INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
TEIL I: Theoretische Grundlagen und Hintergründe (Kapitel 2-4)
2. DAS BILD VON AFRIKA IN DEN MEDIEN 5
2.1 Die Bedeutung von Massenmedien für die Imagebildung
2.2 Zum Stand der Forschung
3. SCHWARZAFRIKA’ - EINE DEFINITION 9
Zum Problem der Generalisierung des Afrika-Begriffs
4. AUSLANDSBERICHTERSTATTUNG 10
4.1 Die Auslandsberichterstattung als organisiertes Sozialsystem 10
4.1.1 Individuelle Einflüsse auf die Auslandsberichterstattung
4.1.2 Informationelle Rahmenbedingungen der
Auslandsberichterstattung
4.2 Der Strukturkomplex der Auslandsberichterstattung 12
4.2.1 Nachrichtenwerttheorie
4.2.2 Konstanten und Veränderungen der Auslandsberichterstattung
4.2.3 Strukturmerkmale
4.3 Nachrichtenagenturen 16
4.3.1 Die Rolle der Nachrichtenagenturen im internationalen
Informationsfluss
4.3.2 Rahmenbedingungen der Nachrichtenproduktion
4.4 Die Arbeit der Auslandskorrespondenten 19
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TEIL II: Empirische Untersuchung (Kapitel 5 - 7)
5. DIE UNTERSUCHTEN MEDIEN IM PORTRÄT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 5.1 Die Frankfurter Allgemeine Zeitung 5.2 Die Süddeutsche Zeitung
6. ZUR METHODISCHEN VORGEHENSWEISE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
7. EMPIRISCHE DATEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .24 7.1 Zahlen und Einschätzungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .24
7.2 Qualitätsanalyse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .28
7.3 Thematische Analyse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
8. FAZIT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
9. QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
10. TABELLEN - UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
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1. EINLEITUNG
Afrika - das mag der Kontinent sein, auf dem der erste Mensch zur Welt gekommen ist. Auf jeden Fall ist es der letzte Ort, an dem ein vernünftiger Mensch es aushalten kann: Hunger und Aids, Säuglingssterben und Analphabetentum, Korruption und Krieg, Überbevölkerung und Unterentwicklung gehören zu unserem Bild jener 45 Staaten, die Schwarzafrika bilden. (Zitat aus der Zeitschrift Der Stern) 1
Was der Stern 1993 über den afrikanischen Kontinent und speziell über ‚Schwarzafrika’ schreibt, verweist auf das in Deutschland weit verbreitete Bild von Afrika als einem Erdteil, der gekennzeichnet ist durch die 3 berühmten Ks: Kriege, Krisen, Katastrophen. Verantwortlich für die Verbreitung derart negativer Vorstellungen von Afrika sind zu einem großen, empirisch nachgewiesenen Anteil die Massenmedien 2 . Eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen, die sich bislang mit der Darstellung Afrikas in den Medien befasst hat, konnte letzteren nur ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellen: die Berichterstattung sei zu stereotyp, zu einseitig ausgerichtet und der Kontinent unterrepräsentiert. Oder anders formuliert: bestimmte Themen, wie eben Krieg, Krankheit und Katastrophe, beherrschten numerisch die Medienbeiträge zur Überrubrik „Schwarzafrika“, während positiv konnotierte Stereotype wie wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand, Demokratie und Frieden deutlich weniger Raum fänden. Die bisherigen Studien haben also gezeigt, dass bedeutsame Probleme der Auslandsberichterstattung über Afrika in der Bundesrepublik Deutschland nicht primär in einer rassistischen Terminologie und somit in unangemessener Sprachwahl liegen, sondern vielmehr in der durch die Medien getroffenen Themenauswahl lokalisiert werden müssen 3 . Was den Zeitraum vom Anfang der 70er Jahre bis zur Jahrtausendwende betrifft, so setzt sich das medial vermittelte Afrikabild im Wesentlichen aus den schon angesprochenen Negativberichten zusammen. Für die letzten Jahre, seit Beginn des neuen Millenniums, gibt es hingegen noch keine adäquaten Ergebnisse. Daher geht es in der vorliegenden Untersuchung vor allem darum, die Gültigkeit der bisher erzielten Ergebnisse für das neue Jahrtausend zu überprüfen (a).
Darüber hinaus soll es Ziel sein, den Überbegriff „Afrika“ zu differenzieren, also die Darstellungen bezüglich einzelner Länder zu vergleichen (b), und drittens auch eine kategorische Unterteilung vorzunehmen (c). Vermutet wird dabei, dass sich die negativen Stereotype besonders im Bereich Politik zeigen, während positivere Klischees maßgeblich in
1 Köpp 2005, 1, zit. n. Stern 1993: 6.
2 Vgl. Kapitel 2.1
3 Hafez 2002, 12.
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anderen Rubriken wie Kultur, Reise oder Sport zu finden sind. Sollte sich diese Annahme bestätigen und auch der quantitative Anteil dieser Beiträge signifikant sein, so könnten wir schlussfolgern, dass das vermeintlich negative Afrikabild nur auf bestimmte Themenkomplexe beschränkt bleibt und sich in anderen Bereichen ein positiveres Bild ergibt. Was den Aufbau der vorliegenden Arbeit betrifft, so ist sie in zwei Teile untergliedert. In Teil I geht es zunächst um die Vermittlung von theoretischen Grundlagen und Hintergründen. Ausgangspunkt bildet die Frage nach der Bedeutung der Massenmedien für die Imagebildung sowie dem Prozess der Verankerung bestimmter Bilder in unserer Vorstellung. Daran anknüpfend soll noch einmal ausführlicher auf den bisherigen Forschungsstand eingegangen werden. Was haben Untersuchungen zur Darstellung Afrikas in den Medien bislang ergeben und welches Bild von Afrika wurde dabei präsentiert? Da nicht die Darstellung des afrikanischen Kontinents in seiner Gesamtheit, sondern ausschließlich die Darstellung ‚Schwarzafrikas’ in der überregionalen deutschen Presse analysiert werden soll, wird Kapitel 3 zunächst eine Definition für ‚Schwarzafrika’ liefern, bevor dann in Kapitel 4 auf die Auslandsberichterstattung eingegangen werden wird. Deren Mechanismen gilt es zu verdeutlichen, das heißt Aspekte wie Systemzusammenhänge, Strukturkomplexe der Auslandsberichterstattung, insbesondere Prozesse und Kriterien der Nachrichtenauswahl, die Rolle von Nachrichtenagenturen für den internationalen Informationsfluss sowie die Arbeit eines Auslandskorrespondenten. Da die vorliegende Arbeit aus medienwissenschaftlicher Perspektive angefertigt wurde, wird dem ersten Teil bewusst Raum geboten, um die empirischen Daten später besser einordnen zu können.
Teil II der Arbeit bildet schließlich die empirische Untersuchung. Auf eine kurze Präsentation der untersuchten Medien - FAZ und Süddeutsche Zeitung - sowie eine Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, folgen die Ergebnisse der Studie, welche in Diagrammen und Tabellen veranschaulicht und in der Folge ausgewertet und analysiert werden. Es bleibt also abzuwarten, ob sich bisherige Vorwürfe der Einseitigkeit, Unterrepräsentiertheit sowie des Negativismus erneut bestätigen, inwieweit sie relativiert werden müssen oder sich Neuerungen feststellen lassen.
Abschließend soll darauf hingewiesen werden, dass aufgrund des zeitlich begrenzten Rahmens Beschränkungen vorgenommen werden mussten. Auf einen Vergleich zu anderen „Dritte Welt“-Regionen wie Südostasien oder Lateinamerika, insbesondere in Bezug auf die Häufigkeit der Berichterstattung, musste daher leider verzichtet werden.
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TEIL I: THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND HINTERGRÜNDE
2. DAS BILD VON AFRIKA IN DEN MEDIEN
„Afrika wird vom Westen nach wie vor als eine Art Antithese gesehen, dabei ist es Europa geographisch so nahe, dass der senegalesische Philosoph und Staatsmann Leopold Senghor einmal sagte, die beiden Kontinente seien am Nabel zusammengewachsen. Und doch ist Afrika in der
westlichen Wahrnehmung ganz weit weg.“ 4 (Chinua Achebe)
Dieses Zitat des nigerianischen Schriftstellers Chinua Achebe verweist auf die Tatsache, dass Afrika in der Wahrnehmung unserer westlichen Welt nur eine untergeordnete Rolle spielt. In diesem Kapitel geht es zunächst um die Bedeutung der Medien für den Prozess der Imagebildung, bevor kurz dargestellt werden soll, welches Bild bislang von Afrika vermittelt wurde.
2.1 Die Bedeutung von Massenmedien für die Imagebildung
Wie wir die Welt sehen, welches Bild sich in unseren Köpfen auftut, wenn wir an ein bestimmtes Land oder eine Region unserer Erde denken, hängt sehr stark von den Informationen ab, die uns täglich aus den Medien erreichen. Besonders wenn es um Länder und Regionen geht, die weit entfernt von uns liegen, wächst der Einfluss der Medien. Beziehungen zwischen verschiedenen Ländern und deren Völkern können auf 2 Ebenen entstehen: Erstens aufgrund von Primärerfahrungen, das heißt auf dem direkten Wege durch eigene Beobachtungen und unmittelbaren Kontakt; zweitens durch Sekundärerfahrungen, das heißt durch die Mitteilung Dritter und somit durch Kommunikation 5 . Sobald uns also die Möglichkeit der eigenen Erfahrung, des individuellen Erlebens oder auch der Zugang zu alternativen Informationsquellen fehlt, haben die Medien entscheidenden Einfluss, da sie die „zentrale Instanz“ darstellen, wenn es um die Vermittlung von Sekundärerfahrungen über fremde Länder und Kulturen geht 6 . Somit kann ich Katja Nafroth voll und ganz zustimmen, wenn sie anführt, dass die mediale Auslandsberichterstattung für die Strukturierung der Realität sowie für die Vorstellungen von der Welt, von besonderer Relevanz ist. So können die Medien mitbestimmen, welche Vorstellung der Rezipient von einem bestimmten Land oder über Völker anderer Kulturen herausbildet 7 . Nehmen wir einmal das Beispiel Afrika, so
4 Ferdowsi 2004, 5.
5 Vgl. Wilke 1990, 98.
6 Vgl. Nafroth 2002, 48.
7 Vgl. Nafroth 2002, 5.
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kann man feststellen, inwieweit eine kontinuierliche Darstellung negativer Situationen und Ereignisse dazu führen kann, dass sich der Gesamteindruck des Negativen in der Vorstellung des Rezipienten manifestiert. Nicht zuletzt deshalb hat sich das Bild von Afrika als einem „Katastrophenkontinent“ 8 in der Wahrnehmung des Westens derart eingeprägt. In ihrer Berichterstattung lassen sich die Medien im Wesentlichen von 3 Motiven leiten: Vereinfachung (eine Reduzierung auf einige Aspekte wird vorgenommen), Identifikation (es werden vor allem Ereignisse und Situationen thematisiert, die dem Rezipienten bereits vertraut sind) und Sensationalismus (Strapazierung des Dramatischen, Sensationsgeladenen) 9 . Besonders der zweite Aspekt, die Identifikation birgt Gefahren. So kann es vorkommen, dass Medien gezielt und mit voller Intention Medieninhalte präsentieren, die an bereits vorhandene Lese-, Seh- und Hörgewohnheiten des Konsumenten anknüpfen, sich schon vorhandener Klischees und Vorurteile bedienen, vertraute Stereotypen einsetzen, lediglich damit sich ihr Produkt besser verkaufen und vermarkten lässt 10 . Ein Zitat von Matussek, seines Zeichens Spiegelkorrespondent in New York, veranschaulicht sehr einprägsam, die beschriebene Problematik:
„Nichts liest man zuhause lieber als das, was man sich schon immer gedacht hat. Und nichts […] landet schneller im Heft oder auf einem Sendeplatz als die Bestätigung eines Vorurteils.“ 11
Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Medien, so wie Wimmer es formuliert, unseren Blickwinkel auf und unseren Zugang zu fremden Ländern und Kulturen entscheidend bestimmen 12 . Denn um es mit den Worten von Jürgen Wilke zu verdeutlichen, „gerade dort, wo die eigene Anschauung fehlt, [sind sie] in der Lage, Images überhaupt erst zu schaffen“ 13 .
2.2 Zum Stand der Forschung
„Afrika ‚passiert’ in der Presse […] eigentlich nur dann, wenn in einem der Länder Krieg ist, eine Hungersnot oder eine Heuschreckenplage wütet bzw. wenn es etwas von exotischen Völkern, aber auch von Krankheiten zu berichten gibt.“
8 Ferdowsi 2004, 11.
9 Vgl. ebd.; zit.n. Ruhrmann 2003:62.
10 Vgl. Claussen 1990, 140.
11 Franzke 2000, 117, zit. n. Matussek in einem Feature des SR (Hörfunk) vom 22. und 24.06.1995 zum Thema: Erste Welt-Dritte Welt.
12 Vgl. Wimmer 2003, 340.
13 Wilke 1990, 102ff..
14 Köpp 2005, VII.
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Afrika spielt in der Medienberichterstattung meist nur dann eine Rolle, wenn es etwas Negatives zu berichten gibt. „Bekanntlich sind good news no news und dies ganz besonders, wenn es um Afrika geht“ 15 , schreibt Brunold so treffend. Der so genannte „Afro-Pessimismus“ 16 ist weit verbreitet. Zu dem Ergebnis sind bereits eine ganze Reihe von Autoren gekommen, die sich mit der Darstellung Afrikas in den Medien befasst haben. So schreibt Päffgen beispielsweise: „Immer noch leben wir mit der Tatsache, daß Aufmerksamkeit für Afrika […] nur von Katastrophen in Afrika ausgelöst wird. 17 “ „Afrika war und ist immer gut für Gruselgeschichten: Hungertod, bittere Armut, gegenseitiges Schlachten, politischer Dilettantismus - menschliche Tragödien“ 18 , stellt Mesghena fest. Köpp führt an, dass Afrika oft mit Schlagwörtern wie Krieg, Krankheit, Katastrophe und Korruption, Hunger, hilflosen Menschen, Heiden und Hexerei 19 assoziiert wird. Für Ndumbe III ist das Bild von Afrika in den Medien verbunden mit den Begriffen „Elend, Hunger, Not, Dürre, Katastrophen, Krieg, Flüchtlinge, Aids“ 20 . Neben allem Negativen verweist sie aber auch auf das exotische Moment, das im Bezug auf Afrika und dessen Präsentation im medialen Kontext feststellbar ist. So werden Begriffe gebraucht wie „Busch, Urwald, Hütten, Abenteuer und Wildtiere“, die das exotisch Wilde anklingen lassen. Die Afrikaner werden laut Ndumbe’s Erkenntnissen als „wilde, trommelnde, faule, unfähige, unverantwortliche, hilfsbedürftige Neger“ vorgeführt 21 . Weitere Kritikpunkte, die von bisherigen Untersuchungen also benannt werden, sind eine zu stereotype Darstellung 22 sowie ein „eingeschränktes Themenspektrum“ 23 .
Doch nicht nur in Bezug auf den Afro-Pessimismus sind sich die Autoren einig, sondern auch im Hinblick auf die Tatsache, dass Afrika in der Medienberichterstattung (quantitativ) nur wenig Raum zugestanden wird. So kommt Jean-François Bürki zu dem Schluss, dass „Schwarzafrika von sämtlichen Medien und […] der Öffentlichkeit überhaupt wenig beachtet“ wird 24 . Und Werner A. Meier bringt es auf den Punkt, indem er anmerkt, dass Afrika in west-europäischer Berichterstattung deutlich unterrepräsentiert ist 25 . Seit den 70er Jahren gab es bereits eine Vielzahl von Untersuchungen, die sich mit der Darstellung Afrikas in den Massenmedien beschäftigten. Aus dem Jahr 1972 stammt eine
15 Brunold 1997, 19.
16 Vgl. Ferdowsi 2004, 12.
17 Päffgen 1976, XIII.
18 Mesghena 1996, 186.
19 Vgl. Köpp 2005, 1.
20 Vgl. Ndumbe 1996, 191ff..
21 Ebd. 1996, 192.
22 Vgl. Köpp 2005, 382.
23 Vgl. Wimmer 2003, 341, zit. n. Dilg 1999: 247.
24 Bürki, 95ff.
25 Vgl. Wimmer 2003,340, zit. n. Meier 1984.
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Untersuchung von Messow und Spoo, bei welcher sie eine „geringe Zahl informativer Afrika-Berichte in den Tageszeitungen“ feststellten 26 . Eine Untersuchung des kamerunischen Professors David Simo über die Darstellung afrikanischer Themen in FAZ, Welt, und Zeit zwischen 1965 und 1975, ergab, dass die Informationen stark geprägt sind von Stereotypen und Vorurteilen 27 . Jean-Marie Talla aus Kamerun erforschte 1982 das „Bild Schwarzafrikas im ‚Spiegel’ von 1965-1970“ 28 mit dem Ergebnis, dass der Spiegel dazu tendiere, verallgemeinerte Urteile zu bilden. Beiträge über Einzelländer spielten nur eine untergeordnete Rolle und ein Sensationsbezug war deutlich erkennbar. 29 Im Jahr 1993 kommt Hans Groffebert in seinem Artikel „Rekolonialisierung eines Kontinents in unseren Medien“, der am 24. August in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht wurde, zu dem Ergebnis, dass die Printmedien allgemein nicht viel Raum lassen für Beiträge über Afrika und dass die Intensität der Berichterstattung abhängig ist vom jeweiligen Interesse der Leser 30 . Eine weitere interessante Arbeit erschien 1997 unter dem Titel „Das Afrika-Bild im ‚Spiegel’ und anderen Medien“. Die Autorin Saba Amanuel, eine aus Eritrea stammende Frau, die ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland hat, findet heraus, dass die Berichterstattung erstens einen Schwerpunkt auf Missstände, Elend und Krieg setzt und zweitens die „Dritte Welt“ im Gesamten diffamiert 31 . Weitere Untersuchungen liegen vor von Ute Dilg 32 (Schwarzafrika: Weißer Fleck auf dem Nachrichtenglobus. In Communicatio Socialis, 32 Jg. 1999) sowie Andreas Pointner und Kurt Luger (Die „Gesichter Afrikas“. Ein Kontinent in der Konstruktion österreichischer Printmedien. In: Medien Journal, 45 Jg. 1996). Die Vielzahl an wissenschaftlichen Arbeiten zeigt, welch großes Interesse an der Thematik besteht. Im zweiten Teil dieser Arbeit soll daher herausgefunden werden, inwieweit bisherige Untersuchungsergebnisse heute noch Gültigkeit besitzen. Lassen die empirischen Daten eine Veränderung erkennen oder lässt sich lediglich eine Fortführung bisheriger Tendenzen feststellen? Halten die Ergebnisse auch der thematischen und geografischen Differenzierung stand? Diese Fragen werden im zweiten Teil der Arbeit von Bedeutung sein.
26 Vgl. Köpp 2005, 384, zit. n. Messow & Spoo 1972: 409.
27 Vgl. ebd., 385, zit. n. Simo 1976.
28 Ebd., 385.
29 Vgl. ebd., zit. n. Talla 1984:104.
30 Vgl. ebd.
31 Vgl. ebd. 386.
32 Vgl. Wimmer 2003, 338.
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Arbeit zitieren:
Daniela Waber-Keutieu, 2007, Das Bild ‚Schwarzafrikas’ in der überregionalen deutschen Presse zwischen 2000 und 2005, München, GRIN Verlag GmbH
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