Erklärung
Hiermit versichere ich, die vorliegende Arbeit selbständig und ohne unerlaubte Hilfsmittel angefertigt zu haben. Die verwendete Literatur und die sonstigen Hilfsmittel sind vollständig angegeben.
Zornheim, 30. August 2002
I
Inhaltsverzeichnis
Erkl ärung I
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis. VI
Verwendete Abkürzungen. VII
1 Einleitung 1
1.1 Die Problemstellung. 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2 Grundlagen zur Informationsasymmetrie und Qualitätsunkenntnis 4
2.1 Informationsdefizite der Marktteilnehmer. 4
2.2 Ausprägungen und mögliche Folgen asymmetrischer Information. 6
2.2.1 Adverse Selektion. 6
2.2.2 Moral Hazard 7
2.3 Die Zunahme der Informationsasymmetrie aufgrund der Qualitätsunkenntnis. 9
2.3.1 Neoklassisch- homogene Güter 10
2.3.2 Such- bzw. Inspektionsgüter. 10
2.3.3 Erfahrungsgüter. 11
2.3.4 Vertrauens- bzw. Glaubensgüter. 12
2.4 Thorethische Lösungsmöglichkeiten 12
2.4.1 Marktinterne qua litätssichernde Institutionen. 13
2.4.1.1 Signaling 13
2.4.1.2 Screening. 18
2.4.2 Wirtschaftspolitische Maßnahmen. 20
2.4.2.1 Die Einführung von Informationspflichten. 20
2.4.2.2 Qualitäts- und Sicherheitsstandards. 21
2.4.2.3 Staatliche Zulassungsbefähigungen. 21
2.4.2.4 Die Verpflichtung zu Gewährleistungs- bzw. Haftungsregelungen 22
2.4.2.5 Die Produzentenhaftung. 23
II
3 Status quo der Kfz-Branche vor Umsetzung der Schuldrechtsreform. 24
3.1 Zuordnung des Gutes "Kfz" in bezug auf die Qualitätsunkenntnis 24
3.2 Die Beziehungsstruktur in der Kfz-Branche 26
3.2.1 Der Aufbau und die Entwicklung der Beziehungsstruktur in der
Wertsch öpfungskette vom Teilelieferanten zum Automobilhersteller 26
3.2.2 Der Aufbau und die Entwicklung der Beziehungsstruktur vom
Automobilhersteller zum Kunden. 29
3.2.3 Unsicherheiten und Möglichkeiten der Akteure bei der Kfz-Wartung und -
Reparatur 35
3.3 Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Verminderung der Informationsasymmetrie 43
3.3.1 Marktinterne "freiwillige" Aktionen und Institutionen. 43
3.3.2 Staatliche Maßnahmen. 47
3.4 Fazit zum Status quo der Kfz-Branche 49
4 Die Bedeutung von Gewährleistungs- bzw. Haftungsregelungen zur Lösung von
Informationsasymmetrien in der Kfz-Branche 54
4.1 Die Rechtsfragen beim Neuwagen- und Ersatzteilekauf und deren Wirkung
bez üglich der Qualitätsunkenntnis nach alter Rechtslage 55
4.2 Die Rechtsfragen bei der Kfz-Wartung und -Reparatur und deren Wirkung
bez üglich der Qualitätsunkenntnis nach alter Rechtslage 57
4.3 Erläuterung der relevanten Änderungen und Ergänzungen durch die
Schuldrechtsreform. 60
4.3.1 Der Neuwagen- und Ersatzteilekauf nach neuer Rechtslage 60
4.3.2 Wartung und Reparatur nach neuer Rechtslage 63
5 Denkbare Konsequenzen der Schuldrechtsreform für die deutsche Kfz-Branche 65
5.1 Konsequenzen für die System- und Teilelieferanten. 65
5.1.1 Lieferung von Einzelteilen oder Systemkomponenten an die
Automobilhersteller 65
5.1.2 Der Vertrieb von Ersatzteilen der Teilelieferanten über den freien Teilehandel
an Werkstätten und Do- it- yourself-Kunden. 67
5.2 Anpassungsmaßnahmen der Automobilhersteller 70
5.3 Folgen für die Vertragshändler 76
5.4 Anpassungsmaßnahmen und Probleme im Sektor der Reparatur und Wartung. 80
III
6 Stellungnahmen der Vertragswerkstätten zu den Anpassungsmaßnahmen an die
Schuldrechtsreform. 85
6.1 Vorgehensweise bei der Untersuchung. 85
6.2 Ergebnisse der Stellungnahmen der Vertragswerkstätten. 86
7 Schlussbetrachtung 90
Literaturverzeichnis. 91
Anhang 97
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2.1: Abstufung der Güterarten entsprechend der Qualifikationsunkenntnis
(eigene Darstellung) ........................................................................................10 Abbildung 3.1: Die Instrumente des Signalings (eigene Darstellung) .....................................14 Abbildung 3.1: Ebenen und Lieferbeziehungen der Fertigung eines Automobils (eigene
Darstellung) .....................................................................................................28 Abbildung 3.2: Informationsverhalten von Neuwagen-Käufern 2000/2001 (entnommen aus: DAT-Veedol-Report 2002 S. 17) ....................................................................34 Abbildung 3.3: Prozentuale Aufteilung der Durchführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten (In Anlehnung an: DAT-Veedol-Report 2002 S. 31) ........37 Abbildung 3.4: Ort und Durchführung von Wartungsarbeiten und Reparaturarbeiten nach PKW-Alter (entnommen aus: DAT-Veedol-Report 2002 S. 32) ....................37 Abbildung 3.5: Die Beziehungsstruktur im Bereich Reparatur und Wartung (eigene
Verwendete Abkürzungen
Abs.
ADAC AG AGB ARD a. F. BGB BHG BMW BRD CO
2
DIN EG et al. etc.
EU e. V. ff GDV ggf. GSS GVA GVO i. d. R. IFA ISO KBA
PKW QS S. sog. StVZO TÜV u. a. UWG VII
1 Einleitung
1.1 Die Problemstellung
Zum 01.01.2002 trat die umfangreichste Reform des BGB, die Schuldrechtsreform, in Kraft. Induziert wurde sie durch die Richtlinie 1999/44/EG des Europäischen Parlaments vom 25.05.1999 zu bestimmten Aspekten des Verbrauchsgüterkaufs und der Garantien für Verbrauchsgüter. Es handelt sich also um eine suprastaatliche Maßnahme zum Schutz der Verbraucher im Rahmen der Harmonisierung der R echtsvorschriften aller EU-Mitgliedsstaaten.
In der Idealwelt einer Ökonomie mit vollkommener Konkurrenz existiert aber keine Notwendigkeit für verbraucherpolitische Maßnahmen, und unter der Voraussetzung vollständiger Konkurrenz behindern sie den Markt unnötig. 1 Diese Annahme kann aufrecht erhalten werden, solange die Wirtschaftssubjekte vollkommene Informationen über alle für ihre jeweilige Entscheidung relevanten Marktdaten haben. Bei dieser symmetrischen Information zwischen Anbietern und Nachfragern sorgt allein der Preismechanismus für eine optimale Bereitstellung der Güter. 2
In der Realität des heutigen Wirtschaftslebens kann ein derartiges, auf vollkommener Information basierendes Verhalten der Wirtschaftssubjekte nicht erwartet werden. Die Konsumenten und Intermediäre können sich unmöglich im Sinne der traditionellen Preistheorie r ational verhalten und sich eine Übersicht über sämtliche Güter, deren Anbieter, Preise und Qualitäten verschaffen. Verursacht wird dieses Informationsdefizit durch die Komplexität der Produkte und die große Zahl von Anbietern, Produkten und Produktvarianten mit denen sie konfrontiert werden. 3
Wenn die Konsumenten oder Intermediäre die Qualität eines Produktes oder einer Dienstleistung aber nicht leicht verifizieren können, dann tendieren einige Anbieter dazu, Güter schlechter Qualität anzubieten oder nur mit geringer Sorgfalt eine Dienstleistung auszuführen, ohne den Preis anzupassen. 4 Dieses Verhalten aufgrund asymmetrischer Information und die damit verbundenen Transaktionskosten können zu Fehlallokationen führen und das effiziente Funktionieren eines Marktes erheblich beeinträchtigen.
1 Vgl. Vahrenkamp (1991), S. 9.
2 Vgl. Emons (2001), S 664.
3 Vgl. Lamouroux (1979), S. 17.
4 Vgl. Milgrom u. Robert (1992), S. 167.
1
Mit der vorliegenden Arbeit soll das Ziel verfolgt werden, die aus der asymmetrischen Information resultierenden Organisationsprobleme und die daraus generierten Lösungsmöglichkeiten in der deutschen Kfz-Branche zunächst zu beschreiben.
Die Wirkung der Schuldrechtsreform, als staatlicher Maßnahme zur Vermeidung bzw. Verminderung dieser Informationsasymmetrien, soll untersucht und anhand einer Befragung verifiziert werden. Ausgehend von praktizierten Maßnahmen zur Verringerung der Qualitätsunkenntnis und der alten Gesetzeslage werden die vom Gesetzgeber neu eingebrachten Rechts-vorschriften mit den für die Akteure positiven und negativen Änderungen im Rahmen der Institutionsökonomie diskutiert. Basierend auf der Käufer/Verkäufer-Beziehung zwischen dem Kunden und dem Vertragshändler sowie der Werkstatt, soll weiterhin geprüft werden, welche Wirkung die Schuldrechtsreform auf die Rollenverteilung d er betroffenen Akteure in der Kfz-Branche hat. Insbesondere sollen dabei potentielle Marktreaktionen in der Kfz-Branche aufgezeigt werden.
1.2 Gang der Untersuchung
Die in der Einleitung vorgestellte Problemstellung soll im zweiten Kapitel anhand theoretischer Grundlagen zunächst allgemein erläutert und um die in der Literatur genannten theoretischen Lösungsmöglichkeiten ergänzt werden. Insbesondere wird dabei eine Differenzierung der Qualitätsunkenntnis der Intermediären und Konsumenten bezüglich der Gütereigenschaften veranschaulicht.
Im dritten Kapitel erfolgt nach einer Einordnung des Gutes "Kfz" bezüglich der Qualitätsunkenntnis, die Vorstellung der Beziehungsstruktur in der Wertschöpfungskette der Kfz-Branche unter Einbeziehung des Wartungs- und Reparatursektors. Die Einflüsse von Abhängigkeiten, Macht- und Informationsasymmetrien sowie Interessenkonflikten der beteiligten Akteure bilden den Mittelpunkt dieser Darstellung. Die hier angewandten Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Verringerung der Informationsasymmetrie der Intermediäre und Kunden werden anschließend erörtert.
Das vierte Kapitel dient einer Gegenüberstellung der alten Rechtslage vor der Schuldrechtsre-form und der neuen Rechtslage danach. Die Darstellung der Rechtsfragen wird dabei verdich-
2
tet auf den Neuwagen- und Ersatzteilekauf sowie die Wartung und Reparatur. Verdeutlicht werden insbesondere die für die Kfz-Branche relevanten Veränderungen und Neuerungen.
Die durch die Schuldrechtsreform induzierten Konsequenzen und Maßnahmen der Akteure in der Kfz-Wertschöpfungskette und im Bereich der Wartung und Reparatur werden in Kapitel fünf diskutiert. Ausgehend von den potenziellen Risiken und Chancen wird untersucht, inwiefern die Schuldrechtsreform eine Verbesserung der Qualitätsunkenntnis und eine Ex-post-Kompensation der Intermediäre und der Kunden ermöglicht und Anreize für marktinterne Lösungsmöglichkeiten schafft.
Eine stichprobenartige Befragung von Vertragshändlern in Kapitel sechs dient einer Verifizierung der Chancen und Risiken der Schuldrechtsreform. Die durchgeführten Maßnahmen und Aktionspotentiale werden mit den in Kapitel fünf dargestellten denkbaren Konsequenzen verglichen.
Die Schlussbetrachtung in Kapitel sieben dient einem kurzen Resümee der Arbeit.
3
2 Grundlagen zur Informationsasymmetrie und Qualitätsun-
kenntnis
Dieses Kapitel dient einer allgemeinen Einführung in die Thematik der Informationsasymmetrie. Die Merkmale und Ausprägungen von Informationsasymmetrien unter besonderer B erücksichtigung der Qualitätsunkenntnis werden hier erläutert, um sie in den späteren Kapiteln, bezogen auf die Kfz-Branche, zu untersuchen.
2.1 Informationsdefizite der Marktteilnehmer
Zur zentralen Prämisse der neoklassischen Theorie mit vollkommener Konkurrenz gehört die Annahme, die Wirtschaftssubjekte besäßen alle für ihre Entscheidung relevanten Informationen. Informationsdefizite in Form von Informationsunvollkommenheit, Unsicherheit, asymmetrischer Informationsverteilung und die Kosten der Informationsbeschaffung werden per se ausgeschlossen. Die Untersuchung der Realität offenbart aber ein Bild, das ohne Informationsmängel der Marktteilnehmer nur schwer zu erklären ist. Häufig ist beispielsweise ein I n-formationsgefälle zwischen den Produzenten und den Konsumenten festzustellen, das gemäß dem klassischen Paradigma nicht existieren dürfte. Die Konsumenten treffen ihre Kaufentscheidung in der Realität, in den meisten Fällen, ohne sich zuvor vollständige Informationen über die Preise und Qualitäten der angebotenen Güter zu beschaffen. 5 Allerdings sind nicht nur die Nachfrager von dem Informationsdefizit betroffen, sondern auch die Anbieter wie beispielsweise Versicherungen und Banken. Dort besteht eine Informationsasymmetrie zu Lasten der Anbieter, da diese die Qualität ihrer Kunden vor Vertragsabschluß nur schwer abschätzen können. Asymmetrische Information kann aber auch auf beiden Marktseiten gleichzeitig bestehen und wird in der Literatur zumeist anhand der Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer dargestellt. 6 Weder kennt der Arbeitgeber die Leistungsfähigkeit des A rbeitnehmers, noch kennt der A rbeitnehmer die spezifischen Anforderungen oder das effektive Arbeitsklima vor Vertragsabschluß. Gerade in der Automobilindustrie entsteht, aufgrund u mfangreicher, freiwilliger Garantien seitens der Hersteller und der Händler häufig diese zweiseitige asymmetrische I nformation. Die Kunden können die tatsächliche Qualität des Kfz nur schwer beobachten, so dass die Hersteller einen Anreiz besitzen, ein suboptimales Qualitäts- 5 Vgl.Lamouroux (1979), S. 10.
6 Vgl. z. B. Meyer (1990), S. 105 oder Vahrenkamp (1991), S. 82.
4
niveau anzubieten. Auf der Seite der Kunden wirken Garantien aber folgendermaßen: Je besser eine Garantie den Kunden vor schlechter Qualität schützt, desto geringer ist sein Anreiz mit dem Gut vorsichtig und sorgfältig umzugehen. Garantiebedingungen schreiben zwar oft die Einhaltung bestimmter Sorgfaltspflichten des Kunden vor, doch diese Aktivitäten sind für die Anbieter in vielen Fällen kaum überprüfbar.
Information ist daher ein wesentlicher Faktor für die Allokationsfunktion der Märkte. Meyer stellt dazu fest: „Die Information wird zum ökonomischen Gut, welches nicht - wie ein freies Gut 7 - kostenlos verfügbar ist, sondern das unter Einsatz von Ressourcen produziert werden muss.“ 8 Zu differenzieren sind dabei zwei Typen von Informationsmängeln, und zwar die Unkenntnis und die Unsicherheit.
Unkenntnis liegt vor, wenn Marktakteure unzureichend informiert sind, aber über Möglichkeiten verfügen, mit entsprechendem Aufwand, Informationen zu beschaffen. Unsicherheit oder Risiko hingegen bezieht sich auf zukünftige Entwicklungen und stellt einen Informationsmangel dar, der auch mit großem Aufwand nicht beseitigt werden kann. 9 Im Folgenden wird die Trennung zwischen Unkenntnis und Unsicherheit aber nicht weiter praktiziert, da staatliche Eingriffe wie die Schuldrechtsreform auf beide Problembereiche g erichtet sind. Zweckmäßiger ist vielmehr eine Differenzierung des Grades der Qualitätsunkenntnis 10 bei verschiedenen Gütern. Die Qualitätsunkenntnis besteht darin, dass eine Marktseite die Qualität eines Gutes bzw. einer Leistung ex ante (vor Vertragsabschluß) besser als die jeweils andere einschätzen kann, oder über die Möglichkeit verfügt, wesentliche transaktionsrelevante Sachverhalte ex post (nach Vertragsabschluß) unbemerkt von und zu Lasten der anderen Marktseite zu verändern. 11 Inwiefern es zu einem Marktversagen aufgrund von Qua-
7 FreieGüter sind so reichlich vorhanden, dass der Mensch seine Bedürfnisse nach ihnen ohne Mühe und Aufwand befriedigen kann.
8 Meyer (1990), S. 104.
9 Vgl. Fritsch et al. (2001), S. 272.
10 Neben der Qualitätsunkenntnis unterscheidet Fritsch noch zwischen der Nutzenunkenntnis und der Preisunkenntnis. Nutzenunkenntnis liegt vor, wenn die Nachfrager die Qualität eines Gutes richtig einschätzen, aber dessen Nutzen nicht hinreichend bestimmen können. Preisunkenntnis hingegen ist gekennzeichnet von einer unvollständigen Information über den markträumenden Preis. Im Rahmen dieser Arbeit werden sowohl die Preisunkenntnis als auch die Nutzenunkenntnis, aufgrund der hohen Preistransparenz der Kfz-Branche und dem hohen Erfahrungswissen mit Kfz, nicht weiter betrachtet.
11 Vgl. Fritsch et al. (2001), S. 272-279.
5
litätsunkenntnis kommt, hängt daher wesentlich von den subjektiven Eigenschaften 12 der G üter ab.
2.2 Ausprägungen und mögliche Folgen asymmetrischer Information
Asymmetrische Information zwischen den Wirtschaftssubjekten ist ein wesentlicher Bestandteil von realen Märkten und daher ein grundlegender Ausgangspunkt für die Interpretation der Aktionen von Marktteilnehmern. Eine zentrale These der informationsökonomischen Theorie besagt, dass das Vorhandensein asymmetrischer Informationsstrukturen zu ineffizienten Marktergebnissen führt. 13 Meyer erklärt dieses ökonomische Problem durch asymmetrische Information damit, dass sie opportunistisches Verhalten ermöglicht und externe Effekte das Auseinanderfallen von Leistung und Gegenleistung verursachen. 14 Zwei Ausprägungen stehen hierbei im Vordergrund: Marktversagen durch "Adverse Selektion" und "Moral Hazard".
2.2.1 Adverse Selektion
Die grundlegende Darstellung für das Phänomen der Adversen Selektion stellt die Arbeit von George Akerlof zum Thema The Market for „Lemons": Quality Uncertainity and the Market Mechanism dar. 15 Anhand des Gebrauchtwagenmarktes zeigt er, wie Erzeugnisse niedriger Qualität jene von hoher Qualität verdrängen.
Akerlof unterstellt eine asymmetrische Informationsverteilung der folgenden Art: Die Verkäufer kennen die Qualität ihres Gebrauchtwagens genau, denn sie haben ihn schließlich einige Zeit gefahren. Die Käufer hingegen besitzen keine Möglichkeit die Qualität vor dem Kauf zu beurteilen. Ihnen erscheinen alle Fahrzeuge des b etrachteten Typs als weitgehend gleich. Ihre Informationen sind lediglich auf die durchschnittliche Qualität des jeweiligen Typs b eschränkt, die sie beispielsweise der Fachpresse entnehmen. Da die Zahlungsbereitschaft der Nachfrager sich an der durchschnittlichen Qualität der Fahrzeuge orientiert, ziehen die Besitzer von Fahrzeugen mit überdurchschnittlicher Qualität ihr Angebot zurück, so dass die Qualität der Fahrzeuge sinkt. Diese Verringerung der durchschnittlichen Qualität senkt die Zah- 12 Untersubjektiven Eigenschaften der Güter wird hier die individuelle Wahrnehmung der Marktakteure verstanden.
13 Vgl. Vahrenkamp (1991), S. 39.
14 Vgl. Meyer (1990), S. 104.
15 Vgl. Akerlof (1970), S. 489-500.
6
lungsbereitschaft der Nachfrager, wodurch wiederum die höchsten Qualitäten ausscheiden. Dieser Mechanismus kann sich so lange fortsetzen, bis es zu einem Zusammenbrechen des Marktes kommt, wenn nur noch qualitativ schlechte Autos angeboten werden. Der Akerlof´sche Lemon-Market ist ein extremes Beispiel für die Ineffizienz eines Handels unter asymmetrischer Informationsverteilung. Dennoch gehört er zu einem der meist zitierten Aufsätze der Informationsökonomie, da sich die qualitätsverdrängende Wirkung durch einen scharfen Wettbewerb weiter verstärkt: Geringe Gewinnmargen der Anbieter hoher Qualität forcieren den Selektionsprozess zusätzlich. 16
Charakteristisch für den Prozess der Adversen Selektion ist die durch Informationsasymmetrie bedingte mangelnde Fähigkeit der Nachfrager, zwischen Anbietern verschiedener Qualitäten vor dem Kauf diskriminieren zu können. Varian bezeichnet dieses Problem daher auch als "Hidden Information", da eine Marktseite die Qualität der Güter der anderen Marktseite nicht beobachten kann. 17 Allerdings kann eine Adverse Selektion nur auftreten, wenn es für Anbieter höherer Qualitäten keinen Anreiz oder keine Möglichkeit gibt, sich glaubhaft von den Anbietern geringerer Qualität abzusetzen. 18
Die Konsequenz aus diesem durch asymmetrische Information u nd opportunistischem Verhalten der Anbieter induziertem Selektionsprozess ist die Tatsache, dass Verträge nicht zustande kommen, obwohl der Tausch unter der Annahme von vollkommener Konkurrenz für beide Vertragsseiten vorteilhaft wäre.
2.2.2 Moral Hazard
Moral Hazard bedeutet im Gegensatz zur Adversen Selektion, dass opportunistisches Verhalten nach Vertragsabschluß zu Marktproblemen führt. Dabei kann eine Marktseite die transaktionsrelevanten Fakten verändern, ohne dass dies für die andere Marktseite erkennbar ist. 19 Varian bezeichnet diese bewusste Manipulation daher als "Hidden Action". 20 Die Anbieter können die Qualität ihrer Produkte, anders als im Akerlof´schen Gebrauchtwagenmarkt, selbst
16 Vgl. Vahrenkamp (1991), S. 40.
17 Vgl. Varian (1995), S. 596.
18 Vgl. Vahrenkamp (1991), S. 40.
19 Vgl. Fritsch et al. (2001), S. 279.
20 Vgl. Varian (1995), S. 596.
7
bestimmen. Unter der Annahme vollständiger Information würde die Zahlungsbereitschaft der Nachfrager auf jede Qualitätsänderung reagieren. Das Vorliegen einer asymmetrischen I n-formationsstruktur bedeutet dann, dass die Nachfrager die Qualitätsentscheidung der Anbieter nicht beobachten und die wahre Qualität erst nach dem Kauf feststellen können. 21 Opportunistisches Verhalten der Anbieter kann, unter der Voraussetzung, dass sich die Zahlungsbereitschaft der Nachfrager wiederum nur an der durchschnittlich erwarteten Qualität orientiert, zu einer verdeckten Qualitätsverschlechterung führen. Unter der Annahme, dass die Käufer die Qualität der Güter oder Leistungen, die sie nachfragen, nicht ohne großen Aufwand verifizieren können, besteht ein tendenzieller Anreiz der Anbieter eine gute Qualität vorzutäuschen und gleichzeitig durch die Wahl einer geringeren Qualität ihren Gewinn zu erhöhen. Sie substituieren also gute Qualität gegen schlechte Qualität oder praktizieren eine zu geringe Sorgfalt bei der Ausführung einer Leistung. 22
Milgrom und Roberts folgern daraus, dass in einer Situation in der die Träger von kritischen Informationen andere Interessen verfolgen als die Entscheidungsträger und die ersten nicht alle Informationen bereitstellen, die für eine richtige Entscheidung wichtig sind, es zu Effizienzverlusten kommen kann. 23 Das in der Literatur 24 genannte klassische Beispiel dazu ist der Markt für Versicherungen. Die Informationsasymmetrie ist hier zu Lasten des Verpflichteten (der Versicherung) geben, da diese de facto keine Möglichkeit hat die Sorgfalt des Versicherungsnehmers h inreichend zu überprüfen. Im Fall einer Versicherung gegen Fahrraddiebstahl kann der Versicherungsnehmer die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schadenshöhe durch sein Handeln selbst bestimmen. Zudem hat er im Rahmen einer perfekten Versicherung, die den Schaden vollständig ersetzt, keinen Anreiz das Fahrrad abzuschließen oder ein hochwertiges Schloss zu verwenden.
Die Konsequenzen eines solchen Verhaltens hängen davon ab, in welchem Ausmaß die schlechter informierte Marktseite Qualitätsverschlechterungen antizipiert oder auf mangelhafte Produkte reagiert. Im extremsten Fall sinkt die Zahlungsbereitschaft auf das mit der nied- 21 Vgl.Vahrenkamp (1991), S. 41.
22 Vgl. Milgrom u. Robert (1992), S. 167.
23 Vgl. Milgrom u. Robert (1992), S. 167.
24 Vgl. z. B. Varian (1995), S. 594.
8
rigstmöglichen Qualität verbundene Niveau, so dass es wiederum zu einer negativen Auslese kommen kann oder sogar kein Markt mehr existiert. 25
2.3 Die Zunahme der Informationsasymmetrie aufgrund der Qualitätsunkenntnis
Das Phänomen der in Kapitel 2.1 beschriebenen Qualitätsunkenntnis ist wesentliche Grundlage für die Adverse Selektion als auch für das Moral-Hazard-Verhalten. Charakteristisch für die Qualitätsunkenntnis ist die unzureichende Wahrnehmung und Bewertung der Eigenschaften eines Gutes durch die Marktteilnehmer. Der daraus resultierende Informationsmangel b eschränkt sich nicht nur auf die Nachfrager oder die Anbieter, sondern kann auch bei sachverständigen Dritten auftreten oder durch diese verursacht werden. 26 Bevor diese Frage vertieft wird, muss eine Abgrenzung der subjektiven Eigenschaften der Güter erfolgen, um nach dem Grad der Qualitätsunkenntnis das Ausmaß der Informationsasymmetrie grob zu differenzieren. In der Literatur werden dazu vier verschiedene Gütertypen mit abnehmender Qualitätskenntnis respektive zunehmender Informationsasymmetrie g enannt. 27 Zunächst kennt man die neoklassisch-homogenen Güter der neoklassischen Wohl-fahrtstheorie, bei der beide Marktpartner über vollständige symmetrische Information verfügen. Anschließend folgen die Such- bzw. Inspektionsgüter, deren Qualität noch vor Vertragsabschluß durch relativ geringen Kostenaufwand (hinreichend) überprüfbar ist. Weiterhin definiert man die Erfahrungsgüter, deren Qualität vor Vertragsabschluß nur durch (prohibitiv) hohen Aufwand zu ermitteln ist. Der Letzte mit der größten Unkenntnis behaftete Typ sind die Vertrauens- bzw. Glaubensgüter. Hier sind die Marktakteure prinzipiell mit dem selben Problem wie bei den Erfahrungsgütern konfrontiert. Darüber hinaus ist aber kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Leistung und Erfolg mehr feststellbar. Diese Differenzierung der Güter ist in Abbildung 2.1 dargestellt.
25 Vgl. Vahrenkamp (1991), S. 41.
26 Vgl. Fritsch at al. (2001), S. 280.
27 Vgl. z. B. Fritsch et al. (2001), S. 272.
9
2.3.1 Neoklassisch-homogene Güter
Dieser Gütertyp entspricht, wie bereits erläutert, dem Modell der neoklassischen Theorie mit vollkommenen Märkten und entsprechend vollständiger Information über die Eigenschaften der betroffenen Güter. Die Homogenität ist gekennzeichnet durch die normierte Qualität und die damit gewährleistete Vergleichbarkeit dieser Güter. „Mineralöle, Erze, Getreide- und Kaf-feesorten stellen Beispiele hierfür dar“. 28 Die spezifische Qualität kann ex ante zu relativ g eringen Kosten erfasst werden. 29
2.3.2 Such- bzw. Inspektionsgüter
Bei Such- bzw. Inspektionsgütern ist ein geringer Grad an Informationsasymmetrie vorhanden. Allerdings lässt sich die Qualität dieser Güter durch relativ geringen Kostenaufwand vor dem Kauf prüfen. Fritsch zeigt exemplarisch das bei Möbelstücken wie Tischen und Stühlen eine ggf. ex ante vorhandene Informationsasymmetrie durch einfaches Anschauen oder Aus-
28 Fritschet al. (2001), S. 277.
29 Die aktuelle Diskussion um den Nachweis mit Nitrofen verseuchten Lebensmitteln zeigt aber, dass die aufgeführten Beispiele dennoch recht hohe Kosten zwecks Verifizierung der Qualität aufweisen können bzw. spezifische Untersuchungsverfahren nicht jedem Nachfrager zugänglich sind.
10
probieren eliminiert werden kann. 30 Allgemein gehört die Majorität der Konsum- und Verbrauchsgüter zu den Such- bzw. Inspektionsgütern.
Das Kernproblem bei Such- bzw. Inspektionsgütern ist fixiert auf die Frage, ob der Preis der beobachteten Qualität angemessenen ist, denn die bei homogenen Gütern praktizierte Assoziation von einem hohen Preis konkludent auf eine gute Qualität zu schließen, verliert hier ihre Gültigkeit. Potenziell können damit hohe Transaktionskosten entstehen. Für einen Konsumenten zum Beispiel, der einen Anzug kaufen möchte, wird es zwar nicht wesentlich komplizierter sein den Schnitt und die Verarbeitung des Anzuges zu beurteilen, als den Preis des betreffenden Gutes zu erfahren, die Beurteilung der Qualität wird jedoch wesentlich mehr Zeit er-fordern als die Erfragung des Preises. Es entstehen daher Mehrkosten in Form von Opportunitätskosten der Zeit. 31
2.3.3 Erfahrungsgüter
Die Qualität von Erfahrungsgütern ist ex ante nicht oder nur durch prohibitiv hohen Aufwand zu ermitteln. De facto ist ein Urteil über die qualitativen Eigenschaften daher erst nach dem Kauf bzw. Konsum möglich. Das Risiko unwillentlich ein schlechtes Gut zu erwerben, ist aufgrund der verstärkten Informationsasymmetrie auf ein recht hohes Niveau gewachsen. Ein Konsument kann die Qualität eines Restaurants oder eines Friseurs kaum beim Betrachten sicher beurteilen. Erst nach dem Essen in einem Restaurant, also ex post, kann ein qualitätsbestimmendes Urteil gefällt werden. Zwar ist es im Fall des Restaurants theoretisch möglich, sich die Information über die Qualität durch eine Art Inspektion zu verschaffen, indem man ein Testinstitut mit der Prüfung beauftragt, die Kosten dieser Art der Informationsbeschaffung wären jedoch in der Regel um ein vielfaches höher als der Kaufpreis eines Essens in dem Restaurant. 32
Eine Qualitätsprüfung der Leistung eines Friseurs ist ex ante nahezu unmöglich. Mit Hilfe eines Computers kann die Wirkung verschiedener Frisuren oder Farben zwar noch ohne großen Aufwand ermittelt werden, die eigentliche Werkleistung des Friseurs wird dadurch aber nicht erfasst. Der Konsument beschafft sich die Information dann durch Erfahrung, wenn die Informationsbeschaffung durch Inspektion zu teurer ist. 33 Erfahrungsgüter zeichnen sich a l-
30 Vgl.Fritsch et al. (2001), S. 277.
31 Vgl. Lamouroux (1979), S. 133-134.
32 Vgl. Lamouroux (1979), S. 134.
33 Vgl. Lamouroux (1979), S. 135.
11
lerdings, wie die zwei zuvor genannten Gütertypen, dadurch aus, dass ein eindeutiger Z usammenhang zwischen Leistung und Erfolg bzw. Nutzen besteht.
2.3.4 Vertrauens - bzw. Glaubensgüter
Vertrauens- bzw. Glaubensgütern haftet prinzipiell das selbe Problem wie Erfahrungsgütern an: Die Qualität ist ex ante nur unter erheblichem Kostenaufwand zu ermitteln. Allerdings bleibt die Informationsasymmetrie in den meisten Fällen auch nach dem Ge- oder Verbrauch im selben Maße bestehen. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Leistung und Erfolg ist nicht mehr zwingend gegeben, so dass sich die Qualität des Gutes ggf. nie zuverlässig ermitteln lässt. Beispielsweise kann nicht bei allen ärztlichen Behandlungen oder der Einnahme von Medikamenten eine Kausalität bezüglich der Heilung aufgrund oder trotz der Therapie nachgewiesen werden. 34 Die Qualität von Vertrauens- bzw. Glaubensgütern ist nach dem Konsum des Gutes eventuell auch deshalb nicht eindeutig bestimmbar, weil sie von einer Reihe nicht beobachtbarer bzw. schwer kontrollierbaren Größen abhängt. 35 Die Wirkung e ines Airbags kann zum Beispiel nicht verifiziert werden, ohne die pyrotechnischen Komponenten zu zerstören. Statt eines Tests vertraut der Kunde vielmehr auf die Funktionsfähigkeit, denn aufgrund der Komplexität einer Airbagentfaltung, die heute unter anderem auch vom Gewicht der Person auf dem jeweiligen Fahrzeugsitz abhängt, kann der Kunde mit den gegebenen Mitteln die Prüfung nicht durchführen.
Es existiert also offensichtlich ein Kontrollproblem, so dass der besser informierte Leistungsersteller einen Handlungsspielraum hat, da der Erfolg und der eigene Aufwand keiner unmittelbaren Kausalkette unterliegen.
2.4 Thorethische Lösungsmöglichkeiten
Marktprobleme aufgrund asymmetrischer Information sind häufig durch opportunistisches Verhalten einer oder sogar beider Marktseiten induziert, wie die Beispiele von Moral Hazard und der Adversen Selektion gezeigt haben. Es können aber, wie in Kapitel 2.3 dargestellt, Gütertypen differenziert werden bezüglich des Grades der Informationsasymmetrie und der damit verbundenen Qualitätsunkenntnis.
34 Vgl. Fritsch et al. (2001), S. 278.
35 Vgl. Fritsch et al. (2001), S. 278.
12
Bei neoklassisch-homogenen Gütern sind alle Marktakteure vollständig symmetrisch informiert, und bei Such- bzw. Inspektionsgütern kann die Asymmetrie ohne Risiko und mit g eringem Kostenaufwand beseitigt werden. Für diese Güter sind lediglich die Opportunitätskosten der Zeit signifikant, denn Unsicherheiten über die Qualität der Güter führen nur in seltenen Fällen zu Marktproblemen. Die Kosten der Informationsbeschaffung können bei Erfahrungsgütern aber bereits exorbitant ansteigen. Dennoch darf eine wichtige Tatasche dabei nicht vernachlässigt werden: Firmen betreten im Allgemeinen nicht nur für eine Periode den Markt! Auf vielen Märkten bestehen längerfristige Geschäftbeziehungen und die Konsumenten sammeln mit den erworbenen Gütern Erfahrungen, die sie an andere Verbraucher weitergeben oder bei späteren Kaufentscheidungen berücksichtigen, so dass die Unsicherheit durch Informationsasymmetrien zumindest verringert wird, ohne eine Etablierung zusätzlicher Institutionen. 36 Die Vertrauens- bzw. Glaubensgüter werden indessen, ohne ergänzende Maßnahmen, mit einer hohen Qualitätsunkenntnis behaftet bleiben.
Unter diesen Umständen hat sich ein unfangreiches Maßnahmenbündel zur Vermeidung bzw. Verringerung der Marktprobleme durch Informationsasymmetrien gebildet. Im Fordergrund der weiteren Untersuchung steht daher zunächst eine Unterscheidung nach marktinternen und wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Milderung der Marktprobleme durch Informationsasymmetrien. Alle dargestellten Maßnahmen lassen sich aber zusätzlich bezüglich ihrer Wirkung auf zwei Ausprägungen verdichten: Erstens gibt es die ex ante-wirkenden Maßnahmen zur effektiven Verringerung der Informationsasymmetrie, und zweitens, die ex post wirkenden Maßnahmen, die den Nutzenverlust durch eine Kompensation begrenzen.
2.4.1 Marktinterne qualitätssichernde Institutionen
2.4.1.1 Signaling
Signaling beschreibt eine Strategie, in der die besser informierte Marktseite dem anderen Marktakteur freiwillig Informationen über die Qualität der Güter oder voraussichtliche Verhaltensweisen zur Verfügung stellt. Ein solcher Anreiz, sich durch Qualitätssignale als Qualitätsanbieter zu offenbaren, besteht insbesondere für die Produzenten hoher Qualitäten. 37 D azu kann die besser informierte Marktseite verschiedene Instrumente nutzen. Die wichtigsten dieser Instrumente sind in Abbildung 2.1 aufgeführt und werden im Folgenden kurz vorgestellt:
36 Vgl. Vahrenkamp (1991), S. 43.
37 Vgl. Vahrenkamp (1991), S. 54.
13
Arbeit zitieren:
Christian Roßmann, 2002, Die Wirkung der Schuldrechtsreform auf den deutschen Kfz-Handel, München, GRIN Verlag GmbH
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Prozesscontrolling im Auftragsabwicklungsprozess eines Kfz-Reparaturbe...
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