II
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
1 Einleitung 1
2 Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung 2
2.1 Begriff der Nachhaltigkeit. 2
2.2 Drei Säulen unternehmerischer Nachhaltigkeit. 3
2.3 Kriterien zur Bewertung der Nachhaltigkeit 4
2.4 Nachhaltigkeitsorientierte Wettbewerbsstrategien. 6
3 Entwicklung einer Sustainability Balanced Scorecard (SBS)C 8
3.1 Grundzüge der Balanced Scorecard (BS)C 8
3.1.1 Konzept der BSC. 8
3.1.2 Eignung der BSC für das Nachhaltigkeitsmanagement 10
3.1.3 Übersicht nachhaltiger BSC-Konzepte 11
3.2 Aufbau der Sustainability Balanced Scorecard. 13
3.2.1 Rahmenbedingungen der SBSC 13
3.2.2 Integration von Nachhaltigkeit in die vier Perspektiven. 15
3.2.3 Erweiterung um eine Nicht-Markt Perspektive. 16
3.2.4 Kritische Würdigung der SBSC 17
4 Gestaltung einer SBSC für die BMW AG 19
4.1 Methode der Datenerhebung 19
4.2 Informationen zur BMW AG 19
4.3 Nachhaltigkeitsstrategie der BMW AG 20
4.3.1 Konzeptioneller Ansatz 20
4.3.2 Nachhaltigkeit durch Produktverantwortung 21
4.3.3 Nachhaltigkeit durch Umweltschutz 23
4.3.4 Nachhaltigkeit bei Mitarbeitern und Gesellschaft. 23
4.4 Formulierungsprozess der SBSC 24
4.4.1 Auswahl der strategischen Geschäftseinheit 25
4.4.2 Ermittlung der Umwelt- und Sozialexponiertheit 26
4.4.3 Strategische Relevanz der Nachhaltigkeitsaspekte 30
III
4.4.4 Integration der Nachhaltigkeitsaspekte in die SBSC-
Perspektiven 32
4.4.5 Darstellung der SBSC als Strategy Map 37
4.5 Kritische Würdigung des Fallbeispiels 40
5 Zusammenfassung und Ausblick 41
Literaturverzeichnis 43
__________________________________________________________ IV Abkürzungsverzeichnis: Abb. Abbildung BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BSC Balanced Scorecard CNM Centrum für Nachhaltigkeitsmanagement an der Universität Lüneburg CO 2 Kohlendioxid Diss. Dissertation ebd. ebenda et. al. et alii (lateinisch) = und andere EVA Economic Value Added H. Heft Hrsg. Herausgeber IWÖ Institut für Wirtschaft und Ökologie der Universität St. Gallen Jg. Jahrgang KMU Kleine und Mittlere Unternehmen Nr. Nummer NGO Non-Governmental Organization (Nichtregierungsorganisation) PKW Personenkraftwagen ROCE Return On Capital Employed ROI Return On Investment S. Seite SGE Strategische Geschäftseinheit SBS Sustainable Balanced Scorecard SBSC Sustainability Balanced Scorecard Tab. Tabelle vgl. vergleiche
V
Tabellenverzeichnis :
Tab. 1: Vergleich nachhaltiger Balanced Scorecard Konzepte 12
Tab. 2: Raster zur Ermittlung der Umweltexponiertheit 27
Tab. 3: Raster zur Ermittlung der Sozialexponiertheit 29
Tab. 4: Kennzahlen der Finanzperspektive 33
Tab. 5: Kennzahlen der Kundenperspektive 34
Tab. 6: Kennzahlen der Prozessperspektive 35
Tab 7: Kennzahlen der Lern- und Entwicklungsperspektive 36
Abbildungsverzeichnis :
Abb. 1: Die sechs Kriterien unternehmerischer Nachhaltigkeit.
Abb. 2: Die vier Perspektiven der Balanced Scorecard
Abb. 3: Aufbau einer Sustainability Balanced Scorecard
Abb. 4: Integration in die vier BSC-Perspektiven
Abb. 5: Integration in eine zusätzliche Nicht-Markt-Perspektive.
Abb. 6: Vorgehensweise zur Formulierung einer SBSC
Abb 7: Die SBSC des Fallbeispiels als Strategy Map
___________________________________________________________ 1
1 Einleitung
Auf politischer Ebene wurde Nachhaltigkeit mit dem 1987 erschienen Brundtlandbericht und 1992 auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro als weltweite Handlungsmaxime etabliert 1 . Nachhaltigkeit bedeutet hierbei eine politische und gesellschaftliche Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne die Möglichkeit der Bedürfnisbefriedigung zukünftiger Generationen zu gefährden 2 . Zentrale Punkte sind dabei die Bekämpfung der Armut sowie der Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen 3 .
In den Unternehmen wird die Integration von Umweltschutz und sozialen Zielen häufig kritisch gesehen und oft stellen sie aus Sicht des Managements nur zu vermeidende Kostenfaktoren dar 4 . Falls diese Ziele derzeit auf Unternehmensebene verfolgt werden, geschieht dies meist mit separaten Managementsystemen, die wenig mit den allgemeinen Managementsystemen der Unternehmung verbunden sind 5 . Die Balanced Scorecard bietet jedoch eine Möglichkeit zur Integration dieser Aspekte. Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die Balanced Scorecard als Konzept des nachhaltigen Managements vorzustellen und kritisch zu würdigen. In einer Fallstudie wird eine Sustainability Balanced Scorecard (SBSC) erstellt. Hierzu wird in Kapitel 2 Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung erläutert und im Kapitel 3 die Entwicklung einer Sustainability Balanced Scorecard aufgezeigt. Diese theoretischen Ausführungen werden in Kapitel 4 mit der Gestaltung einer SBSC für die BMW AG an einem Fallbeispiel angewendet. Eine Zusammenfassung und ein Ausblick in Kapitel 5 schließen diese Arbeit ab. ___________________________________________________________
1 Vgl. Klemisch H./Potter P.: Instrumente nachhaltigen Wirtschaftens , 2006, S. 11
2 Vgl. Bieker T.: Normatives Nachhaltigkeitsmanagement , 2005, S. 50
3 Vgl. Schulz W. et al.: Nachhaltiges Wirtschaften in Unternehmen , 2006, S. 59
4 Vgl. Deegen T.: Ansatzpunkte zur Integration, 2001, S. 1
5 Vgl. Figge F. et al.: Sustainability Balanced Scorecard, 2001, S. 7
___________________________________________________________ 2
2 Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung
2.1 Begriff der Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit wurde erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Forstwirtschaft mit dem Gebot, nicht mehr Bäume zu fällen, als der Wald erzeugt, erwähnt 6 . In dem Bericht „Our common Future“ der UN-Kommission für Umwelt und Entwicklung von 1987 (Brundtlandt-Bericht) wird nachhaltige Entwicklung definiert als „Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können 7“ . Nachhaltigkeit kann als ethisches Postulat über intergenerationale und intragenerationale Gerechtigkeit verstanden werden. Während die intergenerationale Gerechtigkeit fordert, dass der Wohlstand von heute nicht zu Lasten einer künftigen Generation gehen darf, ist intragenerationale Gerechtigkeit auf den Vorrang für die Grundbedürfnisse der Ärmsten gerichtet 8 . Als Grundsätze der Nachhaltigkeit können das Prinzip der Kapitalerhaltung und der Dauerhaftigkeit gesehen werden. Dies bedeutet, dass von den Zinsen und nicht vom Kapital gelebt werden soll und dass nicht der kurzfristige Erfolg, sondern langfristige Entwicklungen angestrebt werden sollen 9 .
Wird das Prinzip der Kapitalerhaltung und der Dauerhaftigkeit auf Unternehmen angewendet und werden hierbei neben ökonomischen Aspekten auch ökologische und soziale Belange berücksichtigt, entsteht ein Konzept der dreidimensionalen Wertschöpfung (Triple Bottom Line). Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet in allen drei Dimensionen dauerhaft das wirtschaftliche, natürliche und soziale Kapital mindestens zu erhalten 10 . ___________________________________________________________
6 Vgl. Dyllick T.: Unternehmerische Nachhaltigkeit , 2001, S. 5
7 Weltkommission: Unsere gemeinsame Zukunft, 1987, S. 46
8 Vgl. Arnold W. et al.: Grundlagen und Bausteine einer SBS, 2001, S. 27
9 Vgl. Bieker T. et al.: Management unternehmerischer Nachhaltigkeit, 2001a, S.15-16
10 Vgl. Bieker T./Dyllick T.: Nachhaltiges Wirtschaften, 2006, S. 88
___________________________________________________________ 3
2.2 Drei Säulen unternehmerischer Nachhaltigkeit
Unternehmerische Nachhaltigkeit besteht aus der ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit. Diese können wie folgt beschrieben werden:
Ökologische Nachhaltigkeit verlangt die Erhaltung bzw. Erhöhung der natürlichen Ressourcen z.B. durch Minimierung des betrieblichen Ressourcenverbrauchs und des Energieeinsatzes, Umsteigen von nichtregenerierbaren auf erneuerbare Rohstoffe und Energieträger und Steigerung der Energie-, Rohstoff- und Flächenproduktivität 11 . Darüber hinaus sollen Risiken für Mensch und Umwelt minimiert werden z.B. durch eine Reduzierung der Gefahrstoffe im Betrieb und der Einführung von umweltfreundlichen Produkten und Herstellungsverfahren 12 . Soziale Nachhaltigkeit verlangt die Erhaltung bzw. Erhöhung des innerbetrieblichen Humankapitals, welches aus dem Know-how und der Motivation der Mitarbeiter besteht und des innerbetrieblichen Sozialkapitals, das die Beziehung des Unternehmens zu den Mitarbeitern und die Beziehung der Mitarbeiter untereinander beschreibt. Darüber hinaus erwarten interne und externe Anspruchsgruppen, die so genannten Stakeholder, Beiträge des Unternehmens zum gesellschaftlichen Sozialkapital z.B. durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und Lehrstellen 13 . Ökonomische Nachhaltigkeit verlangt die Erhaltung bzw. Erhöhung des physischen Kapitals, indem die Investitionen mindestens die Abschreibungen ausgleichen sollen. Des Weiteren sollen der Wissensstand und die Lernfähigkeit des Unternehmens und das immaterielle Kapital des Images gegenüber Kunden und der Gesellschaft mindestens gehalten werden 14 . ___________________________________________________________
11 Vgl. Arnold W. et al.: Sustainable Balanced Scorecard, 2003, S. 393
12 Vgl. Schulz W. et al.: Nachhaltiges Wirtschaften in Unternehmen , 2006, S. 63
13 Vgl. Arnold W. et al.: Sustainable Balanced Scorecard, 2003, S. 393
14 Vgl. Arnold W. et al.: Sustainable Balanced Scorecard, 2003, S. 393
___________________________________________________________ 4
2.3 Kriterien zur Bewertung der Nachhaltigkeit
Neben dem Versuch der quantitativen Messung von Nachhaltigkeit 15 haben sich in der Literatur die folgenden Bewertungskriterien etabliert: Öko-Effektivität beschreibt die absolute Verringerung von Umweltschäden. Während relative Verbesserungen, wie z.B. Senkung des Durchschnittsverbrauchs von PKW durch ein stärkeres Ansteigen der Zahl der zugelassenen PKW überkompensiert werden können, ist die Öko-Effektivität ein Maß der Zielerreichung der absoluten Umweltverträglichkeit. Sozio-Effektivität misst die absolute Reduktion sozial unerwünschter und die Steigerung sozial erwünschter Wirkungen von Unternehmen 16 .
Durch Suffizienz können insbesondere Konsumenten zu einer Erhöhung der Öko-Effektivität beitragen, z.B. durch einen Verzicht auf Autos mit einem erhöhten Benzinverbrauch. Ökologische Gerechtigkeit befasst sich mit Problemen, wie z.B. der Tatsache, dass von der Globalisierung vor allem die Industrieländer profitieren, jedoch ein Großteil der hierdurch entstandenen Umweltverschmutzung in den Entwicklungs- und Schwellenländer anfällt. Öko-Effizienz und Sozio-Effizienz setzen die ökologischen Verbesserungen und positiven sozialen Leistungen in Relation zur wirtschaftlichen Wertschöpfung. Hier werden ökologische und soziale Nachhaltigkeit zur Steigerung des finanziellen Erfolgs der Unternehmen instrumentalisiert. Dieses Prinzip wird auch als Business Case oder wertorientiertes Management bezeichnet 17 .
___________________________________________________________
15 Vgl. Arnold W. et al.: Grundlagen und Bausteine einer SBS, 2001, S. 32 u.
Figge F./Hahn T.: Sustainable Value Added, 2002, S. 8-27
16 Vgl. Schaltegger S. et al.: Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen, 2007, S. 15-16
17 Vgl. Bieker T. et al.: Management unternehmerischer Nachhaltigkeit, 2001a, S.21-23 u.
Schaltegger S./Dyllick T.: Nachhaltig managen, 2002, S. 44-49
___________________________________________________________ 5
Abb. 1: Die sechs Kriterien unternehmerischer Nachhaltigkeit
Quelle: Bieker T.: Management unternehmerischer Nachhaltigkeit, 2001a, S. 24
Ein ökonomisch nicht nachhaltiges Umwelt- und Sozialengagement wird jedoch langfristig zu einem Verschwinden der Unternehmung aus dem Markt führen und damit auch ihren Wertbeitrag beenden. Deshalb kann sich auch nur ein ökonomisch orientiertes Umwelt- und Sozialengagement durchsetzen 18 . Neben der wirtschaftlichen Gefährdung des Unternehmens kann als weiterer Grund die Vorbildfunktion von wertorientierten Unternehmen als Benchmark gelten. Darüber hinaus ist nicht-wertorientiertes Management per Definition nicht nachhaltig, da es nicht dem 3-Säulen-Konzept entspricht, nach dem Nachhaltigkeit auf ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten aufgebaut ist 19 . Wertorientiertes Management mit seiner Orientierung auf ökonomische Ziele ist deshalb auch die konzeptionelle Grundvoraussetzung zur Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in allgemeine Managementsysteme, wie der Balanced Scorecard. Alle weiteren Ausführungen in dieser Arbeit basieren auf diesem Paradigma und der Steigerung der Öko-Effizienz und Sozio-Effizienz.
___________________________________________________________
18 Vgl. Schaltegger S./Hasenmüller P: Nachhaltiges Wirtschaften, 2002, S. 73-74
19 Vgl. Figge F. et al.: Sustainability Balanced Scorecard , 2001, S. 10
Arbeit zitieren:
Gerhard Bartl, 2008, Nachhaltigkeit und Balanced Scorecard - Gestaltung und Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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