Laszlo Juhasz
Studiengang: Wirtschaftsinformatik B.Sc.
Semester: 4
Datum: 26.06.2008
Eingereicht am Lehrstuhl für
Wirtschaftsinformatik und Unternehmensmodellierung
Prof. Dr. Ulrich Frank
der Universität Duisburg-Essen
Seminararbeit
Geschäftsprozessmodellierung und Prozesskosten-
rechnung: Anknüpfungspunkte, Integrationspotenti-
ale, Bewertung
im Rahmen des Seminars
IT-Controlling/Prozessmanagement
Sommersemester 2008
ii
Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS... III
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS... IV
1
EINLEITUNG UND MOTIVATION ...1
2
PROZESSKOSTENRECHNUNG ...2
2.1
E
NTSTEHUNG DER
P
ROZESSKOSTENRECHNUNG
...3
2.2
G
RUNDLAGEN UND
Z
IELE DER
P
ROZESSKOSTENRECHNUNG
...4
2.3
A
UFBAU DER
P
ROZESSKOSTENRECHNUNG
...6
2.3.1
Tätigkeitsanalyse ...8
2.3.2
Teilprozessanalyse...8
2.3.3
Hauptprozessanalyse ...10
2.4
K
RITISCHE
B
ETRACHTUNG DER
P
ROZESSKOSTENRECHNUNG UND
A
NFORDERUNGEN IM
IT-
C
ONTROLLING
...11
3
GESCHÄFTSPROZESSMODELLIERUNG...13
3.1
G
RUNDLAGEN VON
G
ESCHÄFTSPROZESSEN
...13
3.2
G
RUNDLAGEN UND
Z
IELE DER
G
ESCHÄFTSPROZESSMODELLIERUNG
...16
3.3
K
RITISCHE
W
ÜRDIGUNG DER
G
ESCHÄFTSPROZESSMODELLIERUNG
...18
4
NUTZUNGSPOTENZIALE VON GESCHÄFTSPROZESSMODELLEN UND
PROZESSKOSTENRECHNUNG...19
4.1
I
DENTIFIZIERUNG VON
A
NKNÜPFUNGSPUNKTEN UND
I
NTEGRATIONSPOTENZIALE
...19
4.2
V
ERKNÜPFUNG DER
A
NSÄTZE UND
A
NWENDUNG IM
IT-C
ONTROLLING
...20
5
ZUSAMMENFASSUNG DER GEWONNENEN ERKENNTNISSE ...22
LITERATURVERZEICHNIS ...23
iii
Abbildungsverzeichnis
A
BBILDUNG
1:
V
ERGLEICH VON
Z
USCHLAGKALKULATION UND
P
ROZESSKOSTENRECHUNNUNG
...6
A
BBILDUNG
2:
S
TRUKTUR DES
G
ESCHÄFTSPROZESSES UND
A
UFBAU DER
P
ROZESSKOSTENRECHNUNG
...7
iv
Abkürzungsverzeichnis
ABC
Activity Based Costing
IT Informationstechnologie
lmi
leistungsmengeninduzierte
lmn
leistungsmengenneutrale
1
1 Einleitung und Motivation
Prozessorientierung wird in der aktuellen Literatur und in den fachspezifischen Medien
immer wieder erwähnt. Praktiker berichten über ihre Erfahrungen und empfehlen Un-
ternehmen und deren Abteilungen, insbesondere den IT-Abteilungen, sich dem Prozess-
denken weiter zu öffnen (beispielsweise Egeling 2008, S. 12). Dieses Thema wird auch
vom zahlreichen Wissenschaftler aufgegriffen. Die Gründe hierfür können vielfaltig
sein. In den meisten Fällen spielen gut organisierte Abläufe, Kosten und Kundenzufrie-
denheit eine maßgebende Rolle.
Kosten, Leistungen und Wirtschaftlichkeit werden in allen Bereichen eines Unter-
nehmens stark betrachtet (Kütz 2007, S. vii). Diese Betrachtungsweise hat in der Infor-
mationstechnologie (IT) eine große Bedeutung, denn die IT-Kosten eines Unternehmens
belaufen sich je nach Branche auf ca. 0,8% - 11% der Gesamtkosten
1
, ohne eine explizi-
te und nachweisbare Leistung dieser Bereiche quantitativ belegen zu können. Da diese
Kosten größtenteils Gemeinkosten darstellen, ist es oft problematisch diese verursa-
chungsgerecht zu verrechnen. Die Prozesskostenrechnung als mögliche Lösung findet
im Controlling vielfach Anwendung (Männel 1995, vgl. z.B. die Beispiele). Die Poten-
ziale der Prozesskostenrechnung sind allerding noch nicht vollständig ausgeschöpft.
Auf der Suche nach einer Erweiterung der Prozesskostenrechnung scheinen die Ge-
schäftsprozesse und damit verbunden die Geschäftsprozessmodelle gute Grundlagen
und erhebliche Gemeinsamkeiten zu bieten. Diese Gemeinsamkeiten könnten für das
IT-Controlling von großer Bedeutung sein, da die Gemeinkosten in diesen Bereichen
dominieren und je nach Ressourcenverbrauch verursachungsgerecht verrechnet und
gesteuert werden müssen.
1
Basierend auf die Angaben von Herrn Thomas Burges (Senior Manager bei der Wirtschaftsprüfungs-
und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers in Essen) aus der Gastvorlesung zum Thema IT-
Governance am 25.06.2008
2
Die Arbeit basiert auf den Ansätzen der Prozesskostenrechnung und der Ge-
schäftsprozessmodellierung. Das Hauptcharakteristikum der Prozesskostenrechnung
und der Geschäftsprozessmodellierung ist eine prozessorientierte Denkweise. Ziel die-
ser Arbeit ist es, die Anknüpfungspunkte und die Integrationspotentiale der Prozesskos-
tenrechnung und Geschäftsprozessmodellierung aufzudecken. Ferner werden die Zu-
sammenführungen der beiden Ansätze analysiert und einige Grundgedanken zum mög-
lichen Einsatz im IT-Controlling kritisch reflektiert.
Dazu werden im Kapitel 2 zunächst die Ursprünge und wesentlichen Charakteris-
tika der Prozesskostenrechnung dargestellt und häufige Anwendungsgebiete aufgeführt,
um die Relevanz dieser Rechnungsverfahren im IT-Controlling zu identifizieren. Kapi-
tel 3 beschäftigt sich mit der Geschäftsprozessmodellierung. Vorerst werden die grund-
legenden Eigenschaften von Geschäftsprozessen erläutert. Da die Geschäftsprozesse
alleine nicht ausreichen der Prozesskostenrechnung eine grafische Unterstützung zu
bieten, wird anschließend die Geschäftsprozessmodellierung eingeführt und deren Ziele
identifiziert. Nachdem die Ansätze der Prozesskostenrechnung und der Geschäftspro-
zessmodellierung diskutiert wurden, geht es im Kapitel 4 darum, die Gemeinsamkeiten
dieser zu identifizieren. Schließlich wird die Möglichkeit einer gemeinsamen Nutzung
der beiden Methoden überprüft. Da eine verknüpfte Nutzung der Prozesskostenrech-
nung und der Geschäftsprozessmodellierung gerade im IT-Controlling vielversprechend
erscheint, wird kurz darauf eingegangen, welche Zusatzanforderungen erfüllt werden
müssen, um große Nutzungspotenziale zu erreichen. Die Arbeit schließt mit Kapitel 5,
in dem die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst werden.
2 Prozesskostenrechnung
Mit der Wandel der Zeit haben sich die Unternehmen verändern müssen, um am Markt
bestehen zu können. Dazu haben unter anderen die fortschreitende Automatisierung und
Flexibilisierung des Leistungserstellungsprozesses beigetragen (Eber 1997, S. 159). Da
die Kosten der indirekten Leistungsbereiche (z.B. Produktionsplanung, Qualitätssiche-
rung, Auftragsabwicklung, usw.) die direkten Kosten überstiegen haben, reichten tradi-
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