Inhaltsverzeichnis Seite
Einleitung 3
Definition des Begriffs "Multimedia" 4
Die vier Dimensionen von Multimedia 5
Kodierung von Inhalten 7
Wahrnehmungspsychologische Grundlagen 10
Beispiele multimedialer Anwendungen 12
Das Merkmal „Interaktivität“ 12
Regulatives Umfeld 13
Das Informations- und Kommunikationsdienste-Gesetz 16
Der Mediendienste-Staatsvertrag 19
Zusammenfassung 21
Literaturverzeichnis 23
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1. Einleitung
Obwohl nun schon viele Jahre alt klingt der Bergriff „Multimedia“ immer noch aktuell. Er findet täglich Gebrauch in den Nachrichten, Fachzeitschriften und sogar in einfachen Unterhaltungen mit den unterschiedlichsten Gesprächspartnern. Man mit seiner Verwendung niemanden mehr mit vermeintlich visionären technischen Ideen oder vorgetäuschtem technischem Wissen beeindrucken. Erstaunlich ist dennoch, das die Umschreibung von Sachverhalten mit diesem Wort, in vielen Fällen dem Gegenüber zu keiner genauen Vorstellung über die beabsichtigte Aussage verhilft. Drei praktische Beispiele sollen hier kurz auf die Problematik hinführen: Eine Vielzahl von Leuten denkt im besten Fall an bunt blinkende Bedienoberfläche irgendeiner Apparatur, die darauf wartet mit falschen Benutzereingaben zu schrecklichen Warntönen bewegt zu werden. Ein anderer Fall ist die Vorstellung mit einem ganz normalen PC - „Multimedia“ sei dank - den Kinohit letzter Weihnachten nun von DVD sehen zu können. Auch denkbar währe der Fall, dass ich meinem nächsten Brief an den Mieterschutzbund mehr Ausdrucksstärke durch die Verwendung plakativer Clip-Arts oder Icons verleihen will - die nötige Bildbearbeitungssoftware kann ich mir jederzeit bequem über das Internet auf meinen Multimedia-PC laden.
Es scheint als könne kaum ein anderes Wort so universal eingesetzt wenn es um Technik geht. Man beschreibt mit ihm alles und nichts. Ziel dieser Arbeit ist es nun die Bedeutungen dieses Wortes genauer heraus zu heben und zu beleuchten. Der Wandel unserer Gesellschaft zu Informationsgesellschaft stellt womöglich auch an multimediale Anwendungen neue Ansprüche. Der berufliche und der private Alltag der Menschen verändert sich und führt zu einem tiefgreifenden sozialem Wandel, gerade durch die Integration von neuen Informations- und Kommunikationssystemen in unser tägliches Leben.
Der erste Abschnitt widmet sich dm Begriff "Multimedia". Anschließend werden Anforderungen an Multimedia untersucht und herausgestellt. Die nächsten beiden Abschnitte erläutern Grundlagen der Aufbereitung von Informationen und deren Aufnahme, gefolgt von einigen Beispielen multimedialer Anwendungen. Ein wichtiges Kennzeichen von Multimedia ist die im darauf folgenden Abschnitt beschrieben Interaktivität.
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Bei den Recherchen zu dieser Arbeit wurde zunehmend deutlich, in welcher Abhängigkeit der ganze Sachverhalt von den gegeben rechtlichen
Rahmenbedingungen ist. Dies ist auch der Grund für die letzten drei Teile der Arbeit, die zuerst eine Bestandsaufnahme der momentanen rechtlichen Situation liefern und im Anschluss die beiden wichtigsten Quellen für gesetzliche Ge- und Verbote vorstellen.
2. Definition des Begriffs "Multimedia"
Es gibt keine klare, eindeutige Definition des Begriffs „Multimedia" in der Literatur. Auffällig sind jedoch einige Merkmale, die in fast allen Publikationen erwähnt werden:
• integrative Verwendung verschiedener Medientypen (Audio, Bild, Video, Text)
• Nutzung digitaler, computerbasierter Technik zur Übertragung, Präsentation und Speicherung
• Interaktive Nutzung - der Rezipient / Empfänger kann durch die Verwendung entsprechender Rückkanäle Inhalte und deren Ablauf verändern oder komplett steuern
Multimedia bedeutet also: die Integration von Leistungen bisher neben einander bestehende Medien - sei es Fernsehen, Video, Hörfunk, Audio oder Print - samt Computer in einem Supermedium oder Medienbündel. Voraussetzung ist die digitale Technik, mit der sich Audio-, Video- und Computerdaten mischen, in jeder Weise bearbeiten und in jeder gewünschten Form abrufen lassen, wovon die Nutzer "interaktiv" Gebrauch machen können. 1
Herkunft des Begriffs und Erläuterung
Bereits im 17. Jahrhundert existieren Theorien über das Funktionieren von Bild-Text-Kombinationen. Comenius gilt als der erste Multimedia-Theoretiker. Schon 1971 Erläutern Lexika den Begriff „Multimedia“: Hierbei handelt es sich um Multimediale Präsentationstechniken der 60er und 70er Jahre. Diese damals auch
1 Vgl.: Werner, Andras/Becker, Axel: Multimedia - Das Objekt und seine Entwicklung. In: Ludes, Peter/ Werner,
Andreas (Hrsg.): Multimedia-Kommunikation: Theorien, Trends und Praxis. Opladen: Westdeutscher Verlag 1997,
S. 87-89
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Audiovision genannten Veranstaltungen kombinierten hauptsächlich Musik von der Schallplatte mit Diaprojektionen. 1995 wird „Multimedia“ zum „Wort des Jahres“ gewählt.
3. Die vier Dimensionen von Multimedia
3.1 Technik
Dieser Teilbereich meint sowohl die technische Realisierung der Medienintegration als auch den allgemeinen Bereich der Telekommunikationstechnologie. Die multimediale Entwicklung geht so schnell voran wie die technische Entwicklung und besteht auch aus ähnlich vielen Spielarten.
Folgende Problem- oder Arbeitsfelder sind hier zu nennen: Digitalisierung, Träger-und Übertragungsmedien, Übertragungswege und Übertragungsverfahren, Hardwareplattformen und Endgeräte, Organisation von Kommunikationsnetzen. Die zukünftige Entwicklung von Multimedia hängt zu einem Teil von der technischen Machbarkeit ab. Von Bedeutung sind hier vor allem Speicherkapazität und Übertragungsgeschwindigkeit.
Der erste der beiden Punkte beinhaltet Speichermedien (CD-ROM, DVD, Speicherchips, etc.) und Kompressionsverfahren. Hierbei kann man zur Verdeutlichung den Speicherbedarf eines 1-stündigen unkomprimierten Spielfilms, in Relation zum verfügbaren Speicherplatz auf einer normalen CD-ROM illustrieren. Dieser würde als PAL-Signal 75.000 MB belegen. Das entspricht etwas mehr als 115 CD-ROMs. Die selbe Stunde Film in komprimierter MPEG2-Kodierung würde dagegen nur 675 MB belegen. 2 Im Microsoft-ASF Format kann man sogar einen ganzen Kinofilm auf nur einer CD-ROM speichern.
Eng damit verbunden ist auch die zweite, die Multimediaentwicklung beeinflussende Größe. Computernetzwerke und deren Fähigkeit große Datenmengen schnell zu übertragen. Die Bedeutung dieser Anforderung kann jeder seit der Öffnung des Internets für private und geschäftliche Zwecke 1996 selbst verfolgen. Das zuvor
2 Riehm, U./ Becker, A.: Multimedia. Mythen, Chancen und Herausforderungen. Mannheim: Bollmann Verlag GmbH 1996, S 19-22
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genannte Beispiel des 1-stündigen Spielfilms, produziert auf der Basis eines einfachen 64 kBit/s ISDN-Anschlusses folgende Übertragungszeiten: Für den Download des unkomprimierten Films benötigt man 2616 Stunden, für den mittel MPEG2 komprimierten 23 Stunden. Technische Visionen wie „Video-on-Demad“, benötigen also andere Übertragungswege. Neben diesen „schmalbandigen“ Datennetzen wie z.B. ISDN gibt es auch schon eine Reihe von „breitbandigen“ Netzen, mit den erheblich höhere Übertragungsraten erzielbar sind. Diese sind jedoch sehr teuer und bei weitem nicht flächendeckend verfügbar, wie es Anwendungen wie Video-on-Demand erfordern würden. 3
3.2 Anwendungsbereich
Multimedial vermittelte Inhalte können nach verschieden Kriterien in bestimmte Gruppen unterteilt werden. Nach technischen Gesichtspunkten kann man multimediale Anwendungen in einen „Offline-Bereich“ und einen „Online-Bereich unterteilen“. 4
Offlline-Multimedia, (auch „stand-alone“ oder „portable batabase“) ist gekennzeichnet durch die Verwendung von wechselbaren Speichermedien als Trägermedien. Auf der anderen Seite steht der Online-Bereich. Hier kommunizieren Anwendungen mittels Schmal- oder Breitbandnetzen. Anwendung steht hier für jede sinnvolle Applikation von multimedialer Technik. Die Sinnfälligkeit mißt sich an deren Potential zur effektiven Befriedigung kommunikativer Bedürfnisse bzw. Erfüllung kommunikativer Ziele.
Weiter kann Multimedia nach den Anwendungsperspektiven unterschieden werden. Grundsätzlich gibt es hier die beiden Segmente - geschäftliche und private Nutzung.
3.3 Inhalte
In Übergangsphasen von einem Medium auf ein neues waren schon immer Tendenzen erkennbar, in welchen im alten Medium etablierte Strukturen, einfach auf das neue Medium übertragen wurden, ohne diesem damit in seiner spezifischen
3 Vgl.: Riehm, U./ Becker, A.: Multimedia. Mythen, Chancen und Herausforderungen. Mannheim:
Bollmann Verlag GmbH 1996, S. 22-27
4 Vgl.: Ebenda, S 19-22
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Arbeit zitieren:
Georg Steinbach, 2001, Multimedia - ein kommunikationswissenschaftlicher Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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