Hausarbeit : Das Männerbild im Wandel der Zeit 2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Einleitung
Hauptteil
Hauptteil
1 Das Männerbild in Familienserien
1.1 Familienserie der 50ger Jahre
1.2 Die 60er Jahre: Familie Hesselbach (1960 - 67)
2 Ergebnisse der Studie von Erich Küchenhoff bezogen auf das Männerbild
3 Das Männerbild im Jahr 1993: Auszüge aus der Studie von Monika Weiderer
4 1997: Neubewertung der Küchenhoff Studie durch Wolfgang Becker
5 Studie von Helmut Lukesch 2002
5.1 Familienleben
5.2 Beruf / Karriere
5.3 Männer und Kinder
5.4 Beziehungen
5.5 Konflikverhalten
5.5
6 Fazit
6
Literaturverzeichnis
Hausarbeit : Das Männerbild im Wandel der Zeit Seite3
Einleitung
Es stellt sich die Frage, inwieweit das Fernsehen, als das vorherrschende Kommunikationsmedium unserer Zeit, die Debatte der Geschlechterstereotypen sowie die Darstellung des Männer‐ und Frauenbildes aufgreift und widerspiegelt. Einerseits dürften sich die demographischen Veränderungen in der Gesellschaft und das damit veränderte Bild von Mann und Frau auch im Programm der deutschen Fernsehsender niederschlagen haben, andererseits wäre zu erwarten, dass das Fernsehen selber als ein Akteur und „Motor des gesellschaftlichen Wandels“ diesen Verständigungsprozess der deutschen Gesellschaft über ihre Zukunft mit vorantreibt.
Doch wenn wir davon ausgehen, dass gesellschaftliche Macht zu einem großen Teil oder überspitzt ausgedrückt fast ausschließlich von Männern getragen wird und das Entscheidungen, die von Männern getroffen werden, ein gewisses Maß das Leben aller Menschen beeinflussen, so liegt es nahe, sich den weitverbreiteten Geschlechterstereotyp des Mannes im Wandel der Zeit näher zu betrachten. Dabei ist es bedeutsam, unter der Perspektive des Wandels bezogen auf das Männerbild, nach der Rolle der Medien zu fragen. In welchem Umfang haben sie zu einem bestimmten Männerbild beigetragen beziehungsweise den wechselseitigen Prozess von geschlechtsspezifischer Medienrezeption und Darstellung von Jungen‐ und Männerbildern gefördert.
1 Das Männerbild in Familienserien
Im Gegensatz zur Erforschung der Frauenrolle rückte die Rolle des Mannes erst in den 80ger Jahren in den Fokus der Forschung. Daher beziehen sich die Daten in den Jahren davor zumeist nur auf die Betrachtung des Männerbildes in Familienserien. Neben der ideologiekritischen Untersuchung von Familienserien der 50ger, 60ger und 70ger Jahre von Christa Wichterich im Jahre 1979 kam es erst im Jahr 1994 zu einer inhaltsanalytischen Untersuchung von Familienserien ab 1950 durch Judith Beile.
Hausarbeit : Das Männerbild im Wandel der Zeit Seite 4
In dieser qualitativen Untersuchung von Familienserien, die 30 Jahre Fernsehgeschichte in Deutschland repräsentieren, vergleicht Judith Beile die jeweiligen familiensoziologischen und familienpolitischen Vorstellungen mit der sozialen Realität der Zeit. Etwas näher dargestellt werden hier 2 Beispiele für Familienserien, die den Zeitraum von 1950 bis 1970 widerspiegeln und zusätzlich einen guten Überblick über die Entwicklung des Genres in der Bundesrepublik gibt und Aussagen über die Bedingtheit vorgestellter Familienmodelle im Medium Fernsehen trifft.
1.1 Familienserie der 50ger Jahre: „Unsere Nachbarn heute Abend: Familie Schölermann“ (1954‐1960)
„Das Menschenherz, die Erde schwankt,
die Seele, die Gesellschaft krankt.
Nur eins steht fest in Sturm und Graus:
Die Familie! - das Zuhaus!“
(Vater Schölermann in Folge 21)
(Zitat nach: Beile, Judith: Frauen und Familien im Fernsehen der Bundesrepublik: eine Untersuchung zu
fiktionalen Serien von 1954 bis 1976, Frankfurt a.M., 1994 )
Das Genre der Familienserie begann in Deutschland mit den Schölermanns, die sprichwörtliche Familie von nebenan. Vater Schölermann ist kaufmännischer Angestellter in einem kleineren Unternehmen, Mutter Schölermann selbstverständlich Hausfrau. Es gibt drei Kinder zwischen 13 und 25 Jahren. Familie Schölermann versammelte sich nun einmal monatlich um den Familienesstisch, um live und möglichst authentisch in „Echtzeit“ zwischen 20.00 und 21.00 Uhr die größeren, aber in der Regel doch eher kleineren Probleme des Familienlebens zu erörtern, die herzlich wenig mit den gesellschaftlichen Problemen der Nachkriegszeit zu tun hatten.
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Das Familienleben der Schölermanns wurde durch das Private bestimmt, ihre ökonomische Lage nahm einen stetigen Gang aufwärts und ließ damit das Wirtschaftswunder auch im
Fernsehen stattfinden. Die Schölermanns repräsentierten die sprichwörtlich heile Welt, nach der sich Familienpolitik und Familiensoziologie der Nachkriegszeit sehnten. Im wahren Leben wurde eher ein Zerfall der durch den Krieg zerrissenen und in ihren Geschlechterrollen durcheinander gewirbelten Familie konstatiert. Doch die Wertvorstellungen der deutschen Nachkriegsgesellschaft favorisierten das alte patriarchale Familiensystem, das sich mit Beginn der Serie auch weitestgehend wieder regeneriert hatte. In der Serie ist die Moral rigide, die Rollenverteilung traditionell, die Kindererziehung autoritär. Der Vater ist das dominante Familienoberhaupt, dem sich Ehefrau und Kinder zu fügen haben. Seine Aufgabe es ist , arbeiten zu gehen und durch seinen Verdienst die Familie zu versorgen. In die Erziehung der Kinder und ins direkte Familienleben war er nur am Rande integriert. (Beile: Frauen und Familien im Fernsehen, 1994, S.349)
1.2 Die 60er Jahre: Familie Hesselbach (1960 - 67) Bei der durchweg Hessisch schwätzenden Familie Hesselbach mit vier heranwachsenden Kindern geht es noch zu wie in vorindustriellen Zeiten, als Familien und Betrieb eng miteinander verbunden waren. Thema der Serie sind also sowohl Ereignisse im Betrieb der Hesselbachs als aber auch zunehmend die Familie, die räumlich direkt mit dem Betrieb verbunden ist. Vater Hesselbach ist nicht nur uneingeschränktes Oberhaupt seiner Firma, sondern auch seiner Familie. Obwohl Mutter Hesselbach auch Anteile an der Firma besitzt, ist auf ihrer Seite „Inkompetenz mit Machtlosigkeit gekoppelt“. Die herkömmliche Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern wird strikt eingehalten.
Hausarbeit : Das Männerbild im Wandel der Zeit Seite 6
Die Frauen kümmern sich um Haushalt und Kinder, die Männer sind für die finanzielle Sicherung des Lebensunterhalts zuständig. Frauen sind nur berufstätig, solange sie keine Kinder haben.
Das Familienleben der Hesselbachs, wird anders als das der Schölermanns keineswegs als heil und erstrebenswert dargestellt. Zwar sind die Streitereien meist belanglos und können beigelegt werden, aber es gibt auch größere Probleme, die allenfalls überspielt werden. Auch in Erziehungsfragen geht es traditionell zu. Vater Hesselbach hat die letztendliche Entscheidungsgewalt, die Einwände der Mutter bleiben wirkungslos und ihr bleibt der Part der emotionalen Beschwichtigerin.
2 Ergebnisse der Studie von Erich Küchenhoff bezogen auf das Männerbild
Angefangen in den 50ger/60ger Jahren bis in die 80ger Jahre fand in der realen Gesellschaft eine Umstrukturierung der traditionellen Familie statt, indem sich neue Formen des Familienlebens : Patchworkfamilien /alleinerziehende Mütter etc. bildeten . Somit änderte sich auch die Rolle des Mannes, sie bekam mehr an Bedeutung und erregte nun auch das
Interesse der Forschung . Erste Daten lieferte die Studie von Erich Küchenhoff „Die Darstellung der Frau und die Behandlung von Frauenfragen im Fernsehen“ aus dem Jahr 1975. Für die Studie wurde im Auftrag des damaligen Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit 1975 sechs Wochen lang die Programme von ARD und ZDF aufgezeichnet und fast alle fiktionalen Sendungen mit Ausnahme von Zeichentrick‐ und reinen Musiksendungen, und alle non‐ fiktionalen Sendungen mit Ausnahme von Tier‐ und Sportsendungen analysiert. Bezogen auf die Männerrolle lieferte diese Studie nur wenige Information , da zu dieser Zeit der Fokus hauptsächlich auf der Frauenrolle lag. Eher beiläufig wurde erwähnt , dass 68% der bedeutenden Haupt ‐ und Nebenrollen von Männern besetzt waren und das es innerhalb der Familienserien kein Bestreben gab, den Mythos des dominanten Machos aufzudecken
und zu verändern. (Vgl. Küchenhoff, Erich (Hrsg.): Die Darstellung der Frau und die Behandlung von Frauenfragen im Fernsehen. Stuttgart 1975 )
Hausarbeit : Das Männerbild im Wandel der Zeit Seite 7 3 Das Männerbild im Jahr 1993: Auszüge aus der Studie von Monika Weiderer
1993 erweitert Monika Weiderer bei ihrer inhaltsanalytischen Untersuchung der Programme von ARD, ZDF und RTL plus(heutiges RTL) deswegen die Fragestellung auch auf „Das Frauen‐ und Männerbild im Deutschen Fernsehen“.
Im Hinblick auf die Männerrolle ergaben sich aus dieser Studie folgende Ergebnisse: Ausgehend vom Informationsstatus der Küchenhoffstudie hat sich die Verteilung der Haupt- und Nebenrollen zu gunsten der Frauen noch verschlechtert . Im Jahr 1993 waren 75,7% der Hauptrollen von Männern besetzt. Bezieht man die bedeutenden Nebenrollen mit ein, so ergibt sich ein Verhältnis von 64,7%Männern zu 35,3% Frauen (Küchenhoff: Männer: 68% vs. Frauen: 32%).
Frauen hatten lediglich in den bedeutenden Nebenrollen einen höheren Anteil (56,6%) als Männer. Anders jedoch stellte sich das Verhältnis von Mann und Frau in Familienserien dar. Dort waren Frauen in Haupt‐ und Nebenrollen tendenziell sogar in der Überzahl (47,2% Männer zu 52,8% Frauen).
Auch in der Altersverteilung gibt es ein prozentuales Maximum. So ist es auffällig, dass Männer in der Altersklasse 36 - 60 Jahre vermehrt vertreten waren (51,8% aller Männer).An
der Seite der dargestellten Männer befinden sich jedoch überwiegend jüngere Partnerinnen. Hinsichtlich des Familienstandes stehen ledige Männer stehen an erster, die Verheirateten an zweiter Stelle. Bei Filmen, die nicht den Familienserien angehören, steigt die Zahl der Ledigen sogar auf 69 % und die Zahl der getrennt lebenden auf immerhin 8,5 % an. Im Berufsleben stehen deutlich mehr Männer als Frauen oben auf der Karriereleiter. Doch Weiderer hat noch weitere Kriterien bezüglich der Berufstätigkeit, wie Verantwortung, Engagement, Erfolg, Zufriedenheit, Berufsmotivation und Karriere erfragt. Interessant ist, dass beide Geschlechter mit ihrem Beruf zufrieden sind, jedoch mehr Frauen als Männer die Arbeit als notwendiges Übel sehen, während mehr Männer den weiteren beruflichen Aufstieg planen.
Hausarbeit : Das Männerbild im Wandel der Zeit Seite 8 Die überwiegende Anzahl an Männern (71%) schätzt ihren Beruf wichtiger ein, als den der Partnerin. Konflikte zwischen Familie und Beruf bleiben für beide Geschlechter ausgeklammert.
Was die alltäglichen häuslichen Pflichten angeht, so sind vorrangig die Frauen zuständig für Hausarbeiten. Sie arbeiten im Haushalt, egal welchem Familienstand sie zuzuordnen sind, während sich bei den Männern die ledigen am seltensten zu derartigen Tätigkeiten herablassen. Wenn Männer im Haushalt arbeiten, dann jedoch in der klassischen Domäne der Reparaturen oder sie gehen einkaufen und kochen auch mal.
Die traditionell weiblichen Arbeiten, wie putzen, aufräumen und andere bedienen, bleiben auch im gegenwärtigen Fernsehprogramm den Frauen vorbehalten ( Vgl. Weiderer, Monika und Faltenbacher, Christine: Das Frauen‐ und Männerbild in Familienserien des
deutschen Fernsehens. In: merz ‐ Medien und Erziehung Nr.4/1994, S. 208‐214 ) 4 1997: Neubewertung der Küchenhoff‐Studie durch Wolfgang Becker:
Das damalige Familienministerium beauftragte Prof. Dr. Wolfgang Becker von der Universität Osnabrück die Fragestellung der Küchenhoff‐Studie aus dem Jahre 1975 „Die Darstellung von Frauen und die Behandlung von Frauenfragen im Fernsehen“ nochmals aufzugreifen und einer Neubewertung zu unterziehen. Wolfgang Becker und Heike Becker analysierten 1997 und 1998 1.500 Programmstunden (z.T. quantitativ und z.T. in qualitativen Einzelstudien) praktisch aller damals vorhandenen Sender, die sie danach ausgewählt hatten, ob in ihnen Frauen entweder auftraten, oder sie von Frauen hergestellt wurden, oder sie sich Frauenthemen widmeten.
Becker&Becker haben insgesamt 34 Fernsehfilme ausgewertet, wobei 15 Filme aus dem Jahre 1997 danach ausgewählt wurden, ob Regie und/oder Autorenschaft von einer Frau übernommen oder eine der Hauptrollen weiblich besetzt oder das Thema „weiblich“ gestaltet war.
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Die 1998 ausgewählten 19 Filme mussten Frauen als Hauptfiguren haben und/oder ein „Frauenthema“ behandeln (sog. „Frauenfilme“).
Es stellte sich heraus, dass sowohl in den Haupt‐ als auch in den Nebenrollen Männer immer noch zahlenmäßig dominieren.
Überwiegend in Daily Soaps wird nun auch die Anforderungen äußerlicher Attraktivität an
die Männer gestellt. In Soaps sind Männer und Frauen in den Haupt‐ und Nebenrollen übrigens auch gleichmäßig verteilt. Ihr Selbstbewusstsein beziehen die Serienfiguren beiderlei Geschlechts aus der Kombination von Aussehen, Leistung und Zuneigung seitens anderer. In allen von Becker&Becker erfassten Filmen wird im Jahr 1997/98 die Hausarbeit kaum bzw. gar nicht dargestellt. Auch die Unzufriedenheit mit der Hausarbeit wird trotz der hohen Anzahl
berufstätiger „Filmfrauen“ nicht thematisiert. Allerdings wird neben der traditionellen Arbeitsteilung in einigen Filmen ebenfalls die
partnerschaftliche Arbeitsteilung aufgezeigt (Vgl. Becker, Heike und Becker, Wolfgang: Die Darstellung von Frauen und die Behandlung von Frauenfragen im
Fernsehen, zusammenfassender Abschlussbericht, BMFSFJ Materialen zur Gleichstellungspolitik Nr.83/2001)
5 Studie von Helmut Lukesch 2002:
Im Jahre 2002 stellt Lukesch fest, dass fast zweieinhalb Mal so viele Männer wie Frauen im Fernsehen zu sehen sind. Auch in dieser Personengruppe sind, genauso wie bei der alle Fernsehpersonen umfassenden Auswertung, mehr ältere Männer zu sehen. Über 51 Jahre sind 19,2% Männer,. Zwischen 18 und 30 Jahren sind 26,1% Männer. 5.1 Familienleben:
Was den Familienstand betrifft, so ist in den Sendungen mit Spielhandlung nur eine Minderheit verheiratet (18,1% Männer), 24% der Männer leben in einer außerehelichen Partnerschaft. Der überwiegende Teil ist demnach Single.
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5.2 Beruf/Karriere:
63,8% sind berufstätige Männer, davon haben 17,4 % einen akademischen Beruf. Bei den Öffentlich‐Rechtlichen sind doppelt so viele Männer Akademiker wie bei den Privaten Sendern. Auch selbstständig sind insgesamt doppelt so viele Männer( 18,7%). Somit ist die
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berufliche Verantwortung bei den Männern um ein Vielfaches höher, als bei den Frauen. Doch nur 2,5% der Männer gelang der berufliche Aufstieg. Sie purzelten dafür doppelt so oft (6,4%) die Karriereleiter runter. Die persönliche Bedeutung von Beruf und Karriere ist bei Männern stärker ausgeprägt als bei den Frauen, sie verfügen über mehr Vermögen und tummeln sich demnach auch öfter in der Oberschicht. 5.3 Männer und Kinder :
54,8% der Männer sind kinderlos Ein Kind haben 8,3% der Männer, zwei Kinder 4,8% der Männer. Mehr als zwei Kinder haben nur 3,3% der Männer. 5.4 Beziehungen:
Männer haben meist jüngere Partnerinnen an ihrer Seite. Der Altersunterschied fällt allerdings meist gering aus. Auffallend ist, dass sehr viele Beziehungen sehr kurz (bis drei Monate) andauern. Die jeweiligen Partner kommen bei Paarbeziehungen im Fernsehen überwiegend aus den gleichen sozialen Schichten und zwar hauptsächlich aus der Mittelschicht. Besonders interessant ist Lukeschs Befund, dass Männer nach wie vor Frauen finanziell unterstützen. 5.5 Konfliktverhalten:
Weiterhin ist interessant, dass sich im Konfliktverhalten die Geschlechter angeglichen haben. Männer zeigen inzwischen sehr viel mehr helfendes und fürsorgliches Handeln. Männer werden mittlerweile auch genauso oft als prosozial Handelnde gezeigt wie Frauen. Also haben sich Frauen und Männer bezüglich ihrer Aggressivität und Prosozialität relativ angeglichen. Trotz dieser Angleichung werden erstaunlicherweise Männern im Fernsehen im Vergleich zu den Frauen, konsistent die negativeren Attribute zugeschrieben . Sie sind eher die Bösen, sind häufiger Übeltäter oder Angeklagter und im Schnitt weniger sympathisch.
Hausarbeit : Das Männerbild im Wandel der Zeit Seite 11
Die größten Unterschiede haben sich bei Frauen‐ und Männerdarstellungen bezogen auf das äußere Erscheinungsbild und die berufliche Einbettung feststellen lassen. Männer werden mehrheitlich die wichtigeren Positionen im Berufsleben zugeschrieben. (Vgl.: Lukesch, Helmut; Bauer, Christoph; Eisenhauer, Rüdiger; Schneider, Iris: Das Weltbild des Fernsehens ‐
Eine Untersuchung der Sendungsangebote öffentlich‐rechtlicher und privater Sender in Deutschland.
Regensburg 2004 - Band 1 und 2 )
6 Fazit
Unter Einbeziehung der jeweiligen Studienergebnisse bis hin zum Jahr 2002 und der aktuell präsenten Fernsehserien im heutigen Fernsehprogramm, kann man in erster Linie pauschsal sagen, dass sich der Wandel des Männerbildes in Zeitlupe vollzieht. Die Männerrolle innerhalb von Familie und Gesellschaft befindet sich derzeit immer noch in einer Art Umstrukturierung, in der zum Teil noch an den alten Werten ( Generationseffekt) festgehalten wird, gleichzeitig aber auch nach neuen Formen des „Mann seins“ gesucht wird.
Daher ist wohl eher davon auszugehen, dass erst wenn die neue Rolle des Mannes in unserer Gesellschaft definiert und auch angenommen wurde, erst dann wird sich auch die Männerrolle in aktuellen Fernsehserien anpassen und somit ändern. Vielleicht werden wir dann mehr Serien zu sehen bekommen, in denen Männer für Haushalt und Familie zuständig sind, während die Frau den Lebensunterhalt verdient. Mehr Männer, die sich offen gegen die klassische Rollenverteilung aussprechen und ihre wahre Erfüllung in z.B. Gründung einer Familie und Erziehung der Kinder, anstatt in Verwirklichung im Berufsleben sehen.
Hausarbeit : Das Männerbild im Wandel der Zeit Seite 12
Literaturverzeichnis
Becker, Heike und Becker, Wolfgang: Die Darstellung von Frauen und die Behandlung von Frauenfragen im Fernsehen, zusammenfassender Abschlussbericht, BMFSFJ Materialen zur Gleichstellungspolitik Nr.83/2001
Beile, Judith: Frauen und Familien im Fernsehen, 1994, S.349
Küchenhoff, Erich (Hrsg.): Die Darstellung der Frau und die Behandlung von Frauenfragen im Fernsehen, Stuttgart 1975
Lukesch, Helmut; Bauer, Christoph; Eisenhauer, Rüdiger; Schneider, Iris: Das Weltbild des Fernsehens - Eine Untersuchung der Sendungsangebote öffentlich‐ rechtlicher und privater Sender in Deutschland. Regensburg 2004 - Band 1 und 2
Weiderer, Monika und Faltenbacher, Christine: Das Frauen‐ und Männerbild in Familienserien des deutschen Fernsehens. In: merz ‐ Medien und Erziehung Nr.4/1994, S. 208‐21
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Stefanie Kowalczyk, 2008, Das Männerbild im Wandel der Zeit - im deutschen Fernsehen, München, GRIN Verlag GmbH
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