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Prostitution im Mittelalter

Title: Prostitution im Mittelalter

Term Paper , 2008 , 10 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Franziska Schau (Author)

Cultural Studies - European Studies
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„Wenn du die Huren aus der Gesellschaft entfernst, wird die Hurerei sich überall verbreiten… Dirnen in der Stadt gleichen den Abwasserrinnen im Palast. Nimmst du sie heraus, so stinkt das ganze Schloß..." (Rath, Brigitte)
Diese Arbeit „Die Prostitution im Mittelalter“ geht keiner expliziten Fragestellung nach, vielmehr soll sie das vorgestellte Thema systematisieren, um ein Exzerpt zu gewährleisten. Hierbei war es nötig, Einzelfälle nicht zu betrachten, da sie entweder Ausnahmen darstellten oder aber durch keine weiteren Belege gestützt auf keine Verallgemeinerung schließen ließen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Definition von Prostitution im Mittelalter

3. Der Modus in die Prostitution

4. Kontur und Extension städtischer Prostitution

5. Die Rolle der Prostitution innerhalb der mittelalterlichen Gesellschaft

5.1 Vergewaltigung der Frauen

6. Die Einstellung der Kirche zur Prostitution

7. „Freistatt der bußfertigen Mädchen“ oder der Anfang der Kurtisanen

8. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit systematisiert das Thema Prostitution im mittelalterlichen Mitteleuropa, um einen fundierten Überblick über die gesellschaftlichen Strukturen, die Rolle der Kirche sowie die rechtlichen und moralischen Rahmenbedingungen des käuflichen Gewerbes zu geben.

  • Definition und Abgrenzung der Prostitution im Mittelalter
  • Soziale Ursachen und Zugangswege in die Prostitution
  • Strukturen und Reglementierung des städtischen Bordellwesens
  • Rolle der Prostitution in der mittelalterlichen Gesellschaft und Männlichkeitsrituale
  • Kirchenrechtliche Einordnung und moralische Diskurse der Zeit

Auszug aus dem Buch

Kontur und Extension städtischer Prostitution

Innerhalb der Stadt - im Zentrum der Kommunikation, des Handels und des Gewerbes – versammelten sich potentielle Kunden der Prostituierten. Im Inneren der Gemeinden existierten Frauenhäuser, welche entweder städtisches Eigentum waren oder von der Stadt an einen Frauenwirt oder einen reichen Bürger verpachtet wurden.

Die Rechte und Pflichten der Dirnen wurden von einer „Frauenhausordnung“ geregelt. Diese Maximen sahen vor, dass eine Prostituierte „frei“, das heißt allgemein zugänglich sein musste und eine gewisse Quantität von Kunden pro Tag zu bedienen hatte. Aber auch Reglements für den Fall der Krankheit oder die Ernährung der Prostituierten wurden in der „Frauenhausordnung“ festgelegt.

Meist wurde das Dirnenhaus von einer „Äbtissin“ oder einem männlichen Inhaber („Hurenwirt“) geleitet. Sie hatten die Aufgabe, „[…] die Mädchen – mit oder ohne Zustimmung eines Vertreters der städtischen Justiz – aufzunehmen, sie auf die Beachtung bestimmter Regeln zu verpflichten, manchmal auch für den Unterhalt, auf jeden Fall aber für eine gewisse Ordnung innerhalb der kleinen weiblichen Gemeinschaft zu sorgen“. Auch verpflichtete sich der Wirt oder die Wirtin dazu, keinerlei Übergriffe auf die Prostituierten vorzunehmen, d. h. sie im Schuldenfall nicht zu verkaufen oder zu verpfänden, jedoch gegen sie mit „gebührlichem Recht“ vorzugehen.

Auch wurde den Dirnen zugesichert, dass sie sich frei bewegen können und nicht vom Kirchgang abgehalten werden. Kranke oder schwangere Frauen sollen vom Wirt oder der Wirtin sofort entfernt werden, d. h. es folgte ein Ausschluss aus dem Dirnenhaus. Es ist somit ersichtlich, dass innerhalb eines Bordells bestimme Regeln befolgt werden müssen, um das Zusammenleben zu handhaben und dieses zu erleichtern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert, dass die Arbeit keine explizite Forschungsfrage verfolgt, sondern eine systematische Übersicht über das Thema Prostitution im Mittelalter bietet.

2. Die Definition von Prostitution im Mittelalter: Das Kapitel definiert den Begriff der käuflichen Sexualität und grenzt Prostituierte durch das Merkmal des häufigen Partnerwechsels von anderen Gruppen ab.

3. Der Modus in die Prostitution: Hier werden Armut, gesellschaftliche Ausgrenzung sowie Erlebnisse wie Vergewaltigungen als primäre Gründe für den Einstieg in das horizontale Gewerbe beschrieben.

4. Kontur und Extension städtischer Prostitution: Das Kapitel behandelt die räumliche Organisation der Bordelle in der Stadt sowie die rechtliche Regelung des Alltags durch Frauenhausordnungen.

5. Die Rolle der Prostitution innerhalb der mittelalterlichen Gesellschaft: Hier wird der Besuch von Bordellen als Teil des rituellen Gruppenverhaltens junger Männer und als gesellschaftlich toleriertes Ventil analysiert.

5.1 Vergewaltigung der Frauen: Dieser Unterpunkt thematisiert die geringe soziale Ächtung von Vergewaltigungen an Frauen aus den unteren sozialen Schichten im Mittelalter.

6. Die Einstellung der Kirche zur Prostitution: Das Kapitel beleuchtet die paradoxe Haltung der Kirche, die Prostitution zwar als Sünde verurteilte, sie aber zur Vermeidung größerer Übel wie Ehebruch duldete.

7. „Freistatt der bußfertigen Mädchen“ oder der Anfang der Kurtisanen: Es wird der Wandel von der Prostitution hin zur Entwicklung des Kurtisanenwesens im späten 15. Jahrhundert beschrieben.

8. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die Prostitution trotz ihrer gesellschaftlichen Verwerflichkeit als notwendiges Regulativ der mittelalterlichen Stadt geduldet wurde.

Schlüsselwörter

Prostitution, Mittelalter, Stadtgeschichte, Frauenhaus, Dirnen, Kirchenrecht, Moral, Soziale Ordnung, Sexualität, Bordell, Armut, Kurtisanen, Geschlechterrollen, Mittelalterliche Gesellschaft, Frauenhausordnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Darstellung des Prostitutionswesens im Mittelalter, insbesondere mit dessen gesellschaftlicher Organisation, rechtlichen Regelungen und moralischen Einordnung.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die Definition der Prostitution, die Gründe für den Einstieg in dieses Gewerbe, die Struktur der städtischen Bordelle sowie die Haltung der Kirche und der Obrigkeit dazu.

Welche Forschungsfrage verfolgt die Autorin?

Die Arbeit verzichtet auf eine enge Forschungsfrage und zielt stattdessen auf eine systematische Exzerption und Strukturierung des historischen Forschungsstandes ab.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?

Es wurde ein systematischer Überblick gewählt, der sich auf historische Literatur stützt und Einzelfallbetrachtungen zugunsten einer allgemeinen Übersicht ausklammert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Begriffs, den Weg in die Prostitution, die städtische Organisation des Gewerbes, dessen soziologische Bedeutung für junge Männer sowie die kirchenrechtliche und moralische Bewertung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Mittelalter, Prostitution, Stadtgeschichte, Frauenhaus, moralische Ordnung und kirchenrechtliche Duldung.

Warum war das Bordell laut der Autorin ein "regulierender Faktor" für die Gesellschaft?

Die Autorin argumentiert, dass die Prostitution durch ihre Institutionalisierung dabei half, sexuelle Spannungen in der Bevölkerung zu kanalisieren und die Ehe als Institution zu schützen.

Welche Bedeutung hatte das „rote Bändchen“ für Prostituierte?

Es diente als Erkennungsmerkmal für Kunden, das sowohl vor ansteckenden Krankheiten schützen sollte als auch eine klare Markierung der Prostituierten nach kirchenrechtlichen Vorbildern darstellte.

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Details

Title
Prostitution im Mittelalter
College
http://www.uni-jena.de/
Course
Kulturgeschichte der Sexualität
Grade
2,0
Author
Franziska Schau (Author)
Publication Year
2008
Pages
10
Catalog Number
V112559
ISBN (eBook)
9783640118052
Language
German
Tags
Prostitution Mittelalter Kulturgeschichte Sexualität Jericho
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Schau (Author), 2008, Prostitution im Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112559
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