Die Auswirkungen von sozialer Ungleichheit und Umverteilung auf
Konflikte und das Wirtschaftswachstum.
Seminar: „Soziale Ungleichheiten. Determinanten und Konsequenzen“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Thematik und Fragestellungen 5
3. Soziale Ungleichheit und ihre Auswirkung auf Konflikte 6
3.1 Der Begriff soziale Ungleichheit 6
3.2 Gründe für ungleiche Verteilung 7
3.3 Theoretische Ansätze zu sozialer Ungleichheit und Konflikt 9
3.3.1 Der sozialökologische Ansatz 9
3.3.2 Der Strukturfunktionalismus 10
3.3.3 Die Machttheorie 10
3.3.4 Die Anomietheorie 11
3.3.5 Die Deprivationstheorie 13
3.4 Empirische Befunde zu sozialer Ungleichheit und Konflikt 14
4. Massnahmen der Umverteilung und ihre Auswirkungen auf Konflikte 16
4.1 Der Begriff Umverteilung 16
4.2 Die gerechte Einkommensverteilung 18
4.3 Umverteilungsmassnahmen 19
4.3.1 Die Besteuerung 20
4.3.2 Die Vermögensumverteilung 23
4.3.3 Umverteilung von Vermögenszuwachs 24
4.4 Zusammenhang von Umverteilung und Konflikt 26
5. Ungleichheit und Umverteilung im Kontext mit der Wirtschaft 27
5.1 Was bedeutet soziale Ungleichheit und Konflikt für die Wirtschaft? 27
5.2 Welche Auswirkungen hat Umverteilung auf die Wirtschaft? 29
5.2.1 Senkung der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit 30
5.2.2 Steuerflucht 30
6. Fazit 33
7. Literaturverzeichnis 36
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Berechnung des verfügbaren Einkommens 21
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Einleitung
In unserer Arbeit behandeln wir zwei Teilthemen.
Einerseits ist dies das Thema der sozialen Ungleichheit und deren Einfluss auf Konflikte in der Gesellschaft. Andererseits erläutern wir, was Umverteilungsmassnahmen bewirken können, um Konflikte zu vermindern. Diese beiden Betrachtungsweisen führen schliesslich zum dritten Aspekt der Arbeit. Dieser ist der Wirtschaftswachstum Wir wollen aufzeigen, welchen Einfluss einerseits soziale Ungleichheit und andererseits Umverteilungsmassnahmen in Zusammenhang mit Konflikten für den Wirtschaftswachstum bedeuten. Dazu werden wir positive und negative Effekte der beiden Determinanten diskutieren. Wir gliedern unsere Arbeit wie folgt:
Das Kapitel 2 erläutert die Thematik und Zusammenhänge der Arbeit und erklärt, weshalb soziale Ungleichheit, Umverteilung und ihr Einfluss auf Konflikte mit der Wirtschaft zusammenhängen. Dazu gehen wir auf zwei Fragestellungen ein. Die erste Fragestellung diskutiert den Aspekt der sozialen Ungleichheit, dem Zusammenhang mit Konflikt und schliesslich dem Wirtschaftswachstum. Die zweite Fragestellung behandelt das Thema, ob und welche Umverteilungsmassnahmen Konflikte mindern können und somit das Wirtschaftswachstum beeinflussen oder andererseits welche Umverteilungsmassnahmen just den Gegeneffekt erzeugen und den Konflikt zwar senken, aber das Wirtschaftswachstum ebenfalls beeinträchtigen. Zusammenfassend enthalten die Fragestellungen folgende Thematiken: 1. Soziale Ungleichheit ergibt mehr Konflikte und mehr Konflikte bedeutet weniger Wirtschaftswachstum.
2. Umverteilung kann einerseits Konflikte mindern, was positiv für die Wirtschaft ist. Andererseits bedeutet Umverteilung, dass es mehr Standortnachteile und somit Steuerflucht geben kann, was wiederum negativ für den Wirtschaftswachstum ist. Im 3. Kapitel der Arbeit gehen wir auf den Begriff der sozialen Ungleichheit ein. Wir erläutern, was soziale Ungleichheit ist. Des weiteren zeigen wir auf, welchen Einfluss soziale Ungleichheit auf Konflikte in der Gesellschaft hat. Einerseits gehen wir von theoretischen Ansätzen zum Thema Ungleichheit und Konflikt aus und erläutern im empirischen Teil, zu welchen Resultaten einzelne Studien gekommen sind. Das 4. Kapitel diskutiert anschliessend, was Umverteilung bedeutet und welche Umverteilungsmassnahmen es gibt. Zudem diskutieren wie wiederum den Aspekt, ob durch Umverteilung die soziale Ungleichheit vermindert und somit auch die Konflikte
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reduziert werden.
Im Kapitel 5 schliesslich geht es um den Zusammenhang der vier Kernbegriffe soziale Ungleichheit, Konflikt, Umverteilung und Wirtschaftswachstum. Nachdem wir in den Kapiteln 3 und 4 aufgezeigt haben, was einerseits Ungleichheit für Konflikt und andererseits Umverteilung für Konflikt bedeutet, wägen wir ab, welchen positiven beziehungsweise negativen Effekte daraus für das Wirtschaftswachstum resultieren. Wir stellen den Aspekt der Ungleichheit und der Umverteilung einander gegenüber, um zu erfahren, was sie einerseits für den Konflikt in der Gesellschaft und somit für den Wirtschaftswachstum bedeuten. Aus dieser Diskussion ergibt sich das Fazit.
Darin halten wir nochmals die wichtigsten Aussagen und Ansätze der Arbeit fest. Es wird zusammengefasst dargestellt, was einerseits Ungleichheit und andererseits Umverteilung für den Wirtschaftswachstum bedeutet. Schliesslich beenden wir die Arbeit mit einer persönlichen Meinung, welche sich aus der Rechereche zur Thematik ergeben hat.
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2. Thematik und Fragestellungen
Wir diskutieren in den folgenden Kapitel zwei Hauptthematiken. Einerseits ist es die Thematik der sozialen Ungleichheit in der Gesellschaft und anderseits die Wirtschaft und das Wirtschaftswachstum. Wir wollen untersuchen, wie diese beiden Grössen miteinander zusammenhängen. Um die Thematik einzugrenzen, überlegen wir den Zusammenhang von sozialer Ungleichheit und Wirtschaft an einem weiteren Kriterium. Dies ist der Konflikt. Einerseits zeigen wir im ersten Teil auf, was soziale Ungleichheit bedeutet und inwiefern es zum gesellschaftlichen Konflikt aufgrund dieser Ungleichheit kommt. Dies erläutern wir anhand fünf Theorien. Diese sind: der sozialökologische Ansatz, der Strukturfunktionalismus, die Machttheorie, die Anomietheorie und die Deprivationstheorie.
Auf diesen Theorien basierend, vergegenwärtigen wir die Problematik sozialer Ungleichheit und Konflikt. Wir zeigen auf, welche Indizien es gibt, dass soziale Ungleichheit zu Konflikt führt und diskutieren nebst den theoretischen Ansätzen empirische Resultate.
Kapitel 4 thematisiert anschliessend den weiteren Zusammenhang sozialer Ungleichheit und Umverteilung. Wir legen dar, was Umverteilung bedeutet, was unter einer gerechten Umverteilung zu verstehen ist und welche Umverteilungsmassnahmen es gibt. Abschliessend diskutieren wir wiederum den Aspekt der Umverteilung in Zusammenhang mit der Grösse Konflikt.
Schliesslich führen wir in Kapitel 5 diese beiden Betrachtungsweisen zusammen, um den Einfluss der beiden Grössen (Ungleichheit und Umverteilung) auf die Wirtschaft darzulegen.
Es interessiert uns, inwiefern soziale Ungleichheit und Konflikt den Wirtschaftswachstum beeinflussen beziehungsweise andererseits, was Umverteilungsmassnahmen in Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit und Konflikt bewirken. Wir kommen demzufolge zu drei zentralen Fragestellungen: 1. Was ist soziale Ungleichheit und wie hängt sie mit Konflikten zusammen? (Kapitel 3)
2. Inwiefern beeinflussen Umverteilungsmassnahmen die soziale Ungleichheit und somit die Konfliktbereitschaft? (Kapitel 4) 3. Wie beeinflussen soziale Ungleichheit (und somit Konflikt) einerseits und andererseits Umverteilungsmassnahmen die Wirtschaft? (Kapitel 5)
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Ziel der Arbeit ist es, die verschiedenen Aspekte aufzuzeigen und miteinander anhand der Konfliktthematik zu vergleichen. Es soll eine Gegenüberstellung von sozialer Ungleichheit und Umverteilung mit den Folgen auf die Wirtschaft dargelegt werden.
3. Soziale Ungleichheit und ihre Auswirkungen auf Konflikte
Dieses Kapitel geht auf den Begriff der sozialen Ungleichheit ein. In diesem Zusammenhang erwähnen wir ebenfalls den Begriffs des sozialen Konfliktes. Das heisst, wir gehen darauf ein, dass durch die soziale Ungleichheit Konflikte entstehen. Weiter betrachten wir theoretische Ansätze zum Thema sozialer Ungleichheit und Konflikt. Dazu diskutieren wir, welche Theorien sich mit dem Aspekt der sozialen Ungleichheit und dem dadurch ausgelösten Konflikt befassen. Im dritten Abschnitt gehen wir schliesslich auf empirische Untersuchungen zum Thema ein.
3.1 Der Begriff soziale Ungleichheit
Menschliche Gesellschaften bestehen aus Einzelwesen (Individuen). Diese Einzelwesen unterscheiden sich in diversen Merkmalen. Sie sind heterogen. Das heisst die Menschen unterscheiden sich einerseits nach äusserlichen Merkmalen (Geschlecht, Hautfarbe, Körpergrösse etc.) und andererseits auch hinsichtlich ihrer psychischen und intellektuellen Leistungsfähigkeit. Die aufgezählten
Unterscheidungsmerkmale sind alle natürlicher Art. Sie zeigen eine natürliche Ungleichheit auf.
Nebst dieser natürlichen Ungleichheit gibt es die soziale Ungleichheit. Diese bedeutet, dass die einzelnen Menschen über unterschiedlich verteilte Chancen, Macht, Einfluss und Privilegien (hohes Einkommen, Vermögen) verfügen. Nicht allein der einzelne ist sozial ungleich zum anderen, sondern ganze Teile einer Gesellschaft sind verschieden zueinander.
Diese Teile zusammen nennt man Figuration. „ Unter Figuration wird eine mehr oder weniger grosse Anzahl von zusammenlebenden Menschen und deren Form des Zusammenlebens verstanden.“ (Thieme 1998: 128ff) Das heisst, dass sich die einzelnen Individuen zu Gruppen formen und dadurch eine stärkere Position gegenüber den nicht
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gruppierten Individuen einnehmen können.
Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe definiert gleichzeitig die gesellschaftliche Position die ein Individuum hat. Daraus leitet sich das Ansehen ab. Es kommt zu einer bevorzugten Stellung gegenüber anderen Individuen. Dadurch entsteht eine unterschiedliche soziale Gleichheit - eben eine Ungleichheit. Aus dieser erwähnten Ungleichartigkeit kommt es in der Gesellschaft schliesslich zur Ungleichwertigkeit. Das heisst, die ungleiche Position eines Individuums in der Gesellschaft wird unterschiedlich bewertet. Es kommt zu beispielsweise Macht-, Prestige- und Einkommensunterschieden. Diese Tatsache führt zu einer Zuteilung in verschiedenen Lebenslagen.
Wir halten fest, dass es aufgrund der Ungleichwertigkeit und weniger wegen der Ungleichartigkeit zur gesellschaftlichen Schichtung kommt.
3.2 Gründe für ungleiche Verteilung
Das vorangehende Kapitel zeigte in den Grundzügen auf, was soziale Ungleichheit ist und welche Folgen die Ungleichheit für die Stellung innerhalb einer Gruppe hat. Nun interessieren uns weitere Gründe, wie es zur sozialen Ungleichheit kommt und welche Auswirkungen sie hat.
Wir haben erläutert, dass eine Gruppierung der Individuen zu einer bevorzugten Stellung (Elite) innerhalb der Gesellschaft führt. Jede einzelne Gruppe dient in bestimmter Weise der Befriedigung der Bedürfnisse und Interessen der ihr angehörenden Individuen.
Wie erwähnt gibt es jedoch innerhalb dieser Gruppen wiederum ein soziales System. „Das soziale System ist zielgerichtet, wobei die Zielfestlegung, idealtypologisch formuliert, entweder durch gemeinsamen Beschluss aller Gruppenmitglieder (solidarischer Gruppentypus) oder durch Proklamation durch eine herrschende Elite (diktatorischer und totalitärer Gruppentypus) erfolgen kann“. (Alisjahbana 1966: 77) Im Fall des totalitären Gruppentypus muss es der herrschenden Elite gelingen, den übrigen Gruppenmitgliedern ihre Ziele glaubhaft zu machen und sie zu überzeugen. Sonst zerbricht die Gruppensolidarität. Es kommt zum Konflikt. Da die einzelnen Individuen über eine unterschiedliche Position verfügen, argumentieren sie ebenfalls aus anderen Blickwinkeln. Die Elite sieht nicht dieselbe Problematik wie ein Angehöriger der unteren Schicht.
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Arbeit zitieren:
Dario Bernardi, 2003, Soziale Ungleichheit, Konflikt und Umverteilungsmassnahmen, München, GRIN Verlag GmbH
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Mindestlohn als arbeitsmarktpo...
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