II
Inhaltsverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Unternehmungsnetzwerke 2
3 Transaktionskostenansatz 4
3.1 Grundaussagen des Transaktionskostenansatzes 4
3.1.1 Transaktionskosten und Marktversagen 6
3.1.2 Transaktionskosten und Hierarchieversagen 8
3.2 Unternehmungsnetzwerke zwischen Markt und Hierarchie 8
4 Strategische versus regionale Unternehmungsnetzwerke 10
4.1 Strategische Unternehmungsnetzwerke 11
4.2 Regionale Unternehmungsnetzwerke 12
4.3 Vergleich 13
4.3.1 Spezialisierung 13
4.3.2 Konfiguration 14
4.3.3 Direkte Koordination 15
4.3.4 Indirekte Koordination 16
4.3.5 Entscheidungsdelegation 18
4.3.6 Formalisierung 18
4.4 Bewertung aus transaktionskostentheoretischer Sicht 19
5 Fazit 21
Literaturverzeichnis 22
Das interorganisationale Unternehmungsnetzwerk als Organisationsform 1
1 Einleitung
Angesichts der wachsenden Dynamik in der Entwicklung wirtschaftlicher Prozesse und der ansteigenden Komplexität der Umwelt erlangen seit einiger Zeit interorganisationale Unternehmungsnetzwerke zunehmende Beachtung in den Wirtschaftswissenschaften. Die Netzwerkorganisation wird dabei häufig als das Erfolgskonzept der Zukunft angesehen. 1 Vor diesem Hintergrund steht im Rahmen dieser Arbeit das interorganisationale Unternehmungsnetzwerk im Zentrum der Betrachtung. Dabei ist der Blick vor allem auf die folgenden Fragestellungen gerichtet:
- Welche Vorteile kann die unternehmensübergreifende Vernetzung verschaffen?
- Welche Ausgestaltungsformen sind in struktureller Hinsicht möglich?
- Wie unterscheiden sich die verschiedenen Typen bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit?
Zur Beantwortung dieser Kernfragen wird in Kapitel 2 zunächst der Begriff des Unternehmungsnetzwerkes erläutert. Das Kapitel 3 liefert mit dem Transaktionskostenansatz die Begründung für die Evolution von Unternehmungsnetzwerken, welche als Hybride zwischen Markt und Hierarchie gelten, die unter bestimmten Voraussetzungen die Vorteile der beiden Institutionen miteinander vereinen können. Im vierten Kapitel werden dann verschiedene Typen von Netzwerken untersucht, wobei wegen der enormen Vielfalt möglicher Ausgestaltungsformen eine Beschränkung auf strategische und regionale Unternehmungsnetzwerke vorgenommen wird. Ein Vergleich der strukturellen Dimensionen soll anschließend Aufschluss auf die möglichen Unterschiede im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Gestaltungen geben. Im Fazit werden die zentralen Ergebnisse der Untersuchung zusammengetragen und bewertet.
1 Vgl. Aderhold, J.; Meyer, M.; Ziegenhorn, F.: Wie funktionieren Netzwerke? , 2001, S.2.
Das interorganisationale Unternehmungsnetzwerk als Organisationsform 2
2 Unternehmungsnetzwerke
In seiner allgemeinen Form stammt das Grundkonzept des Netzwerkansatzes aus der Soziologie und stellt auf ein Geflecht von Beziehungen zwischen Individuen bzw. Organisationen ab. 2 Jedoch stellt es keine Neuheit dar, denn schon im Frühkapitalismus entstanden erste netzwerkartige Formen der Organisation von Arbeit. Hingewiesen sei an dieser Stelle auf das System der internen Kontrakte sowie auf das Verlagssystem. 3
Handelt es sich bei Organisationen, die an einem Netzwerk beteiligt sind um Unternehmungen, so spricht man von einem Unternehmungsnetzwerk. Eine einheitliche Meinung darüber, was nun genau unter diesem Begriff zu verstehen ist, hat sich aber in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur bis heute nicht herausbilden können, so dass an dieser Stelle zwei Definitionen vorgestellt werden, die sich in ihren Aussagen ergänzen. Semlinger sieht in Unternehmensnetzwerken
„... all jene Austauschbeziehungen, in denen mehr als nur zwei Parteien enger als im marktförmigen Tausch und lockerer als in hierarchischer Transaktion miteinander verbunden sind.“ 4 .
Die Anzahl der beteiligten Unternehmen spielt deshalb eine Rolle, weil man bei der Zusammenarbeit von nur zwei Partnern nicht von einem Netzwerk, sondern von einer Kooperation spricht, wobei diese den Oberbegriff darstellt. Der zweite Aspekt der Definition bezieht sich auf die Intensität der Zusammenarbeit und beschreibt Unternehmungsnetzwerke in dieser Hinsicht als einen Hybrid zwischen Markt und Hierarchie. Sydow ergänzt diese beiden Gesichtspunkte wie folgt:
„Ein Unternehmensnetzwerk stellt eine auf die Realisierung von Wettbewerbsvorteilen zielende Organisationsform ökonomischer
2 Vgl. Corsten, H.: Grundlagen der Koordination, 2001, S. 2.
3 Vgl. Sydow, J.: Strategische Netzwerke, 1992, S. 56.
4 Semlinger, K.: Effizienz und Autonomie in Zulieferungsnetzwerken, 1999, S.67.
Das interorganisationale Unternehmungsnetzwerk als Organisationsform 3
Aktivitäten dar, die sich durch komplex-reziproke, eher kooperative denn kompetitive und relativ stabile Beziehungen zwischen rechtlich selbständigen, wirtschaftlich jedoch zumeist abhängigen Unternehmungen auszeichnet.“ 5
Netzwerkbeziehungen werden als strategische Ressourcen gesehen, die durch wechselseitiges Profitieren der Mitglieder voneinander zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen führen. Während die Akteure rechtlich autonom sind, wird in der ökonomischen Literatur kontrovers über ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit diskutiert, da sich diese nicht vollständig operationalisieren lässt. 6 Corsten spricht in diesem Zusammenhang aufgrund der interdependenten Handlungen der Netzwerkpartner von einer „relativen Autonomie“ 7 . Das bedeutet, dass die Unternehmen zwar einerseits strategische Entscheidungen selbst treffen und umsetzen können, sofern dadurch keine Netzwerkbelange tangiert werden. Andererseits impliziert jedoch die Tatsache, dass Netzwerke kooperative Systeme sind, eine partielle Unterordnung unter die gemeinsamen Ziele und damit die Aufgabe individueller Eigenständigkeit, wodurch auf der kollektiven Ebene ein Autonomiezuwachs erreicht wird. 8 Das Ausmaß der wirtschaftlichen Abhängigkeit hängt dabei letztendlich von der konkreten Ausgestaltung des Zusammenschlusses ab.
In jedem Fall entsteht eine wechselseitige Ziel-Mittel-Beziehung zwischen den Beteiligten, die im Vergleich zur individuellen Aufgabenerfüllung die Wirtschaftlichkeit aller Beteiligten steigert. 9 Unter welchen Voraussetzungen diese Bindung für Unternehmen von Vorteil ist, soll im folgenden Absatz untersucht werden.
5 Sydow, J.: Strategische Netzwerke, 1992, S. 79.
6 Vgl. Corsten, H.: Grundlagen der Koordination, 2001, S. 3.
7 Ebenda.
8 Vgl. ebenda, S.4.
9 Vgl. ebenda.
Das interorganisationale Unternehmungsnetzwerk als Organisationsform 4
3 Transaktionskostenansatz
Da Unternehmensnetzwerke als sozioökonomische Institutionen gelten, bietet sich für eine genauere Analyse der Transaktionskostenansatz an, der sich neben dem Principal-Agent- und dem Property-Rights-Ansatz als Theorie der ökonomischen Institutionen versteht. Diese geht der Frage nach, warum überhaupt verschiedene wirtschaftliche Organisationsformen entstehen. Dabei wird die neoklassische Vorstellung völlig kosten- und reibungsloser Interaktionen zwischen den ökonomischen Akteuren aufgegeben. 10 Den Grund dafür sehen die Vertreter in der menschlichen Natur, die durch begrenzte Rationalität und Opportunismus geprägt ist. In diesem Kapitel sollen zunächst die Grundaussagen des
Transaktionskostenansatzes veranschaulicht und darauf aufbauend die Theorien des Markt- bzw. des Hierarchieversagens erklärt werden, um daraus die Motive für die Organisationsform „Unternehmensnetzwerk“ abzuleiten.
3.1 Grundaussagen des Transaktionskostenansatzes
Bereits 1937 stellte der Nobelpreisträger Ronald Coase, der heute als Begründer der Transaktionskostentheorie gilt, in seinem Artikel „The Nature of the Firm” die zentrale und inzwischen berühmte Frage: „Why is not all production carried on by one big firm?” 11 . Er wies damit auf die Kosten der Marktbenutzung hin und führte darauf die Entstehung der Institution Unternehmung zurück. 12 Bekannt wurde der Ansatz allerdings erst Jahrzehnte später durch Williamson, der 1983 aufbauend auf den grundlegenden Arbeiten von Coase und unter Einbeziehung rechtlicher und organisationstheoretischer Konzepte seine Erkenntnisse in der Abhandlung „Markets and Hierarchies“
10 Vgl. Bea, F. X.; Göbel, E.: Organisation, 1999, S.126.
11 Coase, R.. H.: „The Nature of the Firm“, 1937, S. 394, zitiert in: Bolten, R.: Zwischenbetriebliche Kooperation, 2000, S.22.
12 Vgl. Bea, F. X.; Göbel, E.: Organisation, 1999, S.127.
Arbeit zitieren:
Dipl.-Oekonomin Kathrin Albers, 2004, Das interorganisationale Unternehmensnetzwerk als Organisationsform, München, GRIN Verlag GmbH
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