INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS 2
1. EINLEITUNG 3
2. ASYMMETRISCHE KRIEGSFÜHRUNG ALS BEGRIFF 4
2.1. Der Partisan 6
2.2. Der Guerillero 8
2.3. Der Terrorist 8
3. FALLBEISPIELE ZUR ASYMMETRISCHEN KRIEGSFÜHRUNG 11
3.1. Afghanistan 11
3.2. Irak 14
4. BEKÄMPFUNG VON IRREGULÄR KÄMPFENDEN KRIEGERN 17
5. FAZIT 23
6. LITERATURLISTE 25
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1. EINLEITUNG
Terrorismus - Dieser Begriff erfährt gerade seit den Anschlägen vom 11. September 2001 eine geradezu inflationäre Verwendung. Doch was bedeutet er eigentlich? Und vor allem: Wie ist der Terrorist von anderen Untergrundkämpfern zu unterscheiden? Wo liegt der Unterschied zum Partisanen oder zum Guerillero? Und was unterscheidet den Terroristen eigentlich vom Verbrecher?
Diesen Fragen möchte ich mich gerne im Rahmen dieser Arbeit widmen. Dabei werde ich zunächst auf die asymmetrische Kriegsführung im Allgemeinen eingehen. Denn diese ist es, die Terroristen, Guerilleros und Partisanen verbindet. Es werden also zunächst Gemeinsamkeiten festgestellt. Anschließend möchte ich mich gerne mit der Abgrenzung der einzelnen Formen von asymmetrischer Kriegsführung beschäftigen. Ich gehe dabei einzeln auf die bereits angesprochenen Idealtypen des Partisanen, des Guerilleros und des Terroristen ein.
Im folgenden Teil der Arbeit möchte ich gerne auf aktuelle Beispiele für asymmetrische Kriegsführung zu sprechen kommen. Dabei behandele ich die Fallbeispiele Afghanistan- und Irakkrieg. An beiden Beispielen lassen sich die Besonderheiten asymmetrischer Kriege sehr gut aufzeigen. So werden vor allem auch die Schwierigkeiten deutlich werden, die im Krieg gegen irreguläre Kämpfer auftreten.
Diese Schwierigkeiten möchte ich gerne im dritten Teil der Arbeit aufgreifen, und mögliche Gegenmaßnahmen aufzeigen. Dieses Kapitel wird sich der Frage widmen ob es eine Strategie gegen irreguläre Kämpfer geben kann, und wenn ja, wie diese ausgestaltet sein müsste.
Somit kann die grundlegende Fragestellung der vorliegenden Arbeit folgendermaßen zusammengefasst werden: Was versteht man unter asymmetrischen Kriegen, welche Kämpfertypen treten in ihnen in Erscheinung und wie sind diese zu bekämpfen? Jene Fragestellung wird im abschließenden Fazit noch ein-
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mal in einer übersichtlichen Form Beantwortung finden.
Zunächst einmal möchte ich mich jedoch dem Begriff der asymmetrischen Kriege auf theoretische Weise nähern. Dies wird die Grundlage für eine spätere detailliertere Betrachtung, der in ihnen auftretenden Akteure bilden.
2. ASYMMETRISCHE KRIEGSFÜHRUNG
ALS BEGRIFF
Zunächst möchte ich mich hier also dem Begriff der asymmetrischen Kriegsführung als Ganzes widmen. Wie der Begriff schon nahe legt, ist das Typische des asymmetrischen Krieges die ihm innewohnende Asymmetrie. Diese liegt vor, wenn etwa ein Schwächerer gegen einen Stärkeren ins Feld zieht. Die Schwäche kann dabei zahlenmäßiger, technologischer oder auch strategischer Natur sein. Ein typisches Beispiel für einen asymmetrischen Krieg wäre also darin zu sehen, wenn ein nicht staatlicher gegen einen staatlichen Kriegsakteur kämpft. Der nicht staatliche Akteur wird dabei dem staatlichen Akteur in den meisten Fällen unterlegen sein. So hat er beispielsweise nicht die entsprechenden finanziellen und personellen Ressourcen zur Verfügung. Auch technologisch wird der nicht staatliche Akteur unterlegen sein, da dieser nicht die gleichen Möglichkeiten zu Forschung und Entwicklung im Waffensektor haben wird, wie sie seinem staatlichen Gegner zur Verfügung stehen.
Diese Asymmetrie führt somit zu einer den asymmetrischen Kriegen typischen Kampfesform: Reguläre Schlachten an der Front werden vom schwächeren Kriegsteilnehmer gemieden. Hier stünden seine eigenen, den übermächtigen feindlichen Kämpfern gegenüber. Eine sichere Niederlage wäre die Folge. Der offene Kampf wird folglich bewusst gemieden. Es kommt zu einer nadelstichartigen Kampfesweise (hit-and-run-Taktik), mit der der Gegner überrascht werden soll. 1 Bemerkt er den
1 Vgl. Wulf, Herbert: Mit Militär gegen Terrorismus?, in: Ratsch, Ulrich / Mutz, Reinhard / Schoch, Bruno / Hauswedell, Corinna / Weller, Christoph (Hrsg.): Friedensgutachten 2002, Münster 2002, S. 152-154
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Anschlag, ist die Aktion auch schon wieder beendet, so dass die eigentlich vorhandene Überlegenheit des einen Kriegsteilnehmers nicht zum Zuge kommen kann. Durch diese besondere Kampfesweise kommt es zu einem Krieg ohne Fronten. Kriegsschauplatz ist das gesamte Land, nicht nur die Frontlinie.
Die wichtigste Besonderheit jedoch liegt in der irregulären Vorgehensweise des schwächeren bzw. nicht staatlichen Akteurs. Staatliche Kriegsakteure unterliegen dem Kriegsrecht. Dies ist für den einzelnen Soldaten auch durchaus von Vorteil. So stehen ihm beispielsweise im Falle einer Gefangennahme durch den Gegner besondere Rechte zu. Gleichzeitig ist der regulär kämpfende Soldat aber auch in seinen möglichen Aktionen eingeschränkt, da die Rechte des anderen Teils gewahrt werden müssen. Die Verregelung des regulären Krieges führt folglich auch zu einer Hegung desselben. Der Feind wird als Gegner anerkannt, eine absolute Feindschaft im Clausewitzschen Sinne 2 wird nicht erreicht. 3
Der irregulär kämpfende, nicht staatliche Akteur bricht jedoch ganz bewusst die Schranken des regulären Krieges auf. Sein potentielles Handlungsrepertoire unterliegt keiner rechtlichen Limitierung. Das Kriegsrecht wird ausdrücklich nicht beachtet. Dies ist ein entscheidender Punkt, da der nicht staatliche Akteur somit in einer Art und Weise kämpfen kann, wie es dem staatlichen Akteur nicht möglich ist. Dabei findet die irreguläre Vorgehensweise nach Carl Schmitt Ausdruck in vier Merkmalen: 4
● keine verantwortlichen Vorgesetzten
Während reguläre Armeen klar definierte hierarchische Strukturen aufweisen, sind die Hierarchien bei irregulären Kämpfern oft verschlungen. Vielfach sind dezentrale Strukturen zu finden, wodurch ein Beseitigen von einigen wenigen Führungspersonen nicht ausreicht um den Gegner entscheidend zu schwächen. Als Beispiel sei die bekannte Zellenstruktur der modernen Terroristen genannt.
● keine sichtbare Kennzeichnung
2 Vgl. Clausewitz, Carl von: Vom Kriege, 13. Auflage, Hamburg 2004
3 Vgl. Schmitt, Carl: Theorie des Partisanen, 2. Auflage, Berlin 1975, S. 11-17
4 Vgl. Ebd., S.30
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Der irregulär kämpfende Krieger vermeidet es, sich als solcher offen zu erkennen zu geben. Er taucht in der Zivilbevölkerung unter, wodurch die Bekämpfung erschwert wird. Der irreguläre Kämpfer ist als solcher nicht ausmachbar, es kommt zu einer Aufhebung der Trennung von Kombattanten und Nichtkombattanten. Gegenmaßnahmen gegen irreguläre Krieger treffen somit immer auch Unbeteiligte, was einer Deeskalation abträglich ist.
● kein offenes Tragen von Waffen
Im Kontext des Schutzsuchens in der Zivilbevölkerung muss auch dieser Punkt gesehen werden. Der irreguläre Kämpfer trägt seine Waffen verdeckt, wodurch eine Identifizierung als Kriegsteilnehmer erschwert wird.
● Nichteinhaltung des Kriegsrechts
Wie bereits oben erwähnt, hält sich der irreguläre Kämpfer nicht zwingend an das Kriegsrecht.
Soweit zum asymmetrischen Krieg im Allgemeinen. Doch welche irregulär kämpfenden Teilnehmer finden wir in ihm? Dieser Frage werde ich mich im nun Folgenden widmen, wobei drei unterschiedliche Idealtypen der asymmetrischen Kämpfer herausgearbeitet werden.
2.1. DER PARTISAN
Der erste Kämpfer den ich hier erläutern möchte, der in asymmetrischen Kriegen zu finden ist, ist der Partisan. Er zeichnet sich nach Carl Schmitt wiederum durch vier Merkmale aus: 5
● Irregularität
Der Partisan kämpft irregulär. Da diese Eigenschaft bereits im vorigen Abschnitt erläutert wurde, wird an dieser Stelle hierauf nicht näher eingegangen. ● politisches Engagement
5 Vgl. Schmitt, Carl: Theorie des Partisanen, S. 21-28
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Der Partisan verfolgt einen besonderen Zweck. Um diesen Zweck zu erreichen, greift der Partisan zur Waffe. Dabei ist der Zweck politischer Art. Er besteht in der Wiedererrichtung einer alten Ordnung, die bereits einmal bestanden hat. Als Beispiel können an dieser Stelle Aktivisten genannt werden, die gegen einen Besatzer im eigenen Land kämpfen. Der politische Zweck der Aktivisten besteht dann darin, die alte Ordnung, die bereits vor der Besatzung im Land bestanden hat, wiederherzustellen.
● gesteigerte Mobilität
Ein taktischer Vorteil des Partisanen ist es, dass er sehr schnell und beweglich ist. Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass er seine Umgebung in der er kämpft genau kennt, und sich dabei in kleinen Einheiten fortbewegen kann. Er muss nicht in Heeresstärke agieren, sondern organisiert sich in kleinen Kommandos. Die Schnelligkeit kann der Partisan zum raschen und überraschenden Wechsel von Angriff und Rückzug nutzen, was in einer Überrumpelung des Gegners resultiert.
● tellurischer Charakter
Dem Partisanen ist eine starke Verbundenheit mit dem Heimatland inne. Er fungiert als Verteidiger des eigenen Landes. Entscheidend ist hier, der auf Wiederherstellung ausgelegte politische Zweck. Der Partisan erfährt dabei für seinen Kampf Unterstützung durch die Zivilbevölkerung. Diese trägt seinen politischen Zweck mit. Die Unterstützung wiederum legitimiert den Partisanen und seine Vorgehensweise.
Abschließend lässt sich also festhalten: Der Partisan kämpft irregulär für einen politischen Zweck. Dieser politische Zweck ist auf Wiedererrichtung einer alten Ordnung ausgerichtet. Der Partisan erfährt bei seinem Kampf Unterstützung durch die Zivilbevölkerung, weshalb man davon sprechen kann, dass die Vorgehensweise des Partisanen illegal aber legitim ist.
Nachdem die Abgrenzung des Partisanen aus der Gesamtheit der asymmetrischen Krieger nun erfolgt ist, wende ich mich jetzt den beiden anderen Formen zu.
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Arbeit zitieren:
Stefan Baltzer, 2005, Asymmetrische Kriegsführung, München, GRIN Verlag GmbH
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