Inhaltsangabe
1. Zum Verhältnis von Christentum und Kunst Seite 1
2. Farben Seite 3
2.1 Die Bedeutung der Farben für die Kunst Seite 3
2.2 Farben im Christentum Seite 5
3. Die Farbe Blau Seite 7
3.1 Herstellung und Herkunft der Farbe Blau Seite 7
3.2 Bedeutung und Symbolik allgemein Seite 9
3.3 Bedeutung und Symbolik im Christentum Seite 12
4. Die Farbe Blau in anderen Religionen Seite 18
5. Resümee Seite 20
6. Literaturverzeichnis Seite 21
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1. Zum Verhältnis von Christentum und Kunst
Bevor ich auf die Verwendung von Farben in der christlichen Kunst, insbesondere der Farbe Blau, näher eingehe, muss ich zunächst die enge und doch stets kontroverse Verbindung zwischen Christentum und Kunst erläutern. Erst so wird verständlich, wie gewisse Arten von Kunstwerken, beispielsweise Ikonen oder Buchmalereien, zustande kommen konnten und in welchem Zusammenhang sie möglicherweise entstanden sind. Zur Zeit Moses beginnt die konfliktgeladene Beziehung der Religion zur Kunst: Das Bilderverbot des Judentums entstand nach dem Exil des Volkes Israel in Ägypten und sollte die radikale Unterscheidung zur ägyptischen Kultur mit all ihren Götterbildnissen deutlich machen. Erst lange Zeit später wurden die Bilder durch die gehobenen Bevölkerungsschichten wieder in die Religion, in diesem Fall das Christentum, eingeführt. Erste Christusdarstellungen finden sich zunächst in den Katakomben, also im Untergrund, in dem das Christentum sich entwickelte, und später nach Anerkennung der Religion in Kirchen. Ab dem 4. Jahrhundert macht dann die Ikonenmalerei ein weites Feld im Kunstbereich aus. Eine positive Wende für die religiöse Kunst wurde im 8. Jahrhundert nach dem 120 Jahre andauernden byzantinischen Bilderstreit erreicht. Auf dem Konzil von Nizäa wurden die kultbildfeindlichen Beschlüsse widerrufen und später die Kultbildverehrung in der Ostkirche sogar festgeschrieben. Im Westen, am Hofe Karls des Großen, war zwar eine Anbetung der Bilder nicht gestattet, wohl aber wurde das Bild zum ersten Mal als autonomes Kunstwerk betrachtet. 1 Nicht der Inhalt, sondern die Qualität des Bildes stand dort im Vordergrund. 2 In der katholischen Theologie wurde vor allem der didaktische Nutzen der Bilder hervorgehoben. Für Papst Gregor den Großen (540-604) galten „Bilder als Bücher des Volkes“ 3 , die die Worte der Predigt verstärken. Diese Meinung wurde auf katholischer Seite auch während und nach der Reformation geteilt. 4
Um 1000 n. Chr. war der Höhepunkt der christlichen Buchkunst. Einen hohen Stellenwert hatten hier Bildsprache und Farbsymbolik. Die Bedeutung, die ein Bild haben sollte, wurde mithilfe von Farben und Licht hervorgehoben. So benutzte man beispielsweise einen kostbaren Goldgrund, um die göttliche Natur Christi hervorzuheben. Die Reformation brachte eine erneute Wende auf Seiten der „neuen“, evangelischen Konfession. Die Bildproduktion wurde radikal reduziert und der Schwerpunkt verlagerte sich von der religiösen hin zur weltlichen Kunst (z.B. Rubens)
1 Vgl. Mertin, Wendt 2004, 24-26
2 Vgl. Ebd., 107
3 Mertin, Wendt 2004, 26
4 Vgl. Ebd., 109
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Noch heute gibt es immer wieder Konflikte zwischen Kirche und Kunst. Ein Beispiel hierfür ist Georg Baselitz’ Bild „Tanz um das Kreuz“, das ein Geschenk an eine Dorfkirche war. Es löste starke Diskussionen aus, da das Kreuz auf dem Kopf steht und musste schließlich vom Künstler wieder zurückgenommen werden.
5
Trotz dieser Konflikte, Bilderstreits und Diskussionen hatte die Kirche wie kaum eine andere Institution Einfluss auf die Herstellung von Kunst. Zwar differenziert Hans Belting zwischen Kunst „im empathischen und reflektierten Sinne“
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, die erst nach der Renaissance entstanden sei, und Kultbildern in der Zeit davor. Dennoch wird gemeinhin, und auch in der Forschungsliteratur, schon bei den ersten Höhlenmalereien von Kunst gesprochen und so bezeichne auch ich die „Kultbilder“ vor der Renaissance als Kunst.
In der folgenden Arbeit werde ich also auf christliche Kunstwerke eingehen, die mit der Farbe Blau zu tun haben. Dabei möchte ich zunächst klären, welche Bedeutung Farben für uns Menschen allgemein haben und inwiefern die christliche Kirche diese Vorstellungen übernommen und umgesetzt hat. Vor allem auf die Farbe Blau gehe ich dabei näher ein, dazu gehört nicht nur die Symbolik, sondern auch die Herstellung und Herkunft der Farbe. An konkreten Kunstbeispielen werde ich die Verwendung von Blau im Christentum verdeutlichen. Diese Beispiele sollen einen Querschnitt der christlichen Kunst darstellen und sind daher aus verschiedenen Epochen und Genres wie z.B. Mosaik, Glasfenster, Fresken, Gemälde und andere gewählt. Der Ausblick auf andere Religionen am Ende der Arbeit soll mögliche Parallelen und Unterschiede in der Symbolik der Farbe Blau aufzeigen.
2. Farben
2.1 Bedeutung der Farben für die Kunst
Unsere Welt ist eine Welt der Farben. „Was immer wir sehen, was unsere Augen registrieren können, die Natur um uns herum, die Vielfalt der Gegenstände, die wir geschaffen haben, ja sogar wir Menschen selbst sind in der einen oder anderen Weise durch das äußerliche Kriterium der Farbe gekennzeichnet.“ 7
5 Vgl. Ebd., 111
6 Mertin, Wendt 2004, 24
7 Knuf 1988, 11
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Rein physikalisch haben die Dinge allerdings gar keine Farbe, sondern nur eine Oberfläche, die vom Licht unterschiedlich reflektiert und absorbiert wird. 8 Farben sind also sozusagen „Bedeutungsträger, verleihen den Gegenständen einen Sinn.“ 9 Das Wort „Farbe“ kommt vom althochdeutschen Wort farawa, das recht allgemein das Aussehen und die Eigenschaft von Dingen bezeichnete. Erst später war dies der Name für pflanzliche oder mineralische Farbstoffe und Pigmente. 10
Es gibt in der Geschichte zahlreiche Forscher, Philosophen und Wissenschaftler, die sich mit der Erforschung und vor allem der Klassifizierung von Farben beschäftigt haben. Genannt seien hier nur der Physiker Isaac Newton und seine Farbzerlegung mittels Prisma, Philip Otto Runges Farbenstern und, aus neuerer Zeit, Johannes Itten und sein 12-teiliger Farbenkreis 11 . Auch der deutsche Dichter und Denker Johann Wolfgang von Goethe investierte einen großen Teil seiner Zeit in diese Forschung und veröffentlichte 1810 das Werk Zur Farbenlehre 12 .
In all diesen Klassifizierungen konnte aber nur ein Bruchteil der Farbnuancen benannt werden. Selbst das maßgebliche Farbnamenlexikon Dictionary of Color hat nur relativ wenige Farbnuancen mit Namen versehen. Der weitaus größere Teil wird in Zahlenwerten angegeben 13 . Farben sind jedoch mehr als ein rein physikalisches oder mathematisches Phänomen: Schon immer rufen sie bei den Menschen Gefühle und Assoziationen hervor, da in unserem Gedächtnis Erinnerungen an Sinneseindrücke geknüpft sind, zu denen auch die Farben gehören. 14 Sie sind damit sozusagen Urbilder der Seele, die uns in der Natur in den verschiedensten Nuancen begegnen. 15 „Farben appellieren stark an die Emotionen des Menschen“ 16 und sind daher für die Kunst enorm wichtig.
Der bekannte Autor Umberto Eco hat sich ausführlich mit der mittelalterlichen Farbenlehre beschäftigt. Die mittelalterliche Ästhetik, so Eco, sei nicht über die Hell- und Dunkelwerte sondern eher durch die Kontraste der Farben zu verstehen. Jede Farbe konnte im Spiel mit einer anderen Farbe in ihrer Besonderheit herausgestellt werden. 17 .
8 Vgl. Ebd.
9 Lurker 1990, 141
10 Vgl. Bruns 1997, 10 f.
11 Grässli 2001, 8-13
12 Goethe 1810 (Internetquelle)
13 Vgl. Gage 1999, 23
14 Vgl. Knuf 1988, 11
15 Vgl. Riedel 1983, 56
16 Mertin, Wendt 2004, 131
17 Vgl. Ebd., 128
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Farben stehen also nicht für sich alleine, sondern beeinflussen sich immer gegenseitig. Wie wir eine Farbe empfinden hängt unter anderem vom Hintergrund und dem Umfeld ab. Blau auf weißem Untergrund wirkt anders als Blau auf Schwarz.
„Wahrnehmen heißt, der Empfindung einen Sinngehalt zuzuschreiben; was umso leichter gelingt, wenn die Farbe eine charakteristische Eigenschaft des jeweiligen Gegenstandes ist.“ 18 Zeichnet man beispielsweise ein Flugzeug oder ein Boot auf einen blauen Hintergrund, assoziieren wir mit dem Blau automatisch den Himmel bzw. das Wasser. Solche Assoziationen macht sich die Kunst häufig zunutze, nicht selten auch, um zu irritieren und zu verwirren.
Erscheinungen in der Natur lösen die Verbindungen von Farbe und Gefühl aus. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Kennzeichnung unserer Wasserhähne mit blau und rot. Mit Wärme verbinden wir Sonne, Feuer und Blut und damit die Farben Rot und Orange. Kälte ist Wasser, Eis und die Nacht und damit die Farbe Blau. Auch sprachlich gesehen haben die Farbbezeichnungen „himmelblau“, „rabenschwarz“ oder „rubinrot“ in der Natur ihren Ursprung. Eine metaphorische Verwendung von Farbbegriffen liegt dabei auf der Hand. 19 Viele Assoziationen sind aber durch persönliche Erlebnisse geprägt, sie sind subjektiv und damit nicht zwingend für andere nachvollziehbar 20 . So kann ein und dasselbe Bild bzw. Farbe auf jeden eine andere Wirkung haben. Im Großen und Ganzen gibt es aber offensichtlich doch zahlreiche Übereinstimmungen bei Assoziationen, die man zu Farben hat, wie zahlreiche Farbtests und Befragungen ergaben. Dies wird von den Künstlern aufgegriffen und genutzt, wenn z.B. ein blaues Bild das Gefühl von Tiefe und Ruhe vermitteln soll oder ein rotes Bild ein Gefühl von Wärme.
2.2 Farben im Christentum
Zu Farben im Christentum fallen einem vermutlich zunächst die Farben der Liturgie ein, da einem diese in Gottesdiensten immer wieder begegnen. Als liturgische Farben werden die Farben der Gewänder und Paramente bezeichnet, die zu bestimmten christlichen Festen benutzt werden. „Sie sollen eine Sinneswirkung auf Stimmung und Bewusstsein des Menschen ausüben“ 21 und dienen dazu, „den Charakter der verschiedenen Zeiten und Feste zu verdeutlichen.“ 22
18 Biesinger, Braun 1995, 83
19 Vgl. Knuf 1988, 13
20 Vgl. Biesinger, Braun 1995, 83-85
21 Wikipedia „Liturgische Farben“ (Internetquelle)
22 Stromer 1998, 210
4
Bis zum 12. Jahrhundert wurden die Farben nicht nach deren Symbolgehalt, sondern nach deren Kostbarkeit gewählt. Und auch später gab es nicht immer eine einheitliche Farbsymbolik, so war im germanischen Raum eher Rot als Weiß die Festfarbe.
23
Die römisch-katholische Kirche kennt seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) fünf liturgische Farben: Weiß als Farbe der Reinheit, Rot als Farbe des Blutes sowie des Feuers und Sinnbild des Heiligen Geistes, Violett als Farbe der Buße, Grün als Farbe des Wachstums und der Hoffnung und Schwarz als Farbe der Trauer.
24
Es gibt aber Abwandlungen dieser Farben wie z.B. Gold, Silber, Rosa oder Blau, die regional getragen werden.
25
Die evangelische Kirche hat sich nach den Reformen im 19. Jahrhundert darauf verständigt, die liturgischen
Ausnahme von Rosa und Blau, die als liturgische Nebenfarbe gelten. Man beschränkt sich aus praktischen Gründen meist auf Rot für die Feste, Grün für den Alltag und Schwarz für die Trauer. 26 „Mit dem Wechsel der Farben in der Ordnung des liturgischen Farbenkanons (violett, weiß, grün und
rot) tritt der Gang des Kirchenjahres als zeitgebendes Element im sakralen Raum optisch in Erscheinung“.
27
Die christliche Kunst ist stark von ihrer Symbolsprache geprägt, die allgemein verständlich ist oder zumindest war. Man denke dabei z.B. an das Kreuz, das Lamm, den Hirten usw. Im Mittelalter wurde diese Symbolsprache ausgeweitet und auch Zahlen, bestimmte Attribute von Aposteln oder Heiligen und ganz besonders Farben einbezogen. 28
Die Schwierigkeit, der die christlichen Künstler seit zweitausend Jahren gegenüber stehen, ist, wie sich das göttliche Wirken und die Transzendenz mit ihren zur Verfügung stehenden Mitteln ausdrücken lässt. Vielen Künstlern schien das Licht eine geeignete Form zu sein, unter anderem wegen des Zitats aus dem Johannesevangelium: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12). Aber auch „in den Psalmen erscheint das Licht als […] Wesen der Gottheit.“ 29 , so z.B. Psalm 36,10 („Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir
23 Vgl. Wikipedia „Liturgische Farben“
24 Vgl. Stromer 1998, 210
25 Vgl. Wikipedia „Liturgische Farben“
26 Vgl. Stromer 1998, 213
27 EEK 2001, 524
28 Vgl. Goecke-Seischab 2004, 158
29 Lurker 1990, 95
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das Licht“) und Psalm 104,2 („Licht ist dein Kleid, das du anhast…“). Außerdem ist das Licht für die Menschen sehr positiv behaftet, es ist Symbol für den neuen Tag, den neuen Anfang, die Sonne usw. 30
An den Buntglasfenstern gotischer Kathedralen kann man gut erkennen, welch große Bedeutung Farben und Licht und die dadurch geschaffene Atmosphäre für die mittelalterlichen Menschen hatten. Im Gegensatz zu romanischen Bauwerken waren die gotischen nicht so massiv und weitaus offener. Licht wird hier durch die prachtvollen Glasfenster eingelassen, die zugleich die romanischen Wandmalereien ablösten. Die Farbtöne bestehen vor allem aus Rot, Blau und Violett, da diese Farben gotische Kathedralen durch Lichteinfall in eine ganz besonders andächtige Stimmung versetzen. 31 Auch die Verwendung der Farbe Gold spiegelt den Versuch wider, das Göttliche als Licht darzustellen. Ganz besonders wird dies in den mittelalterlichen Buchillustrationen deutlich, in denen die Seiten oft mithilfe der Farben in einen göttlichen, irdischen und in einen Erscheinungsbereich aufgeteilt wurden 32 . Im Mittelalter waren Farbbezeichnungen nicht genau festgelegt, denn es galt der Gedanke „Je lichthaltiger eine Farbe, desto höher wird sie eingestuft.“ 33 Glänzende Materialien, wie z.B. Gold, Glas und Edelsteine, wurden demnach als besonders edel betrachtet. 34
Reine, kräftige Farben wurden auch im Expressionismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Malern wie Franz Marc, August Macke und Emil Nolde benutzt. Die Erlebnisse des Ersten Weltkriegs prägten ihren Stil. Die depressiven oder zumindest geschockten Maler hielten sie in den Bildern fest und wandten sich oft christlicher Thematik zu. 35
30 Vgl. Ebd., 88
31 Vgl. Goecke-Seischab 2004, 170
32 Vgl. Mertin, Wendt 2004, 128
33 Bruns 1997, 18
34 Vgl. Ebd., 20
35 Vgl. Goecke-Seischab 2004, 180
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3. Die Farbe Blau
3.1 Herstellung und Herkunft der Farbe Blau
Farben waren keineswegs bloß Materialien zum Färben, sondern trugen auch einen bestimmten Wert in sich. 36 Besonders deutlich wird dies bei bestimmten blauen Farbstoffen und Pigmenten. Woher der Name Blau kommt, ist bis heute nicht ganz geklärt 37 , doch Wikipedia gibt folgende Etymologie: „Das Wort „Blau“ stammt vom althochdeutschen blao für schimmernd, glänzend“ 38 . Sie galt schon immer als eine schwer zu beschaffende und daher sehr wertvolle Farbe.
Für das Färben von Kleidung wurde der Farbstoff Indigo benutzt. Dieser wurde aus der Pflanze Indigofera Tinctoria gewonnen, die nur in Indien wächst. Einen dementsprechend langen und aufwändigen Weg mussten die Farbhändler auf sich nehmen, um das kostbare Gut über Land nach Europa zu transportieren. „So waren mit Indigo gefärbte Stoffe im Mittelalter dem Adel vorbehalten“ 39 . Der Farbstoff wurde erst ab 1498 günstiger, nachdem Vasco da Gama den Seeweg nach Indien entdeckte.
Das einfache Volk hatte ebenfalls eine Pflanze zur Verfügung, aus dem der blaue Farbstoff gewonnen werden konnte: Isatis Tinctoria, das Waid. Dieser war zwar relativ günstig, aber auch leider um einiges weniger intensiv und ergiebig. Färbte man damit ungebleichten Flachs oder Wolle, wirkte das ohnehin schon blasse Waidblau „trüb und billig“ 40 . Die mit Waid gefärbte Alltagskleidung der einfachen Leute unterschied sich also deutlich von den leuchtenden, wertvollen indigoblauen Gewändern des Adels.
Die deutschen Waidbauern sahen in der Konkurrenz aus Indien offenbar eine wirtschaftliche Bedrohung. Indigo wurde mit Verboten belegt und Kurfürst Friedrich Wilhelm führte als Gegenaktion sogar dunkelblaue Soldatenuniformen ein, die später mit der Farbe Preußischblau bezeichnet werden würden. Aufgrund der Ergiebigkeit von Indigo, gegen die das hiesige Waid nicht ankam, wurde es aber 1737 legalisiert. 41
Indigo und Waid wurden aus Pflanzen gewonnen und zum Färben von Stoffen verwendet. Die für die Malerei benutzten Blaufarben wurden zwar anders hergestellt, waren aber nicht minder wertvoll. Pigmente, die in der Malerei benutzt werden, tragen z.B. die Namen Kobalt-,
36 Vgl. Gage 1999, 13
37 Vgl. Knuf 1988, 84
38 Wikipedia „Blau“ (Internetquelle)
39 Scherer 2006 (Internetquelle)
40 Ebd.
41 Vgl. Ebd.
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Ultramarin-, und Preußischblau. Doch auch diese Pigmente unterscheiden sich in ihrer Qualität. 42
Aus dem Edelstein Lapislazuli wurde die teuerste Malerfarbe aller Zeiten gewonnen: das Ultramarin. Dieses Farbpigment war so wertvoll, weil es schwer zu beschaffen war und aus dem Mittleren Osten von „jenseits des Meeres“ (= Ultra marin) importiert werden musste. Lapislazuli war und ist ein seltener und kostbarer Stein 43 . Im Mörser zu Pulver zerrieben wurde dieses Pigment hergestellt. Verrührte man es mit Bindemitteln, konnte man es als Aquarell-, Tempera- und Ölfarbe benutzen. 44 Die Verwendung von hochwertigem Ultramarin in Kunstwerken wurde von Herrschern und der Kirche bis ins 16. Jahrhundert sogar vertraglich festgelegt, da das Pigment sehr beständig und somit ein Garant für ein haltbares Bild war. „Ein beständiges Blau war folglich ein kostbares Blau“ 45 . Die hochwertigste Sorte von Ultramarin wurde beispielsweise für den Mantel der Jungfrau Maria benutzt. Der Hauptkonkurrent des Ultramarins war in Europa seit dem Mittelalter das Bergblau oder Azurit 46 . Die Vorteile gegenüber dem kostbaren Ultramarin waren die weite Verbreitung und damit auch der relativ niedrige Preis. Azurit war aber längst nicht so leuchtend und schlug unter Dampfeinwirkung auch leicht in Grün um 47 .
In der Zeit des Barock wurde ein anderes Pigment für die Malerei benutzt: das Smalte, auch Böhmisch- oder Sächsischblau genannt. Es wurde aus pulverisiertem und mit Kobalt gefärbtem Glas hergestellt. Schon im alten Ägypten und in China wurden Kobaltsalze zur Färberei, z.B. von Ton, verwendet. Der Name kommt von Kobold, da es in Bergwerken aus Erzen gewonnen wurde und die Kobaltkristalle wohl wie Koboldaugen glitzerten. Der rötliche, sehr intensive Ton des Kobaltblau galt für Van Gogh als das göttliche Blau.
42 Vgl. Biesinger, Braun 1995, 85
43 Vgl. Gage 1999, 13
44 Vgl. Scherer 2006
45 Gage 1999, 14
46 Vgl. Scherer 2006
47 Vgl. Gage 1999, 14
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Vor allem seit 1800 wurde das Kobaltblau vermehrt genutzt, da einem französischen Chemiker die künstliche Herstellung gelang. Es löste somit das schwieriger zu bekommende Smalte ab. 48
Nicht nur die Pigmente oder Farbstoffe galten für die Menschen als wertvoll und bedeutsam, sondern natürlich auch die Gegenstände die sie trugen. Besonders deutlich wird dies selbstverständlich bei den Edelsteinen. Ein blauer Edelstein, der Lapislazuli, wurde ja schon näher beschrieben. Weil er mit seinen Einschüssen aus Marmor und Pyrit wie ein wolkiger Sternenhimmel aussieht, steckt in seinem Namen das arabische Wort für Himmel, Azul. Der Saphir ist ein blau schimmernder, durchsichtiger Edelstein, der vor allem im Christen- und Judentum symbolische Bedeutung hat, auf die ich später noch näher eingehen werde. Sein Name stammt aus vom griechischen Sappheiros. Das lateinische Wort Aquamarin bedeutet Wasser des Meeres, was auf seine transparente blass- oder dunkelblaue Farbe zurückzuführen ist, die an das Meer erinnert. Allen drei Edelsteinen wurde magische Wirkung zugeschrieben. 49
3.2 Bedeutung und Symbolik allgemein
Mit Blau bezeichnen wir ein recht großes Spektrum von Farbnuancen, von extrem hellem Blau bis hin zu fast Schwarz. 50 Der Schweizer Psychologe Max Lüscher entwickelte in den 40er Jahren einen Farbentest, bei dem die Probanten gebeten werden, verschiedene Farbtafeln ihrer Vorliebe entsprechend gestaffelt anzuordnen. Interessant ist, dass gerade die Farbe Blau bei Europäern die meist bevorzugte Farbe ist. Sie gelte, laut Lüscher und anderen Psychologen, als „konzentrisch, passiv, sensibel, auffassungsfähig, harmonisierend und […] deshalb als Ausdruck der Ruhe, der Zartheit und der Liebe und Zuneigung“. 51 Bevorzugt man diese Farbe, bejaht man auch die damit verbundenen Eigenschaften wie z.B. Zärtlichkeit bei Dunkelblau; ordnet man die Farbe aber weit unten an, lässt das auf ein Bedürfnis ebendieser Werte schließen. Menschen unter Stress sowie kranke oder erschöpfte Menschen lehnen die Farbe Blau häufig ab, sehnen sich laut Lüscher also nach Ruhe und Befriedigung. 52
48 Vgl. Scherer 2006
49 Vgl. Ebd.
50 Vgl. Knuf 1988, 84
51 Gage 1999, 32
52 Vgl. Riedel 1983, 52
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In psychiatrischen Anstalten wurde oft blaues Licht zur Beruhigung der Patienten verwendet denn „Physiologisch wurde festgestellt, daß die rote Farbe den Puls zu beschleunigen […] vermag, während Blau manchmal das Gegenteil bewirkt.“ 53
Blau ist auch eine häufig gewählte Farbe für Uniformen: Die Bezeichnung Preußischblau kommt von der Dienstbekleidung preußischer Regimenter. Bei den Arbeitskleidungen der Marinesoldaten, Bahnbeamten, der Polizei in manchen Ländern sowie der Lufthansa wird Ordnung und Kontrollfunktion mit dieser Farbe verbunden. Menschen, die Blau ablehnen, lehnen nach Lüscher damit unbewusst oft das Uniformierte im Generellen ab. 54 Nicht erst seit Max Lüscher wird Blau solche Eigenschaften und Bedeutungen zugeschrieben. Er selbst hatte seine Ideen aus Goethes Farbenlehre, nach der Blau „…immer etwas Dunkles mit sich führe. […] Diese Farbe macht für das Auge eine sonderbare, fast unaussprechliche Wirkung. Wie wir einen angenehmen Gegenstand, der vor uns flieht, gern verfolgen, so sehen wir das Blaue gern an, nicht weil es auf uns dringt, sondern weil es uns nach sich zieht.“ 55 Diese sehnsüchtige und doch beruhigende Stimmung wird auch in vielen Gedichten, Geschichten und Motiven aufgegriffen. Beispiele hierfür sind Joseph von Eichendorffs Er ist’s und Frische Fahrt und Rainer Maria Rilkes Blaue Hortensie. 56 Vor allem in der Romantik ist die Farbe stark symbolbeladen. In Novalis’ Roman Heinrich von Ofterdingen macht sich der Romanheld auf die Suche nach der blauen Blume, von der er geträumt hat und die die Sehnsucht in ihm geweckt hat. Blau ist hier ein Symbol für Aufbruch und Sehnsucht. 57 Doch schon vor der Zeit der Romantik kann man in alten Märchen diese Blume entdecken, die dort für Treue und Hingabe an ein himmlisches Werk steht, z.B. im Märchen Der König der Raben und Das blaue Licht. Immer wieder wird hier auch das Magisch-Zauberische der Farbe hervorgehoben, assoziiert durch die unergründlichen Tiefen, die sie uns bietet. 58
53 Lurker 1990, 141
54 Vgl. Riedel 1983, 54
55 Goethe 1810, Abschnitt 130 und 131
56 Vgl. Czerny, Urlaß 2005, 50
57 Vgl. Ebd., 49
58 Vgl. Riedel 1983, 60
59 Vgl. Ebd., 58
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Symbolisch hat Blau aber nicht nur positive Aspekte zu bieten, sondern auch häufig negative. Dieser Widerspruch zeigt, dass sich die Bedeutung einer Farbe sogar innerhalb einer Kultur unterscheiden kann. In unserer Kultur ist Blau die symbolische Farbe der Täuschung. Man lügt das „Blaue vom Himmel“ herunter, manch einer erlebt sein „blaues Wunder“. Im angelsächsischen Raum stand Blau für Hunger, Neid und Sünde - bei gedrückter Stimmung singt man noch heute den blues. 61
Im Mittelalter wurde die Farbe Blau sogar mit der Pest in Verbindung gebracht, da diese von einer blauen Taube angekündigt werde und Brot, das die Pest an sich ziehen soll, sich ebenfalls blau verfärbe. Wegen dieser Verbindung zum Unheil und dem Glauben, dass „Gleiches mit Gleichem“ kuriert werden könne, gibt es zahlreiche Traditionen, um Zauber mithilfe von Blau abzuwehren: Das blaue Antoniuskreuz des Mittelalters, das gegen die Pest helfen sollte; der Brauch, dass eine Braut etwas Blaues tragen soll; blaue Glasperlenketten gegen Bronchitis, blaue Seidenbänder gegen Husten, blaue Amulette gegen blaue Flecke und schließlich auch blaue Blumen wie Vergissmeinnicht, Rittersporn oder Kornblume gegen all diese Krankheiten. Dies sind nur ein paar Beispiele, wie Blau als Abwehrfarbe eingesetzt wurde. 62
Der Ethnologe Desmond Morris fand heraus, dass die Farbe Blau in der belebten und unbelebten Natur relativ selten vorkommt. Damit nimmt sie eine Art Sonderstellung ein, ihr
wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Interessant ist, dass wir noch heute eine Abneigung gegen blaue Lebensmittel und sogar gegen blaue Lebensmittelverpackungen haben. Das rühre wohl daher, so Morris, dass diese Farbe keine natürliche Lebensmittelfarbe sei und mit Ungenießbarkeit gleichgesetzt werden würde.
63
Dagegen erwähnen Czerny/Urlaß, dass Blau in der Werbung oft dann benutzt wird, wenn ein Gefühl von Sauberkeit, Frische und Leichtigkeit vermittelt werden soll, z.B. bei Mineralwasser oder Waschmittel.
64
Auch Künstler waren immer wieder von der Farbe Blau fasziniert. Pablo Picassos Zeit zwischen 1901 und 1904 wird sogar als „Blaue Periode“ bezeichnet, da er hier diese Farbe vorwiegend nutzte. Die Bilder spiegeln die melancholische Stimmung Picassos wieder. Wenig später entstand der Bund der Blauen Reiter, gegründet von den Expressionisten Franz Marc und Wassily Kandinsky. Marc wurde vor allem durch die Darstellung blauer Pferde
60 Vgl. Knuf 1988, 87
61 Vgl. Ebd., 86
62 Vgl. Ebd., 84-88
63 Vgl. Ebd., 96
64 Vgl. Czerny, Urlaß 2005, 51
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bekannt und auch Kandinsky sah Blau als Farbe des Unendlichen, der Sehnsucht, des Himmels und der Ruhe. 65
3.3 Bedeutung und Symbolik im Christentum
Die Symbolik der Farbe Blau im Christentum leitet sich vor allem aus den bereits erwähnten Assoziationen ab: Blau ist zugleich Farbe des Himmels und des Meeres. 66 Das Empfinden der Weite und Unerreichbarkeit dieser Elemente kann sich bis hin zur Transzendenzerfahrung steigern. 67 Blau wird so als Verknüpfung zwischen dem Göttlichen, Himmlischen und dem Irdischen benutzt. 68
Der Maler Giotto (1266-1337) war der erste, der im Spätmittelalter diese Farbe als Hintergrund für christliche Malerei benutzt hat. Zuvor wurden Bilder eher mit Gold hinterlegt, da Blaupigmente wie das Ultramarin schwer zu importieren waren. Durch das Blau wirken die Bilder aber durchlässiger für die Himmelskraft, 69 was besonders beeindruckend an Giottos Freskenzyklus in der Cappella degli Scrovegnis in Padua zu sehen ist.
Maria trägt in Gemälden oft einen blauen Mantel, der sie als Himmelskönigin ausweist. Nach Lüscher zeigt dies die „urmütterliche Verbundenheit, Treue, Vertrauen, Liebe und Hingabe.“ 70
65 Vgl. Czerny, Urlaß 2005, 50
66 Vgl. Ebd., 50
67 Vgl. Riedel 1983 , 58
68 Vgl. Czerny, Urlaß 2005, 50
69 Vgl. Riedel 1983, 67
70 Ebd., 66
12
Blau für den Mantel Marias sowie andere Gewänder und Wappen wurde allerdings erst seit dem Spätmittelalter benutzt. Zuvor wurde seit der Antike königliches Purpur wegen seiner besonderen Kostbarkeit verwendet.
71
Der Genter Altar der Brüder van Eyck entstand 1432
72
. Auf ihm ist unter anderem die Jungfrau Maria in einem prachtvollen blauen Mantel mit Edelsteinen derselben Farbe abgebildet. Dieser Mantel ist mit zwei Ultramarinschichten über einer Schicht Azurit gemalt und daher besonders wertvoll.
73
Unter dem Mantel trägt Maria traditionell oft ein rotes Gewand. Diese Farbkombination von rotem Gewand und blauem Mantel (dem „Himmelsmantel“ 74 ) blieb in der Kunst lange Zeit verbindlich. Sogar eigenwillige Künstler wie Botticelli, Dürer, Bruegel usw. hielten sich an diese Konvention. 75
Farbzuordnungen und Symbole sind allerdings nicht immer eindeutig. Der heilige Petrus wurde z.B. sowohl in der Ost- als auch in der Westkirche Jahrhunderte lang in blauer Tunika und gelbem Umhang dargestellt. Allerdings sind diese Farbzuordnungen eher grobe Richtlinien bzw. Vorgaben für Farbfamilien. So hat die Tunika mal ein eindeutiges Blau, mal ein Blassgrün, ist grünlich-gelb oder sogar purpurfarben. Der Umhang hingegen geht von gelbocker über braun bis zu blassrosa und zinnoberrot. „Dem mittelalterlichen Betrachter wäre es sicher leichter gefallen, den hl. Petrus an seiner Physiognomie zu erkennen, die sich
71 Vgl. Gage 1999, 15
72 Vgl. Ebd., 60
73 Vgl. Ebd., 14
74 Biesinger, Braun 1995, 92
75 Vgl. Ebd., 92
76 Gage 1999, 71
77 Vgl. Riedel 1983, 66
13
Heiligenschein des Evangelisten Johannes.“ 78 So auch auf der Buchseite der Bamberger Apokalypse (um 1000 n. Chr.), auf der die Offenbarung durch den Engel an den Evangelisten Johannes weitergegeben wird (Offb 1,1). 79
Nicht nur Maria und Petrus, sondern auch Jesus trägt in Kunstwerken häufig einen blauen Mantel. Auf den Mosaiken der Antike konnte Jesus noch keine eindeutige Farbe zugeordnet werden. Es war vielmehr so, dass über einen Zeitraum von je 8-9 Jahren Christus in der gleichen Farbe bzw. Farbgruppe dargestellt wurde: Weiß, Rot, Grün, Gelb etc. 80 Erst später begannen die Künstler Jesus im blauen Gewand abzubilden. Dies zieht sich bis in unsere heutige Zeit, wie beispielsweise an dem Bild Georg Baselitz’ im ersten Kapitel gesehen werden kann. Aber auch die expressionistischen Maler, die weniger auf detailgenaue Figuren sondern mehr auf Ausdrucksfarben Wert gelegt hatten, übernahmen dieses Symbol als eine Art Erkennungsmerkmal. Die Farbe Blau war zu dieser Zeit allgemein bedeutsam, was man z.B. an den Namen der Künstlergruppen die Blauen Reiter oder die Blauen Vier erkennen kann. Auch in den Bildern dieser Künstler wurde die Farbe häufig benutzt. Beispiele hierfür sind Wassily Kandinskys „Himmelblau“ (1940), die vier „Blauen Akte“ von Henry Matisse (1952) 81 oder auch Bilder von Emil Nolde. In seinem Werk „Christus und die Kinder“ trägt Christus den typischen blauen Mantel, der sofort ins Auge sticht. Die Figuren sind nur schemenhaft zu erkennen, die Hauptperson Jesus Christus ist sogar nur von hinten zu sehen. Durch den blauen Mantel und dessen Symbolgehalt kann Jesus aber eindeutig
identifiziert werden. Auffällig ist der Farbwechsel von dunkel, fast schwarz in der linken Bildhälfte zu den hellen, warmen Tönen auf der rechten Seite. Die Gesichter der Kinder strahlen durch das Gelb, während sich das Unverständnis der Jünger in dieser Szene in den dunklen, violetten Gewändern ausdrückt. Jesus hebt sich in der Mitte des Bildes durch ein frisches Blaugrün ab.
82
Diese Farbwirkung zeigt: „Wer von Jesus angeschaut wird, dem erschließt sich das Leben.“
83
78 Lurker 1990, 150
79 Vgl. Ebd.
80 Vgl. Gage 1997, 60
81 Vgl. Biesinger, Braun 1995, 92 f.
82 Vgl. Ebd., 126
83 Ebd.
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Auch in den biblischen Texten ist von der Farbe Blau die Rede, beispielsweise wird von „blauem Purpur“ (2. Chr 2,6 und 3,14) und anderen kostbaren Materialien gesprochen; das Aussehen Zions Fürsten wird „wie Saphir“ (Klgl 4,7) beschrieben und in der Offenbarung des Johannes hatten die Pferde der Apokalypse „feuerrote und blaue und schwefelgelbe Panzer“ (Offb 9,17), wobei das Blau hier dem Rauch entspricht. Die Farbe hat in der Bibel aber noch eine weitere wichtige Funktion. Gott baut das neue Jerusalem auf Edelsteinen. Das Fundament wird aus Saphiren, also einem blauen Stein, gelegt 84 : „Siehe, ich will deine Mauern auf Edelsteine stellen und will deinen Grund mit Saphiren legen.“ (Jes 54,11). Im Mittelalter hatte die Symbolik der Edelsteine eine hohe Bedeutung. Ihre Farben wurden den entsprechenden Elementen zugeordnet. Aquamarin stand für das Wasser, Lapislazuli und Saphir für das Element Luft bzw. den Himmel. Blau ist also eine himmlische Farbe, was
10: Hildegard von Bingen
In vielen religiösen Kunstwerken wurde versucht, das göttliche Licht abzubilden. Häufig sind rote Flammen, umgeben von weißen Strahlen mit dunklem bläulich-grauem Rand als Symbol für den Heiligen Geist zu sehen. Es gibt aber auch oft silberne bzw. silberblaue oder goldene Darstellungen. Offensichtlich war aber nicht die Farbe entscheidend sondern das Leuchten und die Intensität des Lichts.
Die Mandorlas, die Christus vom 6. Jahrhundert an umgaben, waren vor allem in Blau gehalten. Auch das Licht, das von der Hand Gottes ausströmt, hatte häufig diese Farbe.
84 Vgl. Biesinger, Braun 1995, 88
85 Vgl. Riedel 1983, 50
86 Ebd., 65
87 Vgl. Ebd., 66
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Die Strahlenkränze wurden seltsamerweise in umgekehrter Helldunkelabfolge abgebildet: Im Zentrum ist die Farbe dunkel und zum äußeren Rand hin wird sie immer heller, was ja nicht der Eigenschaft von gewöhnlichem Licht entspricht. Besonders gut ist das auf dem Apsismosaik des Katharinenklosters in Sinai zu sehen, das die Verklärung Christi zeigt. Jesus ist von einer dunkelblauen Mandorla umgeben, die nach außen hin heller wird. Auch die eigentlich hellbraunen bzw. hellpurpurnen Tuniken der Jünger Petrus und Jakobus werden tiefblau, wo Christi Strahlen auftreffen. Pseudo-Dionysios, einer der meistzitiertesten Theologen des frühen Mittelalters, hat für diese Art der Farbgebung eine Erklärung. 88 Er greift die jüdische und später christliche Vorstellung auf, dass Gott in Dunkelheit weilte und „wir ein unberührbares und unsichtbares Dunkel als Voraussetzung jenes Lichts annehmen, das unzugänglich ist, weil es das sichtbare Licht bei weitem übersteigt.“ 89 Das Dunkle ist also Gott am nächsten und Jesus verströmt demnach nicht Helligkeit, sondern Dunkelheit.
Im frühen Mittelalter war die Farbe Blau wegen seiner Nähe zu Schwarz dann zunächst dem Dunkel und teilweise sogar dem Bösen zugeordnet. 90 Erst später wurde wieder „Blau zur Farbe des Lichts“ 91 , was auch an dem aus dem 11. Jahrhundert datierten Buchdeckel der Aribert-Handschrift zu sehen ist. Das Kreuz und die Mandorla Christi sind darauf in zwei Blautönen abgebildet und Christus selbst wird als Lux Mundi („Weltenlicht“ 92 ) bezeichnet. 93
88 Vgl. Gage 1997, 58-60
89 Ebd., 60
90 Vgl. Gage 1999, 73
91 Ebd., 57
92 Lurker 1990, 93
93 Vgl. Gage 1999, 73
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Eine besondere Art, das Licht Gottes darzustellen, sind die bunten Kirchenfenster, die in der Zeit der Gotik aufkamen. So schreibt Abt Suger zur Weihung von St. Denis im Jahr 1144 über die neue Glasmalerei: „Durch sie wird die gesamte [Kirche] vor dem wunderschönen, ununterbrochenen Licht der leuchtendsten Fenster erstrahlen, das die Schönheit des Innern durchfluten wird.“ 94 Blau ist in der französischen Glasmalerei wohl die charakteristischste Farbe, die aufgrund ihrer Nähe zu Schwarz auch oft anstelle dieser Farbe eingesetzt wurde. Vor der Errichtung von St. Denis waren die Fenster traditionell in reinem Weiß gehalten und es überrascht, dass Abt Suger sich für das eher ungewöhnliche Blau entschied. Es sollte im Laufe der Gotik noch zur teuersten Glassorte werden, da sie mit Kobalt gefärbt wurde, welches aus Sachsen, Böhmen oder von noch weiter her importiert werden musste. Ein Grund für Abt Suger, sich für blaue Fenster zu entscheiden, liegt möglicherweise an der Bedeutung des Saphirs, dem heiligen Stein, mit dem er seine Glasmalereien verglich. 95 Ein moderneres Beispiel für Glasfenster sind die Werke von Marc Chagall (1887-1985). Sie haben fast alle einen blauen Grundton. Das Blau des Himmels nimmt nicht nur den gesamten Hintergrund ein sondern geht auch in die Figuren über. Chagalls Fenster findet man in der Kathedrale von Reims, in der Hadassah-Synagoge bei Jerusalem oder in der Kirche St. Stephan in Mainz. Beim Betrachten dieser Fenster entsteht eine Art übernatürlicher Eindruck. 96 Ein gutes Beispiel für die
94 Zit. n. Gage 1997, 69
95 Vgl. Gage 1997, 70-73
96 Vgl. Biesinger, Braun 1995, 90
97 Ebd., 104
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Durch die meditative Eigenschaft, die Blau hat, wirkt das Bild beruhigend und zugleich unergründlich, was uns „eine Ahnung zukommen“ lässt von dem „unauslotbaren Geheimnis Gottes.“ 98 In dem Fenster finden sich sowohl helle als auch dunkle Blautöne. Das Dunkelblau, das eine Stimmung von „Finsternis und Leid“ 99 widerspiegelt, ist um Isaak herum zu sehen, der in Abrahams Schoß liegt. Aber auch Abraham und der Engel sind durch diese Farbe verbunden. Abrahams linke Herzseite strahlt jedoch in hoffnungsvollem, leuchtendem Gelb. Auch in dem Dunkelblau, in dem Isaak liegt, ist dieses Gelb zu finden. Der Engel ist in kräftigem Rot gehalten, das die Liebe Gottes symbolisieren soll. 100 Chagall stellte für seine Glasmalerei eigene Farben her und entwickelte Maltechniken, die es ihm ermöglichten, Blau in den verschiedensten Nuancen und Transparenzgraden darzustellen. „So erfahren wir das Blau in diesem Bildausschnitt mal als warmes Ultramarin, mal als kühleres Kobalt, mal hell und intensiv, mal dunkler und schwerer.“ 101 Das Blau Marc Chagalls steckt voller Leben und Dynamik und doch vermittelt es zugleich einen Eindruck von Ruhe und Tiefe. 102
4. Blau in anderen Religionen
Schon in den alten Religionen der Griechen und Ägypter war die Farbe Blau symbolbeladen, allerdings ähnlich wie im Christentum meist verbunden mit dem Himmel: Im alten Ägypten stand Blau für den Himmelsgott Amun und im antiken Griechenland stellt Göttervater Zeus seine Füße auf Azur. 103 Vom babylonischen Mondgott Sin heißt es beispielsweise: „Du gehst hervor in strahlendem Karneol und Lapislazuli.“ 104 Zur Farbe Blau im Islam findet sich folgende Deutung: „Das Blau des
Himmels und des Meeres ist die Farbe der Unergründlichkeit und Unendlichkeit. Blau gilt als Farbe des Unglücks, aber gleichzeitig auch der Abwehr des Unheils.“ 105 Besonders bekannt zur Abwehr von Krankheit und Tod ist der blaue Anhänger, auf dem ein Auge abgebildet ist, der vor dem bösen Blick schützen soll. Auch die Hand
der Fatima stellt ein solches Symbol dar: Das Amulett gibt es
98 Biesinger, Braun 1995, 104
99 Ebd.
100 Vgl. Biesinger, Braun 1995, 105
101 Ebd., 106
102 Vgl. Ebd.
103 Vgl. Ebd., 85
104 Scherer 2006
105 Schirrmacher 2004 (Internetquelle)
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aus blauen Edelsteinen aber auch aus einfachem, blauem Glas. Die Hand symbolisiert den gläubigen Muslimen die grundlegenden Gedanken seiner Religion. „Die vier Finger werden traditionell identifiziert mit Fatimah, der Tochter des Propheten, mit Kadijah, ihrer Mutter, mit der Jungfrau Maria und Mit Asia, der Frau des Pharao.“ 106 Der Prophet selbst wird durch den Daumen symbolisiert. Fünf Finger stehen aber auch für die fünf Säulen des Islam, die ihre Basis in Gott, also der Hand, haben. 107
In der chinesischen Tradition nehmen die Farben Blau und Grün eine spezielle Stellung ein. Sie zählen nicht zu den fünf Elementarfarben, die die Welt in Harmonie versetzen sollen. Stattdessen stellen sie gemeinsam das Element Ts’ing dar. Es hat die Aufgabe, die anderen Farben, „die Elemente, die Himmelsrichtungen, die Tiere, die menschlichen Körperteile usw.“ 108 zu verbinden. Diese Vorstellung kann man nur dann begreifen, wenn man die Welt als eine ständig in Harmonie liegende Kraft sieht, in der die Elemente Wasser, Luft, Feuer und Holz sich gegenseitig regulieren. 109 Außerdem gibt es in der chinesischen Tradition eine Robe aus wertvoller Seide, die siu i, die von blauer Farbe mit hellblauem Innenfutter ist. Es ist das Gewand für langes Leben. Die Chinesen glaubten, das Leben des Besitzers verlängere sich und sein Wohlstand vermehre sich durch das Tragen dieser Robe. 110
Im Hinduismus und Buddhismus spielen energetische Zentren des Körpers eine Rolle, die so genannten Chakras. Sieben von den bis zu 88 000 Chakras tragen eine besondere Bedeutung und sind Farben sowie Elementen und geometrischen Figuren zugeordnet. „Visuddha“, das fünfte Chakra, sitzt im Hals und hat die Farbe Blau. Das entsprechende Element ist Raum/Ton, die geometrische Figur ist der Kreis oder die Spirale. Interessant ist, dass statt Blau auch die Farbe Gold genannt werden kann. Diese beiden Farben treten auch in der christlichen Tradition immer wieder gemeinsam auf. 111
106 Knuf 1988, 92
107 Vgl. Ebd.
108 Stromer 1998, 198
109 Vgl. Ebd., 197-199
110 Vgl. Knuf 1988, 85 f.
111 Vgl. Stromer 1998, 202
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5. Resümee
Wie ich anhand dieser Arbeit zeigen konnte, spielt Blau in unserem Leben eine bedeutende Rolle. Diese Farbe umgibt uns Tag für Tag wenn wir zum Himmel und aufs Wasser schauen und sie lässt uns träumen, beruhigt uns und zieht uns in die Ferne. Die große Bedeutsamkeit von Blau wurde von den Religionen dieser Welt aufgegriffen und in zahlreichen Symbolen verewigt. In der christlichen Kunst werden solch wichtige Personen wie Jesus und Maria durch Blau gekennzeichnet und auch das göttliche Licht und die Himmelskraft strahlen in dieser Farbe. Blau scheint also eine ganz besondere Kraft auf uns auszuüben. Besonders schön drückt dies der persische Dichter Nezāmī (1137-1216) in den Sieben Geschichten der sieben Prinzessinnen aus:
„Und gibt es eine bessere Farbe als Blau? Wählte sich nicht auch das Himmelsgewölbe blaue Seide zur Hülle? Wer blau ist wie der Himmel, bei dem sitzt die Sonne zu Gast. Dem Heliotrop gleicht er, der blauen Blume, welche die Inder »Sonnenanbeterin« heißen, weil sie ihr Antlitz immer der Sonne zugewandt hält. Sie verbirgt in der blauen Blüte ein Herz von Gold, das vom Himmelsfeuer ein Abglanz auf Erden ist.“ 112
112 Nezāmī zit. n. Wikiquote „Nezāmī“ (Internetquelle)
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6. Literatur
Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers in der revidierten Fassung von 1984, Stuttgart 1985
Biesinger, Albert, Braun, Gerhard, Gott in Farben sehen: Die symbolische und religiöse Bedeutung der Farben, München 1995.
Bruns, Margarete, Das Rätsel Farbe: Materie und Mythos, Stuttgart 1997. Czerny, Gabriele, Urlaß, Mario, Die Farbe Blau, in: Sache - Wort - Zahl: SWZ 33 (2005) 49-54.
Gage, John, Kulturgeschichte der Farbe: Von der Antike bis zur Gegenwart, Ravensburg: 1997.
Gage, John, Die Sprache der Farben: Bedeutungswandel der Farbe in der bildenden Kunst, Ravensburg 1999.
Goecke-Seischab, Margarete Luise, Christliche Bilder verstehen. Themen - Symbole -Traditionen, München 2004. Grässli, Walter, Farbgestaltung,. Höstein 2001.
Kießig, Manfred et al (Hrsg.) i.A. der VELKD, Evangelischer Erwachsenenkatechismus, Gütersloh 2001.
Knuf, Joachim, Unsere Welt der Farben: Symbole zwischen Natur und Kultur, Köln 1988.
Lurker, Manfred, Die Botschaft der Symbole. In Mythen, Kulturen und Religionen, München 1990
Mertin, Andreas, Wendt, Karin: Mit zeitgenössischer Kunst unterrichten: Religion - Ethik -Philosophie, Göttingen 2004.
Riedel, Ingrid, Farben: In Religion, Gesellschaft, Kunst und Psychotherapie, Stuttgart, Berlin 1983.
Stromer, Klaus (Hrsg.), Farbsysteme in Kunst und Wissenschaft, Köln 1998.
Internetquellen:
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Nezāmī, Die Sieben Geschichten der Sieben Prinzessinnen URL: http://de.wikiquote.org/wiki/Nez%C4%81m%C4%AB (Zugriff: 19.06.2008) Scherer, Andrea, Blau. Blau?, Kassel 2006 URL: www.blau-so-blau.de (Zugriff: 10.12.2007) Schirrmacher, Christine, Farben/Farbsymbolik, 2004 URL: www.islaminstitut.de (Zugriff: 18.05.2008) Wikipedia-Eintrag „Liturgische Farben“
URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Liturgische_Farben (Zugriff: 15.05.2008) Wikipedia-Eintrag „Blau“
URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Blau (Zugriff: 09.05.2008)
Alle Internetdateien können in Papierform oder auf CD nachgereicht werden.
21
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2 Das Evangelische Kirchenjahr mit den liturgischen Farben, http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Kirchenjahrev.png (Zugriff: 03.06.2008) Abbildungen der Blaupigmente Ultramarin, Azurit, Smalte, Kobaltblau 3
http://www.swisseduc.ch/chemie/pigmente/pigmente/pulver_alle.html (Zugriff: 03.06.2008)
http://www.norddeich-ferienhaus.net/jpg/Meer.jpg (Zugriff: 03.06.2008) 4
Stilles Mineralwasser, Foto: Walter J. Pilsak 5
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Stilles_Mineralwasser.jpg (Zugriff: 03.06.2008) Freskengemälde, Giotto di Bondone 1304-1306 6
Cappella degli Scrovegni, Padua, Italien
http://padovacultura.padovanet.it/musei/archivio/CAP50_.jpg (Zugriff: 03.06.2008) Genter Altar (Bildausschnitt), Jan van Eyck 1432 7
St-Bavo-Kathedrale, Gent, Belgien
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Retable_de_l%27Agneau_mystique.jpg (Zugriff: 03.06.2008)
Buchseite 001r aus der Bamberger Apokalypse, Kloster Reichenau um 1000 n. Chr. 8
Staatsbibliothek Bamberg, Deutschland
http://www.bamberger-apokalypse.de/001r.html (Zugriff: 03.06.2008) Christus und die Kinder, Emil Nolde 1910 9
Museum of Modern Art, New York City, USA
http://mason.gmu.edu/~mhobbs/entartetekunst/images/room1/nolde_kinder_view.jpg (Zugriff: 03.06.2008)
Die wahre Dreiheit in der wahren Einheit, Hildegard von Bingen um 1165 10
Benediktinerinnenabtei St. Hildegard, Eibingen, Deutschland (Faksimile von 1927) http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Meister_des_Hildegardis-Codex_003.jpg (Zugriff: 03.06.2008) Verklärung Christi, Apsismosaik um 565-566 11
Katharinenkloster, Sinai, Ägypten
http://images.icon-art.info/main/00700-00799/00778.jpg (Zugriff: 03.06.2008) Das Opfer Isaaks, Marc Chagall 1978 12
St. Stephan, Mainz, Deutschland
http://www.ne.jp/asahi/plott/start/bible_art/img/Isaaks_Opfer_ML.JPG (Zugriff: 03.06.2008) http://www.handoffatima.com/hand.bmp 13
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Lisa Vogt, 2008, Die Farbe Blau in Religion und Kunst, München, GRIN Verlag GmbH
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