INHALTSVERZEICHNIS
LITERATURVERZEICHNIS. IV
A) EINLEITUNG. 1
I. LEBENSLAUF VON FRANCISCO DE VITORIA 1
II. ZEITGESCHICHTLICHE EINORDNUNG 3
III. QUELLENLAGE, TEXTBEFUND, DATIERUNG, ZIELGRUPPE. 4
1. Die ordentlichen Vorlesungen 4
2. Die Relectiones 6
3. Die deutsche Übersetzung. 7
B) HAUPTTEIL 8
I. FRAGESTELLUNG:„THOMAS-REZEPTION / THOMAS-EVOLUTION“? 8
II. ERLÄUTERUNG BZGL. DER „BELLUM IUSTUM“ - LEHRE. 8
1. Legitime Autorität 8
a) Traditioneller Begriff und Notwendigkeit der Aktualisierung 8
b) Das Gemeinwesen 9
aa) Das naturrechtlich begründete Gemeinwesen. 10
bb) Folgen der naturrechtlichen Ableitung des Gemeinwesens 11
cc) Revidierung der politischen Theologie mit aristotelischem
Gedankengut 12
2. Gerechter Grund 13
a) Erlittenes Unrecht als gerechter Kriegsgrund 13
b) Der weite Begriff „bellum“ 13
c) Die Ausweitung der Strafgewalt des Fürsten. 14
d) Herkunft einer universell verbindlichen Rechtsordnung 15
aa) Interpretation des Begriffes „orbis“ 15
bb) Das ius gentium als Rechtsgrundlage. 15
cc) Die Völkergemeinschaft als Gesetzgeber 16
e) Die Rolle der Fürsten innerhalb der Völkergemeinschaft 16
III. ANLAGE DER VERSCHIEDENEN ASPEKTE DES BEIDERSEITS
GERECHTEN KRIEGES IM TEXT „DE BELLO“ 17
1. Das Gerichtsverfahren. 17
a) Die Richterrolle der Fürsten 17
b) Die Mitverantwortung des Volkes bzgl. des gerechten Grundes
19
2. Der beiderseits gerechte Krieg 22
a) Die einzelnen Bestandteile 22
b) Folgen der Möglichkeit eines beiderseits gerechten Krieges 23
II
c) Erweiterung der „bellum-iustum“ - Lehre gegenüber Thomas 23
d) Nicht erörterte Folgeprobleme 24
e) Der besondere Reiz der Scholastik. 24
)C SCHLUSS 25
I. DIE NATURRECHTLICH BEGRÜNDETE UNIVERSALORDNUNG. 25
II. KRIEG ALS PROBLEM DER „IUSTITIA“ 26
III. ENTWURF EINER UNIVERSELLEN RECHTSORDNUNG. 26
IV. DIE VERANTWORTUNG DER FÜRSTEN 26
V. ERWEITERUNG DER „BELLU-MIUSTUM“ - LEHRE. 27
III
Literaturverzeichnis
Quellen:
VITORIA, F. de, Comentarios a la Secunda secundae de S. Th. Quaestio XL, de bello, in: JUSTENHOVEN, H.-G.-STÜBEN, J., (Hrsg.), Kann Krieg erlaubt sein?, Stuttgart 2006, S.78-107 [zitiert: VITORIA, De bello]
VITORIA, F. de, De potestate civili, in: HORST, U. -JUSTENHOVEN, H.-G., - STÜBEN,J., (Hgg.),
Vorlesungen I, Stuttgart 1995, S. 42-57 [zitiert: VITORIA, Vorlesungen I, de potestate civili]
VITORIA, F. de, Comentarios a la Secunda secundae de Santo Tomás, Quaestio LVII Art. 3, in: DE HEREDIA, B. (Hrsg.), Comentarios a la Secunda secundae de Santo Tomás, Salamanca 1932-35 [zitiert: VITORIA, Quaestio LVII]
Literatur:
BÖCKENFÖRDE, E.-W., Geschichte der Rechts- und Staatsphilosophie. Antike und Mittelalter, Tübingen 2002 [zitiert: BÖCKENFÖRDE, Rechts-und Staatsphilosophie]
DECKERS, D., Gerechtigkeit und Recht. Eine historisch-kritische Untersuchung der Gerechtigkeitslehre des Francisco de Vitoria, Freiburg 1991 [zitiert: DECKERS, Gerechtigkeit und Recht]
FÜHRER, W., Spätscholastik und Völkerrecht, F. de Vitorias Beitrag zum politischen Denken der Neuzeit, in: Spaniens Beitrag zum polit. Denken in Europa um 1600, MATE, R. - NIEWÖHNER, F., (Hgg.), Tübingen 1994, S. 181-196
[zitiert: FÜHRER, Spätscholastik und Völkerrecht]
HORST, U. Leben und Werke Francisco de Vitorias, in: HORST, U. - JUSTENHOVEN, H.-G., -STÜBEN, J.,
(Hgg.), Vorlesungen I, Stuttgart 1995, S. 14-98 [zitiert: HORST, Leben und Werke]
IV
JANSSEN, D. , Die Theorie des gerechten Krieges im Denken des F. de Vitoria, in: Die Ordnung der Praxis, GRUNERT, F. - SEELMANN, K., (Hgg.), Tübingen 2001, S. 205-243
[zitiert: JANSSEN, Theorie des gerechten Krieges]
JUSTENHOVEN, H.-G., Francisco de Vitoria zu Krieg und Frieden, Theologie und Frieden 5, Köln 1991 [zitiert: JUSTENHOVEN, Krieg und Frieden]
KÖRNER, A., Art. Francisco de Vitoria, in: KLEINHEYER -SCHRÖDER, Deutsche und europäische
Juristen aus neun Jahrhunderten, 4. Auflage Heidelberg 1996, S. 434-439 [zitiert: KÖRNER, Vitoria]
SCATTOLA, M. Konflikt und Erfahrung. Über den Kriegsgedanken im Horizont frühneuzeitlichen Wissens, in: JUSTENHOVEN, H.-G. - STÜBEN, J., (Hgg.), Kann Krieg erlaubt sein?, Stuttgart 2006, S. 11 - 53 [zitiert: SCATTOLA, Konflikt und Erfahrung]
SCATTOLA, M. Eine innerkonfessionelle Debatte. Wie die Spanische Spätscholastik die politische Theologie des Mittelalters mit der Hilfe des Aristoteles revidierte, in : FIDORA, A. - FRIED, J., u.a., (Hgg.), Politischer Aristotelismus und Religion in Mittelalter und Neuzeit, Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel, Band 23, Berlin 2007, S. 139-161
[zitiert: SCATTOLA: Eine innerkonfessionelle Debatte]
SODER, J., Die Idee der Völkergemeinschaft. Francisco de Vitoria und die philosophischen Grundlagen des Völkerrechts, in: SCHÄTZEL,W. - WEHBERG, H., (Hgg.), Völkerrecht und Politik, Bd. 4, Frankfurt a. M. 1955 [zitiert: SODER, Idee der Völkergemeinschaft ]
STÜBEN, J. Vorwort des Übersetzers, in: HORST, U. -JUSTENHOVEN, H.-G., - STÜBEN, J., (Hgg.), Vorlesungen I, Stuttgart 1995, S.101-111 [zitiert: STÜBEN, Vorwort]
STÜBEN, J., Die Kriegsethik der Spanischen Spätscholastik anhand ausgewählter Quellen, in: JUSTENHOVEN, H.-G.-STÜBEN, J., (Hgg.), Kann Krieg erlaubt sein?, S. 54-77, Stuttgart 2006, S.78-107 [zitiert: STÜBEN, Kriegsethik]
V
UTZ, A.F. Der gerechte Krieg. Francisco de Vitoria zu Krieg und Frieden, in: OCKENFELS, W., (Hrsg.), Ethik des Gemeinwohls, Gesammelte Aufsätze 1983-1997, Paderborn 1998, S. 591-593 [zitiert: UTZ, Ethik des Gemeinwohls]
ZIEGLER, K.-H. Zum „gerechten Krieg“ im späteren Mittelalter und in der Frühen Neuzeit - vom Decretum Gratiani bis zu Hugo Grotius , ZRG RA 122 (2005), S. 177-194 [zitiert: ZIEGLER, Zum „gerechten Krieg“]
ZIMARA, C. Einblicke in die Unterrichtsweise des Franz de Vitoria O.P., in: HÄFELE, G.-M., (Hrsg.) Divus Thomas, Jahrbuch für Philosophie und spekulative Theologie. III Serie, 24. Band, 60. Jahrgang Freiburg in der Schweiz 1946, S. 429-446
[zitiert ZIMARA, Einblicke in die Unterrichtsweise]
VI
A) Einleitung
I. Lebenslauf von Francisco de Vitoria
1. Geburt, Studium, Lehrtätigkeit
Francisco de Arcaya y Compludo wurde 1483 in Burgos (Kastilien) geboren. 1504 trat er als Francisco de Vitoria in den Dominikanerkonvent San Pablo zu Burgos ein. 1 Ca. 1509 begann Vitoria sein Studium in Paris, wo er durch das Kunst- und Philosophiestudium in Berührung mit den Strömungen des Humanismus und Nominalismus kam. Mit Beginn seines Theologiestudiums ca. 1512/13 wurde er maßgeblich von seinem Lehrer und Mitbruder Pierre Crockaert beeinflusst. Mit Crockaert zusammen gab Vitoria den zweiten Teil der „Summa theologica“ des Aquinaten heraus, die Crockaert bereits 1510/12 als Lehrbuch in Paris anstelle der Sentenzen des Petrus Lombardus eingeführt hatte . 1522/23 war Vitoria als Theologielehrer in Valladolid tätig. 2 In einem ordentlichen Berufungsverfahren durch die Studenten wurde Vitoria 1526 als Catédra de Prima auf den bedeutendsten theologischen Lehrstuhl der Universität von Salamanca berufen. 3 Vitoria ersetzte in Salamanca, ebenso wie Crockaert vorher in Paris, die Sentenzen Lombardus durch die mehr Ethik enthaltende „Summa theologica“ des Aquinaten. Damit begann auch in Salamanca der Beginn der Thomasrezeption. 4 Gleichzeitig markierte dies die Einleitung der Spätscholastik, deren bedeutendster Vertreter Vitoria selber war. 5
2. Die Intervention Karls V.
Einen markanten Einschnitt in das Wirken Vitorias bildete die Intervention Karls V. vom 10. Nov. 1539 nach den Vorträgen der Relectiones „de indis“ und „de iure belli“. Grund der Intervention war die vermeintlich übermäßig kritische Behandlung der Rechtslage in den transatlantischen Gebieten der spanischen Krone und die Bewertung der mit der Autorität des Papstes verliehenen Benefizien, nicht nur allein durch Vitoria, sondern auch durch andere Dominikaner. Karl V. befahl dem Prior von St. Esteban die Einleitung einer Untersuchung. Ziel war es, alle Aufzeichnungen
1 JUSTENHOVEN, Krieg und Frieden, S. 9
2 KÖRNER, Vitoria, S. 435
3 BÖCKENFÖRDE, Rechts- und Staatsphilosophie, S. 317,318
4 STÜBEN, Kriegsethik, S. 56
5 KÖRNER, Vitoria, S. 435
1
bezüglich der „unliebsamen“ Themen aufzuspüren und alle Spuren zu tilgen. Jedwede Äußerung, sowohl in mündlicher als auch in schriftlicher Form, wurde unter einen ausdrücklichen Erlaubnisvorbehalt der Krone gestellt. Wie konsequent diese Ahndung befolgt wurde, ist fraglich: Es blieben zwar trotzdem einige Handschriften und Drucke erhalten, aber Vitoria enthielt sich fortan jeder weiteren Beschäftigung mit dieser Materie. 6 Deutlich wird dies auch daran, dass von den 15 Relectiones nur 13 erhalten geblieben sind, was die Vermutung aufkommen ließ, dass die beiden fehlenden Relectiones nie gehalten wurden. 7 Auffällig ist auch die späte Reproduktion der Arbeiten Vitorias. Im Gegensatz zu diesem rabiaten Eingreifen Karls V. stehen seine häufigen Anfragen an Vitoria, zu diversen politischen und juristischen Themen Stellung zu beziehen; so auch noch nach der Intervention geschehen, z.B. im März 1541 bezüglich einer Anfrage zu einem Fall, den Las Casas dem Indienrat vorlegte. 8 Als Zeichen des Vertrauens Karls V. in seinen ständigen Berater Vitoria darf auch die Nomination (1545) für das Konzil von Trient interpretiert werden. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes konnte Vitoria am Konzil nicht mehr teilnehmen und verstarb am 12.08.1546. 9
3. Vitorias Kontakt zum Krieg und der Neuen Welt
Obwohl Vitoria in seinen Vorlesungen und Relectiones die Themen des Kriegsrechtes und der Rechtsprobleme bezüglich der Neuen Welt behandelte, ist er selber in keiner kriegerischen Auseinandersetzung gewesen und hat nie einen Fuß auf den amerikanischen Kontinent gesetzt. Vitoria musste sich hinsichtlich der Situation in den überseeischen Gebieten auf Augenzeugenberichte seiner in Amerika missionarisch tätigen Mitbrüder verlassen. 10 Vitorias Leben spielte sich „mit einer Ausschließlichkeit zwischen Katheder und Kloster, die andere Lebensbereiche nahezu ausschloß“, ab. 11
6 HORST, Leben und Werke, S. 97
7 SODER, Idee der Völkergemeinschaft, S. 19
8 SODER, Idee der Völkergemeinschaft, S. 27
9 KÖRNER, Vitoria, S. 435
10 SODER, Idee der Völkergemeinschaft, S. 24
11 FÜHRER, Spätscholastik und Völkerrecht, S. 181
2
II. Zeitgeschichtliche Einordnung
1. Die Neue Welt
Mit dem vorläufigen Ende der Reconquista der iberischen Halbinsel durch die Eroberung Granadas 1492 und der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus begann das sog. Goldene Zeitalter Spaniens. 12 1493 erließ Papst Alexander VI. die Bulle Inter Caetera, die die Spanier „als Herren über sie [die entdeckten Gebiete] mit voller und unumschränkter Gewalt, Autorität und Oberhoheit jeglicher Art“ 13 ausstattete. Durch Berichte aus der Neuen Welt über das grausame Vorgehen der Konquistadoren dazu bewegt, die eigenen Rechtstitel zu überprüfen, erließ die spanische Krone 1512 zum Schutze der indianischen Bevölkerung die Leyes de Burgos, die jedoch nur geringfügig befolgt wurden. 14
2. Der Beginn der Reformation
Als zweites markantes epochales Ereignis ist der Beginn der Reformation 1517 durch Luthers Veröffentlichung seiner 95 Thesen und damit das „Zerbrechen der mittelalterlichen Einheitswelt“ 15 zu nennen.
3. Kaiser Karl V.
Zwei Jahre später vereinigte Karl V. das spanische und habsburgische Erbe in seiner Person und wurde im selben Jahr (1519) zum römisch-deutschen Kaiser gewählt. Er beherrschte damit einen „ungeheuren Machtkomplex“. 16 1521 schloss Cortez die zwei Jahre zuvor begonnene Eroberung des Aztekenreiches ab. 17 Jedoch war der Machtanspruch Karls V. nicht unangefochten und so stand er ab 1525 bis zum Frieden von Cateau Cambrésis (1559) immer wieder in dynastischen Erbstreitigkeiten den französischen Valois und italienischen Bündniskonstellationen gegenüber. 18
12 FÜHRER, Spätscholastik und Völkerrecht, S. 184
13 JANSSEN, Theorie des gerechten Krieges, S. 206
14 JANSSEN, Theorie des gerechten Krieges, S. 207
15 FÜHRER, Spätscholastik und Völkerrecht, S. 185
16 FÜHRER, Spätscholastik und Völkerrecht, S. 184
17 FÜHRER, Spätscholastik und Völkerrecht, S. 186
18 JANSSEN, Theorie des gerechten Krieges, S. 205
3
Arbeit zitieren:
Lennart Schmitt, 2008, Francisco de Vitoria, Comentarios a la Secunda secundae de S. Th. Quaestio XL, de bello, München, GRIN Verlag GmbH
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