Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
1.1 Gegenstand der Proseminararbeit 3
1.2 Methodisches Vorgehen 3
2. Die Rechtfertigungslehre allgemein und ihre Formen 4
2.1 Die Rechtfertigungslehre allgemein 4
2.2 die augustinische Gnadenlehre 5
2.3 Der Pelagianismus 5
2.4 Die paulinische Rechtfertigungslehre 6
2.5 Schlussfolgerungen zu den Rechtfertigungslehren vor Luther 6
3. Die Lutherische Rechtfertigungslehre 6
3.1 Biografischer Kontext 6
3.2 Auslegung von Römer 1, 16-17 7
3.3 Die Anthropologie in der Lutherischen Rechtfertigungslehre 7
3.4 Der Mensch als Sünder 10
4. Persönliche Stellungsnahme 12
4.1 Die Lutherische Rechtfertigungslehre im Spiegel der heutigen Zeit 12
5. Fazit 14
6. Literaturrecherche 16
2
1. Einleitung
1.1 Gegenstand der Proseminararbeit
In der vorliegenden Proseminararbeit wird die Rechtfertigungslehre Martin Luthers aus anthropologischer Sicht betrachtet. Die dazu analysierende These, was auch Kern der Lutherischen Rechtfertigung ist, ist folgende: “Simul iustus et peccator“. Dieser lateinische Satz drückt aus, dass der Mensch ein Gerechter und ein Sünder zugleich ist. Er bildet das Kernstück der lutherischen Freiheitsschrift, die davon handelt, dass der Mensch nicht durch seine Werke gerecht vor Gott wird, sondern durch seinen Glauben. Die Rechtfertigungslehre setzt sich damit auseinander, wie ein Mensch vor Gott gerecht werden kann und, wie das rechte Verhältnis zwischen Mensch und Gott wiederhergestellt werden kann, welches durch die Sünde gestört ist. Diese Proseminararbeit hat sich nun zum Thema gemacht, welche Rolle der Mensch in der lutherischen Rechtfertigungslehre einnimmt und, inwiefern der Mensch unter der Macht der Sünde steht und, wie die Trennung des Menschen von Gott infolge der Sünde durchbrochen wird. Ein weiteres Anliegen der Proseminararbeit ist es, inwieweit sich die Anthropologie der lutherische Rechtfertigungslehre sich in der Rechtfertigungstheologie Pauli, in der Lehre des Pelagianismus’ sowie in der augustinischen Gnadenlehre widerspiegelt, weil diese Lehren als Vorläufer der Rechtfertigungstheologie Luthers gesehen werden können. Nicht unerheblich für die Proseminararbeit ist, welche aktuelle Bedeutung der Anthropologie von Luthers Rechtfertigungstheologie, was das Zentrum der persönlichen Stellungsnahme sein wird. Die Basis der Quellenbezüge bilden im Wesentlichen Luthers Werk “Von der Freiheit eines Christenmenschen“, der Römerbrief des Apostels Paulus sowie mit dazugehörigen Bibelkommentaren, ebenfalls Eberhard Jüngels Buch “Das Evangelium von der Rechtfertigung des Gottlosen als Zentrum des christlichen Glaubens“, sowie Udo Hahns Buch über die Rechtfertigung in seinem Band “Grundbegriffe Christentum“.
1.2 Methodisches Vorgehen
In diesem Punkt wird kurz dargestellt, welcher Gedankengang dieser Proseminararbeit zu Grunde liegt. Im ersten Punkt wird kurz und bündig dargestellt, was im Zentrum der Rechtfertigungslehre steht. Im Anschluss erfolgt ein Überblick über Rechtfertigungslehren, welche einerseits Grundlage der lutherischen Rechtfertigungslehre sind, sowie andererseits, welche im Kontrast zu ihr stehen. Danach wird die lutherische Rechtfertigungslehre vorgestellt und in diesem Zusammenhang wird eine Auseinandersetzung mit der These, dass ein
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Mensch ein Gerechter und ein Sünder zugleich ist, erfolgen. Zum Abschluss erfolgt eine persönliche Stellungnahme vom Verfasser, deren Kern die Bedeutung der lutherischen Rechtfertigungslehre für die heutige Zeit ist.
2. Die Rechtfertigungslehre allgemein und ihre Formen
2.1 Die Rechtfertigungslehre allgemein
Der Begriff Rechtfertigung wird damit verbunden, Gründe für sein eigenes Verhalten anzuführen, um „seine eigene Person in ein rechtes Licht zu rücken“. 1 Sich zu rechtfertigen erfolgt immer vor einer Instanz, wie vor einem Gericht, vor seinem Vorgesetzten im Beruf oder vor Gott selbst. Eine Rechtfertigung besteht demnach aus einem Verhältnis zwischen dem, der sich rechtfertigt und jemanden, vor dem man sich rechtfertigt. Die Rechtfertigungslehre setzt sich mit dem Verhältnis zwischen dem Menschen und Gott auseinander. Die Basis der Rechtfertigung im Christentum ist das rechte Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Diese Beziehung wird durch die Sünde gestört und die Sünde ist das, womit sich der Mensch immer weiter von Gott entfernt. Die Sünde ist so gesehen die Entfremdung von Gott. Sie ist bildlich gesprochen eine den Menschen von Gott trennende Wand. Alles, was den Menschen von Gott trennt, kann somit als Sünde bezeichnet werden. Die Rechtfertigung bedeutet im Grunde genommen, wie diese Trennung überwunden wird, damit das rechte Verhältnis zwischen Gott und Mensch wiederhergestellt ist. Martin Luther äußerte selbst über den Rechtfertigungsartikel, dass “mit dem Rechtfertigungsartikel die Kirche steht und fällt“. Ein weiteres Anliegen der Rechtfertigung ist es, wie der Mensch vor Gott Anerkennung findet. Mit dieser Frage befassten sich schon vor Martin Luther der Apostel Paulus, der Kirchenvater Augustin und der britische Mönch Pelagius. Vor allem die paulinische Rechtfertigungslehre prägte Martin Luthers Verständnis von der Rechtfertigung, aber das wird erst im weiteren Verlauf der Proseminararbeit erläutert. Der nächste Abschnitt stellt in Kürze die Anthropologie der Rechtfertigungslehren dar, welche vor dem lutherischen Rechtfertigungsverständnis entstanden.
----------1 HAHN, U., Grundbegriffe Christentum: Rechtfertigung, 2001, 9
4
2.2 Die augustinische Gnadenlehre
Die augustinische Gnadenlehre geht davon aus, dass alle Menschen durch Adam mit der Erbsünde (“peccatum haereditarium“ 2 ) belastet sind. Demzufolge ist kein Mensch frei von Sünde, so dass jeder Einzelne dem Tode verfallen ist. Der Grundgedanke in dieser Gnadenlehre ist, dass alle Menschen Adams Sündhaftigkeit erben, was für jeden ewige Verdammnis bedeutet. Es wird jetzt schon deutlich, dass der Mensch sich aus seiner Sündhaftigkeit nicht aus eigener Kraft befreien kann. Nach dem Kirchenvater Augustin befreit einzig und allein nur die Taufe den Menschen von der Erbsünde. Das bedeutet, dass Gott in seiner Gnade und durch seine Barmherzigkeit den Menschen erlöst. Die Erlösung gilt nicht allen, sondern nur den Auserwählten. Im Großen und Ganzen wird deutlich, dass sich in der augustinischen Gnadenlehre Ansätze der Prädestinationslehre finden lassen.
2.3 Der Pelagianismus
Die Basis des Pelagianismus’ ist, dass die Erbsünde nicht die menschliche Natur verdirbt, sondern, dass der Mensch eine Selbsterlösungsfähigkeit aufweist. Nach Pelagius lässt es sich daraus schließen, dass der Mensch einen sterblichen Willen hat, womit der zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Demnach ist Adam ein schlechtes Beispiel für einen Menschen und Jesus Christus ein gutes Bespiel für einen Menschen. Des Weiteren besagt der Pelagianismus, dass die gesamte Menschheit die volle Verantwortung für ihr eigenes Seelenheil und ihrer Sünde trägt. Alles im allem lässt sich daraus schließen, dass der Mensch aus eigener Kraft sein eigenes Heil bewirken kann, indem er ohne Sünde ist. („posse sine peccato esse“, dt.: “ohne Sünde sein zu können“)
---------- 2A. AUGUSTIN, Retractationes I, 13,5, CChr. SL 57 38,69
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Arbeit zitieren:
Wilhelm Weber, 2008, Simul iustus et peccator - Die Anthropologie der Rechtfertigungslehre Luthers, München, GRIN Verlag GmbH
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