II
Inhaltsverzeichnis
Literaturverzeichnis. III
A. Einleitung 1
I. Definition Jugendkriminalität 1
II. Ursachen jugendlicher Delinquenz. 2
III. Intensivtäterdefinition 2
1. Der Intensivtäterbegriff 3
2. Schädliche Neigungen. 3
3. Ergebnis. 4
IV. Ursachen jugendlicher Intensivkriminalität 4
V. Ergebnis. 5
B. Intensivtäterprojekte 6
I. Täterorientierte Konzepte 6
1. Ursachen. 7
2. Zielsetzung 7
3. Kooperationen 8
4. Gefährdetenansprache 8
5. Intensivtäterdefinitionen und Auswahlverfahren 9
a) Kölner Definition und Auswahlverfahren. 9
b) Berliner Definition und Auswahlverfahren 10
6. Ergebnisse der Projektarbeit. 10
7. Stellungnahme. 11
a) Kooperationen 12
b) Auswahlverfahren 12
c) Kandidatenliste. 13
d) Jugendliche mit Migrationshintergrund. 13
e) Untersuchungshaft als Sanktionsmaßnahme. 13
II. Kooperative Projekte 15
1. Zielsetzung 15
2. Schnittstellenanalyse 15
3. Umsetzungsphase 16
a) Frühwarnsystem und Clearingstelle. 17
b) Vorrangiges Jugendstrafverfahren 17
4. Stellungnahme. 18
a) Präventive Maßnahmen. 18
b) Repressive Maßnahmen 19
III. Zielgruppenorientierte Projekte. 20
1. Zielgruppe 20
2. Arbeitsweise 21
3. Erlebnispädagogik. 22
4. Ergebnisse der Projektarbeit. 22
5. Stellungnahme. 22
a) Informelle Sozialkontrolle 23
b) Erlebnispädagogik. 23
C. Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse. 24
D Schlußbetrachtung 26
III
Literaturverzeichnis
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IV
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VI
Polizeiliche Ermittlungskonzepte in: Kriminalistik 2003, S. 500 ff. (zit.: Wolke, Kriminalistik 2003)
1
A. Einleitung
In jüngster Zeit sind jugendliche Intensivtäter in den Fokus der öffentlichen Diskussion getreten. Auch seitens der Politik wird das Thema für Wahlkämpfe instrumentalisiert. Ursächlich dafür sind nicht zuletzt auch Medienberichte über Gewaltexzesse Jugendlicher, die der breiten Öffentlichkeit als Münchener U-Bahnschläger oder Mehmet bekannt sind, und die ein Bild der Ohnmacht der Strafverfolgungsbehörden im Umgang mit diesen jungen Menschen vermitteln. Allerdings repräsentieren solche, aufgrund ihrer Brisanz und Dramatik von den Medien hervorgehobenen und in der Öffentlichkeit besonders intensiv wahrgenommenen Fälle nur einen Bruchteil der häufig bagatellartigen Delikte Jugendlicher.
Diese Arbeit nimmt sich der Thematik jugendlicher Intensivtäter an und zeigt Strategien und Möglichkeiten auf, dieser Erscheinung entgegenzuwirken. Es erfolgt zunächst ein Kurzüberblick über die Ursachen jugendlicher Delinquenz, sodann werden die Kriterien für eine Intensivtäterdefinition erarbeitet und die Ursachen jungendlicher Intensivkriminalität herausgestellt. Im Mittelpunkt steht die Darstellung verschiedener Strategien im Umgang mit Jugendlichen Intensivtätern. In einer vergleichenden Gegenüberstellung wird die täterorientierte Arbeitsweise im Umgang mit jugendlichen Intensivtätern auf polizeilicher bzw. staatsanwaltschaftlicher Ebene vorgestellt. Hiernach wird die Arbeitsweise eines Projekts, dessen Schwerpunkt im Bereich der Koordinierung verschiedener, mit jugendlichen Intensivtätern beschäftigter Einrichtungen liegt, dokumentiert. Zuletzt wird noch ein, auf die Zielgruppe strafunmündiger Kinder ausgerichtetes, präventives Projekt vorgestellt.
Im Ergebnis will diese Arbeit aus dem Vergleich der verschiedenen Strategien, die Vorteile und Defizite der einzelnen Projekte herausstellen und eine Entscheidung für eine vorzugswürdige Strategie treffen.
I. Definition Jugendkriminalität
Jugendkriminalität ist für den Großteil junger Menschen eine normale Begleiterscheinung der biographischen Entwicklung. 1 Sie muß nicht zwangsläufig Ausdruck von Fehlentwicklungen sein. Kennzeichnend ist ihre Ubiquität, also das Vorkommen in allen Schichten der jungen Bevölkerung. 2 Delinquentes Verhalten ist von Episodenhaftigkeit gekennzeichnet. Es bezieht
1 Meier, Kriminologie, § 5, Rn. 60.
2 Laubenthal/Baier, Jugendstrafrecht, S. 7, Rn. 13.
2
sich daher nur auf einen zeitlich begrenzten Lebensabschnitt und bildet sich auf dem Weg der Spontanremission zurück, so daß es regelmäßig im Erwachsenenalter zu keinen Verfehlungen mehr kommt. 3 Bei den begangenen Delikten handelt es sich überwiegend um einige wenige Abweichungen, die sich größtenteils im strafrechtlichen Bagatellbereich befinden. 4 Anders sieht es bei einer kleinen Gruppe Tatverdächtiger und Verurteilter eines jeweiligen Geburtenjahrgangs aus, die mit einer Veilzahl von häufig auch schwereren Straftaten auffallen. Etwa fünf bis zehn Prozent der Täter sind für rund ein Drittel bis manchmal sogar sechzig Prozent aller bekannt gewordenen Taten der jeweiligen Altersgruppe verantwortlich. 5
II. Ursachen jugendlicher Delinquenz
Die Ursachen für delinquentes Verhalten Jugendlicher sind vielschichtig. Die jungen Menschen befinden sich in einer Phase des Übergangs vom Kind zum Erwachsenen. In der Pubertät kommt es nicht nur zur biologischen Entwicklung zum Erwachsenen, sondern auch zu einer mehr oder minder schweren Krise der seelischen Entwicklung, der Jugendliche beginnt Zwang und Autoritäten abzulehnen, zugleich wird er verführbar. 6 Indem er gegen Regeln verstößt, testet er deren Grenzen aus und lernt diese erst richtig kennen. 7 Mit zunehmendem Alter läßt dieses Verhalten nach, der junge Mensch findet Bestätigung und Halt in Beruf und Beziehung, zudem zieht er seine Lehren aus den staatlichen Sanktionen und erkennt Gesetze an. 8 Jedoch darf nicht jede Straftat eines Jugendlichen als Auswuchs pubertären Verhaltens oder als Reaktion auf sich verändernde Umwelteinflüsse angesehen werden. Vielmehr kann hierbei bereits eine frühe Persönlichkeitsstörung zutage treten. 9
III. Intensivtäterdefinition
Im Hinblick auf die Effektivität, der auf den Umgang mit Intensivtätern zugeschnittenen Strategien, ist eine möglichst treffsichere Unterscheidung zwischen vorübergehend auffälligen Jugendlichen und jugendlichen Intensivtätern notwendig.
3 Laubenthal/Baier, Jugendstrafrecht, S. 8, Rn 16 f.
4 Meier, Kriminologie, § 5, Rn. 61.
5 Heinz, Mehrfach Auffällige, S. 34 f.; Kaiser, Kriminologie, § 51, Rn. 12.; Kaiser/Kerner/Sack/Schellhoss, S. 179.
6 Schaffstein/Beulke, Jugendstrafrecht, § 1, S. 5.
7 Schwind, Kriminologie, § 3, Rn. 27.
8 Lösel/Bliesener, S. 10.
9 Schaffstein/Beulke, Jugendstrafrecht, § 1, S. 6.
3
1. Der Intensivtäterbegriff
Der Begriff des Intensivtäters findet sowohl in der Literatur, als auch in der Praxis häufig Verwendung, an einer einheitlichen Definition fehlt es bislang jedoch. 10 Im Schrifttum gelten als Intensivtäter solche Mehrfachdelinquenten, die aufgrund von Art, Schwere, und Häufigkeit des Rechtsbruchs eine besonders hohe Sozialgefährlichkeit gegenüber nur gelegentlich handelnden Rückfalltätern erkennen lassen. 11 Mehrfachtäter sind laut polizeilicher Kriminalstatistik solche Personen, die in einem begrenzten Zeitraum mit mehreren gleich- oder verschiedenartigen Straftaten in Erscheinung getreten sind. 12 Gemeinsam ist allen Definitionen, daß es sich um Straftäter handelt, die über einen längeren Zeitraum eine beträchtliche Anzahl von Straftaten verübt haben. 13
In einigen Bundsländern sind zum Teil eigene Definitionen in Gebrauch. In anderen finden keine landeseinheitlichen Intensivtäterdefinitionen Anwendung oder es werden keine zentralen Angaben erfaßt. Gemeinsames Merkmal der überwiegenden Mehrheit der Definitionen ist die Voraussetzung, daß die Täter im Zeitraum von zwölf Monaten mit mindestens zehn Delikten aufgefallen sein müssen. 14 Hinzu kommen oft noch unbestimmte Kriterien wie eine hohe kriminelle Energie oder die Begehung von Straftaten aus einem festgelegten Deliktskatalog. 15
2. Schädliche Neigungen
Fraglich ist, ob sich, ergänzend zu einer quantitativen Einordnung von Intensivtätern, der Begriff der „schädlichen Neigungen“ gemäß § 17 II JGG heranziehen läßt. Bei „schädlichen Neigungen“ soll es sich nach allgemeiner Auffassung um Mängel handeln, die ohne längere Gesamterziehung die Gefahr der Begehung weiterer Straftaten in sich bergen, die nicht nur gemeinlästig sind oder den Charakter von Bagatelldelikten haben. 16 Regelmäßig werden für das Vorliegen „schädlicher Neigungen“, aufgrund einer subjektiven Einschätzung, persönliche Defizite zugrunde gelegt, die in der Begehung weiterer Delikte zum Ausdruck kommen. 17 Dabei bedarf es nicht der Begehung mehrerer Delikte. Ausreichend ist, daß bereits
10 Walter, Jugendkriminalität, S. 275, Rn. 248; Ostendorf, Jugendstrafrecht, S. 47, Rn. 13.
11 Kaiser/Kerner/Sack/Schellhoss, S. 178.
12 Posiege/Steinschulte-Leidig, Mythos Monsterkids, S. 86.
13 Steffen, Bewährungshilfe 2004, S. 65.
14 Vgl. Posiege/Steinschulte-Leidig, Mythos Monsterkids, S. 89 ff.
15 Porsiege/Steinschulte-Leidig, Mythos Monsterkids, S. 90 f.
16 BGHSt 11, 169, 170; BGH NStZ 2002, 89, 90; BGH Urt. v. 09.08.2001 - 4 StR 115/01, S. 5; Eisenberg, JGG, § 17, Rn. 18a; Schaffstein/Beulke, Jugendstrafrecht, § 22, S. 154.
17 Laubenthal/Baier, Jugendstrafrecht, S. 272, Rn. 678.
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Steffen Rittner, 2008, Neue Strategien im Umgang mit jugendlichen Intensivtätern, München, GRIN Verlag GmbH
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