Pädagogische Hochschule Freiburg
Seminar: Worum geht es in Philosophie und Ethik?
Semester: SS 2008
Albert Camus
Leben und Werk
Björn Glitscher
23. Juli 2008
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Biografie 3
3 Die Philosophie Albert Camus′ 8
3.1 Der Mensch im Zustand des Absurden 8
4 Fazit 13
5 Quellenverzeichnis 14
6 Erklärung 15
1 Einleitung
Albert Camus war ein in Algerien geborener französischer Philosoph und Schriftsteller. Mögen seine Werke heute nicht mehr allzu bekannt sein, so war er doch ein den vierziger und fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts eine bedeutende Persönlichkeit. Seinen größten Erfolg feierte er mit seinem Werk ,,Der Fremde", welches nach wie vor als eines der wichtigsten Werke des Existenzialismus gilt. Camus selbst jedoch bezeichnet sich zeitlebens nicht als Existenzialist, entwickelte er doch eine eigene Philosophie, die sich grundlegend auf das ,,Absurde" beruft, welches in dieser Arbeit näher erläutert wird.
Zahlreiche Werke wurden über Leben und Werk von Albert Camus verfasst, nur die wichtigsten sollen in dieser Arbeit Verwendung finden. Das Hauptwerk, auf welches ich diese Arbeit stütze, wurde von Annemarie Pieper im Jahre 1984 verfasst. Pieper ist eine deutsche Philosophin und lehrte bis 2001 an den Universitäten von München und Basel.
Das Bemerkenswerte an der Philosophie Camus′ ist die enge Verwebung seiner eigenen Biografie mit den Aussagen seiner theoretischen Konstrukte. Stets lässt sich aus seinen Formulierung ein Rückschluss auf sein eigenes Leben ziehen. Dies lässt sich auch daran festmachen, dass er selbst nie von Philosophie sprach, wenn seine Ideen gemeint waren, sondern von Überlegungen.
In dieser Arbeit werde ich also zunächst näher auf das Leben Albert Camus′ eingehen, seinen Werdegang hin vom in ärmlichen Verhältnissen in Algerien aufgewachsenen Jungen hin zum Nobelpreisträger schildern und im zweiten Abschnitt die Grundgedanken seiner Philosophie, ich erlaube mir diesen Begriff zu verwenden, vorstellen.
2 Biografie
Albert Camus wird am 7. November 1913 in Mondovi, Algerien, geboren. Sein Vater Lucien, ein einfacher Fuhrmann, wird zu Beginn des ersten Weltkriegs in die Armee eingezogen und fällt, durch einen Granatsplitter getroffen, am 11. Oktober 1914 in der Marneschlacht. Camus′ Mutter Catherine Hélène versetzte die Nachricht vom Tode ihres Mannes einen folgenschweren Schock: von nun sprach sie kaum mehr und verständigte sich hauptsächlich über Gesten und Gebärden.1 Nach Lucien Camus′ Tod zieht sie mit Albert und seinem älteren Bruder Lucien nach Algier, in das ärmliche Viertel Belcourt, in welchem zahlreiche Nationalitäten, insbesondere aber
1 vgl.: Wieacker-Wolff, S.22f.
3
Araber, Franzosen, Spanier und Italiener aufeinander treffen2, und bestreitet den Familienunterhalt als Putzfrau. Neben ihren Söhnen wohnt auch ihre Mutter, Camus′ Großmutter, mit ihr zusammen und nimmt die Rolle des Familienoberhauptes ein.3
Albert besucht die Grundschule in seinem Viertel. Üblicherweise war nach Abschluss der ,,Ecole primaire" für Kinder seiner Herkunft die Schulkarriere beendet. Einer seiner Lehrer jedoch, Louis Germain, ist von seinen Fähigkeiten überzeugt und bereitet ihn 1923, zunächst gegen den Willen der Großmutter, die schließlich aber doch zustimmt, auf die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium vor,4 welche er im Jahre 1924 besteht.vgl.: Todd, S.31
Auf dem Gymnasium wird Albert sich erstmals der Unterschiede zwischen den Klassen bewusst und, sich für seine Herkunft schämend, versucht, Hänseleien zu entgehen, in dem er der Fußballmannschaft der Universität von Algier als Torwart beitritt und auf Anerkennung hofft.5
1930, kurz vor dem Abitur, leidet Camus mit einem Mal an hohem Fieber, bekommt Erstickungsanfälle und spuckt schließlich sogar Blut. Da er als Kriegswaise ein Anrecht auf kostenlose medizinische Behandlung hat, wird er im Mustapha-Krankenhaus in Algier aufgenommen. Dort diagnostiziert man eine schwere Lungentuberkulose. Für Albert war dies ein schwerer Schlag, der ihn erstmals zu einer intensiven Beschäftigung mit dem Tod führte.6 Nach langem Kampf gegen die Krankheit und schließlich gar mit einem kollabierten Lungenflügel, befindet er sich wieder auf dem Weg der Besserung und wird im Oktober 1931 aus dem Krankenhaus entlassen. Von nun an lebt er beim Schwager seiner Mutter, Gustave Arcault und dessen Frau Antoinette. Das Ehepaar ist verhältnismäßig wohlhabend, es führt eine große Metzgerei in Algier. Zum ersten Mal in seinem Leben bekommt Albert ein eigenes Zimmer und empfindet ein bisher ungekanntes Gefühl von Freiheit. Im gleichen Jahr noch besucht er wieder die Schule und begann zunehmend sich mit Philosophie zu beschäftigen.7
1932 schließlich legt er sein Abitur ab und veröffentlicht erstmal kleinere Essays in einer Literaturzeitschrift.8 und beginnt ein Studium der Ethik, Soziologie und Psychologie, welches er nach der letzten Zwischenprüfung 1934 auf die Fächer Klassische Literatur, Logik und allgemeine Philosophie ausweitet. Seinen Abschluss erlangt er
2 vgl.: Todd, S.23
3 vgl.: ebd., S.21
4 vgl.: Sändig, S.17
5 vgl.: ebd., S.23
6 Todd, S.42ff.
7 vgl.: Wieacker-Wolff, S.55f.
8 vgl.: Pieper, S.16
4
Arbeit zitieren:
Björn Glitscher, 2008, Albert Camus: Leben und Werk, München, GRIN Verlag GmbH
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