Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
1. Einleitung. 1
2. Grundzüge der Lernfeldkonzeption. 2
3. Lernfeldkonzeption vs. Fächersystematik. 4
3.1 Stärken der Lernfeldkonzeption im Vergleich zur Fächersystematik. 4
3.2 Schwächen der Lernfeldkonzeption im Vergleich zur Fächersystematik. 6
4. Schlussbetrachtung 9
Literaturverzeichnis. 11
II
1. Einleitung
In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich die Ansprüche der Betriebe an menschliche Arbeit und die Formen der Arbeitsorganisationen kontinuierlich und mitunter stark verändert. „Schlüsselqualifikationen“ ist in diesem Zusammenhang zu einem zentralen Schlagwort avanciert (Lipsmeier, 2002). Als Reaktion auf diese Entwicklung ist der Berufsschulunterricht bereits seit mehreren Jahren auf das Prinzip der Handlungs-orientierung ausgerichtet. Es geht darum, bei den Lernenden eine umfassende Handlungskompetenz auszubilden. Die KMK (2000, S. 9) versteht unter dieser „die Bereitschaft und Fähigkeit des einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten“. Seit Jahren wird diskutiert, wie die Lehrpläne am besten nach der Handlungsorientierung auszurichten seien. Es geht also darum, der Handlungs-orientierung von der Systematisierung her gerechter zu werden, damit eine bessere Entwicklung von Handlungskompetenz möglich gemacht werden kann (Bader, 1998). Der bisherigen Fächersystematik werden dahingehend einige Schwächen konstatiert. Als Reaktion brachte die KMK in ihren Handreichungen für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen vom 9. September 1995 (Stand: 15. September 2000), zur Überraschung vieler, ein neues curriculares Konzept hervor, welches die zum Ziel gesetzte Handlungsorientierung im Berufsschulunterricht besser umsetzbar machen sollte - das Lernfeldkonzept. Überraschend deshalb, weil dies ohne eine öffentliche bildungspolitische Diskussion und auch ohne eine begleitende wissenschaftliche Expertise von außen geschah. Die Lehrpläne, mit ihren Lerninhalten und -zielen, erhielten mit dem Lernfeldkonzept eine entsprechend neue curriculare Struktur (Bader, 1998; Lipsmeier, 2002). Die KMK (2000) versteht in ihren Handreichungen unter einem Lernfeld ein didaktisch aufbereitetes Handlungsfeld. Ganz genau heißt es in den KMK-Handreichungen (2000, S. 14): „Lernfelder sind durch Zielformulierung, Inhalte und Zeitrichtwerte beschriebene thematische Einheiten, die an beruflichen Aufgabenstellungen und Handlungsabläufen orientiert sind“.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich im Folgenden etwas näher mit dem Lernfeldkonzept und stellt dabei die Stärken und Schwächen des Lernfeldkonzepts im besonderen Vergleich zur jahrelang dominierenden Fächersystematik heraus. Zum genaueren Verständnis der Lernfeldorientierung werden vorab noch kurz deren Wesen bzw. Grundzüge dargestellt. Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Hausarbeit noch einmal kompakt zusammen und gibt ein abschließendes Untersuchungsfazit.
1
2. Grundzüge der Lernfeldkonzeption
Mit der Implementierung von Lernfeldern ging einher, dass die Ordnung der Curricula in Zukunft nicht mehr nach der Fächersystematik, sondern nach Tätigkeitsfeldern stattfinden sollte. Wie bereits einleitend erwähnt, war dies auch die zentrale Idee hinter dieser neuen curricularen Struktur. Das Lernfeldkonzept intendiert also einen Perspektivenwechsel von fachsystematischer Profilierung hin zu einer anwendungsorientierten. Festzuhalten ist allerdings auch, dass kein Widerspruch zwischen Fachtheorie und Lernfeldern bzw. daraus abgeleiteten Lernsituationen existiert. Wie schon erwähnt, stellen die Lernfelder in erster Linie neue Ordnungssysteme für das Fachwissen dar (Kremer & Sloane, 2000; Sloane, 2004).
Lernfelder fungieren als Rahmen zur Rekonstruktion von Lebenssituationen und entstehen durch didaktisch begründete Aufbereitung von Handlungsfeldern. Ein Lernfeld stellt somit eine Art methodisch-didaktisches Konstrukt dar, was durch Reflexion und Rekonstruktion beruflichen Handelns gewonnen wird. Handlungsfelder, aus denen die Lernfelder aufbereitet werden, können wiederum als komplexe, d.h. umfassende Aufgabenbereiche bezeichnet werden. Sie fassen ein Bündel von Aufgaben zusammen, die sowohl beruflichen als auch außerberuflichen Charakter aufweisen können. Von einer ausschließlich betriebsspezifischen Entwicklung ist also abzusehen (Kremer & Sloane, 2000; Bader, 1998).
Lernfelder sind offene Vorgaben, die im Zuge der Curriculumentwicklung präzisiert werden müssen. Aus diesem Grund findet die Überführung der Handlungs- in Lernfelder zu einem großen Teil auch in den Schulen statt. Dies hat zur Folge, dass auch die Lehrenden entsprechende curriculare Aufgaben zu übernehmen haben. Die gesamte Institution Berufsschule ist dagegen gefragt, ihre bildungstheoretische Position zu bestimmen und damit eine entsprechend klare Profilierung vorzunehmen (Kremer & Sloane, 2000).
Nach abgeschlossener Präzisierung der Lernfelder sind auf deren Grundlage entsprechende Lernsituationen zu entwickeln. Auch hier sind wieder die Institution Schule und damit auch die Lehrkräfte gefragt. Dabei gilt es zunächst, den Begriff Lernsituation angemessen zu definieren. Es besteht beispielsweise die Möglichkeit, eine Lernsituation ganz einfach mit einem komplexen Lehr-Lernarrangement, wie z.B. einer Fallstudie, gleichzusetzen. Sloane (2004) fasst den Begriff der Lernsituation aber noch enger, was ein besseres Verständnis von Lernsituation ermöglicht. Sloane betont dabei verstärkt die Perspektive des Lernenden. Nach ihm sind Lernsituationen nicht bloß simulierte Tätigkeiten. Es soll vielmehr ein Arbeits- bzw. Tätigkeitsprozess angestoßen werden, der eine entsprechende Lernwirkung nach sich zieht. Im Vordergrund steht also eine Lern-und Veränderungsabsicht.
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Arbeit zitieren:
Timm Ahfeldt, 2008, Stärken und Schwächen der Lernfeldkonzeption im Vergleich zur Fächersystematik , München, GRIN Verlag GmbH
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