspekte auftauchen, die dann vertieft recherchiert werden müssen. Auch die Gliederung aus der Vorerstellungsphase wird sich vielleicht während des Schreibens als nicht ideal herausstellen und müsste dann ggf. noch angepasst werden. Da die verschiedenen Aspekte jedoch schwerpunktmäßig zu jeweils einer der drei Phasen zu-ordenbar sind, erleichtert diese Unterteilung eine stringente Abarbeitung des wissenschaftlichen Texterstellungsprozesses. Aus diesem Grund wird im Folgenden die Dreiteilung in Vorerstellungsphase, Haupterstellungsphase und Nacherstellungsphase beibehalten und als übergeordnete Gliederungsstruktur verwendet.
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2. Phase vor der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit
2.1 Auswahl des Grobthemas
Jede wissenschaftliche Arbeit beginnt mit der Themensuche. Aus Sicht eines Studierenden muss es hierbei das Ziel sein, ein Thema zu finden, das gut bearbeitbar ist und zumindest einen gewissen Neuheitsgrad aufweist. Darüber hinaus sollte das Thema auch zum Forschungsgebiet des betreuenden Lehrstuhls passen, um eine Chance auf Annahme zu haben. Häufig wird vom Lehrstuhl bereits das Thema bzw. eine Liste mit möglichen Themen vorgegeben. In diesem Fall vereinfacht sich die Themensuche erheblich - Sie müssen nur noch entscheiden, welches der angebotenen Themen Sie bearbeiten möchten. Hier kann als Entscheidungskriterium zum einen - wie bereits erwähnt - die Einfachheit der Bearbeitung des Themas herangezogen werden, zum anderen sollte natürlich auch das eigene Interesse die Themenwahl beeinflussen. Ein Thema, mit dem Sie sich überhaupt nicht „anfreunden“ können, steigert nicht unbedingt die Motivation. Falls Sie nur ein grobes Themenfeld oder überhaupt keine konkreten Themenvorgaben für ihre wissenschaftliche Arbeit vorgeschlagen bekommen, so helfen folgende Tipps dabei, die Themensuche zu strukturieren und zu erleichtern:
• Auswahl des Themenfeldes: Falls Sie kein Themenfeld vorgegeben haben, so sollten Sie auf der Homepage ihres Lehrstuhls prüfen, welche Themengebiete zu den Forschungsschwerpunkten des Profs gehören bzw. über welche Themen bereits publiziert wurde. Vielleicht haben Sie auch die eine oder andere Vorlesung besucht, die möglich Anknüpfungspunkte für ein Themenfeld geben. Nach dieser ersten Recherche sind die groben Themenfelder bereits implizit definiert.
• Vom Themenfeld zum Grobthema: Wenn Sie ein interessantes Themenfeld ge-funden haben, gilt es mögliche Themenvorschläge zu generieren. Dieser Prozess ist deutlich schwieriger, als die Auswahl des Themenfeldes. Folgende Ansatzpunkte können hierbei behilflich sein:
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Generell ist es bei einer freien Themenwahl sinnvoll mehr als einen Themenvorschlag auszuarbeiten. Zum einen signalisiert dies Ihrem Professor, dass Sie sich intensive Gedanken bei der Themensuche gemacht haben. Zum anderen ist es nicht unwahrscheinlich, dass Sie nach einigen Überlegungen und einer ersten „Phase der Euphorie“ ein Thema wieder verwerfen, weil dieses schwierig zu bearbeiten ist.
Um mögliche Schwierigkeiten bei der Bearbeitung zu einem frühen Zeitpunkt zu identifizieren, sollten Sie Ihr Grobthema nach folgenden Aspekten „abklopfen“:
• Gibt es genügend Literatur zum Themenfeld?
• Lässt sich eine Argumentationsbasis sinnvoll aufbauen?
• Fällt Ihnen problemlos eine erste Grobstrukturierung für die Themenbearbeitung ein?
• Könnten Sie in wenigen Sätzen sagen, was mögliche Ergebnisse Ihrer Arbeit sein könnten?
Wenn Sie zu der Schlussfolgerung gekommen sind, dass Ihr Thema gut zu bearbeiten ist, so sollten Sie sich noch die Frage stellen, ob dieses auch einen gewissen Innovationsgrad aufweist. Themen, die bereits „übererforscht“ sind, erschweren es, eine eigenständige wissenschaftliche Arbeit zu verfassen. Vielmehr ist das Risiko hoch, dass bei derartigen Themen die komplette Arbeit aus „zitiertem Wissen von anderen Autoren“ besteht und keinerlei eigene Überlegungen in den Text einfließen.
Kann letztendlich auch der Innovationsgrad bejaht werden, so gilt es geeignete Literatur für das Thema zu suchen. Häufig ist es in dieser Phase bereits sinnvoll, beim betreuenden Dozenten nachzufragen, ob das Thema/die Themen in die richtige Richtung gehen, um unnötige Arbeit zu vermeiden und vielleicht bereits ersten inhaltlichen „Input“ oder Anmerkungen zu erhalten, die das weitere Vorgehen beeinflussen.
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2.2 Suche geeigneter Literatur
Wenn das Grobthema steht, ist es notwendig, weitere Literatur zu beschaffen, um eine Themenpräzisierung vornehmen zu können und eine Gliederung auszuarbeiten - schließlich müssen Sie sich ja nicht alles selbst ausdenken, sondern können auf bereits vorhandenes Wissen zurückgreifen. Bei der Beschaffung von Literatur ist es in vielen Fächern (z.B. BWL) unvermeidlich, auch und insbesondere englischsprachige Quellen zu suchen. An jeder Hochschule besteht die Möglichkeit, online auf eine Vielzahl von wichtigen Fachzeitschriften im Volltext zuzugreifen. Falls Ihnen die entsprechenden Literaturdatenbanken Ihres Fachbereiches nicht bekannt sind, so scheuen Sie sich nicht, in der Universitäts- bzw. FH-Bibliothek oder an Ihrem Lehrstuhl gezielt nachzufragen. Darüber hinaus können folgende Datenbanken zur Suche nach Literatur genutzt werden:
• Google Books (http://books.google.de/): Der Vorteil von Google Books liegt darin, dass auch der Inhalt von Büchern durchsucht werden kann. Gerade bei spezifischen Suchbegriffen zu einem Themenaspekt liefert die Suche von Google Books oftmals gute Ergebnisse.
• Google Scholar (http://scholar.google.de/): Hilfreich bei der Suche nach passenden Fachartikeln.
• Amazon: Auch bei amazon kann man sich einen guten Überblick über neuere Bücher zum Thema verschaffen. Tipp: Bei amazon werden gebrauchte Fachbücher häufig zu einem günstigen Preis angeboten. Wer sich das Ausleihen und Verlängern von wichtigen Fachbüchern bei der Uni-Bibliothek ersparen will, kann sich einfach das Buch bei amazon kaufen und nach Abschluss der Arbeit wieder verkaufen.
• Verzeichnis lieferbarer Bücher (www.vlb.de): Hier sind alle in Deutschland lieferbaren Bücher in einer Datenbank zusammen gefasst.
• Karlsruher Virtueller Katalog (http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html): Eine Meta-Datenbank zum Nachweis von mehr als 500 Millionen Büchern und Zeitschriften in Bibliotheks- und Buchhandelskatalogen weltweit.
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• Interne Datenbanken der Hochschulbibliothek: Natürlich sollten Sie auch einmal einen Fuß in die Bibliothek Ihrer Uni bzw. FH setzen, um dort nach passenden Büchern und Fachzeitschriften zu recherchieren.
Generell ist es sinnvoll, zunächst ca. 2-3 Artikel bzw. Beiträge in Fachbüchern zu lesen, die sich mit Ihrem speziellen Kernthema befassen. Mit zunehmendem Präzisionsgrad der Arbeit, sollten dann weitere Artikel hinzukommen. Vermeiden Sie es jedoch, bereits im Vorfeld der eigentlichen Arbeitserstellung sämtliche Artikel zu recherchieren und zu lesen, die auch nur im Entferntesten etwas mit Ihrem Thema zu tun haben, sonst verlieren Sie zwangsläufig den Überblick. Falls Sie im Zuge Ihrer Literaturrecherchen jedoch quasi zufällig auf Beiträge stoßen, die für die spätere Erstellungsphase von Interesse sein könnten, so drucken Sie diese aus bzw. kopieren Sie diese und heften sie ab. Damit Sie die Artikel später auch wieder finden ist es unerlässlich, eine Artikeldatenbank anzulegen. In diese kommen die vollständigen (!) Quellenangaben (siehe hierzu auch Punkt 3.2 des vorliegenden Ratgebers) und einige Stichworte zum Artikel - falls Sie bereits eine Grobgliederung haben, so können Sie zusätzlich das Kapitel eintragen, für das der Artikel nützlich sein könnte.
Um am Ende ein ausgewogenes Literaturverzeichnis präsentieren zu können, ist es zunächst notwendig, die verschiedenen relevanten Literaturarten zu kennen. Dies sind vor allem Artikel aus Fachzeitschriften, Beiträge in Sammelwerken, Monographien (z.B. Standardlehrwerke oder Dissertationen) und sog. „graue Literatur“ (z.B. Unterlagen von Fachtagungen oder Arbeitspapiere von Lehrstühlen). Bei praxisorientierten Arbeiten können darüber hinaus noch Artikel aus Tages- (z.B. Handelsblatt) und Wochenzeitschriften (z.B. Spiegel) herangezogen werden. Webseiten, wie etwa Wikipedia, sollten in wissenschaftlichen Arbeiten nicht als Quellen zitiert werden. Online-Quellen sind nur dann zulässig, wenn die Herausgeber der entsprechenden Homepage einen offiziellen Charakter haben (z.B. Forschungsinstitution, statistisches Bundesamt usw.). Dennoch kann es nicht schaden, auch auf Wikipedia Stichworte zum eigenen Themengebiet einzugeben: Oftmals wird dort in knappen Worten eine brauchbare Zusammenfassung von wichtigen Themengebieten bzw. Teilaspekten davon geliefert, die für den Einstieg in ein Thema durchaus brauchbar sind. Nur eben zitierfähig ist diese Quelle nicht, da bei Wikipedia jeder sein Wissen
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(oder auch nur Halbwissen) einbringen kann und sich letztendlich jeder so eine passende Quellenlage schaffen könnte.
Von den genannten Quellenarten sollten in einer wissenschaftlichen Arbeit Beiträge aus Fachzeitschriften und Monographien den Schwerpunkt bilden. Bei den Monographien dienen Lehrbücher eher zur Untermauerung der grundlegenden Kapitel, wohingegen Fachbücher, Dissertationen oder Habilitationsschriften für spezifischere Aspekte von Relevanz sind.
Zumeist ist es einfacher, am Anfang der Literaturrecherche sehr aktuelle Fachbücher und Artikel zu suchen. Die dort angegebenen (älteren) Quellen können dann einen Hinweis für die weitere Recherche geben. Wird ein Artikel oder ein Buch in nahezu allen Quellen zitiert, die Sie gelesen haben, so ist dies ein eindeutiges Indiz dafür, dass es sich hierbei um ein grundlegendes Werk handelt, dass sie auf alle Fälle beschaffen sollten. Die anfängliche Fokussierung der Suche auf aktuelle Beiträge hat weiterhin den Vorteil, dass die Kerngedanken der zitierten (älteren) Artikel in den neueren Ausarbeitungen i.d.R. bereits zusammenfassend dargestellt sind.
Die Literaturrecherche ist zwar zum Einstieg in das Thema besonders wichtig, dennoch ist sie über den gesamten Prozess der Texterstellung begleitend durchzuführen. Selbst nach dem eigentlichen Erstellungsprozess kann es sinnvoll sein, die Arbeit um zusätzliche Literaturangaben zu ergänzen, wenn die Quellenlage noch zu dürftig ist.
2.3 Präzisierung des Themas
Die Grundlage, um aus einem Grobthema ein präzises Arbeitsthema entwickeln zu können, haben Sie mit der Literaturrecherche und der damit verbundenen Themeneinarbeitung gelegt. Nun gilt es - falls nicht bereits geschehen - zu überlegen, wo genau Sie ihren inhaltlichen Schwerpunkt setzen wollen. Die Vorgehensweise, um vom Grobthema zum präzisen Arbeitsthema zu kommen ist zum Großteil analog zur Vorgehensweise, um vom Themenfeld zum Grobthema zu gelangen (siehe Gliederungspunkt 2.2). Darüber hinaus ist es bei der Themenpräzisierung zusätzlich relevant, „dem Kinde einen Namen zu geben“.
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Aus dem Titel der Arbeit sollte der Schwerpunkt des Themas deutlich werden. Im Gegensatz zu Lehrbüchern steht bei Diplomarbeiten, Hausarbeiten, Magisterarbeiten usw. ein spezifischer Aspekt im Vordergrund und nicht ein komplettes Themenfeld. Beispielsweise könnte ein Titel eines Lehrbuchs „Dienstleistungsmarketing“ heißen, eine Diplomarbeit zu dem Themenfeld Dienstleistungsmarketing wird sich jedoch nur einem ausgewählten Aspekt des Dienstleistungsmarketing widmen (z.B. Controlling im Dienstleistungsmarketing); eine Hausarbeit wird sich mit einem noch enger gefasstem Aspekt befassen (z.B. ein bestimmtes Controllinginstrument im Dienstleistungsmarketing).
Wenn der Obertitel der Arbeit festgelegt ist, so bietet es sich oftmals an, zusätzlich einen Untertitel zu definieren. So könnte etwa der Titel aus dem Beispiel (Controlling im Dienstleistungsmarketing) durch den Untertitel „Eine Analyse am Beispiel des Dienstleisters XY“ weiter präzisiert werden.
In jedem Fall sollten Sie die Themenpräzisierung in enger Abstimmung mit Ihrem Lehrstuhl vornehmen. Hierbei sollten Sie immer begründen können, warum Sie ein bestimmtes Thema gerne in die eine oder andere Richtung präzisieren möchten (z.B. weil es ein aktuelles Thema in der Praxis ist, das theoretisch nur unzureichend erforscht ist).
2.4 Auswahl und Anpassung des Textverarbeitungsprogramms
Neben inhaltlichen Aspekten bei der Texterstellung, sind auch die technischen Voraussetzungen zu schaffen, um eine optisch ansprechende Arbeit erstellen zu können. Hierzu ist es zunächst notwendig, ein geeignetes Textverarbeitungsprogramm auszuwählen. Obgleich es eine Vielzahl möglicher Alternativen gibt, sollte man sich hier auf jeden Fall an die Standardprogramme halten. Nur so kann sichergestellt werden, dass der erstellte Text z.B. auch problemlos von Freunden gelesen werden kann oder der Betreuer der Arbeit bereits im Vorfeld einen ersten Blick auf das Textdokument werfen kann. Da das Microsoft-Produkt MS-Office (bzw. das darin enthaltene MS-Word) am weitesten verbreitet ist, soll dies im Folgenden als Standardtextverarbeitungsprogramm betrachtet werden. 1
1 Wer aus finanziellen oder sonstigen Gründen den Kauf von MS-Word nicht in Erwägung zieht, findet in
dem Produkt OpenOffice.org eine mögliche Alternative, die auch weitestgehend kompatibel zu MS-Word-
Dokumenten ist.
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Falls Sie sich entschieden haben, Ihre Arbeit mit MS-Word zu schreiben, so ist es sinnvoll, zunächst einige Anpassungen vorzunehmen, um optimal mit der Texterstellung beginnen zu können. Hierbei sind insbesondere die folgenden Aspekte relevant (die Erläuterungen in eckigen Klammern beziehen sich auf die aktuelle Word-Version 2007):
• Anpassen der Seitenränder: Damit Sie während des Erstellungsprozesses Ihrer Arbeit einen Überblick haben, wie umfangreich Ihr Manuskript bereits ist, empfiehlt es sich, die Seitenränder möglichst frühzeitig auf die vorgegebenen Maße einzustellen. [Seitenlayout - Seitenränder - Benutzerdefinierte Seitenränder]. Wenn hierzu Seitens Ihres Lehrstuhls keine Vorgaben existieren, kann folgende Standardeinstellung übernommen werden: Seitenrand oben, unten und links 2,5 cm; rechts 3,5 cm. 2 Der Seitenrand rechts ist der Korrekturrand für die Betreuer der Arbeit und sollte daher immer etwas größer gewählt werden als die anderen Seitenränder. Ist auf Ihrem Bildschirm die Anpassung nicht zu erkennen, so fahren Sie mit dem Mauszeiger in Richtung des oberen Randes der Textseite, bis ein schwarzer Doppelpfeil erscheint. Ein Doppelklick darauf passt das Layout an die Druckansicht an.
• Anpassen des Zeilenabstandes: Aus dem gleichen Grund wie bei den Seitenrändern, ist es auch beim Zeilenabstand wichtig, rechtzeitig die vorgegebenen Maße zu übernehmen. Der übliche Zeilenabstand beträgt bei wissenschaftlichen Arbeiten 1,5 Zeilen. Zwar kann man den Zeilenabstand pro Absatz per Hand ändern [Seitenlayout - Absatz - Zeilenabstand], jedoch ist es am einfachsten, bereits von Anfang an mit Formatvorlagen zu arbeiten.
• Erstellen von Formatvorlagen: In Word sind bereits eine Vielzahl von Standard-formatvorlagen integriert. Diese entsprechen jedoch nur selten den Vorgaben bei wissenschaftlichen Arbeiten. Daher ist es notwendig, die vorhandenen Formatvorlagen zu ändern und - falls erforderlich - zu ergänzen. Zunächst ist die Formatvorlage „Standard“ (für den „normalen“ Text) anzupassen [Start - Formatvorlagen -Standard - rechter Mausklick - Ändern - Format]. Hierbei können Sie sämtliche Vorgaben (z.B. bestimmte Schriftart, Zeilenabstand usw.) Ihres Lehrstuhls in die
2 Bei Gutachten im juristischen Bereich wird der rechte Seitenrand i.d.R. auf 7 cm festgelegt.
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Formatvorlage übernehmen. Neben der Formatvorlage Standard sollten Sie jeweils eine Formatvorlage für die verschiedenen Überschriften (z.B. Hauptüberschrift, Überschrift 2. Ordnung usw.) definieren. Darüber hinaus bietet Word 2007 die Möglichkeit, häufig verwendete Zitierformate (z.B. APA, Chicago) als Vorgabe zu definieren [Verweise - Formatvorlage]. Weitere Formatvorlagen können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt erstellt werden.
• Ändern von Autokorrektureinstellungen: Viele, die mit Word arbeiten, ärgern sich über die Eigenständigkeit des Programms - Nummerierungen werden automatisch geändert, Groß- und Kleinschreibung korrigiert usw. Wenn Sie dies verhindern wollen, so müssen Sie die Auto-Korrektur-Optionen ändern [Schaltfläche Microsoft (=runder Ball oben links) - Word Optionen (kleine Schaltfläche rechts unter den verwendeten Dokumenten) - Dokumentprüfung - AutoKorrektur-Optionen - AutoFormat]. Darüber hinaus können Sie bei den Word-Optionen eine Vielzahl weiterer Anpassungen vornehmen, die die Arbeit mit diesem Programm erleichtern.
Nachdem Sie das Textverarbeitungsprogramm nach Ihren Wünschen optimiert haben, wird es Zeit, sich dem Inhalt der Arbeit zu widmen. Der erste Schritt besteht hierbei in der Erstellung einer Grobgliederung.
2.5 Erstellung einer ersten Gliederung
Bevor Sie mit der Erstellung des Textes beginnen, ist es unbedingt erforderlich, eine Gliederung zu erarbeiten. Diese dient nicht nur der formalen Strukturierung Ihres Textes, sondern vor allem auch der inhaltlichen Strukturierung Ihrer Gedanken - ohne eine gut durchdachte und sinnvoll aufgebaute Gliederung können Sie nicht mit der eigentlichen Erstellung des Haupttextes beginnen. Daher ist die Gliederungserstellung ein zentraler Baustein im Rahmen der wissenschaftlichen Texterstellung. Wenn die Gliederung Schwachstellen aufweist, wird auch Ihre spätere Arbeit nicht ideal werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Punkte aufgezeigt, die dabei behilflich sind, eine gute Gliederung zu erarbeiten:
• Gliederung als roter Faden: Die Gliederung hat die Vorgehensweise zur Beant-wortung der Forschungsfrage logisch wiederzugeben. Der Leser der Arbeit muss
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bei jedem Punkt erkennen können, warum dieser in der Arbeit diskutiert wurde. Es sollen keine einzelnen Aspekte für sich stehen, sondern die Kontinuität des Gedankengangs muss als Gesamtheit nachvollziehbar sein. Beispielsweise ist es wenig sinnvoll, im Rahmen der einleitenden Kapitel Aspekte aufzugreifen, die für die weitere Themenbearbeitung keinerlei Relevanz haben. Dies unterscheidet eine wissenschaftliche Arbeit von einem Lehrbuch.
• Zunehmender Spezifizierungsgrad: Zu Beginn einer Arbeit wird das Thema ein-geordnet und grundlegende Begriffe definiert. Die darauf aufbauenden Kapitel leiten Schritt für Schritt zur Kernaussage der Arbeit hin. Der Spezifizierungsgrad der Arbeit nimmt somit zu und alle Kapitel bauen aufeinander auf.
• Logischer Aufbau der Gliederung: Innerhalb des Gliederungssystems müssen inhaltlich gleichwertige Hauptpunkte auch die gleiche Gliederungsebene aufweisen. Überschriften eines Hauptpunktes müssen die für alle subsumierten Unterpunkte gemeinsame Problemstellung deutlich machen.
• Vollständigkeit der Gliederung: Natürlich kann eine Arbeit von beispielsweise 60 Seiten nicht sämtliche mit einem Thema in Zusammenhang stehende Aspekte abdecken. Vielmehr muss es darum gehen, die Vollständigkeit in Bezug auf die Be-antwortung der Forschungsfrage zu gewährleisten.
• Optimaler Grad an Detailliertheit: Zunächst gilt als Grundregel, dass jeder Gliederungspunkt mindestens ½ Seite umfassen sollte. Allerdings sollten Gliederungspunkte mit lediglich ½ Seite Umfang die Ausnahme darstellen. Bei einer 15seitigen Hausarbeit genügen 3-4 Obergliederungspunkte und eine geringe Gliederungstiefe. Arbeiten mit einem Umfang von 60 Seiten haben idealerweise 4-6 Obergliederungspunkte und eine Gliederungstiefe bis in die 3. (z.B. 3.3.2) oder 4. (3.3.2.1) Ebene. Dabei sollte die tiefste Gliederungsebene lediglich bei den Hauptkapiteln erreicht werden - der Grundlagenteil bedarf keiner derart detaillierten Untergliederung. Ein weiter untergliederter Punkt muss immer mindestens zwei Unterpunkte enthalten (d.h., wenn es z.B. den Punkt 3.3.1 gibt, muss es auch den Punkt 3.3.2 und ggf. weitere Gliederungspunkte geben).
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Tipp: Bevor Sie Ihre eigene Gliederung erstellen, schauen Sie sich einfach mal „typisch“ Gliederungen aus Ihrem Fachbereich und zu ähnlichen Themen an. Allerdings sollten Sie die Struktur und die Inhalte Ihrer Forschungsfrage anpassen und keinesfalls bestehende Gliederungen ohne nachzudenken übernehmen - spätestens beim Schreiben der Arbeit werden Sie sonst feststellen, dass die bestehende Gliederung nicht zielorientiert bei Ihrer Forschungsfrage ist.
2.6 Ggf. Abstimmung der Gliederung mit Betreuer
Falls Ihr Lehrstuhl Ihnen das Angebot macht, die Gliederung gemeinsam abzustimmen, so sollten Sie dieses in jedem Falle nutzen. Erfahrene Betreuer werden schnell eventuelle Schwachpunkte in Ihrer Gliederung erkennen und Ihnen nützliche Hinweise zur Optimierung der Gliederung geben. Darüber hinaus signalisieren Sie mit der Gliederungsabstimmung, dass Sie sich bereits intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt haben. Im Idealfall sollten Sie Ihrem Betreuer vor dem eigentlichen Termin der Gliederungsabstimmung eine Datei mit Ihrem Gliederungsvorschlag zusenden. Dies hat den Vorteil, dass der Betreuer sich intensiv mit Ihrem Gliederungsvorschlag vertraut machen kann und nicht erst beim Abstimmungstermin ad hoc mögliche Verbesserungsvorschläge entwickeln muss.
Als Vorbereitung auf die Gliederungsabstimmung ist es ratsam, zu den einzelnen Gliederungspunkten bereits einige Stichworte zu schreiben, um deutlich zu machen, welche Themen unter dem entsprechenden Gliederungspunkt diskutiert werden sollen. Ferner können Sie bereits ungefähre Seitenzahlen pro Gliederungspunkt bzw. Obergliederungspunkt festlegen. Hierbei sollte der größte Seitenumfang für die Hauptkapitel eingeplant werden. Es ist wenig sinnvoll, die theoretischen Grundlagen intensiv darzustellen und für die Hauptkapitel dann zu wenig Platz zu haben.
2.7 Erarbeitung eines Zeitplans
Ein Zeitplan ist ein wichtiges Instrument, um den Fortschritt bei der Arbeit (vor allem gegenüber sich selbst) zu dokumentieren und zeitliche Engpässe vermeiden zu können. Im
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Prinzip sollte ein Zeitplan so früh wie möglich aufgestellt werden, spätestens jedoch, wenn die Arbeit angemeldet ist und die Zeit zu „ticken“ beginnt. Folgende Phasen sollten in einen Zeitplan aufgenommen werden (vorausgesetzt, das Thema steht schon): 1. Literaturrecherche und -auswertung 2. Erstellung der ersten Grobgliederung 3. Abstimmung des Gliederungsentwurfes 4. Verfeinerung der Gliederung
5. Schreibphase (inkl. Tage zur Ergänzung der Literaturrecherche) 6. Zeitpuffer 7. Phase des Korrekturlesens 8. Endformatierung/Binden 9. Zeitpuffer 10. Abgabetermin
Bei einer 20-seitigen Hausarbeit, die in 5 Wochen fertig gestellt werden muss, könnte ungefähr folgender, in Abb. 1 dargestellter, Zeitplan aufgestellt werden.
Damit Sie einen ständigen Überblick haben, wie Sie in Ihrem Zeitplan liegen, sollten Sie in einem Kalender die jeweiligen Tagesaufgaben eintragen und am Abend als erledigt ab-
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streichen. In der Schreibphase empfiehlt es sich, die Zielseitenzahl für jeden Tag festzulegen. Realistisch sind 2 Seiten pro Tag, wobei die Seitenzahl im Kalender fortlaufend einzutragen ist, um immer einen aktuellen Ist-Soll-Abgleich vornehmen zu können. Montag, 05.05.2008: zu erreichende Seite: 34 (Kapitel 3.2.3) - tatsächlich: 34 Dienstag, 06.05.2008: zu erreichende Seite: 36 (Kapitel 3.2.3) - tatsächlich: 36 Mittwoch, 07.05.2008: Literaturrecherche
Donnerstag, 08.05.2008: zu erreichende Seite: 38 (Kapitel 3.2.4) - tatsächlich: 37 Freitag, 09.05.2008: zu erreichende Seite: 40 (Kapitel 3.2.4) - tatsächlich 40 Die Einhaltung des Zeitplans sollten Sie jeden Abend überprüfen. Falls Sie größere Abweichungen feststellen, so gilt es entsprechend, den Zeitplan zu aktualisieren. Aber bedenken Sie dabei, der Abgabetermin für Ihre Arbeit ist fix - Anpassungen können nur so aussehen, dass z.B. anstelle eines arbeitsfreien Sonntags ein zusätzlicher Arbeitstag eingelegt wird oder Sie an den verbleibenden Tagen mehr arbeiten müssen, als ursprünglich angedacht. Es lohnt sich also, wenn Sie sich an Ihren Zeitplan halten.
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3. Phase während der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit
Wenn die Gliederung steht, geht es an das „Auffüllen“ der Gliederungspunkte mit Text. Damit der dabei produzierte Text auch qualitativ ansprechend wird, gilt es einige Punkte hinsichtlich inhaltlicher, formaler und nicht zuletzt auch motivationsbezogener Aspekte zu beachten, die im Folgenden näher beleuchtet werden.
3.1 Tipps zu inhaltlichen Aspekten
Der Inhalt ist zwar nicht das einzige, aber zweifelsohne das relevanteste Bewertungskriterium für die Beurteilung der wissenschaftlichen Arbeit. Wenn Sie hierbei einige grundlegende Dinge beachten, können Sie sicherstellen, dass Sie nicht am Inhalt bzw. Thema vorbei schreiben.
3.1.1 Thema als ständiger Leitgedanke
Ein erster Grundsatz beim Verfasser einer wissenschaftlichen Arbeit besteht darin, dass das Thema als ständiger Leitgedanke während des Schreibens immer präsent sein sollte. Hinterfragen Sie bei jedem Abschnitt, den Sie erstellen, was bringt dieser vor dem Hintergrund der eigenen Thematik. Wenn Sie hierauf keine Antwort finden, können und sollten Sie den Abschnitt weglassen.
Exkurse sind in wissenschaftlichen Arbeiten nicht notwendig, da Sie vom eigentlichen Thema wegführen. Vielmehr muss ein Leser, auch wenn er nur einige Ausschnitte Ihrer Arbeit liest, genau einschätzen können, was Ihr Thema ist. Häufig wird der Fehler gemacht, dass in Grundlagenkapiteln keinerlei Bezug zum eigenen Thema hergestellt wird. Stattdessen werden beispielsweise seitenweise Theorien aus Lehrbüchern übernommen, ohne dass klar wird, welchen Beitrag diese für das gewählte Thema liefern. Wenn Sie eine Theorie erläutern, so müssen Sie immer auch darstellen, warum diese für Ihre Arbeit wichtig ist - welche Erkenntnisse Sie daraus ziehen. Der Bezug zur Arbeit kann hierbei durchaus auch durch einen direkten Hinweis hergestellt werden („vor dem Hintergrund der Fragestellung der vorliegenden Arbeit lässt sich aus der dargelegten Theorie schlussfolgern, dass…“).
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3.1.2 Zunehmende Präzisierung des Themas
Der Aufbau einer guten wissenschaftlichen Arbeit lässt sich mit dem Bild eines Trichters verdeutlichen. Zu Beginn wird die Fragestellung der Arbeit erläutert, das Thema eingeordnet und zentrale Definitionen vorgenommen. Der Trichter ist zu diesem Zeitpunkt noch recht breit. Es werden wichtige Grundlagen geschaffen, um darauf aufbauend die Thematik erörtern zu können. Wie jedoch bereits im vorhergehenden Abschnitt verdeutlicht wurde, muss auch bereits in den Grundlagenkapiteln das Thema als ständiger Leitgedanke präsent sein. Mit zunehmendem Fortschritt der Arbeit wird dann die Thematik immer enger gefasst - die konkrete Fragestellung der Arbeit wird präzise beantwortet; die Öffnung des Trichters verengt sich.
Entsprechend ist es beispielsweise wenig sinnvoll, erst im Hauptkapitel Definitionen von wichtigen Begriffen vorzunehmen, da sich - im obigen Bilde gesprochen - der Trichter sonst wieder erweitern würde. Die Darstellung der Grundlagen muss mit dem Grundlagenkapitel abgeschlossen sein.
3.1.3 Aufbau der Arbeit
Erste Hinweise, wie eine wissenschaftliche Arbeit grundsätzlich aufgebaut werden sollte, wurden bereits im Gliederungspunkt 2.5 (Erstellung einer ersten Gliederung) gegeben. Im Folgenden soll diese Thematik vertieft werden.
Grob vereinfacht besteht eine wissenschaftliche Arbeit aus den vier Teilen „Einleitung“, „Grundlagen“, „Hauptteil“ und „Schlussteil“. Dabei dient der Grundlagenteil der Hinführung zum Thema. Im Hauptteil werden bestehende, für die eigene Thematik zentrale, wissenschaftliche Ergebnisse verdichtet dargestellt und kritisch erläutert sowie ggf. eigene empirische Forschungsergebnisse präsentiert. Im Schlussteil wird ein Fazit gezogen und Hinweise für weitern Forschungsbedarf gegeben.
Die Einleitung einer wissenschaftlichen Arbeit sollte zum einen die Relevanz des Themas verdeutlichen sowie die eigentliche wissenschaftliche Problemstellung beinhalten; zum anderen empfiehlt es sich, den Gang der Untersuchung (quasi eine Vorschau: „was wird den Leser der Arbeit erwarten?“) im Rahmen der Einleitung aufzuzeigen. Um die (wissenschaftliche) Relevanz des gewählten Themas herauszustellen, können oftmals Sta-
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tistiken hilfreich sein oder Verweise auf andere Forschungsarbeiten, die ebenfalls auf die Bedeutung der Thematik aufmerksam machen. Darüber hinaus lassen sich z.B. bei betriebswirtschaftlichen oder medizinischen Arbeiten i.d.R. auch praxisbezogene Gründe für die Bedeutung des Themas finden. Eine wissenschaftliche Problemstellung kann durchaus als Frage formuliert werden, die die zugrunde liegende Problematik präzise zum Ausdruck bringt - wobei bei umfangreicheren Arbeiten zumeist mehrere Forschungsfragen formuliert werden. Die Darstellung des Gangs der Untersuchung folgt der Gliederung, d.h., es wird kurz aufgezeigt, welche Aspekte in den einzelnen Gliederungspunkten diskutiert werden. Insgesamt sollte die Einleitung bei einer 60-seitigen Arbeit ca. 2-4 Seiten einnehmen. Im Grundlagenteil werden ausschließlich die für die Arbeit wichtigen theoretischen Grundlagen (z.B. Theorien) erörtert sowie notwendige Definitionen vorgenommen. Hierbei ist immer darauf zu achten, dass wirklich auch nur die für die eigene Arbeit wichtigen Grundlagen aufgezeigt werden und keine zu allgemeine Darstellungsweise gewählt wird. Definitionen sind nur dann notwendig, wenn sie nicht ohnehin als allgemein (d.h. von Vertretern des Fachbereichs) bekannt vorausgesetzt werden können (z.B. wäre es in einer Arbeit für den Fachbereich Controlling unnötig, den Controllingbegriff in allen Einzelheiten zu definieren) und die Definition für den weiteren Verlauf der Arbeit relevant ist. Wenig sinnvoll ist es, eine Vielzahl von konkurrierenden oder inhaltlich identischen Definitionen zu einem Begriff aufzuzeigen, ohne diese zu kommentieren und sich letztendlich für eine der Definitionen zu entscheiden. Hier gilt der Grundsatz: Es gibt i.d.R. keine richtigen oder falschen Definitionen, sondern nur für die eigene Arbeit zweckmäßige bzw. unzweckmäßige Definitionen. Bei einer 60-seitigen Arbeit sollte der Grundlagenteil nicht mehr als ca. 10 Seiten umfassen.
Der Hauptteil ist das Herzstück der wissenschaftlichen Arbeit. Hier erbringt der Autor den Nachweis, dass er in der Lage ist, eine Forschungsfrage fachlich adäquat anzugehen und systematisch zu beantworten. Hier gilt es z.B. Thesen aufzustellen und zu belegen/verwerfen; Zwischenergebnisse zu präsentieren, Lösungsvorschläge zu entwickeln usw. Als Kriterien für die inhaltliche Bewertung fließen Aspekte ein, wie die Richtigkeit der getroffenen Aussagen, die Nachvollziehbarkeit der Argumente, die logische Widerspruchsfreiheit und die Adäquanz der angewendeten wissenschaftlichen Methoden. Der Hauptteil ist im Vergleich zu den anderen Teilen der wissenschaftlichen Arbeit am tiefsten untergliedert, wobei inhaltlich ausschließlich das thematisiert wird, was zur Beantwortung
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der wissenschaftlichen Fragestellung unmittelbar relevant ist. Bei einer 60-seitigen Arbeit umfasst der Hauptteil idealtypisch ca. 40-45 Seiten.
Im Schlussteil werden die Kernargumente der Arbeit zusammengefasst und ein Fazit gezogen. Ferner können - zumindest bei umfangreicheren Arbeiten - Aussagen zu weiterem Forschungsbedarf getroffen werden.
3.1.4 Begründung der Vorgehensweise
Ein häufig anzutreffender Schwachpunkt bei wissenschaftlichen Arbeiten ist die mangelhafte Begründung der eigenen Vorgehensweise. Der Leser sollte nachvollziehen können, warum der Autor bestimmte Argumente aufgreift und vertieft oder bestimmte wissenschaftliche Methoden verwendet. Hinsichtlich der Methoden ist es zumeist auch sinnvoll, mögliche Alternativen aufzuzeigen, um darauf aufbauend die Vorteile der eigenen Vorgehensweise zu begründen und gleichzeitig mögliche Einschränkungen zu diskutieren. Am Beispiel einer quantitativen, empirischen Arbeit wäre es demnach sinnvoll, die Vor- und Nachteile einer (bestimmten) quantitativen Vorgehensweise zur Beantwortung der Forschungsfrage aufzuzeigen und diese den Vor- und Nachteilen einer qualitativen Vorgehensweise bzw. anderen quantitativen Methoden gegenüberzustellen. Es gilt in diesem Fall also die Frage zu klären: Lässt sich vor dem Hintergrund der eigenen Thematik eine nachvollziehbare Begründung für die Durchführung einer quantitativen Studie finden (z.B. bisher kaum quantitative Studien verfügbar, bessere Vergleichbarkeit quantitativer Studien)? Auch wenn in der Arbeit beispielsweise Theorien erklärt werden, ist darauf zu achten, dass begründet wird, warum die jeweiligen Theorien erläutert werden. Es ist wenig zielführend, eine Vielzahl von unterschiedlichsten Theorien darzustellen, ohne den Bezug zum Thema herzustellen.
3.1.5 Beispiele als Auflockerung
In Abhängigkeit des Fachbereich kann es sinnvoll sein, die Arbeit durch Beispiele etwas aufzulockern. Dies trägt dazu bei, dass der Leser die Argumente besser nachvollziehen kann und die praktische Relevanz der Arbeit deutlich wird. Im betriebswirtschaftlichen Bereich bieten sich hier Beispiele aus der Unternehmenspraxis an. Allerdings sollte man es
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mit Beispielen auch nicht übertreiben - eine Arbeit, die zu 2/3 aus Praxisbeispielen besteht, entspricht nicht mehr dem Anspruch an einen wissenschaftlichen Text. Um deutlich zu kennzeichnen, dass es sich um ein Beispiel handelt, können die Praxisbeispiele vom eigentlichen Text getrennt und umrahmt werden, wie im Folgenden exemplarisch dargestellt:
Oftmals ist es auch sinnvoll, ein durchgehendes Beispiel für eine wissenschaftliche Arbeit heranzuziehen. Dabei kann das Beispiel entweder real sein oder fiktiver Natur. Bei fiktiven Beispielen ist jedoch darauf zu achten, dass diese realitätsnah dargestellt werden.
3.2 Tipps zu formalen Aspekten
Obgleich der Inhalt einer wissenschaftlichen Arbeit das Hauptbeurteilungskriterium darstellt, sollten formale Aspekte nicht aus den Augen verloren werden. Zumal eine Arbeit mit vielen formalen Schwächen bereits beim ersten „Überfliegen“ einen negativen Eindruck hinterlässt, der auch durch inhaltlich gute Leistungen nur schwer wieder ins Positive gedreht werden kann.
3.2.1 Ausgewählte Tipps zu Word
Zweifelsohne ist es nicht möglich, sämtliche für eine wissenschaftliche Arbeit nützlichen Tipps zu Word aufzuzeigen. Daher wird im Folgenden eine Auswahl an Tipps gegeben, die besonders nützlich sind (für Word 2007):
• Einfügen von Seitenzahlen: Das generelle Einfügen der Seitenzahlen wird wie folgt vorgenommen: Doppelklick in die Fuß- oder Kopfzeile - Einfügen - Seitenzahl - Seitenzahlen. Die so eingefügten Seitenzahlen können dann markiert und mit
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[Einfügen - Seitenzahl - Seitenzahlen formatieren] entsprechend den formalen Vorgaben formatiert werden.
Oftmals ist es notwendig, sowohl arabische (im Text) als auch römische Ziffern (für die Verzeichnisse) innerhalb eines Dokumentes zu verwenden. Dies lässt sich realisieren, indem mit Abschnittsumbrüchen gearbeitet wird. Soll beispielsweise nach den Verzeichnissen der Text mit arabischen Seitenzahlen begonnen werden, so wäre es notwendig, zunächst nach den Verzeichnissen einen Abschnittswechsel einzufügen [Seitenlayout - Umbrüche - nächste Seite] und danach die Seitenzahlen im neuen Abschnitt zu formatieren [Einfügen - Seitenzahlen - Seitenzahlen formatieren - Seitennummerierung beginnen bei (i.d.R. 1) - Zahlenformat]. Erste Seite anders: Da auf dem Titelblatt der Arbeit zumeist keine Angabe der Seitenzahl gewünscht wird, kann dort die Nummerierung abgestellt werden [Doppelklick auf Fuß- bzw. Kopfzeile - erste Seite anders: anklicken].
• Arbeiten mit Formatvorlagen: Damit Word automatische Gliederungen und Verzeichnisse erstellen kann, ist das Arbeiten mit Formatvorlage erforderlich [Vgl. Abschnitt 2.4]. Jede Überschrift (und jede Abbildung) muss der entsprechenden For-matvorlage (z.B. Überschrift 1 für Überschrift erster Ordnung (also z.B. 1), Überschrift 2 für Überschrift zweiter Ordnung (also z.B. 1.1) usw.) zugewiesen werden.
• Suchen nach überflüssigen Leerzeichen: Doppelte Leerzeichen zwischen Worten sehen unschön aus und sollten daher gezielt eliminiert werden. Dies geht wie folgt: Start - Suchen - zwei Leerzeichen eintippen (2 x Spacetaste drücken) und nun nach doppelten Leerzeichen suchen, um diese dann zu eliminieren.
• Hin- und Herspringen in umfangreichen Worddokumenten: Mit Shift/Umschalten (Taste mit Pfeil nach oben) & F5 kann zwischen den letzten 3 Cursorpositionen gewechselt werden.
• Wechseln zwischen sämtlichen offenen Programmen: Oftmals sind mehrere Programme geöffnet, die abwechselnd benutzt werden müssen (z.B. Word und Sta-
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tistikprogramm). Hier erleichtert die Tastenkombination Alt & Tab (Taste mit Doppelpfeil) ein Wechsel zwischen den Programmen.
• Regelmäßiges Speichern der Arbeit: Es gibt nichts Ärgerlicheres, als ein Word-Dokument, das sich nicht mehr öffnen lässt oder ein Programmabsturz, der zum Verlust von Teilen der Arbeit führt. Leider kommt dies bei häufig geöffneten Dokumenten immer wieder vor (vor allem bei älteren Word-Versionen). Daher ist es sinnvoll, die Arbeit regelmäßig zu speichern und täglich eine Sicherung auf einem externen Datenträger anzulegen.
• Arbeiten mit Tabulatoren: Wenn Text bündig untereinander angeordnet werden muss (z.B. bei Adressen) oder ein Einzug generiert werden soll, so ist der Einsatz von Tabulatoren sinnvoll. Manuell lässt sich dies wie folgt umsetzen: Ansicht - Lineal (anklicken) - Klick auf das Lineal, um ein Tabstopp zu erzeugen. Mit einem Doppelklick auf den Tabstopp kann dieser formatiert werden (z.B. rechts- oder linksbündiger Tabstopp).
• Alphabetisches Sortieren des Literaturverzeichnisses: Auch dies muss nicht per Hand erledigt werden - vielmehr lässt sich das Literaturverzeichnis wie folgt automatisch sortieren: Literaturverzeichnis markieren - Start - Sortieren (Feld mit den Buchstaben A und rotem Z).
• Bedingte Trennung am Satzende: Da die automatische Silbentrennung teilweise falsche oder unschöne Trennungen vornimmt, ist es teilweise erforderlich, manuell eine Silbentrennung vorzunehmen. Dies sollte immer als bedingte Trennung erfolgen, da die Trennung so nur erfolgt, wenn diese am Satzende steht. Ist die Trennung - wegen nachträglichem Texteinschub - in der Mitte des Textes, so wird das Trennzeichen nicht ausgedruckt. Die bedingte Trennung lässt sich mit der Tastenkombination Shift und - (Minuszeichen) vornehmen. Sichtbar wird eine so vorgenommen Trennung wie folgt: Start - Alle anzeigen (Schaltfläche, die wir ein q aussieht).
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3.2.2 Richtiges Zitieren
Zunächst ist zwischen direkten und indirekten Zitaten zu unterscheiden. Direkte Zitate sind wortwörtliche Übernahmen aus anderen (wissenschaftlichen) Texten. Diese sind durch Anführungszeichen zu kennzeichnen. In den Fußnoten sind der Verfasser des Zitats (ohne vgl.), das Erscheinungsdatum sowie die genaue Seitenzahl anzuführen. Bei Gemeinschaftspublikationen von mehr als einem Verfasser werden bis 3 Autoren sämtliche Autoren genannt und durch Schrägstriche getrennt (also z.B. Müller/Meier/Schmidt 2003, S. 15). Bei mehr als drei Autoren wird nur der erste genannt und mit „et al.“ darauf hingewiesen, dass mindestens 4 Autoren am Werk waren (z.B. Schmidt et al. 2006, S. 12, wenn die Arbeit von Schmidt und mindestens 3 Mitautoren stammt). Beispiel für ein direktes Zitat:
„Wenn man den Begriff des kapazitätsbasierten Yield-Managements weiter fasst, müssen neben der kundenseitigen Wirkung der simultanen Bepreisung und Kontingentierung auch die entsprechenden Effekte der Überbuchung beschränkter Leistungserstellungskapazitäten berücksichtigt werden.“ 3
Bei direkten Zitaten darf der Wortlaut nicht ohne Kennzeichnung verändert werden, sondern muss 1:1 übernommen werden. Dies bedeutet z.B. auch, dass die etwaige alte Rechtschreibung eines zitierten Textes beibehalten wird. Allerdings ist es möglich, das Zitat zu kürzen. In diesem Fall muss eine eckige Klammer benutzt werden, um zu verdeutlichen, dass es sich um ein verkürztes Zitat handelt. Beispiel für ein gekürztes direktes Zitat:
„Wenn man den Begriff des kapazitätsbasierten Yield-Managements weiter fasst, müssen neben der kundenseitigen Wirkung […] auch die entsprechenden Effekte der Überbuchung beschränkter Leistungserstellungskapazitäten berücksichtigt werden.“ 4 Ferner ist es möglich, für die Verständlichkeit notwendige Änderungen vorzunehmen und diese durch eckige Klammern als Anmerkungen des Autors zu kennzeichnen. Am obigen Beispiel könnte dies wie folgt aussehen:
3 Lindenmeier (2005), S. 2. [Quelle: Lindenmeier, J. (2005): Yield-Management und Kundenzufriedenheit.
Konzeptionelle Aspekte und empirische Analyse am Beispiel von Fluggesellschaften, Wiesbaden]
4 Lindenmeier (2005), S. 2.
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Beispiel für ein direktes Zitat mit Anmerkung/Ergänzungen:
„Wenn man den [einschlägigen] Begriff des kapazitätsbasierten Yield-Managements weiter fasst, müssen neben der kundenseitigen Wirkung […] auch die entsprechenden Effekte der Überbuchung beschränkter Leistungserstellungskapazitäten berücksichtigt werden.“ 5 Generell sollten direkte Zitate in einer wissenschaftlichen Arbeit die absolute Ausnahme darstellen. Sie können beispielsweise bei Definitionen sinnvoll sein oder bei Sätzen, die durch Umformulierung an Aussagekraft verlieren würden. I.d.R. sind bei einer 60-seitigen Arbeit ungefähr 5 direkte Zitate akzeptabel. Diese sollten jedoch kaum länger als 3-4 Zeilen sein. Deutlich wichtiger sind indirekte Zitate bzw. Paraphrasen. Bei indirekten Zitaten wird in den Fußnoten der Zusatz „Vgl.“ eingefügt. Eine direkte Seitenangabe ist immer dann notwendig, wenn sich das Zitat auf eine bestimmte Seite bzw. mehrere aufeinander folgende Seiten bezieht. Letzteres wird in der Fußnote durch den Zusatz „f.“ (folgende) bzw. „ff.“ (fortfolgende) gekennzeichnet - also z.B. S. 507f. (für Seite 507/508) bzw. S. 507ff. (für Seite 507/508/509/…). Beispiel für ein indirektes Zitat:
Der Begriff des kapazitätsbasierten Yield-Managements kann in einer erweiterten Begriffsauffassung neben der kundenseitigen Wirkung auch Effekte der Überbuchung beschränkter Leistungserstellungskapazitäten umfassen. 6
Zitate stützen die Argumentation des Verfassers der Arbeit, indem sie zeigen, dass es sich bei der vertretenen Argumentation nicht um eine Einzelmeinung handelt, sondern andere Wissenschaftler zu ähnlichen Erkenntnissen kommen. Darüber hinaus geben die Quellenangaben dem Leser Informationen, welche Wissenschaftler sich vertieft mit den entsprechenden Inhalten auseinander setzen. Vor diesem Hintergrund kann es bei inhaltlich wichtigen Aspekten der Arbeit sinnvoll sein, mehrere Quellen in den Fußnoten anzugeben. Hierbei sollten primär die Quellen angeführt werden, die als „Standard-Quellen“ für den jeweiligen Aspekt gelten. Die verschiedenen Quellen werden in den Fußnoten nach Er- 5 Lindenmeier(2005), S. 2.
6 Vgl. Lindenmeier (2005), S. 2.
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scheinungsdatum geordnet, wobei die älteste Quelle zuerst genannt wird (also z.B. vgl. Josef 1987, S. 12ff.; Balduc 1993, S. 10 sowie Schmidt 2008, S. 271f.). Hat ein Autor in einem Jahr mehrere Beiträge verfasst, die Sie zitieren möchten, so wird dem Jahr ein Buchstabe angehängt, damit die Zitate den Quellen eindeutig zugeordnet werden können (also z.B. Homburg 2001a, S. 12; Homburg 2001b). Das gleiche gilt natürlich auch, wenn Autoren mit identischem Nachnamen und gleichem Erscheinungsjahr zitiert werden.
Neben der Angabe der Quellen in den Fußnoten ist es ebenfalls möglich, diese im laufenden Text unterzubringen (wie am Ende des letzten Abschnitts). Ob die Quellenangaben in den Fußnoten oder direkt im Text (sog. Harvard-Zitierweise) angeführt werden, ist eher eine „Geschmacksfrage“. Hier sollten Sie bei Ihrem Lehrstuhl nachfragen, welche Variante bevorzugt wird.
3.2.3 Wissenschaftliche Sprache
Eine wissenschaftliche Arbeit unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von sonstigen Texten. Im Folgenden sind kurz die wichtigsten Differenzierungsmerkmale und Charakteristika aufgezeigt:
• Neutralität der Darstellung: Wissenschaftliche Texte sind keine subjektiv gefärbten Erlebnisberichte. Entsprechend sollte zum einen die Ich-Form vermieden werden; zum anderen haben emotionale Ausdrücke oder Einschätzungen, die nicht durch konkrete Überlegungen, Literaturquellen oder Theorien gestützt werden können, nichts in einer wissenschaftlichen Arbeit verloren.
• Vermeidung von häufigen umgangssprachlichen Formulierungen: Zwar kann es durchaus sinnvoll sein, die eine oder andere umgangssprachliche Formulierung zu verwenden, wenn diese den Kern des Problems besser trifft als eine alternative Formulierung - diese muss jedoch durch Anführungszeichen gekennzeichnet werden. Allerdings sollte die Anzahl an umgangssprachlichen Formulierungen sehr gering ausfallen.
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• Präzise aber nicht unnötig kompliziert: Einen wissenschaftlichen Text mit Fremdworten und Schachtelsätzen zu überhäufen macht diesen sicherlich nicht besser. Vielmehr sollte die Arbeit so formuliert sein, dass auch beim ersten Lesen deren Inhalt klar wird.
• Aktiv statt passiv: Eine ständige Verwendung von Passiv-Formulierungen ist sprachlich unschön und sollte daher vermieden werden.
• Zusammenhang zwischen Abschnitten: Damit die Arbeit nicht „abgehackt“ wirkt, sollten die einzelnen Gedankengänge durch Bezugsworte miteinander in Verbindung gebracht werden (z.B. Daraus folgt, vor diesem Hintergrund, deshalb, hieraus lässt sich schlussfolgern …).
• Vermeidung der Substantivierungen (wie diese): Wenn es möglich ist, sollten lieber aussagekräftige Verben verwendet werden anstelle der Substantivierung.
• Nutzen von Thesaurus: Um etwas Abwechslung in die Sprache zu bringen, sollten Sie die Thesaurus-Funktion von Word nutzen (Shift & F7), um sich alternative Worte mit ähnlicher Bedeutung anzeigen zu lassen (dies gilt natürlich nicht für Fachbegriffe - hier muss für dasselbe immer derselbe Begriff verwendet werden).
• Einheitliche Zeitform: Versuchen Sie, die Arbeit einheitlich in Präsens zu erstellen (teilweise lässt sich das Wechseln in die Vergangenheit - etwa bei Beispielenkaum vermeiden).
• Kein Ausrufezeichen: Mit ganz wenigen Ausnahmen ist es in einer wissenschaftlichen Arbeit weder erforderlich noch sinnvoll, Ausrufezeichen zu verwenden.
3.2.4 Schaubilder und Tabellen einfügen
Schaubilder und Tabellen können dabei behilflich sein, dem Leser komplexe Inhalte in übersichtlicher Form darzubieten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Schaubilder
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bzw. Tabellen so gestaltet werden, dass sie auch ohne größere Erklärung sofort verständlich sind. Wenn Sie sich hier unsicher sind, ob Ihre Abbildungen diesem Kriterium entsprechen, fragen Sie einfach bei Kommilitonen bzw. Bekannten nach, ob diese - ohne intensives Nachdenken - die Schaubilder/Tabellen interpretieren können. Tabellen und Schaubilder sind fortlaufend zu nummerieren und mit Abbildungsunterschrift zu versehen. Damit der Leser den Zusammenhang zwischen Text und Schaubild eindeutig erkennt, sollte der Text immer einen Verweis auf das Schaubild enthalten sein. Wählen Sie einen einheitlichen Grauton (z.B. Schattierung 25 %) für alle Tabellenköpfe und Formen in Schaubildern - die Benutzung von Farben ist nur im Ausnahmefall sinnvoll. Schaubilder lassen sich sehr einfach und optisch ansprechend mit Powerpoint erstellen. Die Darstellungsart sollte generell eher nüchtern wirken - ein „verspieltes“ Tabellen- oder Schaubilddesign ist bei einer wissenschaftlichen Arbeit unangemessen. Sämtliche Schaubilder sind individuell zu erstellen - eingescannte Bilder sind nur dann zulässig, wenn diese zwingend erforderlich sind (z.B. bei einem Bildervergleich oder bei Fotobeispielen). Da gedruckte Schaubilder oder Tabellen oftmals anders aussehen als auf dem Bildschirm, sollten die Abbildungen immer probeweise gedruckt werden. Hierbei ist auch darauf zu achten, ob die Schrift groß genug ist, um problemlos lesbar zu sein (i.d.R. sollte in Abbildungen eine Schriftgröße von unter 8pt vermieden werden (Tipp: Bei Word ist es auch möglich manuell ungerade Werte als Schriftgrad einzugeben, wie z.B. 8,5pt). Schaubilder oder Tabellen gehören nur im absoluten Ausnahmefall in den sog. Anhang. Nämlich dann, wenn diese sehr groß oder weiterführender Natur sind. Typische Beispiel für Abbildungen im Anhang sind Fragebögen, Datentabellen, (weiterführende) statistische Kennzahlen, Auswertungsschemata, Gesetzestexte.
3.2.5 Verzeichnisse richtig erstellen
Eine wissenschaftliche Arbeit beinhaltet in jedem Fall ein Inhaltsverzeichnis sowie ein Literaturverzeichnis. Darüber hinaus wird zumeist noch ein Abbildungsverzeichnis und ein Abkürzungsverzeichnis angelegt und - im Ausnahmefall - ein sog. Anhang mit Anhangsverzeichnis.
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Das Inhaltsverzeichnis sollte - wie bereits weiter oben geschrieben - mit der automatischen Funktion von Word erstellt werden. Dies hat zweierlei Vorteile: Zum einen werden die Kapitel automatisch zu den jeweiligen Seitenzahlen zugeordnet. Auch wenn nachträglich Veränderungen vorgenommen werden hilft ein Klick mit der Maustaste auf die Gliederung, um aktuelle Seitenzahlen und Kapitelüberschriften zu erhalten (diese Aktualisierung sollte entsprechend ganz zum Ende durchgeführt werden, um ein aktuelles Inhaltsverzeichnis sicher zu stellen). Zum anderen ist so eine einheitliche Gestaltung der Gliederung und Überschriften quasi automatisch vorgegeben.
Damit Word ein automatisches Inhaltsverzeichnis erstellen kann, müssen sämtliche Kapitelüberschriften der passenden Formatvorlage zugewiesen sein (also Überschrift 1 für die Hauptkapitel, Überschrift 2 für die Kapitel 2. Ordnung (z.B. 2.1), Überschrift 3 für die Kapitel 3. Ordnung (z.B. 2.1.1) usw.). Anschließend genügt ein Klick auf Verweise - Inhaltsverzeichnis einfügen. Beim Abbildungsverzeichnis ist entsprechend analog vorzugehen. Zuletzt noch zum Abkürzungsverzeichnis: Ein Abkürzungsverzeichnis ist dann erforderlich, wenn in der Arbeit Abkürzungen verwendet werden, die nicht im Duden stehen, wobei generell nur Abkürzungen genutzt werden sollten, die im jeweiligen Fachbereich üblich sind.
Beispiel: Im Bereich Marketing wäre die häufig anzutreffende Abkürzung CRM für Customer Relationship Management eine Abkürzung, die im Abkürzungsverzeichnis eine Berechtigung hätte. Demgegenüber wäre es beispielsweise weniger sinnvoll, das Wort „Kun-denorientierung“ durch KO abzukürzen, da dies keine fachübliche Abkürzung darstellt und somit die Lesefreundlichkeit des Textes reduzieren würde.
Abkürzungen, die in der deutschen Schriftsprache Standard sind, wie „z.B.“, „bzw.“, „sog.“ usw. müssen nicht in das Abkürzungsverzeichnis aufgenommen werden. Hieraus lässt sich auch schlussfolgern, dass ein Abkürzungsverzeichnis bei vielen Arbeiten gar nicht erforderlich ist.
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3.3 Tipps zur Motivationssteigerung
3.3.1 Arbeitszeiten
Die Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit ist ein Projekt, das vergleichbar mit wissensintensiven beruflichen Tätigkeiten ist. Während im beruflichen Bereich die Rahmenarbeitszeiten i.d.R. selbstverständlich geregelt sind (wenn auch zunehmend flexibler), arbeiten viele Studierende an ihren wissenschaftlichen Texten ohne vorhergehende Arbeitszeitplanung. Dies führt häufig dazu, dass die aus Effizienzgründen optimale Arbeitszeit deutlich überschritten wird, keine Erholungspausen eingelegt werden, „Nachtschichten“ erforderlich sind usw. Um dies zu vermeiden, sollte rechtzeitig eine persönliche Arbeitszeitregelung gefunden werden, die einer effizienten Texterstellung zuträglich ist. Eine sinnvolle Arbeitsplanung könnte wie folgt aussehen:
• 8:00 - 10:00 Uhr: erste Arbeitseinheit
• 10:00 - 10:30 Uhr: Pause
• 10:30 - 12:30 Uhr: zweite Arbeitseinheit
• 12:30 - 14:00 Uhr: Mittagspause
• 14:00 - 16:00 Uhr: dritte Arbeitseinheit
• 16:00 - 16:30 Uhr: Pause
• 16:30 - 18:30 Uhr: vierte Arbeitseinheit
• ab 18:30: Feierabend
Sicherlich wird sich ein derartiger Arbeitsplan nicht immer auf die Minute genau einhalten lassen, dennoch kann er als Rahmenbedingung hilfreich sein, um strukturiert zu arbeiten. Vermeiden Sie Nachtschichten - Viele sind zwar der Meinung, nachts besser arbeiten zu können. Dies ist jedoch in den allermeisten Fällen ein Irrglaube oder eine Vermeidungsstrategie. Übermüdet und ohne Tageslicht lassen sich deutlich schwerer klare Gedanken fassen.
3.3.2 Ablenkung
Um die Motivation bei längerfristigen Arbeiten dauerhaft aufrecht erhalten zu können, müssen Sie auch „einmal abschalten.“ Gönnen Sie sich freie Wochenenden und versuchen Sie etwas zu unternehmen, bei dem Sie nicht ständig an Ihre Arbeit denken. Sehr hilfreich
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sind hier zum Beispiel sportliche Aktivitäten (z.B. jeden Abend nach der Arbeit joggen gehen) oder auch mal nach „Feierabend“ mit Freunden ein Bierchen trinken zu gehen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, eine räumliche Trennung zwischen Arbeitszimmer und sonstigem Wohnbereich zu schaffen, sollten Sie diese nutzen. So können Sie dann in den Pausen und nach Feierabend aus Ihrem „Büro“ gehen und kommen weniger in Versuchung, Arbeits- und Freizeit zu vermischen. Wenn eine räumliche Trennung nicht möglich ist, helfen oft bestimmte Rituale (z.B. Laptop in den Ruhephasen zuklappen oder Musik anstellen), um Arbeits- und Ruhephasen auch innerlich deutlich voneinander abzugrenzen. Gerade nach einem anstrengenden Tag kann es auch erholsam und ablenkend sein, einfach den Fernseher einzuschalten und die Füße hochzulegen. Wenn Sie Ihr geplantes Arbeitspensum geschafft haben, haben Sie es sich schließlich verdient, ihre Ruhephasen zu genießen.
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4. Phase nach der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit
4.1 Korrektur und Endformatierung des Textes
Die zeitliche Dauer der Korrektur und Endformatierung hängt davon ab, wie sauber Sie während der Phase der Texterstellung gearbeitet haben. Besonders zeitintensiv wird es beispielsweise dann, wenn Sie verwendete Literaturquellen nicht gleich während des Schreibprozesses in das Literaturverzeichnis eingefügt haben. Davon unabhängig sollten im Rahmen der Korrektur und Endformatierung folgende Aspekte berücksichtigt werden:
• Korrekturlesen auf Inhalt und Rechtschreibung: In einem ersten Schritt sollte die Arbeit nochmals komplett Korrektur gelesen werden. Im Idealfall lässt man die Arbeit zusätzlich von einem Bekannten auf Rechtschreib- und mögliche Inhaltsfehler lesen (bei längeren Arbeiten ist es hier sinnvoll, wenn der externe Korrektor bereits während des Schreibprozesses die jeweils fertig gestellten Kapitel zum Lesen bekommt, um rechtzeitig Schwächen zu entdecken).
• Überprüfung der Quellenangaben: Sämtliche im Text angegebenen Literaturquellen müssen auch im Literaturverzeichnis auftauchen. Um zu überprüfen, ob dies der Fall ist, empfiehlt es sich, das Literaturverzeichnis auszudrucken und die im Text enthaltenen Quellen dort abzuhaken. Fehlen Quellen, so müssen mit Hilfe von Literaturdatenbanken und Internet die fehlenden Quellen ergänzt werden.
• Suchen überflüssiger Leerzeichen: Mögliche doppelte Leerzeichen zwischen Worten sollten eliminiert werden. [Start - Suchen - zwei Leerzeichen eintippen (2 x Spacetaste drücken) und nun nach doppelten Leerzeichen suchen, um diese dann zu löschen].
• Abgleich Ihrer Arbeit mit den Anforderungen Seitens des Lehrstuhls: Bevor Sie eine prüfungsrelevante Arbeit abgeben, sollten Sie immer nochmals checken, ob sämtliche von Ihrem Lehrstuhl vorgegebenen Kriterien zur Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit erfüllt wurden (z.B. Schriftart, Seitenränder, Umfang, inhaltliche Vorgaben…).
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• Optimierung der Textgestaltung: Oftmals entstehen durch das Einfügen von Graphiken oder Tabellen halbleere Seiten. Da dies nicht schön aussieht, müssen Sie hier gegensteuern, in dem Sie entweder die Graphik nach dem beschreibenden Text einfügen, die Graphik verkleinern bzw. vergrößern, zusätzliche Textabsätze bilden, noch einige (sinnvolle) Worte hinzufügen oder die Absatzformatierung leicht verändern. Die Optimierung der Textgestaltung muss sukzessive von Seite eins bis zur letzten Seite durchgeführt werden, da eine Optimierung zumeist Auswirkungen auf die nachfolgenden Seiten hat.
Generell ist bei der Textgestaltung zu berücksichtigen, dass Hauptkapitel i.d.R. auf einer neuen Seite beginnen (in diesem Fall ist es auch akzeptabel, wenn vor dem neuen Hauptkapitel ein größerer Freiraum entsteht). Ferner sollte der letzte/erste Abschnitt einer Seite immer aus mindestens 2 Zeilen bestehen.
4.2 Vorbereitung auf mündliche Prüfung
Wenn Sie keine mündliche Prüfung zu Ihrer Arbeit absolvieren müssen, können Sie gleich zu Abschnitt 4.3 (Feiern gehen) übergehen - aber vergessen Sie nicht, die Arbeit fristgerecht abzugeben. Sollten Sie jedoch Ihre Arbeit mündlich verteidigen müssen, so gilt es, sich auf diese Prüfung adäquat vorzubereiten.
Bedenken Sie hierbei, Sie haben sich intensiv mehrere Wochen oder gar Monate mit Ihrem Thema beschäftigt - Sie sind also Experte auf Ihrem Gebiet und müssen von daher die Prüfung aus fachlichen Gründen nicht fürchten. Dennoch gibt es einige bewährte Prüfungstipps, die sicherlich nicht schaden können:
• Überlegen Sie sich, wie Sie die Ergebnisse Ihrer Arbeit als 5-10 minütiges Kurzreferat zusammenfassen können. Sie sollten also die folgende Frage beantworten können: „Was sind die Thesen/Ergebnisse Ihrer Arbeit?“
• Sind Sie in der Lage, mögliche praktische Beispiele aufzuzeigen und können Sie die theoretischen Konzepte aufzeigen, die Ihrer Arbeit zugrunde liegen?
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• Darüber hinaus sollten Sie auch möglichen Kritikpunkte Ihrer Arbeit begegnen können: Überlegen Sie sich, was an Ihrer Arbeit kritisiert werden könnte und wie Sie dieser Kritik begegnen könnten. Jede Arbeit hat irgendwelche Schwachstellen
- aber i.d.R. findet sich eine Begründung, warum Sie dennoch die Vorgehensweise gewählt haben (z.B. weil alternative Vorgehensweisen aus bestimmten Gründen nicht möglich waren oder ebenfalls kritikwürdig sind).
• Stehen Sie zu Ihren Argumenten aber versuchen Sie nicht rechthaberisch zu wirken. Wenn Ihr Prüfer Verbesserungsvorschläge aufzeigt oder begründete Kritik anbringt, sollten Sie diese aufgreifen und Ihn in seiner Argumentation unterstützen.
• Wenn Sie eine empirische Arbeit verfasst haben, sollten Sie auch in der Lage sein, die Vorgehensweise zu erklären und zu begründen: Warum haben Sie ein bestimmtes Verfahren gewählt? Gibt es Alternativen?
• Kleiden Sie sich dem Anlass entsprechend: Eine Diplomverteidigung ist ein wichtige Prüfung - Sie sollten dies auch durch die Wahl der Kleidung unterstreichen: Kurze Hosen und Sandalen wären wohl eher unangebracht. Orientieren Sie sich am Dresscode eines Bewerbungsgesprächs, dann können Sie nicht falsch liegen.
4.3 Feiern gehen
Wenn Sie Ihre Arbeit abgegeben haben und ggf. auch die mündliche Prüfung erfolgreich absolviert haben, ist es Zeit zum Feiern. Nun, dieser Abschnitt muss zweifelsohne nicht weiter vertieft werden, da die meisten Studierenden durchaus wissen, wie man richtig feiert.
Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und viel Spaß bei der Feier hinterher!
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5. Hinweise zu weiterführender Literatur und Online-Quellen zum Thema wissenschaftliches Arbeiten Fachliteratur zum Thema:
Brauner, D.J./Vollmer, H.J. (2008): Erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten. Se- •
minararbeit - Bachelor-/Masterarbeit - Diplomarbeit - Doktorarbeit, München. Disterer, G. (2007): Studienarbeiten schreiben, Berlin u.a. •
Eco, U. (2007): Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. Doktor-, •
Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften, Stuttgart. Esselborn-Krumbiegel, H. (2008): Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wis- •
senschaftlichen Schreiben, 2. Aufl., Stuttgart.
Franck, N./Stary, J. (2007): Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens. Eine prakti- •
sche Anleitung, München.
Möllers, Th. (2008): Juristische Arbeitstechnik und wissenschaftliches Arbeiten, •
München.
Rogers, S.M. (2006): Mastering Scientific and Medical Writing, New York u.a. •
Rößl, D. (2006): Die Diplomarbeit in der Betriebswirtschaftslehre. Ein Leitfaden, •
Wien.
Theisen, M.R. (2006): Wissenschaftliches Arbeiten. Technik, Methodik, Form, Mün- •
chen (Standardwerk zum wissenschaftlichen Arbeiten). Weiß, Ch. (2004): Via medici. Promotion, Stuttgart. •
Internetquellen:
Aktuelle Literaturhinweise zum wissenschaftlichen Schreiben:
•
http://www.doktor-richter.de/literatur.html
Umfangreicher Leitfaden zur Erstellung von Diplomarbeiten: http://www.wiwi- •
treff.de/home/index.php?mainkatid=2&ukatid=112&sid=112&limit= Tipps der TU Darmstadt zum Verfassen einer Diplomarbeit:
•
http://www.tk.informatik.tu-darmstadt.de/index.php?id=tipps Anregungen zum Verfassen der Diplomarbeit von der FH Flensburg:
•
http://www2.wi.fh-flensburg.de/wi/riggert/veranstaltungen/Diplomarbeitsleitfaden.doc Diplomarbeit mit LaTex erstellen: http://drzoom.ch/project/dml/
•
38
Arbeit zitieren:
Mark Richter, 2008, Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten, München, GRIN Verlag GmbH
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