Inhaltsverzeichnis
Einf ührung. 3
K árahnjúkavirkjun. 5
Auswirkungen des Projektes auf die Natur. 7
Einfluss auf die Flora. 9
Einfluss auf die Fauna. 10
Sedimente und Lössauswehung. 13
Auswirkungen auf den Gletscher Brúarjökull. 14
Strukturgeologische Auswirkungen. 14
Reaktionen in der Öffentlichkeit und Ausblick. 15
Literaturverzeichnis. 17
2
Einführung
Island war zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch eine der rückständigsten und ärmsten Nationen Europas. Um diesen Rückstand aufzuholen, baute Island seine Fischereiindustrie aus. Dies führte zu einem sehr starken Wirtschaftswachstum, vor allem in den 1960er Jahren. Es wurde erkannt, dass es sehr große Risiken birgt, wenn eine Volkswirtschaft sich fast ausschließlich auf eine einzige Einkommensquelle stützt. Um diese Gefahr abzumildern, wurde ab Mitte der 1960er versucht die Wirtschaft zu diversifizieren. Als weitere Einkommensquelle für Island wurden die großen Potentiale regenerativer Energien, i.e. Geothermie und Wasserkraft erkannt (BOTHE & GLÄSSER 2001). Da Island einen winzigen Binnenmarkt besitzt ist es sehr stark vom Export abhängig. Die Entfernungen zu potentiellen Abnehmern sind sehr groß, so dass es sinnvoll erschien, die Energie vor Ort für energieintensive Schwerindustrie zu nutzen und die Produkte zu exportieren. Dies führte 1969 zur Errichtung einer ersten Aluminiumhütte in Reykjavíks Nachbarstadt Hafnarfjörður. 1979 bzw. 1998 folgten ein Ferrosilicium- sowie ein weiteres Aluminiumwerk in der Gemeinde Grundartangi im Hvalfjörður.
Island weist äußerst große regionale Disparitäten auf. Die Bevölkerung konzentriert sich auf den Bereich um die Hauptstadt Reykjavík, wo etwa zwei Drittel der Gesamtbevölkerung leben. 1 Die durchschnittlichen Einkommen in der Hauptstadtregion liegen wesentlich höher als in den anderen Landesteilen 2 so dass der Anreiz in die Hauptstadtregion zu ziehen sehr groß ist. Dies führte dazu, dass innerhalb der letzten 20 Jahre jährlich im Schnitt knapp 4000 Menschen aus den anderen Landesteilen in die Hauptstadtregion gezogen sind (nach Statistics Iceland 2008). Um diese Wanderungsbewegungen einzuschränken und die peripheren Bereiche attraktiv zu machen wird durch die Regierung versucht dort
1 196.161 von insgesamt 312.872; nach „Statistics Iceland“ http://statice.is abgerufen am 18.03.2008
2 Im Jahre 2005 3.123.000 ISK (25.905 €) in der Hauptstadtregion 2.653.000 ISK (22.000 €) in den anderen Landesteilen, Quelle: Statistics Iceland; Wechselkurs vom 18.03.2008
3
Beschäftigungsmöglichkeiten für qualifizierte Arbeitskräfte zu schaffen. Im Falle Ostislands sollten 800 Arbeitsplätze in einem weiteren Aluminiumwerk geschaffen werden, welches in Reyðarfjörður (Ortsteil der Gemeinde Fjarðabyggð errichtet wurde und seinen Betrieb Anfang April 2008 aufnahm. Zur Zeit hat das Werk 410 Mitarbeiter, der überwiegende Teil setzt sich aus Bewohnern Ostislands zusammen (ALCOA 2008a). Die Energie für dieses Projekt wird durch Wasserkraft im Kraftwerk Kárahnjúkavirkjun erzeugt und über eine ca. 50 km lange 220kV-Überlandleitung zur Aluminiumhütte transportiert.
Weitere Aluminiumhütten sind in anderen strukturschwachen Regionen Islands in Planung, zur Zeit wird über eine Hütte in Bakki im Norden Islands diskutiert (ALCOA 2008b).
BLATTER (2006:71) berechnet aus der Lageenergie der Niederschläge für Island einen Jährlichen Wasserkraft-Energiefluss zwischen 1000 und 3000 MWh/km²a womit es mit Ländern wie Norwegen und Italien gleichauf liegt und nur durch die Schweiz übertroffen wird. Nach BLATTER(2006: 76) sind in Island mehr als 1000W Wasserkraftwerksleistung pro Kopf installiert, auch hier belegt das Land mit Norwegen, Schweden der Schweiz und Österreich die Spitzenplätze in Europa.
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Kárahnjúkavirkjun
Beim Kárahnjúkavirkjun handelt es sich um ein Wasserkraftwerk mit einer installierten Gesamtleistung von 690 MW, welche sich auf sechs Francisturbinen mit einer Generatorenleistung von je 115 MW aufteilt 3 . Die Jahresproduktion beträgt bei vollem Ausbau 4600 GWh. Die Turbinen wurden im Laufe des Jahres 2007 montiert und getestet, die letzte ging Anfang des Jahres 2008 ans Netz.
Für das Kraftwerk wurden zwei Flüsse aufgestaut, Jökulsá a Dal und Jökulsá í Fljótsdal. Beide sind Gletscherflüsse welche durch das Schmelzwasser des Vatnajökull und insbesondere das seines Ausläufers Brúarjökull gespeist werden. Für die Jökulsá a Dal wirkt das Kraftwerk als Aufstauungskraftwerk, für die Jökulsá í Fljótsdal als Ausleitungskraftwerk.
3 Zum Vergleich: Das Kraftwerk Altbach/Deizisau der EnBW hat eine installierte Leistung von 1200 MW; beliefert im Gegensatz zum Kárahnjúkavirkjun jedoch nicht nur einen einzigen Abnehmer (Quelle: EnBW)
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Arbeit zitieren:
Kilian Barth, 2008, Das Kárahnjúkar-Staudammprojekt in Ostisland und seine ökologischen Auswirkungen, München, GRIN Verlag GmbH
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